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VonBenjamin

SCHNELLES Deutsch verstehen & Fließender sprechen

Warum sprechen Deutsche so schnell? Wie kann ich fließend Deutsch sprechen? Heißt akzentfrei Deutsch sprechen, dass ich schnell sprechen muss? Wenn wir deutschen Muttersprachler sprechen, verbinden und verkürzen wir unsere Wörter – Stichwort sprachliche Reduktion oder Reduzierung. Darum geht es im heutigen Video.

Transkript:

Habt ihr euch schon mal gedacht: „Meine Güte. Die Deutschen sprechen immer so schnell. Sprecht doch bitte einfach mal langsamer.“ Und vor allem: „wie soll ich jemals so sprechen können? In meiner Muttersprache sprechen wir doch auch nicht so schnell.“ Dazu sage ich euch gleich was. Bleibt also dran, wenn euch das interessiert.

 

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin. Vereinzelt kann das tatsächlich an der Geschwindigkeit liegen. Ja, es gibt nun mal Leute, die wirklich richtig schnell sprechen. Aber normalerweise sprechen wir als deutsche Muttersprachler gar nicht so schnell, wie ihr vielleicht denkt oder schneller als die Sprecher anderer Sprachen. Es kommt euch nur so schnell vor, weil wir verbinden die Wörter einfach oft miteinander, statt jedes einzelne Wort getrennt vom nächsten Wort zu sagen. Das führt dazu, dass ein Satz manchmal so klingt, als wäre das ein einziges ellenlanges Wort, ja, weil oft lassen wir Laute weg, manchmal lassen wir sogar ganze Silben oder sogar ganze Wörter weg, manchmal sprechen wir einen ganz anderen Laut aus, und genau deshalb habt ihr es als Deutschlerner schwer, uns Muttersprachler zu verstehen, weil unsere Sprache dann für euch so schnell klingt und sich wahrscheinlich von dem unterscheidet, was ihr so in der Schule gelernt habt. Und das gilt übrigens nicht nur für Deutsch, sondern auch für Englisch, Französisch, Russisch und viele andere Sprachen auch. Aber ich habe gute Nachrichten für euch, denn im heutigen Video verrate ich euch ein paar nützliche Tipps, wie wir deutschen Muttersprachler das machen, damit auch ihr „schnell“ und flüssig Deutsch sprechen könnt und vor allem aber eben auch euer Hörverstehen verbessern könnt. Wenn euch das Video gefällt, dann unterstützt mich doch bitte durch einen Daumen nach oben und abonniert auch gerne meinen Kanal mit Benachrichtigungen, damit ihr auch weiter mit mir lernen könnt. Am Ende des Videos gebe ich euch dann auch noch eine ganz wichtige abschließende Information dazu, was bei all dem unbedingt beachten werden muss.

So, hören wir uns jetzt mal den folgenden Satz an.

Herr Stromberg hat mir ein paar Mails geschickt, das wäre okay, wenn ich sie mitbringe.

Okay, was war jetzt hier schwierig dran?

Na ja, sie sagt eben nicht:

Herr | Stromberg | hat | mir | ein | paar | Mails | geschickt, | das | wäre | okay, | wenn | ich | sie | mitbringe.

Sondern sie sagt:

Herr Stromberg hat mir ein paar Mails geschickt, das wäre okay, wenn ich sie mitbringe.

Die Wörter in diesem Satz sind alle miteinander verbunden, man hört also keine Pausen dazwischen. Als Muttersprachler versteht man den Satz trotzdem, weil das Gehirn dran gewöhnt ist und diese Segmentierung selbst hinbekommt. Wenn man jetzt aber Deutsch als Fremdsprache lernt, wie ihr, dann orientiert sich das Gehirn ja oft eher an der Schriftsprache, wo man die Wortgrenzen ja immer sehen kann und wenn jetzt alles so verwurschtelt ist, ja, dann hat man es natürlich schwer, diese Wortgrenzen zu erkennen.

Es sind also keine Pausen zwischen den Wörtern zu hören, besonders interessant sind diese Stellen:

hat mir [hatʔmiɐ̯] – nicht „hat mir“, sondern „ha(t)‿mir“ – das T wird hier gar nicht [t] ausgesprochen, sondern nur so angedeutet, ja: [hatʔmiɐ̯]

hat mir ein paar [hatʔmiɐ̯mpaɐ̯] – nicht „hat mir ein paar“, sondern „ha(t)mir’m‘par“, also der Artikel „ein“ ist hier nur „m“ und das A ist hier kurz: [paɐ̯]

geschickt, das [gəˈʃɪkʔd̥əs] – nicht „geschickt, das“, sondern [gəˈʃɪkʔd̥əs]

Was hier genau passiert, haben wir schon mal in einem anderen Video hier auf meinem Kanal behandelt; ich blende euch das jetzt oben rechts ein.

das wäre okay [dəsv̥eɐ̯ɔ̯kheː] – nicht „das wäre okay“, sondern [dəsv̥eɐ̯ɔ̯kheː]. „wäre“ wird zu „wer“, und das „okay“ kommt gleich hinten dran, ohne Pause, ohne Vokalneueinsatz.

Dann sagt sie nicht „wenn ich sie“, sondern

wenn ich sie [ˈvɛnɪçz̥i] – wie ein Wort, also auch ohne Vokalneueinsatz und ohne Pause zwischen „ich“ und „sie“, einfach [ˈvɛnɪçz̥i]

mitbringe [ˈmɪtʔˌb̥ʁ̥ɪŋə] – nicht „mit-bringe“, sondern wieder ohne das klassische T, wie ihr es kennt, also [ˈmɪtʔˌb̥ʁ̥ɪŋə]

Wir können uns also merken: wir verbinden die Wörter. Wir sprechen also keine Pause dazwischen und auch kein „e“ oder so was, sondern wir sprechen das so aus, als wäre das ein Wort, sodass die Wortgrenzen nicht zu hören sind. Und das hat eben auch zur Folge, dass, wenn ein Wort mit einem T endet und das nächste Wort mit einem B, P, D, T, G oder K beginnt, das T am Ende des ersten Wortes nicht als [t] ausgesprochen wird, sondern nur so angedeutet wird. Es gibt eine Ausnahme, und zwar wenn eine betonte Silbe mit Vokal beginnt, dann müssen wir eine Pause, also einen Vokalneueinsatz sprechen, z.B. können wir nicht sagen „be‿achten“ oder „am‿Anfang“, sondern „be|achten“, „am | Anfang“. Aber das ist ein Thema für ein anderes Video.

Was auch ganz typisch ist, ist die sogenannte nasale bzw. glottale Sprengung von Plosiven. Schaut euch dazu gerne auch mein Video an, wo wir uns im Detail damit befassen, jetzt auch oben rechts eingeblendet, hier gebe ich euch nur kurz fü nf Beispiele:

Wir sagen nicht „ha-ben“, sondern „haben“ [ˈhaːbʔm̩]

Nicht „wer-den“, sondern „werden“ [ˈveːɐ̯dʔn̩]

Und meistens nicht „sa-gen“, sondern sehr oft „sagen“ [zaːgʔŋ̩]

Okay, schauen wir uns mal ein paar andere Wörter und Wortgruppen an:

Nicht „Aus-Sprache“ oder „Ausesprache“, sondern Aussprache.

Deutsch sprechen

Er kommt aus Sachsen.

Wie geht’s? – Ja, niemand sagt „Wie geht es?“ Ja, wir reduzieren das Wort „es“.

Stimmt’s?

Wie läuft’s?

Heute ist es heiß. – Nicht […], sondern […]

Weißt du, wie es morgen wird?

Morgen wird es schön.

So, was wir in dem Clip auch gehört haben: Artikel werden oft sehr stark reduziert, dazu gebe ich euch auch noch ein paar andere Beispiele, achtet mal genau auf die Aussprache der Artikel.

Wir fahren mit dem Bus.

Ich brauche einen Schal, mir ist kalt.

Sie hat eine neue Handtasche.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Wenn ihr ganz genau hingehört habt, habt ihr sicherlich auch bemerkt, dass ich die Endung -en reduziert habe, was auch sehr üblich ist.

Und dann haben wir gemerkt, dass „wäre“ eigentlich „wer“ ausgesprochen wurde, daraus können wir zwei Dinge ableiten:

Erstens, dass wir das lange Ä oft wie ein E aussprechen, ja, wir sagen z.B. auch „Mädchen“ und nicht „Mädchen“. Und zweitens, dass wir Wörter mit der Kombination „Vokal – R + Endung E(N)“ nicht mit dem konsonantischen [ʁ], sondern mit dem a-Schwa gesprochen werden. Andere Beispiele:

Statt „studie-ren“ sagen wir „studieren“ oder

fahren

wir waren

hören

Usw.

Es gibt übrigens hier auf meinem YouTube-Kanal jede Menge Videos mit vielen anderen Beispielen, auch thematisch geordnet, auch einige Analysen von Film- und Serienausschnitten. Schaut euch gerne mal ein bisschen auf meinem Kanal um, ja, hier in diesem Video möchte ich euch einfach einen groben Abriss geben.

Und dann kann ich euch natürlich auch meine Online-Akademie ans Herz legen – eine umfassende Lernplattform, wo ihr jede Menge solcher Sachen systematisch erlernen könnt. Der Link ist unter dem Video. Bei Anmeldung bis nächsten Freitag, den 25. März 2022, bekommt ihr 25% Rabatt – nächsten Freitag habe ich nämlich Geburtstag und das habe ich einfach mal zum Anlass genommen, euch diesen 25%-igen Rabatt zu geben. Um den Rabatt zu bekommen, wie gesagt auf den Link unter dem Video klicken, anmelden und dann könnt ihr auch schon mit dem Lernen loslegen.

So, jetzt zeige ich euch noch ein paar sehr häufig benutzte Wörter und Wortgruppen, die sehr oft reduziert ausgesprochen werden, und zwar so, dass sie dann ganz anders klingen, als man es in den meisten Kursen lernt.

Er sagt nicht „ei-gent-lich“ [ˈaɪ̯ɡn̩tlɪç] – das steht so zwar im Wörterbuch, sagt aber niemand so, sondern: [ˈaɪ̯ŋklɪç]

eigentlich nicht

Manchmal sagt man auch: [aɪ̯ŋç] – das hat dann nur eine Silbe

Es gibt verschiedene Stufen der Reduzierung dieses Wortes. Wenn man also bedächtiger und klarer sprechen will, sollte man [ˈaɪ̯ɡʔŋ̩tllɪç] sagen, wenn man aber eher spontan spricht, dann spricht man ja immer mit verminderter Artikulationspräzision und dementsprechend würde man dann halt eher [ˈaɪ̯ŋklɪç] oder [aɪ̯ŋç] sagen. Außerdem gibt es eine Faustregel, nicht nur bei diesem Wort, sondern generell: Je weniger ein Wort in einem Satz betont wird, desto weniger klar und deutlich wird das Wort artikuliert. Wenn ich also zum Beispiel so was sage wie „Eigentlich esse ich kein Fleisch, aber heute mache ich mal eine Ausnahme“, dann ist das Wort „eigentlich“ betont, also würde man diese extrem reduzierte Form hier eben nicht sagen. Aber in Sätzen wie in den beiden, die wir gerade in den Clips gesehen haben, wo das Wort überhaupt nicht betont ist, sind diese reduzierten Formen viel üblicher und natürlicher.

Dann haben wir die Fragewörter „was“ und „warum“.

Was machen wir eigentlich am Wochenende?

Aus „was“ wird hier [s].

Warum hast du denn die letzte Spalte in der Tabelle gelöscht?

Ein unbetontes „Warum“ kann [vɐm] ausgesprochen werden.

Hier sehen wir auch noch was anderes Spannendes, und zwar sage ich ja in der Frage „Warum hast’n du …?“, also eigentlich „Warum hast denn du …?“

Schreiben würde man aber „Warum hast du denn …?“, nur dass man das dann irgendwie nicht so gut passt, also nicht so leicht zu sagen ist. Deswegen dreht man das um.

„Wann musst du denn los?“ – „Wann musst’n du los?“

„Wo hast du das denn her?“ – „Wo hast’n du das her?“ – oder noch kürzer: „Wo hast’n das her?“

„Hast du mal ein Taschentuch?“ – „Hastema’n Taschentuch?“ – „Hastma’n Taschentuch?“

„Rückst du mal bitte ein Stück?“ – „Rückstema bitte ‘n Stück rüber?“

„Gibst du mir mal das Salz?“ – „Gibst mir ma ‘s Salz?“

An der Stelle fällt mir auch ein Video ein, das ich letztes Jahr auf Instagram gepostet habe und das zeigt einen kurzen Ausschnitt aus einer öffentlichen Äußerung von Jens Spahn, dem damaligen Bundesgesundheitsminister, und da seht ihr nochmal zwei sehr typische Aussprachephänomene.

Man muss ja nicht mit seiner Politik einverstanden sein, darum geht es hier nicht, ja, aber Jens Spahn spricht im Gegensatz zu vielen anderen Politikern keinen Dialekt und artikuliert sehr schön und deutlich.

