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Sprachliche REDUZIERUNG von Endungen im Plural | Deutsch C2 C1 B2 B1

Sprachliche Reduktionen bzw. Reduzierungen sind ja, wie wir schon wissen, das A und O, wenn man akzentfrei Deutsch sprechen will. Daher behandeln wir auch heute wieder eine häufige Reduzierung im Deutschen. Konkret geht es um feminine Nomen mit den Endungen -UNG und -TION sowie deren Pluralformen -UNGEN und -TIONEN.

Alle Informationen finden Sie auch nochmal übersichtlich auf unserer Webseite zusammengefasst. Moment, alle und dann sollte ein Pluralwort kommen. Also alle Informationen, oder?

Und damit hallo und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle Fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und ihre deutsche Aussprache verbessern wollen. Und heute geht es uns eben um Nomen mit der Endung -TION und andererseits auch um Nomen mit der Endung -UNG.

Das erste, was man natürlich wissen sollte ist, dass diese Nomen immer Feminin sind. Also immer den Artikel die bekommen. Die Information, die Situation, die Position, beispielsweise. Das betrifft auch die Nomen mit der Endung -UNG, ja. Die Zeitung, die Hoffnung, die Rechnung und so weiter. Was man auch wissen sollte ist, dass die Pluralform von diesen Nomen immer -EN ist. Das heißt im Plural bekommen diese Nomen immer die Endung -EN, ja. Zum Beispiel eine Rechnung, zwei Rechnungen, eine Information, mehrere Informationen.

Jetzt habe ich das sehr sehr deutlich gesagt. Wirklich sehr sehr deutlich. Denn wenn ich normal sprechen würde, dann würde das so klingen: eine Information, mehrere Informationen. Habt ihr einen Unterschied gehört? Ich hoffe nicht, denn da war keiner. Ich habe nämlich beide Formen, das heißt sowohl die Singularform als auch die Pluralform gleich ausgesprochen und zwar so als wäre da gar keine Endung. Als wäre da gar nicht mehr die Endung -EN. Und das ist genau der Punkt. Wenn wir normal sprechen, das heißt, wenn wir nicht gerade unterrichten, oder eine Präsentation halten, oder besonders deutlich sprechen wollen, sondern wir sprechen einfach ganz normal. Dann sprechen wir die Singular- und Pluralform von Nomen mit der Endung -UNG, bzw. nun mit der Endung -TION gleich aus. Man hört also keinen Unterschied zwischen Singular und Plural.

Das heißt, das Beispiel am Anfang war völlig richtig. Alle Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Alle Informationen, ja. Informationen. Warum ist das so? Dazu eine ganz ganz kurze Erklärung. Wir wissen ja eigentlich schon, dass wir die Endungen im Deutschen, diese Endungen -EN sehr oft, wenn wir normal sprechen, verschlucken sozusagen, ja. Jetzt zum Beispiel habe ich auch gesagt verschlucken und nicht verschlucken. Verschlucken sondern verschlucken, ja? Also sehr sehr verkürzt und auch verbunden mit dem Laut, der davor kommt. Und was passiert jetzt hier in diesen Nomen, die die Endungen -UNG, oder -TION haben? Na ja da haben wir ja am Ende auch den Laut [n]. Zum Beispiel in dem Wort Information und in allen anderen Nomen mit der Endung -TION, ja. Da haben wir am Ende [n]. Und wenn jetzt zu diesem [n] noch diese kurze, sehr sehr reduzierte, sehr stark reduzierte verkürzte verschluckte Endung [n] dazu kommt. Ja dann, dann können wir sie auch gleich weglassen, weil davor ja sowieso schon [n] ist, ja. Dann ist die Endung einfach nicht mehr zu hören.

Also eine Information, mehrere Informationen. Und etwas ähnliches passiert im Grunde bei Nomen mit der Endung -UNG, ja. Zum Beispiel eine Endung, mehrere Endungen. Auch kein Unterschied zu hören. Der einzige Unterschied, den wir ja jetzt hier haben im Vergleich zu den Nomen mit -TION am Ende, dass wir bei -UNG am Ende kein [n] eigentlich haben. Also nicht diesen Laut, der hier vorne gebildet wird [n], sondern [ŋ].
Ich kann meinen Mund öffnen. Das ist ein nasaler Laut. Das heißt der Mund kann geöffnet werden, die ganze Luft geht durch die Nase raus, ja. Wenn ich die Nase zumache, dann kann ich den Laut nicht aussprechen. Betrifft sowohl das [n] als auch das [ŋ], aber dieses [ŋ] wird zusätzlich noch hier hinten gebildet. Ist also ein Laut, der eher hier hinten entsteht und nicht vorne, ja. Und was passiert jetzt ganz einfach. Er verbindet sich auch mit dieser Endung, ja. Und die Zunge sagt sich einfach: ich bleibe lieber hier hinten in der Position und werde mir jetzt nicht die Arbeit machen für so eine unbetonte Silbe, für so eine Endung, die sowieso unbetont ist, sehr stark verkürzt wird. Dann werde ich jetzt nicht noch meine Position ändern und von [ŋ] zu [n] wechseln, wenn doch beide Laute sowieso ziemlich ähnlich klingen, ja. Deswegen bleibt die Zunge einfach in ihrer Position hier hinten und wir sagen eine Zeitung, eine Rechnung, oder eben auch mehrere Zeitungen, mehrere Rechnungen, mehrere Endungen, ja. Also merkt euch! Nomen mit der Endung -TION und nur mit der Endung -UNG klingen im Singular und im Plural völlig gleich.

Das war’s für heute, ich hoffe das Video hat euch geholfen. Wenn ja, würde ich mich natürlich freuen, wenn ihr einen Daumen nach oben geben könntet und meinen Kanal abonniert, gerne mit Benachrichtigungen. Klickt dazu einfach einmal auf abonnieren und dann noch auf dieses kleine Glöckchen. Dann bekommt ihr auch immer eine Benachrichtigung, wenn ich ein neues Video hochlade. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

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Intensives Hören: Lange und kurze Vokale

Im Deutschen gibt es ja bekanntlich lange und kurze Vokale. Daneben unterscheiden wir auch zwischen gespannten und ungespannten Vokalen. Bevor man seine Aussprache verbessern, also diese Unterschiede selbst produzieren kann, muss man erstmal in der Lage sein, diese beim Hören zu erkennen. Denn wie soll man etwas selbst sagen, wenn man es noch nicht mal hören kann? Deshalb habe ich für euch ein Aussprachetraining mit 100 Wörtern zum intensiven Hören vorbereitet. Eure Aufgabe ist es dabei, zu erkennen, ob die Vokale lang oder kurz bzw. gespannt oder ungespannt gesprochen werden. Ich wünsche euch viel Spaß beim Aussprachetraining und freue mich über euer Feedback in den Kommentaren!

