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VonBenjamin

Wortschatz B2 C1 C2 | Fließend & Akzentfrei Deutsch lernen mit Olaf Scholz

Heute lernen wir mit der ersten Rede von Olaf Scholz. Das ist authentisches Material, mit dem ihr euren Wortschatz erweitern, eure deutsche Aussprache verbessern, jede Menge über die Prosodie (Sprachmelodie und Sprechrhythmus) und die Umgangssprache lernen und euer Hörverstehen verbessern könnt. Deutsch lernen mit Nachrichten, Filmen und Serien könnt ihr in vielen anderen Videos auf meinem Kanal.

 

Transkript:

Angela Merkel –16 Jahre lang war sie Bundeskanzlerin und hat das Ansehen und den Einfluss Deutschlands gestärkt, vorletzte Woche Mittwoch dann, am 8. November 2021 hat sie ihr Amt an ihren Nachfolger Olaf Scholz übergeben, und wir schauen uns heute gemeinsam die allererste Rede von Olaf Scholz in seiner Funktion als neuer Bundeskanzler an, ihr werdet euren aktiven Wortschatz erweitern, euer Hörverstehen verbessern und auch eure Aussprache verbessern, um akzentfrei Deutsch sprechen zu lernen. Und es gibt auch noch eine Überraschung, was ganz Besonderes, was wir hier in meinen bisherigen YouTube-Videos noch nie hatten. Wir haben nämlich heute einen Gast hier. Deshalb auf jeden Fall dranbleiben.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin. Lasst uns zuerst einmal die Rede komplett anschauen, Olaf Scholz spricht relativ langsam und deutlich, benutzt aber auch viele spannende Wörter und auch zur Aussprache gibt es jede Menge interessanter Beobachtungen zu machen. Das schauen wir uns dann sukzessive danach an. Und außerdem werden wir ein paar Sätze aus der Rede rausnehmen, die ihr dann mit einer innovativen bilingualen Methode mit Hilfe der englischen und russischen Übersetzung euch aneignen könnt. Jetzt aber erstmal die Rede, bewusst ohne Untertitel, ja, den Text sehen wir uns dann ja auf jeden Fall noch an.

Wie gut habt ihr das verstanden? Übrigens könnt ihr, wenn ihr mögt, dieses Video auch gerne dafür nutzen, um die Rede komplett oder teilweise zu transkribieren. Falls ihr die Transkriptionsmethode noch nicht kennt, könnt ihr euch auch gerne das Video ansehen, das jetzt oben rechts und auch unten in der Infobox verlinkt ist, wo ich euch die Transkriptionsmethode vorstelle. Wenn ihr also die Rede oder Teile davon transkribieren wollt, dann könnt ihr dieses Video jetzt gerne kurz pausieren, wieder zurückspulen, transkribieren und dann könnt ihr das mit dem Text vergleichen, den ich euch ja jetzt gleich zeige. Und ich habe euch ja auch eine Überraschung versprochen. Den allerersten Satz, den schauen wir uns jetzt mal gemeinsam mit David an. David und ich sind Freunde, er ist mehrfacher Polyglot, Übersetzer, Dolmetscher sowie Englisch- und Deutschlehrer und außerdem der Entwickler der innovativen bilingualen Sprachlernmethode TranslationCubed (zu Deutsch Übersetzung hoch Drei) und er ist Mitgründer von LinguaThor, einem Unternehmen zur Förderung von effektiverem und gehirngerechtem Sprachenlernen.

Präzise ist ein Adjektiv, man kann sagen „präzise“, wie Olaf Scholz, oder auch „präzis“. Und das bedeutet: sehr genau, exakt, eindeutig. Kollokationen mit diesem Wort sind: Also etwas eindeutig und klar sagen. Also sehr gewissenhaft und sorgfältig arbeiten. Darauf achten, dass auch wirklich alles korrekt und genau ist. Und davon leitet sich das Verb „präzisieren“ ab. Präzisieren, das bedeutet so viel wie „konkretisieren“. Hier verschiebt sich auch der Wortakzent: präzis – zweite Silbe betont, präzisieren – dritte Silbe betont und somit wird auch das I nun kurz, also nicht [pʁ̥ɛˈt͡siːziːɐ̯n], sondern [pʁ̥ɛt͡siˈziːɐ̯n]. Falls ihr dieses Verb nicht so gut versteht, präzisiere ich meine Erklärung gerne: wenn man etwas konkretisiert oder präzisiert, dann formuliert man es eindeutiger, klarer und verständlicher. Wenn euch jemand einen Vorschlag macht, den ihr aber nicht hundertprozentig verstanden habt, dann könntet ihr z.B. nachfragen: „Könntest du das präzisieren?“ Das klingt allerdings sehr gehoben, bildungssprachlich, könnte man an der Uni z.B. sagen, im Alltag würde man stattdessen eher sagen: „Wie meinst du das genau?“ oder „Wie genau stellst du dir das vor?“ Meistens sagen wir „präzisieren“ und nicht so häufig „präzisie-ren“. Es fällt also eine ganze Silbe weg und statt des Reibe-R [ʁ] wird das a-Schwa gesprochen. Das gilt für alle Wörter dieser Art, also z.B. sagen wir normalerweise auch statt „Jah-ren“ im Dativ eher „Jahren“ und statt „wa-ren“ eher „waren“. Hier ist noch ein Beispiel mit dem Wort „präzisieren“.

Ich weiß ja, dass viele von euch Schwierigkeiten mit der Aussprache des Wortes „erinnern“ haben. Wenn wir besonders deutlich sprechen wollen, dann haben wir hier drei Silben, wobei die zweite betont wird: erinnern [ɛɐ̯ˈʔɪnɐn] und weil die betonte Silbe mit einem Vokal beginnt, wird diese Silbe mit Vokalneueinsatz gesprochen: also mit Knacklaut. Das gilt natürlich dann auch für die ganzen Formen, z.B. ich erinnere mich daran. Erinnere. Hört euch aber mal an, wie das Wort ganz oft im Satz klingen kann: Was fällt uns hier auf? Na ja, erstens mal hat er die Endung der ich-Form, also das e-Schwa, nicht mitgesprochen und dadurch hat er auch hier statt dem Reibe-R [ʁ] ein a-Schwa gesprochen, denn am Ende eines Wortes sprechen wir ja niemals ein Reibe-R. Zweitens: er hat keinen Knacklaut gesprochen, also keinen Vokalneueinsatz. Und drittens: er hat die allererste Silbe nur als a-Schwa gesprochen. Das sind also 3 Reduzierungen und 1 Assimilation, die wir hier haben und diese Aussprache von dem Verb „erinnern“, das in diesem Satz übrigens nur eine leichte Nebenbetonung hat, ist schon um einiges leichter, würde ich sagen, und lässt auch den ganzen Satz einfach flüssiger und auch vom Rhythmus her natürlicher klingen. Diese Aussprache ist sehr verbreitet, also könnt ihr sie ruhig auch benutzen. Das klingt fast wie das Artikelwort „einer“, stellt euch also einfach vor, das zu sagen: einer, einer, ich einer nur an die, ich einer nur an die, ich erinnere nur an die Finanzkrise 2008/2009. Vielleicht habt ihr euch ja jetzt gefragt, warum die Singular- und Pluralform von dem Wort „Herausforderung“ genau gleich geklungen haben. Das ist auch eine sehr häufige Reduzierung im Deutschen, die ich bereits in einem anderen Video aufgegriffen habe, zu dem ihr über den Button in der oberen rechten Ecke dieses Videos und auch in der Beschreibung unten gelangen könnt.

Schweißen bedeutet eigentlich, zwei Metallteile miteinander zu verbinden, indem man sie an den Stellen, wo sie sich berühren sollen, schmilzt, also durch große Hitze verflüssigt. Schweißer sind Handwerker, die genau das in ihrem Beruf tun. Man schweißt zwei Metallteile zusammen. Im übertragenen Sinne sagt man, wenn die Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen durch ein Ereignis oder eine gemeinsame Erfahrung gestärkt wird, eben auch, dass dieses Ereignis die Menschen zusammenschweißt. Das Verb ist trennbar, somit betonen wir „zusammen“ und wir sagen „zusamm“, „zusamm-schweißen“. Also die Flüchtlingskrise und die Finanzkrise haben die Parteien zusammengeschweißt. Diese Krisen haben die Beziehung zwischen ihnen gestärkt. Hier ist ein anderes Beispiel: Die beiden Brüder mussten sich als Kinder immer Sorgen um ihr Auskommen machen, d.h. die Familie war arm, es war nie klar, ob sie auskommen würden, ob das Geld also reicht, und diese Erfahrung hat die Familie bzw. insbesondere eben die Kinder, die beiden Brüder zusammengeschweißt, also ihre Beziehung gestärkt.

Olaf Scholz sagt „es zeigt“. Diese Aussprache ist eine dialektale Variante, d.h. die Standardaussprache ist „es zeigt“ oder „es zeigt“ – den Laut [k] kann man ganz klassisch mitsprechen, man kann ihn aber auch glottal lösen. Schaut euch dazu gern auch mein Video zum Aufeinandertreffen zweier Plosive an, das ich euch auch oben rechts sowie unter dem Video einblende. Zuerst mal auch hier wieder eine Reduzierung der Endung, sodass der Plural der weiblichen Form „Demokratinnen“ genau wie der Singular klingt.

Und dann haben wir hier das Nomen „der Konsens“. Das S in der Mitte ist stimmhaft, also nicht [kɔnˈsɛns], sondern [kɔnˈzɛns]. Ihr merkt schon, dass ich die zweite Silbe betone, ja, Konsens, aber manche Leute betonen auch die erste Silbe: Konsens. Beides geht. Ein Konsens ist eine Einigung. Also, die verantwortlichen Politiker sind sich einig. Es gibt einen großen Konsens zwischen ihnen. Oder eine Kollokation wäre auch: Wenn verschiedene Parteien oder auch Personen miteinander diskutieren, ist es ja oft so, dass erstmal kein Konsens herrscht, aber dass man sich dann im Laufe des Gesprächs doch einigt, dass man also zu einem Konsens kommt. Wir sind zu einem Konsens gekommen. Das ist auch ein typischer Satz. Heißt: Wir haben uns geeinigt. Wenn man gute Texte schreiben möchte oder auch geschäftliche E-Mails, dann würde man „etwas Besonderes“ bevorzugen. Achtung, man schreibt dann das Adjektiv auch groß, da es substantiviert ist. Im gesprochenen Deutsch ist aber die reduzierte Form „was“ statt „etwas“ weiter verbreitet.