Also, mein abschließender Tipp für euch: all das, was wir uns heute angeschaut haben, ist für euch nicht nur dann wichtig, wenn ihr ganz schnell sprechen wollt, mit euren Kumpels abends beim Bier an der Bar, sondern generell. Ja, es gibt Dinge, die wir heute besprochen haben, die sind einfach unerlässlich, d.h. wenn ihr die nicht anwendet, klingt das einfach nicht richtig bzw. das stört irgendwie. Dazu gehört die Tatsache, dass wir die Wörter eben miteinander verbinden. Oder beispielsweise auch die Aussprache von „haben“ und nicht „ha-ben“ oder „reden“, ja, und eben nicht „reden“. Auf der anderen Seite gibt es auch Sachen, die ihr selbst nicht unbedingt anwenden müsst, z.B. die Fragen und Sätze, die wir jetzt in den letzten Minuten gesehen haben, ja, ihr könnt durchaus auch sagen: „Hast du mal ein Taschentuch?“ – das wäre kein Fehler. Aber ihr müsst eben damit rechnen, dass der Großteil der Muttersprachler das so nicht ausspricht. Was ihr jetzt mit dieser Information macht, ist eure Sache. Ja, wenn ihr euch weiter mit so was beschäftigt, wird euch das nicht nur helfen, selbst natürlicher oder authentischer zu klingen – ja, da könntet ihr ja sagen: „Ach, das will ich gar nicht, das ist mir gar nicht wichtig“ – aber nein, das wird euch eben auch dabei helfen, dass ihr uns Muttersprachler besser versteht. Und wenn ihr das selbst für euch anwendet, verschafft ihr euch dadurch automatisch auch mehr Anerkennung. Das ist wissenschaftlich erwiesen, dass Muttersprachler – oft natürlich unbewusst – glauben, dass man gebildet, selbstbewusst, gut in der Sprache und kompetent ist, alleine schon dann, wenn man eine gute und authentische Aussprache hat.

Damit verabschiede ich mich für heute, ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch sprechen & Hörverstehen verbessern | Häufigste Wörter

Die heutige Deutschstunde ist genau das Richtige für euch, wenn ihr eure deutsche Aussprache verbessern, flüssiger bzw. akzentfrei sprechen lernen wollt sowie euer Hörverstehen der authentischen Umgangssprache verbessern wollt.

 

 

Transkript: 

Was sind die am häufigsten verwendeten Wörter im Deutschen? Und was, wenn ich euch sage, dass sie ganz anders ausgesprochen, als das in den meisten Deutschkursen unterrichtet wird? Wenn euch das interessiert, dann bleibt auf jeden Fall dran.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin. Heute habt ihr wieder die Möglichkeit, jede Menge über die deutsche Aussprache zu lernen, wovon ihr natürlich profitiert, wenn ihr eure Aussprache verbessern wollt, aber auch wenn ihr fließend Deutsch sprechen wollt und euer Hörverstehen verbessern wollt. Denn wir Deutschen sprechen ja im Alltag oft sehr schnell. Wenn ihr in Deutschland lebt, studiert, arbeitet, dann habt ihr das mit Sicherheit schon oft gemerkt, ja, dass die tatsächlich benutzte Sprache ganz anders ist, als das, was man so in der Schule lernt. Bevor wir gleich loslegen, zunächst ein paar grundlegende Überlegungen. In jeder Sprache gibt es Wörter, die eine Bedeutung haben, z. B. Nomen, Verben und Adjektive. Das sind die sogenannten Inhaltswörter. Auf der anderen Seite gibt es so genannte Funktionswörter, wie Artikel, Präpositionen oder Partikeln. Ja, also das sind Wörter, die selbst keine Bedeutung tragen. Das sieht man ganz gut an diesem Satz: Wir sehen uns jetzt die häufigsten Wörter der deutschen Sprache an. Wenn wir jetzt mal alle Inhaltswörter herausnehmen und nur die Funktionswörter übrig lassen, dann haben wir keine Chance, diesen Satz zu verstehen. Funktionswörter haben eben keine Bedeutung, sondern eine Funktion, und zwar sind sie dazu da, einen grammatikalisch korrekten Satz zu bilden. Wenn wir jetzt allerdings mal alle Funktionswörter rausnehmen und nur die Inhaltswörter übrig lassen, dann ist der Satz zwar völlig falsch, aber wir haben immer noch eine grobe Vorstellung davon, was das bedeuten könnte. Okay, zurück zu unserer Frage nach den häufigsten Wörtern.

Wenn ihr mal genauer drüber nachdenkt, dann werdet ihr feststellen, dass die Wörter, die wir am meisten benutzen, Funktionswörter sind. Und was typisch für das Deutsche ist, ist, dass unsere Sprache eine so genannte akzentzählende Sprache ist, das heißt, dass – ganz kurz gesagt – der Abstand zwischen betonten Wörtern ungefähr gleich ist. Außerdem werden betonte Wörter länger, deutlicher und lauter ausgesprochen, während unbetonte Wörter im Satz oft reduziert werden. Das liegt daran, dass wir eben nicht so viel Zeit zwischen den betonten Wörtern haben. Betonte Wörter sind in der Regel Inhaltswörter, während unbetonte Wörter in der Regel Funktionswörter sind. Die 10 häufigsten deutschen Wörter, die wir uns jetzt ansehen, sind allesamt Funktionswörter, alle sind also meistens unbetont, werden tief ausgesprochen und viele davon werden im Satz reduziert gesprochen. Deshalb lernen wir einerseits die Wörterbuchaussprache, die ihr mit Sicherheit kennt, und andererseits eben die Aussprache in einem Satz.

Das häufigste Wort ist: die. Ihr habt es bestimmt mit einem langen I gelernt, so ist es auch richtig, aber im Satz wird dieser Vokal in diesem Wort fast immer reduziert. Fast immer, weil natürlich, wenn ich etwas besonders betonen möchte, z.B. „die Kamera ist teurer als die“, ja, dann ist das Wort betont, aber wenn ich nicht so einen Kontrast darstellen möchte oder was speziell hervorheben möchte, dann ist das Wort eben unbetont. Ja, das gilt für alle Funktionswörter, also eben auch alle Wörter, die wir heute hier behandeln. Also die Aussprache im Satz ist: [di] oder [dɪ]. Also der Vokal ist auf jeden Fall kurz, man kann ihn gespannt lassen – [di] – oder man kann den ungespannten i-Vokal sprechen – [dɪ].

Hier kommt ein Beispiel, und bei allen Beispielen, die ich euch in diesem Video gebe, sollt ihr euch bitte immer genau darauf konzentrieren, wie das entsprechende Wort klingt:

Mir gefällt die deutsche Sprache.

Besteht die Möglichkeit, die Unterlagen online einzureichen?

Hier sind die Fragen, die du für die Prüfung lernen musst.

Beachtet bitte auch, dass das Standarddeutsch ist. Das ist kein Dialekt. Das ist die Aussprache, die man in allen Situationen – formell und informell – benutzt.

Ich gehe jetzt mal davon aus, ihr habt jetzt verstanden, worum es geht und warum wir hier überhaupt über so was reden. Ich werde jetzt also bei den Wörtern 2 bis 20 nichts mehr zu den Hintergründen sagen, sondern ich gebe euch die Wörterbuchaussprache, die Satzaussprache, eventuell den einen oder anderen Hinweis dazu und Beispielsätze. Wenn euch das Video übrigens gefällt, dann gebt doch gerne einen Daumen nach oben und ermöglicht so auch anderen Menschen, die sich dafür interessieren, dass ihnen das Video hier auf YouTube angezeigt wird.

Wort Nr. 2: und

Im Satz klingt es oft so: [ʊn] – also ohne den T-Laut am Ende. Das gilt auch für Präsentationen und Vorträge beispielsweise.

Gib mir mal die Butter und ein bisschen Salz.

Manchmal wird auch nur ein Knacklaut und ein N gesprochen, so: [ʔn]. Das würde man aber in Präsentationen und Vorträgen eher nicht so sagen.

Und am Mittwoch sehen wir uns ja eh.

Oder einfach nur ein N – natürlich auch eher nicht in Präsentationen und Vorträgen.

Bei mir ist alles gut. Und wie geht’s dir so?

Und ihr kennt doch bestimmt EasyGerman.

Ja, und wer mich schon längere Zeit kennt, der weiß sicher auch, dass ich nicht viel Werbung mache, obwohl ich ganz oft irgendwelche Anfragen bekomme. Aber Werbung für irgendwas zu machen, von dem ich nicht überzeugt bin, nur des Geldes wegen – da habe ich einfach keine Lust drauf. Also wenn ihr von mir irgendwo mal Werbung seht, dann sind das immer Dinge, die ich euch auch wirklich empfehle und eins davon ist Seedlang. Das ist eine App, die in Kooperation mit EasyGerman entwickelt wurde und auch ständig weiterentwickelt wird. Im Grunde ist Seedlang eine Flashcard-App zum Deutschlernen mit interaktiven Videos. Die App ist kostenlos und hat echt viele tolle Funktionen, ja, also es gibt zum Beispiel einen Vokabeltrainer, der die 10000 wichtigsten deutschen Wörter enthält. Was mir besonders gefällt, ist, dass man im Gegensatz zu anderen Vokabeltrainer-Apps mit Seedlang auch auf verschiedene Aspekte oder Kategorien fokussieren kann. Ja, also es gibt z.B. einen Gender-Trainer und einen Plural-Trainer, ja, das kennt ihr ja alle, ich habe noch keinen einzigen Deutschlerner getroffen, der keine Schwierigkeiten mit Artikeln und Pluralformen im Deutschen hatte, ja, auch fortgeschrittene Lerner haben immer wieder Zweifel, ja, ist das jetzt der oder das, ja, und in Seedlang habt ihr eben sowohl einen Gender-Trainer als auch einen Plural-Trainer. Dann gibt es einen Konjugationstrainer, mit dem ihr euch auf die Konjugation von deutschen Verben konzentrieren könnt. Dabei könnt ihr selbst wählen, auf welches Level oder welche Zeiten ihr euch konzentrieren möchtet. Und auch was ganz Besonderes bei Seedlang ist, dass man auch die wichtigsten Regeln der deutschen Grammatik mit Hilfe von interaktiven Geschichten mit deutschen Muttersprachlern lernen kann. Ja, wie gesagt, die App ist kostenlos, verfügbar für iOS und auch für Android, also einfach mal runterladen und ausprobieren – ich kann es euch nur empfehlen. Den Link findet ihr direkt unter dem Video.

Wort Nr. 3: der

der – Wörterbuchaussprache: [deːɐ̯] – das ist eben auch die Aussprache in betonter Position.

Unbetont sagt man das aber niemals so. Auch wenn man deutlich und etwas langsamer spricht, also z.B. in öffentlicher Rede oder eben auch wieder Präsentationen und Vorträgen, reduziert man es zu: [deɐ̯] – also das [e] ist einfach kürzer, oder [dɛɐ̯] – also mit ungespanntem e-Laut. Man hört kaum einen Unterschied zwischen den beiden Varianten.

Ich bin der gleichen Meinung.

Der Kaffee ist kalt.

Das ist also ganz neutral für alle Situationen, in denen ihr die deutsche Sprache benutzt. In Situationen, in denen man spontan spricht und nicht öffentlich, reduziert man es oft auch noch ein bisschen mehr und dann sagt man: [dɐ] – dann ist also das E komplett weg:

Mein Büro ist in der Stadt.

So was habe ich in der Schule nicht gelernt.

Wort Nr. 4: in

Das ist das erste Wort auf unserer Liste, das man oft auch in der vollen Form sagt und hört, also ohne Reduzierung des Vokals, z.B.

In Deutschland hat sonntags alles zu.

Das passiert vor allem, wenn das Wort „in“ am Satzanfang steht. In der Satzmitte reduzieren wir es öfter. Der Vokal ist dann kein i-Laut mehr, sondern entweder ein e-Schwa oder er fällt einfach ganz weg und man spricht nur das [n]. Also mit e-Schwa:

Er hat in Heidelberg studiert.

Ohne e-Schwa, also nur als [n] spricht man es vor allem nach einem Vokal, z.B.

Er wohnt schon lange nicht mehr in Russland.

Haben Sie in letzter Zeit mehr Sport gemacht?

Wort Nr. 5: das

Das kurze A reduzieren wir oft zum e-Schwa: [dəs]

Das habe ich ja noch gar nicht gewusst.

Beginnt das nächste Wort mit einem [z̥] oder [ʃ], bleibt von dem Wort „das“ nur noch [də]:

Das sollte ich mir lieber aufschreiben.

Das Spiel war echt spannend.

In spontan gesprochener Sprache – beruflich wie privat – spricht man auch oft nur ein [s]. Das geht aber nur bei dem Artikelwort „das“, also nicht bei dem Relativpronomen:

Das muss ich mir noch überlegen.

Und vor einem [z̥] oder [ʃ] spricht man einfach nur ein etwas längeres [s] oder [ʃ]:

Gib mir mal bitte das Salz.

Will noch jemand das Stück Kuchen hier?

So sind übrigens auch im Laufe der Zeit die Verbindungen „ins“, „fürs“, „ans“ usw. entstanden, nur dass es noch nicht alle diese Verbindungen in die formelle Schriftsprache geschafft haben. Aber in der gesprochenen Sprache passiert das ständig und das steht sogar im Duden, z.B. „vors“:

Stell den Tisch einfach vors Bett.

Wort Nr. 6: den

Das lange E wird im Satz in unbetonter Position immer reduziert, entweder einfach nur kürzer gesprochen: [den]

Kennst du den Film?

Oder zum e-Schwa reduziert:

Magst du den Film?

In festen Verbindungen kann man auch nur ein [n] sprechen, etwa in der Kollokation: „in den Park“:

Ich gehe eine Runde in den Park.

Ja, es ist hier nicht wichtig, welcher Park das ist. In dem Beispiel mit dem Film würde das nicht gehen, weil Film ist nicht gleich Film, da ist es schon wichtig, um welchen Film es geht. Aber wenn ich sage, ich gehe in den Park, dann ist es quasi eine Aktivität an sich, das gehört zusammen: „in den Park gehen“, da spielt es keine Rolle, welcher Park ist. Anderes Beispiel:

Warst du schon mal in den USA?

Es gibt ja nur einmal die USA, ja, deswegen geht das hier auch. Das geht aber eben wirklich nur in solchen festen Verbindungen und es geht nicht, wenn das Wort „den“ ein Relativpronomen ist. Also in diesem Satz zum Beispiel würde das nicht gehen. Da müsste man sagen:

Das ist der Laden, über den wir neulich geredet haben.

