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VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch mit Serien: Dark (Netflix) | Aussprache, Sprachmelodie & Hörverstehen verbessern

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Willkommen bei Deutsch mit Benjamin! Heute analysieren wir eine Szene aus der beliebten deutschsprachigen Netflix-Serie Dark. Dabei untersuchen wir Veränderungen, Reduzierungen und Verbindungen von Lauten, um richtig Deutsch sprechen zu lernen. Solche Analysen sind goldwert, wenn ihr eure Aussprache, Intonation und Sprachmelodie verbessern wollt sowie schnelles Deutsch besser verstehen wollt. Die Szene (aus Staffel 1, Folge 5): Jonas sitzt am Grab seines Vaters und trifft erstmals auf sein älteres Ich. Mein Kanal richtet sich an alle, die Deutsch als Fremdsprache lernen und akzentfrei Deutsch sprechen bzw. ihre Aussprache verbessern möchten, um im Berufs- und Privatleben ernster genommen zu werden.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Weil ich ja weiß, wie sehr euch das gefällt und wie nützlich ihr das findet, werde ich auch heute wieder einen kurzen Serienausschnitt analysieren, und zwar hinsichtlich Aussprache, Intonation und Sprechmelodie. Auf meiner Instagram-Seite habe ich vor einer Weile eine Umfrage gemacht, welche Serie euch am besten gefällt und es hat sich rausgestellt, dass die mit Abstand beliebteste deutschsprachige Serie unter Deutschlernern die Netflix-Serie Dark ist. Aus diesem Grund habe ich heute auch eine Szene aus dieser Serie, und zwar aus der 5. Folge der 1. Staffel, wo Jonas am Grab seines Vaters zum ersten Mal auf sein älteres Ich, also auf den älteren Jonas trifft. Wenn ihr also gerne mit Serien Deutsch lernt, eure deutsche Aussprache verbessern wollt und nicht nur das, sondern auch fließend Deutsch sprechen wollt bzw. flüssig Deutsch sprechen wollt, akzentfrei Deutsch sprechen wollt, dann bleibt dabei.

Einige von euch haben mir übrigens mitgeteilt, dass sie meine Videos auf der Startseite von YouTube nicht mehr angezeigt bekommen. Ich weiß nicht, warum, aber was ihr tun könnt, am besten einfach auf die Glocke neben dem Abonnieren-Button drücken, dann bekommt ihr nämlich immer eine kurze Benachrichtigung angezeigt, sobald ein neues Video von mir online ist. Also einmal auf „Abonnieren“ klicken und dann daneben noch auf dieses kleine Glöckchen.

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Und jetzt legen wir los mit der Analyse. Schauen wir uns zuerst die Szene an und danach analysieren wir das Ganze. Im ersten Satz höre ich das Wort „ähnlich“ am lautesten und am deutlichsten, eine Nebenbetonung höre ich auf der Verbform „siehst“. Betonte Wörter sind ja in der Regel von den anderen Wörtern im Satz klar abgetrennt, d.h. da das Wort „ähnlich“ ja mit einem Vokal beginnt, ist hier auch der Knacklaut klar zu hören. Vor betonten Wörtern kann man also gut Sprechpausen einbauen. Das könnt ihr euch also auch merken, wenn ihr sprecht. Dieser Vokal ist lang, das wird auch durch den Buchstaben H in der Schreibung deutlich, der dann natürlich an sich nicht mitgesprochen wird. Ich höre hier ein ungespanntes, langes [ɛː], was vor allem im süddeutschen Sprachraum verbreitet ist. Der Schauspieler, Andreas Pietschmann, kommt auch aus Bayern, was also wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist. In den meisten Regionen des deutschen Sprachraums wäre hier nämlich ein gespanntes, langes [eː] üblicher. Auch dieses [iː] ist lang, was auch wieder an der Schreibung hier zu sehen ist. Interessanter wird es bei den beiden Pronomen, die ja Funktionswörter und somit unbetont sind. Sowohl das U in „du“ als auch das I in „ihm“ werden hier zu kurzen Vokalen reduziert. Also nicht [duː], sondern [du] und nicht [iːm], sondern [ɪm], so wie auch die Präposition klingen würde. Dieser i-Vokal ist also hier auch eher ungespannt. Und obwohl dieses Wort ja eben mit einem Vokal beginnt, höre ich hier keinen Knacklaut, also diese beiden Wörter verbinden sich. Versucht nun mal nachzusprechen. Machen wir also Shadowing. Ich spiele euch den Satz dreimal hintereinander ab, danach kommt eine Pause für euch zum Nachsprechen.

Wie zu erwarten war, wird hier natürlich das Nomen „Vater“ betont, hier schön mit a-Schwa am Ende, ja, Vater. Hier fällt dieses E weg, ja, also das wäre ja eigentlich eh ein e-Schwa – „deinem“, ja, aber das wird hier getilgt und das hat auch zur Folge, dass das N hier wegfällt. Das ist eine sogenannte regressive Assimilation. Das M hier brauchen wir weiterhin, das kann nicht getilgt werden, denn das ist ja das Kasus-Signal für den Dativ hier, deswegen ist das noch zu hören. [ˈdaɪ̯nəm] wird also zu [daɪm]. Achtung, Shadowing, also bitte wieder schön nachsprechen.

Was hier sehr schön zu hören ist, ist diese steigende Intonation, ja, die Stimme geht hier deutlich nach oben, was auch immer dazu führt, dass das dann lauter ist. Der eigentliche Satzakzent liegt aber hier auf dem Verb „kennen“. Das N wird logischerweise als solches nur einmal ausgesprochen und auch hier haben wir wieder eine ganz typische e-Schwa-Tilgung in der Endung und da der Verbstamm hier auf N endet, hört man die Endung gar nicht mehr. Der Vokal ist natürlich kurz, ja, das sieht man auch an der Schreibung von Doppel-N. Nun haben wir hier zwei Funktionswörter, also unser Signal für Lautveränderungen und Reduzierungen. Ja, grammatikalische Endungen und Funktionswörter sind immer das Signal, dass Laute anders oder gar nicht ausgesprochen werden. Also zwei Funktionswörter, die man eigentlich gut verbinden könnte, allerdings höre ich hier doch noch so ein ganz schwachen Knacklaut dazwischen, was an der steigenden Intonation auch liegen kann, ja, weil eben dadurch, dass die Stimme nach oben geht, an dieser Stelle eben auch lauter gesprochen wird und damit eben auch ein bisschen deutlicher. Diesen Vokal hier höre ich als kurzes, ungespanntes [ɪ], das ist also eine Veränderung, normalerweise wäre hier ja ein langes, gespanntes [iː], ja, und insgesamt lässt sich sagen, dass diese beiden Vokale, also das kurze [ɪ] und das a-Schwa bzw. aber auch das [ʊ] in „uns“ sehr schnell ausgesprochen werden. Machen wir auch mit dieser Frage Shadowing.

