Autor-Archiv Benjamin

VonBenjamin

Aussprachetraining: Intonation in Fragesätzen | Natürlich Deutsch sprechen

Im heutigen Aussprachetraining lernt ihr die korrekte Intonation in Fragesätzen. Unter der Intonation sei hier im engeren Sinne die Sprechmelodie zu verstehen.

Hallo liebe You-Tube Deutschlerner. Willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und diesmal mit einem Video direkt von meinem Balkon aus. Der Frühling zeigt sich nämlich heute von seiner besten Seite. Das kann man jetzt in dem Video hier nicht so gut sehen, aber es ist echt wunderschönes Wetter und das Video entsteht auch sehr spontan. Also ohne Vorbereitung mache ich es, weil es mir heute im Aussprache-Training eingefallen ist und ich auch immer wieder diese Sache angetroffen habe, über die ich heute sprechen will.

Es geht nämlich um die Intonation in Fragesätzen. Und das ist ein weit verbreiteter Trugschluss, mit dem ich heute aufräumen möchte. Also ein Trugschluss ist ein Irrglaube etwas das viele Menschen glauben, was aber nicht der Wahrheit entspricht. Man sagt der Trugschluss oder der Irrglaube. Und ich möchte mit diesem Trugschluss aufräumen, habe ich noch gesagt. Also aufräumen heißt in dem Fall nicht das Zimmer sauber machen und alle Sachen wieder an den ursprünglichen Platz zurücklegen, sondern es heißt mit einem Vorurteil zum Beispiel könnte ich auch aufräumen, oder mit einem Trugschluss aufräumen heißt: das widerlegen. Also einfach zeigen, dass es ein Trugschluss ist, dass es eben nicht der Wahrheit entspricht.

Ich zeige das deutlich, dass das falsch ist. Aber ich habe es tatsächlich von vielen Lehrern auch schon gehört, von vielen Deutschlehrern. Selbst muttersprachliche Deutschlehrer haben das schon gesagt und ich habe das schon gesehen, in verschiedenen Videos auch. Also, viele sagen, viele glauben, dass die Stimme am Ende von Fragesätzen in der deutschen Sprache nach oben gehen muss. Immer. Und das ist einfach falsch. Das ist nicht richtig. Wir gehen nicht nur in Aussagesätzen, sondern eben auch in Fragesätzen mit der Stimme am Ende nach unten. Haben also keine steigende Intonation, sondern eine fallende Intonation. Ich gebe euch ein einfaches Beispiel. Wenn ich euch zum Beispiel fragen würde, wie lange ihr schon in Deutschland lebt, ja? Nehmen wir… Angenommen ihr seid jetzt in Deutschland, ihr lebt in Deutschland und ich würde euch fragen, wie lange ihr schon in Deutschland lebt. Dann würde ich fragen: „und wie lange lebst du eigentlich schon in Deutschland?“ Merkt ihr das? Ich gehe mit der Stimme ganz klar nach unten, überhaupt nicht nach oben.

Also ich sage nicht: „wie lange lebt ihr eigentlich schon in Deutschland“? Das ist falsch, das klingt nicht natürlich. Das ist nicht die richtige Art diesen Satz auszusprechen. Also ich gehe mit der Stimme nach unten: „wie lange lebst du eigentlich schon in Deutschland“? Stimme geht nach unten, sehr weit nach unten. Genauso wie auch in der Antwort die Stimme nach unten gehen würde. Da hätten wir ja auch eine fallende Intonation. Seit fünf Jahren. Seit fünf Jahren, ja? Stimme geht auch nach unten. Und das betrifft auch Fragesätze nicht nur Aussagesätze.

Es gibt ein paar Fälle, wo wir in Fragen dann doch mit der Stimme am Ende nach oben gehen, tatsächlich nach oben gehen. Wo wir also wirklich eine steigende Intonation haben. Das ist aber nicht der Normalfall. Das sind Spezialfälle.

Der erste Fall betrifft Ja-Nein Fragen. Wenn ich euch also eine Ja-Nein Frage stelle, das heißt eine Frage, auf die ihr dann entweder mit ja oder mit nein antworten könnt. Dann würde ich meine Stimme am Ende anheben. Dann würde ich fragen zum Beispiel: „kommt ihr eigentlich auch morgen mit auf den Ausflug“? Ja, also hier gehe ich mit der Stimme am Ende nach oben. Weil ihr könnt antworten: „ja ich komme auch mit“, oder „nee du ich glaube ich habe keine Lust“. Ja, also noch mal die Frage: „kommt ihr eigentlich morgen auch mit auf den Ausflug“? Ja, okay hier gehe ich mit der Stimme nach oben. Aber das ist, wie gesagt, der Spezialfall Ja-Nein Frage, eine Entscheidungsfrage sagt man auch.

Der zweite Spezialfall ist, wenn ich unsicher bin und nachfragen muss. Also es geht hier um Nachfragen: Was hast du gesagt? Wie war das? Wie meinst du das? Wie heißt du noch mal? Okay, also in solchen Fragen, wo ich einfach nicht sicher bin, wo ich noch mal nachfragen muss. Eigentlich kenne ich schon die Antwort, oder ich habe die Antwort irgendwann schon mal bekommen, aber ich bin mir nicht sicher, oder ich habe es nicht richtig gehört, ich frage nach. Ja, dann gehe ich mit der Stimme auch nach oben. Also wenn ihr beispielsweise in einem Gespräch seid und … so ein Telefongespräch oder Skype-Call, die Verbindung ist schlecht, dann sagt ihr nicht: „was hast du gesagt, was hast du gesagt“? Also das wäre dann komisch, mit fallender Intonation. Dann müsst ihr die Stimme tatsächlich anheben: „was hast du gesagt, was“? Ja, auch wenn man nur dieses eine Wort fragt: „was, wie bitte“?, geht man auch mit der Stimme so nach oben. Ja, weil diese steigende Intonation auch Unsicherheit zeigt.

