Aussprache von SPRECHEN | Akzent reduzieren | Deutsch mit Benjamin

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Aussprache von SPRECHEN | Akzent reduzieren | Deutsch mit Benjamin

Lernt in diesem Video die richtige deutsche Aussprache des Verbs SPRECHEN. Gleichzeitig werdet ihr euren Wortschatz erweitern, da wir uns typische Phrasen mit dem Verb im Kontext ansehen.

Transkript:

Das Verb „sprechen“ kennen wir ja alle. Es ist eins der häufigsten Verben, ja, generell eins der häufigsten Wörter im Deutschen. Ganz zu schweigen von den ganzen Präfixen, mit denen es ja noch kombiniert werden kann. Und dennoch weiß ich, dass viele von euch, die Deutsch lernen, zum Teil auch schon sehr lange Deutsch lernen, Schwierigkeiten haben, mit der Aussprache dieses Wortes und auch bei vielen Mitgliedern meiner Online-Akademie stelle ich das immer wieder fest. Deswegen wollen wir heute mal die Aussprache üben, von diesem Wort und wie immer schauen wir uns auch viele Kontextbeispiele an, damit ihr das Wort nicht nur einzeln, sondern auch gut im Satz aussprechen könnt.

Wir beginnen also mit der Aussprache des Infinitivs und der einzelnen Verbformen, dazu gebe ich euch auch ein paar Tipps – und dann schauen wir uns mal ein paar sehr typische Wortkombinationen an, in denen das Wort „sprechen“ vorkommt, ja, weil oft ist es ja auch so, dass man ein bestimmtes Wort eigentlich ganz gut aussprechen kann, wenn dann aber ein bestimmtes anderes Wort davor oder vielleicht auch danach kommt, verhaspelt man sich, so wie ich gerade, weil dann eine für euch vielleicht unnatürliche oder ungewohnte Lautkombination entsteht und dann passiert es, dass man ins Stocken gerät und nicht mehr fließend spricht. Also es geht heute nicht nur um die Aussprache des einzelnen Wortes, sondern auch um das fließende Sprechen.

Fangen wir also an, mit dem Infinitiv: Das Wort beginnt mit einem sch-Laut, wie bei der Schule. Dabei sind die Lippen gerundet und die Zungenspitze ist unten, aber nicht direkt hinter den unteren Schneidezähnen, sondern ein bisschen weiter hinten. So ungefähr. [ʃ]. Dann schließen sich die Lippen und bleiben dabei gerundet: [ʃp]. In diesem Moment hört man das P noch nicht. Der Verschluss der Lippen wird erst danach schlagartig gelöst, also die Lippen werden schlagartig geöffnet und die Luft wird nach draußen gestoßen, gleichzeitig geht die Zungenspitze hinter die unteren Schneidezähne, dabei wird das Reibe-R gesprochen und auch gleichzeitig senkt sich der Unterkiefer ab und die Lippen werden etwas breiter. Also zuerst: [ʃpʁ̥]. Das Reibe-R ist in diesem Wort und in allen anderen Formen dieses Wortes generell übrigens stimmlos, weil die ersten beiden Laute auch stimmlos sind. Und jetzt können wir auch den kurzen, ungespannten e-Laut mitsprechen: [ʃpʁ̥ɛ]. Ja, und da haben wir schon die erste Silbe. Wiederholt diese Übung ruhig so lange, bis ihr euch wohl mit dieser Silbe fühlt.

Die zweite Silbe besteht nur aus zwei Lauten. Das e-Schwa in der Endung sprechen wir ja nicht mit. Es gibt also hier nur einen Ich-Laut und ein N: [çn̩]. Von der ersten zur zweiten Silbe kommen wir also, indem wir den Mund einfach wieder ein bisschen schließen, natürlich dürfen die Lippen nicht geschlossen werden, aber der Unterkiefer geht eben wieder hoch. Mit unserer Zunge machen wir dabei nichts. Die geht automatisch mit dem Unterkiefer hoch, sodass dann zwischen dem Zungenrücken und dem Gaumen die Luft entweichen kann, für den Ich-Laut. Die Zungenspitze bleibt dabei hinter den unteren Schneidezähnen. Für das N muss die Zunge dann nur noch ein bisschen angehoben werden, dass sie direkt hinter den oberen Schneidezähnen den vorderen Gaumen berührt, aber die Zungenspitze bleibt hinter den unteren Schneidezähnen. Die Lippenposition ändert sich in dem gesamten Wort nur einmal. Ja, beim [ʃp] sind sie noch gerundet, aber dann geht diese Rundung weg, die Lippen werden so ein bisschen breiter und bleiben auch bis zum Ende des Wortes so. Also nicht: [ˈʃpʁ̥ɛhən] oder [ˈʃpʁ̥ɛxən], sondern [ˈʃpʁ̥ɛçn̩]. Das ist ja der Infinitiv und auch die Form für „wir“ und „sie“ im Präsens Plural.

