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VonBenjamin

REDUZIERUNGEN sind das A und O | Akzentfrei Deutsch sprechen

Der Grund Nr. 1, warum wir Deutsche so schnell sprechen, sind sogenannte Reduzierungen bzw. Reduktionen. Das heißt, wir verkürzen Laute und verbinden sie miteinander. Ohne den Gebrauch von Reduzierungen werdet ihr niemals Deutsch sprechen wie ein Muttersprachler. Fangt also am besten sofort damit an, Reduzierungen zu benutzen und ihr werdet merken, dass ihr automatisch schneller Deutsch sprecht! In diesem Video lernt ihr die 5 wichtigsten Reduzierungen im Deutschen, die ihr anwenden solltet, wenn ihr wie ein deutscher Muttersprachler klingen wollt.

Lifehacks: Akzentfrei Deutsch sprechen

  • Tipp 1: Sprecht das Pronomen „es“ einfach nur als [s] aus.
  • Tipp 2: Sagt „nich“ statt „nicht“.
  • Tipp 3: Lasst das e-Schwa am Ende der ich-Form von Verben weg.
  • Tipp 4: Sprecht das Wort „ich“ verkürzt aus.
  • Tipp 5: Verschluckt die Endung -en.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Willkommen bei Deutsch mit Benjamin – der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und für alle, die ihre deutsche Aussprache verbessern, akzentfrei Deutsch sprechen oder zumindest ihren Akzent reduzieren wollen und die ihr Hörverstehen verbessern, also Deutsche besser verstehen wollen. Heute möchte ich euch 5 Tipps, 5 Lifehacks mit auf den Weg geben, mit denen euer Akzent gleich viel natürlicher und viel typischer deutsch klingen wird. Diese Tipps sind nicht nur wahnsinnig praktisch und effektiv, sondern auch ganz leicht umzusetzen, d.h. ihr könnt noch heute damit anfangen und falls ihr bisher noch nie darauf geachtet habt, dann gebe ich Brief und Siegel darauf, dass ihr nach diesem Video immer wieder daran denken werdet und euch wundern werdet, dass euch das vorher nie aufgefallen ist.

Abonniert übrigens gern meinen Kanal und klickt auch auf die Glocke, um kein neues Video mehr zu verpassen. Außerdem wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr dem Video einen Daumen nach oben geben würdet, das würde mir wirklich sehr helfen.

Legen wir gleich los mit dem Lifehack Nr. 1: Sprecht das Pronomen „es“ einfach nur als [s] aus. Ihr kennt das sicher schon aus der Frage „Wie geht’s?“ oder „Wie geht’s dir?“, ja, was ja eigentlich eine Kurzform für „Wie geht es dir?“ ist, aber dieses Pronomen „es“ wird zu dem einzelnen Laut [s] reduziert. Und so machen wir das nicht nur in dieser einen Frage, sondern ständig. Probiert es doch auch gleich mal aus, z.B. ja, jetzt gerade habe ich z.B. gesagt: Probiert es doch auch gleich mal aus!

Ja, oder:

Es geht mir gut.
Es regnet schon wieder!
Schick es mir bitte noch heute.
Ist es okay, wenn ich es dir doch erst morgen schicke?
Ich kann es nicht glauben.

Man kann das im Prinzip immer machen, ja, nur wenn man bewusst langsam spricht oder vielleicht einen Vortrag in einem großen Saal hält, dann spricht man das vereinzelt noch mit einem e-Schwa aus, also [əs], aber viel öfter eben einfach nur [s]. Manchmal schreibt man das dann auch so, also entweder mit Apostroph oder ohne. Ich persönlich mache das nicht, also natürlich spreche ich auch so, aber schreiben würde ich persönlich halt immer die volle Form. Das finde ich persönlich einfach schöner. Ihr könnt es aber auch so verkürzt schreiben, allerdings wirklich nur unter Freunden, also noch nicht mal unter Arbeitskollegen.

Gehen wir nochmal zurück zum letzten Satz. Ich kann es nicht glauben. Fällt euch da noch was anderes auf? Ich kann es nicht glauben. Hier sage ich „nich“ statt „nicht“, also ich lasse einfach das T weg.

Und da sind wir schon beim Lifehack Nr. 2: Sagt „nich“ statt „nicht“. Auch hier gilt wieder, wenn man bewusst langsam oder deutlich spricht, dann kann man das T mitsprechen, aber wirklich oft spricht man es einfach nicht mit.

Hört nochmal hin:
Wirklich oft spricht man es einfach nicht mit.
Oder:
Kommt Paul etwa nicht?
Er fühlt sich nicht gut.
Das habe ich nicht gewusst.

Und was ist euch jetzt bei diesem Satz noch aufgefallen? „Das habe ich nicht gewusst.“ Sage ich „habe“? „Das habe ich nicht gewusst.“ Nee, ich sage „hab“.

Und das ist der Lifehack Nr. 3: Lasst einfach das e-Schwa am Ende der ich-Form von Verben weg. Das ist auch so was von typisch deutsch und lässt euch gleich viel natürlicher klingen. Und all diese Tipps, also nicht nur dieser, sondern alle in diesem Video, helfen euch auch dabei, schnell Deutsch zu sprechen bzw. flüssig Deutsch zu sprechen. Denn oftmals ist tatsächlich gar nicht wirklich die Sprechgeschwindigkeit von uns so hoch, sondern es liegt eben einfach an diesen Reduzierungen. Also, sagt z.B.

Ich lerne schon seit 5 Jahren Deutsch.
Ich hatte echt noch so viel zu tun, deshalb konnte ich leider nicht kommen.
Das mache ich gern.

Man kann das unter Freunden auch dann so schreiben, also einfach ohne den Buchstaben E. Das mache ich auch manchmal. Aber wie schon gesagt, benutze ich persönlich beim Schreiben eigentlich generell lieber die volle Form, weil mir diese reduzierten Formen beim Schreiben nicht gefallen.

Es gibt hier übrigens eine Ausnahme, und zwar wenn das Verb am Ende ist, also in Nebensätzen. Dann spricht man doch die volle Form. Also beispielsweise würde man nicht sagen: Ich bin froh, dass ich hier „arbeit“. Sondern: Ich bin froh, dass ich hier arbeite. Nur bei „haben“ kann auch am Satzende die Kurzform „hab“ benutzt werden, also z.B. „Guck mal, was ich dir mitgebracht habe.“ Aber sonst am Satzende die volle Form. Und wenn ihr jetzt nochmal genauer hinhört und vor allem auf die beiden Ichs achtet, also in diesem Satz ist ja zweimal das Wort „ich“, ja, was fällt euch denn da noch auf? Also ich sag den Satz nochmal: Ich bin froh, dass ich hier arbeite.

In keinem der beiden Fälle sage ich wirklich „ich“ mit diesem klaren Vokal, ja, und das ist der vierte Lifehack: Sprecht das Wort „ich“ verkürzt aus. Und zwar einmal: Wenn der Satz mit dem Wort „ich“ beginnt, dann sprecht einfach nur den Laut [ç].

Ich bin froh.
Ich muss leider los.
Ich melde mich später bei dir.

Und dann, wenn der Satz nicht mit dem Wort „ich“ beginnt, dann spricht man doch noch einen ganz ganz leichtes, kurzes, ungespanntes [ɪ], aber der Vokal ist wirklich ganz ganz kurz und verbindet sich mit dem Wort davor. Also z.B.

Er ist sauer, weil ich ihn kritisiert habe.
Heute bin ich echt müde.
Jetzt habe ich vergessen, was ich sagen wollte.

Bonus-Tipp: Manchmal macht man ja Pausen beim Sprechen, gerade weil Deutsch ja eben auch nicht eure Muttersprache ist, müsst ihr vielleicht hier und da noch überlegen und macht dann eben eine Sprechpause. Macht diese Sprechpause aber in solchen Sätzen erst nach dem Wort „ich“. Ja, weil wir das ja eben mit dem Wort davor verbinden und wenn ihr dann genau dazwischen die Pause machen würdet, dann wären die beiden Wörter ja nicht mehr verbunden, was dann unnatürlich klingen würde und auch das Verständnis eventuell beeinträchtigen würde. Wenn ihr die Pause erst nach dem Wort „ich“ macht, dann merkt euer Gegenüber das vielleicht gar nicht. Da ist die Pause also völlig normal und stört auch nicht. Also beispielsweise: Er ist sauer, weil ich ihn kritisiert habe.

Bei Sätzen, die mit dem Wort „ich“ beginnen, könntet ihr, falls nötig, die Pause am besten nach dem Verb machen, z.B.
Ich muss leider los.

Wenn ihr auf der Suche nach mehr Regeln und Tipps wie diesen hier seid, dann empfehle ich euch, mal meine Online-Akademie zu besuchen. Das ist eine umfassende Lernplattform, wo ihr gezielt an eurem Akzent arbeiten könnt und jede Menge Audio- und Videomaterial findet, um eure Aussprache, Intonation, Sprechmelodie zu verbessern. Den Link zu meiner Online-Akademie packe ich euch unten in die Beschreibung in die Infobox.

Kommen wir zum Lifehack Nr. 5: Verschluckt die Endung -en.

Das gilt für Nomen, Verben, Adjektive und es gilt eigentlich nicht nur für Endungen, sondern generell für -en- als unbetonte Silbe. Guckt mal, z.B. hier dieser Satz:

Wir wollen uns einen spannenden Film angucken. Also ihr seht bzw. hört, dass jedes Mal diese Silbe -en- verschluckt wird. Noch ein Beispiel: Können wir Ihnen denn noch einen anderen Gefallen tun? Ja, das könnte beispielsweise eine Verkaufsperson zum Kunden sagen. Oder: Letzten Freitag war ich mit meinen Freunden aus München zu Besuch in Dresden.

Hier ist ein weiterer Bonus-Tipp:

Insbesondere die Artikel „ein“ und „einen“ klingen im Prinzip völlig gleich. Entweder sagt man „ein“, also das kann man eigentlich immer so tun, egal, in welcher Situation, ja, z.B.

Ich habe neulich einen Brief bekommen.
Ich habe neulich ein Schreiben erhalten.

Kein Unterschied zu hören.

Oder wenn man noch schneller spricht, dann aber nur in lockeren, informellen Situationen, dann sagt man oft einfach nur [n]:

Ich habe neulich einen Brief bekommen.
Ich habe neulich ein Schreiben erhalten.

Welcher dieser Tipps war euch neu? Habt ihr vielleicht weitere Wünsche, worauf ich in zukünftigen Videos mal eingehen soll? Dann schreibt sie mir gern in die Kommentare. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: REDUZIERUNG von Jahreszahlen | Akzentfrei Deutsch B1 B2 C1 C2

Jahreszahlen gelten als typischer Fall, wo es sich richtig anbietet, stark zu reduzieren. Wir reduzieren Laute und verbinden sie miteinander ja meist in Wörtern, die nicht zur Bedeutung eines Satzes beitragen, sondern eine grammatikalische Funktion erfüllen (sogenannte Funktionswörter) oder eben in Wortteilen mit dieser Eigenschaft. ⁠ Vor allem der erste Teil in Jahreszahlen („19…“) ist ja per se „unwichtiger“ als der zweite Teil, sodass wir eben den ersten Teil oft reduzieren. ⁠ 📌 Standardaussprache „neunzehnhundert…“: [ˈnɔɪ̯nt͡seːn ˌhʊndɐt] ⁠ 📌 Übliche Aussprache mit Reduzierung (wie im Video): [ˈnɔɪ̯nt͡sɐt] ⁠ 📌 Auch üblich (etwas weniger reduziert): [ˈnɔɪ̯nt͡sn̩hɐt] ⁠ 📌 Beispielsätze: ⁠ 1. Wann ist die Berliner Mauer nochmal gefallen? – 1989. ⁠ 2. Zwischen 1997 und 2014 haben Bund, Länder und Kommunen über eine Million Wohnungen an Konzerne verscherbelt. ⁠

Etwas verscherbeln = etwas zu einem sehr günstigen Preis verkaufen.