Dieses „Nein“ hier wirkt auf mich sehr resignierend, ja, er spricht das Wort sehr leise und sehr tief aus.
Dann haben wir hier den Satzakzent auf dem Nomen „Vater“, praktisch wie am Anfang schon im zweiten Satz. Eine Nebenbetonung höre ich hier auf dem Verb „kannte“, ja, ihr seht jetzt auch diese Parallele, ja, Verben sind in der Regel betont, aber tragen nicht immer die Hauptbetonung. Die liegt dann eben auf dem Objekt, in diesem Fall eben „Vater“ oder einer Ergänzung, wie oben im allerersten Satz „ähnlich“. Zurück zu diesem Satz hier. Sehr auffällig finde ich, dass die Konjunktion „aber“, also deren erste Silbe, was ja eigentlich ein langes A ist, hier ausbleibt, also man hört schon noch was vor diesem B hier, ja, aber es ist auf keinen Fall ein klarer a-Vokal. Es ist eher wie so ein leichter Stimmansatz, also praktisch ein Knacklaut, ja, er setzt mit seiner Stimme an, er beginnt zu sprechen und die erste Silbe wird auch nicht komplett einfach ausgelassen, aber andererseits eben auch nicht so richtig ausgesprochen. Statt des Vokals also eben nur ein Knacklaut. Und das geht dann auch so weiter. Die beiden Wörter „aber“ und „ich“ klingen wie ein Wort und auch hier in „ich“ hört man gar kein I mehr, sondern nur noch das [ç]. Insgesamt werden diese beiden Wörter also echt schnell ausgesprochen und miteinander verbunden, sodass es eben wie ein einziges Wort klingt. Aus „aber ich“ wird dann also: …

Zu dem Verb kann man eigentlich nicht viel sagen. Natürlich wird auch hier nur ein N gesprochen, die Schreibung von Doppel-N zeigt uns, dass der Vokal kurz ist. Interessanter wird es wieder bei dem Pronomen und wie wir das auch am Anfang schon hatten, kommt es hier zur e-Schwa-Tilgung und deshalb auch zur Tilgung, also zum Wegfall des N. In diesem Fall bleibt also einfach „dein“ übrig. Ja, hier ist das so möglich, weil wir ja hier im Akkusativ eh am Ende ein N haben, d.h. dieses Kasus-Signal hören wir auch weiterhin.

So, hier haben wir mal einen längeren Satz. Im ersten Teilsatz höre ich das Wort „her“ am lautesten, im zweiten Teilsatz das Wort „gut“ und ebenso ziemlich deutlich das Wort „erinnern“. Was hier am Satzanfang passiert, finde ich total interessant. Diese beiden Wörter höre ich nämlich überhaupt nicht. Und das ist auch was ganz Typisches, was wirklich oft Tag für Tag so passiert, und zwar dass wir eben in der spontan gesprochenen Sprache dieses „es ist“ einfach nicht mitsprechen. Ich werde zu dieser Reduzierung mal ein extra Video aufnehmen. Dann, hier der o-Vokal ist sehr kurz und ungespannt: „schon“. Das Wort „her“ wie gesagt laut und deutlich, achtet hier auch auf dieses klare, gespannte, lange [eː] und das a-Schwa: „her“.

Im zweiten Teilsatz passiert nun wieder dasselbe wie vorhin. Wir haben ja hier wieder „aber ich“ – und auch diesmal wird das A nicht mitgesprochen, und hier haben wir ja davor eben noch das a-Schwa von dem Wort „her“, sodass sich diese beiden Wörter hier sehr schön verbinden. Und dann eben auch wieder wie vorhin, kein I, nur [ç], sodass sich die beiden Wörter hier eben auch wieder verbinden. Eine weitere Verbindung passiert auch hier zwischen „kann“ und „mich“, sodass es auch zu einer regressiven Assimilation kommt, dadurch, dass M und N lautlich sehr nah beieinander liegen, wird dieser N-Laut nicht mitgesprochen: [kamɪç]. Was mir außerdem deutlich auffällt, ist, dass all diese Wörter auch miteinander verbunden werden, also gar kein Knacklaut hier zu hören ist, obwohl wir am Anfang immer Vokale haben. Und auch hier innerhalb dieses Wortes hätten wir ja einen Knacklaut zwischen dem Präfix und dem Stamm, aber auch der bleibt aus. „an ihn“ – das sind zwei Funktionswörter, hier kommt also zur Reduzierung, und zwar ist das I hier kurz, so wie wir das ja auch im allerersten Satz heute bereits gesehen haben. Vielleicht nochmal kurz zu dem Verb „erinnern“. Das trägt ja eben nicht die Hauptbetonung und somit kommt es auch hier zu Veränderungen. Das Präfix wird hier lediglich mit dem a-Schwa gesprochen, verbindet sich wie gesagt mit dem Verbstamm, also ohne Knacklaut, sodass am Ende noch das hier so übrig bleibt: … Machen wir auch damit Shadowing.

Ich danke euch, dass ihr heute wieder dabei wart. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

e-Laute | Aussprache E & Ä | Deutsche Aussprache verbessern – Richtig Deutsch sprechen

Dieses Video stammt aus dem Kurs über deutsche Vokale in meiner Online-Akademie. Wir behandeln hier die Aussprache der e-Laute im Deutschen. Beachtet den Unterschied zwischen dem gespannten E und dem ungespannten E (auch als A-Umlaut oder Ä bekannt) sowie zwischen langem und kurzem Vokal. Eine korrekte Aussprache ist wichtig, um fließend Deutsch zu sprechen und sich verständlich auszudrücken. In meiner Online-Akademie findet ihr zwei vollständige Kurse zu allen Lauten der deutschen Sprache. Wir gehen ebenso darauf ein, welche Aussprache Umlaute erfordern.

Transkript:

In diesem Video lernt ihr die Aussprache der e-Laute [e:] und [ɛ:].

Wir haben hier einen gespannten Laut, nämlich [e:] und einen ungespannten Laut, nämlich [ɛ:]. Beide Laute können sowohl lang als auch kurz sein. Insgesamt ergeben sich also 4 unterschiedliche Laute.

