e-Laute | Aussprache E & Ä | Deutsche Aussprache verbessern – Richtig Deutsch sprechen

VonBenjamin

e-Laute | Aussprache E & Ä | Deutsche Aussprache verbessern – Richtig Deutsch sprechen

Dieses Video stammt aus dem Kurs über deutsche Vokale in meiner Online-Akademie. Wir behandeln hier die Aussprache der e-Laute im Deutschen. Beachtet den Unterschied zwischen dem gespannten E und dem ungespannten E (auch als A-Umlaut oder Ä bekannt) sowie zwischen langem und kurzem Vokal. Eine korrekte Aussprache ist wichtig, um fließend Deutsch zu sprechen und sich verständlich auszudrücken. In meiner Online-Akademie findet ihr zwei vollständige Kurse zu allen Lauten der deutschen Sprache. Wir gehen ebenso darauf ein, welche Aussprache Umlaute erfordern.

Transkript:

In diesem Video lernt ihr die Aussprache der e-Laute [e:] und [ɛ:].

Wir haben hier einen gespannten Laut, nämlich [e:] und einen ungespannten Laut, nämlich [ɛ:]. Beide Laute können sowohl lang als auch kurz sein. Insgesamt ergeben sich also 4 unterschiedliche Laute.

Wir beginnen mit dem [e:]. Das ist das typische lange E im Deutschen. Wenn wir buchstabieren, dann sprechen wir den Buchstaben E mit diesem Laut aus – [e:] – ja, beim Buchstabieren sprechen wir die Vokale immer lang – und auch beim Buchstabieren von einigen Konsonantenbuchstaben sprechen wir diesen Laut mit, z.B. B [be:], C [t͡se:], D [de:] usw. Wie gesagt handelt es sich hier um einen gespannten Vokal. Wenn wir diesen Vokal einzeln üben, können wir also die Lippen schön breit machen, wie wenn wir lächeln: [e:]. Lang: [e:]. Kurz: [e]. Allerdings, wenn wir in normaler Sprechgeschwindigkeit sprechen und nicht gerade buchstabieren, dann sprechen wir ja nicht nur einzelne Laute aus, sondern die Laute sind dann in Wörtern und Sätzen. Und dann haben wir auch nicht jedes Mal, wenn wir diesen Laut aussprechen, einen extrem breiten Mund. Ganz wichtig ist also die Position der Zunge. Bei der Aussprache dieses Lautes befindet sich die Zungenspitze vorn im Mund, hinter den unteren Schneidezähnen. Der vordere Zungenrücken ist nicht so weit oben wie bei den i-Lauten, aber trotzdem noch ziemlich weit oben, also in Richtung des Gaumens. Das bedeutet also, der Mund ist etwas mehr geöffnet, als bei den i-Lauten. Die Übung mit den breiten Lippen kann euch dabei helfen, eure Zunge in die richtige Position zu bringen. Beim normalen Sprechen übernimmt aber eben die Zunge die meiste Arbeit, um die Laute richtig zu produzieren. Also wenn man die Lippen dann zu breit macht, dann würde das unnatürlich aussehen. Beispielwörter mit dem langen, gespannten [e:]:

Um das erste Wort auszusprechen, müssen wir den Mund eben ein kleines bisschen weiter öffnen, wodurch die Zunge dann eben auch nicht mehr ganz so weit oben ist. Nochmal beide Wörter hintereinander. Und nochmal andersrum. Weitere Wörter mit dem langen, gespannten [e:]. Und vergesst nicht nachzusprechen!