Transkript:

Wann ist die berliner Mauer noch mal gefallen? 1989. Was war das? 1989. Das ist eine typische Reduzierung im Deutschen.

Zwischen 1997 und 2014 haben Bund, Länder und Kommunen über eine Million Wohnungen an Konzerne verscherbelt.

 

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: Hörverstehen verbessern | Sätze für euren nächsten Skype-Call

Lernt, wie man schnell und authentisch sagt: „Ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden.“

Transkript:

Wenn also das nächste Mal auf Zoom oder auf Skype die Internetverbindung wieder nicht mitspielt, dann könnt ihr sagen: ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden. Ich hoffe das hilft.

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30 Sekunden Deutsch: Das soll es für heute gewesen sein! | Deutsch mit Benjamin

Das soll es für heute gewesen sein. Eine gebräuchliche Formulierung, mit der man im Deutschen eine Präsentation, einen Vortrag, eine Unterrichtsstunde o.Ä. beenden kann.

Transkript:

Hallo und willkommen bei 30 Sekunden deutsch bei Deutsch mit Benjamin. Eine sehr gebräuchliche Art eine Präsentation, einen Vortrag oder auch als Lehrer beispielsweise eine Unterrichtsstunde zu beenden, ist: das soll es für heute gewesen sein. Das soll es für heute gewesen sein. Betonung auf gewesen. Das soll es für heute gewesen sein heißt ganz einfach: wir sind fertig, der Vortrag ist zu Ende, die Unterrichtsstunde was auch immer ist zu Ende.

VonBenjamin

Deutsch verbessern mit Transkriptionen | Deutsch lernen durch Hören | Deutsch für Fortgeschrittene

Wie kann ich schnell große Fortschritte beim Deutschlernen erzielen? Diese Frage erreicht mich beinahe täglich. Im heutigen Video möchte ich euch eine intensive, aber auch sehr effektive Methode vorstellen, mit der ihr euer Deutsch verbessern bzw. vielmehr eure Deutschkenntnisse perfektionieren könnt und die auch erheblich dazu beigetragen hat, dass ich mein Englisch und mein Tschechisch perfektionieren konnte. Eine Methode, mit der ihr gleichzeitig an drei Kompetenzen arbeitet. Mithilfe von Transkriptionen könnt ihr nämlich nicht nur besser auf Deutsch schreiben lernen, sondern auch euer Hörverstehen verbessern, euren aktiven Wortschatz erweitern und somit letztendlich auch besser Deutsch sprechen.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Eine Frage, die mich beinahe täglich erreicht, ist: Wie kann ich schnell große Fortschritte beim Deutschlernen erzielen? Keine Angst: das hier soll nicht das 1000. Video werden, in dem euch jemand 10 Minuten lang erklärt, dass man die Sprache sprechen, also aktiv benutzen muss, um besser zu sprechen. Oder dass man regelmäßig lernen, also am Ball bleiben soll. Ich gehe mal davon aus, dass das offensichtlich ist und dass ihr das auch schon mehrfach gehört habt. Nein, ich möchte euch heute eine intensive, aber auch sehr effektive Methode vorstellen, mit der ihr eure Deutschkenntnisse perfektionieren könnt und die auch erheblich dazu beigetragen hat, dass ich mein Englisch und mein Tschechisch perfektionieren konnte. Eine Methode, mit der ihr gleichzeitig an drei Kompetenzen arbeitet, nämlich Hören, Schreiben und auch Sprechen. Wenn das was für euch ist, dann bleibt dran. Außerdem, wenn euch meine Videos gefallen, abonniert doch bitte meinen Kanal, klickt auch auf die kleine Glocke neben dem Abonnieren-Button und gebt dem Video einen Daumen nach oben. Das würde mich wirklich sehr sehr freuen und würde mir auch wirklich sehr sehr helfen.

So, was ist denn das jetzt also für eine so wahnsinnig effektive Methode, die einem bei der Verbesserung seines Hörverstehens, seines mündlichen Sprachvermögens und seiner Schreibfertigkeiten hilft? Ja, und zwar geht es um Transkriptionen. Ich möchte euch erklären, was das eigentlich ist bzw. wie das eben funktioniert und auch wie es mir also mit meinen Fremdsprachen geholfen hat. Transkriptionen zu schreiben, das ist wirklich eine Methode, eine Übung, die ich immer wieder angewendet habe, sowohl in Englisch als auch in Tschechisch, die mich eben unglaublich weitergebracht hat. Im Prinzip ist die Übung ganz einfach und ich gehe jetzt auch einfach mal davon aus, dass ihr wisst, was eine Transkription ist. Also ganz kurz gesagt: man hört sich was an und schreibt einfach alles auf, was man hört. Man transkribiert gesprochene Worte. Man nimmt sich einfach ein Video oder Audio und schreibt dann eben alles auf, was man hört. So, das kann einem ja offensichtlich helfen, besser zu schreiben. Aber eben wie schon gesagt nicht nur das, sondern man erhöht damit eben auch ganz erheblich sein Hörverstehen. Ja, weil, um alles, was man da im Video oder Audio hört – und damit meine ich buchstäblich alles – aufzuschreiben, muss man ja wirklich ganz genau zuhören. Und das ist eben gleichzeitig auch der Grund, warum man dadurch auch übt, sich mündlich besser auszudrücken, flüssiger zu sprechen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht: „Moment, ich sitze da. Ich höre mir irgendetwas an.“ Ja, das kann übrigens alles mögliche sein, das kann ein Audio-Podcast sein, irgendein Video von YouTube, eine Nachrichtensendung, eine Szene aus irgendeinem Film – ja, das ist ganz egal, was das ist. Eine Sprachnachricht von einem Freund, alles mögliche. Und wenn ihr euch jetzt fragt: „So, und ich schreibe das einfach auf. Wie soll ich denn dabei besser sprechen lernen?“ Ganz einfach: wenn ihr die Transkriptionen macht, dann müsst ihr ja wie schon gesagt ganz genau darauf achten, dass ihr das alles ganz exakt Wort für Wort zu Papier bringt. Also ihr müsst wirklich das ganze Gesprochene, was ihr da hört, wirklich transkribieren. Das heißt nicht nur zusammenfassen, sondern wirklich Wort für Wort alles aufschreiben. Und dazu ist es wiederum nötig, dass ihr euch dieses Video – oder Audio, je nachdem – mehrfach anhört, ihr müsst mehrfach hinhören, damit ihr wirklich jedes kleine Wörtchen, auch die kleinen Modalpartikeln wie z.B. „ja“, „eben“, „doch“, „mal“ usw. ja, und solche kleinen, ja, auch jede kleine Endung… Damit ihr das wirklich richtig gut versteht, ist es einfach nötig, mehrfach hinzuhören und durch dieses mehrfache Hören, was ihr ja automatisch dann tun müsst, damit es eben richtig alles aufgeschrieben ist, automatisiert sich das. Es prägt sich in eure, ja, in euer Gehirn ein, genauso wie es das bei Kindern tut. Kleine Kinder, die ihre Muttersprache lernen, ja bloß, dass die dafür natürlich viel länger brauchen. Die brauchen dafür 5-6 Jahre, bis sie ihre Muttersprache richtig beherrschen. Und mit 6 Jahren hat man in der Regel auch noch nicht das Sprachniveau C1 in seiner eigenen Muttersprache erreicht. Das heißt, wenn ihr also jetzt in Richtung C1 unterwegs seid oder sogar C2, dann habt ihr ja eigentlich zum Ziel, besser zu sprechen, euch besser auszudrücken als ein sechsjähriges Kind. Und mit Transkriptionen könnt ihr diesen Prozess eben schneller ablaufen lassen.

Ihr könnt 3 wichtige Fertigkeiten trainieren und üben und das Ganze in weitaus kürzerer Zeit, als Muttersprachler das tun, da man eben, wenn man Transkriptionen schreibt, diesen Prozess, der sich normalerweise über mehrere Jahre erstreckt, sozusagen künstlich beschleunigen kann. Ja, je öfter man diese Übung macht, desto besser. Ich muss auch dazu sagen, dass das in den wenigsten Sprachkursen oder auch YouTube-Videos so empfohlen bzw. unterrichtet wird, also von dieser Methode hört man da eigentlich kaum was und ich kann das nicht nachvollziehen, da diese Methode wirklich wahnsinnig effektiv ist und als ich noch selbst an Sprachschulen unterrichtet habe, habe ich das auch schon immer mit meinen Schülern angewandt. Der Trick oder, Trick – es ist ja eigentlich kein Trick, nichts Magisches – das Wesen oder das Prinzip, auf dem diese Übung beruht, ist ganz einfach: dadurch, dass man alles aufschreiben will, muss man mehrmals zuhören, ja, es kann durchaus sein, dass ihr bei einem einzigen, vielleicht auch ganz kurzen Satz, 8 mal zuhören müsst, weil er einfach unheimlich schnell gesagt wird oder die Laute reduziert werden, ja, und dadurch, durch dieses mehrfache Hören, zu dem ihr ja dann eben gezwungen seid, ja, desto mehr verarbeitet das Gehirn, was man hört. So taucht man in die Sprache ein, merkt sich neue Strukturen viel besser und benutzt sie schlussendlich dann eben auch selbst beim Sprechen. Das heißt, das hilft einem z.B. auch unheimlich dabei, komplexere grammatikalische Strukturen zu verinnerlichen.

Wenn man sich z.B. 10 mal einen Satz anhören muss im, sagen wir mal, Konjunktiv 2 Vergangenheit Passiv mit Modalverb oder so was, ja, also man hört sich das wirklich 10 mal an, weil man immer wieder, ja, das einfach wiederholen muss, um wirklich alles zu Papier zu bringen, dann verarbeitet das Gehirn diese Struktur und es fällt einem später wesentlich leichter, das selbst auch zu benutzen, wenn man spricht. Es hilft auch erheblich dabei, die Modalpartikeln besser zu verstehen bzw. deren Bedeutung wirklich in vollem Umfang zu erfassen, zu begreifen, ja, und die dann eben auch selbst beim Sprechen zu benutzen. Weil diese Modalpartikeln sind ja auch ganz wichtig, da sie zur deutschen Sprache dazu gehören und ja nicht einfach nur überflüssige Füllwörter sind, sondern wirklich auch eine Bedeutung haben.