Ja, das ist wie bei „ins“, „ans“ usw. Man kann ja auch sagen:

Wir gehen ins Kino.

Aber man kann nicht sagen:

*Das ist das Kino, ins wir gehen. Sondern: Das ist das Kino, in das wir gehen.

Aber auf keinen Fall sagt man eben in unbetonter Position bei sachlich-neutraler Rede: [deːn].

Okay, weiter geht’s mit Wort Nr. 7: mit

Den Vokal reduziert man hier nicht. Wichtig ist hier zu beachten, mit welchem Laut das nächste Wort beginnt.

Beginnt das nächste Wort nämlich mit einem Vokal, wird das Wort „mit“ fast gar nicht reduziert. Nur das T am Ende ist nicht so stark, also kaum aspiriert, d.h. nicht [mɪth], sondern [mɪt]:

Ich würde gerne kurz mit Ihnen sprechen.

Beginnt das nächste Wort mit einem T oder D, klingt es so wie z.B. in diesem Satz:

Ich habe immer noch Schwierigkeiten mit den Artikeln.

Hier wird der t-Laut von „mit“ nicht als solcher ausgesprochen. Die Zunge geht in die Position für das [t], bildet also hinter den oberen Schneidezähnen den Verschluss, dieser wird aber erst bei dem stimmlosen d-Laut gelöst. Diese Reduzierung bzw. Assimilation ist also nicht typisch explizit für die Präposition „mit“, sondern passiert generell beim Aufeinandertreffen von Plosiven. Schaut euch dazu gerne das jetzt oben rechts eingeblendete Video an.

Beginnt das nächste Wort mit einem nasalen Konsonanten, also M oder N, kann das [t] glottal bzw. nasal gesprengt werden. Das klingt dann so wie in dieser Phrase:

interaktive Geschichten mit Muttersprachlern

Dazu habe ich auch schon ein Video hier auf dem Kanal, das jetzt oben rechts eingeblendet ist.

Es ist auch möglich, das T hier normal auszusprechen, also „mit Muttersprachlern“, aber die eben gezeigte nasale bzw. glottale Sprengung ist halt sehr verbreitet und erleichtert einfach das flüssige Sprechen.

Beginnt das nächste Wort mit einem anderen Konsonanten, werden das T und dieser zweite Konsonant miteinander verbunden:

Mit Sicherheit!

Einen Döner, bitte, mit viel Zwiebeln.

Wort Nr. 8: zu

Hier müssen wir aufpassen. Wenn „zu“ als Präfix fungiert, ist es immer betont und der Vokal wird dann nicht reduziert. Man sagt dann also wirklich: [t͡suː] mit einem langen, gespannten U.

Ich mache mal das Fenster zu.

Der Bahnhof ist barrierefrei zugänglich.Wenn „zu“ aber als Präposition fungiert oder innerhalb einer Infinitivphrase steht, wird es normalerweise nicht betont. Der u-Vokal wird dann reduziert, und zwar zu einem ungespannten, kurzen [ʊ], das man z.B. auch in dem Wort „Bus“ spricht, ja, man sagt ja nicht [buːs], sondern [bʊs].

Wir gehen zu Fuß.

Die beiden u-Vokale in den Wörtern „zu“ und „Fuß“ unterscheiden sich hier also nicht nur in der Länge, sondern eben auch in der Qualität, in der Gespanntheit. Der Vokal in dem Wort „zu“ ist hier eben nicht einfach nur kürzer, sondern auch ungespannt. Außerdem ist es wichtig, die für das U notwendige Lippenrundung schon bei dem [t͡s] zu realisieren und wenn nach dem Wort ein Konsonant folgt, auch bis dahin auszuhalten. Nochmal der Satz:

Wir gehen zu Fuß.

[t͡sʊf] – die Lippen sind währenddessen gerundet

Komm mal zu mir!

[t͡sʊm] – auch hier sind die Lippen schon beim [t͡s] und bis hin zum [m] gerundet

Genauso sind im nächsten Satz die Lippen bis zum [n] gerundet:

Ich glaube, es ist zu einem Missverständnis gekommen.

Diese Vokalreduzierung gilt auch für die Form „zur“. Im Satz sagen wir niemals [t͡suːɐ̯], sondern mit kurzem, ungespannten u-Vokal [t͡sʊɐ̯], z.B.

Gehst du heute nicht zur Arbeit?

Und genauso wie die Formen „zum“ und „zur“ aus „zu dem“ und „zu der“ entstanden sind, werden auch die Wörter „zu den“ im Plural oft reduziert zu [t͡sʊn], etwa wenn man sagt:

Am Wochenende gehen wir rüber zu den Nachbarn grillen.

Wort Nr. 9: von

Hier wird der Vokal nicht reduziert. Denkt aber auch hier dran, die Lippen nicht nur bei dem o-Laut selbst, sondern auch bei dem [f] und dem [n] zu runden.

Die Pluralformen von vielen deutschen Nomen kannst du auch mit Seedlang üben.

Ich bin von der App begeistert.

Das Gleiche gilt für die abgeleitete Form „vom“, dann sind die Lippen entsprechend bis zum [m] gerundet:

Hast du schon mal vom Vokabeltrainer von Seedlang gehört?

Wort Nr. 10 – mein Lieblingswort in dieser Liste: ist

Warum mein Lieblingswort? Weil es fast immer reduziert wird. Manchmal wird es komplett wegreduziert, also so, dass man es überhaupt nicht mehr hören kann, dass es quasi gar nicht mehr da ist – und das alles auch in sehr formellen Situationen, auch in nicht spontaner Rede, also das ist auch in Präsentationen, Vorträgen usw. fast immer so zu hören, das finde ich einfach wahnsinnig spannend, ja, also kaum jemand sagt „ist“ mit dem T am Ende, ja, man sagt: „is“. Und da ist es völlig egal, welcher Laut davor oder danach kommt, diese Reduzierung ist nicht abhängig von den Nachbarlauten.

Nach einem Vokal, also z.B. nach „der“ oder „die“ spricht man oft nur den s-Laut:

Der ist aber schön.

Die App Seedlang – die ist wirklich zu empfehlen.

Nach einem Konsonanten spricht man noch ein e-Schwa:

Meine Heimatstadt ist Dresden.

Dresden ist wunderschön.

Das ist ja lieb von dir, danke schön.

Das ist Paula, meine Kollegin.

In Verbindung mit dem Wort „das“ fällt das Wort „ist“ aber oft auch komplett weg:

Das ist ja lieb von dir, danke schön.

Das ist Paula, meine Kollegin.

Allerdings geht das nicht am Satzende.

Weißt du, was für eine Regel das ist?

Hier ist das Wort „ist“ betont, hier muss man also auf jeden Fall „is“ sagen.

Wie hat euch das Video gefallen? Wünscht ihr euch einen zweiten Teil mit den Wörtern 11 bis 20? Schreibt mir das gerne in die Kommentare und dann mache ich das gerne für euch.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Wortschatz B2 C1 C2 | Fließend & Akzentfrei Deutsch lernen mit Olaf Scholz

Heute lernen wir mit der ersten Rede von Olaf Scholz. Das ist authentisches Material, mit dem ihr euren Wortschatz erweitern, eure deutsche Aussprache verbessern, jede Menge über die Prosodie (Sprachmelodie und Sprechrhythmus) und die Umgangssprache lernen und euer Hörverstehen verbessern könnt. Deutsch lernen mit Nachrichten, Filmen und Serien könnt ihr in vielen anderen Videos auf meinem Kanal.

 

Transkript:

Angela Merkel –16 Jahre lang war sie Bundeskanzlerin und hat das Ansehen und den Einfluss Deutschlands gestärkt, vorletzte Woche Mittwoch dann, am 8. November 2021 hat sie ihr Amt an ihren Nachfolger Olaf Scholz übergeben, und wir schauen uns heute gemeinsam die allererste Rede von Olaf Scholz in seiner Funktion als neuer Bundeskanzler an, ihr werdet euren aktiven Wortschatz erweitern, euer Hörverstehen verbessern und auch eure Aussprache verbessern, um akzentfrei Deutsch sprechen zu lernen. Und es gibt auch noch eine Überraschung, was ganz Besonderes, was wir hier in meinen bisherigen YouTube-Videos noch nie hatten. Wir haben nämlich heute einen Gast hier. Deshalb auf jeden Fall dranbleiben.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin. Lasst uns zuerst einmal die Rede komplett anschauen, Olaf Scholz spricht relativ langsam und deutlich, benutzt aber auch viele spannende Wörter und auch zur Aussprache gibt es jede Menge interessanter Beobachtungen zu machen. Das schauen wir uns dann sukzessive danach an. Und außerdem werden wir ein paar Sätze aus der Rede rausnehmen, die ihr dann mit einer innovativen bilingualen Methode mit Hilfe der englischen und russischen Übersetzung euch aneignen könnt. Jetzt aber erstmal die Rede, bewusst ohne Untertitel, ja, den Text sehen wir uns dann ja auf jeden Fall noch an.

Wie gut habt ihr das verstanden? Übrigens könnt ihr, wenn ihr mögt, dieses Video auch gerne dafür nutzen, um die Rede komplett oder teilweise zu transkribieren. Falls ihr die Transkriptionsmethode noch nicht kennt, könnt ihr euch auch gerne das Video ansehen, das jetzt oben rechts und auch unten in der Infobox verlinkt ist, wo ich euch die Transkriptionsmethode vorstelle. Wenn ihr also die Rede oder Teile davon transkribieren wollt, dann könnt ihr dieses Video jetzt gerne kurz pausieren, wieder zurückspulen, transkribieren und dann könnt ihr das mit dem Text vergleichen, den ich euch ja jetzt gleich zeige. Und ich habe euch ja auch eine Überraschung versprochen. Den allerersten Satz, den schauen wir uns jetzt mal gemeinsam mit David an. David und ich sind Freunde, er ist mehrfacher Polyglot, Übersetzer, Dolmetscher sowie Englisch- und Deutschlehrer und außerdem der Entwickler der innovativen bilingualen Sprachlernmethode TranslationCubed (zu Deutsch Übersetzung hoch Drei) und er ist Mitgründer von LinguaThor, einem Unternehmen zur Förderung von effektiverem und gehirngerechtem Sprachenlernen.

Präzise ist ein Adjektiv, man kann sagen „präzise“, wie Olaf Scholz, oder auch „präzis“. Und das bedeutet: sehr genau, exakt, eindeutig. Kollokationen mit diesem Wort sind: Also etwas eindeutig und klar sagen. Also sehr gewissenhaft und sorgfältig arbeiten. Darauf achten, dass auch wirklich alles korrekt und genau ist. Und davon leitet sich das Verb „präzisieren“ ab. Präzisieren, das bedeutet so viel wie „konkretisieren“. Hier verschiebt sich auch der Wortakzent: präzis – zweite Silbe betont, präzisieren – dritte Silbe betont und somit wird auch das I nun kurz, also nicht [pʁ̥ɛˈt͡siːziːɐ̯n], sondern [pʁ̥ɛt͡siˈziːɐ̯n]. Falls ihr dieses Verb nicht so gut versteht, präzisiere ich meine Erklärung gerne: wenn man etwas konkretisiert oder präzisiert, dann formuliert man es eindeutiger, klarer und verständlicher. Wenn euch jemand einen Vorschlag macht, den ihr aber nicht hundertprozentig verstanden habt, dann könntet ihr z.B. nachfragen: „Könntest du das präzisieren?“ Das klingt allerdings sehr gehoben, bildungssprachlich, könnte man an der Uni z.B. sagen, im Alltag würde man stattdessen eher sagen: „Wie meinst du das genau?“ oder „Wie genau stellst du dir das vor?“ Meistens sagen wir „präzisieren“ und nicht so häufig „präzisie-ren“. Es fällt also eine ganze Silbe weg und statt des Reibe-R [ʁ] wird das a-Schwa gesprochen. Das gilt für alle Wörter dieser Art, also z.B. sagen wir normalerweise auch statt „Jah-ren“ im Dativ eher „Jahren“ und statt „wa-ren“ eher „waren“. Hier ist noch ein Beispiel mit dem Wort „präzisieren“.

Ich weiß ja, dass viele von euch Schwierigkeiten mit der Aussprache des Wortes „erinnern“ haben. Wenn wir besonders deutlich sprechen wollen, dann haben wir hier drei Silben, wobei die zweite betont wird: erinnern [ɛɐ̯ˈʔɪnɐn] und weil die betonte Silbe mit einem Vokal beginnt, wird diese Silbe mit Vokalneueinsatz gesprochen: also mit Knacklaut. Das gilt natürlich dann auch für die ganzen Formen, z.B. ich erinnere mich daran. Erinnere. Hört euch aber mal an, wie das Wort ganz oft im Satz klingen kann: Was fällt uns hier auf? Na ja, erstens mal hat er die Endung der ich-Form, also das e-Schwa, nicht mitgesprochen und dadurch hat er auch hier statt dem Reibe-R [ʁ] ein a-Schwa gesprochen, denn am Ende eines Wortes sprechen wir ja niemals ein Reibe-R. Zweitens: er hat keinen Knacklaut gesprochen, also keinen Vokalneueinsatz. Und drittens: er hat die allererste Silbe nur als a-Schwa gesprochen. Das sind also 3 Reduzierungen und 1 Assimilation, die wir hier haben und diese Aussprache von dem Verb „erinnern“, das in diesem Satz übrigens nur eine leichte Nebenbetonung hat, ist schon um einiges leichter, würde ich sagen, und lässt auch den ganzen Satz einfach flüssiger und auch vom Rhythmus her natürlicher klingen. Diese Aussprache ist sehr verbreitet, also könnt ihr sie ruhig auch benutzen. Das klingt fast wie das Artikelwort „einer“, stellt euch also einfach vor, das zu sagen: einer, einer, ich einer nur an die, ich einer nur an die, ich erinnere nur an die Finanzkrise 2008/2009. Vielleicht habt ihr euch ja jetzt gefragt, warum die Singular- und Pluralform von dem Wort „Herausforderung“ genau gleich geklungen haben. Das ist auch eine sehr häufige Reduzierung im Deutschen, die ich bereits in einem anderen Video aufgegriffen habe, zu dem ihr über den Button in der oberen rechten Ecke dieses Videos und auch in der Beschreibung unten gelangen könnt.