    1. lachen – [a]
    2. spielen – [iː]
    3. Fühl mal! – [yː]
    4. wöchentlich – [œ]
    5. das Gen – [eː]
    6. die Cola – [oː]
    7. wir siezen uns – [iː]
    8. ich hoffe – [ɔ]
    9. Österreich – [øː]
    10. des – [ɛ]
    11. zu sehen – [ʊ]
    12. zusehen – [uː]
    13. wenn – [ɛ]
    14. die Löhne – [øː]
    15. sie redet – [eː]
    16. Köln – [œ]
    17. offen – [ɔ]
    18. die Rehe – [eː]
    19. verärgert – [eː]
    20. beschießen – [iː]
    21. der Kohl – [oː]
    22. sie nörgeln – [œ]
    23. der Minister – [ɪ]
    24. empfehlen – [eː]
    25. die Analyse – [yː]
    26. wen – [eː]
    27. die Mitte – [ɪ]
    28. das Koma – [oː]
    29. wegen – [eː]
    30. doch – [ɔ]
    31. Berlin – [iː]
    32. mürrisch – [ʏ]
    33. atmen – [aː]
    34. der Keks – [eː]
    35. lüften – [ʏ]
    36. gestern – [ɛ]
    37. die Züge – [yː]
    38. schlagen – [aː]
    39. die Hitze – [ɪ]
    40. vierzig – [ɪ]
    41. die Schnur – [uː]
    42. das Video – [iː]
    43. der Ort – [ɔ]
    44. das Ohr – [oː]
    45. wurden – [ʊ]
    46. die Größe – [øː]
    47. das Magazin – [iː]
    48. kühl – [yː]
    49. die Miete – [iː]
    50. die Bevölkerung – [œ]
    51. absolut – [uː]
    52. er kam – [aː]
    53. die Wörter – [œ]
    54. der Dienst – [iː]
    55. er schnurrt – [ʊ]
    56. treten – [eː]
    57. sitzen – [ɪ]
    58. die Kuhle – [uː]
    59. die Gothik – [oː]
    60. der Ruhm – [uː]
    61. der Fluss – [ʊ]
    62. Düsseldorf – [ʏ]
    63. das Herz – [ɛ]
    64. Italien – [aː]
    65. der Löffel – [œ]
    66. der Euro – [o]
    67. der Kamm – [a]
    68. übrig – [yː]
    69. benötigen – [ɪ]
    70. der Herd – [eː]
    71. der Bus – [ʊ]
    72. rüber – [yː]
    73. das Niveau – [oː]
    74. die Geste – [eː]
    75. die Mathematik – [a]
    76. groß – [oː]
    77. das Komma – [ɔ]
    78. der Fuß – [uː]
    79. übersetzen – [y]
    80. Prag – [aː]
    81. bröckeln – [œ]
    82. üppig – [ʏ]
    83. das Museum – [eː]
    84. mathematisch – [aː]
    85. das Öl – [øː]
    86. Benjamin – [iː]
    87. es tränt – [eː]
    88. worden – [ɔ]
    89. düster – [yː]
    90. die Gäste – [ɛ]
    91. Dresden – [eː]
    92. der Rum – [ʊ]
    93. sozial – [aː]
    94. sollen – [ɔ]
    95. fünf – [ʏ]
    96. die Asche – [a]
    97. der Opel – [oː]
    98. Hallo – [o]
    99. der Koch – [ɔ]
    100. das Alphabet – [eː]
VonBenjamin

Synonyme für „(nicht) zögern“

Heute könnt ihr wieder euren Wortschatz erweitern. Also fackelt nicht lange und schaut euch das Video an!

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen.

Und heute gebe ich euch ein paar Redewendungen beziehungsweise Formulierungen mit dem Wort fackeln. Und wir fangen an mit dem Nomen die Fackel. Was ist eigentlich eine Fackel? Eine Fackel ist eigentlich so ein Stock. Ein Stock, auf dem oben eine Flamme brennt. Das heißt, man kann das oben anzünden und dann hat man diesen Stock. Oben ist die Flamme und man kann das nutzen als Beleuchtung als Beleuchtungskörper sozusagen, ja. Um einen sehr dunklen Raum unter der Erde zum Beispiel zu erhellen. Das ist eine Fackel.

So und dann haben wir das Verb fackeln. Und im übertragenen Sinne bedeutet das sowie zögern. Man benutzt es meistens in einer Negation. Das heißt, man sagt meistens: Ich habe nicht lange gefackelt. Oder: Ohne lange zu fackeln, habe ich das gemacht. Und das bedeutet: Ohne lange zu zögern. Ich habe nicht gezögert, ich habe es gleich gemacht. Zum Beispiel, wenn ich über ein Problem eine Herausforderung spreche.

Nehmen wir das Beispiel. Ja, meine Schwester möchte sich von ihrem Freund trennen, ja. Und sie möchte sofort ausziehen. Sie hält es da nicht mehr aus. Die ganze Zeit streiten die sich. Es fliegen die Fetzen. Das ist übrigens auch eine schöne Redewendung. Es fliegen die Fetzen heißt: Sie streiten sich, ja. Sehr sehr heftig. Genau. Sie hält es nicht mehr lange da aus. Sie will weg. Sie ruft mich an, erzählt mir davon und bittet mich um Hilfe. Dann kann ich sagen: Komm! Fackeln wir nicht lange, ich komme zu dir. Ich hole dich ab und du kannst erst mal ein paar Tage bei mir unterkommen. Wenn ich dann später davon erzähle, dann könnte ich sagen: Als sie mich angerufen hat und mir von ihrem Schicksal erzählt hat. Von ihrem Leiden, von ihrer Situation erzählt hat, habe ich nicht lange gefackelt. Ich bin einfach hingefahren, habe sie abgeholt und habe ihr gesagt, dass sie erst mal eine Weile bei mir unterkommen kann, ja.