Wir beginnen mit dem [e:]. Das ist das typische lange E im Deutschen. Wenn wir buchstabieren, dann sprechen wir den Buchstaben E mit diesem Laut aus – [e:] – ja, beim Buchstabieren sprechen wir die Vokale immer lang – und auch beim Buchstabieren von einigen Konsonantenbuchstaben sprechen wir diesen Laut mit, z.B. B [be:], C [t͡se:], D [de:] usw. Wie gesagt handelt es sich hier um einen gespannten Vokal. Wenn wir diesen Vokal einzeln üben, können wir also die Lippen schön breit machen, wie wenn wir lächeln: [e:]. Lang: [e:]. Kurz: [e]. Allerdings, wenn wir in normaler Sprechgeschwindigkeit sprechen und nicht gerade buchstabieren, dann sprechen wir ja nicht nur einzelne Laute aus, sondern die Laute sind dann in Wörtern und Sätzen. Und dann haben wir auch nicht jedes Mal, wenn wir diesen Laut aussprechen, einen extrem breiten Mund. Ganz wichtig ist also die Position der Zunge. Bei der Aussprache dieses Lautes befindet sich die Zungenspitze vorn im Mund, hinter den unteren Schneidezähnen. Der vordere Zungenrücken ist nicht so weit oben wie bei den i-Lauten, aber trotzdem noch ziemlich weit oben, also in Richtung des Gaumens. Das bedeutet also, der Mund ist etwas mehr geöffnet, als bei den i-Lauten. Die Übung mit den breiten Lippen kann euch dabei helfen, eure Zunge in die richtige Position zu bringen. Beim normalen Sprechen übernimmt aber eben die Zunge die meiste Arbeit, um die Laute richtig zu produzieren. Also wenn man die Lippen dann zu breit macht, dann würde das unnatürlich aussehen. Beispielwörter mit dem langen, gespannten [e:]:

Um das erste Wort auszusprechen, müssen wir den Mund eben ein kleines bisschen weiter öffnen, wodurch die Zunge dann eben auch nicht mehr ganz so weit oben ist. Nochmal beide Wörter hintereinander. Und nochmal andersrum. Weitere Wörter mit dem langen, gespannten [e:]. Und vergesst nicht nachzusprechen!

Wenn euch die Aussprache von dem [eː] schwerfällt, dann macht ruhig wirklich mal diese Lächelübung, also die Lippen schön breit, und zwar nicht nur beim [eː] an sich, sondern auch bei den Konsonanten davor bzw. danach. Also auch [v] und [k] müssen bei dieser Übung lächelnd ausgesprochen werden. Wenn ihr das oft genug geübt habt, diese Lächelübung gemacht habt, dann versucht den Laut aber unbedingt auch nochmal ohne zu lächeln richtig hinzubekommen, da man die Lippen beim normalen Reden eben nicht so übertrieben breit zieht. Die Buchstabenkombinationen <ee> und <eh> werden in deutschen Wörtern, die keine Fremdwörter sind, mit diesem Laut ausgesprochen. Und in einigen Fremdwörtern auch. Zum Beispiel:

Die kurze Form ist: [e]. Derselbe Klang, In dem Namen der Stadt Venedig haben wir zweimal das gespannte E, wobei das erste kurz und das zweite lang ist: [veˈneːdɪç]. Und in vielen Funktionswörtern mit einem langen, gespannten E, reduziert sich dieser Vokal bei der Aussprache im Satz zu dem kurzen, gespannten [e], z.B. dem – aus [de:m] wird im Satz [dem]. Das wäre falsch. Das [e:], das gespannte [e:] in dem Wort [de:m], ist viel kürzer als in dem Wort Weg. Aus [de:n] wird [den]. Sie lebt in den USA. Das E in „lebt“ ist lang, das E in „den“ ist kurz. Eben – wenn wir das als Modalpartikel verwenden, dann sagen wir [ˈebʔm̩] oder [em]. Der Laut kommt eben oft in reduzierten Formen vor.

Kommen wir zum ungespannten e-Vokal. Der kann ebenfalls sowohl lang als auch kurz sein. Lang: [ɛ:], kurz: [ɛ]. Die Lippen sind hier nicht so breit wie bei den gespannten e-Lauten, die wir gerade eben behandelt haben. Die Zunge ist immer noch vorne im Mund, hinter den unteren Schneidezähnen. Der Zungenrücken ist aber jetzt deutlich tiefer und damit ist auch der Mund weiter geöffnet und der Unterkiefer weiter gesenkt. Wenn wir also mal vom [iː] über das [eː] zum [ɛː] gehen, dann öffnet sich der Mund immer weiter, der Unterkiefer senkt sich immer mehr und die Zunge senkt sich, also geht immer weiter nach unten. [iː] – [eː] – [ɛː]. Nochmal die beiden e-Laute – gespannt und ungespannt – im Kontrast: [eː] – [ɛː]. Das ungespannte, kurze [ɛ] brauchen wir für Wörter mit Ä, wie z.B.

Was das ungespannte, lange [ɛː] angeht, da gibt es eine Besonderheit. Wenn wir buchstabieren, dann sprechen wir auch hier den langen Vokal, wie immer beim Buchstabieren. Also für den Ä – [ɛː]. Wenn wir den A-Umlaut, also den Buchstaben Ä, aber in einem Wort haben, dann sprechen wir dort im modernen Deutsch in den meisten Regionen Deutschlands nicht mehr [ɛː], sondern [eː], den gespannten Vokal. Beispiel: das Mädchen – es ist weitaus üblicher, [ˈmeːtçn̩] zu sagen, als [ˈmɛːtçn̩]. Beide Varianten sind zwar richtig, aber die erste ist üblicher. Nur im südlichen deutschen Sprachraum ist die zweite Variante weiter verbreitet. Auch so. Ein anderes Beispiel: es gebe / es gäbe – Konjunktiv 1 und Konjunktiv 2; im größten Teil Deutschlands klingen diese beiden Formen gleich. In beiden Fällen ist der Vokal ja ohnehin lang und im zweiten Fall eben das Ä sprechen wir auch wie das E als gespannten Vokal. Auch diese Wortpaare klingen in weiten Teilen Deutschlands identisch.

Das heißt also, dass wir den langen Laut [ɛː] (den ungespannten langen Laut) im größten Teil Deutschlands nur noch aussprechen, wenn wir explizit den Buchstaben Ä meinen, also z.B. eben beim Buchstabieren oder in Abkürzungen. Und beim Buchstabieren ist es ganz wichtig, das E vom Ä zu unterscheiden. Schreibt man das mit E oder mit Ä? Nur um Missverständnisse zu vermeiden. Besonders wichtig ist aber wie bei allen Vokalen im Deutschen der Unterschied in der Länge. Nochmal andersrum.

Danke fürs Zuschauen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit!