Schweißen bedeutet eigentlich, zwei Metallteile miteinander zu verbinden, indem man sie an den Stellen, wo sie sich berühren sollen, schmilzt, also durch große Hitze verflüssigt. Schweißer sind Handwerker, die genau das in ihrem Beruf tun. Man schweißt zwei Metallteile zusammen. Im übertragenen Sinne sagt man, wenn die Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen durch ein Ereignis oder eine gemeinsame Erfahrung gestärkt wird, eben auch, dass dieses Ereignis die Menschen zusammenschweißt. Das Verb ist trennbar, somit betonen wir „zusammen“ und wir sagen „zusamm“, „zusamm-schweißen“. Also die Flüchtlingskrise und die Finanzkrise haben die Parteien zusammengeschweißt. Diese Krisen haben die Beziehung zwischen ihnen gestärkt. Hier ist ein anderes Beispiel: Die beiden Brüder mussten sich als Kinder immer Sorgen um ihr Auskommen machen, d.h. die Familie war arm, es war nie klar, ob sie auskommen würden, ob das Geld also reicht, und diese Erfahrung hat die Familie bzw. insbesondere eben die Kinder, die beiden Brüder zusammengeschweißt, also ihre Beziehung gestärkt.

Olaf Scholz sagt „es zeigt“. Diese Aussprache ist eine dialektale Variante, d.h. die Standardaussprache ist „es zeigt“ oder „es zeigt“ – den Laut [k] kann man ganz klassisch mitsprechen, man kann ihn aber auch glottal lösen. Schaut euch dazu gern auch mein Video zum Aufeinandertreffen zweier Plosive an, das ich euch auch oben rechts sowie unter dem Video einblende. Zuerst mal auch hier wieder eine Reduzierung der Endung, sodass der Plural der weiblichen Form „Demokratinnen“ genau wie der Singular klingt.

Und dann haben wir hier das Nomen „der Konsens“. Das S in der Mitte ist stimmhaft, also nicht [kɔnˈsɛns], sondern [kɔnˈzɛns]. Ihr merkt schon, dass ich die zweite Silbe betone, ja, Konsens, aber manche Leute betonen auch die erste Silbe: Konsens. Beides geht. Ein Konsens ist eine Einigung. Also, die verantwortlichen Politiker sind sich einig. Es gibt einen großen Konsens zwischen ihnen. Oder eine Kollokation wäre auch: Wenn verschiedene Parteien oder auch Personen miteinander diskutieren, ist es ja oft so, dass erstmal kein Konsens herrscht, aber dass man sich dann im Laufe des Gesprächs doch einigt, dass man also zu einem Konsens kommt. Wir sind zu einem Konsens gekommen. Das ist auch ein typischer Satz. Heißt: Wir haben uns geeinigt. Wenn man gute Texte schreiben möchte oder auch geschäftliche E-Mails, dann würde man „etwas Besonderes“ bevorzugen. Achtung, man schreibt dann das Adjektiv auch groß, da es substantiviert ist. Im gesprochenen Deutsch ist aber die reduzierte Form „was“ statt „etwas“ weiter verbreitet.

Olaf Scholz sagt außerdem, dass Angela Merkel Deutschland geprägt hat. Das bedeutet, sie hat seiner Ansicht nach den Charakter von Deutschland, das, was Deutschland ausmacht, sehr stark beeinflusst. Als ich Kind war, sind wir z.B. sehr selten in den Urlaub gefahren, weil wir, also wir waren keine arme Familie in dem Sinne, aber wir waren eben auch nicht reich und ich habe auch noch Geschwister und meine Mutter war alleinerziehend, d.h. es war kein Vater mit im Haushalt, ja, und das hatte eben zur Folge, dass wir eben nicht so oft im Urlaub waren und wenn doch mal, dann ja, eigentlich meistens in Deutschland oder auch oft in Tschechien, weil ich ja in Dresden aufgewachsen bin, was nicht weit von Tschechien entfernt ist. Ja, und ich kann sagen: dass wir so selten im Urlaub waren, das hat mich schon in gewisser Weise auch geprägt: bis heute fahre ich nämlich im Vergleich zu anderen, relativ selten in den Urlaub und wenn ich in den Urlaub fahre, dann eben oft auch innerhalb Deutschlands oder innerhalb Tschechiens, oder innerhalb Europas, ich war z.B. in meinem ganzen Leben noch nie außerhalb von Europa gewesen. Also, die Familie prägt einen, Kindheitserlebnisse prägen einen, ja, sie beeinflussen unseren Charakter, Erfahrungen prägen einen. Man sagt also: Das hat mich geprägt. Diese Erfahrung hat ihn geprägt, usw. Im Magazin „Stern“ vom 28. März 2018 habe ich diesen Satz gefunden: Die Kirche prägt unsere Gesellschaft, hat also Einfluss auf gesellschaftliche Normen. Unsere Gesellschaft orientiert sich an der Kirche. Man liest das auch oft in Reiseführern, wie z.B. hier von AK Touristik: Diese Gebäude sind also charakteristisch für Dresden.

Lasst uns hier mal ein bisschen mit dem Sprechrhythmus und der Sprechmelodie arbeiten. Dazu teile ich euch die nächsten 3 Sätze in rhythmische Gruppen, in jeder Gruppe gibt es genau eine Silbe, die die Hauptbetonung, also den Akzent trägt, und ihr sollt mal versuchen, diese Silbe, diesen Akzent in jeder Gruppe zu finden. Nehmt euch am besten Zettel und Stift und notiert euch die entsprechenden Silben. Manchmal gibt es auch noch eine oder zwei Nebenbetonungen, also einen oder zwei sekundäre Akzente. Ihr hört jede Gruppe dreimal. Danach zeige ich euch die Lösung. Hier habe ich für euch alle Hauptbetonungen und Nebenbetonungen markiert. Jetzt könnt ihr das mal mit euren Notizen vergleichen, dazu könnt ihr gerne auch das Video kurz anhalten.

So, jetzt machen wir Shadowing, d.h. ihr hört nun nochmal jede rhythmische Gruppe dreimal hintereinander und danach kommt immer eine Pause für euch zum Nachsprechen, wobei ihr eben besonders auf die Betonungen achten solltet, also auf diesen Sprechrhythmus, ja um euch den richtigen Sprechrhythmus eben anzueignen. Genau und das PDF, das David dazu für euch erstellt hat, könnt ihr euch kostenlos runterladen. Es gibt ein PDF mit der englischen Version sowie auch eins mit der russischen Version – klickt dazu einfach auf den Link gleich hier unten in der Infobox und wählt euch dann das gewünschte PDF aus.

Okay, achtet nun mal darauf, wie Olaf Scholz die Wörter „Bundestag“, „Auftrag“ und „gekriegt“ ausspricht. Dreimal der Buchstabe G – wegen der Auslautverhärtung müsste hier ja eigentlich ein k-Laut gesprochen werden, aber: Olaf Scholz sagt „Bundestag“ und „Auftrag“ jeweils mit Ach-Laut und kurzem A sowie „gekriegt“ mit Ich-Laut und kurzem I. Diese drei Wörter werden normalerweise, also im Standarddeutschen, nicht so ausgesprochen. Olaf Scholz kommt aus NRW, dort ist diese Aussprache verbreitet, aber nicht nur dort, sondern auch in einigen anderen Regionen, durchaus auch in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, beispielsweise, d.h. ihr werdet immer wieder auch Deutsche hören, die das so aussprechen. Wenn ihr also in Deutschland lebt und merkt, dass die Leute um euch rum solche Wörter auch so aussprechen, z.B. auch Bundestag, Auftrag, gekriegt usw. dann könnt ihr das getrost auch so machen, aber ihr müsst das nicht machen, ja, ihr könnt auch ganz einfach hier k-Laute aussprechen, also: „Ich bin sehr dankbar, dass ich nun von den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes und vom Deutschen Bundestag den Auftrag gekriegt habe, das zu machen.“ Schauen wir uns noch genauer an, was ein Auftrag ist. Olaf Scholz sagt, dass er vom deutschen Volk und vom Bundestag den Auftrag bekommen hat, Bundeskanzler zu sein. Das bedeutet, das Volk und das Parlament haben ihm die Anweisung geben, diese Aufgabe zu erfüllen. Ein Auftrag ist also im Prinzip so was wie eine Aufgabe, das Wort „Auftrag“ benutzt man allerdings sehr oft in formelleren Kontexten, z.B. eben ein Regierungsauftrag, aber auch ein Kundenauftrag z.B. ja, wenn ein Kunde bei einer Firma eine Dienstleistung in Auftrag gibt, also bucht, dann bezeichnet man den Kunden auch als Auftraggeber und die Firma als Auftragnehmer. Die Firma bekommt also den Auftrag und muss den Auftrag ausführen, sie muss den Auftrag erfüllen, sie muss den Auftrag erledigen. Wenn die Firma dem Auftrag nicht sorgfältig und gewissenhaft nachkommt, dann kann der Auftraggeber, also der Kunde, der Firma den Auftrag auch entziehen. Er baut darauf, dass die nicht anwesenden Mitarbeiter weiterhin gute Arbeit leisten werden. Er setzt darauf, dass sie weiterhin gute Arbeit leisten werden. Das bedeutet, er verlässt sich drauf, er glaubt fest da dran, er vertraut da drauf. Kontinuität. Ein fünfsilbiges Wort. Die letzte Silbe trägt die Hauptbetonung, also den Wortakzent. Und wir sprechen keinen Vokalneueinsatz, also keinen Knacklaut zwischen dem U und dem I. Das bedeutet, Arbeit ohne Unterbrechung, Durchhaltevermögen, Ausdauer.

Das Adjektiv dazu ist kontinuierlich. Das benutzt man öfter als das Nomen. Und hier verschiebt sich der Wortakzent auf die Silbe „ier“: kontinuierlich. Deswegen kann hier in dem Adjektiv auch der Vokalneueinsatz, also Knacklaut gesprochen werden. Wir sagen also Kontinuität, aber kontinuierlich. [ɪzəs] – das ist die am weitesten verbreitete Aussprache von „ist es“. Man sagt fast nie „ist es“, sondern fast immer [ɪzəs]. [sɪs] – auch eine übliche Aussprache für „das ist“ oder „es ist“, vor allem am Satzanfang. Es soll ein guter Aufbruch werden, also ein guter Neuanfang. Als Aufbruch bezeichnet man den Anfang einer neuen Epoche. Man sagt auch oft, wenn sich in einem Land oder einer Stadt oder einer Region viel verändert gerade, dass dieses Land oder diese Region im Aufbruch ist. Und kennt ihr das Gefühl, irgendwo zu Besuch zu sein und dann seid ihr so unruhig, weil ihr eigentlich nach Hause wollt? Dann könnt ihr sagen: Ich bin schon in Aufbruchsstimmung. Manchmal hat man auch andersrum das Gefühl, man kommt z.B. gerade erst an, zu einer Feier oder so was. Man denkt eigentlich, es geht jetzt los, aber die ersten, die schon da sind, die wollen schon gehen. Und dann könnte man auch sagen: Schönen Dank! Ja, statt „schönen Dank“ sagt wirklich lieber „schönen Dank“, macht einfach nur zwei Silben da draus, das klingt so viel natürlicher und flüssiger. Schönen Dank! Schönen Tag noch! Schönen Urlaub! Usw., ja.

So, vergesst nicht, euch das entsprechende PDF runterzuladen, die Links sind hier unten in der Infobox. Und schreibt mir bitte in die Kommentare, was ihr in der heutigen Deutschstunde hier Neues gelernt habt, ob euch die Methodik gefällt, bzw. die zwei Methodiken und gerne auch eure Fragen oder Wünsche für zukünftige Videos. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Deutsch lernen durch Hören mit Transkriptionen | Wortschatz C1 C2 | Deutsch lernen mit Nachrichten

Das Schreiben von Transkriptionen ist eine intensive und effektive Methode für alle, die gerne Deutsch lernen durch Hören. Mit dieser Methode könnt ihr euer Hörverstehen verbessern und euren aktiven Wortschatz erweitern. Sie hilft euch also auch, wenn ihr richtig Deutsch sprechen möchtet – wie ein Muttersprachler. Zudem könnt ihr damit das Schreiben auf Deutsch trainieren. In diesem Video korrigiere ich eine Transkription, die eine meiner Schülerinnen geschrieben hat. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einem Radiobeitrag aus der Sendung „mediasres“ vom Deutschlandfunk.

Es hat zwar gerade angefangen zu nieseln, aber das hält mich noch lange nicht davon ab, euch zu erklären, was wir heute eigentlich machen wollen. Also, hallo erstmal, liebe YouTube-Deutschlerner. Willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner unter euch, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen.

Ja, in meinem Video vergangenen Freitag hatte ich euch ja die Methode der Transkription vorgestellt. Ich habe euch ganz genau erklärt, was Transkriptionen eigentlich sind, wie sie funktionieren und warum ihr sie unbedingt anwenden solltet als Lernmethode gerade eben auf fortgeschrittenem Niveau. Also sagen wir so ab B2. Man kann Transkription natürlich auch schon vorher schreiben, aber dann sollte man eventuell nicht authentische Beiträge nehmen. Dann wäre es vielleicht besser, man nimmt sich Lernmaterial, also wirklich Material, was explizit für Deutschlernende erstellt wurde. Zum Beispiel von der Deutschen Welle, oder aus verschiedenen Lehrbüchern. Aber so effektiv ist die Methode eben eigentlich dann wirklich erst ab ungefähr B2, wenn man sich eben authentische Beiträge nimmt. Wie beispielsweise Podcasts, Videos, die eben nicht für Deutschlerner gemacht wurden, sondern für Deutschsprachige allgemein.