Olaf Scholz sagt außerdem, dass Angela Merkel Deutschland geprägt hat. Das bedeutet, sie hat seiner Ansicht nach den Charakter von Deutschland, das, was Deutschland ausmacht, sehr stark beeinflusst. Als ich Kind war, sind wir z.B. sehr selten in den Urlaub gefahren, weil wir, also wir waren keine arme Familie in dem Sinne, aber wir waren eben auch nicht reich und ich habe auch noch Geschwister und meine Mutter war alleinerziehend, d.h. es war kein Vater mit im Haushalt, ja, und das hatte eben zur Folge, dass wir eben nicht so oft im Urlaub waren und wenn doch mal, dann ja, eigentlich meistens in Deutschland oder auch oft in Tschechien, weil ich ja in Dresden aufgewachsen bin, was nicht weit von Tschechien entfernt ist. Ja, und ich kann sagen: dass wir so selten im Urlaub waren, das hat mich schon in gewisser Weise auch geprägt: bis heute fahre ich nämlich im Vergleich zu anderen, relativ selten in den Urlaub und wenn ich in den Urlaub fahre, dann eben oft auch innerhalb Deutschlands oder innerhalb Tschechiens, oder innerhalb Europas, ich war z.B. in meinem ganzen Leben noch nie außerhalb von Europa gewesen. Also, die Familie prägt einen, Kindheitserlebnisse prägen einen, ja, sie beeinflussen unseren Charakter, Erfahrungen prägen einen. Man sagt also: Das hat mich geprägt. Diese Erfahrung hat ihn geprägt, usw. Im Magazin „Stern“ vom 28. März 2018 habe ich diesen Satz gefunden: Die Kirche prägt unsere Gesellschaft, hat also Einfluss auf gesellschaftliche Normen. Unsere Gesellschaft orientiert sich an der Kirche. Man liest das auch oft in Reiseführern, wie z.B. hier von AK Touristik: Diese Gebäude sind also charakteristisch für Dresden.

Lasst uns hier mal ein bisschen mit dem Sprechrhythmus und der Sprechmelodie arbeiten. Dazu teile ich euch die nächsten 3 Sätze in rhythmische Gruppen, in jeder Gruppe gibt es genau eine Silbe, die die Hauptbetonung, also den Akzent trägt, und ihr sollt mal versuchen, diese Silbe, diesen Akzent in jeder Gruppe zu finden. Nehmt euch am besten Zettel und Stift und notiert euch die entsprechenden Silben. Manchmal gibt es auch noch eine oder zwei Nebenbetonungen, also einen oder zwei sekundäre Akzente. Ihr hört jede Gruppe dreimal. Danach zeige ich euch die Lösung. Hier habe ich für euch alle Hauptbetonungen und Nebenbetonungen markiert. Jetzt könnt ihr das mal mit euren Notizen vergleichen, dazu könnt ihr gerne auch das Video kurz anhalten.

So, jetzt machen wir Shadowing, d.h. ihr hört nun nochmal jede rhythmische Gruppe dreimal hintereinander und danach kommt immer eine Pause für euch zum Nachsprechen, wobei ihr eben besonders auf die Betonungen achten solltet, also auf diesen Sprechrhythmus, ja um euch den richtigen Sprechrhythmus eben anzueignen. Genau und das PDF, das David dazu für euch erstellt hat, könnt ihr euch kostenlos runterladen. Es gibt ein PDF mit der englischen Version sowie auch eins mit der russischen Version – klickt dazu einfach auf den Link gleich hier unten in der Infobox und wählt euch dann das gewünschte PDF aus.

Okay, achtet nun mal darauf, wie Olaf Scholz die Wörter „Bundestag“, „Auftrag“ und „gekriegt“ ausspricht. Dreimal der Buchstabe G – wegen der Auslautverhärtung müsste hier ja eigentlich ein k-Laut gesprochen werden, aber: Olaf Scholz sagt „Bundestag“ und „Auftrag“ jeweils mit Ach-Laut und kurzem A sowie „gekriegt“ mit Ich-Laut und kurzem I. Diese drei Wörter werden normalerweise, also im Standarddeutschen, nicht so ausgesprochen. Olaf Scholz kommt aus NRW, dort ist diese Aussprache verbreitet, aber nicht nur dort, sondern auch in einigen anderen Regionen, durchaus auch in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, beispielsweise, d.h. ihr werdet immer wieder auch Deutsche hören, die das so aussprechen. Wenn ihr also in Deutschland lebt und merkt, dass die Leute um euch rum solche Wörter auch so aussprechen, z.B. auch Bundestag, Auftrag, gekriegt usw. dann könnt ihr das getrost auch so machen, aber ihr müsst das nicht machen, ja, ihr könnt auch ganz einfach hier k-Laute aussprechen, also: „Ich bin sehr dankbar, dass ich nun von den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes und vom Deutschen Bundestag den Auftrag gekriegt habe, das zu machen.“ Schauen wir uns noch genauer an, was ein Auftrag ist. Olaf Scholz sagt, dass er vom deutschen Volk und vom Bundestag den Auftrag bekommen hat, Bundeskanzler zu sein. Das bedeutet, das Volk und das Parlament haben ihm die Anweisung geben, diese Aufgabe zu erfüllen. Ein Auftrag ist also im Prinzip so was wie eine Aufgabe, das Wort „Auftrag“ benutzt man allerdings sehr oft in formelleren Kontexten, z.B. eben ein Regierungsauftrag, aber auch ein Kundenauftrag z.B. ja, wenn ein Kunde bei einer Firma eine Dienstleistung in Auftrag gibt, also bucht, dann bezeichnet man den Kunden auch als Auftraggeber und die Firma als Auftragnehmer. Die Firma bekommt also den Auftrag und muss den Auftrag ausführen, sie muss den Auftrag erfüllen, sie muss den Auftrag erledigen. Wenn die Firma dem Auftrag nicht sorgfältig und gewissenhaft nachkommt, dann kann der Auftraggeber, also der Kunde, der Firma den Auftrag auch entziehen. Er baut darauf, dass die nicht anwesenden Mitarbeiter weiterhin gute Arbeit leisten werden. Er setzt darauf, dass sie weiterhin gute Arbeit leisten werden. Das bedeutet, er verlässt sich drauf, er glaubt fest da dran, er vertraut da drauf. Kontinuität. Ein fünfsilbiges Wort. Die letzte Silbe trägt die Hauptbetonung, also den Wortakzent. Und wir sprechen keinen Vokalneueinsatz, also keinen Knacklaut zwischen dem U und dem I. Das bedeutet, Arbeit ohne Unterbrechung, Durchhaltevermögen, Ausdauer.

Das Adjektiv dazu ist kontinuierlich. Das benutzt man öfter als das Nomen. Und hier verschiebt sich der Wortakzent auf die Silbe „ier“: kontinuierlich. Deswegen kann hier in dem Adjektiv auch der Vokalneueinsatz, also Knacklaut gesprochen werden. Wir sagen also Kontinuität, aber kontinuierlich. [ɪzəs] – das ist die am weitesten verbreitete Aussprache von „ist es“. Man sagt fast nie „ist es“, sondern fast immer [ɪzəs]. [sɪs] – auch eine übliche Aussprache für „das ist“ oder „es ist“, vor allem am Satzanfang. Es soll ein guter Aufbruch werden, also ein guter Neuanfang. Als Aufbruch bezeichnet man den Anfang einer neuen Epoche. Man sagt auch oft, wenn sich in einem Land oder einer Stadt oder einer Region viel verändert gerade, dass dieses Land oder diese Region im Aufbruch ist. Und kennt ihr das Gefühl, irgendwo zu Besuch zu sein und dann seid ihr so unruhig, weil ihr eigentlich nach Hause wollt? Dann könnt ihr sagen: Ich bin schon in Aufbruchsstimmung. Manchmal hat man auch andersrum das Gefühl, man kommt z.B. gerade erst an, zu einer Feier oder so was. Man denkt eigentlich, es geht jetzt los, aber die ersten, die schon da sind, die wollen schon gehen. Und dann könnte man auch sagen: Schönen Dank! Ja, statt „schönen Dank“ sagt wirklich lieber „schönen Dank“, macht einfach nur zwei Silben da draus, das klingt so viel natürlicher und flüssiger. Schönen Dank! Schönen Tag noch! Schönen Urlaub! Usw., ja.

So, vergesst nicht, euch das entsprechende PDF runterzuladen, die Links sind hier unten in der Infobox. Und schreibt mir bitte in die Kommentare, was ihr in der heutigen Deutschstunde hier Neues gelernt habt, ob euch die Methodik gefällt, bzw. die zwei Methodiken und gerne auch eure Fragen oder Wünsche für zukünftige Videos. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Öffentlicher Verkehr: Straßenbahn Bus S-Bahn | WORTSCHATZ DEUTSCH A2 B1 B2 | Deutsch mit Benjamin

Thema heute: Öffentlicher Verkehr in Deutschland. Straßenbahn, Bus, S-Bahn auf dem Weg zu Expolingua.

Transkript:

Guten Morgen zusammen! Also für mich ist es zumindest Morgen. Ich weiß nicht, wie spät es ist, wenn ihr euch das Video anschaut, aber bei mir ist es Morgen und zwar richtig früh am Morgen und ich hasse es normalerweise, so früh aufzustehen. Normalerweise würde ich niemals so früh aufstehen. Es ist kurz vor fünf und ich bin schon draußen, weil ich auf dem Weg zum Hauptbahnhof bin. Ich fahre gleich mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof – ich bin hier in Dresden – und dann fahre ich nach Berlin. Dort findet nämlich heute die Expolingua statt. Das ist Deutschlands größtes Sprachevent und ich bin auch mit dabei.

Nächste Haltestelle: Hauptbahnhof / main station. Übergang zum Fern- und Regionalverkehr. So, jetzt bin ich am Hauptbahnhof. Um diese Zeit ist es hier noch total leer, also eigentlich kaum jemand unterwegs. Es ist kurz vor halb sechs. Also mein Bus fährt halb sechs. Ich habe, glaube ich, noch zehn Minuten Zeit oder so und ja, Um diese Zeit ist in Deutschland meistens noch nicht so viel los auf den Straßen und an den Bahnhöfen, weil das Leben eigentlich meistens erst so um sechs beginnt. Hier ist die große Abfahrtstafel. Da sieht man, wann die ganzen Züge abfahren. Aber, ja, ich fahre heute wie gesagt nicht mit dem Zug, sondern mit dem Bus. So, jetzt habe ich mir gerade etwas Kleines zu essen für den Bus gekauft. Jetzt gehe ich zur Bushaltestelle. Ich habe eigentlich nur noch fünf Minuten Zeit, bis er abfährt. Also er soll eigentlich 5:25 Uhr abfahren und jetzt ist es 5:20 Uhr. Ich habe aber gerade eine SMS bekommen von der Busgesellschaft, dass der Bus zehn Minuten Verspätung hat. Also muss ich noch eine Viertelstunde warten.