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch sprechen & Deutsch besser verstehen | Deutsch lernen mit Serien

Hier analysieren wir einen Serienausschnitt im Hinblick auf Aussprache, Intonation und Sprechmelodie. Das ist eine effektive Übung, mit der ihr euer Hörverstehen verbessern sowie akzentfrei Deutsch sprechen lernen könnt. Der Ausschnitt stammt aus der 1. Folge der ZDF-Miniserie „Deutscher“. Wir analysieren ein kurzes Gespräch. Ulrike schlägt Eva vor, am Wochenende zusammen zu grillen, doch Eva ist bereits verabredet.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner. Heute analysieren wir, wie Deutsche wirklich sprechen. Wir schauen uns dazu eine kleine Szene aus der deutschsprachigen Mini-Serie „Deutscher“ an und gucken dann ganz genau auf die Intonation, d.h. die Sprechmelodie und Betonung sowie auf Reduzierungen, d.h. welche Wörter und Laute nicht mitgesprochen oder verändert werden. Das ist eine sehr sehr effektive Übung, die euch helfen wird, euer Hörverstehen zu steigern und auch selbst schneller zu sprechen, flüssiger zu sprechen, also locker und leicht auf natürliche Weise Deutsch zu sprechen.

So, was haben wir hier genau gehört? Ich schaue immer als erstes gerne auf die Intonation, weil das meiner Meinung nach ganz wichtig ist. Intonation, ja, also damit meine ich die Satzmelodie und die Betonung von Silben und Wörtern. Und da fällt mir hier als erstes auf, dass die Stimme am Ende weit nach oben geht. Auf dem Verb „grillen“ liegt also auch ganz klar eine der Hauptbetonungen. Außerdem höre ich hier noch eine weitere Betonung, hier, und noch lauter hier, auf dem Nomen „Wochenende“. So, zwei Hauptbetonungen. Wochenende und grillen. In vielen Lehrbüchern kann man lesen, dass es im Deutschen nur einen Satzakzent gibt, also nur eine Hauptbetonung, was aber einfach falsch ist. Das sehen wir ja eben hier. Sowohl „grillen“ als auch „Wochenende“ tragen hier jeweils eine der Hauptbetonungen. Sie sind beide gleich laut. So, wir haben hier übrigens ein schönes Redemittel: „Sag mal“ – eignet sich sehr gut, wenn man jemandem eine Frage stellen will, so um die Aufmerksamkeiten der Person zu kriegen. Hier höre ich tatsächlich ein [g], also den stimmhaften Laut, also kein [k], keine Auslautverhärtung, sondern wirklich [g] und das liegt wohl daran, dass diese Phrase zusammengehört, dieses Redemittel „Sag mal“. Außerdem haben wir hier zwei Reduzierungen. Das A ist nämlich kurz und das L spricht sie nicht mit. Auch hier wird natürlich das zweite L nicht mitgesprochen. Dann fällt hier dieses e-Schwa weg: „wollen“.

Und das Wort „wir“ wird hier auch reduziert. Das eigentlich lange, gespannte [i:] wird zu einem kurzen, ungespannten [ɪ] und das a-Schwa fällt weg. Und auch das nächste Wort wird reduziert. Das lange I hört man hier überhaupt nicht, ja, statt „vielleicht“ sagt sie „fleicht“. Das V sprechen wir hier ja in jedem Fall als [f], ja? So und aus „vielleicht“ wird eben „fleicht“. Und dann kommt es noch hier zur Verbindung dieser beiden Wörter, sodass man also dazwischen keine Pause hört und auch das T hier nicht aspiriert ist, sondern so ganz subtil: also nicht [th], sondern [t]. Okay, alles bis hierher dauert noch nicht einmal eine Sekunde. Und das ist normales muttersprachliches Sprechtempo. Und in all diesen Wörtern haben wir Reduzierungen bzw. Lautveränderungen oder -verbindungen. Aus „sag mal, wollen wir vielleicht“ wird „sag mal, wollen wir vielleicht“. Das liegt daran, dass all diese Wörter bis hierher Funktionswörter sind und unbetont sind bzw. nur eine Nebenbetonung tragen, ja, wir haben eine leichte Betonung auf „sag“ und auf „wollen“, weil das ja Verben sind, aber „sag“ gehört ja zu diesem Redemittel „sag mal“, hat also nicht die übliche Bedeutung, ja, man könnte das auch einfach weglassen. Und „wollen“ ist ein Modalverb, also ein Funktionswort. Dieser Teil bis hierhin zeigt meiner Meinung nach sehr sehr schön, dass wir im Deutschen nicht so sprechen, wie wir schreiben und daran seht ihr auch, wie wichtig es ist, solche Analysen zu machen.

Außerdem ist das ein sehr praktischer Satz, wie ich finde, um einen Vorschlag zu machen, also „sag mal, wollen wir vielleicht“ – ein praktisches Redemittel. Wir hören uns das nochmal an, dreimal hintereinander und dann mache ich eine Pause und in dieser Pause macht ihr bitte Shadowing, d.h. ihr sprecht das bitte dann direkt nach.

Jetzt haben wir hier das erste Wort, in dem es fast keine Reduzierungen gibt, da es eine der Hauptbetonungen hat: „Wochenende“. Achtet auf die Pause, also den Knacklaut hier zwischen den beiden Teilen, typisch deutsch, ja, das verbinden wir nicht. Das ist ja ein Kompositum, ein zusammengesetztes Nomen, ein Inhaltswort, stark betont, also beide Teile werden klar getrennt voneinander ausgesprochen, mit Knacklaut dazwischen. Ja, und auch in Inhaltswörtern kann es Reduzierungen geben, deswegen habe ich auch gesagt, fast keine. Hier wird nämlich auch wieder das e-Schwa getilgt. Am Ende dieses e-Schwa bleibt, ja, das können wir nicht tilgen, und natürlich, dieses CH hier sprechen wir mit dem Ach-Laut aus, das ist ganz klar, ja, also „Wochenende“. In dem Wort „zusammen“ haben wir wieder eine e-Schwa-Tilgung. Ihr habt schon gehört, jetzt auch von mir. Hier wird natürlich auch nur ein M gesprochen, so und dadurch kommt es zu einer progressiven Assimilation, ein schweres Wort. D.h. das M, das zuerst kommt, löscht sozusagen das N, das danach kommt. Ja, deswegen progressive Assimilation. Assimilation heißt Beeinflussung und progressiv heißt in die Richtung nach vorne, also vorwärts. Somit fällt also eine komplette Silbe weg. Statt „sammen“ hören wir nur „samm“. Diese Silbe „samm“ ist die betonte Silbe in dem Wort. Die letzte Silbe fällt wie gesagt weg und die erste ist unbetont. Das ganze Wort ist auch unbetont im Satz. Deshalb wird diese erste Silbe auch reduziert hier, aus dem Vokal [ʊ] zusammen, ja aus diesem Vokal [ʊ] wird ein e-Schwa und das ist auch nur ganz schwach zu hören: „zusammen“. Das Wort „grillen“ ist ja, wie wir am Anfang schon festgestellt haben, sehr deutlich zu hören, die Stimme geht weit nach oben, aber wie bei Verben im Infinitiv so üblich wird auch hier das e-Schwa getilgt und natürlich auch wieder nur ein L mitgesprochen, das ist ganz klar. Ansonsten kommt es aber hier zu keinen weiteren Reduzierungen. Machen wir jetzt also Shadowing mit der ganzen Frage.