Intonation spielt da eine ganz wichtige Rolle. Ja, kurzum: das alles kann man, wenn man Transkriptionen schreibt, eigentlich üben. Bei Transkriptionen macht man dementsprechend übrigens oft auch die gleichen Fehler wie beim Sprechen. Wenn man es also schafft, bestimmte Fehler in Transkriptionen zu vermeiden, wird man sie auch beim Sprechen nicht mehr machen. So, jetzt habe ich euch umfassend erläutert, wie die Methode funktioniert, worauf sie beruht. Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt: es gibt auch einen Nachteil: die Übung ist nämlich ganz schön zeitintensiv. Ja, das könnt ihr sehen, wenn ihr euch z.B. das Transkript zu diesem Video hier anguckt, dann wäre das mehrere Seiten lang und das Video hier ist ja aber relativ kurz, ja, also ich rede ja hier nicht eine Stunde oder so. Ja, d.h. so eine Transkription zu schreiben, kann bei einem Video von 20 Minuten Länge schon mal 3-4 Stunden dauern. Und das ist ja nicht so attraktiv, ne? Deswegen sollte man sich – und das ist ein Tipp, den ich euch hier gebe – immer nur ein kurzes Video oder Audio nehmen oder – wenn es länger ist – dann nur einen Ausschnitt. Und da reichen oftmals wirklich schon Videos oder Audios oder eben Ausschnitte daraus von 1-2 Minuten Länge. Das klingt jetzt erstmal wenig, aber de facto braucht ihr für die Transkription dann bestimmt eine halbe Stunde. Und eine halbe Stunde, um an seinen Deutschkenntnissen zu arbeiten und – wie schon gesagt – an drei Fähigkeiten, ja, also Hören, Sprechen, Schreiben – ja, mit einer halben Stunde ist man da, glaube ich, schon ganz gut dabei und kann da wirklich was erreichen, wenn man das regelmäßig tut, versteht sich.

Also entweder nehmt ihr kurze Beiträge, empfehle ich euch zumindest, oder bei längeren Beiträgen wählt ihr euch eben nur einen kleinen Ausschnitt aus, vielleicht etwas, wo ihr vielleicht nicht so gut verstanden habt, wo ihr wirklich Probleme hattet. Wählt euch natürlich bevorzugt nicht was aus, wo ihr schon alles und jedes einzelne Wort verstanden habt. Sondern nehmt euch lieber was, was ihr nicht so gut verstanden habt oder wo schwierige Wörter drin vorkamen oder komplexe grammatikalische Strukturen, wo ihr gehört habt und gedacht habt: „Oh Gott, das würde ich so niemals sagen.“ Ja, dann setzt euch hin und transkribiert das. Und dann hilft es euch wirklich, diese Strukturen, diese Wörter zu automatisieren. Das prägt sich wie gesagt so besser ein, als wenn ihr das einfach nur lest und fertig. Ja, dann auch ganz wichtig: ihr solltet immer nur Beiträge transkribieren, die für euch interessant und relevant sind. Also warum sollte man z.B. einen politischen Nachrichtenbeitrag transkribieren, wenn man es eigentlich hasst, über Politik zu reden, und man das auch gar nicht braucht? Ja, also relevante und interessante Beiträge. Das ist bei jedem natürlich anders, also das kann man nicht pauschalisieren. Manche von euch, die in Deutschland leben, haben vielleicht Schwierigkeiten, Leute zu verstehen, die einen Dialekt sprechen, also vielleicht lebt ihr in einer Region, wo ein Dialekt mit einer sehr markanten und vom Hochdeutschen stark abweichenden Aussprache gesprochen wird, ja, dann könnte es nützlich sein, irgendwas in dem jeweiligen Dialekt zu transkribieren, z.B. von einem Politiker, also die Politiker in den Landtagen, also den Parlamenten der Bundesländer, sprechen auch im Dialekt, ja, aber wie gesagt, relevant und interessant muss es sein, für euch, also das ist eben bei jedem anders. Achtet auch drauf, dass ihr was transkribiert, was euch auch herausfordert. Ich meine, es wäre einfach unsinnig und Zeitverschwendung, z.B. Hörtexte aus einem A1-Lernbuch zu transkribieren oder irgendeinen medizinischen Podcast auf, D1-Niveau, sage ich jetzt mal, es sei denn, ihr seid Ärzte, ja, aber wählt euch Beiträge, bei denen ihr schon den Großteil versteht, wo es aber trotzdem noch Teile gibt, die ihr nicht so gut versteht. Oder vielleicht sind euch in einem Teil komplexe Satzstrukturen oder neue Wörter und Redewendungen aufgefallen, oder es wird sehr schnell gesprochen, ja, das wäre eine gute Grundlage, um eine Transkription zu schreiben. Dann empfehle ich euch auch immer, authentische Beiträge wie Sprachnachrichten von Freunden, Fernsehsendungen, Radionachrichten, Filmszenen, Interviews, Vorträge usw., ja, alles mögliche, aber eben authentische Beiträge zu transkribieren. Lehrbuchtexte versteht man meistens besser und die sind meistens nicht so gut geeignet, weil wie ein Lehrbuchsprecher möchte ja keiner reden. Also Videos oder Audios aus dem echten Leben – das ist auch ganz wichtig.

Und der letzte Tipp, den ich euch hier mit auf den Weg geben will, ist: Lasst eure Transkriptionen von einem Lehrer oder Muttersprachler korrigieren. Die Zeit, in der ihr alles alleine schafft, ist vorbei, ja, ihr habt jetzt ein Niveau erreicht, wo es einfach … Also wenn ihr wirklich besser werden wollt, dann braucht ihr einfach jemanden, der euch unterstützt. Gerade bei Transkriptionen werdet ihr immer wieder viele Fehler machen, es sei denn, ihr transkribiert A1-Lehrbuchdialoge, aber das wäre ja dann wie gesagt Quatsch. Ja, ihr werdet Fehler machen und diese Fehler sind ja auch total wichtig, weil man ja nur so überhaupt was Neues lernen kann! Aber um die Fehler zu nutzen, braucht ihr halt jemanden, der euch darauf aufmerksam macht. Also man kann das durchaus auch selber korrigieren. Wenn ihr z.B. einen Podcast transkribiert und das Transkript online verfügbar ist, ist das schon ein Vorteil. Aber das Ding ist: es ist oft so, dass in solchen Transkripten dann nicht alle Wörter stehen, weil sie ja nicht für Deutschlerner gemacht wurden, sondern für alle Leute, die einfach Deutsch sprechen und dann geht es ja in diesen Transkriptionen nicht darum, alles wortwörtlich aufzuschreiben, d.h. es werden dann ganz oft z.B. Sätze verkürzt oder teilweise wird auch der ein oder andere Satz oder z.B. Versprecher, ja, wenn sich jemand versprochen hat oder so, dann wird das weggelassen, einfach damit sich der Text dann besser lesen lässt. Das Gleiche gilt übrigens für Untertitel bei Filmen oder auch vielen Videos auf YouTube, dass die nicht wortgetreu sind, sondern dass die sich dann eben oft von dem, was da tatsächlich wortwörtlich gesagt wurde, unterscheiden. Wenn ihr authentische Beiträge transkribieren wollt, dann lege ich euch meine Online-Akademie ans Herz. Dort arbeiten wir nämlich ausschließlich mit authentischem Material und es gibt zu allen Beiträgen auch immer ein wortgetreues Transkript, mit dem ihr kontrollieren könnt und natürlich habt ihr dort auch die Option, euch einen persönlichen Lehrer noch zu buchen, wenn ihr möchtet. Infos zu meiner Akademie findet ihr auf meiner Webseite – der Link ist unter dem Video.

Nächsten Freitag werde ich hier auf meinem YouTube-Kanal dann ein Video veröffentlichen, in dem ich eine Transkription von einer unserer Schülerinnen korrigiere und euch zeige, wie man dann konkret auch damit lernt. Um dieses Video nicht zu verpassen, aktiviert am besten Benachrichtigungen, indem ihr auf das Glöckchen hier unten klickt. Und wenn ihr das heutige Video nützlich und interessant fandet, dann gebt doch bitte einen Daumen nach oben. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch mit Serien: Dark (Netflix) | Aussprache, Sprachmelodie & Hörverstehen verbessern

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Willkommen bei Deutsch mit Benjamin! Heute analysieren wir eine Szene aus der beliebten deutschsprachigen Netflix-Serie Dark. Dabei untersuchen wir Veränderungen, Reduzierungen und Verbindungen von Lauten, um richtig Deutsch sprechen zu lernen. Solche Analysen sind goldwert, wenn ihr eure Aussprache, Intonation und Sprachmelodie verbessern wollt sowie schnelles Deutsch besser verstehen wollt. Die Szene (aus Staffel 1, Folge 5): Jonas sitzt am Grab seines Vaters und trifft erstmals auf sein älteres Ich. Mein Kanal richtet sich an alle, die Deutsch als Fremdsprache lernen und akzentfrei Deutsch sprechen bzw. ihre Aussprache verbessern möchten, um im Berufs- und Privatleben ernster genommen zu werden.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Weil ich ja weiß, wie sehr euch das gefällt und wie nützlich ihr das findet, werde ich auch heute wieder einen kurzen Serienausschnitt analysieren, und zwar hinsichtlich Aussprache, Intonation und Sprechmelodie. Auf meiner Instagram-Seite habe ich vor einer Weile eine Umfrage gemacht, welche Serie euch am besten gefällt und es hat sich rausgestellt, dass die mit Abstand beliebteste deutschsprachige Serie unter Deutschlernern die Netflix-Serie Dark ist. Aus diesem Grund habe ich heute auch eine Szene aus dieser Serie, und zwar aus der 5. Folge der 1. Staffel, wo Jonas am Grab seines Vaters zum ersten Mal auf sein älteres Ich, also auf den älteren Jonas trifft. Wenn ihr also gerne mit Serien Deutsch lernt, eure deutsche Aussprache verbessern wollt und nicht nur das, sondern auch fließend Deutsch sprechen wollt bzw. flüssig Deutsch sprechen wollt, akzentfrei Deutsch sprechen wollt, dann bleibt dabei.

Einige von euch haben mir übrigens mitgeteilt, dass sie meine Videos auf der Startseite von YouTube nicht mehr angezeigt bekommen. Ich weiß nicht, warum, aber was ihr tun könnt, am besten einfach auf die Glocke neben dem Abonnieren-Button drücken, dann bekommt ihr nämlich immer eine kurze Benachrichtigung angezeigt, sobald ein neues Video von mir online ist. Also einmal auf „Abonnieren“ klicken und dann daneben noch auf dieses kleine Glöckchen.

Bevor wir nun gleich anfangen, möchte ich euch noch kurz daran erinnern, dass ihr, wenn ihr an persönlichem Deutschunterricht interessiert seid, euch bei italki anmelden könnt, und zwar für nur 1€. Falls ihr italki noch nicht kennt: es ist eine wirklich coole Plattform, auf der ihr 1:1 von qualifizierten muttersprachlichen Lehrern lernen könnt, maßgeschneiderten Unterricht erhaltet und zudem über die App von italki auch andere Muttersprachler kennenlernen könnt. Auch ich selbst habe, als ich Tschechisch gelernt habe, meinen persönlichen Unterricht über italki gebucht. Bei italki bezahlt man nur pro Stunde und zu einem Preis, der dem eigenen Budget entspricht, man kann sich also seinen Preis selber wählen bzw. eben seinen Lehrer und jeder Lehrer legt eben seinen eigenen Preis fest.