Ich bin jetzt im Bus und wir fahren gerade aus Dresden raus. Ich melde mich dann in Berlin nochmal. Jetzt bin ich in Berlin! Ich bin jetzt aus dem Bus ausgestiegen, am Südkreuz. Der Bus fährt noch eine Haltestelle weiter bis zum ZOB. Das ist der Zentrale Omnibusbahnhof. Fast jede deutsche Großstadt hat einen ZOB und der ZOB in Berlin ist aber zu weit im Westen, also die Veranstaltung, wo ich heute hingehe, die Expolingua, die findet im Zentrum von Berlin statt. Deswegen bin ich lieber am Südkreuz ausgestiegen. Jetzt kaufe ich mir eine Fahrkarte und fahre mit der S-Bahn zur Friedrichstraße. Man kann sich seine Fahrkarte natürlich hier im Reisezentrum kaufen. Ich kaufe sie mir aber in der BVG-App. Die BVG ist die Berliner Verkehrsbetriebe, also das ist das Unternehmen, was für den öffentlichen Nahverkehr – das heißt die U-Bahnen und die Straßenbahnen und die Busse in Berlin verantwortlich ist. Und die haben eine App und dort kann man sich ganz einfach die Fahrkarte übers Handy kaufen. Das ist meiner Meinung nach bequemer. Hier steht auch schon eine S-Bahn. Das ist die Ringbahn. Mit der fahre ich aber nicht. Ich muss hier runter zu diesem Bahnsteig, denn ich fahre – wie ich schon gesagt habe – ins Zentrum. Eingefahrener Zug auf Gleis 6: S7 nach Lichtenberg über Zoologischer Garten, Berlin Hauptbahnhof, Friedrichstraße. S7 – Zurückbleiben bitte! Nächste Station: Friedrichstraße. Übergang zu den S-Bahn-Linien 1, 2, 25, 26, zur U-Bahn-Linie 6 und zum Regionalverkehr.

So, ich bin an der Friedrichstraße angekommen und jetzt kaufe ich mir erst mal einen Kaffee. Ja, den Kaffee brauchte ich jetzt. Der hat jetzt richtig gut getan. Er macht mich nicht wirklich munter, also das hilft mir persönlich nicht. Aber es war einfach ein schönes Gefühl, kurz da im Café zu sitzen und diesen heißen Kaffee zu trinken. Hier ist schon alles aufgebaut – das ist ganz witzig – für den Weihnachtsmarkt. Der startet nämlich nächste Woche. Na und jetzt mache ich mich auf den Weg zur Expolingua. Es ist jetzt 9:45 Uhr. In einer Viertelstunde beginnt das Ganze. Und ich freue mich schon total. Ich bin heute hier bei der Expolingua, weil ich nach tollen Programmen suche im Erwachsenenbildungsbereich. Meine Freundin ist Französin. Ich mag das Land, die Kultur. Dementsprechend ist es eine Bereicherung für mich, mich mit den Menschen auf Französisch zu unterhalten. Ich bin hier mit meiner Klasse und wir wollen einfach nur ein paar Workshops machen wie das hier. Ich war jetzt bei der Veranstaltung. Das hat fünf Stunden ungefähr gedauert. Es ist mittlerweile Nachmittag und ich bin ziemlich müde. Ich treffe mich jetzt mit einem Freund. Wir gehen ins Café. Wir haben uns lange nicht gesehen. Und danach fahre ich zu meinen Eltern. Die wohnen hier in Berlin und ich denke, die freuen sich schon auf mich. So, das war es erstmal von mir heute. Wenn euch das Video gefallen hat, dann gebt bitte einen Daumen hoch. Ich würde mich sehr freuen. Und wenn ihr in Zukunft keines meiner Videos mehr verpassen möchtet, dann abonniert doch einfach meinen Kanal! Übrigens: wenn ihr Schwierigkeiten habt mit Verben mit Präpositionen und endlich damit klarkommen wollt und endlich lernen wollt, wie man diese Präpositionsverben richtig benutzt, dann ist vielleicht mein Online-Kurs etwas für euch: meine „30-Tage-Challenge – endlich fertig werden mit Verben mit Präpositionen“. Es gibt eine Lite-Version und eine Premium-Version. Schaut doch einfach mal vorbei, wenn es euch interessiert. Ich freue mich auf euch und wir sehen uns im nächsten Video. Nächste Station: Westkreuz. Übergang zu den S-Bahn-Linien 3, 5, 7 und 9.

VonBenjamin

Aussprache R: [ʁ] | Wie spricht man das deutsche R aus? | Akzentfrei Deutsch sprechen

Im heutigen Aussprachetraining gebe ich euch mehrere Tricks und Strategien an die Hand, mit welcher Aussprache R im Deutschen zu realisieren ist. Wie spricht man das deutsche R richtig aus und in welchen Positionen? Akzentfrei Deutsch sprechen möchten ja viele – umso wichtiger ist es, sich diesem charakteristischen deutschen Konsonanten zu widmen.

Transkript:

Wie spricht man das deutsche R richtig aus? Lasst uns das heute klären.

Hallo liebe You Tube Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren, ihre deutsche Aussprache verbessern und die deutsche Sprache fließend und sicher beherrschen wollen.

Die Frage, wie man das deutsche R ausspricht, kann man eigentlich gar nicht richtig beantworten, weil sie nämlich von vornherein falsch formuliert ist. Viele sind sich dessen gar nicht bewusst, aber ein einziges deutsches R gibt es gar nicht. Das heißt, wir haben im Deutschen mehrere R-Laute. Dabei unterscheiden wir zwischen Konsonanten und einem Vokal. Der Vokal, das sogenannte a-Schwa, oder vokalische R wird z.B. gesprochen, wenn wir den Buchstaben R nach einem Vokalbuchstaben schreiben. Also z.B. in dem Wort GERN. Da sprechen wir für das R keinen Konsonanten also nicht [r] oder so was, ja. Also nicht gern, sondern gern. So, heute wollen wir aber über das konsonantische R sprechen, genauer gesagt das sogenannte Reibe-R. Denn neben dem vokalischen R, dem a-Schwa, haben wir eben auch noch R-Laute, die Konsonanten sind. Nämlich drei verschiedene. Das Zungenspitzen R, das ihr wahrscheinlich vor allem mit slawischen Sprachen, oder auch dem Spanischen verbindet, das aber auch im deutschsprachigen Raum nur im Süden benutzt wird also im Standarddeutschen nicht. Dann gibt es das Zäpfchen-R, das heutzutage sehr selten benutzt wird, vor allem in Nachrichtensendungen, im Radio oder Fernsehen, oder bei besonders deutlicher Aussprache beim Vorlesen, Diktieren, oder Sprechen mit kleinen Kindern, ja. Und die am häufigsten benutzte Aussprache ist das Reibe-R. Und das ist auch der Laut, der eigentlich am einfachsten zu Lernen ist. Das klingt so: Und dazu möchte ich euch heute Tipps geben, wie ihr das Reibe-R üben könnt. Natürlich solltet ihr auch lernen wie und wo im Mund der Laut entsteht. Also was wir mit der Zunge machen müssen, um den Laut zu bilden. Und dann gibt es natürlich auch jede Menge Beispielwörter zum Üben. Und ich empfehle euch dass ihr, wenn ihr das Reibe-R üben möchtet, euch einen ruhigen Platz sucht, ja. Dass ihr irgendwo hingeht, wo ihr ungestört üben könnt. Denn die eine oder andere Übung, die wir gleich gemeinsam machen werden, könnte für euch vielleicht ein bisschen peinlich sein. Ich verspreche euch aber, es ist die Mühe wert.

Ich zeige euch mehrere Tricks, die euch dabei helfen können, das Reibe-R richtig auszusprechen. Nicht für jeden von euch wird jeder einzelne dieser Tricks hilfreich sein, aber meine Erfahrung nach war es bisher immer so, dass bei meinen Schülern, die mit diesem Laut zu kämpfen hatten und schon vieles ausprobiert haben bei mindestens einen der Tricks dann doch endlich der Groschen gefallen ist. Also dass ihnen eben mindestens einer dieser Tricks dann doch geholfen hat, ja und deswegen möchte ich euch diese Tricks holt alle zeigen. Also sucht euch ein ruhiges Plätzchen. Falls ihr jetzt gerade unterwegs seid, oder nicht ungestört üben könnt, dann macht jetzt Pause und schaut euch das Video später an. Sobald ihr dann Ruhe habt, dass wirklich unerlässlich ist, dass ihr aktiv mitmacht und mitübt. Nur so könnt ihr Fortschritte erzielen. Also legen wir los! Ich zeige euch jetzt einen Livestream, den ich vor kurzem auf Instagram gemacht habe, wo wir das bereits gemeinsam geübt haben und ich verspreche euch, dass das für euch genauso nützlich sein wird.

Also das Erste, was ihr wissen müsst ist, dass eure Zungenspitze sich nicht bewegt, ja. Denn wenn wir zum Beispiel nochmal dieses russische R, so nenne ich das jetzt einfach mal, also das ist das Zungenspitzen-R. Das wollen wir ja vermeiden, wenn wir das Reibe-R üben, dann bewegt sich die Zungenspitze, ja. Die bewegt sich ganz schnell. Die vibriert. Aber das wollen wir ja nicht. Also das ist das allerwichtigste. Das A und O ist, dass wir die Zungenspitze ganz ruhig haben. Die bewegt sich nicht. Das ist Punkt 1. Punkt 2 ist, die Zugspitze ist in meinem Mund, ja also auch in eurem Mund, hinter den unteren Zähnen. Also hinter diesen Zähnen. Genau dahinter. Da liegt sie ganz ruhig, das ist Punkt 2. Da ist die Zungenspitze. Punkt 3 ist, der hintere Teil der Zunge geht ein bisschen nach oben in Richtung Gaumen. Ja, also so ungefähr liegt die Zunge im Mund. Ich hoffe ihr könnt das sehen. So ungefähr liegt die Zunge im Mund. Ja, also die Zunge geht hinten ein Stück nach oben in Richtung Gaumen. Ja und der vierte Punkt den ich euch gebe, betrifft die Lippen. Die Lippenposition richtet sich nach dem Vokal, der danach kommt. Das heißt, die Lippen brauchen wir eigentlich nicht um den Laut zu bilden. Ja, also um das Reibe-R zu bilden. Die Lippen sind in der Position, in der auch die Lippen sind bei dem Vokal danach. Also wenn wir zum Beispiel sagen ROT, dann sind die Lippen schon bei dem R in der Position für das O. Also ROT sagen wir. Wir sagen nicht rot oder sowas, sondern schon beim R sind die Lippen für das O quasi vorbereitet. Ja, also für das R brauchen wir die Lippen eigentlich nicht. So, jetzt habe ich mir hier ein Glas Wasser vorbereitet und ich glaube, viele von euch wissen schon, was ich jetzt machen werde. Ich möchte euch nämlich jetzt neben den vier Punkten, die ich euch genannt habe, die ihr euch unbedingt merken müsst, um zu wissen, wo der Laut gebildet wird und wie er gebildet wird, nenne ich euch jetzt noch vier Tipps, wie ihr das üben könnt. Denn es reicht manchmal nicht aus, dass man weiß, wie es geht. Man muss es einfach eben auch machen und manchmal fällt einem das trotzdem schwer, obwohl man das weiß, wie man es theoretisch machen müsste. Deswegen vier Tipps.