Wenn ihr dieses Video von letzter Woche noch nicht gesehen habt, dann schaut euch das auf jeden Fall an, bevor ihr euch das heutige Video zu Gemüte führt, da ich euch dort eben diese Methode erstmal ganz genau erkläre. Ihr gelangt zu diesem Video, wenn ihr jetzt oben rechts auf das Feld klickt. Und im heutigen Video möchte ich euch, wie versprochen, zeigen, wie ich eine Transkription, die eine meine Schülerin geschrieben hat, korrigiere und wie man dann damit weiterarbeiten kann und weiterlernen kann.

Ja, meine Schülerin ist Chinesin und sie hat sich einen Beitrag, einen ganz aktuellen Radio-Beitrag vom Deutschlandfunk ausgewählt, einen Ausschnitt rausgenommen, gleich den Anfang, diesen Ausschnitt transkribiert. Ich zeige euch jetzt ihre Transkription, dann werde ich sie vor euren Augen korrigieren und euch zeigen, was man damit noch tun kann, wie man damit weiterlernen kann. Dabei werdet ihr also euer Hörverstehen verbessern, denn wir hören uns natürlich erstmal den Beitrag zusammen an, ja. Und dann werden wir also ganz genau schauen, wir werden das korrigieren. Ihr werdet also eure Grammatikkenntnisse entsprechend auch vertiefen, euren Wortschatz erweitern. Also, wenn ihr fortgeschrittene Deutschlerner seid und das was für euch ist, dann bleibt auf jeden Fall dabei. Und ich würde mich natürlich auch freuen, wenn ihr meinen Kanal abonnieren würdet, am besten mit Benachrichtigungen, indem ihr auf die kleine Glocke drückt und auch dem Video einen Daum nach oben gebt, wenn es euch gefällt, wenn es nützlich für euch ist. Das würde mich sehr sehr freuen und würde mir auch sehr sehr helfen. So, wir hören uns jetzt gemeinsam den Beitrag an, bzw. ihr hört ihn euch an und in der Zwischenzeit gehe ich nach Hause und wir treffen uns wieder an meinem Computer.

Wenn man Transkriptionen korrigiert, muss man immer bedenken, dass die Fehler nicht unbedingt sprachlicher Natur sein müssen. Wenn ich etwas korrigiere, muss es also nicht immer automatisch heißen, dass es sich um einen sprachlichen Fehler handelt, sondern es kann auch einfach nur sein, dass es eben in dem Beitrag anders zu hören war. hier zum Beispiel hat die Schülerin einfach das Wort „auch“ nicht gehört oder vergessen. Der Satz wäre aber natürlich auch ohne dieses Wort korrekt. Allerdings gibt es hier einen sprachlichen Fehler – statt Konjunktiv 1 ist nämlich hier Konjunktiv 2 zu verwenden. Also: „Die Welt sähe anders aus.“ (Konjunktiv 2) Man könnte auch sagen: „Die Welt würde anders aussehen.“ Diese Form ist auch die häufiger benutzte Form. Konjunktiv 1 wäre:
„Die Welt sehe anders aus.“ Diese Form benutzt man zur Wiedergabe einer Behauptung oder Äußerung einer anderen Person. Das passt also in diesem Kontext nicht, d.h. hier erkennt man aus dem Kontext heraus, ob es sich um Konjunktiv 1 oder 2 handeln muss. Die Aussprache dieser beiden Formen unterscheidet sich nämlich in den meisten Regionen Deutschlands nicht. Zu diesem Phänomen habe ich bereits ein Video veröffentlicht – ich verlinke es euch unten in der Infobox und ihr könnt auch gerne jetzt oben rechts auf das Feld klicken, um zu diesem Video zu gelangen.

Hier sollten es Neuinfektionen sein – also ein Wort, ein Kompositum. Das ist so ein Wort, das man früher kaum benutzt hat und erst durch die Corona-Pandemie aktuell wurde. Das gilt auch für die 7-Tage-Inzidenz – das kann man jetzt immer wieder hören und lesen. 0 sollte man hier großschreiben, da es sich um ein Nomen handelt. Das sehen wir ja auch an der Präposition „bei“, die davor steht.

Traumhaft ist ein schönes Adjektiv – es bedeutet: sehr schön, wunderschön. Hier wurde im Beitrag der Plural benutzt. Also: Stimmen diese Zahlen? Hört mal genau hin, der Unterschied ist nur ganz leicht zu hören: Singular: Stimmt diese Zahl? Plural: Stimmen diese Zahlen? Ja, ganz leicht, aber doch.
„Was für eine Botschaft“, na, und dementsprechend auch: „was für ein Image“. Was für eine Botschaft vermittelt uns China durch diese Zahlen? Also wie sollen wir diese Zahlen interpretieren? Was bedeuten diese Zahlen? Was sollen wir von diesen Zahlen halten? Kann das wirklich stimmen? Ja, also eine Botschaft ist in diesem Kontext die Bedeutung, die wir verstehen sollen oder wie wir das interpretieren sollen, was jemand gesagt oder getan hat. Der Plural wäre hier: die Botschaften.

Und dann auch die Frage, was für ein Image hier vermittelt wird. Das Image – die Images. Das ist ein Anglizismus, also hier auf die Aussprache achten: Image – Images. Wegen der Auslautverhärtung nicht wie im Englischen [ˈɪmɪd͡ʒ], sondern mit dem stimmlosen Laut am Ende [t͡ʃ] – [ˈɪmɪt͡ʃ]. Und darunter versteht man das Bild bzw. die Vorstellung, die durch eine Handlung oder Äußerung entsteht. Also wie stellt sich China dar? Wie präsentiert sich das Land? Was für ein Image vermittelt es? Ja, ein Image vermitteln. Oder eben auch: eine Botschaft vermitteln.

Und wie wird dieses Image gepflegt? Also was tut China, damit es auch weiterhin dieses Image hat. Das Image pflegen = das Image aufrechterhalten. Hier sagt er nicht „mit“, sondern „in“. In Mediasres.

Mediasres ist ganz einfach der Name der Radiosendung. Dann hier, etwas sehr Schönes. Statt „auf dem“ sollte es „oft im“ sein. Oft im Zusammenhang. Diese Stelle hier ist ein tolles Beispiel, wo man gut sehen kann, wie man jetzt mit den Korrekturen weiterarbeiten kann, wenn man also eine Transkription geschrieben und dann korrigiert hat bzw. hat korrigieren lassen. Denn die Schülerin sollte sich jetzt z.B. überlegen: okay, wieso habe ich denn hier „auf dem“ verstanden? Ja, es klingt ja beides sehr ähnlich, aber ich will das ja in Zukunft richtig verstehen. Ja, und warum bin ich z.B. nicht von alleine drauf gekommen, dass der Satz irgendwie nicht richtig sein kann, so wie ich ihn transkribiert habe. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich ihn nicht richtig verstanden habe, also auch vom Sinn her. Und das wiederum liegt vielleicht daran, dass mir die Wörter oder die Grammatik in diesem Satz unbekannt ist. So, hier diese beiden, das ist nämlich eigentlich alles ein und derselbe Satz. Wir haben hier einen Relativsatz. Ja, das ist ein Stichwort, das oft im Zusammenhang mit Russland fällt. Ja, ein Stichwort ist ein Wort, das das Thema beschreibt, um das es geht oder ein Wort, das zum eigentlichen Thema überleitet. Wenn ich jetzt also sage: „Dieses Stichwort fällt oft im Zusammenhang mit Russland.“ – Dann bedeutet das, dass dieses Wort oft irgendwie in Verbindung mit Russland steht. Also das ist eine Kollokation: ein Stichwort fällt / ein Begriff fällt.

Das Stichwort „Desinformation“. Ja, das fällt oft im Zusammenhang mit Russland, d.h. wenn in den Medien eben über Desinformation berichtet wird, dann hat das oft was mit Russland zu tun. Kapazitäten – Plural. Der Unterschied ist auch sehr subtil. Hört ihr ihn? Offenbar baut China da seine Kapazitäten massiv aus. Offenbar baut China da seine Kapazität massiv aus. Zuerst habe ich den Satz mit dem Wort im Plural, dann im Singular gesagt. Ich sage es nochmal, zuerst Plural, dann Singular: Offenbar baut China da seine Kapazitäten massiv aus. Offenbar baut China da seine Kapazität massiv aus. Diese Pluralendung wird so ein bisschen verschluckt, ja, und das T ist in beiden Fällen, also im Singular wie im Plural in diesem Satz glottal, wird also nicht wie [t] ausgesprochen, sondern mit den Stimmlippen, hinten, ja, deshalb ist es schwer, diesen Unterschied rauszuhören.

Hier ist kein Artikel zu hören und es wäre hier auch falsch, einen Artikel zu benutzen. Es sei denn, es gäbe nur einen einzigen Korrespondenten in China. Desinformationskampagnen – auch Plural. „Derzeit“ ist ein Wort, ein Adverb. Das bedeutet: momentan. Auch etwas Interessantes. Er sagt nicht „zudem“, sondern „zunehmend“. Das heißt: „immer mehr“. „Zudem“ würde bedeuten „außerdem“ oder „auch“. Also er sagt: Das Problem beschäftigt uns zunehmend. Heißt: es beschäftigt uns immer mehr. Es wird immer relevanter für uns. Und dann könnte man sagen: Zudem beschäftigt uns die Frage, ob – bla, bla, bla. Hieße: Außerdem beschäftigt uns die Frage, ob – bla, bla, bla.

Hier haben wir wieder einen Fehler, wo meine Schülerin die Endung nicht richtig gehört hat, weil die auch wieder verschluckt wurde und eventuell eben auch weil sie nicht wusste, dass da überhaupt eine Endung sein müsste. Sonst hätte sie das ja stutzig machen müssen und dann hätte sie es wahrscheinlich selbst korrigiert. Also er sagt: mit etwas Grundsätzlichem. Und hier das gehört auch wieder zu ein und demselben Satz. Mit der Tatsache, dass es … Ja, „das ist“ und „dass es“ klingen oft gleich: [dəzəs]. Also dieses S in der Mitte kann stimmhaft sein und stimmlos. Das ist egal. Aber in beiden Fällen kann es… Beide Aussprachevarianten können diese unterschiedlichen Phrasen bedeuten. Ja, wenn ich also sage: [dəzəs] kann es „das ist“, oder „dass es“ bedeuten. Hier muss ich also auch wieder aus dem Kontext verstehen, was von beidem richtig ist. Hier also ein Nebensatz mit der Konjunktion „dass“, also: dass es in China ja seit Jahren keinerlei freie Presse mehr gibt. Keinerlei.

So, nun zuerst mal, wieso „mit etwas Grundsätzlichem“, also wieso großgeschrieben und wieso diese Endung? Im Nominativ wäre das: „etwas Grundsätzliches“. Ja, auch so: etwas Gutes, etwas Schönes. Und im Dativ ist das dann eben, z.B. „mit etwas Grundsätzlichem, mit etwas Gutem, mit etwas Schönem“. Im Akkusativ wäre es dann wieder wie im Nominativ und im Genitiv benutzt man das nicht, stattdessen würde man hier die Präposition „von“ mit Dativ benutzen. Also von etwas Grundsätzlichem, von etwas Gutem, von etwas Schönem.

Und „keinerlei“ – was ist das jetzt für ein komisches Wort? Das bedeutet, absolut kein oder überhaupt kein, überhaupt keine, ja? Dieses Wort wird nicht dekliniert, besteht also nur in dieser Form. Es gibt in China seit Jahren keinerlei freie Presse mehr. Also überhaupt keine freie Presse. Man könnte beispielsweise auch sagen: Darauf haben wir keinerlei Einfluss. Also überhaupt keinen Einfluss.

Dieser ellenlange Satz ist nahezu  einwandfrei transkribiert worden, also wirklich Spitzenleistung. Jetzt bin ich mal ein kleiner Krümelkacker, also sehr pingelig, übertrieben genau, ja, weil hier ein paar Kommas fehlen. Hier dieses „ja“ ist keine Modalpartikel, sondern so etwas wie „ähm“, also so ein Füllwort, das man im Deutschen oft benutzt, wenn man überlegt, während man spricht. Na ja, und dann schreibe ich das hier mal ein bisschen getrennt, denn wir haben ja hier eigentlich so was wie einen Versprecher. Er beginnt ja hier mit diesem Nebensatz mit der Konjunktion „dass“, dann überlegt er, wie er den Satz fortführen soll, deswegen sagt er halt auch dieses Füllwort, dieses „ja“ und dann ist der Satz zu lang, er korrigiert sich quasi, oder besser gesagt, er bricht einfach diesen Satz ab und beginnt dann neu. Hier sieht man also auch sehr schön, wie deutsche Muttersprachler sich selbst korrigieren, wenn sie sich versprochen haben.

