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VonBenjamin

Diesen Aussprachefehler gilt es zu vermeiden! | Stimmhaftes vs. Stimmloses S | Deutsch mit Benjamin

Dieses Video ist ein Muss für jeden Deutschlerner! 😃 In diesem Video demonstriere ich euch nämlich die Aussprache der Wörter SECHS und SEX in der deutschen Sprache. Anhand dieses Minimalpaares erkläre ich auch ganz genau die Aussprache des stimmhaften und stimmlosen S.

Transkript:

Hallo liebe You Tube Deutschlerner! Im heutigen relativ kurzen Video möchte ich euch gerne die korrekte deutsche Aussprache von den beiden Wörtern SECHS und SEX beibringen. Ich bin sicher, dass sich über die Bedeutung nichts sagen muss. Die Bedeutung werdet ihr sicherlich alle kennen. Einmal haben wir das Zahlwort und einmal haben wir den internationalen Begriff sozusagen, den es in vielen Sprachen gibt, auch in der deutschen Sprache, für den Geschlechtsverkehr. Und da vor allem dieses Wort nicht in jeder Situation angebracht ist, man sollte also diese beiden Wörter nicht verwechseln, solltet ihr sicherstellen, dass ihr beide Wörter richtig aussprecht, damit ihr nicht aus Versehen das zweite Wort an Stelle des ersten Wortes verwendet. Bleibt also dran, abonniert auch bitte meinen Kanal, aktiviert auch Benachrichtigungen dazu und gebt dem Video bitte einen Daumen nach oben.

So, die erste Information, die ich euch heute gäbe, das ist die wichtigste, die essentielle Information für dieses Video. Diese beiden Wörter sind ein sogenanntes Minimalpaar. Das heißt, sie unterscheiden sich nur in einem einzigen Laut. Beide Wörter haben vier Laute und nur der erste Laut ist unterschiedlich. Die anderen drei Laute sind in beiden Wörtern gleich. Also im ersten Wort Sechs haben wir am Anfang ein stimmhaftes S.

Im zweiten Wort haben wir am Anfang ein stimmloses S. Alle anderen Laute sind gleich in beiden Wörtern. Der Unterschied ist also wirklich nur im ersten Laut.

Um diese S-Laute zu erzeugen, gehen die Lippen zur Seite. Die Zähne sind locker geschlossen und die Zunge kann zwei Positionen im Mund einnehmen. Entweder geht die Zunge nach oben und berührt dabei den Gaumen. Sie ist dann hinter den oberen Schneidezähnen. Oder die Zunge geht im Mund nach unten und ist dann hinter den unteren Schneidezähnen. In jedem Fall ist die Zunge bei den S-Lauten in der deutschen Sprache vollständig im Mund. Also hinter den Zähnen. Man kann die Zunge nicht sehen. Die Luft strömt bei beiden Lauten über die Mitte der Zunge aus dem Mund heraus. So der einzige Unterschied zwischen beiden Lauten ist also, dass wir bei dem stimmhaften S, das war der zweite Laut, den wir auch in dem Zahlwort hören, dass wir dort die Stimmbänder benutzen müssen. Also wir müssen diesen Laut mit unserer Stimme aussprechen. Und den stimmlosen S-Laut bilden wir ganz genauso, aber einfach ohne Stimme. Ohne Stimmbänder, ganz einfach.

So und wie gesagt, der Rest der beiden Wörter ist in beiden Fällen gleich. Der zweite Laut von beiden Wörtern ist ein kurzes Ä. Das ist eigentlich ein A-Umlaut, auch wenn wir in beiden Fällen das E schreiben. Sowohl in dem Wort sechs als auch in dem Wort Sex schreiben wir hier ein E, aber die Aussprache ist ein kurzer A-Umlaut.

Und als nächstes kommt einfach ein [k] und ein [s]. Das ist am Ende wieder ein stimmloses S und in dem einen Wort schreiben wir das als CHS, in dem Zahlwort und in dem anderen Wort schreiben wir das als X. Die Aussprache ist in beiden Fällen [ks].

So, und das war schon. Ich hoffe, ihr konntet auch heute wieder etwas lernen, auch wenn das Video ziemlich kurz war. Aber ich denke, ich habe euch dabei geholfen, diese beiden Wörter in Zukunft nicht mehr zu verwechseln, sofern ihr sie in der Vergangenheit verwechselt habt. Ich hoffe, dass euch das einige peinliche Situation vielleicht ersparen wird. Wenn ihr Fragen habt zum Video, wenn ihr Kommentare habt, oder gerne andere Wörter, beziehungsweise Laute üben wollt, vor allem was die Aussprache angeht, dann schreibt sie mir bitte in die Kommentare. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

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RICHTIG aussprechen wie ein Deutscher | Wortschatz & Aussprache A2 B1 B2 C1 | Deutsch mit Benjamin

In meinen Aussprachevideos bringe ich euch die reale Aussprache von Wörtern bei, die wir üblicherweise in der gesprochenen Sprache verwenden – und zwar sowohl in informellen als auch in formelleren Situationen. Dies unterscheidet sich möglicherweise von dem, was ihr in Lehrbüchern oder im Deutschunterricht gelernt habt.

Transkript:

Hallo liebe You Tube Deutschlerner! Es gibt ja viele Wörter im Deutschen, die in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen haben. Viele davon benutzen wir tagtäglich. Und zwar nicht nur in der Umgangssprache, sondern auch in formelleren Situationen. Es ist wichtig für euch, die Bedeutung dieser Wörter zu lernen, denn sie lassen euch natürlicher klingen und Ihr werdet damit halt auch euer Hörverständnis verbessern.

Eines dieser Wörter ist „richtig“, um das es heute geht. Dieses Wort hat halt mehrere Bedeutungen. Die werden wir uns heute ansehen. Vorher abonniert doch bitte meinen Kanal mit Benachrichtigungen und klickt auf den Daumen nach oben. Das würde mich sehr sehr freuen. Zuerst gucken wir uns die richtige Aussprache an. Für dieses Wort gibt es eigentlich zwei Aussprachevarianten. Die obere ist die in Deutschland gebräuchlichere. Wir haben hier 6 Laute, 2 Silben. Die Betonung liegt auf der ersten Silbe. Diese erste Silbe beginnt mit dem R-Laut „​ʁ​“und endet mit dem Laut „​ç​“. Mit dem ich-Laut. Eigentlich ist es wie das „ʁ​“ und das Wort ICH zusammen. Die zweite Silbe ist so ähnlich. Der einzige Unterschied liegt im ersten Laut und das ist hier der Laut „​t​“. Und obwohl wir normalerweise bei der Aussprache vom T die Luft aus dem Mund ausstoßen, gibt man sich bei diesem Wort sozusagen nicht so viel Mühe mit diesem T-Laut, weil die Silbe eben unbetont ist. Es ist also quasi so was wie ein stimmloses D. Und dann halt wieder ICH hinzufügen. Also quasi stimmloses D. „​t​“ und dann ICH. TICH. Und nicht vergessen! Diese Silbe ist die unbetonte Silbe. TICH. RICHTICH. Betont, unbetont. RICHTICH.

