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VonBenjamin

Wortschatz B2 C1 C2: Corona, Lockdown | Deutsche Aussprache verbessern | Deutsch mit Angela Merkel

In dieser umfangreichen Lektion lernt ihr Deutsch von Angela Merkel! Wir schauen uns einen Teil ihrer Rede an. Dabei werdet ihr euren Wortschatz verbessern und viele nützliche trennbare Verben, Verben mit Präpositionen, Kollokationen und Redewendungen kennenlernen. Ziel ist es, dass ihr diesen Wortschatz einerseits versteht, andererseits jedoch auch selbst korrekt benutzen könnt. Außerdem seht ihr viele Beispiele aus anderen Videos, in denen der neue Wortschatz in authentischen Situationen verwendet wird. Mit dieser Lektion werdet ihr also auch euer Hörverstehen erhöhen und euer mündliches Sprachvermögen bzw. eure deutsche Aussprache verbessern.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Seit letztem Montag ist Deutschland ja nun wieder im Lockdown. Man will ja damit versuchen, mit der Corona-Pandemie fertig zu werden. Es mussten also erneut alle Gastronomiebetriebe und auch viele Betriebe im Bereich der Kultur schließen, was ja für viele Unternehmer aus finanzieller Sicht sehr sehr hart ist. Angesichts dessen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche dann an Unternehmer und Selbstständige gewandt, um sie über die neuen Entscheidungen der Bundesregierung zu informieren und ihnen finanzielle Unterstützung zuzusichern.

Wir schauen uns einen Teil dieser Rede von Frau Merkel an. Dabei lernt ihr jede Menge nützlicher Wörter und Ausdrücke aus dem Bereich der Wirtschaft, und zwar im Hinblick auf die aktuelle Corona-Krise. Viele dieser Wörter könnt ihr allerdings auch in anderen Situationen antreffen und dementsprechend auch selbst benutzen. Außerdem schauen wir uns natürlich genau die Aussprache an, was euch wiederum auch mit eurem Hörverstehen helfen wird. Es lohnt sich also auf jeden Fall, dranzubleiben.

Bevor wir starten, gebt dem Video doch bitte einen Daumen nach oben und aktiviert Benachrichtigungen für neue Videos. Das würde mir wirklich sehr sehr helfen und es würde mich dementsprechend auch wirklich sehr freuen.

Mit jemandem oder etwas umzugehen heißt, mit dieser Person oder Sache ohne große Schwierigkeiten fertig zu werden. Also damit klarzukommen. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen mit den Corona-Maßnahmen irgendwie umgehen. Das heißt: Er kommt nicht gut mit Kindern klar. Es handelt sich hier um ein trennbares Verb. Betont wird also nicht das Verb an sich, sondern das Präfix: umgehen, umgegangen. Außerdem haben wir hier ein typisches Beispiel für die sogenannte e-Schwa-Tilgung. Was das e-Schwa ist, behandeln wir in dem Video, jetzt hier oben rechts und statt [ˈʊmgeːǝn] – das ist die Aussprache, die man im Wörterbuch findet, mit 3 Silben (umgehen) da haben wir das e-Schwa in der letzten Silbe stattdessen würde man aber eben viel öfter die Aussprache [ˈʊmgeːn] bevorzugen. [ˈʊmgeːn] Mit 2 Silben, [ˈʊmgeːn]. Gleiches gilt auch für das Partizip 2. Statt [ˈʊmgǝgaŋǝn] ist es sehr üblich [ˈʊmgǝgaŋ] zu sagen: [ˈʊmgǝgaŋ]

Jemandem etwas abzuverlangen heißt, hohe Anforderungen an diese Person zu stellen. Wenn ich also sage. Diese Sache verlangt mir viel ab, dann bedeutet das, dass diese Sache sehr sehr schwer, sehr sehr anstrengend, sehr sehr anspruchsvoll ist, eben hohe Anforderungen an mich stellt. Ich kann damit halt nicht so einfach umgehen. Und jetzt eben in dieser aktuellen Situation wird durch die Maßnahmen der Regierung der Wirtschaft viel abverlangt. Also es werden hohe Anforderungen an die Wirtschaft gestellt. Bei diesem Verb gilt einiges zu beachten, was die Aussprache betrifft. Wir schauen uns dazu mal die häufigsten Formen an, in denen dieses Verb überhaupt benutzt wird: abverlangt In dieser Form wird das Verb mit Abstand am häufigsten benutzt. Auch Frau Merkel hat es in dieser Form benutzt. Ihr werdet es also in den meisten Fällen in dieser Form irgendwo dieses Werb antreffen und dementsprechend am wahrscheinlichsten auch in dieser Form selbst verwenden. Das kann ja nicht nur das Partizip 2 sein, das wir für das Perfekt, Plusquamperfekt und Passiv brauchen, sondern auch die 3. Person Singular (er/sie/es) und die 2. Person Plural (ihr). Und zwar immer genau dann, wenn das Verb in einem Nebensatz vorkommt, weil es ja dann nicht getrennt wird. Das Präfix trägt die Betonung und wird somit am lautesten ausgesprochen. Es ist allerdings trotzdem kurz. Wichtig ist hier die Auslautverhärtung, d.h. wir sprechen ein P. Statt des B, was wir schreiben. Die beiden anderen Silben werden sehr schnell ausgesprochen. Zunächst ver-. Nur zwei Laute: der F-Laut [f] und das a-Schwa [ɐ]. Verbinden wir das nun mit dem Präfix ab-, dann klingt das so:[ˈapfɐ]. Zum Schluss noch: [laŋt] – mit dem nasalen Laut [ŋ]. [ˈapfɐlaŋt]. Im Wörterbuch findet man die Aussprache: [ˈapfɛɐ̯laŋt] – [fɛɐ̯]. Das würde man so allerdings nur sagen, wenn man dieses Wort ausdrücklich hervorheben will. Im Normalfall also nur mit dem a-Schwa: [fɐ]. nicht: [ˈapfɛɐ̯laŋt], sondern [ˈapfɐlaŋt]. Hier sind ein paar Beispiele mit dieser Wortform. Die zweithäufigste Form, in der man dieses Verb antreffen kann, ist: abverlangen. Das kann ja der Infinitiv sein, offensichtlich. Oder auch die wir-Form und die sie-Form im Plural, wenn das Verb wieder im Nebensatz vorkommt. Denn dann trennen wir es ja nicht. Aussprache: [ˈapfɐlaŋ]. Wir haben auch hier wieder eine e-Schwa-Tilgung, da es viel gängiger ist, zu sagen: [ˈapfɐlaŋ] statt [ˈapfɐlaŋǝn]. In der wir-Form kommt dieses Verb übrigens eher selten vor. Wenn wir diese Form antreffen, dann handelt es sich also meistens um die sie-Form im Plural, oder den Infinitiv. Hier kommen Beispiele: verlangt … ab. Das kann ja wie schon gesagt die 3. Person Singular (er/sie/es) und die 2. Person Plural (ihr) sein, allerdings wird es am meisten in der 3. Person Singular so benutzt. Und wir müssen es ja trennen, wenn es im Hauptsatz vorkommt. Also das ist eigentlich dieselbe Form, wie ABVERLANGT, aber jetzt einfach, wenn es im Hauptsatz benutzt wird. Verlangen … ab. Das wäre dann die 1. Person Plural (wir) oder die für dieses Verb relevantere Form, nämlich die 3. Person Plural (sie). Auch wieder, wenn wir es im Hauptsatz verwenden. In beiden Fällen ist drauf zu achten, dass man das Präfix klar artikuliert, mit einem Knacklaut, also einer klar erkennbaren Pause davor. Zum Beispiel: Die Hauptbetonung liegt in diesem Satz nicht auf dem Präfix, sondern auf dem Nomen „Geduld“. Trotzdem ist das Präfix „ab“ klar zu hören.