Vielleicht noch hierzu: medial bedeutet über die Medien. Ja, also alles, was in China medial verbreitet wird, also über die Medien verbreitet wird. Und nach außen heißt ins Ausland. Also Nachrichten, die von China nach außen verbreitet werden, also ins Ausland verbreitet werden.
Was auch interessant ist, ist hier dieses „eben“ – eine sehr häufig benutzte Modalpartikel. Und ich lege euch sehr ans Herz, sie auch zu benutzen. Sie kann viele Bedeutungen haben. In diesem Fall drückt man damit aus, dass eine genauere Erklärung, Zusammenfassung oder Schlussfolgerung folgt. Wenn ihr also jemandem was erklärt oder erzählt und dann wollt ihr das nochmal so kurz und knapp zusammenfassen, was ihr gesagt habt, oder eine Schlussfolgerung oder die Konsequenz davon sagen, dann könntet ihr sagen: Das bedeutet eben, dass … Oder ja, das alles, was ich jetzt gesagt habe, das gilt eben auch für …

Jetzt habe ich euch z.B. die Bedeutung dieser Modalpartikel erklärt und jetzt könnte ich auch nochmal zusammenfassen: Das bedeutet eben, dass das Wort oft benutzt wird. Deswegen empfehle ich euch eben, das auch zu benutzen. Auch hier haben wir eine partikelhafte Phrase, nämlich „gerade noch so“ oder auch „gerade so“. Und das bedeutet: „fast nicht mehr“. Zum Beispiel: Wir haben den Zug gerade noch so geschafft. Also beinahe hätten wir ihn verpasst. Oder in Bezug auf unseren Beitrag hier: Dieser Bericht wurde von der Regierung gerade noch so toleriert. Also er wäre fast nicht mehr toleriert worden, bzw. zugelassen worden. Er war für die chinesische Regierung eben an der Grenze dessen, was sie noch tolerieren.

Hier bin ich wieder ein Krümelkacker, ja, man hört das „und“ nicht als [ʊnt], also hier sieht man auch sehr schön, dass dieses Wort oft [ʔn] ausgesprochen wird. Hört mal genau hin. Und auch hier wieder die Modalpartikel „eben“. Er benutzt sie hier wieder, um das zuvor Gesagte zusammenzufassen, ja, weil ja vor einer Weile schon auch Russland beispielsweise erwähnt wurde.

Dort gibt es ja nach wie vor eine kleine, aber eben sehr wohl vorhandene Zivilgesellschaft, die es dann eben doch schafft, sich eine Stimme zu verschaffen. Hier könnte man den Satz auch schon beenden und dann einen neuen Satz beginnen. Das ist aber hier auch so okay.

Was haben wir jetzt hier? Vielleicht erstmal „nach wie vor“, ja, das bedeutet nichts anderes als „immer noch“, „bis heute“, „weiterhin“, ja? Jetzt wird es schon spannender: „sehr wohl“ und „vorhanden“. „sehr wohl“ heißt „definitiv“. Damit kann man die Richtigkeit einer Äußerung betonen. Wenn euch beispielsweise jemand fragen würde: „Hey, du möchtest doch nicht etwa mit dem lernen aufhören?!“ Dann könntet ihr reagieren und sagen: „Nein! Wie kommst du denn darauf? Ich möchte sehr wohl weiterlernen!“ Man könnte dieses „sehr wohl“ auch einfach weglassen, aber wenn man das eben so sagt, dann betont man eben, dass man wirklich weiter lernen möchte.

Ja, und „vorhanden“ heißt „existent“. Also wenn etwas vorhanden ist, dann heißt es, dass es das gibt. In Russland gibt es eine kleine, aber sehr wohl vorhandene Zivilgesellschaft, die … Also diese Zivilgesellschaft, von der da die Rede ist, ist zwar klein, aber es gibt sie. Und obwohl sie so klein ist, schafft sie es doch, sich eine Stimme zu verschaffen. Die Modalpartikeldoch“ bedeutet hier „entgegen der Erwartung“. Wenn ihr also beispielsweise eine Party feiert und euer bester Freund hat abgesagt und am Ende kommt er doch zu euch, er hat es sich anders überlegt, er hat es doch geschafft, dann könnt ihr eben auch sagen: „Toll, du bist ja doch noch gekommen!“

Und zurück zu dieser Zivilgesellschaft: sie ist zwar sehr klein, aber sie schafft es doch, sich eine Stimme zu verschaffen. „Doch“ ist hier auch so ein bisschen so ein Synonym für „trotzdem“, ja, sie schafft es doch, sich eine Stimme zu verschaffen, mit Dativ, ja, also sie schafft es, eine Stimme zu bekommen, gehört zu werden, sich durchzusetzen. Eine ähnliche Bedeutung hat auch die Kollokation „sich Gehör verschaffen“.

Wie ihr sehen könnt, kann man durch das Schreiben von Transkriptionen wahnsinnig viel lernen. Es ist eine zeitintensive, aber umso effektivere und daher empfehlenswerte Methode, wenn ihr eurem Deutsch einen ordentlichen Schub verpassen wollt. Falls euch dieses Video weitergebracht hat, gebt doch bitte einen Daumen nach oben. Weitere Videos wie dieses seht ihr, wenn ihr meinen Kanal abonniert. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Deutsch verbessern mit Transkriptionen | Deutsch lernen durch Hören | Deutsch für Fortgeschrittene

Wie kann ich schnell große Fortschritte beim Deutschlernen erzielen? Diese Frage erreicht mich beinahe täglich. Im heutigen Video möchte ich euch eine intensive, aber auch sehr effektive Methode vorstellen, mit der ihr euer Deutsch verbessern bzw. vielmehr eure Deutschkenntnisse perfektionieren könnt und die auch erheblich dazu beigetragen hat, dass ich mein Englisch und mein Tschechisch perfektionieren konnte. Eine Methode, mit der ihr gleichzeitig an drei Kompetenzen arbeitet. Mithilfe von Transkriptionen könnt ihr nämlich nicht nur besser auf Deutsch schreiben lernen, sondern auch euer Hörverstehen verbessern, euren aktiven Wortschatz erweitern und somit letztendlich auch besser Deutsch sprechen.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Eine Frage, die mich beinahe täglich erreicht, ist: Wie kann ich schnell große Fortschritte beim Deutschlernen erzielen? Keine Angst: das hier soll nicht das 1000. Video werden, in dem euch jemand 10 Minuten lang erklärt, dass man die Sprache sprechen, also aktiv benutzen muss, um besser zu sprechen. Oder dass man regelmäßig lernen, also am Ball bleiben soll. Ich gehe mal davon aus, dass das offensichtlich ist und dass ihr das auch schon mehrfach gehört habt. Nein, ich möchte euch heute eine intensive, aber auch sehr effektive Methode vorstellen, mit der ihr eure Deutschkenntnisse perfektionieren könnt und die auch erheblich dazu beigetragen hat, dass ich mein Englisch und mein Tschechisch perfektionieren konnte. Eine Methode, mit der ihr gleichzeitig an drei Kompetenzen arbeitet, nämlich Hören, Schreiben und auch Sprechen. Wenn das was für euch ist, dann bleibt dran. Außerdem, wenn euch meine Videos gefallen, abonniert doch bitte meinen Kanal, klickt auch auf die kleine Glocke neben dem Abonnieren-Button und gebt dem Video einen Daumen nach oben. Das würde mich wirklich sehr sehr freuen und würde mir auch wirklich sehr sehr helfen.

So, was ist denn das jetzt also für eine so wahnsinnig effektive Methode, die einem bei der Verbesserung seines Hörverstehens, seines mündlichen Sprachvermögens und seiner Schreibfertigkeiten hilft? Ja, und zwar geht es um Transkriptionen. Ich möchte euch erklären, was das eigentlich ist bzw. wie das eben funktioniert und auch wie es mir also mit meinen Fremdsprachen geholfen hat. Transkriptionen zu schreiben, das ist wirklich eine Methode, eine Übung, die ich immer wieder angewendet habe, sowohl in Englisch als auch in Tschechisch, die mich eben unglaublich weitergebracht hat. Im Prinzip ist die Übung ganz einfach und ich gehe jetzt auch einfach mal davon aus, dass ihr wisst, was eine Transkription ist. Also ganz kurz gesagt: man hört sich was an und schreibt einfach alles auf, was man hört. Man transkribiert gesprochene Worte. Man nimmt sich einfach ein Video oder Audio und schreibt dann eben alles auf, was man hört. So, das kann einem ja offensichtlich helfen, besser zu schreiben. Aber eben wie schon gesagt nicht nur das, sondern man erhöht damit eben auch ganz erheblich sein Hörverstehen. Ja, weil, um alles, was man da im Video oder Audio hört – und damit meine ich buchstäblich alles – aufzuschreiben, muss man ja wirklich ganz genau zuhören. Und das ist eben gleichzeitig auch der Grund, warum man dadurch auch übt, sich mündlich besser auszudrücken, flüssiger zu sprechen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht: „Moment, ich sitze da. Ich höre mir irgendetwas an.“ Ja, das kann übrigens alles mögliche sein, das kann ein Audio-Podcast sein, irgendein Video von YouTube, eine Nachrichtensendung, eine Szene aus irgendeinem Film – ja, das ist ganz egal, was das ist. Eine Sprachnachricht von einem Freund, alles mögliche. Und wenn ihr euch jetzt fragt: „So, und ich schreibe das einfach auf. Wie soll ich denn dabei besser sprechen lernen?“ Ganz einfach: wenn ihr die Transkriptionen macht, dann müsst ihr ja wie schon gesagt ganz genau darauf achten, dass ihr das alles ganz exakt Wort für Wort zu Papier bringt. Also ihr müsst wirklich das ganze Gesprochene, was ihr da hört, wirklich transkribieren. Das heißt nicht nur zusammenfassen, sondern wirklich Wort für Wort alles aufschreiben. Und dazu ist es wiederum nötig, dass ihr euch dieses Video – oder Audio, je nachdem – mehrfach anhört, ihr müsst mehrfach hinhören, damit ihr wirklich jedes kleine Wörtchen, auch die kleinen Modalpartikeln wie z.B. „ja“, „eben“, „doch“, „mal“ usw. ja, und solche kleinen, ja, auch jede kleine Endung… Damit ihr das wirklich richtig gut versteht, ist es einfach nötig, mehrfach hinzuhören und durch dieses mehrfache Hören, was ihr ja automatisch dann tun müsst, damit es eben richtig alles aufgeschrieben ist, automatisiert sich das. Es prägt sich in eure, ja, in euer Gehirn ein, genauso wie es das bei Kindern tut. Kleine Kinder, die ihre Muttersprache lernen, ja bloß, dass die dafür natürlich viel länger brauchen. Die brauchen dafür 5-6 Jahre, bis sie ihre Muttersprache richtig beherrschen. Und mit 6 Jahren hat man in der Regel auch noch nicht das Sprachniveau C1 in seiner eigenen Muttersprache erreicht. Das heißt, wenn ihr also jetzt in Richtung C1 unterwegs seid oder sogar C2, dann habt ihr ja eigentlich zum Ziel, besser zu sprechen, euch besser auszudrücken als ein sechsjähriges Kind. Und mit Transkriptionen könnt ihr diesen Prozess eben schneller ablaufen lassen.

Ihr könnt 3 wichtige Fertigkeiten trainieren und üben und das Ganze in weitaus kürzerer Zeit, als Muttersprachler das tun, da man eben, wenn man Transkriptionen schreibt, diesen Prozess, der sich normalerweise über mehrere Jahre erstreckt, sozusagen künstlich beschleunigen kann. Ja, je öfter man diese Übung macht, desto besser. Ich muss auch dazu sagen, dass das in den wenigsten Sprachkursen oder auch YouTube-Videos so empfohlen bzw. unterrichtet wird, also von dieser Methode hört man da eigentlich kaum was und ich kann das nicht nachvollziehen, da diese Methode wirklich wahnsinnig effektiv ist und als ich noch selbst an Sprachschulen unterrichtet habe, habe ich das auch schon immer mit meinen Schülern angewandt. Der Trick oder, Trick – es ist ja eigentlich kein Trick, nichts Magisches – das Wesen oder das Prinzip, auf dem diese Übung beruht, ist ganz einfach: dadurch, dass man alles aufschreiben will, muss man mehrmals zuhören, ja, es kann durchaus sein, dass ihr bei einem einzigen, vielleicht auch ganz kurzen Satz, 8 mal zuhören müsst, weil er einfach unheimlich schnell gesagt wird oder die Laute reduziert werden, ja, und dadurch, durch dieses mehrfache Hören, zu dem ihr ja dann eben gezwungen seid, ja, desto mehr verarbeitet das Gehirn, was man hört. So taucht man in die Sprache ein, merkt sich neue Strukturen viel besser und benutzt sie schlussendlich dann eben auch selbst beim Sprechen. Das heißt, das hilft einem z.B. auch unheimlich dabei, komplexere grammatikalische Strukturen zu verinnerlichen.

Wenn man sich z.B. 10 mal einen Satz anhören muss im, sagen wir mal, Konjunktiv 2 Vergangenheit Passiv mit Modalverb oder so was, ja, also man hört sich das wirklich 10 mal an, weil man immer wieder, ja, das einfach wiederholen muss, um wirklich alles zu Papier zu bringen, dann verarbeitet das Gehirn diese Struktur und es fällt einem später wesentlich leichter, das selbst auch zu benutzen, wenn man spricht. Es hilft auch erheblich dabei, die Modalpartikeln besser zu verstehen bzw. deren Bedeutung wirklich in vollem Umfang zu erfassen, zu begreifen, ja, und die dann eben auch selbst beim Sprechen zu benutzen. Weil diese Modalpartikeln sind ja auch ganz wichtig, da sie zur deutschen Sprache dazu gehören und ja nicht einfach nur überflüssige Füllwörter sind, sondern wirklich auch eine Bedeutung haben.