Ich habe nicht lange gefackelt. Ohne lange zu fackeln, bin ich zu ihr gekommen und habe sie abgeholt und mitgenommen. Ohne lange zu fackeln. Ich habe nicht lange gefackelt, okay? Das wäre eine Möglichkeit. Also ein Problem einfach angehen, ohne lange zu warten, ohne länger darüber nachzudenken, dass irgendwie abzuwägen, ja. Sollte ich das jetzt machen? Was wären jetzt die Vor- und Nachteile. Sondern einfach das Problem angepackt. Ich habe das Problem angepackt, ja.

Eine andere oder ein anderes Beispiel wäre: Ich sehe ein Angebot für einen neuen Computer und dieses Angebot fesselt mich. Ich finde das Angebot so gut, so Klasse. Ohne zu fackeln, kaufe ich den Computer einfach. Also ich denke mir einfach: So ein super gutes Angebot, das kommt mir nicht alle Tage unter. Also werde ich jetzt einfach kaufen. Ich werde jetzt einfach annehmen dieses Angebot, ja. Ich werde jetzt nicht lange fackeln. Ich werde jetzt nicht lange drüber nachdenken, ich kaufe mir den Computer einfach. Also ich fackele nicht lange. Ohne lange zu fackeln, kaufe ich mir den Computer. Das wäre auch eine Möglichkeit, das so zu benutzen.

Eine andere Möglichkeit, das ist dann schon noch übertragener, würde ich sagen und auch nicht mehr so häufig, aber auch in dieser Bedeutung kann man es antreffen. Wenn jemand… Zum Beispiel, wenn ihr bei einem Vortrag euch anmeldet oder so, ja. Oder bei einem Seminar und ihr geht dahin und ihr erwartet vielleicht, dass es erstmal langsam losgeht. Ihr bekommt vielleicht erstmal eine Einführung. Aber es geht sofort los. Also von Minute eins an werdet ihr dort mit Informationen überschüttet und überhäuft und ihr könnt euch gar nicht mehr retten, ja. Also ihr seid ein bisschen überfordert, es geht irgendwie viel schneller als gedacht, viel schneller als erwartet. Entschuldigt, dass jetzt hier gerade dieser uralte VW-Bus steht. Sorry, aber ich hoffe, dass sein Motor gleich ausgeht. Na ja auf jeden Fall …
Genau, dann könntet ihr auch sagen: Okay ich bin da zu diesem Seminar hingegangen und ich dachte,
dass wir erst mal eine Einführung bekommen. Aber nee, also ohne zu fackeln, ohne Umschweife könnte man auch sagen. Ohne Umschweife, ohne zu fackeln sind wir gleich richtig in die Materie eingestiegen und es ging gleich los mit dem Unterricht, ja. Mit dem Thema. Also ohne zu fackeln jetzt… Warum muss er jetzt ausgerechnet genau hier parken weiß ich nicht und doch noch weiterfahren… Aber jetzt ist er weg, super! Also ohne Umschweife, ohne abzuschweifen, ohne lange zu fackeln sind wir direkt los also sind wir direkt in die Materie eingestiegen und haben direkt angefangen.

Ja, das wäre also auch noch eine Möglichkeit, wie man diese Redewendung benutzen beziehungsweise antreffen könnte, ja. Kennt ihr vielleicht auch solche Situation, beziehungsweise könnt ihr euch noch andere Situationen vorstellen, wo ihr das benutzen könntet. Also ich habe nicht lange gefackelt. Und dann sagt man oft auch einfach dazu, ja. Ich habe nicht lange gefackelt und dann bin ich einfach zu meiner Schwester gefahren und habe sie abgeholt. Ich habe nicht lange gefackelt und habe den Computer einfach gekauft. Also ich habe nicht lange gefackelt. Einfach und einfach, ja. Oder ohne lange zu fackeln habe ich einfach das und das gemacht. Kennt ihr solche Situationen? Habt ihr vielleicht eigene Beispiele, die ihr in die Kommentare schreiben könntet? Ich würde mich sehr freuen. Gebt gerne dem Video auch ein Daumen nach oben, wenn euch das geholfen hat und euch diese Redewendung gefällt.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Deutscher Wortschatz für den Sommer

Mit diesen 10 Redewendungen und Kollokationen, die man eher nicht in Deutschkursen lernen würde, könnt ihr euren Wortschatz erweitern und in Gesprächen mit Muttersprachlern punkten.

Schaut euch zuerst das Video an und übt den erlernten Wortschatz danach in dem kostenlosen Übungs-PDF, das ich für euch erstellt habe. Feedback dazu könnt ihr mir gerne in die Kommentare schreiben.

1. die Affenhitze aushalten

große Wärme ertragen

  • Im Juli wird es oft mehr als 30 Grad warm, dann müssen alle die Affenhitze aushalten.
  • Wir mussten die Affenhitze 3 Stunden aushalten! Im Schwimmbad gab es nirgends einen Platz im Schatten.

2. Sandalen mit weißen Tennissocken tragen

ein Vorurteil über deutsche Männer, die offene Schuhe im Sommer mit (weißen) Strümpfen kombinieren

  • Da ist ja wieder der Trupp der deutschen Urlauber: Sie tragen am liebsten ihre Sandalen mit weißen Tennissocken!
  • Auch im Ausland sieht man sie oft – die deutschen Männer, die ihre Sandalen mit weißen Tennissocken tragen!

3. dem Summen der Bienen lauschen

den Geräuschen der Insekten, die Honig sammeln, zuhören

  • An so einem schönen Nachmittag wie heute liege ich am liebsten in der Hängematte und lausche dem Summen der Bienen.
  • Im Sommer lauschen viele Menschen dem Summen der Bienen – einige empfinden das als sehr erholsam.

4. im Strandkorb chillen

sich in einer Sitzgelegenheit entspannen, die an deutschen Stränden sehr häufig anzutreffen ist

  • Heute ist wirklich tolles Wetter, lasst uns doch einen Strandkorb mieten und da drin chillen!
  • Schau dir nur die ganzen Leute hier am Meer an! Alle chillen sie ganz entspannt im Strandkorb.