Unter einem Spitzenverband versteht man ein Zusammenschluss von Menschen gleicher Gesinnung, oder mit dem gleichen Ziel. Also in dem Fall ein Zusammenschluss von Arbeitgebern, die eben alle zusammen zu einem bestimmten Zweck zusammen arbeiten. In diesem Fall haben wir also Spitzenverbände der Arbeitgeber. Das sind dann also alles Arbeitgeber, die alle zusammen in dieser einen Organisation zusammengeschlossen sind. Eine Auswirkung ist der Effekt oder Einfluss bzw. auch die Folge, die eine Sache auf eine andere Sache hat. Die Corona-Krise hat beispielsweise viele negative Auswirkungen auf die Wirtschaft. Beeinflusst die Wirtschaft also im negativen Sinne. Bei diesem Nomen betonen wir das Präfix: Aus- [ˈaʊ̯svɪɐ̯kʊŋ]. Dieses Nomen endet ja außerdem auf -ung. Im Plural haben wir ja dann -ungen. In der Regel sprechen wir bei Nomen mit dieser Endung -ung aber die Pluralform genauso wie die Singularform aus. Und so ist es eben auch hier: [ˈaʊ̯svɪɐ̯kʊŋ] – sowohl für den Singular als auch für den Plural. Hier sehen wir das in der Praxis. Frau Merkel hat gesagt, dass sie Beratung mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber plant und sie möchte eben mit ihnen eben darüber beraten, wie sie die Auswirkungen der Krise weiter abfedern können. Also die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft sollen abgefedert werden. Das heißt, man möchte diese schlechten oder unbeabsichtichten Folgen vermeiden. Ja? Also man hat ja jetzt diese Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung vor der Ausbreitung des Virus zu schützen, um das Gesundheitsystem nicht zu überlasten usw. Und damit verbunden sind aber eben auch negative Auswirkungen.

Diese negativen Auswirkungen möchte man natürlich so gering wie möglich halten. Das heißt, man möchte diese negativen Auswirkungen abfedern. Ähnlich wie bei dem Verb „abverlangen“ betonen wir auch hier das Präfix. Das Präfix ab- wird übrigens immer betont. Deswegen sind auch alle Verben, die dieses Präfix haben, trennbar. Und wir haben auch hier wieder diese drei Laute am Anfang: [ˈapf]. Wie bei dem Wort Apfel. Außerdem haben wir in der letzten Silbe das a-Schwa. Und jetzt gibt es wieder diese 2 Möglichkeiten: [ˈapfeːdɛɐ̯n] oder [ˈapfeːdɐn]. Wir bevorzugen die zweite, ja? Das hatten wir auch vorhin schon. Statt [ɛɐ̯] also einfach nur das a-Schwa: [ˈapfeːdɐn].

Bund und Länder. Das ist eine oft benutzte Kollokation und diese Kollokation werdet ihr wahrscheinlich nicht so oft in eurem Land hören. Es sei denn es handelt sich auch um einen föderalistischen Staat. Wie z.B. Deutschland oder Österreich. Nur in solchen Staaten macht das Sinn von Bund und Ländern zu sprechen. Und mit dem Bund meint man dann immer den gesammten Staat in Gegensatz zu den einzelnen Bundesländern. Ja? Die Länder sind dann die Bundesländer. Also z.B. haben wir das ja auch in vielen Komposita. Wie z.B.: Das wäre Berlin, usw. Beispiel mit dieser Kollokation: Weitreichend ist ein Adjektiv, kann auch als Adverb verwendet werden und bedeuted: für einen großen Bereich wichtig. Beschließen heißt übrigens: nach gründlicher Beratung und Überlegung eine verbindliche Entscheidung zu treffen. Wenn ich also sage: Bund und Länder haben weitreichende Beschrenkungen beschlossen, dann heißt das, sie haben über diese Beschrenkungen diskutiert, sie haben überlegt, was Sinn macht, was eher nicht Sinn macht und am Ende haben sie eine verbindliche Entscheidung getroffen.

Konsequent ist auch wieder ein Adjektiv, wird aber häufiger als Adverb verwendet und eher seltener als Atribut. Das heißt. Es wird eher häufiger mit Verben zusammen verwendet und eher seltener mit Nomen zusammen. Und konsequent bedeutet: Etwas passiert so, dass eine Sache nicht verändert bzw. beeinflusst wird. Frau Merkel hat gesagt, wir müssen schnell und konsequent handeln. Also wir müssen schnell handeln auf der einen Seite und auf der anderen Seite müssen wir auch so handeln, dass wir unsere Handlungsweise, unser Verhalten nicht die ganze Zeit verändern. Also wir müssen einer Linie folgen. Dieses Wort wird auf der letzten Silbe betont: [ˌkɔnzǝˈkvɛnt]. Genau genommen gibt es für dieses Wort zwei Aussprachevarianten: [ˌkɔnzǝˈkvɛnt] mit dem e-Schwa in der zweiten Silbe. Diese Aussprache hört man öfter. Allerdings ist auch die Aussprache [ˌkɔnzeˈkvɛnt] durchaus üblich, mit einem sogenannten gespannten E, aber trotzdem ist das E kurz.

Rapid ist auch wieder ein Adjektiv und kann sowohl Atributiv, also vor Nomen als auch adverbiel, also mit Verben zusammen benutzt werden. Es bedeutet schnell und unaufhaltsam. Es ist also quasi ein Synonym zu schnell. Typische Kollokationen sind: Ein rapider Anstieg, das rapide Wachstum.

Wenn etwas überlastet ist, dann muss es zu viel aufnehmen, oder bewältigen. Beispielsweise wird seit Jahren im Stadtzentrum Münchens ein zweiter S-Bahn-Tunnel geplant, da der bestehende S-Bahn-Tunnel überlastet ist. Durch diesen Tunnel fahren alle S-Bahn-Linien der Stadt München. Es ist Wahnsinn. Also wenn ihr schon mal in München wart, dann werdet ihr das vielleicht auch gesehen haben. Wenn ihr da an einer S-Bahn-Station im Zentrum steht, da kommt wirklich jede Minute eine S-Bahn. Es können also nicht mehr S-Bahnen durch diesen Tunnel durchfahren. Und trotzdem, obwohl dieser Tunnel also an seiner Kapazitätsgrenze ist, müssten eigentlich noch mehr S-Bahnen fahren, um diesen ganzen Fahrgastufkommen gewachsen zu sein. Deswegen plant man eben einen zweiten Tunnel. Im März 2020, war das italienische Gesundheitsystem schnell überlastet. Wir betonen hier nicht das Präfix, sondern den Stamm: [ˌyːbɐˈlastət] Dadurch haben wir hier das Phänomen, dass wir das Präfix sehr sehr schnell aussprechen. Aus dem langen Ü wird dann also oft ein kurzes Ü. Es bleibt aber trotzdem gespannt: [ˌybɐˈlastət].

In erster Linie bedeutet: hauptsächlich. Betonung auf dem Wort „erster“. Dieses Wort wird in der Regel in dieser Phrase auch deutlich von der Präposition „in“ abgegrenzt, nämlich durch den Knacklaut: [ɪn ˈʔɛɐstɐ ˌliːniǝ̯]. Wenn diese Phrase in der Satzmitte oder am Satzende auftritt, dann verkürzt man sehr sehr oft die Präposition „in“ und verbindet sie mit dem Wort davor. Das ist ja ein Funktionswort, eben eine Präposition. Und wie wir bereits wissen, werden ja Funktionswörter in der Regel stark verkürzt. So, und obwohl diese Präposition mit einem Vokal beginnt, wo wir ja eigentlich am Anfang auch den Knacklaut hören müssten, haben wir den hier in diesem Fall eben ganz oft nicht, weil wir die Präposition „in“ eben mit dem Wort davor verbinden. Außerdem wird der Vokal oft so stark reduziert, dass eigentlich nur noch das N übrig bleibt, also einfach [n] statt [ɪn].