In der zweiten Aussprachevariante, die wie schon gesagt in Deutschland eigentlich nicht so häufig vorkommt, aber man findet sie halt auch im Wörterbuch, deswegen habe ich sie jetzt hier mit reingenommen. Da ist der letzte Laut anders. Und zwar ist das hier ein K-Laut. „​k​“ RICHTIK. Und wie gesagt, das ist in Deutschland nicht so üblich. Eventuell in Bayern in Süden von Deutschland allgemein. Was jetzt für Österreich und die Schweiz gilt, dafür bin ich kein Experte, weil ich deutscher Muttersprachler aus Deutschland bin. Und dieses Phänomen, dass wir hier am Ende eigentlich „IG“ schreiben und in der Regel „ICH“ sprechen und nicht „IG“ gilt für alle Adjektive, die auf -ig enden. Diese „ICH-Aussprache“ ist zumindest in Deutschland eben gebräuchlicher als diese „IK-Aussprache“.

Was ihr auch beachten solltet, ist, dass beim Hinzufügen einer Endung das G in der Regel tatsächlich als G ausgesprochen wird. Also „​ɡ​“ Mein Freund ist ein richtiges Kind. In diesem Beispiel: richtiges, nicht richtiches, nicht richtikes, sondern richtiges. So, jetzt schauen wir uns ein paar Beispiele mit diesem Wort an um die verschiedenen Bedeutungen zu sehen. Diese Beispiele habe ich übrigens in der Zeitschrift Deutsch perfekt gefunden.

Ich habe heute richtig ausgeschlafen. Das bedeutet: ich habe heute schön ausgeschlafen. Ich habe heute schön ausgeschlafen, wie es sein soll.

Dein Wecker geht nicht richtig. Das bedeutet: dein Wecker geht nicht exakt.

Ja, richtig! Ich erinnere mich. Das bedeutet: ja, genau! Ja, du hast Recht!

Er ist der richtige Mann. Das bedeutet: er ist der passende Mann. Er ist am besten geeignet.

Das Café ist richtig gemütlich. Das bedeutet: es ist wirklich gemütlich. Es ist sehr gemütlich.

Sie ist ein richtiger Feigling. Das bedeutet: Sie ist ein Feigling, wie es die Definition des Wortes sagt. Wir haben dafür auch 2 gute Redewendungen, die man in diesem Fall oft benutzt. Man konnte sagen: sie ist ein Feigling, im wahrsten Sinne des Wortes. Oder: sie ist ein Feigling, wie er im Buche steht. Ein Feigling ist übrigens jemand, der viel Angst hat.

Was die Intonation, also die Betonung anbelangt, wird das Wort RICHTIG meistens betont. Es ist also selten unbetont. Es ist meistens betont. Wenn wir es im Sinne von SEHR oder WIRKLICH verwenden – als Adjektiv oder auch als Adverb ist es oft sehr stark betont. Ich habe richtig ausgeschlafen. Dieses Wort RICHTIG, das hat hier wirklich eine richtige starke Betonung. Wir sagen nicht: ich habe richtig ausgeschlafen. Sondern: ich habe richtig ausgeschlafen! Und man kann ruhig dieses „​ʁ​“ am Anfang ein bisschen lang ziehen. Und richtig schön laut aussprechen. Ich habe richtig ausgeschlafen! Oh ist das herrlich! Ich habe heute endlich mal wieder richtig ausgeschlafen! Das Café ist richtig gemütlich. Nicht: Das Café ist richtig gemütlich. Sondern sehr stark betont. Das Café ist richtig gemütlich. Sie ist ein richtiger Feigling! Nicht: Sie ist ein richtiger Feigling. Sondern: sie ist ein richtiger Feigling! Versucht das mal zu sagen. Sie ist ein richtiger Feigling! Ich habe richtig ausgeschlafen! Das Café ist richtig gemütlich. Natürlich kann sich die Betonung auch ändern, wenn wir andere Informationen im Satz hervorheben wollen. Das ist immer so in der deutschen Sprache. Hier ist jetzt die Rede von der neutralenen Betonungen in einem Satz.

Ein weiteres Phänomen bei diesem Wort ist, dass wir Muttersprachler oft dazu tendieren, wenn es eine Endung hat, diese Endung zu reduzieren. Und dazu zeige ich euch mal ein Beispiel, das ich auf Youglish gefunden habe. Youglish ist eine Seite, wo ihr Wörter eingeben könnt in ein Suchfeld und dann werden euch You Tube Videos angezeigt, in deren Untertitteln dieses Wort vorkommt. Ihr könnt dann also die authentische Aussprache euch anhören, nicht die einzelne Aussprache des Wortes, die ihr in einem Wörterbuch finden würdet, sondern die authentische echte Ausprache des Wortes innerhalb von einem Satz. Aus der ganz exakten deutlichen Aussprache RICHTIGER wird hier RICHTJA Das ist interessant, ich erkläre euch auch wie das zusammenhängt. Angela Merkel spricht so eine Art Berliner Dialekt. Sie kommt allerdings ursprünglich aus Meck-Pomm. Also Mecklenburg-Vorpommern, sodass ihre Sprechweise ein bisschen von den Dialekten aus diesen beiden Regionen geprägt ist. Und eben viele Berliner auch Brandenburger und eben auch Leute aus Meck-Pomm sprechen das manchmal so aus. Das ist ein Phänomen, was man immer wieder mal hören kann. RICHTJA Hier ist noch ein Beispiel dazu: Sehr sehr schnell wird das hier auch ausgesprochen. Die zweite Silbe ist natürlich wieder unbetont und wird so ausgesprochen: Am Ende dieser zweiten Silbe hätten wir eigentlich einen Schwa-Laut, aber der wird getilgt. Das passiert ganz ganz oft am Ende eines Wortes, wenn das Wort auf EN endet. Dann eigentlich haben wir hier nur „​t​“,“j“ und „​n​“​ sofort. Also man braucht eigentlich diesen Schwa-Laut gar nicht auszusprechen. Ich betone hier nochmal, dass das typisch ist, für die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und vielleicht Teile von Sachsen-Anhalt. Aber es gehört eben zur deutschen Sprache dazu und ihr werdet immer mal wieder Leute hören, die das so aussprechen. Die korrekte Aussprache ist eigentlich: Die wird auch so am häufigsten benutzt. In meinen Videos versuche ich euch immer die Aussprache beizubringen, die am gebräuchlichsten ist. Also die, die meisten Menschen in Deutschland so benutzen würden.