In dieser Äußerung haben wir auch wieder zwei Betonungen. „Ich gehe jetzt gleich einkaufen. Deswegen.“ „Geh, einkaufen.“ Am Ende das Wort „deswegen“ – hier bleibt die Stimme so auf gleicher Höhe, d.h. weder steigende noch fallende Intonation. Das drückt so ein bisschen Verlegenheit oder Unsicherheit aus, weil sie hat ja gefragt, ob sie zusammen grillen wollen, aber irgendwie noch keine Antwort bekommen, also sie wartet quasi auf die Antwort. Bei dem Wort „ich“ am Anfang von Sätzen passiert hier etwas ganz Typisches, das könnt ihr euch merken für Sätze, die mit „ich“ beginnen. Nicht nur in diesem Fall, sondern generell. „Ich“ beginnt ja mit einem Vokal, nämlich mit einem kurzen, ungespannten [ɪ], also vor dem Vokal müssen wir einen Knacklaut artikulieren. Und hier haben wir eine regressive Assimilation, d.h. der ich-Laut, der ja hier nach dem Vokal kommt beeinflusst den Vokal, und zwar macht er aus dem ungespannten [ɪ] ein gespanntes [i]. Beim ich-Laut ist die Zunge ja ziemlich weit oben, der Mund ist nur ganz leicht geöffnet und bei dem gespannten [i] ist die Zunge in derselben Position. Beim ungespannten [ɪ] ist die Zunge nicht ganz so weit oben. Deshalb ist es einfacher mit dem gespannten [i], diese beiden Laute auszusprechen. Dieses Wort. Das ist allerdings nur ganz leicht zu hören dieses [i], wirklich ganz ganz kurz. Ja, also man könnte fast sagen, es ist quasi nur der Knacklaut, dann ein ganz ganz leichtes [i] und dann schon der ich-Laut. Danach kommt das Verb, das hat eine Betonung und dann kann man das auch nochmal besser hören, was ich erklärt habe, mit dem Verb zusammen. „Ich gehe“. Ja, hier sprechen wir natürlich das H nicht mit und ganz typischerweise wird hier auch das e-Schwa getilgt. Das machen wir fast immer bei Verben in der ich-Form. So, nun haben wir wieder Funktionswörter, also Reduzierungen. Aus dem Vokal Ä wird ein e-Schwa und das T am Ende fällt weg. Hier bleibt noch das [t͡s], also: „jetzt“. Das Wort „einkaufen“ betonen wir hier und da es mit einem Diphthong beginnt, haben wir hier auch diese Pause, diesen Knacklaut. Und natürlich wieder eine e-Schwa-Tilgung in der Infinitivendung. Außerdem haben wir wieder eine regressive Assimilation: dieses [k] ist ja ein velarer Laut, wird also am hinteren Gaumen gebildet und das [n] ist ja ein alveolarer Laut, wird also am vorderen Gaumen gebildet. Das passt also nicht zusammen. Deshalb wird hier nicht [n], sondern [ŋ] gesprochen, weil dieses [ŋ] auch wie das [k] velar, also am hinteren Gaumen gebildet wird. Ja, deswegen sagen wir auch „Bank“ und nicht „Ban-k“. Und dasselbe passiert auch am Ende von „deswegen“, nur dass es hier eine progressive Assimilation ist. Das velare [g] verursacht, dass das [n] auch zu dem velaren [ŋ] wird. Ja, damit sich unsere Zunge nicht bewegen muss, damit das alles am selben Ort ausgesprochen werden kann, in diesen beiden Fällen eben am hinteren Gaumen. Achtung, Shadowing.

Hier höre ich auch wieder zwei Betonungen, und zwar auf „sind“ und „ab“. Das Wort „wir“ ist hier zwar unbetont und dadurch natürlich sehr leise, aber nicht wirklich reduziert. Hier höre ich, dass die beiden Wörter verbunden werden, also kein [th], ja, keine Auslautverhärtung. Ich höre hier stattdessen ein sogenanntes lateral gelöstes D. Das erkläre ich euch mal gesondert in einem anderen Video. Ja, hier dieses D und das L, das verbindet sich miteinander und so entsteht eben so ein [dl]: „sind leider“. Also nicht „sind leider“, sondern „sind leider“, „sind leider schon“. Hier schön mit dem kurzen, ungespannten [ɔ]: „schon“. Sehr typisch. Merkt euch das also bitte, ja, so und dann haben wir ein Inhaltswort, das ist betont, genauer gesagt der Verbstamm, denn dieses Verb ist ja nicht trennbar, also betonen wir nicht das Präfix. Das Präfix ist unbetont und wird damit auch verkürzt. Hier ist nur ein a-Schwa. „ver-“. Dann hier eine leichte Pause, ein leichter Knacklaut, ja, ganz leicht, und dann die lauteste Silbe in dem Wort: „ab“, mit Auslautverhärtung, nicht reduziert, also kein [b], sondern ein stimmloses [p]. Und dieses stimmlose [p] macht tatsächlich auch das R, also den Laut [ʁ] stimmlos, wir haben also hier tatsächlich den ach-Laut [x]. Das ist auch ganz typisch. Nach stimmlosen Plosiven, wie z.B. [p] wird aus dem [ʁ] ein [x]. Okay, auch dieser Satz ist ja sehr praktisch, also machen wir auch damit Shadowing.

Ah! Ganz typische Melodie hier. Die Grundmelodie von jeder Äußerung im Deutschen. Machen wir mal ganz langsam. Aaaaaaaaah! Fallende Intonation. Und auch so: Wann denn? Ja, hier merkt man auch schön, dass wir auch in Fragen eine fallende Intonation haben. Nur in Entscheidungsfragen, also Ja-Nein-Fragen haben wir eine steigende Intonation, das haben wir ganz am Anfang gesehen: Wollen wir vielleicht am Wochenende zusammen grillen? Die möglichen Antworten sind Ja oder Nein. Und in Nachfragen, wenn wir etwas nicht verstanden haben, haben wir auch steigende Intonation. Was hast du gesagt? Wie heißt das nochmal? Aber sonst in der Regel fallende Intonation. Auch hier wieder: Samstag? Steigend, das ist nur eine Option und man könnte wieder antworten Ja oder Nein. Aber dann: Samstag oder Sonntag? Da geht die Stimme wieder runter, ja, durch das „oder“ ist es ja dann keine Ja-Nein-Frage mehr. Die Antwort muss dann entweder Samstag oder Sonntag sein. Also diese Melodie hier ist auch ganz ganz typisch für solche Auswahlfragen mit „oder“. Hoch oder runter? Ja oder nein? Du oder ich?

