Schlagwort-Archiv deutsch c2

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: REDUZIERUNG von Jahreszahlen | Akzentfrei Deutsch B1 B2 C1 C2

Jahreszahlen gelten als typischer Fall, wo es sich richtig anbietet, stark zu reduzieren. Wir reduzieren Laute und verbinden sie miteinander ja meist in Wörtern, die nicht zur Bedeutung eines Satzes beitragen, sondern eine grammatikalische Funktion erfüllen (sogenannte Funktionswörter) oder eben in Wortteilen mit dieser Eigenschaft. ⁠ Vor allem der erste Teil in Jahreszahlen („19…“) ist ja per se „unwichtiger“ als der zweite Teil, sodass wir eben den ersten Teil oft reduzieren. ⁠ 📌 Standardaussprache „neunzehnhundert…“: [ˈnɔɪ̯nt͡seːn ˌhʊndɐt] ⁠ 📌 Übliche Aussprache mit Reduzierung (wie im Video): [ˈnɔɪ̯nt͡sɐt] ⁠ 📌 Auch üblich (etwas weniger reduziert): [ˈnɔɪ̯nt͡sn̩hɐt] ⁠ 📌 Beispielsätze: ⁠ 1. Wann ist die Berliner Mauer nochmal gefallen? – 1989. ⁠ 2. Zwischen 1997 und 2014 haben Bund, Länder und Kommunen über eine Million Wohnungen an Konzerne verscherbelt. ⁠

Etwas verscherbeln = etwas zu einem sehr günstigen Preis verkaufen.

Transkript:

Wann ist die berliner Mauer noch mal gefallen? 1989. Was war das? 1989. Das ist eine typische Reduzierung im Deutschen.

Zwischen 1997 und 2014 haben Bund, Länder und Kommunen über eine Million Wohnungen an Konzerne verscherbelt.

 

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: Hörverstehen verbessern | Sätze für euren nächsten Skype-Call

Lernt, wie man schnell und authentisch sagt: „Ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden.“

Transkript:

Wenn also das nächste Mal auf Zoom oder auf Skype die Internetverbindung wieder nicht mitspielt, dann könnt ihr sagen: ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden. Ich hoffe das hilft.

VonBenjamin

3 Adjektive statt SEHR: Synonyme für LAUT, REICH, KALT | Wortschatz B2 C1

3 Synonyme: Adjektive statt „sehr“

  • wohlhabend: sehr reich
  • ohrenbetäubend: sehr laut
  • eisig: sehr kalt

Transkript:

Statt sehr reich könnt ihr sagen wohlhabend. Die Familie ist wohlhabend. Sehr laut ist ohrenbetäubend. Kannst du mal diese ohrenbetäubende Musik ausmachen? Sehr kalt ist eisig. Draußen ist es eisig. Der Kaffee ist eisig.

VonBenjamin

Auf DEUTSCH DENKEN, statt zu übersetzen | Fließend Deutsch sprechen

„Ich möchte Deutsch sprechen wie ein Muttersprachler. Wie kann ich auf Deutsch denken und nicht mehr ständig im Kopf aus meiner Muttersprache übersetzen?“ Dieser Frage gehen wir heute auf den Grund. Dabei gebe ich euch praktische Tipps an die Hand, wie ihr lernen könnt, auf Deutsch zu denken, sodass ihr eurem Ziel, fließend Deutsch sprechen zu können, wieder ein Stück näher kommt.

  • Stellt euer Handy, Tablet und euren PC auf Deutsch ein!
  • Benutzt einsprachige Wörterbücher!
  • Führt Selbstgespräche auf Deutsch!
  • Schreibt eure Einkaufslisten auf Deutsch!
  • Lernt etwas Neues nur auf Deutsch!
  • Macht Shadowing!

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Kennt ihr das Gefühl, dass ihr beim Deutschsprechen immer wieder aus eurer Muttersprache übersetzt? Wie man es schaffen kann, das zu vermeiden und dafür sorgen kann, auf Deutsch zu denken, darüber sprechen wir heute.