Und der dritte Spezialfall ist, wenn wir Fragen stellen, mehrere Fragen hintereinander, wie so eine art Checkliste. Beispielsweise wenn ihr beim Finanzamt seid. Ihr geht zum Finanzamt nach Deutschland und die Mitarbeiterinnen dort die Sachbearbeiterin fragt euch ganz ganz viele Sachen. Sie stellt euch ganz ganz viele Fragen. Zum Beispiel: „wie lange leben Sie schon in Deutschland? Haben Sie Kinder? Gehen sie hier zur Schule? Was sind Sie vom Beruf? Was machen Sie oder was haben Sie studiert“? Und so weiter, also tausend Fragen… Die Frau in dem Fall fragt euch nicht, weil sie das wirklich wissen will. Das ist keine natürliche Gesprächssituation, sondern es ist eine Checkliste quasi, die sie abarbeiten muss, weil sie diese Antworten braucht, um die ins System da einzutragen, ja? Also wenn man mehrere Fragen stellt und das eigentlich… Eigentlich will man die Antwort nicht unbedingt wissen. Es interessiert einen eigentlich nicht, sondern man braucht die Antwort einfach, um das abzuhaken. Ok, nächste Frage, weiter, ja? Dann geht man mit der Stimme auch nach oben, hat man auch diese steigende Intonation.

So, also um es noch mal ganz kurz zusammenzufassen. Wir gehen mit der Stimme in Fragesätzen nur dann nach oben, wenn wir eine Ja-Nein Frage stellen. Wenn wir nachfragen. Das heißt bei Unsicherheit um uns noch mal zurück zu versichern. Und wenn wir mehrere Fragen schnell hintereinander stellen, wie auf einer Checkliste, die wir abarbeiten, mit mehreren Fragen, ja? In allen anderen Fällen, also das sind ja wirklich drei Spezialfälle, die jetzt nicht jeden Tag vorkommen… Doch! Also, gut die Ja-Nein Frage, die kommt definitiv jeden Tag vor, die Nachfrage auch, aber wenn ihr euch überlegt, wie man Fragen stellt. Also meistens hat man ja so ein Fragewort: was, wie, wo, wann, ja? Und dann in der Regel hat man nicht diese Checkliste, die man abarbeitet in ganz normalen Gesprächen. Es sei denn ihr arbeitet vielleicht an so einem Kundentelefon oder ihr arbeitet selbst für irgendein Amt, oder eine Behörde oder so, dann müsst ihr eure Kunden oder Gesprächspartner vielleicht tatsächlich nach so vielen Sachen fragen, ja? Also dann wäre das vielleicht auch definitiv relevant für euch, aber meistens im Leben stellt man entweder Ja-Nein Fragen. Okay, dann gehe ich mit der Stimme nach oben, oder eben Fragen mit Fragewort, aber dann geht die Stimme nach unten, okay?

Gut das soll es gewesen sein und ich danke euch fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You-Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Alltagsdeutsch: Reduzierung von DU | Aussprachetraining | Deutsch besser verstehen

Reduzierungen und Assimilationen von Lauten sind das A und O, wenn ihr Deutsch besser verstehen und akzentfrei Deutsch sprechen bzw. zumindest eure deutsche Aussprache verbessern wollt. So wird etwa das Pronomen DU nach einem Verb mit diesem verbunden und zum e-Schwa reduziert.

30 Sekunden deutsch, bei Deutsch mit Benjamin. Hast du am Wochenende Zeit? Wann warst du das letzte Mal in Deutschland? Gibst du mir mal kurz das Messer? Wenn wir in Fragesätzen das Pronomen DU haben, verkürzen wir das oft einfach nur zum e-Schwa. Also statt du ​[⁠ə⁠]​. Hast du wird also [hast​ə⁠]. Warst du wird ​[⁠warstə⁠]​ und so weiter. Kein U!

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch A2 B1 B2 | Schöne Pfingsten

In der deutschen Umgangssprache ist es üblich, den p-Laut am Anfang von Wörtern mit PF zu tilgen.

 

Heute ist übrigens Pfingstsonntag. Also wünsche ich euch schöne Pfingsten! Und an dieser Stelle in kurzer Hinweis zur Aussprache: wenn man sehr deutlich spricht, sagt man natürlich [ˈp͡fɪŋstn̩], ja. Aber wenn man schneller spricht, dann kann man das P einfach weglassen. Also es ist völlig normal in der Umgangssprache zu sagen: schöne  [fɪŋstn̩]! Heute ist Pfingsten. Heute ist Pfingstsonntag, morgen ist Pfingstmontag und ich wünsche euch schöne Pfingsten!