Besonders, wenn ihr eure Karriere vorantreiben wollt, erweisen sich gute Deutschkenntnisse als echtes Sprungbrett, ja, wer mit guten Deutschkenntnissen glänzen kann, dem eröffnen sich jede Menge neuer beruflicher Möglichkeiten, und gerade jetzt suchen wirklich viele Unternehmen nach Mitarbeitern mit sehr guten Deutschkenntnissen. Das heißt, eure Deutschkenntnisse auszubauen und sich nicht auf dem B1-Niveau oder B2-Niveau auszuruhen, kann euch definitiv dazu verhelfen, einen besseren Job zu bekommen, ein höheres Gehalt zu beziehen bzw. eben auch international Karriere zu machen. Auf italki könnt ihr einen spezialisierten Lehrer mit Branchenerfahrung finden, nur das lernen, was euch interessiert, ja, beispielsweise Prüfungsvorbereitung, alles, was mit Beruf und Business zu tun hat, Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche – und so weiter.

Also, um es kurz zu machen: wenn ihr euch bei eurer Jobsuche von all den anderen Bewerbern abheben wollt, letztendlich mehr verdienen wollt, eventuell auch eine internationale Karriere anstrebt, dann bucht euch euren persönlichen 1-zu-1-Unterricht auf italki. Den Lehrer, die Unterrichtszeit UND sogar den Preis pro Unterrichtsstunde könnt ihr selbst bestimmen. Meldet euch also noch heute an – eine Probestunde bekommt ihr schon für 1 €. Klickt dazu einfach auf den Link unter diesem Video.

Und jetzt legen wir los mit der Analyse. Schauen wir uns zuerst die Szene an und danach analysieren wir das Ganze. Im ersten Satz höre ich das Wort „ähnlich“ am lautesten und am deutlichsten, eine Nebenbetonung höre ich auf der Verbform „siehst“. Betonte Wörter sind ja in der Regel von den anderen Wörtern im Satz klar abgetrennt, d.h. da das Wort „ähnlich“ ja mit einem Vokal beginnt, ist hier auch der Knacklaut klar zu hören. Vor betonten Wörtern kann man also gut Sprechpausen einbauen. Das könnt ihr euch also auch merken, wenn ihr sprecht. Dieser Vokal ist lang, das wird auch durch den Buchstaben H in der Schreibung deutlich, der dann natürlich an sich nicht mitgesprochen wird. Ich höre hier ein ungespanntes, langes [ɛː], was vor allem im süddeutschen Sprachraum verbreitet ist. Der Schauspieler, Andreas Pietschmann, kommt auch aus Bayern, was also wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist. In den meisten Regionen des deutschen Sprachraums wäre hier nämlich ein gespanntes, langes [eː] üblicher. Auch dieses [iː] ist lang, was auch wieder an der Schreibung hier zu sehen ist. Interessanter wird es bei den beiden Pronomen, die ja Funktionswörter und somit unbetont sind. Sowohl das U in „du“ als auch das I in „ihm“ werden hier zu kurzen Vokalen reduziert. Also nicht [duː], sondern [du] und nicht [iːm], sondern [ɪm], so wie auch die Präposition klingen würde. Dieser i-Vokal ist also hier auch eher ungespannt. Und obwohl dieses Wort ja eben mit einem Vokal beginnt, höre ich hier keinen Knacklaut, also diese beiden Wörter verbinden sich. Versucht nun mal nachzusprechen. Machen wir also Shadowing. Ich spiele euch den Satz dreimal hintereinander ab, danach kommt eine Pause für euch zum Nachsprechen.

Wie zu erwarten war, wird hier natürlich das Nomen „Vater“ betont, hier schön mit a-Schwa am Ende, ja, Vater. Hier fällt dieses E weg, ja, also das wäre ja eigentlich eh ein e-Schwa – „deinem“, ja, aber das wird hier getilgt und das hat auch zur Folge, dass das N hier wegfällt. Das ist eine sogenannte regressive Assimilation. Das M hier brauchen wir weiterhin, das kann nicht getilgt werden, denn das ist ja das Kasus-Signal für den Dativ hier, deswegen ist das noch zu hören. [ˈdaɪ̯nəm] wird also zu [daɪm]. Achtung, Shadowing, also bitte wieder schön nachsprechen.

Was hier sehr schön zu hören ist, ist diese steigende Intonation, ja, die Stimme geht hier deutlich nach oben, was auch immer dazu führt, dass das dann lauter ist. Der eigentliche Satzakzent liegt aber hier auf dem Verb „kennen“. Das N wird logischerweise als solches nur einmal ausgesprochen und auch hier haben wir wieder eine ganz typische e-Schwa-Tilgung in der Endung und da der Verbstamm hier auf N endet, hört man die Endung gar nicht mehr. Der Vokal ist natürlich kurz, ja, das sieht man auch an der Schreibung von Doppel-N. Nun haben wir hier zwei Funktionswörter, also unser Signal für Lautveränderungen und Reduzierungen. Ja, grammatikalische Endungen und Funktionswörter sind immer das Signal, dass Laute anders oder gar nicht ausgesprochen werden. Also zwei Funktionswörter, die man eigentlich gut verbinden könnte, allerdings höre ich hier doch noch so ein ganz schwachen Knacklaut dazwischen, was an der steigenden Intonation auch liegen kann, ja, weil eben dadurch, dass die Stimme nach oben geht, an dieser Stelle eben auch lauter gesprochen wird und damit eben auch ein bisschen deutlicher. Diesen Vokal hier höre ich als kurzes, ungespanntes [ɪ], das ist also eine Veränderung, normalerweise wäre hier ja ein langes, gespanntes [iː], ja, und insgesamt lässt sich sagen, dass diese beiden Vokale, also das kurze [ɪ] und das a-Schwa bzw. aber auch das [ʊ] in „uns“ sehr schnell ausgesprochen werden. Machen wir auch mit dieser Frage Shadowing.

Dieses „Nein“ hier wirkt auf mich sehr resignierend, ja, er spricht das Wort sehr leise und sehr tief aus.
Dann haben wir hier den Satzakzent auf dem Nomen „Vater“, praktisch wie am Anfang schon im zweiten Satz. Eine Nebenbetonung höre ich hier auf dem Verb „kannte“, ja, ihr seht jetzt auch diese Parallele, ja, Verben sind in der Regel betont, aber tragen nicht immer die Hauptbetonung. Die liegt dann eben auf dem Objekt, in diesem Fall eben „Vater“ oder einer Ergänzung, wie oben im allerersten Satz „ähnlich“. Zurück zu diesem Satz hier. Sehr auffällig finde ich, dass die Konjunktion „aber“, also deren erste Silbe, was ja eigentlich ein langes A ist, hier ausbleibt, also man hört schon noch was vor diesem B hier, ja, aber es ist auf keinen Fall ein klarer a-Vokal. Es ist eher wie so ein leichter Stimmansatz, also praktisch ein Knacklaut, ja, er setzt mit seiner Stimme an, er beginnt zu sprechen und die erste Silbe wird auch nicht komplett einfach ausgelassen, aber andererseits eben auch nicht so richtig ausgesprochen. Statt des Vokals also eben nur ein Knacklaut. Und das geht dann auch so weiter. Die beiden Wörter „aber“ und „ich“ klingen wie ein Wort und auch hier in „ich“ hört man gar kein I mehr, sondern nur noch das [ç]. Insgesamt werden diese beiden Wörter also echt schnell ausgesprochen und miteinander verbunden, sodass es eben wie ein einziges Wort klingt. Aus „aber ich“ wird dann also: …

Zu dem Verb kann man eigentlich nicht viel sagen. Natürlich wird auch hier nur ein N gesprochen, die Schreibung von Doppel-N zeigt uns, dass der Vokal kurz ist. Interessanter wird es wieder bei dem Pronomen und wie wir das auch am Anfang schon hatten, kommt es hier zur e-Schwa-Tilgung und deshalb auch zur Tilgung, also zum Wegfall des N. In diesem Fall bleibt also einfach „dein“ übrig. Ja, hier ist das so möglich, weil wir ja hier im Akkusativ eh am Ende ein N haben, d.h. dieses Kasus-Signal hören wir auch weiterhin.

So, hier haben wir mal einen längeren Satz. Im ersten Teilsatz höre ich das Wort „her“ am lautesten, im zweiten Teilsatz das Wort „gut“ und ebenso ziemlich deutlich das Wort „erinnern“. Was hier am Satzanfang passiert, finde ich total interessant. Diese beiden Wörter höre ich nämlich überhaupt nicht. Und das ist auch was ganz Typisches, was wirklich oft Tag für Tag so passiert, und zwar dass wir eben in der spontan gesprochenen Sprache dieses „es ist“ einfach nicht mitsprechen. Ich werde zu dieser Reduzierung mal ein extra Video aufnehmen. Dann, hier der o-Vokal ist sehr kurz und ungespannt: „schon“. Das Wort „her“ wie gesagt laut und deutlich, achtet hier auch auf dieses klare, gespannte, lange [eː] und das a-Schwa: „her“.

Im zweiten Teilsatz passiert nun wieder dasselbe wie vorhin. Wir haben ja hier wieder „aber ich“ – und auch diesmal wird das A nicht mitgesprochen, und hier haben wir ja davor eben noch das a-Schwa von dem Wort „her“, sodass sich diese beiden Wörter hier sehr schön verbinden. Und dann eben auch wieder wie vorhin, kein I, nur [ç], sodass sich die beiden Wörter hier eben auch wieder verbinden. Eine weitere Verbindung passiert auch hier zwischen „kann“ und „mich“, sodass es auch zu einer regressiven Assimilation kommt, dadurch, dass M und N lautlich sehr nah beieinander liegen, wird dieser N-Laut nicht mitgesprochen: [kamɪç]. Was mir außerdem deutlich auffällt, ist, dass all diese Wörter auch miteinander verbunden werden, also gar kein Knacklaut hier zu hören ist, obwohl wir am Anfang immer Vokale haben. Und auch hier innerhalb dieses Wortes hätten wir ja einen Knacklaut zwischen dem Präfix und dem Stamm, aber auch der bleibt aus. „an ihn“ – das sind zwei Funktionswörter, hier kommt also zur Reduzierung, und zwar ist das I hier kurz, so wie wir das ja auch im allerersten Satz heute bereits gesehen haben. Vielleicht nochmal kurz zu dem Verb „erinnern“. Das trägt ja eben nicht die Hauptbetonung und somit kommt es auch hier zu Veränderungen. Das Präfix wird hier lediglich mit dem a-Schwa gesprochen, verbindet sich wie gesagt mit dem Verbstamm, also ohne Knacklaut, sodass am Ende noch das hier so übrig bleibt: … Machen wir auch damit Shadowing.

Ich danke euch, dass ihr heute wieder dabei wart. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

e-Laute | Aussprache E & Ä | Deutsche Aussprache verbessern – Richtig Deutsch sprechen

Dieses Video stammt aus dem Kurs über deutsche Vokale in meiner Online-Akademie. Wir behandeln hier die Aussprache der e-Laute im Deutschen. Beachtet den Unterschied zwischen dem gespannten E und dem ungespannten E (auch als A-Umlaut oder Ä bekannt) sowie zwischen langem und kurzem Vokal. Eine korrekte Aussprache ist wichtig, um fließend Deutsch zu sprechen und sich verständlich auszudrücken. In meiner Online-Akademie findet ihr zwei vollständige Kurse zu allen Lauten der deutschen Sprache. Wir gehen ebenso darauf ein, welche Aussprache Umlaute erfordern.

Transkript:

In diesem Video lernt ihr die Aussprache der e-Laute [e:] und [ɛ:].