So, das war’s für heute. Ich hoffe, das war nützlich für euch. Wenn ja, dann gebt dem Video bitte einen Daumen hoch und hinterlasst einen Kommentar mit euren eigenen Beispielsätzen mit diesem Wort. Mit dem Wort:RICHTIG. Ich danke euch fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

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Fließend & akzentfrei Deutsch sprechen | Redemittel: es geht um | Wortschatz & Aussprache B1 B2 C1

In meinen Aussprachevideos bringe ich euch die reale Aussprache von Wörtern bei, die wir üblicherweise in der gesprochenen Sprache verwenden – und zwar sowohl in informellen als auch in formelleren Situationen. Dies unterscheidet sich möglicherweise von dem, was ihr in Lehrbüchern oder im Deutschunterricht gelernt habt.

Transkript:

Hallo liebe YouTube Deutschlerner! In diesem Video beschäftigen wir uns mit der realen Aussprache der Phrase: ES GEHT UM. Zuerst möchte ich, dass ihr wisst, was wir hier eigentlich machen und warum. Immer wieder höre ich: „Oh, Deutsche sprechen so schnell“. Aber stimmt das wirklich? Mitunter spricht man als Muttersprachler natürlich wirklich ein bisschen schneller als jemand, der Deutsch als Fremdsprache lernt. Ganz oft liegt es aber auch daran, dass wir die Wörter und Phrasen stark verkürzen. Im Deutschunterricht übt man dann normalerweise die korrekte oder lehrbuchmäßige Aussprache von Wörtern, aber wenn man dann in die reale Welt hinausgeht, stellt man halt fest, dass die Wörter irgendwie anders klingen und das liegt eben daran, dass wir Wörter verkürzen und miteinander verbinden. Und was man dabei auch verstehen muss, ist, dass das nicht nur in informellen Situationen, sondern auch formellen Situationen passiert.

Heute wollen wir uns mit einem sehr gebräuchlichen Ausdruck befassen, der im Alltag, im Geschäftsleben und auch in Prüfungen häufig vorkommt. Es ist ein Redemittel, das ihr sicherlich alle schon kennt. ES GEHT UM. Wir wollen also lernen, wie wir Deutschen diesen Ausdruck wirklich aussprechen, damit ihr selbst natürlicher klingt und auch uns Deutsche besser verstehen könnt. Bitte gebt dem Video einen Like, wenn es euch gefällt, abonniert meinen Kanal und klickt auf die Glocke, das wäre wirklich sehr hilfreich für mich.

Also, der Ausdruck, den wir uns anschauen wollen, lautet: ES GEHT UM. Er besteht aus drei Wörtern. Im wirklichen Leben wird dieser Ausdruck jedoch so gut wie nie so ausgesprochen, wie die drei Wörter im Einzelnen. Es geht um. Das liegt daran, dass es nur ein einziges sogenanntes Inhaltswort gibt – nämlich: GEHT. Die Wörter ES und UM sind sogenannte Funktionswörter. Funktionswörter sind normalerweise unbetont und werden oft reduziert. Üben wir zuerst mal das Wort GEHT. Es ist das einzige Inhaltswort, deshalb wird es in diesem Ausdruck auch am lautesten ausgesprochen. Es wird betont. GEHT. Es beginnt mit dem G-Laut ​ [ɡ].​ Das ist ein Plosiv, also ein Verschlusslaut. Das heißt, er besteht aus zwei Teilen. Zuerst wird der Luftstrom angehalten und als zweites wird die Luft ausgestoßen. Um den Luftstrom anzuhalten, wird der hintere Teil der Zunge nach oben geführt und berührt das Gaumensegel, was sozusagen den Weg für die Luft versperrt. Das ist der erste Teil dieses Lautes, also der Verschluss. Beim zweiten Teil wird die Zunge wieder weggezogen also wieder runtergezogen und dadurch wird die angestaute Luft schlagartig mit einem Explosionsgeräusch freigesetzt [ɡ]. Die Lippen haben, wenn wir das [ɡ] aussprechen, schon die Position des nächsten Lautes, also in unserem Fall, des E-Lautes. [e], [ɡe] Es sieht ein bisschen so aus, als würde ich lächeln. Zuletzt kommt [t], auch wieder ein Plosiv, also ein Verschlusslaut. Dabei bildet der vorderste Teil der Zunge an den oberen Schneidezähnen bzw. kurz dahinter den Verschluss, die Zunge kann die Zähne berühren, muss sie aber nicht. Dieser Verschluss wird auch wieder schlagartig gelöst, sodass die Luft halt auch wieder mit einem Explosionsgeräusch aus dem Mund entweicht. [t] Die Zähne sind entweder zusammengedrückt oder ganz leicht geöffnet. Bei mir sind sie meistens leicht geöffnet.

Jetzt das erste Wort des Ausdrucks. ES. Das ist eines meiner Lieblingswörter im Deutschen, weil es fast nie wirklich wie „es“ ausgesprochen wird. Dieses Wort ist kein Inhaltswort, es ist ein Funktionswort. Es ist also unbetont, sehr tief und wird sehr schnell ausgesprochen. Es gibt zwei Arten, auf die es in der Regel ausgesprochen wird. Erstens, mit dem e-schwa. Zusammen mit dem zweiten Wort würde das lauten: Es geht. Hört ihr, dass ich nicht sage: Es geht, sondern es geht. Die zweite Möglichkeit ist eigentlich nur das [s] auszusprechen. Nur ein Laut. Ein stimmloses S. Also, ES GEHT noch mehr reduziert auf „SGEHT“. Es ist ganz normal, das so auszusprechen, auch in formelleren Situationen. Nur wenn ihr wirklich ganz deutlich sprechen wollt oder müsst, oder wenn es darauf ankommt, besonders schön zu sprechen, z.B. wenn ihr eine Präsentation haltet, oder bei einer Deutschprüfung seid. Dann würde ich euch eher empfehlen, das Wort mit dem e-Schwa auszusprechen. Es ist dann besser als: [s].