Sagt mir bitte mal in den Kommentaren, welche Wörter neu für euch waren. Wenn euch diese Art zu lernen übrigens gefällt, dann empfehle ich euch, meiner Akademie beizutreten. Dort gibt es jede Menge solcher Videos wie dieses hier. Außerdem zu jedem Video eine Übersicht über den neuen Wortschatz mit vielen vielen Beispielen sowie einem handlichen Shadowing-Tool zum Trainieren eurer Aussprache und Reduzierung eures Akzentes, das ihr nirgendwo anders im Internet findet. Unter dem Video hier in der Beschreibung findet ihr den Link zur Webseite meiner Akademie. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

 

VonBenjamin

Deutsche Aussprache verbessern: Langes vs. kurzes I | Deutsche Vokale

Im heutigen Video über die deutsche Aussprache behandeln wir die Vokale [i] und [ɪ]. Wir gehen dabei auf den offensichtlichen Unterschied zwischen kurz oder lang ein. Allerdings werdet ihr auch mehr über gespannte und ungespannte Vokale lernen. Außerdem lernt ihr eine nützliche Redewendung und eine formelle Kollokation.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Das ist das zweite Video meiner neuen Serie über deutsche Vokallaute. In dem ersten Video ging es ja um das e-Schwa. Wenn ihr das gerne sehen wollt, dann klickt einfach mal hier oben drauf. Da kommt ihr direkt zu diesem Video und könnt euch dort alle anderen Videos dieser Serie anzeigen lassen.

Heute geht es um den kurzen I-Laut. Wenn ihr euch jetzt fragt: wieso kurzer I-Laut? I ist doch I. Dann muss ich euch tatsächlich enttäuschen. Es gibt nämlich tatsächlich zwei unterschiedliche I-Laute im Deutschen. Den kurzen und den langen. Und diese beiden unterscheiden sich nicht nur in ihrer Länge, sondern auch in der Aussprache. Es sind wirklich zwei unterschiedliche Laute. Wir beschäftigen uns heute mit dem kurzen I-Laut, weil es den langen I-Laut in den meisten anderen Sprachen auch gibt. Der dürfte also kein großes Problem darstellen. Ich gehe trotzdem kurz auch auf den langen I-Laut ein, vor allem, um den Unterschied zu verdeutlichen. Aber der Fokus soll hier eben auf dem kurzen I-Laut liegen. Hier seht ihr erstmal, wie die beiden Laute in der Lautschrift aussehen. Diese Lautschrift brauchen wir, da wir an der normalen Schreibweise im Deutschen nicht immer erkennen können, welcher Laut auszusprechen ist. Es gibt ein gespanntes I, so nenne ich das jetzt mal, weil der Mund da gespannt ist. Also nicht entspannt. Das ist meistens lang. In der deutschen Sprache. Und auf der anderen Seite gibt es ein entspanntes I. Das nenne ich so, weil da der Mund halt entspannt ist. Das ist immer kurz im Deutschen. Von diesem entspannten I gibt es also keine lange Version. So, jetzt hören wir die beiden Laute nochmal nacheinander. Zuerst den langen, dann den kurzen. Achtet mal auf meinen Mund. Da seht ihr mit Sicherheit, dass es bei dem langen I so aussieht, als würde ich lächeln und bei dem kurzen I nicht. Also da sieht es nicht so aus, als würde ich lächeln. Bei dem kurzen I-Laut ist mein Mund ganz entspannt. Und das liegt nicht an der Länge. Ich spreche jetzt mal den langen I-Laut einfach kurz aus und danach den richtigen kurzen I-Laut.

Der Unterschied ist subtil. Das ist vielleicht eine gute Kollokation für euch zum Lernen: ein subtiler Unterschied. Das ist ein ganz kleiner Unterschied, der aber doch wichtig ist. Man sagt auch, das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Für einige von euch ist der Unterschied vielleicht so klein, dass es ihnen gar keine Schwierigkeiten macht, oder dass sie es gar nicht merken. Aber ich dachte mir halt, wenn wir uns schon mit der Aussprache von deutschen Vokalen beschäftigen, dann sollte man das schon auch mal erwähnt haben. In jedem Fall ist es für euch wichtig, dass ihr zwischen dem kurzen und dem langen I-Laut unterscheiden könnt und beide richtig aussprechen könnt. Denn es gibt ja Wörter, wo das eben wirklich einen Unterschied macht. Hier sehen wir solche Wörter. Das sind Minimalpaare, d.h. sie unterscheiden sich in nur einem Laut. In diesem Fall haben wir Minimalpaare, die sich dahingehend unterscheiden, dass in dem einen Wort (links) der lange I-Laut und in dem anderen Wort (rechts) der kurze I-Laut ausgesprochen wird: bieten – bitten. Und vergesst bitte nicht auch nachzusprechen. Nicht nur anzuhören, was ich sage, sondern wirklich auch nochmal zu wiederholen um das zu trainieren. Miete – Mitte, siezen – sitzen, ihn – in, ihm – im, ihre/Ire – irre.

Ein Ire ist übrigens jemand aus Irland. In diesen beiden Wörtern kann man auch den Unterschied hören. IRE – lang. IRLAND – kurz. Und IRRE, das kann ein Adjektiv sein. Dann heißt es verrückt. „Du bist ja verrückt! Du bist ja irre!“ So kann man das benutzen. Es kann aber auch eine Form des Verbs „irren“, oder „sich irren“ sein. Man könnte sagen: „Vielleicht irre ich mich, aber ich denke das ist so“. Also das bedeutet vielleicht liege ich falsch, vielleicht habe ich Unrecht, aber ich denke es ist so. Hier sind noch ein paar weitere Wörter, die zwar keine Minimalpaare sind, also sich in mehr als einem Laut unterscheiden, aber trotzdem sehr ähnlich klingen und wo eben der Unterschied zwischen dem langen und kurzen I-Laut zu hören ist: riechen – richten, Ironie – ironisch (hier geht es um das zweite I, also am Ende) und noch: wir – wird.

In einigen Funktionswörtern wie z.B. Pronomen, wird der eigentlich lange I-Laut manchmal kurz ausgesprochen. Das ist dann nicht der richtige kurze I-Laut, der typische deutsche, sondern eigentlich der I-Laut, der normalerweise lang sein müsste und nur deshalb verkürzt ist, weil man schnell spricht. So sagt man zum Beispiel: „ihm“ hat ja eigentlich ein langes I. Es ist aber ein Funktionswort. Und Funktionswörter sind, wie wir wissen, meist unbetont und werden sehr schnell ausgesprochen. Deshalb ist das in normaler, gesprochener Sprache dann so, dass der Laut einfach verkürzt wird. Und daran sieht man eben auch wieder, dass das normale lange I und das normale kurze I wirklich zwei unterschiedliche Laute sind. Weil wir ja hier in dem Wort „ihm“ nicht das richtige kurze I aussprechen, sondern eben den Laut, der normalerweise das lange I repräsentiert, und den sprechen wir hier halt so schnell aus, dass er verkürzt wird. Also man sagt halt nicht: „Wie geht’s im?“ Das wäre das richtige kurze I, das ist aber falsch, sondern „Wie geht’s ihm?“ Und in einigen Fremdwörtern passiert genau dasselbe. Zum Beispiel: Chemie – langes I Chemikalie – das ist das gespannte I, also derselbe Laut, der normalerweise eben das lange I repräsentiert nur kürzer ausgesprochen Es ist kurz, aber trotzdem gespannt. Typisch für einige Fremdwörter. Aber: Chemiker – hier haben wir das typische kurze I. Das ist eben der Laut, wo der Mund entspannt ist. Nochmal der Unterschied. Ganz ganz kleiner Unterschied, aber doch wichtig. Andere Fremdwörter, bei denen wir das gespannte I kurz aussprechen, wären z.B. wieso – obwohl man hier ie schreibt, spricht man wirklich ein kurzes [i], aber es ist halt das gespannte [i]. Wie schon gesagt, das sind kleine, aber feine Unterschiede. Aber wer sich mit der Aussprache beschäftigt, sein Hörverstehen und seine Aussprache verbessern will, der kommt da nicht drum rum. Das bedeutet, der hat keine Wahl, er muss sich halt auch kurz mal damit auseinandersetzen.