5. die Sonne knallt ordentlich

wenn man starke Hitze und Wärme durch die Sonne empfindet

  • Wir sitzen hier jetzt schon ganz schön lange, so langsam knallt die Sonne aber ordentlich!
  • Im Juli knallt die Sonne eigentlich überall in Deutschland ganz ordentlich.

6. sich (Dat.) mit dem Badetuch die Liege reservieren

Vorurteil über Deutsche, die ein großes Handtuch auf Sitzgelegenheiten am Strand oder am Pool legen, um den Platz für sich selbst freizuhalten

  • Der vom Zimmer 131 hat sich wohl schon um 6 Uhr früh mit seinem Badetuch die Liege reserviert!
  • Ich finde die Leute immer unmöglich, die sich mit ihrem Badetuch die Liege am Pool reservieren.

7. Weißweinschorle genießen

eine Mischung aus Weißwein und Wasser mit Kohlensäure genussvoll trinken

  • Ich freue mich schon wieder auf die lauen Sommernächte, in denen wir immer unsere Weißweinschorle auf dem Balkon genießen!
  • In Österreich wurde ich letztes Jahr ausgelacht, als ich meine Weißweinschorle genießen wollte. Die nennen die ja „Weißer Spritzer“.

8. mit dem Tretboot fahren

ein kleines Boot, das mit den Füßen angetrieben wird, benutzen

  • Auf der Müritz fahren viele Menschen gerne mit dem Tretboot.
  • Längere Zeit mit dem Tretboot zu fahren, ist gar nicht so einfach, wie viele Menschen immer glauben!

9. Schmetterlinge im Bauch haben

frisch verliebt und dabei glücklich sein

  • Du siehst ja richtig glücklich aus! Hast du etwa Schmetterlinge im Bauch?
  • Ich kann gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Ich habe wirklich richtig Schmetterlinge im Bauch!

10. eine Nachtwanderung machen

in der Dunkelheit einen längeren Weg durch die Natur zurücklegen

  • Immer wenn wir zelten, machen wir eine Nachtwanderung durch den Wald mit Stirnlampen. Das ist manchmal richtig gruselig!
  • Eine Nachtwanderung zu machen, hat in manchen Vereinen eine langjährige Tradition.

Um den Wortschatz nicht zu vergessen, ist es wichtig, ihn direkt anzuwenden. Lade dir dazu mein kostenloses Übungs-PDF zu diesem Video herunter!

VonBenjamin

10 Redewendungen, um Menschen zu beschreiben

Redewendungen und Redensarten sind unerlässlich, wenn ihr euren Wortschatz erweitern wollt. Deswegen habe ich hier eine Liste für euch mit 10 Redewendungen, mit denen man Menschen beschreiben kann.

1. ein dickes Fell haben

die Fähigkeit, Kritik, Rückschläge oder ähnliche negative Eindrücke und Situationen problemlos aufzunehmen

  • Servicemitarbeiter bei der Deutschen Bahn brauchen ein dickes Fell, weil sie täglich mit aufgeregten und wütenden Fahrgästen konfrontiert werden.
  • Mach dir keine Sorgen, dass Lena sauer auf dich wird – sie hat ein dickes Fell und kann mit Kritik umgehen.

2. keiner Fliege was zuleide tun können

gutmütig, liebenswürdig, vorbildlich und harmlos sein

  • Ich kann gar nicht glauben, dass die Chefin Karl wirklich angeschrien haben soll – sie kann doch keiner Fliege was zuleide tun.
  • Der Nachbar sieht zwar ein bisschen gefährlich aus, aber in Wirklichkeit könnte er keiner Fliege was zuleide tun.

3. sich (Dat.) einen Namen gemacht haben

sehr bekannt für eine Errungenschaft oder Eigenschaft sein

  • Die Politikerin hat sich einen Namen für ihren Einsatz gegen Rassismus gemacht.
  • Die Sängerin hat sich weltweit durch ihre atemberaubenden Live-Konzerte einen Namen gemacht.

4. auf jmd. (Akk.) ist Verlass

wenn jemand verlässlich ist

  • Auf sie ist immer Verlass: egal, was ich brauche – sie ist immer für mich da.
  • David ist der einzige, auf den wirklich immer Verlass ist.

5. sich (Akk.) für sonst wen halten

arrogant und hochnäsig sein, da man glaubt, dass man alles am besten kann

  • Du hältst dich wohl für sonst wen!
  • Eine der Kolleginnen überschreitet ständig ihre Kompetenzen und hält sich für sonst wen.

6. nicht (gerade) der/die Hellste sein

dumm sein

  • Frank hat wirklich gedacht, dass Bonn die Hauptstadt von Deutschland ist. Na ja, er ist eh nicht gerade der Hellste.
  • Wenn sie dieses Argument nicht begreift, dann scheint sie wohl nicht die Hellste zu sein.

7. sein Herz auf der Zunge tragen

kommunikativ sein

  • Der Schauspieler trägt sein Herz auf der Zunge und hat keine Angst, öffentlich seine Meinung zu sagen, auch auf die Gefahr hin, dass er kritisiert wird.
  • An meiner Uroma mochte ich besonders, dass sie ihr Herz auf der Zunge getragen hat.

8. Stille Wasser sind tief.

Sprichwort

Auch introvertierte, zurückhaltende Menschen können bemerkenswerte Fähigkeiten haben oder selbstbewusst handeln.

  • Er ist ja eigentlich eher ruhig, aber diesmal hat er lautstark mitdiskutiert. Stille Wasser sind tief.
  • Zu Hause redet Toni ja nicht viel, aber sie hat jetzt einen neuen Job als Motivationstrainerin. Stille Wasser sind tief.

9. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Sprichwort

Oft übernimmt man die Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen seiner Eltern.

  • Sie strebt genau wie ihr Vater immer nach Perfektion. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
  • Jetzt verhältst du dich genauso, wie du es bei deinen Eltern immer kritisiert hast. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm.

10. die Ruhe weghaben

sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen; auch in schwierigen Situationen immer ruhig und gelassen bleiben

  • Während alle von dem Lärm fast verrückt geworden sind, hat Daniel weiter sein Buch gelesen. Er hat die Ruhe weg.
  • Du hast aber auch die Ruhe weg, oder? Wir müssen los! In fünf Minuten kommt der Bus!