Intonation spielt da eine ganz wichtige Rolle. Ja, kurzum: das alles kann man, wenn man Transkriptionen schreibt, eigentlich üben. Bei Transkriptionen macht man dementsprechend übrigens oft auch die gleichen Fehler wie beim Sprechen. Wenn man es also schafft, bestimmte Fehler in Transkriptionen zu vermeiden, wird man sie auch beim Sprechen nicht mehr machen. So, jetzt habe ich euch umfassend erläutert, wie die Methode funktioniert, worauf sie beruht. Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt: es gibt auch einen Nachteil: die Übung ist nämlich ganz schön zeitintensiv. Ja, das könnt ihr sehen, wenn ihr euch z.B. das Transkript zu diesem Video hier anguckt, dann wäre das mehrere Seiten lang und das Video hier ist ja aber relativ kurz, ja, also ich rede ja hier nicht eine Stunde oder so. Ja, d.h. so eine Transkription zu schreiben, kann bei einem Video von 20 Minuten Länge schon mal 3-4 Stunden dauern. Und das ist ja nicht so attraktiv, ne? Deswegen sollte man sich – und das ist ein Tipp, den ich euch hier gebe – immer nur ein kurzes Video oder Audio nehmen oder – wenn es länger ist – dann nur einen Ausschnitt. Und da reichen oftmals wirklich schon Videos oder Audios oder eben Ausschnitte daraus von 1-2 Minuten Länge. Das klingt jetzt erstmal wenig, aber de facto braucht ihr für die Transkription dann bestimmt eine halbe Stunde. Und eine halbe Stunde, um an seinen Deutschkenntnissen zu arbeiten und – wie schon gesagt – an drei Fähigkeiten, ja, also Hören, Sprechen, Schreiben – ja, mit einer halben Stunde ist man da, glaube ich, schon ganz gut dabei und kann da wirklich was erreichen, wenn man das regelmäßig tut, versteht sich.

Also entweder nehmt ihr kurze Beiträge, empfehle ich euch zumindest, oder bei längeren Beiträgen wählt ihr euch eben nur einen kleinen Ausschnitt aus, vielleicht etwas, wo ihr vielleicht nicht so gut verstanden habt, wo ihr wirklich Probleme hattet. Wählt euch natürlich bevorzugt nicht was aus, wo ihr schon alles und jedes einzelne Wort verstanden habt. Sondern nehmt euch lieber was, was ihr nicht so gut verstanden habt oder wo schwierige Wörter drin vorkamen oder komplexe grammatikalische Strukturen, wo ihr gehört habt und gedacht habt: „Oh Gott, das würde ich so niemals sagen.“ Ja, dann setzt euch hin und transkribiert das. Und dann hilft es euch wirklich, diese Strukturen, diese Wörter zu automatisieren. Das prägt sich wie gesagt so besser ein, als wenn ihr das einfach nur lest und fertig. Ja, dann auch ganz wichtig: ihr solltet immer nur Beiträge transkribieren, die für euch interessant und relevant sind. Also warum sollte man z.B. einen politischen Nachrichtenbeitrag transkribieren, wenn man es eigentlich hasst, über Politik zu reden, und man das auch gar nicht braucht? Ja, also relevante und interessante Beiträge. Das ist bei jedem natürlich anders, also das kann man nicht pauschalisieren. Manche von euch, die in Deutschland leben, haben vielleicht Schwierigkeiten, Leute zu verstehen, die einen Dialekt sprechen, also vielleicht lebt ihr in einer Region, wo ein Dialekt mit einer sehr markanten und vom Hochdeutschen stark abweichenden Aussprache gesprochen wird, ja, dann könnte es nützlich sein, irgendwas in dem jeweiligen Dialekt zu transkribieren, z.B. von einem Politiker, also die Politiker in den Landtagen, also den Parlamenten der Bundesländer, sprechen auch im Dialekt, ja, aber wie gesagt, relevant und interessant muss es sein, für euch, also das ist eben bei jedem anders. Achtet auch drauf, dass ihr was transkribiert, was euch auch herausfordert. Ich meine, es wäre einfach unsinnig und Zeitverschwendung, z.B. Hörtexte aus einem A1-Lernbuch zu transkribieren oder irgendeinen medizinischen Podcast auf, D1-Niveau, sage ich jetzt mal, es sei denn, ihr seid Ärzte, ja, aber wählt euch Beiträge, bei denen ihr schon den Großteil versteht, wo es aber trotzdem noch Teile gibt, die ihr nicht so gut versteht. Oder vielleicht sind euch in einem Teil komplexe Satzstrukturen oder neue Wörter und Redewendungen aufgefallen, oder es wird sehr schnell gesprochen, ja, das wäre eine gute Grundlage, um eine Transkription zu schreiben. Dann empfehle ich euch auch immer, authentische Beiträge wie Sprachnachrichten von Freunden, Fernsehsendungen, Radionachrichten, Filmszenen, Interviews, Vorträge usw., ja, alles mögliche, aber eben authentische Beiträge zu transkribieren. Lehrbuchtexte versteht man meistens besser und die sind meistens nicht so gut geeignet, weil wie ein Lehrbuchsprecher möchte ja keiner reden. Also Videos oder Audios aus dem echten Leben – das ist auch ganz wichtig.

Und der letzte Tipp, den ich euch hier mit auf den Weg geben will, ist: Lasst eure Transkriptionen von einem Lehrer oder Muttersprachler korrigieren. Die Zeit, in der ihr alles alleine schafft, ist vorbei, ja, ihr habt jetzt ein Niveau erreicht, wo es einfach … Also wenn ihr wirklich besser werden wollt, dann braucht ihr einfach jemanden, der euch unterstützt. Gerade bei Transkriptionen werdet ihr immer wieder viele Fehler machen, es sei denn, ihr transkribiert A1-Lehrbuchdialoge, aber das wäre ja dann wie gesagt Quatsch. Ja, ihr werdet Fehler machen und diese Fehler sind ja auch total wichtig, weil man ja nur so überhaupt was Neues lernen kann! Aber um die Fehler zu nutzen, braucht ihr halt jemanden, der euch darauf aufmerksam macht. Also man kann das durchaus auch selber korrigieren. Wenn ihr z.B. einen Podcast transkribiert und das Transkript online verfügbar ist, ist das schon ein Vorteil. Aber das Ding ist: es ist oft so, dass in solchen Transkripten dann nicht alle Wörter stehen, weil sie ja nicht für Deutschlerner gemacht wurden, sondern für alle Leute, die einfach Deutsch sprechen und dann geht es ja in diesen Transkriptionen nicht darum, alles wortwörtlich aufzuschreiben, d.h. es werden dann ganz oft z.B. Sätze verkürzt oder teilweise wird auch der ein oder andere Satz oder z.B. Versprecher, ja, wenn sich jemand versprochen hat oder so, dann wird das weggelassen, einfach damit sich der Text dann besser lesen lässt. Das Gleiche gilt übrigens für Untertitel bei Filmen oder auch vielen Videos auf YouTube, dass die nicht wortgetreu sind, sondern dass die sich dann eben oft von dem, was da tatsächlich wortwörtlich gesagt wurde, unterscheiden. Wenn ihr authentische Beiträge transkribieren wollt, dann lege ich euch meine Online-Akademie ans Herz. Dort arbeiten wir nämlich ausschließlich mit authentischem Material und es gibt zu allen Beiträgen auch immer ein wortgetreues Transkript, mit dem ihr kontrollieren könnt und natürlich habt ihr dort auch die Option, euch einen persönlichen Lehrer noch zu buchen, wenn ihr möchtet. Infos zu meiner Akademie findet ihr auf meiner Webseite – der Link ist unter dem Video.

Nächsten Freitag werde ich hier auf meinem YouTube-Kanal dann ein Video veröffentlichen, in dem ich eine Transkription von einer unserer Schülerinnen korrigiere und euch zeige, wie man dann konkret auch damit lernt. Um dieses Video nicht zu verpassen, aktiviert am besten Benachrichtigungen, indem ihr auf das Glöckchen hier unten klickt. Und wenn ihr das heutige Video nützlich und interessant fandet, dann gebt doch bitte einen Daumen nach oben. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Wortschatz B2 C1 C2: Corona, Lockdown | Deutsche Aussprache verbessern | Deutsch mit Angela Merkel

In dieser umfangreichen Lektion lernt ihr Deutsch von Angela Merkel! Wir schauen uns einen Teil ihrer Rede an. Dabei werdet ihr euren Wortschatz verbessern und viele nützliche trennbare Verben, Verben mit Präpositionen, Kollokationen und Redewendungen kennenlernen. Ziel ist es, dass ihr diesen Wortschatz einerseits versteht, andererseits jedoch auch selbst korrekt benutzen könnt. Außerdem seht ihr viele Beispiele aus anderen Videos, in denen der neue Wortschatz in authentischen Situationen verwendet wird. Mit dieser Lektion werdet ihr also auch euer Hörverstehen erhöhen und euer mündliches Sprachvermögen bzw. eure deutsche Aussprache verbessern.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Seit letztem Montag ist Deutschland ja nun wieder im Lockdown. Man will ja damit versuchen, mit der Corona-Pandemie fertig zu werden. Es mussten also erneut alle Gastronomiebetriebe und auch viele Betriebe im Bereich der Kultur schließen, was ja für viele Unternehmer aus finanzieller Sicht sehr sehr hart ist. Angesichts dessen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche dann an Unternehmer und Selbstständige gewandt, um sie über die neuen Entscheidungen der Bundesregierung zu informieren und ihnen finanzielle Unterstützung zuzusichern.

Wir schauen uns einen Teil dieser Rede von Frau Merkel an. Dabei lernt ihr jede Menge nützlicher Wörter und Ausdrücke aus dem Bereich der Wirtschaft, und zwar im Hinblick auf die aktuelle Corona-Krise. Viele dieser Wörter könnt ihr allerdings auch in anderen Situationen antreffen und dementsprechend auch selbst benutzen. Außerdem schauen wir uns natürlich genau die Aussprache an, was euch wiederum auch mit eurem Hörverstehen helfen wird. Es lohnt sich also auf jeden Fall, dranzubleiben.

Bevor wir starten, gebt dem Video doch bitte einen Daumen nach oben und aktiviert Benachrichtigungen für neue Videos. Das würde mir wirklich sehr sehr helfen und es würde mich dementsprechend auch wirklich sehr freuen.

Mit jemandem oder etwas umzugehen heißt, mit dieser Person oder Sache ohne große Schwierigkeiten fertig zu werden. Also damit klarzukommen. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen mit den Corona-Maßnahmen irgendwie umgehen. Das heißt: Er kommt nicht gut mit Kindern klar. Es handelt sich hier um ein trennbares Verb. Betont wird also nicht das Verb an sich, sondern das Präfix: umgehen, umgegangen. Außerdem haben wir hier ein typisches Beispiel für die sogenannte e-Schwa-Tilgung. Was das e-Schwa ist, behandeln wir in dem Video, jetzt hier oben rechts und statt [ˈʊmgeːǝn] – das ist die Aussprache, die man im Wörterbuch findet, mit 3 Silben (umgehen) da haben wir das e-Schwa in der letzten Silbe stattdessen würde man aber eben viel öfter die Aussprache [ˈʊmgeːn] bevorzugen. [ˈʊmgeːn] Mit 2 Silben, [ˈʊmgeːn]. Gleiches gilt auch für das Partizip 2. Statt [ˈʊmgǝgaŋǝn] ist es sehr üblich [ˈʊmgǝgaŋ] zu sagen: [ˈʊmgǝgaŋ]

Jemandem etwas abzuverlangen heißt, hohe Anforderungen an diese Person zu stellen. Wenn ich also sage. Diese Sache verlangt mir viel ab, dann bedeutet das, dass diese Sache sehr sehr schwer, sehr sehr anstrengend, sehr sehr anspruchsvoll ist, eben hohe Anforderungen an mich stellt. Ich kann damit halt nicht so einfach umgehen. Und jetzt eben in dieser aktuellen Situation wird durch die Maßnahmen der Regierung der Wirtschaft viel abverlangt. Also es werden hohe Anforderungen an die Wirtschaft gestellt. Bei diesem Verb gilt einiges zu beachten, was die Aussprache betrifft. Wir schauen uns dazu mal die häufigsten Formen an, in denen dieses Verb überhaupt benutzt wird: abverlangt In dieser Form wird das Verb mit Abstand am häufigsten benutzt. Auch Frau Merkel hat es in dieser Form benutzt. Ihr werdet es also in den meisten Fällen in dieser Form irgendwo dieses Werb antreffen und dementsprechend am wahrscheinlichsten auch in dieser Form selbst verwenden. Das kann ja nicht nur das Partizip 2 sein, das wir für das Perfekt, Plusquamperfekt und Passiv brauchen, sondern auch die 3. Person Singular (er/sie/es) und die 2. Person Plural (ihr). Und zwar immer genau dann, wenn das Verb in einem Nebensatz vorkommt, weil es ja dann nicht getrennt wird. Das Präfix trägt die Betonung und wird somit am lautesten ausgesprochen. Es ist allerdings trotzdem kurz. Wichtig ist hier die Auslautverhärtung, d.h. wir sprechen ein P. Statt des B, was wir schreiben. Die beiden anderen Silben werden sehr schnell ausgesprochen. Zunächst ver-. Nur zwei Laute: der F-Laut [f] und das a-Schwa [ɐ]. Verbinden wir das nun mit dem Präfix ab-, dann klingt das so:[ˈapfɐ]. Zum Schluss noch: [laŋt] – mit dem nasalen Laut [ŋ]. [ˈapfɐlaŋt]. Im Wörterbuch findet man die Aussprache: [ˈapfɛɐ̯laŋt] – [fɛɐ̯]. Das würde man so allerdings nur sagen, wenn man dieses Wort ausdrücklich hervorheben will. Im Normalfall also nur mit dem a-Schwa: [fɐ]. nicht: [ˈapfɛɐ̯laŋt], sondern [ˈapfɐlaŋt]. Hier sind ein paar Beispiele mit dieser Wortform. Die zweithäufigste Form, in der man dieses Verb antreffen kann, ist: abverlangen. Das kann ja der Infinitiv sein, offensichtlich. Oder auch die wir-Form und die sie-Form im Plural, wenn das Verb wieder im Nebensatz vorkommt. Denn dann trennen wir es ja nicht. Aussprache: [ˈapfɐlaŋ]. Wir haben auch hier wieder eine e-Schwa-Tilgung, da es viel gängiger ist, zu sagen: [ˈapfɐlaŋ] statt [ˈapfɐlaŋǝn]. In der wir-Form kommt dieses Verb übrigens eher selten vor. Wenn wir diese Form antreffen, dann handelt es sich also meistens um die sie-Form im Plural, oder den Infinitiv. Hier kommen Beispiele: verlangt … ab. Das kann ja wie schon gesagt die 3. Person Singular (er/sie/es) und die 2. Person Plural (ihr) sein, allerdings wird es am meisten in der 3. Person Singular so benutzt. Und wir müssen es ja trennen, wenn es im Hauptsatz vorkommt. Also das ist eigentlich dieselbe Form, wie ABVERLANGT, aber jetzt einfach, wenn es im Hauptsatz benutzt wird. Verlangen … ab. Das wäre dann die 1. Person Plural (wir) oder die für dieses Verb relevantere Form, nämlich die 3. Person Plural (sie). Auch wieder, wenn wir es im Hauptsatz verwenden. In beiden Fällen ist drauf zu achten, dass man das Präfix klar artikuliert, mit einem Knacklaut, also einer klar erkennbaren Pause davor. Zum Beispiel: Die Hauptbetonung liegt in diesem Satz nicht auf dem Präfix, sondern auf dem Nomen „Geduld“. Trotzdem ist das Präfix „ab“ klar zu hören.