So, hier haben wir eine unbetonte Modalpartikel, der Vokal reduziert sich zum e-Schwa und natürlich wird jeweils nur ein N hier ausgesprochen. „Wann denn?“ Das T hier aspiriert sie nicht und sie spricht hier auch kein langes, sondern ein kurzes [a]. Und natürlich ein [k] wegen der Auslautverhärtung. „Samstag?“ „Samstag oder“ – mit ganz kurzem a-Schwa hier. Das Wort ist nicht betont, deshalb kurz und schnell. Deshalb ist auch dieses [d] hier sehr undeutlich sozusagen. Manche von euch hören hier vielleicht sogar ein gerolltes [r]. Ja so aber nicht mehrmals gerollt, sondern nur einmal. Man nennt das einen Flap. In der zweiten Option hier „Sonntag“ höre ich das T klar aspiriert und auch ein langes [a:]. Außerdem natürlich wieder ein [k] hier am Ende und nur ein N. „Sonntag“. Machen wir auch noch mit dieser Frage Shadowing.

Hier in der Antwort hört sich das Wort genauso an wie in der Frage. Hören wir uns jetzt das ganze Gespräch nochmal an und ich hoffe, dass sich das für euch jetzt gleich auch viel natürlicher anhört.

Wow, ich glaube, ihr gebt mir recht, wenn ich sage, dass man aus so einem kurzen Gespräch einfach wirklich eine Menge über die gesprochene deutsche Sprache lernen kann. Solche Analysen findet ihr übrigens auch in meiner Online-Akademie, der einzigen Lernplattform weltweit, die auf dieser Methode aufbaut. Um mehr darüber zu erfahren, klickt bitte auf den Link gleich hier unter dem Video.

Danke fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Aussprache CHEN | München – sprechen – Brötchen – bisschen | Deutsche Aussprache verbessern

Heute behandeln wir die Aussprache der unbetonten Silbe -CHEN in Diminutivformen (Verkleinerungsformen) sowie in Verben und Adjektivformen. Da der ich-Laut [ç], der ja auch in dieser Silbe enthalten ist, vielen von euch im Zusammenspiel mit anderen Lauten Schwierigkeiten bereitet, gebe ich euch auch 2 simple Lifehacks mit auf den Weg, wie jeder von euch Wörter mit der Silbe -CHEN wirklich gut aussprechen kann.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner!

Im heutigen Video lernt ihr, Wörter mit der Silbe -chen am Ende richtig auszusprechen. Es geht also um Diminutivformen, also Verkleinerungsform mit dem Suffix -chen, z.B.: Brötchen, es geht aber auch um Verben wie z.B.: sprechen oder Adjektivformen wie z.B.: solchen.

Wenn ihr eure deutsche Aussprache verbessern wollt, um auf natürliche Weise, klar und verständlich auf Deutsch zu kommunizieren, bzw. auch flüssiger und schneller Deutsch zu sprechen, dann wird euch dieses Video definitiv helfen. Abonniert auch bitte meinen Kanal und drückt auf die Glocke, um Benachrichtigungen zu aktivieren, da ich regelmäßig solche Videos wie dieses hier auf meinem Kanal veröffentliche.

Ihr solltet übrigens auf jeden Fall auch bis zum Ende dabei bleiben. Ich zeige euch nämlich zwei simple und super nützliche Lifehacks, damit ihr Wörter mit dieser Silbe, die ja auch den Laut [ç] enthält, problemlos wie ein Deutscher aussprechen könnt.

Wenn man im Wörterbuch Wörter mit dieser Silbe am Ende nachschlägt, dann findet man immer wieder diese Aussprache. Also 3 Laute, nämlich den Ich-Laut, das e-Schwa und den Laut [n], d.h. wir haben 2 Konsonanten und dazwischen ist eben das e-Schwa. Wenn ich diese 3 Laute getrennt voneinander ausspreche, dann klingt das so: [ç], [ə], [n]. Zusammen klingt das dann so: [çən]. Obwohl das e-Schwa ja im Wörterbuch dasteht, sprechen wir das hier in diesem Suffix in der Praxis in der Regel nicht aus, zum einen, weil das e-Schwa hier eben zwischen 2 Konsonanten ist und zum anderen, weil diese Silbe immer unbetont ist (dieses „-chen“) und in unbetonten Silben kommt es eben häufig
zu dieser sogenannten e-Schwa-Tilgung, wenn sich das e-Schwa zwischen 2 Konsonanten befindet, das bedeutet, dass es eben einfach nicht mitgesprochen wird. Im Endeffekt bleiben dann also nur noch der Ich-Laut und das [n] übrig und das klingt dann so: [çn].

Wie eben ja schon erwähnt, haben wir hier eine unbetonte Silbe. Das bedeutet, diese Silbe ist im Gegensatz zu den anderen Silben des Wortes sehr leise, sehr tief und man spricht sie sehr schnell aus: [çn]. Zum Beispiel: Märchen. Merkt ihr, wie leise und schnell sich diese Silbe anhört? Und es ist zwischen dem [ç] und dem [n] wirklich nichts zu hören. Sprecht bitte auch immer schön nach, wenn ich euch die Wörter vorspreche, ja, weil logischerweise nur vom Zusehen verbessert ihr ja eure Aussprache nicht.

Viele meiner Schüler haben Schwierigkeiten bei diesem Wort: sprechen. Wenn euch das auch schwerfällt, dann übt einfach beide Silben einzeln mehrmals hintereinander. Ruhig mehrmals, ja. Ruhig 10 mal. Und jetzt langsam beide zusammen. Und immer schneller.

Was auch vielen Schwierigkeiten bereitet, sind Wörter, bei denen diese Silbe nach den Lauten [ʃ] oder [s] kommt, zum Beispiel: Täschchen. Hier haben wir halt [ʃ] und [ç] direkt hintereinander. Dazu zwei Lifehacks: Erstens: eigentlich wie gerade eben schon, wir sprechen wieder beide Silben einzeln aus, bis wir sie dann zusammensetzen. Und so weiter, immer schneller. Zweiter Lifehack: Der Ich-Laut [ç] ist ja eigentlich die stimmlose Variante von dem stimmhaften Laut [j]. Stellt euch also mal vor, dass wir hier quasi „Täschjen“ aussprechen, wobei wir aber das [ʃ] ein bisschen länger machen. Also sozusagen ein langes [ʃ] und danach [j] – sehr kurz – und dann haben wir automatisch die Aussprache so, wie es eben richtig klingen soll. Und etwas schneller. Das ist genau die richtige Aussprache.