 

VonBenjamin

Fließend Deutsch sprechen – 7 Tipps für fortgeschrittene Deutschlernende

Fließend Deutsch zu sprechen wird normalerweise als der Punkt angesehen, an dem der Groschen endlich fällt.

Du brauchst nicht mehr länger im Kopf Sätze aus deiner Muttersprache zu übersetzen und musst auch nicht Ewigkeiten überlegen, wie du deinen Gedanken angemessen formulieren sollst. Die deutsche Sprache ist dir einfach in Fleisch und Blut übergegangen und geht dir nun leicht über die Lippen. Du kannst dich auf Deutsch über etwas beschweren, auch mal den ein oder anderen witzigen Spruch raushauen und bist in der Lage, dich genau wie in deiner Muttersprache über viele verschiedene Themen zu unterhalten – oder vielleicht sogar noch besser.

Ist genau das dein Ziel? Nun, ich habe keinen ultimativen Zaubertrick für dich, mit dem du sofort fließend Deutsch sprechen wirst. Aber ich habe anhand meiner Erfahrungen als Deutschlehrer und Fremdsprachenlerner 7 wertvolle Tipps für dich in einem kostenlosen E-Book zusammengestellt, die dir helfen werden, dich schon bald flüssiger und sicherer auf Deutsch unterhalten zu können.

Lade dir mein E-Book kostenlos hier herunter und schreibe mir gerne dein Feedback bzw. deine Erfahrungen in die Kommentare: Konntest du einen oder mehrere meiner Tipps bereits umsetzen? Hast du einen anderen Tipp, den du ergänzen würdest? Dann lass hören – ich freue mich auf deinen Kommentar!

VonBenjamin

Schluss mit Pauken und Lehrbüchern – Benutze die deutsche Sprache, indem du sie hörst und tatsächlich sprichst.

Mach mit bei unserer 6-Wochen-Challenge – dem Gruppen-Konversationskurs in meiner Akademie!

Wenn du besser Deutsch sprechen willst, musst du mehr sprechen. Und wenn du deine Mitmenschen, Fernsehsendungen usw. besser verstehen willst, musst du … na ja, eben mehr hören. Unser Gruppen-Konversationskurs bietet dir genau das.

>> Direkt zur Anmeldung. <<

Die meisten Deutschkurse sind stinklangweilig! Die Lehrer wollen, dass du Grammatikregeln auswendig lernst und Vokabeln paukst. Sie wollen, dass du ellenlange Aufsätze über Themen schreibst, die für dich nicht relevant sind und die dich nicht interessieren. Sie wollen, dass du irgendwelche Vokabeln lernst, die du nie brauchst und deshalb auch nie benutzen wirst. Im Endeffekt wirst du dein Ziel – flüssiger zu sprechen – so aber niemals erreichen.

Aus genau diesem Grund – um dir die Möglichkeit zu geben, die deutsche Sprache aktiv im Gespräch über aktuelle und relevante Themen zu benutzen – starten wir hier in meiner Online-Akademie die 6-Wochen-Challenge: Aktiv Sprechen & Hören.


Was ist die 6-Wochen-Challenge Aktiv Sprechen & Hören?

Die 6-Wochen-Challenge Aktiv Sprechen & Hören ist ein Online-Gruppen-Kurs, in dem du im Gespräch mit einem Deutsch-Coach aus meinem Team und einer kleinen Gruppe von anderen Deutschlernenden über interessante Video- und Audiobeiträge zu aktuellen Themen diskutierst und somit deinem mündlichen Sprachvermögen einen gewaltigen Schub gibst sowie dein Hörverstehen erhöhst.

Die Gruppen füllen sich schnell und in jeder Gruppe gibt es maximal 4 Teilnehmende!


Wann findet der Unterricht statt?

Alle 2 Monate startet eine neue Runde der 6-Wochen-Challenge. 6 Wochen lang gibt es dann 12 Online-Sitzungen auf Skype (also 2 Sitzungen pro Woche).

Derzeit bieten wir Gruppen für die Niveaus B2, C1 und C2 an.

Die aktuellen Gruppen und Termine werden immer hier veröffentlicht.


Welche Lehrmaterialien werden dem Kurs zugrunde gelegt?

Vor jeder Sitzung erhältst du einen Audio- oder Videobeitrag zu einem aktuellen Thema sowie Aufgaben, die vorbereitend zu jeder Stunde teils einzeln, teils in Gruppen bearbeitet werden sollen. In der Sitzung wird dann das Thema diskutiert bzw. die Aufgaben besprochen. Grammatikregeln pauken, Vokabellisten auswendig lernen und langweilige Lehrbuchtexte lesen wirst du in diesem Kurs NICHT.


Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Kurs ist für alle Deutschlernenden geeignet, die ihr gesprochenes Deutsch und ihr Hörverstehen verbessern möchten und Spaß daran haben, sich mit anderen Deutschlernenden auszutauschen. Wenn du selbstbewusst wie in deiner Muttersprache diskutieren möchtest und authentische Audio- und Videobeiträge in deutscher Sprache gut verstehen möchtest, dann empfehlen wir dir wärmstens eine Teilnahme an diesem Kurs.


Kann ich an dem Kurs teilnehmen, um mich auf eine Prüfung vorzubereiten?

Obwohl die 6-Wochen-Challenge kein Prüfungsvorbereitungskurs ist (da wir hier sind, um echtes Deutsch fürs Leben zu lernen, wie es tatsächlich gesprochen wird), kannst du diesen Kurs parallel zu deiner Prüfungsvorbereitung nutzen. In der mündlichen Prüfung musst du dich ja auch zu aktuellen Themen äußern. Dementsprechend wird dir der Kurs auch dabei helfen.


Was brauche ich, um teilzunehmen?

Da der Kurs vollständig online stattfindet, brauchst du eine stabile Internetverbindung, die aktuelle Version des Programms „Skype“ sowie eine funktionierende Webcam und ein funktionierendes Mikrofon. Außerdem bitten wir dich, vor der Buchung einen kurzen Einstufungstest zu absolvieren. Der Test dauert ca. 15 Minuten und hilft uns und dir, die geeignete Gruppe für dich zu finden.

Hier geht’s zum Einstufungstest.

Wir freuen uns sehr auf deine Teilnahme!

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch sprechen (Akzent loswerden): Was heißt das und wie geht das?