Wenn ihr andere Wörter kennt mit diesen Phänomenen oder bei bestimmten Wörtern vielleicht nicht sicher seid, welcher I-Laut auszusprechen ist, dann schreibt sie gerne in die Kommentare. Im nächsten Video dieser Serie geht es dann um den Ä-Laut, den wir übrigens nicht nur für Wörter mit dem Buchstaben Ä, also A-Umlaut, brauchen. Abonniert am besten meinen Kanal und aktiviert Benachrichtigungen, indem ihr dann auf die kleine Glocke da klickt, damit ihr das nächste Video direkt anschauen könnt, wenn ich es veröffentliche. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Modalpartikel ETWA / DOCH NICHT ETWA | Wortschatz B2 C1 C2 | Deutsche Aussprache

Um wie ein deutscher Muttersprachler zu klingen, verwendet Modalpartikeln und reduziert bzw. verbindet Wörter. In diesem Video behandeln wir die Modalpartikel ETWA und die Kollokation DOCH NICHT ETWA. Ihr lernt, wann ihr es benutzt und wie ihr es richtig und schnell aussprechen könnt. Somit werdet ihr euren Wortschatz erweitern und eure Aussprache verbessern.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Vor Kurzem habe ich auf Instagram und TikTok ein Video veröffentlicht, in dem ich 5 Sätze für den Sommer vorgestellt habe. Falls ihr das nicht gesehen habt, verlinke ich euch das unten in der Beschreibung. Daraufhin gab es dann viele Fragen zu den Redewendungen, zu den umgangssprachlichen Ausdrücken, zu einer nicht so oft in Lehrbücher anzutreffenden grammatikalischen Struktur und auch zu der Modalpartikel „etwa“. Da immer wieder gesagt wird, dass Modalpartikeln so schwierig sind, dass sie so typisch deutsch sind und viele von euch nicht genau wissen, wie man sie richtig verwendet, möchte ich euch im heutigen Video erklären, was die Modalpartikel „etwa“ bedeutet. Also wann man das sagt und wie das im Satz klingt. Generell ist es ja sehr wichtig, dass man neue Wörter mit Hilfe von Erklärungen in deutscher Sprache lernt. Dass man sie sich im Kontext anschaut und dass man sich mit der Aussprache und der Betonung dieser Wörter beschäftigt. Und bei Modalpartikeln ist das besonders wichtig, da es dafür meistens gar keine Übersetzung in andere Sprachen gibt und in der Regel gibt es auch kein Synonym, also zumindest kein einziges Wort, was dieselbe Bedeutung hat. Und je nachdem, wie man sie betont, kann sich auch die Bedeutung ändern. Wenn ihr dieses Video bis zum Ende anschaut, verbessert ihr eure Aussprache, euer Hörverständnis und ihr lernt euch wie ein Muttersprachler auszudrücken. Bleibt also dran!

Wir beginnen also mit der Aussprache. ETWA. Das Wort hat zwei Silben. Beide Silben haben jeweils nur zwei Laute. Die erste Silbe ist betont. Sie beginnt mit einem kurzen [ɛ] – wie der Umlaut Ä, aber kurz. und sie endet mit einem [t].[ˈɛt] Das klingt wie dieses Symbol hier: @. Die zweite Silbe ist unbetont, sie beginnt mit einem W-Laut [v] und endet mit einem kurzen [a], [va]. Bei dem T befindet sich die Zungenspitze ganz vorne im Mund, direkt hinter den oberen Schneidezähnen. [t] Die Luft strömt nach außen, [t]. Der Mund ist dabei ganz leicht geöffnet. [t] Bei dem Übergang vom T zum W also vom [t] zu [v] wandert die Zunge einfach nur nach unten. Also beim [t] ist sie hinter den oberen Schneidezähnen und beim [v] ist sie dann hinter den unteren Schneidezähnen. Und die oberen Schneidezähne, die berühren jetzt die Unterlippe. Versucht mal diesen Übergang vom [t] zum [v]. So viel zur Aussprache.

Kommen wir nun zur Bedeutung. Das Wort kann nicht nur als Modalpartikel, sondern auch als Adverb fungieren. Heute geht es uns nur um die Modalpartikel. Zu dem Adverb ETWA mache ich später ein anderes Video. Wenn ihr das sehen wollt, abonniert am besten meinen Kanal und aktiviert Benachrichtigung. Dann verpasst ihr dieses Video nicht. Als Modalpartikel wird das Wort ETWA in Ja/Nein-Fragen verwendet. Man drückt damit aus, dass man überrascht, oder auch erstaunt oder entsetzt ist, bzw. dass man sich Sorgen macht, oder dass man etwas nicht glaubt. Etwas klingt total unglaublich, wie als könnte es nicht Wahr sein. Und eigentlich hofft man bzw. erwartet man, dass die Frage, die man stellt, dann in der Antwort verneint wird. Stellt euch zum Beispiel mal vor, ihr sitzt mit Freunden irgendwo draußen in einem Park, es sind 25 Grad, also eigentlich ziemlich angenehm warm und einer eurer Freunde zieht sich plötzlich eine Jacke an. Dann könntet ihr sagen: Frierst du etwa? Ist dir etwa kalt? Also ihr könnt euch in dieser Situation einfach nicht vorstellen, dass er friert, also dass ihm kalt ist. Weil es sind ja 25 Grad und ihr denkt euch: Das ist doch nicht kalt. Das ist doch total angenehm. Frierst du etwa? Ist dir etwa kalt? Man könnte auch sagen: Du frierst doch nicht etwa. Dir ist doch nicht etwa kalt. Dann wird das immer in dieser Kollokation benutzt. Also immer diese drei Wörter zusammen: Doch nicht etwa. Das bedeutet genau dasselbe, ist dann aber von der Grammatik her kein Fragesatz mehr. Es hat aber genau dieselbe Bedeutung wie die Frage. Man erwartet dann also eigentlich auch eine Antwort. Man könnte am Ende noch „oder“ hinzufügen. Du frierst doch nicht etwa, oder? Dir ist doch nicht etwa kalt, oder?

Oder noch ein anderes Beispiel: Ich lebe ja in Tschechien, was ja nicht so üblich ist für Deutsche. Und wenn ich jemanden kennenlerne und die Leute erfahren dann, dass ich eben in Tschechien lebe, dann stellen die mir manchmal diese Frage: Kannst du etwa auch Tschechisch? Ja, sie sind auch überrascht und sie können sich nicht vorstellen, dass ich diese ja eher seltene Sprache gelernt habe. Vor allem als Deutscher. Manche sagen dann eben auch: Du kannst doch nicht etwa Tschechisch, oder? Vor drei Jahren war ich im Urlaub in Athen. Und ich komme ja aus Dresden. Und als wir unter der Akropolis dann in Athen standen, haben wir eine Schulklasse gesehen. Die haben alle Deutsch gesprochen. Und meine Oma, die war auch da mit im Urlaub. Sie meinte plötzlich zu mir, dass sie einen der Jungs aus dieser Schulklasse kennt. In Athen! Und eigentlich sind wir alle aus Dresden. Und meine Reaktion war dann: Die kommen doch nicht etwa aus Dresden! Ich hätte auch sagen können: Kommen die etwa aus Dresden?