Nummer 1: Ich bin mir sicher, dass viele von euch den Tipp schon kennen.Das ist einfach gurgeln. Ja, also ich nehme ein Glas Wasser, nehme einen Schluck und mache so. So, das ist Gurgeln. Und das kann euch dabei helfen, die richtige Position zu finden, oder einfach ein Gefühl für dieses R zu bekommen. Ich bin mir sicher, dass ganz viele von euch, die jetzt zuschauen, diesen Tipp auch schon mal irgendwo gehört haben, oder gesehen haben.Vielleicht von anderen Deutschlehrern, in Kursen, oder in anderen You Tube-Videos oder so. Das ist ein ganz verbreiteter Tipp und der kann euch tatsächlich helfen. Ich habe allerdings persönlich die Erfahrung gemacht, dass viele das … Also gurgeln kann jeder, das ist klar. Aber viele können dann irgendwie trotzdem das R nicht so richtig aussprechen, und deswegen habe ich drei weitere Tipps, die euch eventuell helfen können. Also Tipp 1 einfach gurgeln, einmal mit Wasser und dann der zweite Schritt wäre, dass ich das noch mal ohne Wasser mache, ja. Also: Das ist dann genau das Reibe-R, ja. Schritt 3 wäre dann, dass ich den Kopf nicht nach hinten neige, so wollen wir ja nicht immer sprechen, sondern also geradeaus gucke und noch mal R versuche. Also das kann euch helfen. Falls euch … Also probiert es auf jeden Fall aus! Wenn ihr das noch nie probiert habt, probiert es aus. Das kann euch helfen aber, es kann auch sein, dass es euch nicht hilft. Denn auch nicht jeder Tipp ist für jeden wirklich gleichermaßen effektiv und nützlich. Deswegen drei weitere Tipps.

Also Tipp Nummer zwei ist: Versucht mal das Wort, also das ist kein echtes Wort, das ist fiktiv, aber einfach … Stellt euch die Buchstaben G und U vor. G wie der Garten oder groß, ja und dann der Buchstabe U, wie die Uhr zum Beispiel, oder Ulm – die Stadt. Also GU und dann sprechen wir GU. Dürfte kein großes Problem sein. Versucht es mal: GU, GU, GU. So und jetzt versuchen wir diesen Verschluss, den wir beim G machen, ja. Dieser Laut G. Überlegt euch, versucht mal herauszufinden, wo die Zunge ist, wenn wir G sagen. Dann ist die Zunge nämlich in fast derselben Position, wie wir sie auch für das Reibe-R brauchen. Und dann was passiert bei dem G? Die Zunge ist oben am Gaumen und dann wird sie schlagartig gelöst und es entsteht so eine Explosion sozusagen. Das G ist ja ein Plosiv. So nennt man diese Art von Lauten. Und jetzt versucht mal dieses G ganz langsam zu machen und in Richtung U zu gehen. Also wir sagen jetzt nicht GU, sondern extrem langsam … Klingt sehr sehr komisch, deswegen habe ich vorhin gesagt, geht irgendwo hin, wo euch niemand hören niemand sehen kann. Und wenn ihr das ganz ganz langsam macht, also von G zu U ganz langsam, dann bekommt ja auch das Reibe-R. Also nochmal: So, am Anfang haben wir dieses G, am Ende haben wir das U und das, was wir in der Mitte haben, wo wir das so lang ziehen, das ist das Reibe-R. Ja, jetzt habe ich mal die Lippen ein bisschen breiter gemacht, um zu zeigen, dass das tatsächlich das Reibe-R ist. Also das wäre der zweite Tipp. Einfach von G zu U, aber ganz ganz langsam. Also wirklich extrem langsam. Stellt euch vor, ihr seid eine Schnecke.

So, das wäre Tipp Nummer zwei. Tipp Nummer drei ist auch ein bisschen peinlich. Ihr könnt es aber auch mal versuchen. Und zwar… Also wenn euch Tipps 1 und 2 nicht geholfen haben, dann versucht Tipp 3. Das wäre, dass ihr euch einfach mal vorstellt, dass wir hier nicht über die deutsche Sprache sprechen, dass wir überhaupt nicht über die Sprache sprechen, sondern dass wir zum Beispiel in einem Kindergarten sind und da sind ganz viele Kinder. Ihr seid natürlich erwachsen, das ist mir klar und ihr spielt mit den Kindern und ihr versucht Tiere zu imitieren und ihr fangt an mit einer Katze zum Beispiel. Könnt ihr auch mal machen, oder mit einem Hund zum Beispiel. Und jetzt kommen wir zu einem Tiger oder zu einem Löwen, oder sowas. Und dann macht ihr:
Ja, also mein Gesichtsausdruck ist sehr sehr komisch in diesem Moment, muss ich zugeben. Ich habe mich gerade selber auch gesehen. Ich sehe mich ja die ganze Zeit. Sieht sehr komisch aus, hört sich irgendwie komisch an. Stellt euch vor, ihr macht mit Kindern ja, also Kinder haben überhaupt keine Angst, die machen das einfach, ja. Versucht einfach so einen Tiger, so eine Raubkatze, ja. Oder so einen Löwen. Irgend so ein Tier. Ihr wisst, was ich meine. Tiger, Löwe einfach nachzumachen. Und dann habt ihr fast das Reibe-R. Das ist ein bisschen härter, ja. Also ganz so hart ist es eigentlich nicht im Deutschen. Also rot sagen wir so nicht. Einfach rot. Es ist weicher, dieser Laut, den wir brauchen. Aber das kann euch auch dabei helfen, dieses Gefühl zu bekommen, ja. So, ihr könntet euch dann zum Beispiel vorstellen, dass der Tiger jetzt ein bisschen schüchtern wird, ein bisschen Angst bekommt und dann macht er nicht mehr: Sondern dann macht er nur noch: Ja, also ein ganz schüchterner Tiger. Dann könntet ihr auch das Reibe-R bekommen. So, einen Wolf wünscht sich jemand, kann ich gar nicht richtig. Wie macht der Wolf? Oder so, ja. Also ihr merkt schon, ihr müsst ein bisschen aus euch rauskommen. Das ist eine Redewendung. Das bedeutet einfach über euren Schatten springen. Das ist noch eine Redewendung. Also versuchen, keine Angst zu haben etwas zu tun, was ihr normalerweise nicht tun würdet. Dann heißt es, oder sagt man, dass man aus sich herauskommen muss. Ich muss aus mir herauskommen, ja. Deswegen ich kann das völlig verstehen. Also ich würde das jetzt auch vielleicht nicht in einer vollen U-Bahn machen, logischerweise. Deswegen geht irgendwo hin, wo ihr ungestört seid.

So, das wäre Tipp Nummer drei. Und Tipp Nummer vier. Es ist wieder ein bisschen komisch, aber kann euch auch helfen. Und meiner Erfahrung nach sind diese Tipps … Also helfen die tatsächlich. Also nicht jedem hilft jeder Tipp, aber einer von den Tipps wird euch bestimmt helfen. Und das ist … Also da gehen wir noch mal zurück, wo ich gesagt habe, ja … Ihr erinnert euch, was müssen wir beachten mit unserer Zungenspitze, wenn wir das Reibe-R aussprechen. Also wenn wir das Reibe-R aussprechen, dann darf sich die Zungenspitze nicht bewegen. Die muss ganz ruhig liegen hinter den unteren Schneidezähnen. So, und ich weiß zum Beispiel, ich kenne viele Schüler, die deutsch lernen, die in ihrer Muttersprache zum Beispiel ebenso einen Zungenspitzen-R sprechen. Und sie haben schon viel geübt und können das auch. Also die gurgeln und die machen Tiger-Geräusche und die machen alles mögliche und können das. Und hier und da, wenn sie sprechen, sagen sie auch richtig dieses Reibe-R. Aber dann irgendwie trotzdem kommt immer wieder dieses R, Zungenspitzen-R durch. Oder es gibt auch Schüler, die das in der Übung im Aussprache-Training richtig sagen und dann, wenn sie sprechen, sagen sie wieder R mit der Zungenspitze. Weil irgendwie die Zunge, die Spitze irgendwie macht, was sie will. Und man hat irgendwie keinen Einfluss drauf. Also nehmen wir uns das einfach zu nutze. Diesen Punkt, diesen Fakt, diese Tatsache, dass wir die Zungenspitze nicht bewegen dürfen. Die muss ruhig bleiben. Also was machen wir, wenn sie sich doch bewegt? Wir halten sie einfach fest, ja. Also stellt euch vor, ihr habt ein Baby und das Baby macht einfach irgendwas, was es nicht machen soll oder darf. Ihr wollt das nicht. Dann könnt ihr auch nicht dem Baby sagen, dass es aufhören soll. Also das Baby oder Kleinkind wird euch vielleicht nicht verstehen und wird es einfach trotzdem machen. Also nehmt ihr das Baby in die Hand und haltet es fest, ja. Um es zu beschützen. Und genau das machen wir jetzt mit der Zungenspitze. Also wenn die Zungenspitze macht, was sie will, dann halten wir sie einfach fest. Sieht sehr komisch aus, aber versucht es einfach mal. Das kann euch auch helfen. Also, halten wir sie fest. Dann kann sie sich nicht mehr bewegen, weil ihr sie festhaltet. Also ihr müsst sie wirklich mit beiden, also mit dem Daumen und mit dem Zeigefinger richtig festhalten. Richtig raus aus dem Mund und dann hat sie keine Wahl mehr. Also dann kann sie sich nicht mehr bewegen, ja. Und dann seid ihr gezwungen so zu sagen, das R auf eine andere Weise zu bilden als mit der Zungenspitze. So, natürlich wenn wir dann sprechen, liegt die Zungenspitze hinter den unteren Schneidezähnen. Also dann ist die Zunge natürlich nicht draußen, sondern drin, aber diese Übung kann euch dabei helfen, einfach dieses Gefühl zu entwickeln und euch daran zu gewöhnen, dass ein R-Laut nicht mit der Zunge, also mit der Zungenspitze, gebildet werden muss, sondern dass es eben auch hier so möglich ist, wenn die Zungenspitze hier ganz ruhig liegt.