Viele von euch wollen akzentfrei Deutsch sprechen bzw. ihren Akzent reduzieren. Doch was bedeutet das eigentlich? Was gehört dazu? Was gilt es zu lernen und zu beachten? Welche Faktoren beeinflussen eigentlich unseren Akzent? Und kann man überhaupt seinen Akzent loswerden?

 

Transkript:

Ich möchte so gern meinen Akzent loswerden oder zumindest reduzieren. Na ja, auf jeden Fall verbessern. Was bedeutet das eigentlich? Was bedeutet es, seinen Akzent loszuwerden, zu reduzieren oder zu verbessern? Und was muss man dabei beachten? Genau darum geht es heute.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und ihren Akzent loswerden, reduzieren oder eben verbessern wollen!

So, und gleich am Anfang mal zu dieser Frage nochmal: Was ist eigentlich der Unterschied? Also warum sagen wir eigentlich diese… diese drei verschiedenen Verben, die normalerweise überhaupt keine Synonyme sind? Also loswerden heißt ja eigentlich, dass ich was nicht mehr haben will. Reduzieren heißt, dass ich es doch noch haben werde, aber einfach ein bisschen abschwächen will oder weniger davon haben will. Und was war das Dritte? Verbessern bedeutet ja eigentlich, das ist ja eigentlich schon eine Wertung. Also damit sage ich ja eigentlich, dass das, was ich jetzt hab, nicht gut ist. Und ich will, dass es besser wird. Also ich will es auch behalten. Ich will es nicht loswerden, aber ich will, dass es besser wird. So, warum benutzen wir diese drei völlig verschiedenen Verben in Kollokation mit „Akzent“ und meinen aber eigentlich immer wieder dasselbe, obwohl diese drei Verben an sich eigentlich keine Synonyme sind? Aber wir benutzen sie im Zusammenhang mit dem Akzent synonym. Woran liegt das?

Ganz einfach. Das liegt daran, dass wir uns erst einmal bewusst machen müssen, was wir eigentlich unter einem Akzent verstehen. Und das ist nämlich manchmal gar nicht so klar. Und das liegt auch wiederum daran, dass wir im Volksmund – auch wir Muttersprachler – was übrigens nicht nur für die deutsche Sprache, sondern auch für viele andere Sprachen gilt, diesen Begriff Akzent nicht ganz exakt benutzen.

Das typischste Beispiel für diesen Begriff, wie wir den benutzen, ist ja, wenn jemand z.B. Deutsch spricht und man hört sofort, dass er nicht aus Deutschland kommt, dass er kein deutscher Muttersprachler ist, dann würde man z.B. sagen: Kommst du aus Russland? Du hast so einen leichten russischen Akzent, beispielsweise. Ja, und das, das meinen wir, wenn wir Akzent sagen. Und was meinen wir damit aber eigentlich ganz genau? Und da gebe ich euch auch nochmal ein Beispiel.

Nämlich wenn ich Englisch spreche. Wenn ich Englisch spreche, dann wird mir ganz oft von Muttersprachlern – von englischen Muttersprachlern – gesagt, dass ich einen super guten Akzent hätte oder einen leichten Akzent, sagen manche auch, oder schwachen Akzent, keinen deutschen Akzent, und dass sie aber doch noch hören können, wo… oder dass ich kein Muttersprachler bin, kein englischer Muttersprachler. So, und wenn ich dann frage, woran das liegt, dann sagen sie mir: Hm, ich weiß es eigentlich auch nicht. Also dann frage ich z.B.: Okay, gibt es Laute, die ich falsch ausspreche? Dann sagen die: Nein, gibt’s nicht. Du sprichst alle Laute eigentlich richtig aus. Okay, woran liegt es dann?

Naja, und daran sehen wir schon: Auch wenn ich alle Laute richtig ausspreche, auf Englisch, können Muttersprachler trotzdem noch erkennen, dass ich kein Engländer oder kein Amerikaner bin. Woran liegt das? Das liegt daran, dass eben die Aussprache von Lauten nicht das einzige ist, was unseren Akzent ausmacht. Das heißt, wenn… wenn ihr jetzt z.B. einen Deutschen oder eine Deutsche fragen würdet, dann könnten euch die Deutschen konkret sagen: Ja, du, du sprichst den und den Laut nicht so gut aus oder falsch aus. Und das kann man sehr leicht identifizieren. Das kann man sehr leicht erkennen. Die anderen Faktoren, die da mit reinspielen – und das ist ganz, ganz wichtig an dieser Stelle, dass eben nicht nur die Aussprache für den Akzent verantwortlich ist, sondern auch noch andere Faktoren eine ganz große Rolle spielen – die werden oft quasi übersehen bzw. man kann sie nicht so klar in Worte fassen. Vor allem nicht, wenn man sich mit diesem Thema des Sprachenlernens und von verschiedenen Akzenten nicht auskennt oder wenn man sich damit nicht auseinandersetzt, wenn man also, ja, kein Lehrer ist oder kein Sprachwissenschaftler oder diesen Hintergrund einfach nicht hat, dann… dann kann man als, ich sage jetzt mal durchschnittlicher Muttersprachler einfach, der mit Sprachen so in dem Sinne nichts zu tun hat, mit Fremdsprachen, dann kann man Laute, falsch ausgesprochene Laute, das kann man klar sagen, da kann man sagen: Hey, du sprichst den und den Laut nicht richtig aus. Aber was das andere angeht, das kann man nicht so klar sagen. Und ich möchte euch hier und heute sagen, welche anderen Faktoren das sind, was da also auch mit reinspielt.

Und neben der Aussprache ist es zum einen die Intonation. Bei der Intonation müssen wir auch wieder aufpassen, denn das ist auch wieder ein Begriff, der auch in der Fachliteratur nicht ganz klar definiert ist. Manche verstehen unter der Intonation die Betonung von Wörtern und Silben, z.B. ob wir sagen Monat oder Monat. Also was sagen wir? Wir sagen natürlich die erste Variante: Monat [ˈmoːnat] mit der Betonung auf der ersten Silbe. Das versteht…. verstehen einige unter dem Begriff der Intonation, also die Betonung.