Die ihr- und ich-Form können wir ganz schnell ableiten: ihr sprecht. Hier müssen wir nur am Ende statt dem N ein T aussprechen, also: ihr sprecht. Und: ich spreche. Dazu üben wir: [çə], wobei sich auch hier wieder die Lippenposition nicht ändert, nur der Zungenrücken, der ja beim Ich-Laut sehr nah am Gaumen ist, entfernt sich jetzt ein bisschen von dem Gaumen: [çə] – [ˈʃpʁ̥ɛçə].

Die 2. und 3. Person Singular haben statt dem E ein I, d.h. hier müssen wir den Unterkiefer nicht mehr senken, also nach dem [ʃp] werden nur die Lippen breiter, ansonsten gibt es eigentlich keinen Unterschied zu den vorherigen Formen: er spricht. Bei der du-Form ist es wichtig, dass am Ende sowohl der Ich-Laut, als auch der s-Laut, als auch der t-Laut zu hören sind. Das wird nicht reduziert: du sprichst. Beim Ich-Laut liegen die Zähne nicht aufeinander, aber beim s-Laut liegen sie aufeinander. Darauf also bitte achten.

Beim Partizip 2 „gesprochen“ achten wir nun darauf, dass wir hier keinen Ich-Laut mehr, sondern stattdessen einen Ach-Laut haben. Der Ach-Laut entsteht am Gaumensegel, also hinten im Mund, wo auch das Reibe-R gebildet wird. Und deswegen wird auch das N in dem Partizip 2 „gesprochen“ oftmals als Ang-Laut realisiert, weil dieser Laut eben näher an dem Ach-Laut ist. Man kann also sagen: [gəˈʃpʁ̥ɔxŋ] – mit einem ang-Laut, ja, so wie das viele deutsche Muttersprachler auch tun, aber man kann auch sagen natürlich: [gəˈʃpʁ̥ɔxn]. Also beides ist richtig. Die Lippen bleiben aber in beiden Fällen bis zum Wortende in der Position des o-Vokals: [gəˈʃpʁ̥ɔxn̩] oder eben [gəˈʃpʁ̥ɔxŋ̩].

Das Präteritum wird ja generell nicht so oft benutzt, wichtig ist hier vor allem, dass wir wieder einen Ach-Laut haben, also keinen ich-Laut und dass das A in den Formen des Präteritums bei diesem Verb lang gesprochen wird. Im Präsens und Partizip 2, also Perfekt und Passiv usw. haben wir ja bis jetzt gesehen, dass der Vokal immer kurz war. Das A im Präteritum ist hier aber eben lang, also beispielsweise: er sprach.

Jetzt werfen wir einen Blick auf ein paar sehr häufige Wortkombinationen mit Formen des Verbs „sprechen“. Und da ich weiß, dass die meisten von euch vor allem Schwierigkeiten mit der Aussprache der Präsensformen (also der Formen mit dem Ich-Laut) haben, beschränken wir uns dabei da drauf. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Wort oder der Laut, der vor einem bestimmten Wort steht, die Aussprache des Wortes – in unserem Fall des Verbs „sprechen“ – am stärksten beeinträchtigt. Deshalb sehen wir uns an, welche Wörter sehr oft vor dem Verb „sprechen“ gesagt werden.

Die häufigste derartige Wortkombination ist „zu sprechen“. Für den kurzen, ungespannten u-Laut müssen unsere Lippen ja gerundet sein und für den sch-Laut ja auch, d.h. wir runden unsere Lippen hier schon von Anfang an, also schon bei dem z-Laut, um diesen Satz einfach und flüssig sagen zu können: zu sprechen. Betont wird hier natürlich nur das Wort „sprechen“, also konkret die erste Silbe, und das Wort „zu“ wird nicht betont und somit sehr schnell ausgesprochen: zu sprechen. Vergesst bitte nicht, immer schön nachzusprechen.

Hier sind ein paar Beispiele mit dieser Phrase.