So, ok ich hoffe, dass euch diese Tipps schon mal geholfen haben. Hier haben wir was. Reparieren. Also 4 Silben. Reparieren. Und das ist ein sehr gutes Beispiel, denn da gebe ich euch noch einen Bonus-Tipp. Und der Bonus-Tipp ist, wenn ihr geübt hat, mehrmals mit einem der Tipps, die ich euch gegeben habe. Wenn ihr das alles geübt habt und ja, euch dann schon ein bisschen wohler fühlt mit diesem Laut, dann versucht bitte den Laut zu kombinieren mit anderen Lauten, ja. Weil wir sprechen ja eigentlich niemals nur R, sondern immer irgendetwas anderes mit dazu. Also versucht zu sagen:

Und so weiter. Jetzt kommen wir mal zum Ü. Und erinnert euch auch an den Tipp, oder an den Punkt, den ich euch am Anfang noch gesagt habe. Also die Lippenposition hängt von dem Vokal ab, der danach kommt. Also wenn danach ein Ü kommt. Bei dem Ü sind die Lippen so ein bisschen nach vorne gestülpt, ja. Dann sind auch die Lippen schon in dieser Position, wenn wir das R sprechen. Also:

Die Lippen bleiben in dieser Ü-Position, ja. Also, und bei dem Wort reparieren haben wir das auch. Also wir haben am Anfang ein RE. So dann wäre die zweite Silbe PA. RIE. Und letzte Silbe REN. Ja, ich werde das jetzt hier nicht stundenlang weiter machen. Das sollen einfach Tipps auch für euch sein, dass ihr das in Zukunft auch alleine machen könnt, ja. Und zu diesem Wort reparieren und auch für alle anderen Werben mit der Endung -IEREN, oder mit dem Suffix -IEREN gilt das, was ich jetzt sage. Nämlich dass wir dieses Suffix nicht immer -IEREN sprechen, mit zwei Silben, sondern mit nur einer Silbe. Und dann haben wir wieder kein konsonantisches R sondern nur ein a-Schwa. Also reparieren würden wir meistens sagen … Reparieren ist eine sehr klare deutliche Aussprache, die wir sehr selten in Deutschland hören und benutzen. Also 3 Silben. Dasselbe gilt für studieren, informieren und so weiter. So, nächstes Wort in den Kommentaren ist: MEHRERE. Das habe ich mir auch aufgeschrieben, sehr schön. Also wir haben die erste Silbe. Da ist gar kein R drin. ME ist die erste Silbe. Zweite Silbe ist RE. Da haben wir das Reibe-R, was wir heute üben und das vokalische R. Das a-Schwa. Also [ɐ]. Wie bei Müller, oder netter ein netter Mensch. Das ist derselbe Laut, also Reibe-R plus a-Schwa.

Mehrmals üben, ja. Ihr könnt das tausendmal üben. Und das ist ganz wichtig, dass man das also regelmäßig macht. Nicht nur einmal, heute hier, sondern immer wieder, ja.
Weil das lange braucht, bis man das automatisiert und verinnerlicht, ja. Also:

Und die letzte Silbe ist RE. Das ist jetzt ein e-Schwa. Ein schwaches E, ja. Ein schwachtoniges E. E-Schwa. Also die mittlere Silbe, die letzte Silbe und jetzt alle drei zusammen:

Ja, macht das ruhig ganz langsam am Anfang und versucht dann immer ein bisschen schneller zu werden. Und wir erinnern uns, die Lippen sind schon beim R in der Position für den nächsten Vokal. Wenn wir also Vokale haben, bei denen wir die Lippen nach vorne stülpen, ja. Das haben wir hier bei UNG. Da haben wir dieses U, ja. Dann sind die Lippen schon beim R in dieser Position, ja. Dass bitte beachten, wenn ihr also alles getrennt voneinander übt. Also RE, GIE und jetzt schon die Lippen Richtung U. RUNG. Deswegen habe ich auch gesagt, macht es so, dass ihr am Anfang, wenn euch das wirklich sehr schwer fällt, nicht nur mit Wörtern übt, sondern mit verschiedenen Vokalen zusammen einfach. Also:

und so weiter. Bei diesen Lauten ist es nicht so schwierig, aber bei RU, RÜ, RO, RÖ könnte das schwieriger sein. Aber es wird einfacher, wenn ihr schon von Anfang an die Lippen in der richtigen Position habt. So machen die Muttersprachler das auch. Also wir sagen auch nicht Regierung. Das kann man gar nicht aussprechen, sondern Regierung. Also da ist dann schon der Mund vorbereitet. Merkt ihr, wie sich meine Lippen bewegen, wenn ich das in Zeitlupe mache? Ja, also dann schon während dieses Übergangs verändern sich auch die Lippen. Also schon im R, ja. Rollen. Auch tolles Beispiel mit R und O. Also auch rollen, ja. Nicht:

sondern wenn ihr dann übt, schon den Mund vorbereiten fürs O. Herzkranzgefäß, tolles Wort! Super aus der Medizin. Mandarine, das zum Beispiel sagen, das ist wahrscheinlich nicht so schwierig. Und dann RIE, da kommt die Betonung hin. Da haben wir wieder diesen einzelnen Teil, den wir üben wollten, ja. RA, RE, RI, RO und so weiter. Getrennt, isoliert üben: erst langsam und dann immer schneller.

Okay, also teilt euch das wirklich in die einzelnen Teile. Rot, rot. Das war so ähnlich wie: rollen, ja. Dann müssen wir auch die Lippen ein bisschen nach vorne stülpen für das O. Hier haben wir ein langes O, gespanntes O, oder geschlosses O. Hier sind die Lippen noch weiter vorne und darauf auch bitte wieder achten! Beim R.

So, jetzt sind wir ja an einem guten Punkt, denn so was habe ich mir aufgeschrieben. Meine Beispiele dazu waren: früh und frisch. Eventuell hört ihr schon einen Unterschied zwischen dem R in dem Wort GRÜN zum Beispiel, oder früh. Also der Unterschied ist, dass in dem Wort GRÜN, in der Farbe, die ihr auch hier hinten sehen könnt, der R-Laut so ist, wie wir ihn die ganze Zeit geübt haben. Es ist ein stimmhafter Laut, ja.

Also wir benutzen auch unsere Stimme dazu. In dem Wort FRISCH benutze ich meine Stimme nicht. Da ist er Laut plötzlich stimmlos. Das habe ich euch am Anfang mit Absicht nicht gesagt, weil das gar keinen großen Unterschied macht. Also was ich sagen will ist, dass das eigentlich derselbe Laut ist, nur ohne Stimme, ja. Und das kommt automatisch, wenn ihr FRISCH sagt, dann kommt es automatisch auch so zustande, dass dieses R dann auch stimmlos wird. Und warum ist das so? Das liegt daran, dass das [f] stimmlos ist, ja. Also einfach … Das ist die ganz einfache Sache dahinter. [f] ist stimmlos und deswegen ist auch das R dann, also dieses Reibe-R, danach auch stimmlos. Das haben wir im Deutschen ganz oft, dass der erste Laut den zweiten Laut beeinflusst, ja. Wenn ihr das mal recherchieren wollt, dann nennt man das progressive Assimilation.

Übung macht den Meister. Mit diesem einen Video ist es also nicht getan. Es ist wichtig, dass ihr jetzt regelmäßig übt und wenn ihr das gerne möchtet, also wenn ihr gerne intensiv an eurer Aussprache beziehungsweise eurem Akzent arbeiten möchtet, dann empfehle ich euch meine Online-Akademie. Das ist eine umfassende Lernplattform, wo ich viele verschiedene Kurse zu verschiedenen Themen und Aspekten zusammengetragen habe und die auch dauernd erweitert wird. Wenn ihr Mitglied meiner Online-Akademie werdet, dann bekommt ihr sofortigen Zugang zu allen Kursen der Akademie, die momentan verfügbar sind und auch zu allen Kursen und Kapiteln und Lektionen, die zukünftig hinzugefügt werden. Da wir ja, wie schon gesagt, die Inhalte ständig erweitern, neue hinzufügen, ja. Und außerdem habt ihr neuerdings auch die Möglichkeit, meine Online-Akademie für drei Tage kostenlos auszuprobieren. Also nichts wie hin, auf meiner Website: Deutsch-mit-Benjamin. com. Den Link packe ich euch auch unter das Video in die Infobox. Da könnt ihr also auch einfach da draufklicken.

Danke fürs Zuschauen, ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Fließend & akzentfrei Deutsch sprechen | Redemittel: es geht um | Wortschatz & Aussprache B1 B2 C1

In meinen Aussprachevideos bringe ich euch die reale Aussprache von Wörtern bei, die wir üblicherweise in der gesprochenen Sprache verwenden – und zwar sowohl in informellen als auch in formelleren Situationen. Dies unterscheidet sich möglicherweise von dem, was ihr in Lehrbüchern oder im Deutschunterricht gelernt habt.

Transkript:

Hallo liebe YouTube Deutschlerner! In diesem Video beschäftigen wir uns mit der realen Aussprache der Phrase: ES GEHT UM. Zuerst möchte ich, dass ihr wisst, was wir hier eigentlich machen und warum. Immer wieder höre ich: „Oh, Deutsche sprechen so schnell“. Aber stimmt das wirklich? Mitunter spricht man als Muttersprachler natürlich wirklich ein bisschen schneller als jemand, der Deutsch als Fremdsprache lernt. Ganz oft liegt es aber auch daran, dass wir die Wörter und Phrasen stark verkürzen. Im Deutschunterricht übt man dann normalerweise die korrekte oder lehrbuchmäßige Aussprache von Wörtern, aber wenn man dann in die reale Welt hinausgeht, stellt man halt fest, dass die Wörter irgendwie anders klingen und das liegt eben daran, dass wir Wörter verkürzen und miteinander verbinden. Und was man dabei auch verstehen muss, ist, dass das nicht nur in informellen Situationen, sondern auch formellen Situationen passiert.

Heute wollen wir uns mit einem sehr gebräuchlichen Ausdruck befassen, der im Alltag, im Geschäftsleben und auch in Prüfungen häufig vorkommt. Es ist ein Redemittel, das ihr sicherlich alle schon kennt. ES GEHT UM. Wir wollen also lernen, wie wir Deutschen diesen Ausdruck wirklich aussprechen, damit ihr selbst natürlicher klingt und auch uns Deutsche besser verstehen könnt. Bitte gebt dem Video einen Like, wenn es euch gefällt, abonniert meinen Kanal und klickt auf die Glocke, das wäre wirklich sehr hilfreich für mich.