Und andererseits gibt es aber auch Leute – und auch in verschiedenen Büchern wird Intonation geschrieben – und man versteht dann darunter aber nicht die Betonung, sondern die Melodie, die Sprechmelodie. Beispielsweise ob ich sage: „Ich lebe hier schon seit 22 Jahren.“ oder ob ich sage: „Ich lebe hier schon seit 22 Jahren.“ Also an dieser Melodie könnt ihr einen Unterschied erkennen, in meiner Emotion. Oder vielleicht noch eine dritte Variante: „Ich lebe hier schon seit 22 Jahren.“ Ja, also merkt ihr? Wenn die Melodie sich ändert, dann ändert sich logischerweise auch die Nachricht, die Botschaft, die ich damit übermittle, mit dem Satz. Ja, es ist eigentlich immer wieder derselbe Satz, aber unterschiedliche Melodieverläufe können unterschiedliche Bedeutungen am Ende hervorrufen. Also das spielt beides auch eine ganz wesentliche Rolle, wenn es um unseren Akzent geht. Das heißt, neben der Aussprache eben auch die Intonation – und konkret da eigentlich zwei verschiedene Arten von Intonation, je nachdem, wie man den Begriff versteht – aber beides spielt eine eine Rolle, also die Sprechmelodie und die Betonung.

Als nächsten Faktor haben wir Reduzierungen und Assimilationen. Darunter versteht man Verkürzungen von Lauten und Silben. Beispielsweise habe ich jetzt gesagt:

Lauten und Silben [ˈlaʊ̯tʔn̩ ʊnt ˈsɪlbm̩]

Ich habe nicht gesagt:

Lauten und Silben [ˈlaʊ̯tən ʊnt ˈzɪlbən]

sondern:

Lauten und Silben [ˈlaʊ̯tʔn̩ ʊnt ˈsɪlbm̩]

Ja, also ich habe das verkürzt. Und Assimilation bedeutet, dass verschiedene Laute sich anderen Lauten – je nachdem, wie die in Kombination auftreten, welcher Laut davor und welcher Laut danach kommt – anpassen können. Das heißt Assimilation. Auch wieder: Ich habe gesagt: Lauten und Silben, Lauten und Silben. Ja, also merkt ihr, dass ich z.B. … Normalerweise würde ich sagen:

Silben [ˈzɪlbm̩] – wenn ich dieses Wort einzeln ausspreche.

Wenn aber davor der Laut [t] kommt, wegen „und“, dann sage ich:

und Silben [ʊnt ˈsɪlbm̩]

Dann wird aus diesem stimmhaften [z] plötzlich ein stimmloses [s]. Und genauso:

Silben [ˈsɪlb]

Am Ende sage ich ein [m] wegen dem [b] davor. Das sind also Assimilationen.

Also ich möchte nicht so viel über die einzelnen Faktoren heute sprechen – ich möchte einfach nur, dass ihr euch einen Überblick verschaffen könnt und dass wir auch gegenseitig ein Grundverständnis uns hier klarmachen, sozusagen bewusst machen, was ihr auch hier auf meinem Kanal, sozusagen, ja, wie ihr das verstehen könnt, die einzelnen Begriffe, die ich benutze, dass ihr wisst, was ich eigentlich meine, wenn ich sage z.B. natürlicher Akzent, Akzent reduzieren, Akzent verbessern usw. Was meine ich eigentlich damit und welche Aspekte spielen da eben mit rein?

So, jetzt hatten wir die Aussprache – offensichtlich, das weiß wahrscheinlich jeder – dann die Betonung, die Sprechmelodie, Reduzierungen und Assimilationen und zum Schluss noch – aber nicht weniger wichtig, also all diese Faktoren spielen eine wesentliche Rolle und dürfen nicht vernachlässigt werden; sobald ich einen Faktor vernachlässige, kann ich diesen natürlichen Akzent, diesem Ziel, einen natürlichen Akzent zu erreichen, sozusagen, nicht mehr gerecht werden, ja, das ist ganz, ganz wichtig, auch zu verstehen, dass diese… diese verschiedenen Faktoren eine gleich wichtige Rolle spielen. Jeder Faktor ist gleich wichtig. Das ist ganz, ganz essentiell in diesem Video.

Also der letzte Faktor, den ich ansprechen möchte, der also in den Akzent mit reinspielt, ist die Stimmlage und auch die Stimmhöhe. Das fasse ich zusammen, weil das miteinander verbunden ist. Und ich erkläre euch den Unterschied.

Ich beginne mit der Stimmhöhe. Das ist offensichtlich, relativ selbsterklärend. Die Stimmhöhe ist ganz einfach, ob meine Stimme hoch oder tief ist. Also ganz einfach die Höhe des Tons, die Höhe der Stimme. Also das spielt eine Rolle. Die deutsche Sprache liegt z.B. ziemlich tief. Ja, wir sprechen im Vergleich zu anderen Sprachen relativ tief. Das ist das erste.

Und das zweite ist die Stimmlage. Und das bedeutet, wo eigentlich der Körper… oder welcher Punkt im Körper vibriert, wenn wir sprechen, d.h. wo entsteht die Stimme? Wo wird sie gebildet? Und dazu zeige ich euch ganz einfach mal einen Ton. Ich spreche einfach mal den Vokal [a:] aus und ich werde den Vokal die ganze Zeit auf demselben Ton, also in derselben Höhe aussprechen, aber ich werde diese Stimmlage verändern. Und dann klingt das so. Klingt sehr lustig. Aber habt ihr gemerkt? Ich habe den Ton nicht verändert. Ich werde nochmal die diese drei extremen Unterschiede zeigen, also den mittleren Ton, den ich benutzt habe, dann den höchsten und den niedrigsten. Das klingt dann so. Es ist immer derselbe Ton, also immer die gleiche Stimmhöhe, aber die Stimmlage hat sich unterschieden.

All diese Faktoren – ich fasse nochmal ganz kurz zusammen – spielen in den Akzent rein und mit all diesen Faktoren werdet ihr euch auseinandersetzen bzw. auseinandersetzen müssen, wenn ihr zum Ziel habt, einen natürlichen Akzent auf Deutsch hinzubekommen. Es muss nicht so sein, dass ihr exakt wie ein Muttersprachler sprechen werdet. Das schaffen nur wenige, vor allem, wenn man später, als also als Erwachsener schon…. wenn man schon erwachsen ist und mit der Sprache beginnt, dann ist es schwierig, wirklich exakt wie ein Muttersprachler zu klingen. Und das ist ja auch gar nicht unbedingt nötig. Aber einen natürlichen Akzent zu bekommen, hinzubekommen, ist ein sehr schönes Ziel, weil man damit definitiv mehr Anerkennung findet.