VonBenjamin

Ist R ein Vokal? | Aussprachetraining: a-Schwa [ɐ] | Aussprache R

Das heutige Sprechtraining ist ein Muss für jeden, der richtig Deutsch sprechen und seine deutsche Aussprache verbessern will. Wir lernen und üben hier das a-Schwa (auch vokalisches R oder vokalisiertes R genannt). In der standarddeutschen Umgangssprache wird der Buchstabe R nämlich meistens als a-Schwa gesprochen. Ausschlaggebend ist hierbei, dass dieser Laut nichts mit dem konsonantischen R zu tun hat. Diese Lektion stammt aus dem Kurs über deutsche Vokale und Diphthonge meiner Online-Akademie.

 

Transkript:

Heißt es eigentlich [hiːʁ] oder [hiːɐ̯], [ʃaʁf] oder [ʃaɐ̯f]? Dieser Frage wollen wir in diesem Video auf den Grund gehen.

Heute möchte ich euch ein Video aus meiner Online-Akademie zeigen. Also ihr habt ja wahrscheinlich mitbekommen, dass ich eine Online-Akademie habe jetzt mittlerweile schon seit knapp einem halben Jahr. Im November 2020 habe ich sie eröffnet und im Grossen und Ganzen handelt es sich dabei um eine Online-Lernplattform für fortgeschrittene Deutschlerner mit den Schwerpunkten Aussprache, Akzentreduzierung und Hörverstehen. So und innerhalb dieser Online -Akademie gibt es verschiedene Online-Kurse zu dem man automatisch Zugang bekommt.

Also zu all diesen Kursen der Online-Akademie, wenn man sich in der Akademie anmeldet, wenn man also die Mitgliedschaft abschließt. Und einer dieser Online-Kurse handelt von deutschen Vokallauten. Da geht es also um die deutschen Vokale und auch Diphthonge. Das heißt, alle diese Vokallaute, die wir in der deutschen Sprache haben, all diesen Lauten widmen wir uns in den einzelnen Kapiteln dieses Kurses und heute möchte ich euch eben hier auf YouTube eins dieser Videos zeigen aus diesem Vokalkurs und zwar das Video zum a-Schwa. Das a-Schwa das wird auch vokalisches r genannt. Ihr werdet das später in dem Video auch noch mal hören und ganz ganz wichtig ist mir dass aber gleich am Anfang auch noch einmal zu betonen. Das ist wahrscheinlich die allerwichtigste Informationen des gesamten Videos der gesamten Lektion heute. Nämlich, dass wir im Deutschen unterscheiden zwischen einem konsonantischen r und einem vokalischen r. Und das ist ganz wichtig, deswegen schreibt euch das sozusagen hinter die Ohren. Eine Redewendung bedeutet: merkt euch das ja, das ist ganz ganz wichtig, eine sehr sehr wichtige Information. Schreibt euch das hinter die Ohren. So ich zeige euch jetzt das Video. Alles, was ihr zu meiner Online-Akademie wissen müsst, beziehungsweise wenn ihr überhaupt etwas dazu wissen wollt, dann findet ihr den Link unter dem Video. Ich teile den Link direkt in dieser Videobeschreibung und auch unten in den Kommentaren. So und jetzt viel Spaß beim Video!

Für den Buchstaben R gibt es im Deutschen vier Aussprachevarianten, also 4 mögliche Laute. Da gibt es zum einen das konsonantische R – davon gibt es 3 Varianten, die alle richtig und nicht bedeutungsunterscheidend sind. Darum geht es in diesem Video nicht. Und zum anderen gibt es das vokalische R, das auch a-Schwa genannt wird. Und darüber sprechen wir heute in diesem Video. Ihr lernt die richtige Aussprache dieses Lautes, der mit dem Konsonanten [ʁ] oder [r] nichts zu tun hat.

Es ist nämlich tatsächlich so, dass der Buchstabe R zwar ein Konsonantenbuchstabe ist, in den meisten Fällen in der deutschen Sprache aber tatsächlich als Vokal ausgesprochen wird. Und es ist ganz wichtig, dass wir uns das mal kurz bewusst machen. In sehr vielen Sprachen, vielleicht auch in eurer Muttersprache gibt es einfach nur den Konsonanten [ʁ] oder [r]. Und im Deutschen gibt es dazu noch eben noch einen Vokal für den Buchstaben R. Wir sagen nämlich auf keinen Fall [hiːʁ], sondern [hiːɐ̯]. Ich spreche das Wort jetzt mal in Zeitlupe aus. Und dann werde ich zusätzlich zu der Zeitlupe… Ich spreche es einfach langsam aus und zusätzlich werde ich es dann mit dem Computer noch um 50% reduzieren. Und dann werdet ihr feststellen, wie das klingt.

So, am Ende des Wortes haben wir den Laut [ɐ]. Und das ist ganz genau das a-Schwa oder auch das vokalische R. Ich bevorzuge allerdings den Begriff „a-Schwa“, den ich auch immer benutze, weil der Begriff klar macht, dass es ein Vokal ist und nichts mit dem [ʁ] zu tun hat. Es ist kein Konsonant, sondern ein Vokal. Und er ist dem langen [a:], das wir z.B. in dem Wort „ja“ aussprechen, ziemlich ähnlich. Deswegen benutze ich eben lieber diesen Begriff: a-Schwa.

Die Zungenspitze berührt wie beim langen [a:] die unteren Schneidezähne. Die Zunge befindet sich mittig im Mund. Allerdings ist im Gegensatz zum [a:] der Mund hier bei dem a-Schwa nur ganz ganz leicht geöffnet, der Unterkiefer senkt sich also kaum und damit ist auch der hintere Zungenrücken ein klein wenig angehoben. Außerdem ist das a-Schwa viel tiefer und viel leiser. Tiefer – [ˈthiːfɐ]. Leiser – [ˈlaɪ̯zɐ].