Also, der Ausdruck, den wir uns anschauen wollen, lautet: ES GEHT UM. Er besteht aus drei Wörtern. Im wirklichen Leben wird dieser Ausdruck jedoch so gut wie nie so ausgesprochen, wie die drei Wörter im Einzelnen. Es geht um. Das liegt daran, dass es nur ein einziges sogenanntes Inhaltswort gibt – nämlich: GEHT. Die Wörter ES und UM sind sogenannte Funktionswörter. Funktionswörter sind normalerweise unbetont und werden oft reduziert. Üben wir zuerst mal das Wort GEHT. Es ist das einzige Inhaltswort, deshalb wird es in diesem Ausdruck auch am lautesten ausgesprochen. Es wird betont. GEHT. Es beginnt mit dem G-Laut ​ [ɡ].​ Das ist ein Plosiv, also ein Verschlusslaut. Das heißt, er besteht aus zwei Teilen. Zuerst wird der Luftstrom angehalten und als zweites wird die Luft ausgestoßen. Um den Luftstrom anzuhalten, wird der hintere Teil der Zunge nach oben geführt und berührt das Gaumensegel, was sozusagen den Weg für die Luft versperrt. Das ist der erste Teil dieses Lautes, also der Verschluss. Beim zweiten Teil wird die Zunge wieder weggezogen also wieder runtergezogen und dadurch wird die angestaute Luft schlagartig mit einem Explosionsgeräusch freigesetzt [ɡ]. Die Lippen haben, wenn wir das [ɡ] aussprechen, schon die Position des nächsten Lautes, also in unserem Fall, des E-Lautes. [e], [ɡe] Es sieht ein bisschen so aus, als würde ich lächeln. Zuletzt kommt [t], auch wieder ein Plosiv, also ein Verschlusslaut. Dabei bildet der vorderste Teil der Zunge an den oberen Schneidezähnen bzw. kurz dahinter den Verschluss, die Zunge kann die Zähne berühren, muss sie aber nicht. Dieser Verschluss wird auch wieder schlagartig gelöst, sodass die Luft halt auch wieder mit einem Explosionsgeräusch aus dem Mund entweicht. [t] Die Zähne sind entweder zusammengedrückt oder ganz leicht geöffnet. Bei mir sind sie meistens leicht geöffnet.

Jetzt das erste Wort des Ausdrucks. ES. Das ist eines meiner Lieblingswörter im Deutschen, weil es fast nie wirklich wie „es“ ausgesprochen wird. Dieses Wort ist kein Inhaltswort, es ist ein Funktionswort. Es ist also unbetont, sehr tief und wird sehr schnell ausgesprochen. Es gibt zwei Arten, auf die es in der Regel ausgesprochen wird. Erstens, mit dem e-schwa. Zusammen mit dem zweiten Wort würde das lauten: Es geht. Hört ihr, dass ich nicht sage: Es geht, sondern es geht. Die zweite Möglichkeit ist eigentlich nur das [s] auszusprechen. Nur ein Laut. Ein stimmloses S. Also, ES GEHT noch mehr reduziert auf „SGEHT“. Es ist ganz normal, das so auszusprechen, auch in formelleren Situationen. Nur wenn ihr wirklich ganz deutlich sprechen wollt oder müsst, oder wenn es darauf ankommt, besonders schön zu sprechen, z.B. wenn ihr eine Präsentation haltet, oder bei einer Deutschprüfung seid. Dann würde ich euch eher empfehlen, das Wort mit dem e-Schwa auszusprechen. Es ist dann besser als: [s].

Zuletzt die Präposition UM. Auch diese ist ein Funktionswort. Das heißt: dieses Wort ist auch wieder unbetont, tief und wird relativ schnell ausgesprochen. Um. Abgesehen davon wird dieses Wort normalerweise aber nicht wirklich reduziert. Die Aussprache unterscheidet sich in diesem Fall also nicht von dem, was ihr gelernt habt. Es wird halt einfach nur unbetont, tief und schnell ausgesprochen. Meistens verbindet man es jedoch mit dem Wort davor. Anstatt also zu sagen: „Es geht um“, könnt ihr einfach diesen Knacklaut am Anfang von „um“ weglassen und den gesamten Ausdruck einfach so sagen, als wäre das alles nur ein Wort. Also nicht: es geht um, sondern: „esgehtum“. Oder, ganz verkürzt: „sgehtum“.

Jetzt gehen wir mal zusammen auf Youglish und hören uns ein paar Beispielsätze an, damit ihr seht, dass die meisten deutschen Muttersprachler das wirklich so aussprechen, wie ich es euch gerade beschrieben habe. Wenn der Satz mit einem Adverbial beginnt, muss man ja die Wortfolge ändern. Zum Beispiel in diesem Satz: In der Serie geht es um Zeitreisen. Das Verb muss ja an der zweiten Stelle stehen, deshalb haben wir jetzt GEHT ES, nicht mehr ES GEHT. In diesem Fall verbinden wir diese beiden Wörter oft zu: „GEHTS“. Das kennt ihr mit Sicherheit schon von der Frage: wie geht es? Und die Präposition UM wird auch hier wieder direkt hinten drangehängt, also ohne Knacklaut, sodass alles wieder so gesagt wird, als ob es nur ein einziges Wort wäre: „GEHTSUM“. Und auch hier ist es wieder so: wenn man besonders deutlich oder schön sprechen will, dann ist es mit dem Schwa-Laut angemessener: „GEHTES“. Aber trotzdem eben miteinander verbunden und ohne Knacklaut. Wie als wäre das ein Wort. „GEHTESUM“ Noch eine Sache: Das gilt jetzt nur für die Umgangssprache, also z.B. im Gespräch mit Freunden.

Schauen wir uns mal diesen Satz hier an. Hier geht es um einen wichtigen Schritt. Die Formen EIN bzw. EINEN des unbestimmten Artikels werden oft auf [n] reduziert. So, und UM endet ja auf [m]. [m] und [n] liegen sehr nahe beieinander. Also lassen wir im informellen Rahmen diesen unbestimmten Artikel manchmal ganz weg. Man verbindet den Artikel mit der Präposition UM davor so stark, dass der Artikel gar nicht mehr zu hören ist. Also sagt man dann: „HIER GEHT ES UM WICHTIGEN SCHRITT“. Beim Schreiben kann man den Artikel auf keinen Fall weglassen! Der muss da sein! Aber in informellen Gesprächen ist es eben üblich, diesen unbestimmten Artikel sehr sehr stark zu reduzieren und mit den Wörtern davor und dahinter zu verbinden. Der Ausdruck „es geht um“ wird übrigens immer zusammen mit dem Akkusativ verwendet. Sodass also danach die Artikel DEN, DIE, DAS, EINEN, EINE, EIN folgen können. DEN, EINEN und EIN reduzieren sich bei informellen Gesprächen so stark, dass man sie weglassen kann, und viele deutsche Muttersprachler tun das auch. Die anderen Artikel können auch reduziert werden, aber die sind immer noch zu hören. Aber: DEN, EINEN und EIN kann man bei informellen Gesprächen hinter dem Ausdruck „ES GEHT UM“ halt einfach weglassen.

So, das war’s für heute. Ich hoffe, dass das ein nützlicher Input für euch war. Schreibt bitte unten in die Kommentare weitere Ausdrücke oder Wörter, deren Aussprache wir gemeinsam in einem anderen Video behandeln sollen. Und noch eine kleine Anmerkung in eigener Sache: Ich habe gerade mein erstes E-Book fertiggestellt, in dem ich euch 7 Tipps verrate, um sicher und selbstbewusst Deutsch zu sprechen. Es ist völlig kostenlos, ladet es euch gerne runter, lest es. Ich bin mir sicher, dass jeder von euch mindestens 3-4 Tipps da findet, die ihm wirklich helfen, sicherer und selbstbewusster zu sprechen. Der Link zu diesem E-Book zu diesen 7 Tipps befindet sich unter dem Video. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

 

VonBenjamin

Wortschatz Deutsch: die Flaute | 30 Sekunden Deutsch | Deutsch mit Benjamin C1 C2

Lasst uns mal wieder den Wortschatz erweitern! Heute lernt ihr das Verb ABFLAUEN kennen sowie das Nomen DIE FLAUTE.

 

Transkript:

Hallo zu einer weiteren Folge 30 Sekunden deutsch! Eben bin ich auf diesen Instagram-Beitrag von der Tagesschau gestoßen, in dem steht: die Lage auf den Intensivstationen flaut ab. Mir geht es hier um das Verb abflauen. Das bedeutet, dass sich die Lage entspannt. Dieses Wort stammt von dem Nomen die Flaute, das wiederum ein Begriff aus der Wirtschaft ist und eine Situation beschreibt, in der von einem bestimmten Produkt wenig gekauft wird. Man benutzt aber dieses Nomen auch in anderen Situationen. Es herrscht Flaute, es passiert nichts.

 

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: Hörverstehen verbessern | Sätze für euren nächsten Skype-Call

Lernt, wie man schnell und authentisch sagt: „Ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden.“

Transkript:

Wenn also das nächste Mal auf Zoom oder auf Skype die Internetverbindung wieder nicht mitspielt, dann könnt ihr sagen: ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden. Ich hoffe das hilft.

VonBenjamin

3 Adjektive statt SEHR: Synonyme für LAUT, REICH, KALT | Wortschatz B2 C1

3 Synonyme: Adjektive statt „sehr“

  • wohlhabend: sehr reich
  • ohrenbetäubend: sehr laut
  • eisig: sehr kalt

Transkript:

Statt sehr reich könnt ihr sagen wohlhabend. Die Familie ist wohlhabend. Sehr laut ist ohrenbetäubend. Kannst du mal diese ohrenbetäubende Musik ausmachen? Sehr kalt ist eisig. Draußen ist es eisig. Der Kaffee ist eisig.

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: Das soll es für heute gewesen sein! | Deutsch mit Benjamin

Das soll es für heute gewesen sein. Eine gebräuchliche Formulierung, mit der man im Deutschen eine Präsentation, einen Vortrag, eine Unterrichtsstunde o.Ä. beenden kann.

Transkript:

Hallo und willkommen bei 30 Sekunden deutsch bei Deutsch mit Benjamin. Eine sehr gebräuchliche Art eine Präsentation, einen Vortrag oder auch als Lehrer beispielsweise eine Unterrichtsstunde zu beenden, ist: das soll es für heute gewesen sein. Das soll es für heute gewesen sein. Betonung auf gewesen. Das soll es für heute gewesen sein heißt ganz einfach: wir sind fertig, der Vortrag ist zu Ende, die Unterrichtsstunde was auch immer ist zu Ende.

VonBenjamin

Wortschatz B2 C1 C2: Corona, Lockdown | Deutsche Aussprache verbessern | Deutsch mit Angela Merkel

In dieser umfangreichen Lektion lernt ihr Deutsch von Angela Merkel! Wir schauen uns einen Teil ihrer Rede an. Dabei werdet ihr euren Wortschatz verbessern und viele nützliche trennbare Verben, Verben mit Präpositionen, Kollokationen und Redewendungen kennenlernen. Ziel ist es, dass ihr diesen Wortschatz einerseits versteht, andererseits jedoch auch selbst korrekt benutzen könnt. Außerdem seht ihr viele Beispiele aus anderen Videos, in denen der neue Wortschatz in authentischen Situationen verwendet wird. Mit dieser Lektion werdet ihr also auch euer Hörverstehen erhöhen und euer mündliches Sprachvermögen bzw. eure deutsche Aussprache verbessern.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Seit letztem Montag ist Deutschland ja nun wieder im Lockdown. Man will ja damit versuchen, mit der Corona-Pandemie fertig zu werden. Es mussten also erneut alle Gastronomiebetriebe und auch viele Betriebe im Bereich der Kultur schließen, was ja für viele Unternehmer aus finanzieller Sicht sehr sehr hart ist. Angesichts dessen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche dann an Unternehmer und Selbstständige gewandt, um sie über die neuen Entscheidungen der Bundesregierung zu informieren und ihnen finanzielle Unterstützung zuzusichern.