Achtet auch auf den Unterschied in der Betonung zwischen diesen beiden Formulierungen. Hört ihr den Unterschied in der Intonation? Wir gehen jetzt nochmal zurück zur Aussprache. Wenn wir schon dabei sind. Dazu schauen wir uns nochmal diese beiden Sätze an. Ist dir etwa kalt? Frierst du etwa? In der Regel ist diese Modalpartikel ETWA unbetont. Man spricht sie also ganz kurz und ganz schnell aus. Hört mal genau zu. Wenn man sich in normaler muttersprachlicher Geschwindigkeit unterhält, reduziert sich das Wort auch oft zu [tva]. Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum man manchmal denkt, dass Deutsche sehr schnell sprechen. Weil wir eben viele so kleine Wörter nicht immer vollständig aussprechen, sondern reduzieren. Hören wir uns das mal in 60% Geschwindigkeit an.

Ja, also hier sage ich eigentlich gar nicht: ETWA. Das [ˈɛ] fällt eigentlich weg und ich sage nur: [tva]. Im zweiten Satz haben wir übrigens eine Besonderheit. Und zwar steht die Modalpartikel ETWA hier am Satzende. In diesem Fall ist sie nicht so unbetont. Sie ist auch nicht wirklich stark betont, aber auf jeden Fall ist sie etwas lauter und deutlicher zu hören, als im ersten Satz. Hören wir uns nochmal die beiden Sätze in 60% Geschwindigkeit an. Achtet mal darauf, dass sie im zweiten Satz, also in der Frage, diese Modalpartikel ein bisschen stärker, ein bisschen lauter ausgesprochen wird. Also: in der Regel ist die Modalpartikel ETWA unbetont, wird sehr schnell und sehr kurz gesprochen, oft auch zu [tva] reduziert [tva]. Wenn sie aber am Satzende ist, ist sie ein bisschen lauter.

Jetzt zu der Kollokation: DOCH NICHT ETWA. Dir ist doch nicht etwa kalt. Die vollständige Aussprache aller drei Wörter wäre: [dɔx nɪçt ˈɛtva] Da das aber alles zusammengehört, also quasi alle zusammen eine Einheit bilden, werden diese drei Wörter wie ein einziges Wort ausgesprochen. Das liegt daran, dass alle drei Wörter Partikeln sind, sprich: das sind Funktionswörter, keine Inhaltswörter. Solche Funktionswörter werden im Deutschen in der Regel schnell, unbetont und reduziert ausgesprochen. Und wenn es wie hier mehrere Funktionswörter hintereinander gibt, dann verbinden die sich miteinander. In einer normalen Gesprächssituation. Also nicht geskriptet, nicht wenn man einem kleinen Kind etwas ganz deutlich sagen oder erklären will. Sondern wirklich in einer ganz normalen Situation würde kein deutscher Muttersprachler sagen: Sondern DOCH reduziert sich zu [dɔ]. Das CH, also dieses [x] fällt einfach weg. NICHT reduziert sich zu [nɪç], was übrigens total typisch ist für die deutsche Sprache. Nicht nur in diesem Beispiel. Wenn ihr mal drauf achtet, z.B. in meinen Videos oder auch woanders, werdet ihr merken, dass nur selten wirklich NICHT gesagt wird, mit dem T. Meistens sagt man: [nɪç] Aber zurück zu unserer Kollokation. Wir fügen jetzt das [dɔ] und das [nɪç] zusammen: Ganz schnell das ganze. Das ETWA kommt direkt hinten dran, ohne Knacklaut. Das heißt ohne Pause sozusagen. Alles klingt wie ein einziges Wort. Und natürlich ist das alles unbetont im Satz. Hören wir uns diesen Satz noch mal in 60% Geschwindigkeit an.

Übrigens, wenn so was jemand zu euch sagt, müsst ihr aufpassen, wie ihr antwortet. Ist dir etwa kalt? – Ja, weil wir schon so lange hier im Schatten sitzen. Das ist eine Ja/Nein-Frage. Ihr antwortet dann also mit JA oder NEIN. Dir ist doch nicht etwa kalt, oder? – Doch, weil wir schon so lange hier im Schatten sitzen. Das ist ja keine Frage, sondern eine verneinte Aussage. Darauf antwortet ihr also mit DOCH oder NEIN.

Hier ist ein wichtiger Tipp: Hört euch die Beispiele aus diesem Video bitte nochmal an, macht immer wieder Pause dazwischen und sprecht das nach. So gewöhnt ihr eure Mundmuskulatur und eure Zunge an diese Lautkombinationen und Wortkombinationen. Wenn ihr das so macht und auch diese reduzierten Formen wirklich so aussprecht, dann klingt ihr sozusagen richtig deutsch, ihr sprecht automatisch schneller und es wird euch auch leichter fallen. Und ich habe eine Frage an euch. Würdet ihr verstehen, wenn jemand das zu euch sagen würde? Deutsch ist doch nicht etwa eine Fremdsprache für dich! Ich sage es nochmal. Würdet ihr das verstehen? Wie würdet ihr darauf reagieren? Schreibt es mir bitte mal unten in die Kommentare rein. Und klickt bitte auf den Daumen nach oben, wenn ihr der Meinung seid, dass dieses Video auch für andere Menschen nützlich sein könnte.

Danke euch. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Sprachliche REDUZIERUNG von Endungen im Plural | Deutsch C2 C1 B2 B1

Sprachliche Reduktionen bzw. Reduzierungen sind ja, wie wir schon wissen, das A und O, wenn man akzentfrei Deutsch sprechen will. Daher behandeln wir auch heute wieder eine häufige Reduzierung im Deutschen. Konkret geht es um feminine Nomen mit den Endungen -UNG und -TION sowie deren Pluralformen -UNGEN und -TIONEN.

Alle Informationen finden Sie auch nochmal übersichtlich auf unserer Webseite zusammengefasst. Moment, alle und dann sollte ein Pluralwort kommen. Also alle Informationen, oder?

Und damit hallo und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle Fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und ihre deutsche Aussprache verbessern wollen. Und heute geht es uns eben um Nomen mit der Endung -TION und andererseits auch um Nomen mit der Endung -UNG.

Das erste, was man natürlich wissen sollte ist, dass diese Nomen immer Feminin sind. Also immer den Artikel die bekommen. Die Information, die Situation, die Position, beispielsweise. Das betrifft auch die Nomen mit der Endung -UNG, ja. Die Zeitung, die Hoffnung, die Rechnung und so weiter. Was man auch wissen sollte ist, dass die Pluralform von diesen Nomen immer -EN ist. Das heißt im Plural bekommen diese Nomen immer die Endung -EN, ja. Zum Beispiel eine Rechnung, zwei Rechnungen, eine Information, mehrere Informationen.

Jetzt habe ich das sehr sehr deutlich gesagt. Wirklich sehr sehr deutlich. Denn wenn ich normal sprechen würde, dann würde das so klingen: eine Information, mehrere Informationen. Habt ihr einen Unterschied gehört? Ich hoffe nicht, denn da war keiner. Ich habe nämlich beide Formen, das heißt sowohl die Singularform als auch die Pluralform gleich ausgesprochen und zwar so als wäre da gar keine Endung. Als wäre da gar nicht mehr die Endung -EN. Und das ist genau der Punkt. Wenn wir normal sprechen, das heißt, wenn wir nicht gerade unterrichten, oder eine Präsentation halten, oder besonders deutlich sprechen wollen, sondern wir sprechen einfach ganz normal. Dann sprechen wir die Singular- und Pluralform von Nomen mit der Endung -UNG, bzw. nun mit der Endung -TION gleich aus. Man hört also keinen Unterschied zwischen Singular und Plural.

Das heißt, das Beispiel am Anfang war völlig richtig. Alle Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Alle Informationen, ja. Informationen. Warum ist das so? Dazu eine ganz ganz kurze Erklärung. Wir wissen ja eigentlich schon, dass wir die Endungen im Deutschen, diese Endungen -EN sehr oft, wenn wir normal sprechen, verschlucken sozusagen, ja. Jetzt zum Beispiel habe ich auch gesagt verschlucken und nicht verschlucken. Verschlucken sondern verschlucken, ja? Also sehr sehr verkürzt und auch verbunden mit dem Laut, der davor kommt. Und was passiert jetzt hier in diesen Nomen, die die Endungen -UNG, oder -TION haben? Na ja da haben wir ja am Ende auch den Laut [n]. Zum Beispiel in dem Wort Information und in allen anderen Nomen mit der Endung -TION, ja. Da haben wir am Ende [n]. Und wenn jetzt zu diesem [n] noch diese kurze, sehr sehr reduzierte, sehr stark reduzierte verkürzte verschluckte Endung [n] dazu kommt. Ja dann, dann können wir sie auch gleich weglassen, weil davor ja sowieso schon [n] ist, ja. Dann ist die Endung einfach nicht mehr zu hören.