Weitere Beispiele mit dem a-Schwa:

Ganz ganz wichtig ist hier wirklich, dass ihr drauf achtet, in diesen Wörtern eben nicht [ʁ] oder [r] auszusprechen. Denn genau das würde einen typischen fremdsprachlichen Akzent ausmachen. Es gibt zwar tatsächlich ein paar Regionen vor allem in Westdeutschland, Nordrhein-Westfalen z.B., wo die Leute in diesen Wörtern den Laut [ʁ] aussprechen würden, das Problem ist aber: dadurch, dass ihr wahrscheinlich nicht all die anderen Ausspracheregeln und -gewohnheiten, die in diesen Regionen, in diesen Dialekten üblich sind, berücksichtigt, hört sich das dann unnatürlich an. Ja, und im Standarddeutschen sprechen wir hier auf jeden Fall das a-Schwa aus und nicht [ʁ], oder [r].

Ihr könnt ja z.B. mal euer Handy nehmen und euch einfach mal selbst aufnehmen, während ihr diese Wörter aussprecht, euch das dann nochmal anhören, um festzustellen, ob ihr da nicht doch noch ein [ʁ] oder [r] oder so was hört. Und wenn ja, dann sagt das Wort nochmal und stellt euch dort eher ein ganz kurzes A mit tiefer Stimme vor, aber auf keinen Fall ein konsonantisches [ʁ] oder [r].

Und wann wird der Buchstabe R nun als a-Schwa ausgesprochen?

Grundsätzlich könnt ihr euch merken: wenn der Buchstabe R innerhalb einer Silbe nach einem Vokal kommt, dann wird dort ein a-Schwa ausgesprochen. Oder anders gesagt: ein a-Schwa wird nicht ausgesprochen, wenn der Buchstabe R am Wort- oder Silbenanfang oder nach einem Konsonanten steht.

Also, z.B.: er war erst vorgestern in der Oper. Siebenmal der Buchstabe R, aber nirgendwo sage ich [ʁ] oder [r], sondern jedes Mal das a-Schwa, weil der Buchstabe in all diesen Fällen nach einem Vokal steht.

Ganz typisch ist, wie ihr seht, die Endung bzw. Buchstabenkombination <er>. Nehmen wir noch einen Satz: wir feiern am ersten September. Wieder mehrmals der Buchstabe R und überall a-Schwa.

Am Wort- und Silbenanfang und nach einem Konsonanten sprechen wir wie gesagt kein a-Schwa, z.B. in den Wörtern „rot“ oder „frisch“. Manchmal kommt es auch zur Verschiebung von Silbengrenzen und dann kann es sein, dass der Buchstabe R in verschiedenen deklinierten oder konjugierten Formen unterschiedlich ausgesprochen wird.

Zum Beispiel bei dem Wort „Fahrer“ mit a-Schwa am Ende, der Fahrer – aber: die Fahrerin – -rin. Oder:
das Haus ist schöner als das erste. – schö-ner. A-Schwa am Ende.

Aber: Das ist das schönere Haus von beiden. – schö-ne-re. Hier haben wir den Konsonanten.

Oder hier das Verb „studieren“:
ich studiere – drei Silben: stu-die-re – kein a-Schwa, weil der Buchstabe R am Anfang der letzten Silbe ist

Aber:
du studierst – zwei Silben: stu-dierst – hier haben wir ein a-Schwa, weil der Buchstabe R ja hier nach einem Vokal steht.

Besonders in der ich-Form von Verben gibt es dann deshalb auch zwei richtige Aussprachevarianten. Nehmen wir mal ein anderes Verb: hören. Wenn ich sehr deutlich sprechen will, in einer Prüfung oder in einem großen Saal, dann sage ich: ich höre Sie leider nicht. – höre – 2 Silben – ohne a-Schwa. Aber wie ihr sicher schon wisst, wird das E am Ende der ich-Form von Verben meistens weggelassen. Dann würde ich also z.B. in einem Skype-Call sagen: ich hör Sie leider nicht. – hör – 1 Silbe: hör – mit a-Schwa am Ende. Weil der Buchstabe R hier nach einem Vokal steht.

Nochmal der Kontrast: ich höre – ich hör.

Oder auch: ich wäre – ich wär.
Wir fahren (ganz formell, ganz übertrieben deutlich) – ja, aber normalerweise würden wir sagen: wir fahren.

Auch Wörter mit den unbetonten Präfixen er-, ver-, zer-, her- und vor- mit dem a-Schwa.

erkennen – sehr deutlich gesprochen: [ɛɐ̯ˈkɛnən]. – Normal gesprochen ist das Präfix sehr schnell und sehr tief: [ɛɐ̯ˈkɛn]

verstehen – sehr deutlich gesprochen: [fɛɐ̯ˈʃteːn] – normal gesprochen nur mit a-Schwa: [fɐˈʃteːn]

zerstört – sehr deutlich gesprochen:  [t͡sɛɐ̯ˈʃtøːɐ̯th] – normal gesprochen nur mit a-Schwa: [t͡sɐˈʃtøːɐ̯th]

herbeiführen – [hɛɐ̯ˈbaɪ̯ˌfyːʁən]

Oder: vorbei – [fɔɐ̯ˈbaɪ̯]. Oder Wörter mit den betonten Präfixen her- und vor-: herkommen – [ˈheːɐ̯ˌkɔm], der Vorname – [ˈfoːɐ̯ˌnaːmə]

In Berlin und Brandenburg spricht man statt des a-Schwas übrigens oft ein noch offeneres [a], also so wie das ganz normale A. Beispielsweise könnte jemand sagen: er meinte, dass er zu seiner Mutter fahren will. So würde man in Berlin sprechen. Also statt des a-Schwas ein noch offeneres A.