Wir schauen uns einen Teil dieser Rede von Frau Merkel an. Dabei lernt ihr jede Menge nützlicher Wörter und Ausdrücke aus dem Bereich der Wirtschaft, und zwar im Hinblick auf die aktuelle Corona-Krise. Viele dieser Wörter könnt ihr allerdings auch in anderen Situationen antreffen und dementsprechend auch selbst benutzen. Außerdem schauen wir uns natürlich genau die Aussprache an, was euch wiederum auch mit eurem Hörverstehen helfen wird. Es lohnt sich also auf jeden Fall, dranzubleiben.

Bevor wir starten, gebt dem Video doch bitte einen Daumen nach oben und aktiviert Benachrichtigungen für neue Videos. Das würde mir wirklich sehr sehr helfen und es würde mich dementsprechend auch wirklich sehr freuen.

Mit jemandem oder etwas umzugehen heißt, mit dieser Person oder Sache ohne große Schwierigkeiten fertig zu werden. Also damit klarzukommen. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen mit den Corona-Maßnahmen irgendwie umgehen. Das heißt: Er kommt nicht gut mit Kindern klar. Es handelt sich hier um ein trennbares Verb. Betont wird also nicht das Verb an sich, sondern das Präfix: umgehen, umgegangen. Außerdem haben wir hier ein typisches Beispiel für die sogenannte e-Schwa-Tilgung. Was das e-Schwa ist, behandeln wir in dem Video, jetzt hier oben rechts und statt [ˈʊmgeːǝn] – das ist die Aussprache, die man im Wörterbuch findet, mit 3 Silben (umgehen) da haben wir das e-Schwa in der letzten Silbe stattdessen würde man aber eben viel öfter die Aussprache [ˈʊmgeːn] bevorzugen. [ˈʊmgeːn] Mit 2 Silben, [ˈʊmgeːn]. Gleiches gilt auch für das Partizip 2. Statt [ˈʊmgǝgaŋǝn] ist es sehr üblich [ˈʊmgǝgaŋ] zu sagen: [ˈʊmgǝgaŋ]

Jemandem etwas abzuverlangen heißt, hohe Anforderungen an diese Person zu stellen. Wenn ich also sage. Diese Sache verlangt mir viel ab, dann bedeutet das, dass diese Sache sehr sehr schwer, sehr sehr anstrengend, sehr sehr anspruchsvoll ist, eben hohe Anforderungen an mich stellt. Ich kann damit halt nicht so einfach umgehen. Und jetzt eben in dieser aktuellen Situation wird durch die Maßnahmen der Regierung der Wirtschaft viel abverlangt. Also es werden hohe Anforderungen an die Wirtschaft gestellt. Bei diesem Verb gilt einiges zu beachten, was die Aussprache betrifft. Wir schauen uns dazu mal die häufigsten Formen an, in denen dieses Verb überhaupt benutzt wird: abverlangt In dieser Form wird das Verb mit Abstand am häufigsten benutzt. Auch Frau Merkel hat es in dieser Form benutzt. Ihr werdet es also in den meisten Fällen in dieser Form irgendwo dieses Werb antreffen und dementsprechend am wahrscheinlichsten auch in dieser Form selbst verwenden. Das kann ja nicht nur das Partizip 2 sein, das wir für das Perfekt, Plusquamperfekt und Passiv brauchen, sondern auch die 3. Person Singular (er/sie/es) und die 2. Person Plural (ihr). Und zwar immer genau dann, wenn das Verb in einem Nebensatz vorkommt, weil es ja dann nicht getrennt wird. Das Präfix trägt die Betonung und wird somit am lautesten ausgesprochen. Es ist allerdings trotzdem kurz. Wichtig ist hier die Auslautverhärtung, d.h. wir sprechen ein P. Statt des B, was wir schreiben. Die beiden anderen Silben werden sehr schnell ausgesprochen. Zunächst ver-. Nur zwei Laute: der F-Laut [f] und das a-Schwa [ɐ]. Verbinden wir das nun mit dem Präfix ab-, dann klingt das so:[ˈapfɐ]. Zum Schluss noch: [laŋt] – mit dem nasalen Laut [ŋ]. [ˈapfɐlaŋt]. Im Wörterbuch findet man die Aussprache: [ˈapfɛɐ̯laŋt] – [fɛɐ̯]. Das würde man so allerdings nur sagen, wenn man dieses Wort ausdrücklich hervorheben will. Im Normalfall also nur mit dem a-Schwa: [fɐ]. nicht: [ˈapfɛɐ̯laŋt], sondern [ˈapfɐlaŋt]. Hier sind ein paar Beispiele mit dieser Wortform. Die zweithäufigste Form, in der man dieses Verb antreffen kann, ist: abverlangen. Das kann ja der Infinitiv sein, offensichtlich. Oder auch die wir-Form und die sie-Form im Plural, wenn das Verb wieder im Nebensatz vorkommt. Denn dann trennen wir es ja nicht. Aussprache: [ˈapfɐlaŋ]. Wir haben auch hier wieder eine e-Schwa-Tilgung, da es viel gängiger ist, zu sagen: [ˈapfɐlaŋ] statt [ˈapfɐlaŋǝn]. In der wir-Form kommt dieses Verb übrigens eher selten vor. Wenn wir diese Form antreffen, dann handelt es sich also meistens um die sie-Form im Plural, oder den Infinitiv. Hier kommen Beispiele: verlangt … ab. Das kann ja wie schon gesagt die 3. Person Singular (er/sie/es) und die 2. Person Plural (ihr) sein, allerdings wird es am meisten in der 3. Person Singular so benutzt. Und wir müssen es ja trennen, wenn es im Hauptsatz vorkommt. Also das ist eigentlich dieselbe Form, wie ABVERLANGT, aber jetzt einfach, wenn es im Hauptsatz benutzt wird. Verlangen … ab. Das wäre dann die 1. Person Plural (wir) oder die für dieses Verb relevantere Form, nämlich die 3. Person Plural (sie). Auch wieder, wenn wir es im Hauptsatz verwenden. In beiden Fällen ist drauf zu achten, dass man das Präfix klar artikuliert, mit einem Knacklaut, also einer klar erkennbaren Pause davor. Zum Beispiel: Die Hauptbetonung liegt in diesem Satz nicht auf dem Präfix, sondern auf dem Nomen „Geduld“. Trotzdem ist das Präfix „ab“ klar zu hören.

Unter einem Spitzenverband versteht man ein Zusammenschluss von Menschen gleicher Gesinnung, oder mit dem gleichen Ziel. Also in dem Fall ein Zusammenschluss von Arbeitgebern, die eben alle zusammen zu einem bestimmten Zweck zusammen arbeiten. In diesem Fall haben wir also Spitzenverbände der Arbeitgeber. Das sind dann also alles Arbeitgeber, die alle zusammen in dieser einen Organisation zusammengeschlossen sind. Eine Auswirkung ist der Effekt oder Einfluss bzw. auch die Folge, die eine Sache auf eine andere Sache hat. Die Corona-Krise hat beispielsweise viele negative Auswirkungen auf die Wirtschaft. Beeinflusst die Wirtschaft also im negativen Sinne. Bei diesem Nomen betonen wir das Präfix: Aus- [ˈaʊ̯svɪɐ̯kʊŋ]. Dieses Nomen endet ja außerdem auf -ung. Im Plural haben wir ja dann -ungen. In der Regel sprechen wir bei Nomen mit dieser Endung -ung aber die Pluralform genauso wie die Singularform aus. Und so ist es eben auch hier: [ˈaʊ̯svɪɐ̯kʊŋ] – sowohl für den Singular als auch für den Plural. Hier sehen wir das in der Praxis. Frau Merkel hat gesagt, dass sie Beratung mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber plant und sie möchte eben mit ihnen eben darüber beraten, wie sie die Auswirkungen der Krise weiter abfedern können. Also die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Wirtschaft sollen abgefedert werden. Das heißt, man möchte diese schlechten oder unbeabsichtichten Folgen vermeiden. Ja? Also man hat ja jetzt diese Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung vor der Ausbreitung des Virus zu schützen, um das Gesundheitsystem nicht zu überlasten usw. Und damit verbunden sind aber eben auch negative Auswirkungen.

Diese negativen Auswirkungen möchte man natürlich so gering wie möglich halten. Das heißt, man möchte diese negativen Auswirkungen abfedern. Ähnlich wie bei dem Verb „abverlangen“ betonen wir auch hier das Präfix. Das Präfix ab- wird übrigens immer betont. Deswegen sind auch alle Verben, die dieses Präfix haben, trennbar. Und wir haben auch hier wieder diese drei Laute am Anfang: [ˈapf]. Wie bei dem Wort Apfel. Außerdem haben wir in der letzten Silbe das a-Schwa. Und jetzt gibt es wieder diese 2 Möglichkeiten: [ˈapfeːdɛɐ̯n] oder [ˈapfeːdɐn]. Wir bevorzugen die zweite, ja? Das hatten wir auch vorhin schon. Statt [ɛɐ̯] also einfach nur das a-Schwa: [ˈapfeːdɐn].

Bund und Länder. Das ist eine oft benutzte Kollokation und diese Kollokation werdet ihr wahrscheinlich nicht so oft in eurem Land hören. Es sei denn es handelt sich auch um einen föderalistischen Staat. Wie z.B. Deutschland oder Österreich. Nur in solchen Staaten macht das Sinn von Bund und Ländern zu sprechen. Und mit dem Bund meint man dann immer den gesammten Staat in Gegensatz zu den einzelnen Bundesländern. Ja? Die Länder sind dann die Bundesländer. Also z.B. haben wir das ja auch in vielen Komposita. Wie z.B.: Das wäre Berlin, usw. Beispiel mit dieser Kollokation: Weitreichend ist ein Adjektiv, kann auch als Adverb verwendet werden und bedeuted: für einen großen Bereich wichtig. Beschließen heißt übrigens: nach gründlicher Beratung und Überlegung eine verbindliche Entscheidung zu treffen. Wenn ich also sage: Bund und Länder haben weitreichende Beschrenkungen beschlossen, dann heißt das, sie haben über diese Beschrenkungen diskutiert, sie haben überlegt, was Sinn macht, was eher nicht Sinn macht und am Ende haben sie eine verbindliche Entscheidung getroffen.