Zuletzt die Präposition UM. Auch diese ist ein Funktionswort. Das heißt: dieses Wort ist auch wieder unbetont, tief und wird relativ schnell ausgesprochen. Um. Abgesehen davon wird dieses Wort normalerweise aber nicht wirklich reduziert. Die Aussprache unterscheidet sich in diesem Fall also nicht von dem, was ihr gelernt habt. Es wird halt einfach nur unbetont, tief und schnell ausgesprochen. Meistens verbindet man es jedoch mit dem Wort davor. Anstatt also zu sagen: „Es geht um“, könnt ihr einfach diesen Knacklaut am Anfang von „um“ weglassen und den gesamten Ausdruck einfach so sagen, als wäre das alles nur ein Wort. Also nicht: es geht um, sondern: „esgehtum“. Oder, ganz verkürzt: „sgehtum“.

Jetzt gehen wir mal zusammen auf Youglish und hören uns ein paar Beispielsätze an, damit ihr seht, dass die meisten deutschen Muttersprachler das wirklich so aussprechen, wie ich es euch gerade beschrieben habe. Wenn der Satz mit einem Adverbial beginnt, muss man ja die Wortfolge ändern. Zum Beispiel in diesem Satz: In der Serie geht es um Zeitreisen. Das Verb muss ja an der zweiten Stelle stehen, deshalb haben wir jetzt GEHT ES, nicht mehr ES GEHT. In diesem Fall verbinden wir diese beiden Wörter oft zu: „GEHTS“. Das kennt ihr mit Sicherheit schon von der Frage: wie geht es? Und die Präposition UM wird auch hier wieder direkt hinten drangehängt, also ohne Knacklaut, sodass alles wieder so gesagt wird, als ob es nur ein einziges Wort wäre: „GEHTSUM“. Und auch hier ist es wieder so: wenn man besonders deutlich oder schön sprechen will, dann ist es mit dem Schwa-Laut angemessener: „GEHTES“. Aber trotzdem eben miteinander verbunden und ohne Knacklaut. Wie als wäre das ein Wort. „GEHTESUM“ Noch eine Sache: Das gilt jetzt nur für die Umgangssprache, also z.B. im Gespräch mit Freunden.

Schauen wir uns mal diesen Satz hier an. Hier geht es um einen wichtigen Schritt. Die Formen EIN bzw. EINEN des unbestimmten Artikels werden oft auf [n] reduziert. So, und UM endet ja auf [m]. [m] und [n] liegen sehr nahe beieinander. Also lassen wir im informellen Rahmen diesen unbestimmten Artikel manchmal ganz weg. Man verbindet den Artikel mit der Präposition UM davor so stark, dass der Artikel gar nicht mehr zu hören ist. Also sagt man dann: „HIER GEHT ES UM WICHTIGEN SCHRITT“. Beim Schreiben kann man den Artikel auf keinen Fall weglassen! Der muss da sein! Aber in informellen Gesprächen ist es eben üblich, diesen unbestimmten Artikel sehr sehr stark zu reduzieren und mit den Wörtern davor und dahinter zu verbinden. Der Ausdruck „es geht um“ wird übrigens immer zusammen mit dem Akkusativ verwendet. Sodass also danach die Artikel DEN, DIE, DAS, EINEN, EINE, EIN folgen können. DEN, EINEN und EIN reduzieren sich bei informellen Gesprächen so stark, dass man sie weglassen kann, und viele deutsche Muttersprachler tun das auch. Die anderen Artikel können auch reduziert werden, aber die sind immer noch zu hören. Aber: DEN, EINEN und EIN kann man bei informellen Gesprächen hinter dem Ausdruck „ES GEHT UM“ halt einfach weglassen.

So, das war’s für heute. Ich hoffe, dass das ein nützlicher Input für euch war. Schreibt bitte unten in die Kommentare weitere Ausdrücke oder Wörter, deren Aussprache wir gemeinsam in einem anderen Video behandeln sollen. Und noch eine kleine Anmerkung in eigener Sache: Ich habe gerade mein erstes E-Book fertiggestellt, in dem ich euch 7 Tipps verrate, um sicher und selbstbewusst Deutsch zu sprechen. Es ist völlig kostenlos, ladet es euch gerne runter, lest es. Ich bin mir sicher, dass jeder von euch mindestens 3-4 Tipps da findet, die ihm wirklich helfen, sicherer und selbstbewusster zu sprechen. Der Link zu diesem E-Book zu diesen 7 Tipps befindet sich unter dem Video. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

 

VonBenjamin

Deutsche Vokale lernen | SCHWA – Häufigster Vokal – e-Schwa | Deutsche Aussprache verbessern

Dieses Video über das e-Schwa ist Teil meiner Serie über deutsche Vokale. Achtung! Schwa ist nicht gleich Schwa. Das e-Schwa, das wir hier behandeln, ist nicht zu verwechseln mit dem a-Schwa. Das wiederum behandeln wir in einem anderen Video.

Transkript:

Hallo liebe You-Tube Deutschlerner! Das ist das erste Video meiner neuen Serie über deutsche Vokallaute. Vielleicht habt ihr gelernt, dass es im Deutschen 5 Vokale gibt. A, E, I, O, U. Allerdings möchte ich gleich mal mit diesem Irrglauben aufräumen. Es ist nämlich ganz ganz wichtig, zwischen Lauten und Buchstaben zu unterscheiden. Buchstaben sind das, was wir schreiben und dagegen sind Laute das, was wir hören. Tatsächlich gibt es im Deutschen über 30 verschiedene Vokallaute. Die genaue Anzahl variiert je nach Definition. Zum Beispiel werden in einigen Büchern manchmal zwei Laute als ein Laut betrachtet, wenn sie sehr ähnlich klingen, und in manchen Büchern werden z.B. Laute, die nur in Fremdwörtern vorkommen, gar nicht berücksichtigt. In dieser Serie beschäftigen wir uns also mit der Aussprache aller deutschen Vokallaute. Für jeden Laut wird es ein Video geben. Heute beginnen wir mit dem Vokal, der am häufigsten vorkommt, dem sogenannten e-Schwa, [ə].