  • Sie fingen an zu sprechen. 
  • Es fällt mir schwer, darüber zu sprechen. 
  • Alkohol macht es erwiesenermaßen leichter, eine Fremdsprache zu sprechen. 
  • Ich weiß ja nicht, wie sie auf dich zu sprechen sind. 

Was wir jetzt mit besprochen haben, können wir auch auf die nächste Phrase anwenden, die häufig benutzt wird, nämlich: du sprichst.

  • Du sprichst mir aus der Seele. 
  • Ich weiß genau, wovon du sprichst. 
  • Du sprichst ja völlig akzentfrei. 

Auch eine sehr häufige Kombination: und sprichst. Und hier sollten die Wörter miteinander verbunden werden, also wie ein einziges Wort ausgesprochen werden. [tʃ] – und sprichst.

  • Am besten, du rufst da an und sprichst mit denen. 
  • Du hörst dir den Satz an und sprichst ihn dann nach. 

Diese Lautkombination [tʃ] haben wir auch in diesem sehr häufigen Wort: entsprechen – und natürlich allen Formen dieses Wortes, ja, also auch entsprechend, entspricht usw. Beispiele:

  • Es geht mir den Umständen entsprechend gut. 
  • Das entspricht meinen Erwartungen. 

Nächste Phrase: Deutsch sprechen. Bitte verbindet auch hier diese beiden Wörter schön miteinander, ja, im Deutschen verbinden wir die Wörter miteinander, wenn das eine auf einen Konsonanten endet und das nächste mit einem Konsonanten beginnt, also bitte macht da nicht diese Pause dazwischen, sagt nicht *Deutsche sprechen, sondern Deutsch sprechen, ja, als ob das nur ein einziges Wort wäre.

  • Wie kommt es, dass Sie so gut Deutsch sprechen?
  • Ich würde gerne besser Deutsch sprechen.

Dafür habe ich übrigens was ganz Tolles für euch, und zwar eine 6-Wochen-Challenge. Das ist ein Online-Gruppenkonversationskurs in meiner Online-Akademie, alle 2 Monate startet eine neue Runde und jetzt gerade ist es auch wieder so weit. Ihr könnt euch noch bis Dienstag dafür anmelden. Also meldet euch gerne an – die Plätze sind allerdings begrenzt, damit auch jeder wirklich genug Zeit zum Sprechen hat. Der Link ist unter diesem Video, da könnt ihr also einfach draufklicken, um mehr Infos zu bekommen.

Dann haben wir: ich spreche. Der Rhythmus ist derselbe wie bei der vorherigen Phrase: da-DA-da. Ich spreche. Da das Personalpronomen hier wie in den meisten Fällen unbetont ist, reduzieren wir das sehr oft und in Verbindung mit dem Verb „sprechen“ wird hier der Ich-Laut reduziert, manchmal ist er noch ein bisschen zu hören, aber er wird fast vollständig von dem [ʃ] verschluckt.

  • Er wusste nicht, worüber ich spreche. 
  • Ich weiß genau, wovon ich spreche. 

Auch hier verbinden wir wieder und dadurch kommt es eben dazu, dass dieser sch-Laut den ich-Laut so ein bisschen verschluckt. Wenn die ich-Form eines Verbs in der Satzmitte steht, wird ja sehr oft das e-Schwa der Endung nicht mitgesprochen, sodass wir dann eben auch sehr oft sagen: ich sprech‘. Auch andersrum sagt man das oft: spreche ich oder sprech ich. Auch hier sollte man die Wörter verbinden: sprech ich – Also nicht spreche ich, sondern sprech ich.

  • Spreche ich deutlich genug? 
  • Das Wort spreche ich falsch aus, oder?  

Dann haben wir noch das Verb „besprechen“, das wird auch ziemlich oft benutzt. Es beginnt mit dem [b] und von da aus bewegen sich die Lippen direkt in die Position des [ʃ]. Dazwischen ist ein e-Schwa, für das ihr euch aber gar keine Mühe geben müsst, weil das automatisch bei dieser Lippenbewegung entsteht. Man muss nur seine Stimme ein bisschen einsetzen.

  • Lass uns das morgen in Ruhe besprechen. 

Wenn es Wörter gibt, die ich mit euch in einem anderen Video auf eine ähnliche Art und Weise behandeln soll, dann schreibt mir doch diese Wörter gerne in die Kommentare unten. Und wenn ihr zukünftige Videos nicht verpassen wollt, dann abonniert doch gerne meinen Kanal, am besten mit Benachrichtigungen.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

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