Konsequent ist auch wieder ein Adjektiv, wird aber häufiger als Adverb verwendet und eher seltener als Atribut. Das heißt. Es wird eher häufiger mit Verben zusammen verwendet und eher seltener mit Nomen zusammen. Und konsequent bedeutet: Etwas passiert so, dass eine Sache nicht verändert bzw. beeinflusst wird. Frau Merkel hat gesagt, wir müssen schnell und konsequent handeln. Also wir müssen schnell handeln auf der einen Seite und auf der anderen Seite müssen wir auch so handeln, dass wir unsere Handlungsweise, unser Verhalten nicht die ganze Zeit verändern. Also wir müssen einer Linie folgen. Dieses Wort wird auf der letzten Silbe betont: [ˌkɔnzǝˈkvɛnt]. Genau genommen gibt es für dieses Wort zwei Aussprachevarianten: [ˌkɔnzǝˈkvɛnt] mit dem e-Schwa in der zweiten Silbe. Diese Aussprache hört man öfter. Allerdings ist auch die Aussprache [ˌkɔnzeˈkvɛnt] durchaus üblich, mit einem sogenannten gespannten E, aber trotzdem ist das E kurz.

Rapid ist auch wieder ein Adjektiv und kann sowohl Atributiv, also vor Nomen als auch adverbiel, also mit Verben zusammen benutzt werden. Es bedeutet schnell und unaufhaltsam. Es ist also quasi ein Synonym zu schnell. Typische Kollokationen sind: Ein rapider Anstieg, das rapide Wachstum.

Wenn etwas überlastet ist, dann muss es zu viel aufnehmen, oder bewältigen. Beispielsweise wird seit Jahren im Stadtzentrum Münchens ein zweiter S-Bahn-Tunnel geplant, da der bestehende S-Bahn-Tunnel überlastet ist. Durch diesen Tunnel fahren alle S-Bahn-Linien der Stadt München. Es ist Wahnsinn. Also wenn ihr schon mal in München wart, dann werdet ihr das vielleicht auch gesehen haben. Wenn ihr da an einer S-Bahn-Station im Zentrum steht, da kommt wirklich jede Minute eine S-Bahn. Es können also nicht mehr S-Bahnen durch diesen Tunnel durchfahren. Und trotzdem, obwohl dieser Tunnel also an seiner Kapazitätsgrenze ist, müssten eigentlich noch mehr S-Bahnen fahren, um diesen ganzen Fahrgastufkommen gewachsen zu sein. Deswegen plant man eben einen zweiten Tunnel. Im März 2020, war das italienische Gesundheitsystem schnell überlastet. Wir betonen hier nicht das Präfix, sondern den Stamm: [ˌyːbɐˈlastət] Dadurch haben wir hier das Phänomen, dass wir das Präfix sehr sehr schnell aussprechen. Aus dem langen Ü wird dann also oft ein kurzes Ü. Es bleibt aber trotzdem gespannt: [ˌybɐˈlastət].

In erster Linie bedeutet: hauptsächlich. Betonung auf dem Wort „erster“. Dieses Wort wird in der Regel in dieser Phrase auch deutlich von der Präposition „in“ abgegrenzt, nämlich durch den Knacklaut: [ɪn ˈʔɛɐstɐ ˌliːniǝ̯]. Wenn diese Phrase in der Satzmitte oder am Satzende auftritt, dann verkürzt man sehr sehr oft die Präposition „in“ und verbindet sie mit dem Wort davor. Das ist ja ein Funktionswort, eben eine Präposition. Und wie wir bereits wissen, werden ja Funktionswörter in der Regel stark verkürzt. So, und obwohl diese Präposition mit einem Vokal beginnt, wo wir ja eigentlich am Anfang auch den Knacklaut hören müssten, haben wir den hier in diesem Fall eben ganz oft nicht, weil wir die Präposition „in“ eben mit dem Wort davor verbinden. Außerdem wird der Vokal oft so stark reduziert, dass eigentlich nur noch das N übrig bleibt, also einfach [n] statt [ɪn].

Sagt mir bitte mal in den Kommentaren, welche Wörter neu für euch waren. Wenn euch diese Art zu lernen übrigens gefällt, dann empfehle ich euch, meiner Akademie beizutreten. Dort gibt es jede Menge solcher Videos wie dieses hier. Außerdem zu jedem Video eine Übersicht über den neuen Wortschatz mit vielen vielen Beispielen sowie einem handlichen Shadowing-Tool zum Trainieren eurer Aussprache und Reduzierung eures Akzentes, das ihr nirgendwo anders im Internet findet. Unter dem Video hier in der Beschreibung findet ihr den Link zur Webseite meiner Akademie. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

 

VonBenjamin

Synonyme für „(nicht) zögern“

Heute könnt ihr wieder euren Wortschatz erweitern. Also fackelt nicht lange und schaut euch das Video an!

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen.

Und heute gebe ich euch ein paar Redewendungen beziehungsweise Formulierungen mit dem Wort fackeln. Und wir fangen an mit dem Nomen die Fackel. Was ist eigentlich eine Fackel? Eine Fackel ist eigentlich so ein Stock. Ein Stock, auf dem oben eine Flamme brennt. Das heißt, man kann das oben anzünden und dann hat man diesen Stock. Oben ist die Flamme und man kann das nutzen als Beleuchtung als Beleuchtungskörper sozusagen, ja. Um einen sehr dunklen Raum unter der Erde zum Beispiel zu erhellen. Das ist eine Fackel.

So und dann haben wir das Verb fackeln. Und im übertragenen Sinne bedeutet das sowie zögern. Man benutzt es meistens in einer Negation. Das heißt, man sagt meistens: Ich habe nicht lange gefackelt. Oder: Ohne lange zu fackeln, habe ich das gemacht. Und das bedeutet: Ohne lange zu zögern. Ich habe nicht gezögert, ich habe es gleich gemacht. Zum Beispiel, wenn ich über ein Problem eine Herausforderung spreche.

Nehmen wir das Beispiel. Ja, meine Schwester möchte sich von ihrem Freund trennen, ja. Und sie möchte sofort ausziehen. Sie hält es da nicht mehr aus. Die ganze Zeit streiten die sich. Es fliegen die Fetzen. Das ist übrigens auch eine schöne Redewendung. Es fliegen die Fetzen heißt: Sie streiten sich, ja. Sehr sehr heftig. Genau. Sie hält es nicht mehr lange da aus. Sie will weg. Sie ruft mich an, erzählt mir davon und bittet mich um Hilfe. Dann kann ich sagen: Komm! Fackeln wir nicht lange, ich komme zu dir. Ich hole dich ab und du kannst erst mal ein paar Tage bei mir unterkommen. Wenn ich dann später davon erzähle, dann könnte ich sagen: Als sie mich angerufen hat und mir von ihrem Schicksal erzählt hat. Von ihrem Leiden, von ihrer Situation erzählt hat, habe ich nicht lange gefackelt. Ich bin einfach hingefahren, habe sie abgeholt und habe ihr gesagt, dass sie erst mal eine Weile bei mir unterkommen kann, ja.

Ich habe nicht lange gefackelt. Ohne lange zu fackeln, bin ich zu ihr gekommen und habe sie abgeholt und mitgenommen. Ohne lange zu fackeln. Ich habe nicht lange gefackelt, okay? Das wäre eine Möglichkeit. Also ein Problem einfach angehen, ohne lange zu warten, ohne länger darüber nachzudenken, dass irgendwie abzuwägen, ja. Sollte ich das jetzt machen? Was wären jetzt die Vor- und Nachteile. Sondern einfach das Problem angepackt. Ich habe das Problem angepackt, ja.

Eine andere oder ein anderes Beispiel wäre: Ich sehe ein Angebot für einen neuen Computer und dieses Angebot fesselt mich. Ich finde das Angebot so gut, so Klasse. Ohne zu fackeln, kaufe ich den Computer einfach. Also ich denke mir einfach: So ein super gutes Angebot, das kommt mir nicht alle Tage unter. Also werde ich jetzt einfach kaufen. Ich werde jetzt einfach annehmen dieses Angebot, ja. Ich werde jetzt nicht lange fackeln. Ich werde jetzt nicht lange drüber nachdenken, ich kaufe mir den Computer einfach. Also ich fackele nicht lange. Ohne lange zu fackeln, kaufe ich mir den Computer. Das wäre auch eine Möglichkeit, das so zu benutzen.

Eine andere Möglichkeit, das ist dann schon noch übertragener, würde ich sagen und auch nicht mehr so häufig, aber auch in dieser Bedeutung kann man es antreffen. Wenn jemand… Zum Beispiel, wenn ihr bei einem Vortrag euch anmeldet oder so, ja. Oder bei einem Seminar und ihr geht dahin und ihr erwartet vielleicht, dass es erstmal langsam losgeht. Ihr bekommt vielleicht erstmal eine Einführung. Aber es geht sofort los. Also von Minute eins an werdet ihr dort mit Informationen überschüttet und überhäuft und ihr könnt euch gar nicht mehr retten, ja. Also ihr seid ein bisschen überfordert, es geht irgendwie viel schneller als gedacht, viel schneller als erwartet. Entschuldigt, dass jetzt hier gerade dieser uralte VW-Bus steht. Sorry, aber ich hoffe, dass sein Motor gleich ausgeht. Na ja auf jeden Fall …
Genau, dann könntet ihr auch sagen: Okay ich bin da zu diesem Seminar hingegangen und ich dachte,
dass wir erst mal eine Einführung bekommen. Aber nee, also ohne zu fackeln, ohne Umschweife könnte man auch sagen. Ohne Umschweife, ohne zu fackeln sind wir gleich richtig in die Materie eingestiegen und es ging gleich los mit dem Unterricht, ja. Mit dem Thema. Also ohne zu fackeln jetzt… Warum muss er jetzt ausgerechnet genau hier parken weiß ich nicht und doch noch weiterfahren… Aber jetzt ist er weg, super! Also ohne Umschweife, ohne abzuschweifen, ohne lange zu fackeln sind wir direkt los also sind wir direkt in die Materie eingestiegen und haben direkt angefangen.

Ja, das wäre also auch noch eine Möglichkeit, wie man diese Redewendung benutzen beziehungsweise antreffen könnte, ja. Kennt ihr vielleicht auch solche Situation, beziehungsweise könnt ihr euch noch andere Situationen vorstellen, wo ihr das benutzen könntet. Also ich habe nicht lange gefackelt. Und dann sagt man oft auch einfach dazu, ja. Ich habe nicht lange gefackelt und dann bin ich einfach zu meiner Schwester gefahren und habe sie abgeholt. Ich habe nicht lange gefackelt und habe den Computer einfach gekauft. Also ich habe nicht lange gefackelt. Einfach und einfach, ja. Oder ohne lange zu fackeln habe ich einfach das und das gemacht. Kennt ihr solche Situationen? Habt ihr vielleicht eigene Beispiele, die ihr in die Kommentare schreiben könntet? Ich würde mich sehr freuen. Gebt gerne dem Video auch ein Daumen nach oben, wenn euch das geholfen hat und euch diese Redewendung gefällt.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.