Dasselbe gilt, wenn wir vor dem -chen ein [s] haben, zum Beispiel: bisschen. Und auch hier können wir wieder beide Lifehacks anwenden. Ja, es kommt halt drauf an, ob euch das schwerfällt und einigen von euch, denen das eben schwerfällt, kann eben der erste Lifehack helfen, das richtig auszusprechen, für andere von euch wiederum wird der erste Lifehack vielleicht nicht so hilfreich sein, dann könnt ihr eben diesen zweiten Lifehack einfach mal versuchen.

Schauen wir uns mal noch diese Wörter hier an: Mädchen. Beide Aussprachevarianten sind korrekt. Brötchen. In beiden Fällen haben wir vor der Silbe -chen ein stimmloses T. Ja, auch im ersten Wort sprechen wir ja kein [d], sondern ein [t] wegen der Auslautverhärtung. Wenn ihr nicht wisst, was die Auslautverhärtung ist – eine der wichtigsten Regeln der deutschen Aussprache – alles, was ihr dazu wissen müsst, erkläre ich euch kurz und knapp in einem anderen Video, jetzt rechts oben eingeblendet und ich verlinke euch das Video auch hier unten. Schaut euch das bitte auch auf jeden Fall an.

So, also hier in diesen Wörtern mit T oder D vor der Silbe -chen haben wir eben in diesen beiden Wörtern die Kombination [t] und [ç]. Und dann passiert Folgendes: Vor dem [t] machen wir eine kurze Pause sozusagen, d.h. wir bilden einen Verschluss mit den Stimmlippen, hier und dann verbinden sich außerdem diese beiden Laute [t] und [ç] miteinander, nach dieser Pause. Hier ist die Pause und dann. Das gilt also für Wörter mit T oder D vor der Silbe -chen. Und es gilt auch für Wörter mit anderen sogenannten Plosiven, also Wörter mit P oder B, da haben wir ja dann den Laut [p] bzw. Wörter mit G oder K, da haben wir ja dann den Laut [k]. Zum Beispiel: Stäbchen. Wir machen also wieder eine kurze Pause nach dem Vokal und sprechen danach, nach dieser Pause, die beiden Laute [p] und [ç] verbunden aus, also [pç]. Hier sehen wir jetzt nur Wörter mit dem Buchstaben K vor der Silbe -chen. Ich konnte nämlich keine Wörter mit G finden, die hier passen würden. Und ja wir verbinden trotzdem wieder die beiden Laute. Ist ja im jeden Fall der Laut [k], also [kç].

Alles, was wir heute gelernt haben, gilt für die Standardsprache, also nicht für Dialekte. In einigen Regionen von Deutschland spricht man diese Silbe mit dem [ʃ] aus, also [ʃn]. Das macht man z.B. in weiten Teilen von Sachsen oder auch in Baden-Württemberg zum Beispiel.

Ja, ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dem Video einen Daumen nach oben geben könntet, wenn es euch gefallen bzw. geholfen hat. Das würde mir wirklich sehr helfen und würde mich auch wirklich sehr feuen.

Danke fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Sprachliche REDUZIERUNG von Endungen im Plural | Deutsch C2 C1 B2 B1

Sprachliche Reduktionen bzw. Reduzierungen sind ja, wie wir schon wissen, das A und O, wenn man akzentfrei Deutsch sprechen will. Daher behandeln wir auch heute wieder eine häufige Reduzierung im Deutschen. Konkret geht es um feminine Nomen mit den Endungen -UNG und -TION sowie deren Pluralformen -UNGEN und -TIONEN.

Alle Informationen finden Sie auch nochmal übersichtlich auf unserer Webseite zusammengefasst. Moment, alle und dann sollte ein Pluralwort kommen. Also alle Informationen, oder?

Und damit hallo und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle Fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und ihre deutsche Aussprache verbessern wollen. Und heute geht es uns eben um Nomen mit der Endung -TION und andererseits auch um Nomen mit der Endung -UNG.

Das erste, was man natürlich wissen sollte ist, dass diese Nomen immer Feminin sind. Also immer den Artikel die bekommen. Die Information, die Situation, die Position, beispielsweise. Das betrifft auch die Nomen mit der Endung -UNG, ja. Die Zeitung, die Hoffnung, die Rechnung und so weiter. Was man auch wissen sollte ist, dass die Pluralform von diesen Nomen immer -EN ist. Das heißt im Plural bekommen diese Nomen immer die Endung -EN, ja. Zum Beispiel eine Rechnung, zwei Rechnungen, eine Information, mehrere Informationen.

Jetzt habe ich das sehr sehr deutlich gesagt. Wirklich sehr sehr deutlich. Denn wenn ich normal sprechen würde, dann würde das so klingen: eine Information, mehrere Informationen. Habt ihr einen Unterschied gehört? Ich hoffe nicht, denn da war keiner. Ich habe nämlich beide Formen, das heißt sowohl die Singularform als auch die Pluralform gleich ausgesprochen und zwar so als wäre da gar keine Endung. Als wäre da gar nicht mehr die Endung -EN. Und das ist genau der Punkt. Wenn wir normal sprechen, das heißt, wenn wir nicht gerade unterrichten, oder eine Präsentation halten, oder besonders deutlich sprechen wollen, sondern wir sprechen einfach ganz normal. Dann sprechen wir die Singular- und Pluralform von Nomen mit der Endung -UNG, bzw. nun mit der Endung -TION gleich aus. Man hört also keinen Unterschied zwischen Singular und Plural.

Das heißt, das Beispiel am Anfang war völlig richtig. Alle Informationen finden Sie auf unserer Webseite. Alle Informationen, ja. Informationen. Warum ist das so? Dazu eine ganz ganz kurze Erklärung. Wir wissen ja eigentlich schon, dass wir die Endungen im Deutschen, diese Endungen -EN sehr oft, wenn wir normal sprechen, verschlucken sozusagen, ja. Jetzt zum Beispiel habe ich auch gesagt verschlucken und nicht verschlucken. Verschlucken sondern verschlucken, ja? Also sehr sehr verkürzt und auch verbunden mit dem Laut, der davor kommt. Und was passiert jetzt hier in diesen Nomen, die die Endungen -UNG, oder -TION haben? Na ja da haben wir ja am Ende auch den Laut [n]. Zum Beispiel in dem Wort Information und in allen anderen Nomen mit der Endung -TION, ja. Da haben wir am Ende [n]. Und wenn jetzt zu diesem [n] noch diese kurze, sehr sehr reduzierte, sehr stark reduzierte verkürzte verschluckte Endung [n] dazu kommt. Ja dann, dann können wir sie auch gleich weglassen, weil davor ja sowieso schon [n] ist, ja. Dann ist die Endung einfach nicht mehr zu hören.