Und zumindest in Deutschland ist es so: Wenn ein Nicht-Muttersprachler mit einem sehr, sehr natürlichen, geschmeidigen, wirklich angenehmen Akzent spricht, dann bescheinigt man dieser Person automatisch gute Deutschkenntnisse und Intelligenz. Und oftmals, wenn man einen Akzent hört, der sehr stark ist, der nicht natürlich klingt, dann wird es unangenehm zuzuhören und viele Leute machen das unbewusst. Ich würde das nicht machen, weil ich Deutschlehrer bin. Aber viele Leute, die wie gesagt mit Sprachen nichts am Hut haben und sich damit nicht auseinandersetzen, die machen das zwar auch nicht bewusst so, aber das ist einfach in denen drin, dass sie dann das Gefühl bekommen: Okay, der spricht vielleicht nicht so gut Deutsch, der versteht mich vielleicht auch nicht so gut. Ja, was vielleicht gar nicht stimmt. Also vielleicht ist euer Wortschatz total breit, vielleicht breiter als der der Person. Aber ja, das kann man eben auf den ersten Blick nicht hören.

So, also ich fasse nochmal zusammen, welche Faktoren ganz, ganz wichtig sind und alle diese Faktoren eine gleich wichtige Rolle spielen: nämlich

– die Aussprache

– die Betonung

– die Sprechmelodie

– Reduzierungen und Assimilationen und

– die Stimmlage und damit verbunden die Stimmhöhe.

Okay, ich hoffe, dass dieses Video euch einen, ja, groben Überblick schon mal gegeben hat und dass ihr jetzt eine bessere Vorstellung habt, worauf ihr zu achten habt, was wichtig ist, wenn ihr euren Akzent reduzieren, verbessern oder loswerden wollt. Wie auch immer. Übrigens zum Schluss noch: Akzent loswerden ist irgendwie komisch, weil jeder hat einen Akzent. Ihr könnt ja sehen, dass diese ganzen Aspekte da eine Rolle spielen. Also auch ich als deutscher Muttersprachler: Ich habe auch eine bestimmte Aussprache. Ich benutze auch eine bestimmte Sprechmelodie. Ich habe auch… Ich betone auch die Wörter. Was hatten wir noch? Ich reduziere Laute. Ich assimilierte Laute. Und ich…. Meine Stimme hat auch eine bestimmte Höhe und eine bestimmte Lage. Also ich habe auch einen Akzent. Ich habe allerdings einen muttersprachlichen Akzent. Also „Akzent loswerden“ ist eigentlich Quatsch. Ja, man kann sagen, dass man seinen Akzent reduzieren möchte, vielleicht seinen… oder den Akzent aus seiner Muttersprache reduzieren möchte. Oder man kann sagen, dass man natürlicher Deutsch sprechen möchte. Man kann das Wort „Akzent“ einfach vermeiden. Ja, genau, so viel noch dazu.

Wenn euch das Video gefallen hat, dann gebt doch gerne einen Daumen nach oben und abonniert meinen Kanal mit Benachrichtigungen. Das wäre super. Und schreibt mir doch mal in die Kommentare, welcher dieser Aspekte, die wir heute behandelt haben oder die ich euch heute erst einmal so vorgestellt habe – behandelt in dem Sinne haben wir sie ja noch gar nicht – welcher euch am meisten interessiert. Also was würdet ihr gerne von mir vielleicht noch näher erläutert bekommen? Über die Aussprache gab es ja schon auf meinem Kanal relativ viel, wird es natürlich auch weiterhin geben. Zu all diesen Aspekten wird es in der Zukunft immer wieder auch mal ein Video geben. Aber was interessiert euch denn momentan am meisten? Worüber würdet ihr denn gern mehr erfahren? Schreibt mir das doch mal bitte in die Kommentare. So, das war’s für heute. Ich danke euch fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Über mich

Dein Wegweiser zum natürlichen deutschen Akzent

Hallo und willkommen bei Deutsch mit Benjamin!

Deutsch mit Benjamin

Mein Name ist Benjamin und ich unterrichte seit mehreren Jahren Menschen aus aller Welt in Deutsch. Dabei ist es mir ein besonderes Anliegen, Deutschlernenden dabei zu helfen, selbstbewusst, stressfrei und authentisch Deutsch zu sprechen. Um meine Erfahrungen und Kenntnisse weiterzugeben, habe ich Deutsch mit Benjamin ins Leben gerufen.

 

Meine Mission

Auf meiner Webseite und meinen Kanälen stelle ich Lerninhalte rund um das gesprochene Deutsch zur Verfügung. Die deutsche Alltagssprache unterscheidet sich erheblich von der Sprache, die in den meisten Lehrbüchern und Deutschkursen gelehrt wird. Genau da setze ich an: In meinen Lerninhalten dreht sich alles um die deutsche Aussprache im wirklichen Leben – seien es formelle oder informelle Situationen. Auch wenn ich mit meinen Inhalten hauptsächlich Nicht-Muttersprachlern helfen möchte, ihr gesprochenes Deutsch zu verbessern, um beruflich und privat mehr Anerkennung zu finden, können sie genauso gut von nicht-muttersprachlichen und muttersprachlichen DaF-Lehrkräften zur Weiterbildung bzw. als Ergänzung für den Unterricht genutzt werden.

 

Über mich persönlich

Zurzeit lebe ich in der tschechischen Stadt Brünn. Geboren und aufgewachsen bin ich allerdings in der wunderschönen Stadt Dresden und habe in Berlin Germanistik und Slawistik studiert. Ich spreche neben meiner Muttersprache Deutsch auch noch Englisch und Tschechisch. Als ich noch aktiv Tschechisch gelernt habe, war ich immer auf der Suche nach mehr Materialien zur tschechischen Aussprache, um als deutscher Muttersprachler das gesamte Potential meiner tschechischen Stimme ausschöpfen zu können. Genau diese Möglichkeit, die ich beim Tschechischlernen nie hatte, möchte ich meinen Schülern beim Deutschlernen geben.

Weitere persönliche Einblicke teile ich regelmäßig auf meiner Instagram-Seite sowie auf meinem Telegram-Kanal.