Und damit sind wir am Ende des Videos zum a-Schwa aus meiner Online-Akademie aus dem Online-Kurs über deutsche Vokale angekommen. Alle Informationen zu meiner Online-Akademie findet ihr unter dem Video, einmal in der Info-Box und auch nochmal in den Kommentaren.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You-Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video!

VonBenjamin

Reduzierung von „-BEN“ | Fließend & Akzentfrei Deutsch sprechen | Deutsche Aussprache verbessern

Wenn ihr Deutsch lernen und fließend Deutsch sprechen möchtet, ist es unerlässlich, dass ihr euch mit Reduzierungen und Assimilationen auseinandersetzt. Mein Ziel ist es, euch dabei zu helfen, flüssiger, schneller und natürlicher Deutsch zu sprechen. Im heutigen Sprechtraining behandeln wir die Reduzierung und progressive Assimilation in der unbetonten Silbe -ben. Diese kommt in sehr vielen deutschen Wörtern vor, z.B. in dem Verb HABEN, aber auch in anderen Verben wie LEBEN sowie Nomen, Adjektiven und Funktionswörtern wie EBEN und NEBEN.

 

Wir haben Hunger. Herr Müller wohnt nebenan. Er hat mir eben Bescheid gegeben. Warum diese Sätze nicht deutsch klangen, das erfahrt ihr in diesem Video.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und für alle, die ihre deutsche Aussprache verbessern bzw. ihren Akzent reduzieren wollen.

Heute geht es um eine Reduzierung oder auch Reduktion oder Verkürzung im Deutschen. Neulich haben wir ja gelernt, dass wir die Endung -en oft verschlucken. Wir sagen also beispielsweise nicht: [guːthən] Tag! Sondern: [guːtʔn̩] Tag! Das Video, in dem ich euch das genauer erkläre und auch noch andere kleine Tricks mitgebe, die euer Deutsch natürlicher klingen lassen, erreicht ihr, wenn ihr jetzt oben rechts klickt und ich verlinke es euch auch unten in der Infobox.

So, damit verbunden ist auch Folgendes: Nehmen wir mal das Verb „haben“. Wenn ich dieses Verb sehr langsam ausspreche, z.B. wenn ich mit einem kleinen Kind sprechen würde, oder ich würde durchs ganze Haus rufen, ja, dann würde das ungefähr so klingen: [ˈhaːbən]. So klingt es allerdings im Normalfall eben nicht. Wie ihr nun schon wisst, wird dieses e-Schwa getilgt und was passiert jetzt hier noch? Dadurch, dass hier in der betonten Silbe am Ende ein [b] ist, also ein Laut, den wir mit den Lippen bilden, passt sich der Laut [n], der hier von der Endung noch übrig bleibt, an. Ja, die Endung ist ja unbetont, eine unbetonte Silbe und über unbetonte Silben wissen wir, dass sie sehr schnell und kurz ausgesprochen werden. Und damit wir das auch wirklich schön schnell, schön kurz aussprechen können, guckt mal, wenn ich sage: [ˈhaːbn̩], ja, das stört irgendwie, das geht nicht so schön schnell, weil eben [b] mit den Lippen, [n] aber mit der Zunge hinter den oberen Schneidezähnen gebildet wird. Also was passiert nun? Das [n] passt sich dem [b] an. Aus dem [n] wird also ein [m], ein ähnlicher Laut, der aber eben auch mit den Lippen gebildet wird, genau wie [b]. Darüber hinaus wird der Verschluss der Lippen, bei dem [b], nicht gesprengt, anders gesagt: Die Lippen werden gar nicht geöffnet. Und schon lässt sich das viel einfacher aussprechen: [ˈhaːbʔm̩]. Das ist also die Aussprache, die wir benutzen und die auch ihr benutzen solltet: [ˈhaːbʔm̩]. Also nicht: [ˈhaːbn̩], nicht mit [n], aber auch nicht [ˈhaːbm̩], ja, also nicht die Lippen öffnen. Sondern: [ˈhaːbʔm̩]. Der Fachbegriff hierfür lautet progressive Assimilation. Assimilation bedeutet Anpassung, Angleichung. Der Laut [n] passt sich dem Laut [b] an. Also wegen dem Laut [b] verändert sich [n] zu [m]. Progressiv bedeutet, dass der erste Laut den zweiten Laut beeinflusst, also dieser Einfluss erfolgt vorwärts. Deshalb progressive Assimilation. Und das gilt nicht nur für dieses Verb, sondern im Prinzip immer, wenn die Buchstaben <ben> in einer unbetonten Silbe vorkommen.

geben
gegeben
eben
leben
oben
üben
die Verben
die Silben
der Abend
das Abenteuer

usw.

Unsere Sätze vom Anfang des Videos klingen also so: Wir haben Hunger. Herr Müller wohnt nebenan. Er hat mir eben Bescheid gegeben. Merkt euch also, dass die Buchstabenkombination <ben> in einer unbetonten Silbe [bʔm̩] ausgesprochen wird.