Wenn ihr in letzter Zeit meine Videos geschaut habt, dann habt ihr von dem e-Schwa bestimmt schon mal gehört. Es ist ein sogenannter Zentralvokal, d.h. der höchste Punkt des Zungenrückens befindet sich in der Mitte im Mund. So wird das ausgesprochen: [ə]. Die Zunge ist dabei ganz entspannt. Und die Lippen sind auch ganz locker, also nicht aktiv beteiligt [ə]. Dieser Laut hat übrigens keinen eigenen Buchstaben. Deswegen benutzen wir, wenn wir uns mit der Aussprache beschäftigen, dieses Zeichen hier. Das ist das offizielle Lautsymbol für das e-Schwa aus dem IPA, dem Internationalen Phonetischen Alphabet. Übrigens gibt es das e-Schwa nicht nur im Deutschen, sondern auch in vielen anderen Sprachen. Zum Beispiel ist es auch im Englischen der häufigste Vokallaut. Er kommt da z.B. in den Wörtern ABOUT oder BANANA vor. [ə], ABOUT, [bə] BANANA, [nə] Im Tschechischen hört man diesen Laut, wenn man buchstabiert. Zum Beispiel OSVČ. Wir sagen dann nicht: O S V Č, sondern: OSVČ [ə]. Und im Russischen findet man ihn zum Beispiel am Ende von diesem Wort hier: собака. Das ich lieber nicht auspreche, da ich kein Russisch kann. In der deutschen Sprache wird dieser Laut durch die Buchstaben E und A verschriftlicht, wobei man den Buchstaben A eigentlich nur am Anfang von Fremdwörtern aus dem Englischen als e-Schwa ausspricht. Das gilt z.B. für die Wörter ACCOUNT oder APARTMENT. Meistens wird dieser Laut aber eben durch den Buchstaben E verschriftlicht. Und zwar wird der Buchstabe E in unbetonten Silben in der Regel als e-Schwa ausgesprochen. Zum Beispiel in diesen Wörtern: REDE, [‚ʁe:] ist betont, da haben wir kein e-Schwa. Aber in der zweiten Silbe, die unbetont ist. [də], [ə], [‚ʁe:də]. Nicht RE-DE! Sondern: [‚ʁe:də] BESCHREIBUNG, [bə]. Nicht BE! Sondern: [bə’ʃʁaɪ̯bʊŋ]. GEWARTET, zweimal sogar. Am Anfang und am Ende. Ganz oft kommt dieser Laut am Ende von Wörtern vor, nämlich wenn das Wort mit einem E endet: FLASCHE, [ə]. SONNE, ICH STUDIERE HEUTE.

Ganz ganz oft passiert das ja auch, wenn wir konjugieren oder deklinieren. Das ist übrigens auch genau der Grund, warum dieser Laut der häufigste Vokallaut im Deutschen ist. Viele Wörter enden ja ohnehin schon mit einem E, wie wir gesehen haben und wenn man dann noch konjugiert, oder halt dekliniert, dann wird ja oft auch ein E ergänzt. Das sehen wir z.B. hier: EIN (ohne Schwa) EINE (mit Schwa). VIEL – VIELE. TISCH – TISCHE, ICH MUSS, ICH MUSSTE, ICH MÜSSTE.

Ein ganz wichtiger Punkt, wenn es um die Aussprache im Deutschen geht, sind Reduzierungen. In der deutschen Standardsprache reduzieren wir viele Wörter und Laute. Vielleicht habt ihr das schon mal gemerkt. Wenn ihr in einem Deutschkurs oder auch mit einem Lehrbuch gelernt habt, oder mit Duolingo oder anderen Apps. Als ihr dann zum ersten Mal sozusagen in die deutschsprachige Welt rausgegangen seid, dann habt ihr vielleicht gedacht: Hä? Warum sprechen die so anders? Irgendwie verstehe ich total wenig. Und das liegt eben genau an den ganzen Reduzierungen. Ich zeige euch das an einem Beispiel: DEM – bestimmter Artikel, Dativ: wird ganz oft zu [dəm]. Zum Beispiel: Nach dem Unterricht muss ich noch zur Post. Hier haben wir also auch das e-Schwa. In der normalen Sprache würde fast niemand sagen: nach DEM Unterricht. Nur wenn ich das betonen will. Nach dem Unterricht. Aber das würde man eigentlich nicht tun. Deswegen, im Normalfall, würde man sagen: nach dem Unterricht. Oder: DU wird oft zu [də] – Was machst du morgen? e-Schwa. Und ein anderer Punkt. Das e-Schwa wird manchmal so stark reduziert, dass es selbst getilgt wird. Zum Beispiel: HATTEN wird zu [ˈhatn̩]. Das e-Schwa in diesem Fall fällt dann komplett weg. Das passiert sehr häufig in spontan gesprochener Sprache, und zwar sowohl in der informellen als auch in der formellen Sprache. Das gilt für die deutsche Standardsprache genau so wie für Dialekte. Wobei in Dialekten oft auch noch andere Regeln gelten.

Auf solche Reduzierungen im Einzelnen gehen wir aber in anderen Videos genauer ein, denn hier soll es ja jetzt um den Laut an sich gehen. Wichtig für euch ist, dass ihr wisst, dass es das e-Schwa im Deutschen gibt und dass dieser Vokal am häufigsten vorkommt, von allen Vokalen. Sowohl in der Wörterbuch-Aussprache als auch in reduzierten Formen. Und ihr solltet auch nicht vergessen, dass diese Reduzierungen ganz typisch sind. Nur wenn man ganz langsam und besonders deutlich sprechen will, verzichtet man auf Reduzierungen. Aber sonst benutzt man sie in der gesprochenen Sprache formell und auch informell. Fun Fact: das e-Schwa ist auch genau der Laut, den man von sich gibt, wenn man überlegt. Zum Beispiel, wenn man überlegt, wie man weiterreden soll, wenn man nicht auf das richtige Wort kommt. Man sollte das zwar nicht allzu oft machen, aber wenn ihr mal in der Situation seid, dass euch ein Wort nicht einfällt oder ihr halt einfach beim Sprechen überlegen müsst, dann könnt ihr das ruhig so machen. So machen wir Muttersprachler das nämlich. Und wenn man das dann aufschreibt, z.B. in einer WhatsApp-Nachricht, dann sieht das so aus. Äh, keine Ahnung!