Unter einem Spitzenverband versteht man ein Zusammenschluss von Menschen gleicher Gesinnung, oder mit dem gleichen Ziel. Also in dem Fall ein Zusammenschluss von Arbeitgebern, die eben alle zusammen zu einem bestimmten Zweck zusammen arbeiten. In diesem Fall haben wir also Spitzenverbände der Arbeitgeber. Das sind dann also alles Arbeitgeber, die alle zusammen in dieser einen Organisation zusammengeschlossen sind. Eine Auswirkung ist der Effekt oder Einfluss bzw. auch die Folge, die eine Sache auf eine andere Sache hat. Die Corona-Krise hat beispielsweise viele negative Auswirkungen auf die Wirtschaft. Beeinflusst die Wirtschaft also im negativen Sinne. Bei diesem Nomen betonen wir das Präfix: Aus- [ˈaʊ̯svɪɐ̯kʊŋ]. Dieses Nomen endet ja außerdem auf -ung. Im Plural haben wir ja dann -ungen. In der Regel sprechen wir bei Nomen mit dieser Endung -ung aber die Pluralform genauso wie die Singularform aus. Und so ist es eben auch hier: [ˈaʊ̯svɪɐ̯kʊŋ] – sowohl für den Singular als auch für den Plural. Hier sehen wir das in der Praxis. Frau Merkel hat gesagt, dass sie Beratung mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber plant und sie möchte eben mit ihnen eben darüber beraten, wie sie die Auswirkungen der Krise weiter abfedern können. Also die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft sollen abgefedert werden. Das heißt, man möchte diese schlechten oder unbeabsichtichten Folgen vermeiden. Ja? Also man hat ja jetzt diese Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung vor der Ausbreitung des Virus zu schützen, um das Gesundheitsystem nicht zu überlasten usw. Und damit verbunden sind aber eben auch negative Auswirkungen.

Diese negativen Auswirkungen möchte man natürlich so gering wie möglich halten. Das heißt, man möchte diese negativen Auswirkungen abfedern. Ähnlich wie bei dem Verb „abverlangen“ betonen wir auch hier das Präfix. Das Präfix ab- wird übrigens immer betont. Deswegen sind auch alle Verben, die dieses Präfix haben, trennbar. Und wir haben auch hier wieder diese drei Laute am Anfang: [ˈapf]. Wie bei dem Wort Apfel. Außerdem haben wir in der letzten Silbe das a-Schwa. Und jetzt gibt es wieder diese 2 Möglichkeiten: [ˈapfeːdɛɐ̯n] oder [ˈapfeːdɐn]. Wir bevorzugen die zweite, ja? Das hatten wir auch vorhin schon. Statt [ɛɐ̯] also einfach nur das a-Schwa: [ˈapfeːdɐn].

Bund und Länder. Das ist eine oft benutzte Kollokation und diese Kollokation werdet ihr wahrscheinlich nicht so oft in eurem Land hören. Es sei denn es handelt sich auch um einen föderalistischen Staat. Wie z.B. Deutschland oder Österreich. Nur in solchen Staaten macht das Sinn von Bund und Ländern zu sprechen. Und mit dem Bund meint man dann immer den gesammten Staat in Gegensatz zu den einzelnen Bundesländern. Ja? Die Länder sind dann die Bundesländer. Also z.B. haben wir das ja auch in vielen Komposita. Wie z.B.: Das wäre Berlin, usw. Beispiel mit dieser Kollokation: Weitreichend ist ein Adjektiv, kann auch als Adverb verwendet werden und bedeuted: für einen großen Bereich wichtig. Beschließen heißt übrigens: nach gründlicher Beratung und Überlegung eine verbindliche Entscheidung zu treffen. Wenn ich also sage: Bund und Länder haben weitreichende Beschrenkungen beschlossen, dann heißt das, sie haben über diese Beschrenkungen diskutiert, sie haben überlegt, was Sinn macht, was eher nicht Sinn macht und am Ende haben sie eine verbindliche Entscheidung getroffen.

Konsequent ist auch wieder ein Adjektiv, wird aber häufiger als Adverb verwendet und eher seltener als Atribut. Das heißt. Es wird eher häufiger mit Verben zusammen verwendet und eher seltener mit Nomen zusammen. Und konsequent bedeutet: Etwas passiert so, dass eine Sache nicht verändert bzw. beeinflusst wird. Frau Merkel hat gesagt, wir müssen schnell und konsequent handeln. Also wir müssen schnell handeln auf der einen Seite und auf der anderen Seite müssen wir auch so handeln, dass wir unsere Handlungsweise, unser Verhalten nicht die ganze Zeit verändern. Also wir müssen einer Linie folgen. Dieses Wort wird auf der letzten Silbe betont: [ˌkɔnzǝˈkvɛnt]. Genau genommen gibt es für dieses Wort zwei Aussprachevarianten: [ˌkɔnzǝˈkvɛnt] mit dem e-Schwa in der zweiten Silbe. Diese Aussprache hört man öfter. Allerdings ist auch die Aussprache [ˌkɔnzeˈkvɛnt] durchaus üblich, mit einem sogenannten gespannten E, aber trotzdem ist das E kurz.

Rapid ist auch wieder ein Adjektiv und kann sowohl Atributiv, also vor Nomen als auch adverbiel, also mit Verben zusammen benutzt werden. Es bedeutet schnell und unaufhaltsam. Es ist also quasi ein Synonym zu schnell. Typische Kollokationen sind: Ein rapider Anstieg, das rapide Wachstum.

Wenn etwas überlastet ist, dann muss es zu viel aufnehmen, oder bewältigen. Beispielsweise wird seit Jahren im Stadtzentrum Münchens ein zweiter S-Bahn-Tunnel geplant, da der bestehende S-Bahn-Tunnel überlastet ist. Durch diesen Tunnel fahren alle S-Bahn-Linien der Stadt München. Es ist Wahnsinn. Also wenn ihr schon mal in München wart, dann werdet ihr das vielleicht auch gesehen haben. Wenn ihr da an einer S-Bahn-Station im Zentrum steht, da kommt wirklich jede Minute eine S-Bahn. Es können also nicht mehr S-Bahnen durch diesen Tunnel durchfahren. Und trotzdem, obwohl dieser Tunnel also an seiner Kapazitätsgrenze ist, müssten eigentlich noch mehr S-Bahnen fahren, um diesen ganzen Fahrgastufkommen gewachsen zu sein. Deswegen plant man eben einen zweiten Tunnel. Im März 2020, war das italienische Gesundheitsystem schnell überlastet. Wir betonen hier nicht das Präfix, sondern den Stamm: [ˌyːbɐˈlastət] Dadurch haben wir hier das Phänomen, dass wir das Präfix sehr sehr schnell aussprechen. Aus dem langen Ü wird dann also oft ein kurzes Ü. Es bleibt aber trotzdem gespannt: [ˌybɐˈlastət].

In erster Linie bedeutet: hauptsächlich. Betonung auf dem Wort „erster“. Dieses Wort wird in der Regel in dieser Phrase auch deutlich von der Präposition „in“ abgegrenzt, nämlich durch den Knacklaut: [ɪn ˈʔɛɐstɐ ˌliːniǝ̯]. Wenn diese Phrase in der Satzmitte oder am Satzende auftritt, dann verkürzt man sehr sehr oft die Präposition „in“ und verbindet sie mit dem Wort davor. Das ist ja ein Funktionswort, eben eine Präposition. Und wie wir bereits wissen, werden ja Funktionswörter in der Regel stark verkürzt. So, und obwohl diese Präposition mit einem Vokal beginnt, wo wir ja eigentlich am Anfang auch den Knacklaut hören müssten, haben wir den hier in diesem Fall eben ganz oft nicht, weil wir die Präposition „in“ eben mit dem Wort davor verbinden. Außerdem wird der Vokal oft so stark reduziert, dass eigentlich nur noch das N übrig bleibt, also einfach [n] statt [ɪn].

Sagt mir bitte mal in den Kommentaren, welche Wörter neu für euch waren. Wenn euch diese Art zu lernen übrigens gefällt, dann empfehle ich euch, meiner Akademie beizutreten. Dort gibt es jede Menge solcher Videos wie dieses hier. Außerdem zu jedem Video eine Übersicht über den neuen Wortschatz mit vielen vielen Beispielen sowie einem handlichen Shadowing-Tool zum Trainieren eurer Aussprache und Reduzierung eures Akzentes, das ihr nirgendwo anders im Internet findet. Unter dem Video hier in der Beschreibung findet ihr den Link zur Webseite meiner Akademie. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

 

VonBenjamin

Intensives Hören: Lange und kurze Vokale

Im Deutschen gibt es ja bekanntlich lange und kurze Vokale. Daneben unterscheiden wir auch zwischen gespannten und ungespannten Vokalen. Bevor man seine Aussprache verbessern, also diese Unterschiede selbst produzieren kann, muss man erstmal in der Lage sein, diese beim Hören zu erkennen. Denn wie soll man etwas selbst sagen, wenn man es noch nicht mal hören kann? Deshalb habe ich für euch ein Aussprachetraining mit 100 Wörtern zum intensiven Hören vorbereitet. Eure Aufgabe ist es dabei, zu erkennen, ob die Vokale lang oder kurz bzw. gespannt oder ungespannt gesprochen werden. Ich wünsche euch viel Spaß beim Aussprachetraining und freue mich über euer Feedback in den Kommentaren!

    1. lachen – [a]
    2. spielen – [iː]
    3. Fühl mal! – [yː]
    4. wöchentlich – [œ]
    5. das Gen – [eː]
    6. die Cola – [oː]
    7. wir siezen uns – [iː]
    8. ich hoffe – [ɔ]
    9. Österreich – [øː]
    10. des – [ɛ]
    11. zu sehen – [ʊ]
    12. zusehen – [uː]
    13. wenn – [ɛ]
    14. die Löhne – [øː]
    15. sie redet – [eː]
    16. Köln – [œ]
    17. offen – [ɔ]
    18. die Rehe – [eː]
    19. verärgert – [eː]
    20. beschießen – [iː]
    21. der Kohl – [oː]
    22. sie nörgeln – [œ]
    23. der Minister – [ɪ]
    24. empfehlen – [eː]
    25. die Analyse – [yː]
    26. wen – [eː]
    27. die Mitte – [ɪ]
    28. das Koma – [oː]
    29. wegen – [eː]
    30. doch – [ɔ]
    31. Berlin – [iː]
    32. mürrisch – [ʏ]
    33. atmen – [aː]
    34. der Keks – [eː]
    35. lüften – [ʏ]
    36. gestern – [ɛ]
    37. die Züge – [yː]
    38. schlagen – [aː]
    39. die Hitze – [ɪ]
    40. vierzig – [ɪ]
    41. die Schnur – [uː]
    42. das Video – [iː]
    43. der Ort – [ɔ]
    44. das Ohr – [oː]
    45. wurden – [ʊ]
    46. die Größe – [øː]
    47. das Magazin – [iː]
    48. kühl – [yː]
    49. die Miete – [iː]
    50. die Bevölkerung – [œ]
    51. absolut – [uː]
    52. er kam – [aː]
    53. die Wörter – [œ]
    54. der Dienst – [iː]
    55. er schnurrt – [ʊ]
    56. treten – [eː]
    57. sitzen – [ɪ]
    58. die Kuhle – [uː]
    59. die Gothik – [oː]
    60. der Ruhm – [uː]
    61. der Fluss – [ʊ]
    62. Düsseldorf – [ʏ]
    63. das Herz – [ɛ]
    64. Italien – [aː]
    65. der Löffel – [œ]
    66. der Euro – [o]
    67. der Kamm – [a]
    68. übrig – [yː]
    69. benötigen – [ɪ]
    70. der Herd – [eː]
    71. der Bus – [ʊ]
    72. rüber – [yː]
    73. das Niveau – [oː]
    74. die Geste – [eː]
    75. die Mathematik – [a]
    76. groß – [oː]
    77. das Komma – [ɔ]
    78. der Fuß – [uː]
    79. übersetzen – [y]
    80. Prag – [aː]
    81. bröckeln – [œ]
    82. üppig – [ʏ]
    83. das Museum – [eː]
    84. mathematisch – [aː]
    85. das Öl – [øː]
    86. Benjamin – [iː]
    87. es tränt – [eː]
    88. worden – [ɔ]
    89. düster – [yː]
    90. die Gäste – [ɛ]
    91. Dresden – [eː]
    92. der Rum – [ʊ]
    93. sozial – [aː]
    94. sollen – [ɔ]
    95. fünf – [ʏ]
    96. die Asche – [a]
    97. der Opel – [oː]
    98. Hallo – [o]
    99. der Koch – [ɔ]
    100. das Alphabet – [eː]