Wenn euch die Aussprache von dem [eː] schwerfällt, dann macht ruhig wirklich mal diese Lächelübung, also die Lippen schön breit, und zwar nicht nur beim [eː] an sich, sondern auch bei den Konsonanten davor bzw. danach. Also auch [v] und [k] müssen bei dieser Übung lächelnd ausgesprochen werden. Wenn ihr das oft genug geübt habt, diese Lächelübung gemacht habt, dann versucht den Laut aber unbedingt auch nochmal ohne zu lächeln richtig hinzubekommen, da man die Lippen beim normalen Reden eben nicht so übertrieben breit zieht. Die Buchstabenkombinationen <ee> und <eh> werden in deutschen Wörtern, die keine Fremdwörter sind, mit diesem Laut ausgesprochen. Und in einigen Fremdwörtern auch. Zum Beispiel:

Die kurze Form ist: [e]. Derselbe Klang, In dem Namen der Stadt Venedig haben wir zweimal das gespannte E, wobei das erste kurz und das zweite lang ist: [veˈneːdɪç]. Und in vielen Funktionswörtern mit einem langen, gespannten E, reduziert sich dieser Vokal bei der Aussprache im Satz zu dem kurzen, gespannten [e], z.B. dem – aus [de:m] wird im Satz [dem]. Das wäre falsch. Das [e:], das gespannte [e:] in dem Wort [de:m], ist viel kürzer als in dem Wort Weg. Aus [de:n] wird [den]. Sie lebt in den USA. Das E in „lebt“ ist lang, das E in „den“ ist kurz. Eben – wenn wir das als Modalpartikel verwenden, dann sagen wir [ˈebʔm̩] oder [em]. Der Laut kommt eben oft in reduzierten Formen vor.

Kommen wir zum ungespannten e-Vokal. Der kann ebenfalls sowohl lang als auch kurz sein. Lang: [ɛ:], kurz: [ɛ]. Die Lippen sind hier nicht so breit wie bei den gespannten e-Lauten, die wir gerade eben behandelt haben. Die Zunge ist immer noch vorne im Mund, hinter den unteren Schneidezähnen. Der Zungenrücken ist aber jetzt deutlich tiefer und damit ist auch der Mund weiter geöffnet und der Unterkiefer weiter gesenkt. Wenn wir also mal vom [iː] über das [eː] zum [ɛː] gehen, dann öffnet sich der Mund immer weiter, der Unterkiefer senkt sich immer mehr und die Zunge senkt sich, also geht immer weiter nach unten. [iː] – [eː] – [ɛː]. Nochmal die beiden e-Laute – gespannt und ungespannt – im Kontrast: [eː] – [ɛː]. Das ungespannte, kurze [ɛ] brauchen wir für Wörter mit Ä, wie z.B.

Was das ungespannte, lange [ɛː] angeht, da gibt es eine Besonderheit. Wenn wir buchstabieren, dann sprechen wir auch hier den langen Vokal, wie immer beim Buchstabieren. Also für den Ä – [ɛː]. Wenn wir den A-Umlaut, also den Buchstaben Ä, aber in einem Wort haben, dann sprechen wir dort im modernen Deutsch in den meisten Regionen Deutschlands nicht mehr [ɛː], sondern [eː], den gespannten Vokal. Beispiel: das Mädchen – es ist weitaus üblicher, [ˈmeːtçn̩] zu sagen, als [ˈmɛːtçn̩]. Beide Varianten sind zwar richtig, aber die erste ist üblicher. Nur im südlichen deutschen Sprachraum ist die zweite Variante weiter verbreitet. Auch so. Ein anderes Beispiel: es gebe / es gäbe – Konjunktiv 1 und Konjunktiv 2; im größten Teil Deutschlands klingen diese beiden Formen gleich. In beiden Fällen ist der Vokal ja ohnehin lang und im zweiten Fall eben das Ä sprechen wir auch wie das E als gespannten Vokal. Auch diese Wortpaare klingen in weiten Teilen Deutschlands identisch.

Das heißt also, dass wir den langen Laut [ɛː] (den ungespannten langen Laut) im größten Teil Deutschlands nur noch aussprechen, wenn wir explizit den Buchstaben Ä meinen, also z.B. eben beim Buchstabieren oder in Abkürzungen. Und beim Buchstabieren ist es ganz wichtig, das E vom Ä zu unterscheiden. Schreibt man das mit E oder mit Ä? Nur um Missverständnisse zu vermeiden. Besonders wichtig ist aber wie bei allen Vokalen im Deutschen der Unterschied in der Länge. Nochmal andersrum.

Danke fürs Zuschauen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit!

Über den Autor

Benjamin administrator

Schreibe eine Antwort