Wir haben hier einen gespannten Laut, nämlich [e:] und einen ungespannten Laut, nämlich [ɛ:]. Beide Laute können sowohl lang als auch kurz sein. Insgesamt ergeben sich also 4 unterschiedliche Laute.

Wir beginnen mit dem [e:]. Das ist das typische lange E im Deutschen. Wenn wir buchstabieren, dann sprechen wir den Buchstaben E mit diesem Laut aus – [e:] – ja, beim Buchstabieren sprechen wir die Vokale immer lang – und auch beim Buchstabieren von einigen Konsonantenbuchstaben sprechen wir diesen Laut mit, z.B. B [be:], C [t͡se:], D [de:] usw. Wie gesagt handelt es sich hier um einen gespannten Vokal. Wenn wir diesen Vokal einzeln üben, können wir also die Lippen schön breit machen, wie wenn wir lächeln: [e:]. Lang: [e:]. Kurz: [e]. Allerdings, wenn wir in normaler Sprechgeschwindigkeit sprechen und nicht gerade buchstabieren, dann sprechen wir ja nicht nur einzelne Laute aus, sondern die Laute sind dann in Wörtern und Sätzen. Und dann haben wir auch nicht jedes Mal, wenn wir diesen Laut aussprechen, einen extrem breiten Mund. Ganz wichtig ist also die Position der Zunge. Bei der Aussprache dieses Lautes befindet sich die Zungenspitze vorn im Mund, hinter den unteren Schneidezähnen. Der vordere Zungenrücken ist nicht so weit oben wie bei den i-Lauten, aber trotzdem noch ziemlich weit oben, also in Richtung des Gaumens. Das bedeutet also, der Mund ist etwas mehr geöffnet, als bei den i-Lauten. Die Übung mit den breiten Lippen kann euch dabei helfen, eure Zunge in die richtige Position zu bringen. Beim normalen Sprechen übernimmt aber eben die Zunge die meiste Arbeit, um die Laute richtig zu produzieren. Also wenn man die Lippen dann zu breit macht, dann würde das unnatürlich aussehen. Beispielwörter mit dem langen, gespannten [e:]:

Um das erste Wort auszusprechen, müssen wir den Mund eben ein kleines bisschen weiter öffnen, wodurch die Zunge dann eben auch nicht mehr ganz so weit oben ist. Nochmal beide Wörter hintereinander. Und nochmal andersrum. Weitere Wörter mit dem langen, gespannten [e:]. Und vergesst nicht nachzusprechen!

Wenn euch die Aussprache von dem [eː] schwerfällt, dann macht ruhig wirklich mal diese Lächelübung, also die Lippen schön breit, und zwar nicht nur beim [eː] an sich, sondern auch bei den Konsonanten davor bzw. danach. Also auch [v] und [k] müssen bei dieser Übung lächelnd ausgesprochen werden. Wenn ihr das oft genug geübt habt, diese Lächelübung gemacht habt, dann versucht den Laut aber unbedingt auch nochmal ohne zu lächeln richtig hinzubekommen, da man die Lippen beim normalen Reden eben nicht so übertrieben breit zieht. Die Buchstabenkombinationen <ee> und <eh> werden in deutschen Wörtern, die keine Fremdwörter sind, mit diesem Laut ausgesprochen. Und in einigen Fremdwörtern auch. Zum Beispiel:

Die kurze Form ist: [e]. Derselbe Klang, In dem Namen der Stadt Venedig haben wir zweimal das gespannte E, wobei das erste kurz und das zweite lang ist: [veˈneːdɪç]. Und in vielen Funktionswörtern mit einem langen, gespannten E, reduziert sich dieser Vokal bei der Aussprache im Satz zu dem kurzen, gespannten [e], z.B. dem – aus [de:m] wird im Satz [dem]. Das wäre falsch. Das [e:], das gespannte [e:] in dem Wort [de:m], ist viel kürzer als in dem Wort Weg. Aus [de:n] wird [den]. Sie lebt in den USA. Das E in „lebt“ ist lang, das E in „den“ ist kurz. Eben – wenn wir das als Modalpartikel verwenden, dann sagen wir [ˈebʔm̩] oder [em]. Der Laut kommt eben oft in reduzierten Formen vor.

Kommen wir zum ungespannten e-Vokal. Der kann ebenfalls sowohl lang als auch kurz sein. Lang: [ɛ:], kurz: [ɛ]. Die Lippen sind hier nicht so breit wie bei den gespannten e-Lauten, die wir gerade eben behandelt haben. Die Zunge ist immer noch vorne im Mund, hinter den unteren Schneidezähnen. Der Zungenrücken ist aber jetzt deutlich tiefer und damit ist auch der Mund weiter geöffnet und der Unterkiefer weiter gesenkt. Wenn wir also mal vom [iː] über das [eː] zum [ɛː] gehen, dann öffnet sich der Mund immer weiter, der Unterkiefer senkt sich immer mehr und die Zunge senkt sich, also geht immer weiter nach unten. [iː] – [eː] – [ɛː]. Nochmal die beiden e-Laute – gespannt und ungespannt – im Kontrast: [eː] – [ɛː]. Das ungespannte, kurze [ɛ] brauchen wir für Wörter mit Ä, wie z.B.

Was das ungespannte, lange [ɛː] angeht, da gibt es eine Besonderheit. Wenn wir buchstabieren, dann sprechen wir auch hier den langen Vokal, wie immer beim Buchstabieren. Also für den Ä – [ɛː]. Wenn wir den A-Umlaut, also den Buchstaben Ä, aber in einem Wort haben, dann sprechen wir dort im modernen Deutsch in den meisten Regionen Deutschlands nicht mehr [ɛː], sondern [eː], den gespannten Vokal. Beispiel: das Mädchen – es ist weitaus üblicher, [ˈmeːtçn̩] zu sagen, als [ˈmɛːtçn̩]. Beide Varianten sind zwar richtig, aber die erste ist üblicher. Nur im südlichen deutschen Sprachraum ist die zweite Variante weiter verbreitet. Auch so. Ein anderes Beispiel: es gebe / es gäbe – Konjunktiv 1 und Konjunktiv 2; im größten Teil Deutschlands klingen diese beiden Formen gleich. In beiden Fällen ist der Vokal ja ohnehin lang und im zweiten Fall eben das Ä sprechen wir auch wie das E als gespannten Vokal. Auch diese Wortpaare klingen in weiten Teilen Deutschlands identisch.

Das heißt also, dass wir den langen Laut [ɛː] (den ungespannten langen Laut) im größten Teil Deutschlands nur noch aussprechen, wenn wir explizit den Buchstaben Ä meinen, also z.B. eben beim Buchstabieren oder in Abkürzungen. Und beim Buchstabieren ist es ganz wichtig, das E vom Ä zu unterscheiden. Schreibt man das mit E oder mit Ä? Nur um Missverständnisse zu vermeiden. Besonders wichtig ist aber wie bei allen Vokalen im Deutschen der Unterschied in der Länge. Nochmal andersrum.

Danke fürs Zuschauen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit!

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch sprechen & Deutsch besser verstehen | Deutsch lernen mit Serien

Hier analysieren wir einen Serienausschnitt im Hinblick auf Aussprache, Intonation und Sprechmelodie. Das ist eine effektive Übung, mit der ihr euer Hörverstehen verbessern sowie akzentfrei Deutsch sprechen lernen könnt. Der Ausschnitt stammt aus der 1. Folge der ZDF-Miniserie „Deutscher“. Wir analysieren ein kurzes Gespräch. Ulrike schlägt Eva vor, am Wochenende zusammen zu grillen, doch Eva ist bereits verabredet.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner. Heute analysieren wir, wie Deutsche wirklich sprechen. Wir schauen uns dazu eine kleine Szene aus der deutschsprachigen Mini-Serie „Deutscher“ an und gucken dann ganz genau auf die Intonation, d.h. die Sprechmelodie und Betonung sowie auf Reduzierungen, d.h. welche Wörter und Laute nicht mitgesprochen oder verändert werden. Das ist eine sehr sehr effektive Übung, die euch helfen wird, euer Hörverstehen zu steigern und auch selbst schneller zu sprechen, flüssiger zu sprechen, also locker und leicht auf natürliche Weise Deutsch zu sprechen.

So, was haben wir hier genau gehört? Ich schaue immer als erstes gerne auf die Intonation, weil das meiner Meinung nach ganz wichtig ist. Intonation, ja, also damit meine ich die Satzmelodie und die Betonung von Silben und Wörtern. Und da fällt mir hier als erstes auf, dass die Stimme am Ende weit nach oben geht. Auf dem Verb „grillen“ liegt also auch ganz klar eine der Hauptbetonungen. Außerdem höre ich hier noch eine weitere Betonung, hier, und noch lauter hier, auf dem Nomen „Wochenende“. So, zwei Hauptbetonungen. Wochenende und grillen. In vielen Lehrbüchern kann man lesen, dass es im Deutschen nur einen Satzakzent gibt, also nur eine Hauptbetonung, was aber einfach falsch ist. Das sehen wir ja eben hier. Sowohl „grillen“ als auch „Wochenende“ tragen hier jeweils eine der Hauptbetonungen. Sie sind beide gleich laut. So, wir haben hier übrigens ein schönes Redemittel: „Sag mal“ – eignet sich sehr gut, wenn man jemandem eine Frage stellen will, so um die Aufmerksamkeiten der Person zu kriegen. Hier höre ich tatsächlich ein [g], also den stimmhaften Laut, also kein [k], keine Auslautverhärtung, sondern wirklich [g] und das liegt wohl daran, dass diese Phrase zusammengehört, dieses Redemittel „Sag mal“. Außerdem haben wir hier zwei Reduzierungen. Das A ist nämlich kurz und das L spricht sie nicht mit. Auch hier wird natürlich das zweite L nicht mitgesprochen. Dann fällt hier dieses e-Schwa weg: „wollen“.

Und das Wort „wir“ wird hier auch reduziert. Das eigentlich lange, gespannte [i:] wird zu einem kurzen, ungespannten [ɪ] und das a-Schwa fällt weg. Und auch das nächste Wort wird reduziert. Das lange I hört man hier überhaupt nicht, ja, statt „vielleicht“ sagt sie „fleicht“. Das V sprechen wir hier ja in jedem Fall als [f], ja? So und aus „vielleicht“ wird eben „fleicht“. Und dann kommt es noch hier zur Verbindung dieser beiden Wörter, sodass man also dazwischen keine Pause hört und auch das T hier nicht aspiriert ist, sondern so ganz subtil: also nicht [th], sondern [t]. Okay, alles bis hierher dauert noch nicht einmal eine Sekunde. Und das ist normales muttersprachliches Sprechtempo. Und in all diesen Wörtern haben wir Reduzierungen bzw. Lautveränderungen oder -verbindungen. Aus „sag mal, wollen wir vielleicht“ wird „sag mal, wollen wir vielleicht“. Das liegt daran, dass all diese Wörter bis hierher Funktionswörter sind und unbetont sind bzw. nur eine Nebenbetonung tragen, ja, wir haben eine leichte Betonung auf „sag“ und auf „wollen“, weil das ja Verben sind, aber „sag“ gehört ja zu diesem Redemittel „sag mal“, hat also nicht die übliche Bedeutung, ja, man könnte das auch einfach weglassen. Und „wollen“ ist ein Modalverb, also ein Funktionswort. Dieser Teil bis hierhin zeigt meiner Meinung nach sehr sehr schön, dass wir im Deutschen nicht so sprechen, wie wir schreiben und daran seht ihr auch, wie wichtig es ist, solche Analysen zu machen.