Wenn ihr übrigens mehr solcher Tricks lernen möchtet und generell euren Akzent reduzieren möchtet und flüssiger bzw. natürlicher Deutsch sprechen möchtet, dann werdet doch Mitglied meiner Online-Akademie. Den Link findet ihr unter dem Video.

Was wir jetzt gelernt haben, gilt übrigens ebenso für die Buchstabenkombination <pen>, die dann dementsprechend [pʔm̩] ausgesprochen wird.

die Lippen
der Lappen
die Suppenküche
umkippen
schleppen
die Alpen

usw. Nun schauen wir uns noch diese Phrasen an: zu gegebenem Anlass, der verschobene Termin.

Hier sieht es ja so aus, als würden die Buchstaben <ben> zur selben Silbe gehören. Das tun sie aber nicht! ge-ge-be-nem – die Buchstaben <ben> gehören hier zu unterschiedlichen Silben, sodass die Regel hier also nicht greift. Das e-Schwa in der Silbe <be> kann natürlich getilgt werden, aber das [n] bleibt [n] und bei [b] werden hier auch die Lippen kurz geöffnet, also dieser Verschluss wird gesprengt. Die beiden Phrasen klingen dann also so: zu gegebenem Anlass,
der verschobene Termin

Ich hoffe, dass dieses Video nützlich war. Wenn ja, dann gebt doch bitte einen Daumen hoch und abonniert gerne meinen Kanal mit Benachrichtigungen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Modalpartikel DENN | Aussprache & Wortschatz Deutsch B1 B2 C1 C2

Thema heute: Modalpartikeln. Konkret geht es um die Modalpartikel DENN und deren übliche Aussprache im Satz.

Transkript:

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Fragen? Die erste Frage klingt ziemlich direkt. Die zweite Frage klingt viel höflicher, viel freundlicher. Mit der Modalpartikel DENN kann ich also in Fragen auf freundliche Weise Interesse zeigen. Wenn ich das jetzt aussprechen würde, dann würde ich sagen: was machst du denn morgen?Andere Beispiele wären doch: warum bist du denn so traurig? Wie meinst du denn das? Wie gefällt denn dir das? Warum hast du denn meine Seite noch nicht abonniert? Mach es doch am besten jetzt gleich: @deutsch_mit_benjamin.

VonBenjamin

Wortschatz Deutsch: die Flaute | 30 Sekunden Deutsch | Deutsch mit Benjamin C1 C2

Lasst uns mal wieder den Wortschatz erweitern! Heute lernt ihr das Verb ABFLAUEN kennen sowie das Nomen DIE FLAUTE.

 

Transkript:

Hallo zu einer weiteren Folge 30 Sekunden deutsch! Eben bin ich auf diesen Instagram-Beitrag von der Tagesschau gestoßen, in dem steht: die Lage auf den Intensivstationen flaut ab. Mir geht es hier um das Verb abflauen. Das bedeutet, dass sich die Lage entspannt. Dieses Wort stammt von dem Nomen die Flaute, das wiederum ein Begriff aus der Wirtschaft ist und eine Situation beschreibt, in der von einem bestimmten Produkt wenig gekauft wird. Man benutzt aber dieses Nomen auch in anderen Situationen. Es herrscht Flaute, es passiert nichts.

 

VonBenjamin

REDUZIERUNGEN sind das A und O | Akzentfrei Deutsch sprechen

Der Grund Nr. 1, warum wir Deutsche so schnell sprechen, sind sogenannte Reduzierungen bzw. Reduktionen. Das heißt, wir verkürzen Laute und verbinden sie miteinander. Ohne den Gebrauch von Reduzierungen werdet ihr niemals Deutsch sprechen wie ein Muttersprachler. Fangt also am besten sofort damit an, Reduzierungen zu benutzen und ihr werdet merken, dass ihr automatisch schneller Deutsch sprecht! In diesem Video lernt ihr die 5 wichtigsten Reduzierungen im Deutschen, die ihr anwenden solltet, wenn ihr wie ein deutscher Muttersprachler klingen wollt.

Lifehacks: Akzentfrei Deutsch sprechen

  • Tipp 1: Sprecht das Pronomen „es“ einfach nur als [s] aus.
  • Tipp 2: Sagt „nich“ statt „nicht“.
  • Tipp 3: Lasst das e-Schwa am Ende der ich-Form von Verben weg.
  • Tipp 4: Sprecht das Wort „ich“ verkürzt aus.
  • Tipp 5: Verschluckt die Endung -en.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Willkommen bei Deutsch mit Benjamin – der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und für alle, die ihre deutsche Aussprache verbessern, akzentfrei Deutsch sprechen oder zumindest ihren Akzent reduzieren wollen und die ihr Hörverstehen verbessern, also Deutsche besser verstehen wollen. Heute möchte ich euch 5 Tipps, 5 Lifehacks mit auf den Weg geben, mit denen euer Akzent gleich viel natürlicher und viel typischer deutsch klingen wird. Diese Tipps sind nicht nur wahnsinnig praktisch und effektiv, sondern auch ganz leicht umzusetzen, d.h. ihr könnt noch heute damit anfangen und falls ihr bisher noch nie darauf geachtet habt, dann gebe ich Brief und Siegel darauf, dass ihr nach diesem Video immer wieder daran denken werdet und euch wundern werdet, dass euch das vorher nie aufgefallen ist.