Um sicherer und selbstbewusster Deutsch zu sprechen, wie ein Muttersprachler, empfehle ich euch übrigens mein kostenloses E-Book mit 7 Tipps dazu. Unter dem Video hier ist der Link, wo ihr euch völlig gratis dafür eintragen könnt. Im nächsten Video dieser Serie über deutsche Vokale behandeln wir den kurzen I-Laut. Den spricht man übrigens nicht wie I aus. Das wäre dann nämlich der lange I-Laut. Wenn ihr dieses Video sehen wollt, dann abonniert am besten einfach meinen Kanal und drückt auf die Glocke. Dann kriegt ihr nämlich eine Benachrichtigung, sobald das Video online ist. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You-Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video dieser Serie.

VonBenjamin

Aussprachetraining: Intonation in Fragesätzen | Natürlich Deutsch sprechen

Im heutigen Aussprachetraining lernt ihr die korrekte Intonation in Fragesätzen. Unter der Intonation sei hier im engeren Sinne die Sprechmelodie zu verstehen.

Hallo liebe You-Tube Deutschlerner. Willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und diesmal mit einem Video direkt von meinem Balkon aus. Der Frühling zeigt sich nämlich heute von seiner besten Seite. Das kann man jetzt in dem Video hier nicht so gut sehen, aber es ist echt wunderschönes Wetter und das Video entsteht auch sehr spontan. Also ohne Vorbereitung mache ich es, weil es mir heute im Aussprache-Training eingefallen ist und ich auch immer wieder diese Sache angetroffen habe, über die ich heute sprechen will.

Es geht nämlich um die Intonation in Fragesätzen. Und das ist ein weit verbreiteter Trugschluss, mit dem ich heute aufräumen möchte. Also ein Trugschluss ist ein Irrglaube etwas das viele Menschen glauben, was aber nicht der Wahrheit entspricht. Man sagt der Trugschluss oder der Irrglaube. Und ich möchte mit diesem Trugschluss aufräumen, habe ich noch gesagt. Also aufräumen heißt in dem Fall nicht das Zimmer sauber machen und alle Sachen wieder an den ursprünglichen Platz zurücklegen, sondern es heißt mit einem Vorurteil zum Beispiel könnte ich auch aufräumen, oder mit einem Trugschluss aufräumen heißt: das widerlegen. Also einfach zeigen, dass es ein Trugschluss ist, dass es eben nicht der Wahrheit entspricht.

Ich zeige das deutlich, dass das falsch ist. Aber ich habe es tatsächlich von vielen Lehrern auch schon gehört, von vielen Deutschlehrern. Selbst muttersprachliche Deutschlehrer haben das schon gesagt und ich habe das schon gesehen, in verschiedenen Videos auch. Also, viele sagen, viele glauben, dass die Stimme am Ende von Fragesätzen in der deutschen Sprache nach oben gehen muss. Immer. Und das ist einfach falsch. Das ist nicht richtig. Wir gehen nicht nur in Aussagesätzen, sondern eben auch in Fragesätzen mit der Stimme am Ende nach unten. Haben also keine steigende Intonation, sondern eine fallende Intonation. Ich gebe euch ein einfaches Beispiel. Wenn ich euch zum Beispiel fragen würde, wie lange ihr schon in Deutschland lebt, ja? Nehmen wir… Angenommen ihr seid jetzt in Deutschland, ihr lebt in Deutschland und ich würde euch fragen, wie lange ihr schon in Deutschland lebt. Dann würde ich fragen: „und wie lange lebst du eigentlich schon in Deutschland?“ Merkt ihr das? Ich gehe mit der Stimme ganz klar nach unten, überhaupt nicht nach oben.

Also ich sage nicht: „wie lange lebt ihr eigentlich schon in Deutschland“? Das ist falsch, das klingt nicht natürlich. Das ist nicht die richtige Art diesen Satz auszusprechen. Also ich gehe mit der Stimme nach unten: „wie lange lebst du eigentlich schon in Deutschland“? Stimme geht nach unten, sehr weit nach unten. Genauso wie auch in der Antwort die Stimme nach unten gehen würde. Da hätten wir ja auch eine fallende Intonation. Seit fünf Jahren. Seit fünf Jahren, ja? Stimme geht auch nach unten. Und das betrifft auch Fragesätze nicht nur Aussagesätze.

Es gibt ein paar Fälle, wo wir in Fragen dann doch mit der Stimme am Ende nach oben gehen, tatsächlich nach oben gehen. Wo wir also wirklich eine steigende Intonation haben. Das ist aber nicht der Normalfall. Das sind Spezialfälle.

Der erste Fall betrifft Ja-Nein Fragen. Wenn ich euch also eine Ja-Nein Frage stelle, das heißt eine Frage, auf die ihr dann entweder mit ja oder mit nein antworten könnt. Dann würde ich meine Stimme am Ende anheben. Dann würde ich fragen zum Beispiel: „kommt ihr eigentlich auch morgen mit auf den Ausflug“? Ja, also hier gehe ich mit der Stimme am Ende nach oben. Weil ihr könnt antworten: „ja ich komme auch mit“, oder „nee du ich glaube ich habe keine Lust“. Ja, also noch mal die Frage: „kommt ihr eigentlich morgen auch mit auf den Ausflug“? Ja, okay hier gehe ich mit der Stimme nach oben. Aber das ist, wie gesagt, der Spezialfall Ja-Nein Frage, eine Entscheidungsfrage sagt man auch.

Der zweite Spezialfall ist, wenn ich unsicher bin und nachfragen muss. Also es geht hier um Nachfragen: Was hast du gesagt? Wie war das? Wie meinst du das? Wie heißt du noch mal? Okay, also in solchen Fragen, wo ich einfach nicht sicher bin, wo ich noch mal nachfragen muss. Eigentlich kenne ich schon die Antwort, oder ich habe die Antwort irgendwann schon mal bekommen, aber ich bin mir nicht sicher, oder ich habe es nicht richtig gehört, ich frage nach. Ja, dann gehe ich mit der Stimme auch nach oben. Also wenn ihr beispielsweise in einem Gespräch seid und … so ein Telefongespräch oder Skype-Call, die Verbindung ist schlecht, dann sagt ihr nicht: „was hast du gesagt, was hast du gesagt“? Also das wäre dann komisch, mit fallender Intonation. Dann müsst ihr die Stimme tatsächlich anheben: „was hast du gesagt, was“? Ja, auch wenn man nur dieses eine Wort fragt: „was, wie bitte“?, geht man auch mit der Stimme so nach oben. Ja, weil diese steigende Intonation auch Unsicherheit zeigt.