Also eine Information, mehrere Informationen. Und etwas ähnliches passiert im Grunde bei Nomen mit der Endung -UNG, ja. Zum Beispiel eine Endung, mehrere Endungen. Auch kein Unterschied zu hören. Der einzige Unterschied, den wir ja jetzt hier haben im Vergleich zu den Nomen mit -TION am Ende, dass wir bei -UNG am Ende kein [n] eigentlich haben. Also nicht diesen Laut, der hier vorne gebildet wird [n], sondern [ŋ].
Ich kann meinen Mund öffnen. Das ist ein nasaler Laut. Das heißt der Mund kann geöffnet werden, die ganze Luft geht durch die Nase raus, ja. Wenn ich die Nase zumache, dann kann ich den Laut nicht aussprechen. Betrifft sowohl das [n] als auch das [ŋ], aber dieses [ŋ] wird zusätzlich noch hier hinten gebildet. Ist also ein Laut, der eher hier hinten entsteht und nicht vorne, ja. Und was passiert jetzt ganz einfach. Er verbindet sich auch mit dieser Endung, ja. Und die Zunge sagt sich einfach: ich bleibe lieber hier hinten in der Position und werde mir jetzt nicht die Arbeit machen für so eine unbetonte Silbe, für so eine Endung, die sowieso unbetont ist, sehr stark verkürzt wird. Dann werde ich jetzt nicht noch meine Position ändern und von [ŋ] zu [n] wechseln, wenn doch beide Laute sowieso ziemlich ähnlich klingen, ja. Deswegen bleibt die Zunge einfach in ihrer Position hier hinten und wir sagen eine Zeitung, eine Rechnung, oder eben auch mehrere Zeitungen, mehrere Rechnungen, mehrere Endungen, ja. Also merkt euch! Nomen mit der Endung -TION und nur mit der Endung -UNG klingen im Singular und im Plural völlig gleich.

Das war’s für heute, ich hoffe das Video hat euch geholfen. Wenn ja, würde ich mich natürlich freuen, wenn ihr einen Daumen nach oben geben könntet und meinen Kanal abonniert, gerne mit Benachrichtigungen. Klickt dazu einfach einmal auf abonnieren und dann noch auf dieses kleine Glöckchen. Dann bekommt ihr auch immer eine Benachrichtigung, wenn ich ein neues Video hochlade. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Intensives Hören: Lange und kurze Vokale

Im Deutschen gibt es ja bekanntlich lange und kurze Vokale. Daneben unterscheiden wir auch zwischen gespannten und ungespannten Vokalen. Bevor man seine Aussprache verbessern, also diese Unterschiede selbst produzieren kann, muss man erstmal in der Lage sein, diese beim Hören zu erkennen. Denn wie soll man etwas selbst sagen, wenn man es noch nicht mal hören kann? Deshalb habe ich für euch ein Aussprachetraining mit 100 Wörtern zum intensiven Hören vorbereitet. Eure Aufgabe ist es dabei, zu erkennen, ob die Vokale lang oder kurz bzw. gespannt oder ungespannt gesprochen werden. Ich wünsche euch viel Spaß beim Aussprachetraining und freue mich über euer Feedback in den Kommentaren!

    1. lachen – [a]
    2. spielen – [iː]
    3. Fühl mal! – [yː]
    4. wöchentlich – [œ]
    5. das Gen – [eː]
    6. die Cola – [oː]
    7. wir siezen uns – [iː]
    8. ich hoffe – [ɔ]
    9. Österreich – [øː]
    10. des – [ɛ]
    11. zu sehen – [ʊ]
    12. zusehen – [uː]
    13. wenn – [ɛ]
    14. die Löhne – [øː]
    15. sie redet – [eː]
    16. Köln – [œ]
    17. offen – [ɔ]
    18. die Rehe – [eː]
    19. verärgert – [eː]
    20. beschießen – [iː]
    21. der Kohl – [oː]
    22. sie nörgeln – [œ]
    23. der Minister – [ɪ]
    24. empfehlen – [eː]
    25. die Analyse – [yː]
    26. wen – [eː]
    27. die Mitte – [ɪ]
    28. das Koma – [oː]
    29. wegen – [eː]
    30. doch – [ɔ]
    31. Berlin – [iː]
    32. mürrisch – [ʏ]
    33. atmen – [aː]
    34. der Keks – [eː]
    35. lüften – [ʏ]
    36. gestern – [ɛ]
    37. die Züge – [yː]
    38. schlagen – [aː]
    39. die Hitze – [ɪ]
    40. vierzig – [ɪ]
    41. die Schnur – [uː]
    42. das Video – [iː]
    43. der Ort – [ɔ]
    44. das Ohr – [oː]
    45. wurden – [ʊ]
    46. die Größe – [øː]
    47. das Magazin – [iː]
    48. kühl – [yː]
    49. die Miete – [iː]
    50. die Bevölkerung – [œ]
    51. absolut – [uː]
    52. er kam – [aː]
    53. die Wörter – [œ]
    54. der Dienst – [iː]
    55. er schnurrt – [ʊ]
    56. treten – [eː]
    57. sitzen – [ɪ]
    58. die Kuhle – [uː]
    59. die Gothik – [oː]
    60. der Ruhm – [uː]
    61. der Fluss – [ʊ]
    62. Düsseldorf – [ʏ]
    63. das Herz – [ɛ]
    64. Italien – [aː]
    65. der Löffel – [œ]
    66. der Euro – [o]
    67. der Kamm – [a]
    68. übrig – [yː]
    69. benötigen – [ɪ]
    70. der Herd – [eː]
    71. der Bus – [ʊ]
    72. rüber – [yː]
    73. das Niveau – [oː]
    74. die Geste – [eː]
    75. die Mathematik – [a]
    76. groß – [oː]
    77. das Komma – [ɔ]
    78. der Fuß – [uː]
    79. übersetzen – [y]
    80. Prag – [aː]
    81. bröckeln – [œ]
    82. üppig – [ʏ]
    83. das Museum – [eː]
    84. mathematisch – [aː]
    85. das Öl – [øː]
    86. Benjamin – [iː]
    87. es tränt – [eː]
    88. worden – [ɔ]
    89. düster – [yː]
    90. die Gäste – [ɛ]
    91. Dresden – [eː]
    92. der Rum – [ʊ]
    93. sozial – [aː]
    94. sollen – [ɔ]
    95. fünf – [ʏ]
    96. die Asche – [a]
    97. der Opel – [oː]
    98. Hallo – [o]
    99. der Koch – [ɔ]
    100. das Alphabet – [eː]
VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch sprechen (Akzent loswerden): Was heißt das und wie geht das?

Viele von euch wollen akzentfrei Deutsch sprechen bzw. ihren Akzent reduzieren. Doch was bedeutet das eigentlich? Was gehört dazu? Was gilt es zu lernen und zu beachten? Welche Faktoren beeinflussen eigentlich unseren Akzent? Und kann man überhaupt seinen Akzent loswerden?

 

Transkript:

Ich möchte so gern meinen Akzent loswerden oder zumindest reduzieren. Na ja, auf jeden Fall verbessern. Was bedeutet das eigentlich? Was bedeutet es, seinen Akzent loszuwerden, zu reduzieren oder zu verbessern? Und was muss man dabei beachten? Genau darum geht es heute.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und ihren Akzent loswerden, reduzieren oder eben verbessern wollen!