Und damit willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen. Na ja, heute geht es uns also um die Frage, was man tun kann, um nicht mehr ständig im Kopf zu übersetzen, wenn man Deutsch spricht. Diese Frage ist mir im Laufe der Jahre immer wieder von Deutschlernern gestellt worden und ich bin fest davon überzeugt, dass uns das alle in irgendeiner Weise betrifft, ja, also mich persönlich eingeschlossen, natürlich nicht, wenn ich Deutsch spreche, aber wenn ich eben Englisch oder Tschechisch spreche. Die meiste Zeit übersetze ich dann nicht aus meiner Muttersprache, also aus dem Deutschen, aber hin und wieder ertappe ich mich dann doch dabei. Also, das kommt einfach vor und meiner Meinung nach ist das ganz normal, nichts, worüber man sich ärgern sollte oder weswegen man deprimiert sein sollte und das ist mir an dieser Stelle ganz wichtig zu betonen, nämlich, dass auch ihr euch da nicht unnötig stressen solltet. Wenn ihr also das Gefühl habt, dass ihr nicht gut genug seid oder wenn euch das deprimiert, dass ihr eben oft noch im Kopf aus eurer Muttersprache übersetzt, wenn ihr Deutsch sprecht, dann entspannt euch erstmal, macht euch damit nicht fertig, weil es eben, wie ich ja eingangs schon sagte, einfach ganz normal ist. Das gehört dazu. Jeder von uns – und wenn er noch so gut und fließend Deutsch spricht – hat auch mal einen Gedanken in seiner Muttersprache, den er dann ins Deutsche übersetzt. Ja, man ist einfach auch mal müde, gerade wenn man einen schweren Tag hatte, oder gerade Stress auf Arbeit und so weiter und so fort, ja, dann schafft man es einfach nicht immer, sein Gehirn komplett auf Deutsch einzustellen und auf Deutsch zu denken. Das war mir an dieser Stelle wirklich ganz wichtig euch mitzugeben, weil es einfach nicht zum gewünschten Erfolg führt, ja, wenn man an eine Sache so negativ rangeht und das als etwas Schlechtes, Negatives betrachtet, dann macht man sich damit zu sehr fertig, das demotiviert einen dann und man gelangt in so einen Teufelskreis.

So, jetzt zu meinen Tipps, die ihr natürlich generell befolgen könnt, um eben möglichst nicht mehr bzw. nicht mehr so oft aus eurer Muttersprache zu übersetzen und stattdessen eben so oft es geht auf Deutsch zu denken. Was ich euch zu allererst empfehle, um euer Gehirn, euren Kopf dahingehend zu trainieren, ist, euch mit der deutschen Sprache zu umgeben. Der Begriff der Immersion spielt hier eine ganz wesentliche Rolle. Umgebt euch mit der deutschen Sprache, es muss nicht zwangsläufig den ganzen Tag sein, dann läuft man nämlich auch wieder Gefahr, dass man schnell aufgibt, weil es einen müde macht, wenn man sich zwingt, den ganzen Tag alles auf Deutsch zu machen. Viel effektiver ist es, wenn ihr z.B. jeden Tag nur eine bestimmte Zeit lang vollständig in die Sprache eintaucht. Wenn ihr es nicht jeden Tag schafft, dann legt euch 3-4 feste Zeiten pro Woche fest, ja, sagen wir beispielsweise jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 16 bis 18 Uhr, macht ihr alles auf Deutsch. Das heißt, deutsches Radio hören, einen deutschsprachigen Film schauen, ihr könnt auch was lesen, aber etwas zu hören, ist immer effektiver. Eine Kleinigkeit, die ich euch auch empfehle, ist, euer Handy, Tablet, euren Computer auf Deutsch einzustellen. Das dann natürlich nicht nur zu den festen Zeiten, sondern dauerhaft und wenn euch das zu viel ist, alle Geräte auf Deutsch einzustellen, dann entscheidet ihr euch eben nur für eins, ja, z.B. ich persönlich hatte sehr lange Zeit mein iPhone auf Tschechisch eingestellt, mein Computer war aber weiterhin auf Deutsch. Und es gab nie die Situation, dass da etwas auf meinem Handy angezeigt wurde, womit ich völlig überfordert gewesen wäre, weil man ja in der Regel eh alles intuitiv macht, an seinem Handy, von daher, ja, liest man das ja gar nicht alles aktiv, aber man nimmt das so passiv auf.