Und der dritte Spezialfall ist, wenn wir Fragen stellen, mehrere Fragen hintereinander, wie so eine art Checkliste. Beispielsweise wenn ihr beim Finanzamt seid. Ihr geht zum Finanzamt nach Deutschland und die Mitarbeiterinnen dort die Sachbearbeiterin fragt euch ganz ganz viele Sachen. Sie stellt euch ganz ganz viele Fragen. Zum Beispiel: „wie lange leben Sie schon in Deutschland? Haben Sie Kinder? Gehen sie hier zur Schule? Was sind Sie vom Beruf? Was machen Sie oder was haben Sie studiert“? Und so weiter, also tausend Fragen… Die Frau in dem Fall fragt euch nicht, weil sie das wirklich wissen will. Das ist keine natürliche Gesprächssituation, sondern es ist eine Checkliste quasi, die sie abarbeiten muss, weil sie diese Antworten braucht, um die ins System da einzutragen, ja? Also wenn man mehrere Fragen stellt und das eigentlich… Eigentlich will man die Antwort nicht unbedingt wissen. Es interessiert einen eigentlich nicht, sondern man braucht die Antwort einfach, um das abzuhaken. Ok, nächste Frage, weiter, ja? Dann geht man mit der Stimme auch nach oben, hat man auch diese steigende Intonation.

So, also um es noch mal ganz kurz zusammenzufassen. Wir gehen mit der Stimme in Fragesätzen nur dann nach oben, wenn wir eine Ja-Nein Frage stellen. Wenn wir nachfragen. Das heißt bei Unsicherheit um uns noch mal zurück zu versichern. Und wenn wir mehrere Fragen schnell hintereinander stellen, wie auf einer Checkliste, die wir abarbeiten, mit mehreren Fragen, ja? In allen anderen Fällen, also das sind ja wirklich drei Spezialfälle, die jetzt nicht jeden Tag vorkommen… Doch! Also, gut die Ja-Nein Frage, die kommt definitiv jeden Tag vor, die Nachfrage auch, aber wenn ihr euch überlegt, wie man Fragen stellt. Also meistens hat man ja so ein Fragewort: was, wie, wo, wann, ja? Und dann in der Regel hat man nicht diese Checkliste, die man abarbeitet in ganz normalen Gesprächen. Es sei denn ihr arbeitet vielleicht an so einem Kundentelefon oder ihr arbeitet selbst für irgendein Amt, oder eine Behörde oder so, dann müsst ihr eure Kunden oder Gesprächspartner vielleicht tatsächlich nach so vielen Sachen fragen, ja? Also dann wäre das vielleicht auch definitiv relevant für euch, aber meistens im Leben stellt man entweder Ja-Nein Fragen. Okay, dann gehe ich mit der Stimme nach oben, oder eben Fragen mit Fragewort, aber dann geht die Stimme nach unten, okay?

Gut das soll es gewesen sein und ich danke euch fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You-Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Alltagsdeutsch: Reduzierung von DU | Aussprachetraining | Deutsch besser verstehen

Reduzierungen und Assimilationen von Lauten sind das A und O, wenn ihr Deutsch besser verstehen und akzentfrei Deutsch sprechen bzw. zumindest eure deutsche Aussprache verbessern wollt. So wird etwa das Pronomen DU nach einem Verb mit diesem verbunden und zum e-Schwa reduziert.

30 Sekunden deutsch, bei Deutsch mit Benjamin. Hast du am Wochenende Zeit? Wann warst du das letzte Mal in Deutschland? Gibst du mir mal kurz das Messer? Wenn wir in Fragesätzen das Pronomen DU haben, verkürzen wir das oft einfach nur zum e-Schwa. Also statt du ​[⁠ə⁠]​. Hast du wird also [hast​ə⁠]. Warst du wird ​[⁠warstə⁠]​ und so weiter. Kein U!

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch A2 B1 B2 | Schöne Pfingsten

In der deutschen Umgangssprache ist es üblich, den p-Laut am Anfang von Wörtern mit PF zu tilgen.

 

Heute ist übrigens Pfingstsonntag. Also wünsche ich euch schöne Pfingsten! Und an dieser Stelle in kurzer Hinweis zur Aussprache: wenn man sehr deutlich spricht, sagt man natürlich [ˈp͡fɪŋstn̩], ja. Aber wenn man schneller spricht, dann kann man das P einfach weglassen. Also es ist völlig normal in der Umgangssprache zu sagen: schöne  [fɪŋstn̩]! Heute ist Pfingsten. Heute ist Pfingstsonntag, morgen ist Pfingstmontag und ich wünsche euch schöne Pfingsten!

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Reduzierung von „-BEN“ | Fließend & Akzentfrei Deutsch sprechen | Deutsche Aussprache verbessern

Wenn ihr Deutsch lernen und fließend Deutsch sprechen möchtet, ist es unerlässlich, dass ihr euch mit Reduzierungen und Assimilationen auseinandersetzt. Mein Ziel ist es, euch dabei zu helfen, flüssiger, schneller und natürlicher Deutsch zu sprechen. Im heutigen Sprechtraining behandeln wir die Reduzierung und progressive Assimilation in der unbetonten Silbe -ben. Diese kommt in sehr vielen deutschen Wörtern vor, z.B. in dem Verb HABEN, aber auch in anderen Verben wie LEBEN sowie Nomen, Adjektiven und Funktionswörtern wie EBEN und NEBEN.

 

Wir haben Hunger. Herr Müller wohnt nebenan. Er hat mir eben Bescheid gegeben. Warum diese Sätze nicht deutsch klangen, das erfahrt ihr in diesem Video.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und für alle, die ihre deutsche Aussprache verbessern bzw. ihren Akzent reduzieren wollen.

Heute geht es um eine Reduzierung oder auch Reduktion oder Verkürzung im Deutschen. Neulich haben wir ja gelernt, dass wir die Endung -en oft verschlucken. Wir sagen also beispielsweise nicht: [guːthən] Tag! Sondern: [guːtʔn̩] Tag! Das Video, in dem ich euch das genauer erkläre und auch noch andere kleine Tricks mitgebe, die euer Deutsch natürlicher klingen lassen, erreicht ihr, wenn ihr jetzt oben rechts klickt und ich verlinke es euch auch unten in der Infobox.