So, und gleich am Anfang mal zu dieser Frage nochmal: Was ist eigentlich der Unterschied? Also warum sagen wir eigentlich diese… diese drei verschiedenen Verben, die normalerweise überhaupt keine Synonyme sind? Also loswerden heißt ja eigentlich, dass ich was nicht mehr haben will. Reduzieren heißt, dass ich es doch noch haben werde, aber einfach ein bisschen abschwächen will oder weniger davon haben will. Und was war das Dritte? Verbessern bedeutet ja eigentlich, das ist ja eigentlich schon eine Wertung. Also damit sage ich ja eigentlich, dass das, was ich jetzt hab, nicht gut ist. Und ich will, dass es besser wird. Also ich will es auch behalten. Ich will es nicht loswerden, aber ich will, dass es besser wird. So, warum benutzen wir diese drei völlig verschiedenen Verben in Kollokation mit „Akzent“ und meinen aber eigentlich immer wieder dasselbe, obwohl diese drei Verben an sich eigentlich keine Synonyme sind? Aber wir benutzen sie im Zusammenhang mit dem Akzent synonym. Woran liegt das?

Ganz einfach. Das liegt daran, dass wir uns erst einmal bewusst machen müssen, was wir eigentlich unter einem Akzent verstehen. Und das ist nämlich manchmal gar nicht so klar. Und das liegt auch wiederum daran, dass wir im Volksmund – auch wir Muttersprachler – was übrigens nicht nur für die deutsche Sprache, sondern auch für viele andere Sprachen gilt, diesen Begriff Akzent nicht ganz exakt benutzen.

Das typischste Beispiel für diesen Begriff, wie wir den benutzen, ist ja, wenn jemand z.B. Deutsch spricht und man hört sofort, dass er nicht aus Deutschland kommt, dass er kein deutscher Muttersprachler ist, dann würde man z.B. sagen: Kommst du aus Russland? Du hast so einen leichten russischen Akzent, beispielsweise. Ja, und das, das meinen wir, wenn wir Akzent sagen. Und was meinen wir damit aber eigentlich ganz genau? Und da gebe ich euch auch nochmal ein Beispiel.

Nämlich wenn ich Englisch spreche. Wenn ich Englisch spreche, dann wird mir ganz oft von Muttersprachlern – von englischen Muttersprachlern – gesagt, dass ich einen super guten Akzent hätte oder einen leichten Akzent, sagen manche auch, oder schwachen Akzent, keinen deutschen Akzent, und dass sie aber doch noch hören können, wo… oder dass ich kein Muttersprachler bin, kein englischer Muttersprachler. So, und wenn ich dann frage, woran das liegt, dann sagen sie mir: Hm, ich weiß es eigentlich auch nicht. Also dann frage ich z.B.: Okay, gibt es Laute, die ich falsch ausspreche? Dann sagen die: Nein, gibt’s nicht. Du sprichst alle Laute eigentlich richtig aus. Okay, woran liegt es dann?

Naja, und daran sehen wir schon: Auch wenn ich alle Laute richtig ausspreche, auf Englisch, können Muttersprachler trotzdem noch erkennen, dass ich kein Engländer oder kein Amerikaner bin. Woran liegt das? Das liegt daran, dass eben die Aussprache von Lauten nicht das einzige ist, was unseren Akzent ausmacht. Das heißt, wenn… wenn ihr jetzt z.B. einen Deutschen oder eine Deutsche fragen würdet, dann könnten euch die Deutschen konkret sagen: Ja, du, du sprichst den und den Laut nicht so gut aus oder falsch aus. Und das kann man sehr leicht identifizieren. Das kann man sehr leicht erkennen. Die anderen Faktoren, die da mit reinspielen – und das ist ganz, ganz wichtig an dieser Stelle, dass eben nicht nur die Aussprache für den Akzent verantwortlich ist, sondern auch noch andere Faktoren eine ganz große Rolle spielen – die werden oft quasi übersehen bzw. man kann sie nicht so klar in Worte fassen. Vor allem nicht, wenn man sich mit diesem Thema des Sprachenlernens und von verschiedenen Akzenten nicht auskennt oder wenn man sich damit nicht auseinandersetzt, wenn man also, ja, kein Lehrer ist oder kein Sprachwissenschaftler oder diesen Hintergrund einfach nicht hat, dann… dann kann man als, ich sage jetzt mal durchschnittlicher Muttersprachler einfach, der mit Sprachen so in dem Sinne nichts zu tun hat, mit Fremdsprachen, dann kann man Laute, falsch ausgesprochene Laute, das kann man klar sagen, da kann man sagen: Hey, du sprichst den und den Laut nicht richtig aus. Aber was das andere angeht, das kann man nicht so klar sagen. Und ich möchte euch hier und heute sagen, welche anderen Faktoren das sind, was da also auch mit reinspielt.

Und neben der Aussprache ist es zum einen die Intonation. Bei der Intonation müssen wir auch wieder aufpassen, denn das ist auch wieder ein Begriff, der auch in der Fachliteratur nicht ganz klar definiert ist. Manche verstehen unter der Intonation die Betonung von Wörtern und Silben, z.B. ob wir sagen Monat oder Monat. Also was sagen wir? Wir sagen natürlich die erste Variante: Monat [ˈmoːnat] mit der Betonung auf der ersten Silbe. Das versteht…. verstehen einige unter dem Begriff der Intonation, also die Betonung.

Und andererseits gibt es aber auch Leute – und auch in verschiedenen Büchern wird Intonation geschrieben – und man versteht dann darunter aber nicht die Betonung, sondern die Melodie, die Sprechmelodie. Beispielsweise ob ich sage: „Ich lebe hier schon seit 22 Jahren.“ oder ob ich sage: „Ich lebe hier schon seit 22 Jahren.“ Also an dieser Melodie könnt ihr einen Unterschied erkennen, in meiner Emotion. Oder vielleicht noch eine dritte Variante: „Ich lebe hier schon seit 22 Jahren.“ Ja, also merkt ihr? Wenn die Melodie sich ändert, dann ändert sich logischerweise auch die Nachricht, die Botschaft, die ich damit übermittle, mit dem Satz. Ja, es ist eigentlich immer wieder derselbe Satz, aber unterschiedliche Melodieverläufe können unterschiedliche Bedeutungen am Ende hervorrufen. Also das spielt beides auch eine ganz wesentliche Rolle, wenn es um unseren Akzent geht. Das heißt, neben der Aussprache eben auch die Intonation – und konkret da eigentlich zwei verschiedene Arten von Intonation, je nachdem, wie man den Begriff versteht – aber beides spielt eine eine Rolle, also die Sprechmelodie und die Betonung.

Als nächsten Faktor haben wir Reduzierungen und Assimilationen. Darunter versteht man Verkürzungen von Lauten und Silben. Beispielsweise habe ich jetzt gesagt:

Lauten und Silben [ˈlaʊ̯tʔn̩ ʊnt ˈsɪlbm̩]

Ich habe nicht gesagt:

Lauten und Silben [ˈlaʊ̯tən ʊnt ˈzɪlbən]

sondern:

Lauten und Silben [ˈlaʊ̯tʔn̩ ʊnt ˈsɪlbm̩]

Ja, also ich habe das verkürzt. Und Assimilation bedeutet, dass verschiedene Laute sich anderen Lauten – je nachdem, wie die in Kombination auftreten, welcher Laut davor und welcher Laut danach kommt – anpassen können. Das heißt Assimilation. Auch wieder: Ich habe gesagt: Lauten und Silben, Lauten und Silben. Ja, also merkt ihr, dass ich z.B. … Normalerweise würde ich sagen:

Silben [ˈzɪlbm̩] – wenn ich dieses Wort einzeln ausspreche.

Wenn aber davor der Laut [t] kommt, wegen „und“, dann sage ich:

und Silben [ʊnt ˈsɪlbm̩]

Dann wird aus diesem stimmhaften [z] plötzlich ein stimmloses [s]. Und genauso:

Silben [ˈsɪlb]

Am Ende sage ich ein [m] wegen dem [b] davor. Das sind also Assimilationen.