Abonniert übrigens gern meinen Kanal und klickt auch auf die Glocke, um kein neues Video mehr zu verpassen. Außerdem wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr dem Video einen Daumen nach oben geben würdet, das würde mir wirklich sehr helfen.

Legen wir gleich los mit dem Lifehack Nr. 1: Sprecht das Pronomen „es“ einfach nur als [s] aus. Ihr kennt das sicher schon aus der Frage „Wie geht’s?“ oder „Wie geht’s dir?“, ja, was ja eigentlich eine Kurzform für „Wie geht es dir?“ ist, aber dieses Pronomen „es“ wird zu dem einzelnen Laut [s] reduziert. Und so machen wir das nicht nur in dieser einen Frage, sondern ständig. Probiert es doch auch gleich mal aus, z.B. ja, jetzt gerade habe ich z.B. gesagt: Probiert es doch auch gleich mal aus!

Ja, oder:

Es geht mir gut.
Es regnet schon wieder!
Schick es mir bitte noch heute.
Ist es okay, wenn ich es dir doch erst morgen schicke?
Ich kann es nicht glauben.

Man kann das im Prinzip immer machen, ja, nur wenn man bewusst langsam spricht oder vielleicht einen Vortrag in einem großen Saal hält, dann spricht man das vereinzelt noch mit einem e-Schwa aus, also [əs], aber viel öfter eben einfach nur [s]. Manchmal schreibt man das dann auch so, also entweder mit Apostroph oder ohne. Ich persönlich mache das nicht, also natürlich spreche ich auch so, aber schreiben würde ich persönlich halt immer die volle Form. Das finde ich persönlich einfach schöner. Ihr könnt es aber auch so verkürzt schreiben, allerdings wirklich nur unter Freunden, also noch nicht mal unter Arbeitskollegen.

Gehen wir nochmal zurück zum letzten Satz. Ich kann es nicht glauben. Fällt euch da noch was anderes auf? Ich kann es nicht glauben. Hier sage ich „nich“ statt „nicht“, also ich lasse einfach das T weg.

Und da sind wir schon beim Lifehack Nr. 2: Sagt „nich“ statt „nicht“. Auch hier gilt wieder, wenn man bewusst langsam oder deutlich spricht, dann kann man das T mitsprechen, aber wirklich oft spricht man es einfach nicht mit.

Hört nochmal hin:
Wirklich oft spricht man es einfach nicht mit.
Oder:
Kommt Paul etwa nicht?
Er fühlt sich nicht gut.
Das habe ich nicht gewusst.

Und was ist euch jetzt bei diesem Satz noch aufgefallen? „Das habe ich nicht gewusst.“ Sage ich „habe“? „Das habe ich nicht gewusst.“ Nee, ich sage „hab“.

Und das ist der Lifehack Nr. 3: Lasst einfach das e-Schwa am Ende der ich-Form von Verben weg. Das ist auch so was von typisch deutsch und lässt euch gleich viel natürlicher klingen. Und all diese Tipps, also nicht nur dieser, sondern alle in diesem Video, helfen euch auch dabei, schnell Deutsch zu sprechen bzw. flüssig Deutsch zu sprechen. Denn oftmals ist tatsächlich gar nicht wirklich die Sprechgeschwindigkeit von uns so hoch, sondern es liegt eben einfach an diesen Reduzierungen. Also, sagt z.B.

Ich lerne schon seit 5 Jahren Deutsch.
Ich hatte echt noch so viel zu tun, deshalb konnte ich leider nicht kommen.
Das mache ich gern.

Man kann das unter Freunden auch dann so schreiben, also einfach ohne den Buchstaben E. Das mache ich auch manchmal. Aber wie schon gesagt, benutze ich persönlich beim Schreiben eigentlich generell lieber die volle Form, weil mir diese reduzierten Formen beim Schreiben nicht gefallen.

Es gibt hier übrigens eine Ausnahme, und zwar wenn das Verb am Ende ist, also in Nebensätzen. Dann spricht man doch die volle Form. Also beispielsweise würde man nicht sagen: Ich bin froh, dass ich hier „arbeit“. Sondern: Ich bin froh, dass ich hier arbeite. Nur bei „haben“ kann auch am Satzende die Kurzform „hab“ benutzt werden, also z.B. „Guck mal, was ich dir mitgebracht habe.“ Aber sonst am Satzende die volle Form. Und wenn ihr jetzt nochmal genauer hinhört und vor allem auf die beiden Ichs achtet, also in diesem Satz ist ja zweimal das Wort „ich“, ja, was fällt euch denn da noch auf? Also ich sag den Satz nochmal: Ich bin froh, dass ich hier arbeite.

In keinem der beiden Fälle sage ich wirklich „ich“ mit diesem klaren Vokal, ja, und das ist der vierte Lifehack: Sprecht das Wort „ich“ verkürzt aus. Und zwar einmal: Wenn der Satz mit dem Wort „ich“ beginnt, dann sprecht einfach nur den Laut [ç].

Ich bin froh.
Ich muss leider los.
Ich melde mich später bei dir.

Und dann, wenn der Satz nicht mit dem Wort „ich“ beginnt, dann spricht man doch noch einen ganz ganz leichtes, kurzes, ungespanntes [ɪ], aber der Vokal ist wirklich ganz ganz kurz und verbindet sich mit dem Wort davor. Also z.B.