So, damit verbunden ist auch Folgendes: Nehmen wir mal das Verb „haben“. Wenn ich dieses Verb sehr langsam ausspreche, z.B. wenn ich mit einem kleinen Kind sprechen würde, oder ich würde durchs ganze Haus rufen, ja, dann würde das ungefähr so klingen: [ˈhaːbən]. So klingt es allerdings im Normalfall eben nicht. Wie ihr nun schon wisst, wird dieses e-Schwa getilgt und was passiert jetzt hier noch? Dadurch, dass hier in der betonten Silbe am Ende ein [b] ist, also ein Laut, den wir mit den Lippen bilden, passt sich der Laut [n], der hier von der Endung noch übrig bleibt, an. Ja, die Endung ist ja unbetont, eine unbetonte Silbe und über unbetonte Silben wissen wir, dass sie sehr schnell und kurz ausgesprochen werden. Und damit wir das auch wirklich schön schnell, schön kurz aussprechen können, guckt mal, wenn ich sage: [ˈhaːbn̩], ja, das stört irgendwie, das geht nicht so schön schnell, weil eben [b] mit den Lippen, [n] aber mit der Zunge hinter den oberen Schneidezähnen gebildet wird. Also was passiert nun? Das [n] passt sich dem [b] an. Aus dem [n] wird also ein [m], ein ähnlicher Laut, der aber eben auch mit den Lippen gebildet wird, genau wie [b]. Darüber hinaus wird der Verschluss der Lippen, bei dem [b], nicht gesprengt, anders gesagt: Die Lippen werden gar nicht geöffnet. Und schon lässt sich das viel einfacher aussprechen: [ˈhaːbʔm̩]. Das ist also die Aussprache, die wir benutzen und die auch ihr benutzen solltet: [ˈhaːbʔm̩]. Also nicht: [ˈhaːbn̩], nicht mit [n], aber auch nicht [ˈhaːbm̩], ja, also nicht die Lippen öffnen. Sondern: [ˈhaːbʔm̩]. Der Fachbegriff hierfür lautet progressive Assimilation. Assimilation bedeutet Anpassung, Angleichung. Der Laut [n] passt sich dem Laut [b] an. Also wegen dem Laut [b] verändert sich [n] zu [m]. Progressiv bedeutet, dass der erste Laut den zweiten Laut beeinflusst, also dieser Einfluss erfolgt vorwärts. Deshalb progressive Assimilation. Und das gilt nicht nur für dieses Verb, sondern im Prinzip immer, wenn die Buchstaben <ben> in einer unbetonten Silbe vorkommen.

geben
gegeben
eben
leben
oben
üben
die Verben
die Silben
der Abend
das Abenteuer

usw.

Unsere Sätze vom Anfang des Videos klingen also so: Wir haben Hunger. Herr Müller wohnt nebenan. Er hat mir eben Bescheid gegeben. Merkt euch also, dass die Buchstabenkombination <ben> in einer unbetonten Silbe [bʔm̩] ausgesprochen wird.

Wenn ihr übrigens mehr solcher Tricks lernen möchtet und generell euren Akzent reduzieren möchtet und flüssiger bzw. natürlicher Deutsch sprechen möchtet, dann werdet doch Mitglied meiner Online-Akademie. Den Link findet ihr unter dem Video.

Was wir jetzt gelernt haben, gilt übrigens ebenso für die Buchstabenkombination <pen>, die dann dementsprechend [pʔm̩] ausgesprochen wird.

die Lippen
der Lappen
die Suppenküche
umkippen
schleppen
die Alpen

usw. Nun schauen wir uns noch diese Phrasen an: zu gegebenem Anlass, der verschobene Termin.

Hier sieht es ja so aus, als würden die Buchstaben <ben> zur selben Silbe gehören. Das tun sie aber nicht! ge-ge-be-nem – die Buchstaben <ben> gehören hier zu unterschiedlichen Silben, sodass die Regel hier also nicht greift. Das e-Schwa in der Silbe <be> kann natürlich getilgt werden, aber das [n] bleibt [n] und bei [b] werden hier auch die Lippen kurz geöffnet, also dieser Verschluss wird gesprengt. Die beiden Phrasen klingen dann also so: zu gegebenem Anlass,
der verschobene Termin

Ich hoffe, dass dieses Video nützlich war. Wenn ja, dann gebt doch bitte einen Daumen hoch und abonniert gerne meinen Kanal mit Benachrichtigungen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Modalpartikel DENN | Aussprache & Wortschatz Deutsch B1 B2 C1 C2

Thema heute: Modalpartikeln. Konkret geht es um die Modalpartikel DENN und deren übliche Aussprache im Satz.

Transkript:

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Fragen? Die erste Frage klingt ziemlich direkt. Die zweite Frage klingt viel höflicher, viel freundlicher. Mit der Modalpartikel DENN kann ich also in Fragen auf freundliche Weise Interesse zeigen. Wenn ich das jetzt aussprechen würde, dann würde ich sagen: was machst du denn morgen?Andere Beispiele wären doch: warum bist du denn so traurig? Wie meinst du denn das? Wie gefällt denn dir das? Warum hast du denn meine Seite noch nicht abonniert? Mach es doch am besten jetzt gleich: @deutsch_mit_benjamin.

VonBenjamin

Wortschatz Deutsch: die Flaute | 30 Sekunden Deutsch | Deutsch mit Benjamin C1 C2

Lasst uns mal wieder den Wortschatz erweitern! Heute lernt ihr das Verb ABFLAUEN kennen sowie das Nomen DIE FLAUTE.

 

Transkript:

Hallo zu einer weiteren Folge 30 Sekunden deutsch! Eben bin ich auf diesen Instagram-Beitrag von der Tagesschau gestoßen, in dem steht: die Lage auf den Intensivstationen flaut ab. Mir geht es hier um das Verb abflauen. Das bedeutet, dass sich die Lage entspannt. Dieses Wort stammt von dem Nomen die Flaute, das wiederum ein Begriff aus der Wirtschaft ist und eine Situation beschreibt, in der von einem bestimmten Produkt wenig gekauft wird. Man benutzt aber dieses Nomen auch in anderen Situationen. Es herrscht Flaute, es passiert nichts.