Außerdem ist das ein sehr praktischer Satz, wie ich finde, um einen Vorschlag zu machen, also „sag mal, wollen wir vielleicht“ – ein praktisches Redemittel. Wir hören uns das nochmal an, dreimal hintereinander und dann mache ich eine Pause und in dieser Pause macht ihr bitte Shadowing, d.h. ihr sprecht das bitte dann direkt nach.

Jetzt haben wir hier das erste Wort, in dem es fast keine Reduzierungen gibt, da es eine der Hauptbetonungen hat: „Wochenende“. Achtet auf die Pause, also den Knacklaut hier zwischen den beiden Teilen, typisch deutsch, ja, das verbinden wir nicht. Das ist ja ein Kompositum, ein zusammengesetztes Nomen, ein Inhaltswort, stark betont, also beide Teile werden klar getrennt voneinander ausgesprochen, mit Knacklaut dazwischen. Ja, und auch in Inhaltswörtern kann es Reduzierungen geben, deswegen habe ich auch gesagt, fast keine. Hier wird nämlich auch wieder das e-Schwa getilgt. Am Ende dieses e-Schwa bleibt, ja, das können wir nicht tilgen, und natürlich, dieses CH hier sprechen wir mit dem Ach-Laut aus, das ist ganz klar, ja, also „Wochenende“. In dem Wort „zusammen“ haben wir wieder eine e-Schwa-Tilgung. Ihr habt schon gehört, jetzt auch von mir. Hier wird natürlich auch nur ein M gesprochen, so und dadurch kommt es zu einer progressiven Assimilation, ein schweres Wort. D.h. das M, das zuerst kommt, löscht sozusagen das N, das danach kommt. Ja, deswegen progressive Assimilation. Assimilation heißt Beeinflussung und progressiv heißt in die Richtung nach vorne, also vorwärts. Somit fällt also eine komplette Silbe weg. Statt „sammen“ hören wir nur „samm“. Diese Silbe „samm“ ist die betonte Silbe in dem Wort. Die letzte Silbe fällt wie gesagt weg und die erste ist unbetont. Das ganze Wort ist auch unbetont im Satz. Deshalb wird diese erste Silbe auch reduziert hier, aus dem Vokal [ʊ] zusammen, ja aus diesem Vokal [ʊ] wird ein e-Schwa und das ist auch nur ganz schwach zu hören: „zusammen“. Das Wort „grillen“ ist ja, wie wir am Anfang schon festgestellt haben, sehr deutlich zu hören, die Stimme geht weit nach oben, aber wie bei Verben im Infinitiv so üblich wird auch hier das e-Schwa getilgt und natürlich auch wieder nur ein L mitgesprochen, das ist ganz klar. Ansonsten kommt es aber hier zu keinen weiteren Reduzierungen. Machen wir jetzt also Shadowing mit der ganzen Frage.

In dieser Äußerung haben wir auch wieder zwei Betonungen. „Ich gehe jetzt gleich einkaufen. Deswegen.“ „Geh, einkaufen.“ Am Ende das Wort „deswegen“ – hier bleibt die Stimme so auf gleicher Höhe, d.h. weder steigende noch fallende Intonation. Das drückt so ein bisschen Verlegenheit oder Unsicherheit aus, weil sie hat ja gefragt, ob sie zusammen grillen wollen, aber irgendwie noch keine Antwort bekommen, also sie wartet quasi auf die Antwort. Bei dem Wort „ich“ am Anfang von Sätzen passiert hier etwas ganz Typisches, das könnt ihr euch merken für Sätze, die mit „ich“ beginnen. Nicht nur in diesem Fall, sondern generell. „Ich“ beginnt ja mit einem Vokal, nämlich mit einem kurzen, ungespannten [ɪ], also vor dem Vokal müssen wir einen Knacklaut artikulieren. Und hier haben wir eine regressive Assimilation, d.h. der ich-Laut, der ja hier nach dem Vokal kommt beeinflusst den Vokal, und zwar macht er aus dem ungespannten [ɪ] ein gespanntes [i]. Beim ich-Laut ist die Zunge ja ziemlich weit oben, der Mund ist nur ganz leicht geöffnet und bei dem gespannten [i] ist die Zunge in derselben Position. Beim ungespannten [ɪ] ist die Zunge nicht ganz so weit oben. Deshalb ist es einfacher mit dem gespannten [i], diese beiden Laute auszusprechen. Dieses Wort. Das ist allerdings nur ganz leicht zu hören dieses [i], wirklich ganz ganz kurz. Ja, also man könnte fast sagen, es ist quasi nur der Knacklaut, dann ein ganz ganz leichtes [i] und dann schon der ich-Laut. Danach kommt das Verb, das hat eine Betonung und dann kann man das auch nochmal besser hören, was ich erklärt habe, mit dem Verb zusammen. „Ich gehe“. Ja, hier sprechen wir natürlich das H nicht mit und ganz typischerweise wird hier auch das e-Schwa getilgt. Das machen wir fast immer bei Verben in der ich-Form. So, nun haben wir wieder Funktionswörter, also Reduzierungen. Aus dem Vokal Ä wird ein e-Schwa und das T am Ende fällt weg. Hier bleibt noch das [t͡s], also: „jetzt“. Das Wort „einkaufen“ betonen wir hier und da es mit einem Diphthong beginnt, haben wir hier auch diese Pause, diesen Knacklaut. Und natürlich wieder eine e-Schwa-Tilgung in der Infinitivendung. Außerdem haben wir wieder eine regressive Assimilation: dieses [k] ist ja ein velarer Laut, wird also am hinteren Gaumen gebildet und das [n] ist ja ein alveolarer Laut, wird also am vorderen Gaumen gebildet. Das passt also nicht zusammen. Deshalb wird hier nicht [n], sondern [ŋ] gesprochen, weil dieses [ŋ] auch wie das [k] velar, also am hinteren Gaumen gebildet wird. Ja, deswegen sagen wir auch „Bank“ und nicht „Ban-k“. Und dasselbe passiert auch am Ende von „deswegen“, nur dass es hier eine progressive Assimilation ist. Das velare [g] verursacht, dass das [n] auch zu dem velaren [ŋ] wird. Ja, damit sich unsere Zunge nicht bewegen muss, damit das alles am selben Ort ausgesprochen werden kann, in diesen beiden Fällen eben am hinteren Gaumen. Achtung, Shadowing.

Hier höre ich auch wieder zwei Betonungen, und zwar auf „sind“ und „ab“. Das Wort „wir“ ist hier zwar unbetont und dadurch natürlich sehr leise, aber nicht wirklich reduziert. Hier höre ich, dass die beiden Wörter verbunden werden, also kein [th], ja, keine Auslautverhärtung. Ich höre hier stattdessen ein sogenanntes lateral gelöstes D. Das erkläre ich euch mal gesondert in einem anderen Video. Ja, hier dieses D und das L, das verbindet sich miteinander und so entsteht eben so ein [dl]: „sind leider“. Also nicht „sind leider“, sondern „sind leider“, „sind leider schon“. Hier schön mit dem kurzen, ungespannten [ɔ]: „schon“. Sehr typisch. Merkt euch das also bitte, ja, so und dann haben wir ein Inhaltswort, das ist betont, genauer gesagt der Verbstamm, denn dieses Verb ist ja nicht trennbar, also betonen wir nicht das Präfix. Das Präfix ist unbetont und wird damit auch verkürzt. Hier ist nur ein a-Schwa. „ver-“. Dann hier eine leichte Pause, ein leichter Knacklaut, ja, ganz leicht, und dann die lauteste Silbe in dem Wort: „ab“, mit Auslautverhärtung, nicht reduziert, also kein [b], sondern ein stimmloses [p]. Und dieses stimmlose [p] macht tatsächlich auch das R, also den Laut [ʁ] stimmlos, wir haben also hier tatsächlich den ach-Laut [x]. Das ist auch ganz typisch. Nach stimmlosen Plosiven, wie z.B. [p] wird aus dem [ʁ] ein [x]. Okay, auch dieser Satz ist ja sehr praktisch, also machen wir auch damit Shadowing.

Ah! Ganz typische Melodie hier. Die Grundmelodie von jeder Äußerung im Deutschen. Machen wir mal ganz langsam. Aaaaaaaaah! Fallende Intonation. Und auch so: Wann denn? Ja, hier merkt man auch schön, dass wir auch in Fragen eine fallende Intonation haben. Nur in Entscheidungsfragen, also Ja-Nein-Fragen haben wir eine steigende Intonation, das haben wir ganz am Anfang gesehen: Wollen wir vielleicht am Wochenende zusammen grillen? Die möglichen Antworten sind Ja oder Nein. Und in Nachfragen, wenn wir etwas nicht verstanden haben, haben wir auch steigende Intonation. Was hast du gesagt? Wie heißt das nochmal? Aber sonst in der Regel fallende Intonation. Auch hier wieder: Samstag? Steigend, das ist nur eine Option und man könnte wieder antworten Ja oder Nein. Aber dann: Samstag oder Sonntag? Da geht die Stimme wieder runter, ja, durch das „oder“ ist es ja dann keine Ja-Nein-Frage mehr. Die Antwort muss dann entweder Samstag oder Sonntag sein. Also diese Melodie hier ist auch ganz ganz typisch für solche Auswahlfragen mit „oder“. Hoch oder runter? Ja oder nein? Du oder ich?

So, hier haben wir eine unbetonte Modalpartikel, der Vokal reduziert sich zum e-Schwa und natürlich wird jeweils nur ein N hier ausgesprochen. „Wann denn?“ Das T hier aspiriert sie nicht und sie spricht hier auch kein langes, sondern ein kurzes [a]. Und natürlich ein [k] wegen der Auslautverhärtung. „Samstag?“ „Samstag oder“ – mit ganz kurzem a-Schwa hier. Das Wort ist nicht betont, deshalb kurz und schnell. Deshalb ist auch dieses [d] hier sehr undeutlich sozusagen. Manche von euch hören hier vielleicht sogar ein gerolltes [r]. Ja so aber nicht mehrmals gerollt, sondern nur einmal. Man nennt das einen Flap. In der zweiten Option hier „Sonntag“ höre ich das T klar aspiriert und auch ein langes [a:]. Außerdem natürlich wieder ein [k] hier am Ende und nur ein N. „Sonntag“. Machen wir auch noch mit dieser Frage Shadowing.

Hier in der Antwort hört sich das Wort genauso an wie in der Frage. Hören wir uns jetzt das ganze Gespräch nochmal an und ich hoffe, dass sich das für euch jetzt gleich auch viel natürlicher anhört.

Wow, ich glaube, ihr gebt mir recht, wenn ich sage, dass man aus so einem kurzen Gespräch einfach wirklich eine Menge über die gesprochene deutsche Sprache lernen kann. Solche Analysen findet ihr übrigens auch in meiner Online-Akademie, der einzigen Lernplattform weltweit, die auf dieser Methode aufbaut. Um mehr darüber zu erfahren, klickt bitte auf den Link gleich hier unter dem Video.