Also eine Information, mehrere Informationen. Und etwas ähnliches passiert im Grunde bei Nomen mit der Endung -UNG, ja. Zum Beispiel eine Endung, mehrere Endungen. Auch kein Unterschied zu hören. Der einzige Unterschied, den wir ja jetzt hier haben im Vergleich zu den Nomen mit -TION am Ende, dass wir bei -UNG am Ende kein [n] eigentlich haben. Also nicht diesen Laut, der hier vorne gebildet wird [n], sondern [ŋ].
Ich kann meinen Mund öffnen. Das ist ein nasaler Laut. Das heißt der Mund kann geöffnet werden, die ganze Luft geht durch die Nase raus, ja. Wenn ich die Nase zumache, dann kann ich den Laut nicht aussprechen. Betrifft sowohl das [n] als auch das [ŋ], aber dieses [ŋ] wird zusätzlich noch hier hinten gebildet. Ist also ein Laut, der eher hier hinten entsteht und nicht vorne, ja. Und was passiert jetzt ganz einfach. Er verbindet sich auch mit dieser Endung, ja. Und die Zunge sagt sich einfach: ich bleibe lieber hier hinten in der Position und werde mir jetzt nicht die Arbeit machen für so eine unbetonte Silbe, für so eine Endung, die sowieso unbetont ist, sehr stark verkürzt wird. Dann werde ich jetzt nicht noch meine Position ändern und von [ŋ] zu [n] wechseln, wenn doch beide Laute sowieso ziemlich ähnlich klingen, ja. Deswegen bleibt die Zunge einfach in ihrer Position hier hinten und wir sagen eine Zeitung, eine Rechnung, oder eben auch mehrere Zeitungen, mehrere Rechnungen, mehrere Endungen, ja. Also merkt euch! Nomen mit der Endung -TION und nur mit der Endung -UNG klingen im Singular und im Plural völlig gleich.

Das war’s für heute, ich hoffe das Video hat euch geholfen. Wenn ja, würde ich mich natürlich freuen, wenn ihr einen Daumen nach oben geben könntet und meinen Kanal abonniert, gerne mit Benachrichtigungen. Klickt dazu einfach einmal auf abonnieren und dann noch auf dieses kleine Glöckchen. Dann bekommt ihr auch immer eine Benachrichtigung, wenn ich ein neues Video hochlade. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Intensives Hören: Lange und kurze Vokale

Im Deutschen gibt es ja bekanntlich lange und kurze Vokale. Daneben unterscheiden wir auch zwischen gespannten und ungespannten Vokalen. Bevor man seine Aussprache verbessern, also diese Unterschiede selbst produzieren kann, muss man erstmal in der Lage sein, diese beim Hören zu erkennen. Denn wie soll man etwas selbst sagen, wenn man es noch nicht mal hören kann? Deshalb habe ich für euch ein Aussprachetraining mit 100 Wörtern zum intensiven Hören vorbereitet. Eure Aufgabe ist es dabei, zu erkennen, ob die Vokale lang oder kurz bzw. gespannt oder ungespannt gesprochen werden. Ich wünsche euch viel Spaß beim Aussprachetraining und freue mich über euer Feedback in den Kommentaren!

    1. lachen – [a]
    2. spielen – [iː]
    3. Fühl mal! – [yː]
    4. wöchentlich – [œ]
    5. das Gen – [eː]
    6. die Cola – [oː]
    7. wir siezen uns – [iː]
    8. ich hoffe – [ɔ]
    9. Österreich – [øː]
    10. des – [ɛ]
    11. zu sehen – [ʊ]
    12. zusehen – [uː]
    13. wenn – [ɛ]
    14. die Löhne – [øː]
    15. sie redet – [eː]
    16. Köln – [œ]
    17. offen – [ɔ]
    18. die Rehe – [eː]
    19. verärgert – [eː]
    20. beschießen – [iː]
    21. der Kohl – [oː]
    22. sie nörgeln – [œ]
    23. der Minister – [ɪ]
    24. empfehlen – [eː]
    25. die Analyse – [yː]
    26. wen – [eː]
    27. die Mitte – [ɪ]
    28. das Koma – [oː]
    29. wegen – [eː]
    30. doch – [ɔ]
    31. Berlin – [iː]
    32. mürrisch – [ʏ]
    33. atmen – [aː]
    34. der Keks – [eː]
    35. lüften – [ʏ]
    36. gestern – [ɛ]
    37. die Züge – [yː]
    38. schlagen – [aː]
    39. die Hitze – [ɪ]
    40. vierzig – [ɪ]
    41. die Schnur – [uː]
    42. das Video – [iː]
    43. der Ort – [ɔ]
    44. das Ohr – [oː]
    45. wurden – [ʊ]
    46. die Größe – [øː]
    47. das Magazin – [iː]
    48. kühl – [yː]
    49. die Miete – [iː]
    50. die Bevölkerung – [œ]
    51. absolut – [uː]
    52. er kam – [aː]
    53. die Wörter – [œ]
    54. der Dienst – [iː]
    55. er schnurrt – [ʊ]
    56. treten – [eː]
    57. sitzen – [ɪ]
    58. die Kuhle – [uː]
    59. die Gothik – [oː]
    60. der Ruhm – [uː]
    61. der Fluss – [ʊ]
    62. Düsseldorf – [ʏ]
    63. das Herz – [ɛ]
    64. Italien – [aː]
    65. der Löffel – [œ]
    66. der Euro – [o]
    67. der Kamm – [a]
    68. übrig – [yː]
    69. benötigen – [ɪ]
    70. der Herd – [eː]
    71. der Bus – [ʊ]
    72. rüber – [yː]
    73. das Niveau – [oː]
    74. die Geste – [eː]
    75. die Mathematik – [a]
    76. groß – [oː]
    77. das Komma – [ɔ]
    78. der Fuß – [uː]
    79. übersetzen – [y]
    80. Prag – [aː]
    81. bröckeln – [œ]
    82. üppig – [ʏ]
    83. das Museum – [eː]
    84. mathematisch – [aː]
    85. das Öl – [øː]
    86. Benjamin – [iː]
    87. es tränt – [eː]
    88. worden – [ɔ]
    89. düster – [yː]
    90. die Gäste – [ɛ]
    91. Dresden – [eː]
    92. der Rum – [ʊ]
    93. sozial – [aː]
    94. sollen – [ɔ]
    95. fünf – [ʏ]
    96. die Asche – [a]
    97. der Opel – [oː]
    98. Hallo – [o]
    99. der Koch – [ɔ]
    100. das Alphabet – [eː]