Er ist sauer, weil ich ihn kritisiert habe.
Heute bin ich echt müde.
Jetzt habe ich vergessen, was ich sagen wollte.

Bonus-Tipp: Manchmal macht man ja Pausen beim Sprechen, gerade weil Deutsch ja eben auch nicht eure Muttersprache ist, müsst ihr vielleicht hier und da noch überlegen und macht dann eben eine Sprechpause. Macht diese Sprechpause aber in solchen Sätzen erst nach dem Wort „ich“. Ja, weil wir das ja eben mit dem Wort davor verbinden und wenn ihr dann genau dazwischen die Pause machen würdet, dann wären die beiden Wörter ja nicht mehr verbunden, was dann unnatürlich klingen würde und auch das Verständnis eventuell beeinträchtigen würde. Wenn ihr die Pause erst nach dem Wort „ich“ macht, dann merkt euer Gegenüber das vielleicht gar nicht. Da ist die Pause also völlig normal und stört auch nicht. Also beispielsweise: Er ist sauer, weil ich ihn kritisiert habe.

Bei Sätzen, die mit dem Wort „ich“ beginnen, könntet ihr, falls nötig, die Pause am besten nach dem Verb machen, z.B.
Ich muss leider los.

Wenn ihr auf der Suche nach mehr Regeln und Tipps wie diesen hier seid, dann empfehle ich euch, mal meine Online-Akademie zu besuchen. Das ist eine umfassende Lernplattform, wo ihr gezielt an eurem Akzent arbeiten könnt und jede Menge Audio- und Videomaterial findet, um eure Aussprache, Intonation, Sprechmelodie zu verbessern. Den Link zu meiner Online-Akademie packe ich euch unten in die Beschreibung in die Infobox.

Kommen wir zum Lifehack Nr. 5: Verschluckt die Endung -en.

Das gilt für Nomen, Verben, Adjektive und es gilt eigentlich nicht nur für Endungen, sondern generell für -en- als unbetonte Silbe. Guckt mal, z.B. hier dieser Satz:

Wir wollen uns einen spannenden Film angucken. Also ihr seht bzw. hört, dass jedes Mal diese Silbe -en- verschluckt wird. Noch ein Beispiel: Können wir Ihnen denn noch einen anderen Gefallen tun? Ja, das könnte beispielsweise eine Verkaufsperson zum Kunden sagen. Oder: Letzten Freitag war ich mit meinen Freunden aus München zu Besuch in Dresden.

Hier ist ein weiterer Bonus-Tipp:

Insbesondere die Artikel „ein“ und „einen“ klingen im Prinzip völlig gleich. Entweder sagt man „ein“, also das kann man eigentlich immer so tun, egal, in welcher Situation, ja, z.B.

Ich habe neulich einen Brief bekommen.
Ich habe neulich ein Schreiben erhalten.

Kein Unterschied zu hören.

Oder wenn man noch schneller spricht, dann aber nur in lockeren, informellen Situationen, dann sagt man oft einfach nur [n]:

Ich habe neulich einen Brief bekommen.
Ich habe neulich ein Schreiben erhalten.

Welcher dieser Tipps war euch neu? Habt ihr vielleicht weitere Wünsche, worauf ich in zukünftigen Videos mal eingehen soll? Dann schreibt sie mir gern in die Kommentare. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: REDUZIERUNG von Jahreszahlen | Akzentfrei Deutsch B1 B2 C1 C2

Jahreszahlen gelten als typischer Fall, wo es sich richtig anbietet, stark zu reduzieren. Wir reduzieren Laute und verbinden sie miteinander ja meist in Wörtern, die nicht zur Bedeutung eines Satzes beitragen, sondern eine grammatikalische Funktion erfüllen (sogenannte Funktionswörter) oder eben in Wortteilen mit dieser Eigenschaft. ⁠ Vor allem der erste Teil in Jahreszahlen („19…“) ist ja per se „unwichtiger“ als der zweite Teil, sodass wir eben den ersten Teil oft reduzieren. ⁠ 📌 Standardaussprache „neunzehnhundert…“: [ˈnɔɪ̯nt͡seːn ˌhʊndɐt] ⁠ 📌 Übliche Aussprache mit Reduzierung (wie im Video): [ˈnɔɪ̯nt͡sɐt] ⁠ 📌 Auch üblich (etwas weniger reduziert): [ˈnɔɪ̯nt͡sn̩hɐt] ⁠ 📌 Beispielsätze: ⁠ 1. Wann ist die Berliner Mauer nochmal gefallen? – 1989. ⁠ 2. Zwischen 1997 und 2014 haben Bund, Länder und Kommunen über eine Million Wohnungen an Konzerne verscherbelt. ⁠

Etwas verscherbeln = etwas zu einem sehr günstigen Preis verkaufen.

Transkript:

Wann ist die berliner Mauer noch mal gefallen? 1989. Was war das? 1989. Das ist eine typische Reduzierung im Deutschen.

Zwischen 1997 und 2014 haben Bund, Länder und Kommunen über eine Million Wohnungen an Konzerne verscherbelt.

 

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: Hörverstehen verbessern | Sätze für euren nächsten Skype-Call

Lernt, wie man schnell und authentisch sagt: „Ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden.“

Transkript:

Wenn also das nächste Mal auf Zoom oder auf Skype die Internetverbindung wieder nicht mitspielt, dann könnt ihr sagen: ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden. Ich hoffe das hilft.