Danke fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Wortakzent: Lange Wörter (Zusammengesetzte Nomen) | Deutsche Aussprache verbessern | Wortschatz C1

Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung, Finanzdienstleistungsunternehmen … Das Deutsche ist bekannt für lange Wörter. In der heutigen Deutschstunde lernt ihr alles, was ihr über den Wortakzent im Deutschen bei zusammengesetzten Wörtern (Komposita) wissen müsst.

Transkript:

Die deutsche Sprache ist ja bekannt für ihre langen Wörter. Heute schauen wir uns ein paar dieser zusammengesetzten Wörter genauer an, ihr lernt lange, zusammengesetzte Wörter, die ihr auch wirklich benutzen könnt und ich zeige euch auch, auf welchem Teil dann der Wortakzent, also die Betonung liegt. Dazu bekommt ihr von mir zwei Regeln für den Wortakzent in zusammengesetzten Wörtern sowie ganz am Ende des Videos einen ganz wichtigen und simplen Trick. Bleibt also auf jeden Fall dran.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner!
Es geht heute also wie bereits angekündigt um zusammengesetzte Wörter. Man nennt sie auch Komposita. Singular: das Kompositum. Plural: die Komposita. Das können nicht nur Nomen, sondern auch Adjektive sein, oder auch Verben sogar.

So, und die erste Regel, die ich euch heute gebe, bezieht sich auf die häufigste Art von Komposita, nämlich Nomen. Nomen, die aus zwei Teilen bestehen, von denen der erste Teil den zweiten Teil näher bestimmt. Und in solchen Komposita wird der erste Teil betont. Das klingt jetzt sehr kompliziert, aber ich gehe mal davon aus, dass die meisten von euch das schon intuitiv automatisch richtig machen. Schauen wir uns dazu mal die folgenden fünf Beispiele an:

der Autoschlüssel, die Straßenbahn, das Ladekabel, umweltfreundlich, fehlerfrei.

Ja, wir betonen hier jeweils den ersten Wortteil, weil der ja den zweiten genauer beschreibt. Also, hier liegt ein Schlüssel, ja, ich weiß, dass das irgendein Schlüssel ist, aber ich weiß nicht genau, was für einer, wozu der gehört, also frage ich: was ist das für ein Schlüssel? Das ist mein Autoschlüssel. Aha, das ist mein Autoschlüssel.

Macht Sinn, oder? Also ich betone Auto, weil Auto den Schlüssel genauer definiert. Ja, oder bei den Adjektiven: umweltfreundlich, also etwas ist freundlich für die Umwelt. Wofür ist es freundlich? Für die Umwelt. Oder fehlerfrei: frei von was? Von was ist es frei? Frei von Fehlern. Fehlerfrei, also auch der erste Teil betont.

Umfangreiche Kapitel zur Aussprache und Betonung in der deutschen Sprache, das ist ja wirklich ein ganz komplexes Thema, gibt es in meiner Online-Akademie. Wenn ihr gerne Mitglied werden wollt, dann schaut ganz einfach mal auf meiner Webseite vorbei. Den Link findet ihr unter dem Video.

So, und das, was wir jetzt eben besprochen haben, das gilt auch für Verben. Warum betont man z.B. das Präfix bei trennbaren Verben? Weil das Präfix bei trennbaren Verben auch alleine eine Bedeutung hat und das Stammverb genauer definiert.

abmachen – Ja, ich habe hier einen Krümel oder irgendwas und was mache ich? Ich mache ihn ab. Ja, jetzt ist er ab. Vorher war er noch dran, jetzt ist er ab. Also dieses Präfix ab hat auch ohne das Verb abmachen eine Bedeutung. Deshalb muss ich es betonen. Das Präfix bestimmt dieses Verb genauer.

aufmachen – Was mache ich mit dem Fenster? Ich mache es auf. Ja, und dann ist es auf. Das Fenster ist auf. Es ist offen, ich kann auch sagen: es ist auf.

usw.

Ja, und bei nicht trennbaren Verben, z.B. behandeln, betonen wir das Präfix deshalb nicht, weil es alleine nichts bedeutet, ja, be- hat keine Bedeutung, allemal eine grammatikalische Funktion, ja, aber keine Bedeutung, also alleinstehend hätte das keinen Sinn. Deshalb betont man bei nicht trennbaren Verben eben nicht das Präfix, sondern den Verbstamm.

So, das war also die erste und, ich würde mal sagen, auch die einfachste und intuitivste Regel. Als nächstes schauen wir uns mal diese Wörter hier an bzw. diese kurzen Phrasen:

die Fotos sind schwarz-weiß, an der deutsch-polnischen Grenze, ein naturwissenschaftlich-technischer Studiengang.

Im Gegensatz zu den anderen Beispielen sehen wir ja hier, dass diese beiden Teile jeweils gleichrangig sind, also der eine Teil beschreibt nicht irgendwie den anderen näher oder so. Er definiert nicht den Zweiten ja, z.B. schwarz-weiß, also das ist ja keine schwarze Form von Weiß, sondern die Fotos, in dem Fall, sind eben sowohl mit schwarzer als auch mit weißer Tinte gedruckt worden. Ja, oder die deutsch-polnische Grenze. Deutsch-polnisch ist ja keine besondere Form von polnisch, keine deutsche Form von polnisch, sondern die Grenze liegt einfach zwischen Deutschland und Polen, also auch hier sind die beiden Teile gleichrangig. So, und in solchen Komposita betonen wir den letzten Teil. Ich sage hier bewusst den letzten Teil, weil das auch gilt, wenn wir das unendlich fortsetzen, ja, z.B. die Deutschlandflagge ist schwarz-rot-gold. Betonung auf gold.

Und da sind wir schon beim nächsten Punkt, nämlich: wie sieht es nun aus, wenn ich mehrere Teile habe, also nicht nur 2.

Zum Beispiel bei der Haftpflichtversicherung. Das ist eine Versicherung, die man abschließt, um sich selbst zu schützen, und zwar für den Fall, dass man einen Gegenstand, ja, etwas, das jemand anderem gehört, dass man das beschädigt oder sogar zerstört, natürlich aus Versehen. Ja, z.B. bin ich mal mit einem Freund von mir unterwegs gewesen, wir waren wandern gewesen und ich hatte mein iPad mitgenommen und habe das bei ihm in den Rucksack getan. So und er hatte logischerweise noch andere Sachen in seinem Rucksack und als ich das iPad dann wieder rausholen wollte, war der Display halt komplett kaputt, ja, und das war ja natürlich nicht meine Schuld, es war also eigentlich die Schuld von ihm, ja, und dann haben wir das so geregelt, dass eben seine Haftpflichtversicherung diesen Schaden übernommen hat, also ich habe dann von seiner Haftpflichtversicherung halt einen Teil des Kaufpreises von dem iPad zurückbekommen als Schadensersatz.

So, aber zurück zu dem Wort: da haben wir 3 Teile. Und auch hier wenden wir eigentlich wieder die Regel an, die ich euch am Anfang gegeben habe, auch wenn das mehr als 2 Teile hier sind. Also wir haben eben eine Versicherung. Und was ist das für eine Versicherung? Eine Reiseversicherung? Nein, eine Haftpflichtversicherung. Das heißt, Versicherung ist unbetont, das davor ist betont. Weil das davor die Versicherung genauer definiert. Jetzt müssen wir noch wissen: betonen wir Haft oder Pflicht? Und dann machen wir genau dasselbe: Wir haben eine Pflicht, ja, und was ist das für eine Pflicht? Eine Haftpflicht. Also die Pflicht, für einen Schaden, den man verursacht hat, zu haften. Wir betonen also insgesamt in dem ganzen Wort nur die Silbe Haft.

So, jetzt schauen wir uns mal an, was sind eigentlich Busse, Bahnen, Autos? Das sind doch Fahrzeuge. Das Fahrzeug. Das ist also eine Sache, ja, Zeug sozusagen, das man zum Fahren benutzen kann. Also erste Silbe betonen. Und Fahrzeuge, die einen Motor haben, und nicht auf Schienen fahren, nennt man Kraftfahrzeuge. Was sind das also für Fahrzeuge? Kraftfahrzeuge. Wieder die erste Silbe betont. Der Wortakzent verschiebt sich dann also, je mehr ich ins Detail gehe, ja. Zuerst Fahrzeug, da betone ich „Fahr“, aber dann Kraftfahrzeug. Dann betone ich „Kraft-“ So, und wenn ich jetzt einen Schaden verursache, aber nicht an irgendeinem Gegenstand von jemandem, sondern an dem Auto von dieser Person, also an dem Kraftfahrzeug von dieser Person, dann würde mir eine Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung helfen. Wieder betone ich den allerersten Wortteil.

Ja, weil in all diesen Fällen wir immer wieder mit dem ersten Wort das Wort danach genauer definiert haben. Also:

So, d.h. alles geht eigentlich immer wieder auf diese ersten beiden Regeln zurück. Wenn ich ein Kompositum habe, bei dem ein Teil den anderen Teil oder die anderen Teile genauer definiert, dann betone ich eben genau diesen Teil. Ja, das haben wir jetzt gesehen. Und das gilt beispielsweise auch für das Wort, was ich euch auch eingangs gezeigt habe:

Ja, wir haben erst mal eine Leistung, genauer gesagt eine Dienstleistung, wir betonen hier also Dienst. Noch genauer gesagt eine Finanzdienstleistung, in diesem Wort betonen wir dann also Finanz. Und dann haben wir ja ein Unternehmen und was ist das für ein Unternehmen? Ein Finanzdienstleistungsunternehmen. Also betonen wir nicht Unternehmen, sondern den kompletten ersten Teil. Und gerade eben haben wir ja festgestellt, dass wir in diesem kompletten ersten Teil Finanz betonen, also Finanzdienstleistungsunternehmen.

So, also eben wieder die erste Regel.

Wenn nun aber eben alle Teile gleichrangig sind, dann betone ich halt den letzten Teil. Ja, und manchmal kommt es auch zur Kombination von diesen beiden Regeln, z.B. hier: das Vater-Sohn-Wochenende.

Was ist das für ein Wochenende? Ein freies Wochenende? Nein, ein Vater-Sohn-Wochenende. Wir betonen also nicht das Wochenende, sondern den Teil „Vater-Sohn“. Und der Vater und der Sohn – die sind jetzt aber beide gleichrangig. Also betone ich innerhalb dieses Teils das Wort „Sohn“, das letzte Wort. Nicht Vater. Der Vater definiert nicht den Sohn genauer. Ja, ich betone das Wort Sohn, das letzte Wort. Denn der Vater und der Sohn sind gleichrangig.
Es gibt einige Wörter, bei denen keine dieser Regeln angewendet werden kann. Ich muss an der Stelle auch dazu sagen, dass man Komposita, die aus mehr als 3 Teilen bestehen bzw. generell, die sehr lang sind, in der Umgangssprache nicht benutzt, ganz einfach weil das dann meistens eben Wörter sind, bei denen es drauf ankommt, dass man ganz konkret sagt, ganz im Detail, worum es geht, ja, und so wirklich überaus konkret muss man vor allem im offiziellen Kontext sein, d.h. solche Wörter, ja, solche extrem langen Wörter, sind dann meistens Bezeichnungen von Gesetzen oder Versicherungen, was wir hatten, ja, oder sonstige offizielle Begrifflichkeiten. Ich habe lange recherchiert, wirklich lange und habe festgestellt, dass, wenn man solche besonders langen Wörter dann doch mal selbst benutzt, ja, dass dann viele deutsche Muttersprachler auch variieren bzw. dass bei bestimmten Wörtern ich ganz einfach verschiedene Wortakzente dann festgestellt habe. Und ich habe auch gemerkt, dass, je länger die Wörter werden, desto öfter es vorkommt, dass man eigentlich gar keinen Wortakzent mehr so richtig feststellen kann. Dazu zeige ich euch mal ein Beispiel in der Praxis: „Die Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, wird oft als psychische Störung geschrieben.“

So, das ist eben eine psychische Störung, kurz gesagt, wenn Menschen, oft betrifft das Kinder, sich nicht gut bzw. nicht lange konzentrieren können und dann hyperaktiv, also laut und unruhig werden.