Also ich möchte nicht so viel über die einzelnen Faktoren heute sprechen – ich möchte einfach nur, dass ihr euch einen Überblick verschaffen könnt und dass wir auch gegenseitig ein Grundverständnis uns hier klarmachen, sozusagen bewusst machen, was ihr auch hier auf meinem Kanal, sozusagen, ja, wie ihr das verstehen könnt, die einzelnen Begriffe, die ich benutze, dass ihr wisst, was ich eigentlich meine, wenn ich sage z.B. natürlicher Akzent, Akzent reduzieren, Akzent verbessern usw. Was meine ich eigentlich damit und welche Aspekte spielen da eben mit rein?

So, jetzt hatten wir die Aussprache – offensichtlich, das weiß wahrscheinlich jeder – dann die Betonung, die Sprechmelodie, Reduzierungen und Assimilationen und zum Schluss noch – aber nicht weniger wichtig, also all diese Faktoren spielen eine wesentliche Rolle und dürfen nicht vernachlässigt werden; sobald ich einen Faktor vernachlässige, kann ich diesen natürlichen Akzent, diesem Ziel, einen natürlichen Akzent zu erreichen, sozusagen, nicht mehr gerecht werden, ja, das ist ganz, ganz wichtig, auch zu verstehen, dass diese… diese verschiedenen Faktoren eine gleich wichtige Rolle spielen. Jeder Faktor ist gleich wichtig. Das ist ganz, ganz essentiell in diesem Video.

Also der letzte Faktor, den ich ansprechen möchte, der also in den Akzent mit reinspielt, ist die Stimmlage und auch die Stimmhöhe. Das fasse ich zusammen, weil das miteinander verbunden ist. Und ich erkläre euch den Unterschied.

Ich beginne mit der Stimmhöhe. Das ist offensichtlich, relativ selbsterklärend. Die Stimmhöhe ist ganz einfach, ob meine Stimme hoch oder tief ist. Also ganz einfach die Höhe des Tons, die Höhe der Stimme. Also das spielt eine Rolle. Die deutsche Sprache liegt z.B. ziemlich tief. Ja, wir sprechen im Vergleich zu anderen Sprachen relativ tief. Das ist das erste.

Und das zweite ist die Stimmlage. Und das bedeutet, wo eigentlich der Körper… oder welcher Punkt im Körper vibriert, wenn wir sprechen, d.h. wo entsteht die Stimme? Wo wird sie gebildet? Und dazu zeige ich euch ganz einfach mal einen Ton. Ich spreche einfach mal den Vokal [a:] aus und ich werde den Vokal die ganze Zeit auf demselben Ton, also in derselben Höhe aussprechen, aber ich werde diese Stimmlage verändern. Und dann klingt das so. Klingt sehr lustig. Aber habt ihr gemerkt? Ich habe den Ton nicht verändert. Ich werde nochmal die diese drei extremen Unterschiede zeigen, also den mittleren Ton, den ich benutzt habe, dann den höchsten und den niedrigsten. Das klingt dann so. Es ist immer derselbe Ton, also immer die gleiche Stimmhöhe, aber die Stimmlage hat sich unterschieden.

All diese Faktoren – ich fasse nochmal ganz kurz zusammen – spielen in den Akzent rein und mit all diesen Faktoren werdet ihr euch auseinandersetzen bzw. auseinandersetzen müssen, wenn ihr zum Ziel habt, einen natürlichen Akzent auf Deutsch hinzubekommen. Es muss nicht so sein, dass ihr exakt wie ein Muttersprachler sprechen werdet. Das schaffen nur wenige, vor allem, wenn man später, als also als Erwachsener schon…. wenn man schon erwachsen ist und mit der Sprache beginnt, dann ist es schwierig, wirklich exakt wie ein Muttersprachler zu klingen. Und das ist ja auch gar nicht unbedingt nötig. Aber einen natürlichen Akzent zu bekommen, hinzubekommen, ist ein sehr schönes Ziel, weil man damit definitiv mehr Anerkennung findet.

Und zumindest in Deutschland ist es so: Wenn ein Nicht-Muttersprachler mit einem sehr, sehr natürlichen, geschmeidigen, wirklich angenehmen Akzent spricht, dann bescheinigt man dieser Person automatisch gute Deutschkenntnisse und Intelligenz. Und oftmals, wenn man einen Akzent hört, der sehr stark ist, der nicht natürlich klingt, dann wird es unangenehm zuzuhören und viele Leute machen das unbewusst. Ich würde das nicht machen, weil ich Deutschlehrer bin. Aber viele Leute, die wie gesagt mit Sprachen nichts am Hut haben und sich damit nicht auseinandersetzen, die machen das zwar auch nicht bewusst so, aber das ist einfach in denen drin, dass sie dann das Gefühl bekommen: Okay, der spricht vielleicht nicht so gut Deutsch, der versteht mich vielleicht auch nicht so gut. Ja, was vielleicht gar nicht stimmt. Also vielleicht ist euer Wortschatz total breit, vielleicht breiter als der der Person. Aber ja, das kann man eben auf den ersten Blick nicht hören.

So, also ich fasse nochmal zusammen, welche Faktoren ganz, ganz wichtig sind und alle diese Faktoren eine gleich wichtige Rolle spielen: nämlich

– die Aussprache

– die Betonung

– die Sprechmelodie

– Reduzierungen und Assimilationen und

– die Stimmlage und damit verbunden die Stimmhöhe.

Okay, ich hoffe, dass dieses Video euch einen, ja, groben Überblick schon mal gegeben hat und dass ihr jetzt eine bessere Vorstellung habt, worauf ihr zu achten habt, was wichtig ist, wenn ihr euren Akzent reduzieren, verbessern oder loswerden wollt. Wie auch immer. Übrigens zum Schluss noch: Akzent loswerden ist irgendwie komisch, weil jeder hat einen Akzent. Ihr könnt ja sehen, dass diese ganzen Aspekte da eine Rolle spielen. Also auch ich als deutscher Muttersprachler: Ich habe auch eine bestimmte Aussprache. Ich benutze auch eine bestimmte Sprechmelodie. Ich habe auch… Ich betone auch die Wörter. Was hatten wir noch? Ich reduziere Laute. Ich assimilierte Laute. Und ich…. Meine Stimme hat auch eine bestimmte Höhe und eine bestimmte Lage. Also ich habe auch einen Akzent. Ich habe allerdings einen muttersprachlichen Akzent. Also „Akzent loswerden“ ist eigentlich Quatsch. Ja, man kann sagen, dass man seinen Akzent reduzieren möchte, vielleicht seinen… oder den Akzent aus seiner Muttersprache reduzieren möchte. Oder man kann sagen, dass man natürlicher Deutsch sprechen möchte. Man kann das Wort „Akzent“ einfach vermeiden. Ja, genau, so viel noch dazu.

Wenn euch das Video gefallen hat, dann gebt doch gerne einen Daumen nach oben und abonniert meinen Kanal mit Benachrichtigungen. Das wäre super. Und schreibt mir doch mal in die Kommentare, welcher dieser Aspekte, die wir heute behandelt haben oder die ich euch heute erst einmal so vorgestellt habe – behandelt in dem Sinne haben wir sie ja noch gar nicht – welcher euch am meisten interessiert. Also was würdet ihr gerne von mir vielleicht noch näher erläutert bekommen? Über die Aussprache gab es ja schon auf meinem Kanal relativ viel, wird es natürlich auch weiterhin geben. Zu all diesen Aspekten wird es in der Zukunft immer wieder auch mal ein Video geben. Aber was interessiert euch denn momentan am meisten? Worüber würdet ihr denn gern mehr erfahren? Schreibt mir das doch mal bitte in die Kommentare. So, das war’s für heute. Ich danke euch fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.