Und hier kann man sehr gut hören, dass eigentlich alles betont wird, bis auf den Teil „Störung“, ja, weil wir wissen ja wieder, es ist eine Störung und mit all dem, was davor steht, definieren wir diese Störung. Aber dann sind das einfach zu viele Wörter, die man da aneinandergereiht hat, sodass es zu kompliziert wäre für unser Gehirn, dann noch zu sehen, welches davon jetzt was noch genauer beschreibt, ja, und so betont man dann halt einfach alles. Unser Gehirn geht ja immer den einfacheren Weg.

Für einige Wörter, oftmals Wörter die mit Bundes- oder Landes- beginnen und aus mehreren Teilen bestehen, könnt ihr euch merken, falls ihr sie denn mal benutzt, dass man diese entsprechende Silbe dann meistens nicht betont. Ja, hier betonen wir nicht die Silbe Bundes- oder Landes-. Das sind Begriffe, die man aufgrund des Föderalismus in Deutschland, ja, dadurch, dass wir eben eine Bundesregierung und dann die einzelnen Landesregierungen haben, auch immer wieder in den Medien anzutreffen sind, deshalb habe ich sie hier mit reingenommen. Das gilt nicht für solche Komposita, die nur aus zwei Teilen bestehen: z.B. Bundesregierung. Also da betont man „Bundes-„, oder Bundeskanzlerin, da betont man auch „Bundes-„. Aber wenn es dann mehrere Teile hat mit „Bundes-“ oder „Landes-„, dann betont man diesen Teil eben nicht.

Ein ganz wichtiger und nützlicher Tipp für euch und auch ganz allgemein, wenn es eben um die Betonung bzw. den Wortakzent von Komposita geht: Vertraut dabei immer auch auf eure Intuition und darauf, was ihr von anderen Kollokationen und Phrasen kennt. Ja, z.B. ist es ja im Deutschen generell so, dass wir Wörter, mit denen wir etwas genauer definieren, betonen. Zum Beispiel das schöne Haus, das große Haus, ja, mit den Adjektiven definieren wir ja das Nomen „Haus“ genauer, deshalb betonen wir diese Adjektive. Und genauso eben auch das Krankenhaus, das Nachbarhaus, das Abgeordnetenhaus. Haus bleibt unbetont.

Ja, und bei Wörtern, die gleichrangig sind, betonen wir immer das letzte, ja, beispielsweise Bus und Bahn, wir betonen Bahn. Die Aufgabe war interessant und anspruchsvoll. Anspruchsvoll wird stärker betont als interessant. Heute habe ich nur gegessen und geschlafen. Geschlafen. Also, auf die Intuition und euer Vorwissen vertrauen, das hilft bei Komposita wirklich.

Schreibt mir gerne in die Kommentare Wörter, die für euch schwer auszusprechen sind oder bei denen ihr euch unsicher seid, dann zeige ich die Aussprache gerne in einem Video.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Aussprache CHEN | München – sprechen – Brötchen – bisschen | Deutsche Aussprache verbessern

Heute behandeln wir die Aussprache der unbetonten Silbe -CHEN in Diminutivformen (Verkleinerungsformen) sowie in Verben und Adjektivformen. Da der ich-Laut [ç], der ja auch in dieser Silbe enthalten ist, vielen von euch im Zusammenspiel mit anderen Lauten Schwierigkeiten bereitet, gebe ich euch auch 2 simple Lifehacks mit auf den Weg, wie jeder von euch Wörter mit der Silbe -CHEN wirklich gut aussprechen kann.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner!

Im heutigen Video lernt ihr, Wörter mit der Silbe -chen am Ende richtig auszusprechen. Es geht also um Diminutivformen, also Verkleinerungsform mit dem Suffix -chen, z.B.: Brötchen, es geht aber auch um Verben wie z.B.: sprechen oder Adjektivformen wie z.B.: solchen.

Wenn ihr eure deutsche Aussprache verbessern wollt, um auf natürliche Weise, klar und verständlich auf Deutsch zu kommunizieren, bzw. auch flüssiger und schneller Deutsch zu sprechen, dann wird euch dieses Video definitiv helfen. Abonniert auch bitte meinen Kanal und drückt auf die Glocke, um Benachrichtigungen zu aktivieren, da ich regelmäßig solche Videos wie dieses hier auf meinem Kanal veröffentliche.

Ihr solltet übrigens auf jeden Fall auch bis zum Ende dabei bleiben. Ich zeige euch nämlich zwei simple und super nützliche Lifehacks, damit ihr Wörter mit dieser Silbe, die ja auch den Laut [ç] enthält, problemlos wie ein Deutscher aussprechen könnt.

Wenn man im Wörterbuch Wörter mit dieser Silbe am Ende nachschlägt, dann findet man immer wieder diese Aussprache. Also 3 Laute, nämlich den Ich-Laut, das e-Schwa und den Laut [n], d.h. wir haben 2 Konsonanten und dazwischen ist eben das e-Schwa. Wenn ich diese 3 Laute getrennt voneinander ausspreche, dann klingt das so: [ç], [ə], [n]. Zusammen klingt das dann so: [çən]. Obwohl das e-Schwa ja im Wörterbuch dasteht, sprechen wir das hier in diesem Suffix in der Praxis in der Regel nicht aus, zum einen, weil das e-Schwa hier eben zwischen 2 Konsonanten ist und zum anderen, weil diese Silbe immer unbetont ist (dieses „-chen“) und in unbetonten Silben kommt es eben häufig
zu dieser sogenannten e-Schwa-Tilgung, wenn sich das e-Schwa zwischen 2 Konsonanten befindet, das bedeutet, dass es eben einfach nicht mitgesprochen wird. Im Endeffekt bleiben dann also nur noch der Ich-Laut und das [n] übrig und das klingt dann so: [çn].

Wie eben ja schon erwähnt, haben wir hier eine unbetonte Silbe. Das bedeutet, diese Silbe ist im Gegensatz zu den anderen Silben des Wortes sehr leise, sehr tief und man spricht sie sehr schnell aus: [çn]. Zum Beispiel: Märchen. Merkt ihr, wie leise und schnell sich diese Silbe anhört? Und es ist zwischen dem [ç] und dem [n] wirklich nichts zu hören. Sprecht bitte auch immer schön nach, wenn ich euch die Wörter vorspreche, ja, weil logischerweise nur vom Zusehen verbessert ihr ja eure Aussprache nicht.

Viele meiner Schüler haben Schwierigkeiten bei diesem Wort: sprechen. Wenn euch das auch schwerfällt, dann übt einfach beide Silben einzeln mehrmals hintereinander. Ruhig mehrmals, ja. Ruhig 10 mal. Und jetzt langsam beide zusammen. Und immer schneller.

Was auch vielen Schwierigkeiten bereitet, sind Wörter, bei denen diese Silbe nach den Lauten [ʃ] oder [s] kommt, zum Beispiel: Täschchen. Hier haben wir halt [ʃ] und [ç] direkt hintereinander. Dazu zwei Lifehacks: Erstens: eigentlich wie gerade eben schon, wir sprechen wieder beide Silben einzeln aus, bis wir sie dann zusammensetzen. Und so weiter, immer schneller. Zweiter Lifehack: Der Ich-Laut [ç] ist ja eigentlich die stimmlose Variante von dem stimmhaften Laut [j]. Stellt euch also mal vor, dass wir hier quasi „Täschjen“ aussprechen, wobei wir aber das [ʃ] ein bisschen länger machen. Also sozusagen ein langes [ʃ] und danach [j] – sehr kurz – und dann haben wir automatisch die Aussprache so, wie es eben richtig klingen soll. Und etwas schneller. Das ist genau die richtige Aussprache.

Dasselbe gilt, wenn wir vor dem -chen ein [s] haben, zum Beispiel: bisschen. Und auch hier können wir wieder beide Lifehacks anwenden. Ja, es kommt halt drauf an, ob euch das schwerfällt und einigen von euch, denen das eben schwerfällt, kann eben der erste Lifehack helfen, das richtig auszusprechen, für andere von euch wiederum wird der erste Lifehack vielleicht nicht so hilfreich sein, dann könnt ihr eben diesen zweiten Lifehack einfach mal versuchen.

Schauen wir uns mal noch diese Wörter hier an: Mädchen. Beide Aussprachevarianten sind korrekt. Brötchen. In beiden Fällen haben wir vor der Silbe -chen ein stimmloses T. Ja, auch im ersten Wort sprechen wir ja kein [d], sondern ein [t] wegen der Auslautverhärtung. Wenn ihr nicht wisst, was die Auslautverhärtung ist – eine der wichtigsten Regeln der deutschen Aussprache – alles, was ihr dazu wissen müsst, erkläre ich euch kurz und knapp in einem anderen Video, jetzt rechts oben eingeblendet und ich verlinke euch das Video auch hier unten. Schaut euch das bitte auch auf jeden Fall an.

So, also hier in diesen Wörtern mit T oder D vor der Silbe -chen haben wir eben in diesen beiden Wörtern die Kombination [t] und [ç]. Und dann passiert Folgendes: Vor dem [t] machen wir eine kurze Pause sozusagen, d.h. wir bilden einen Verschluss mit den Stimmlippen, hier und dann verbinden sich außerdem diese beiden Laute [t] und [ç] miteinander, nach dieser Pause. Hier ist die Pause und dann. Das gilt also für Wörter mit T oder D vor der Silbe -chen. Und es gilt auch für Wörter mit anderen sogenannten Plosiven, also Wörter mit P oder B, da haben wir ja dann den Laut [p] bzw. Wörter mit G oder K, da haben wir ja dann den Laut [k]. Zum Beispiel: Stäbchen. Wir machen also wieder eine kurze Pause nach dem Vokal und sprechen danach, nach dieser Pause, die beiden Laute [p] und [ç] verbunden aus, also [pç]. Hier sehen wir jetzt nur Wörter mit dem Buchstaben K vor der Silbe -chen. Ich konnte nämlich keine Wörter mit G finden, die hier passen würden. Und ja wir verbinden trotzdem wieder die beiden Laute. Ist ja im jeden Fall der Laut [k], also [kç].

Alles, was wir heute gelernt haben, gilt für die Standardsprache, also nicht für Dialekte. In einigen Regionen von Deutschland spricht man diese Silbe mit dem [ʃ] aus, also [ʃn]. Das macht man z.B. in weiten Teilen von Sachsen oder auch in Baden-Württemberg zum Beispiel.

Ja, ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dem Video einen Daumen nach oben geben könntet, wenn es euch gefallen bzw. geholfen hat. Das würde mir wirklich sehr helfen und würde mich auch wirklich sehr feuen.

Danke fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.