Das nächste, was ihr tun könnt, ist, einsprachige Wörterbücher zu benutzen. Also wenn ihr neue Wörter und Redewendungen antrefft, dann schlagt sie in einem einsprachigen Wörterbuch nach und eben nicht in einem zweisprachigen Wörterbuch. Dafür eignen sich natürlich die zahlreichen Online-Wörterbücher wie Duden oder DWDS, manchmal kann es aber vorkommen, dass die Erklärungen und Definitionen dort zu kompliziert sind. Deshalb empfehle ich euch tatsächlich das gute alte Wörterbuch in Papierform, und zwar genauer gesagt dieses hier: Langenscheidts Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Wie der Name schon sagt, ist das ein Wörterbuch, das extra für Deutschlerner wie euch zusammengestellt wurde, heißt, die Definitionen sind verständlicher als in den anderen Wörterbüchern und es wird auch auf Besonderheiten eingegangen, die eben für euch Deutschlerner relevant sind, spezielle Kollokationen, wichtige Hinweise zur Verwendung der Wörter usw. Wenn man das Wörterbuch kauft, bekommt man übrigens kostenlosen Zugang zur Online-Version dieses Wörterbuchs. Ich packe euch den Link zu diesem Wörterbuch unten in die Infobox.

Mein nächster Tipp ist: Führt Selbstgespräche auf Deutsch. Klingt merkwürdig, hilft aber ungemein. Also versucht einfach regelmäßig, wenn ihr über irgendwas nachdenkt, das kann ruhig was ganz Banales sein, z.B. was ihr einkaufen müsst oder was ihr noch zu erledigen habt, also versucht das einfach mal auf Deutsch zu machen und dabei eben laut zu denken, also mit euch selbst zu reden. So zeigt ihr eurem Gehirn, dass die deutsche Sprache in euren Alltag gehört und wenn ihr das häufiger macht, also beispielsweise über euren Einkauf immer wieder auf Deutsch nachdenkt, idealerweise dann damit verbunden auch die Einkaufsliste jedes Mal auf Deutsch schreibt, ja, dann gewöhnt ihr euch daran und euer Kopf stellt sich irgendwann automatisch auf Deutsch ein, wenn ihr das nächste Mal wieder über euren Einkauf nachdenkt.

Damit verbunden ist auch mein nächster Tipp: Lernt etwas Neues auf Deutsch und zwar nur auf Deutsch. Und damit meine ich nicht unbedingt was, was mit der deutschen Sprache unmittelbar zu tun hat, sondern einfach irgendwas, was euch interessiert. Ich gebe euch ein Beispiel: alle Kenntnisse, die mit Social-Media-Marketing zu tun haben und mit der Arbeit als Lehrperson auf YouTube und Instagram, habe ich mir auf Englisch angeeignet. Das heißt, jedes Mal, wenn ich darüber was Neues erfahren will oder einfach darüber nachdenke, fällt mir das alles auf Englisch ein. Es fällt mir tatsächlich sogar schwer, darüber auf Deutsch zu reden oder nachzudenken, weil dieses Thema in meinem Kopf einfach auf Englisch gespeichert ist. Also versucht es doch auch mal.

Der nächste Tipp: Macht Shadowing. Shadowing ist eine Methode, über die ich auf Instagram schon häufig gesprochen habe und in meinen Videos hier auf YouTube, in denen ich authentische gesprochene Sprache analysiere, wenden wir diese Methode auch regelmäßig gemeinsam an. Diese Videos blende ich euch jetzt oben rechts ein und verlinke sie euch auch unten in der Infobox. Shadowing ist kurz gesagt: Hören und Nachsprechen. Ihr nehmt euch ein kurzes Audio oder Video und sprecht einfach immer wieder denselben Satz 10-20 mal nach. Also: anhören, nachsprechen, anhören, nachsprechen. Immer wieder. So gewöhnt ihr euch an bestimmte grammatikalische Strukturen, Wörter, Redewendungen und beim nächsten Mal, wenn ihr Deutsch sprecht, fällt euch das direkt ein und ihr müsst nicht erst übersetzen. Das kann allerdings sehr mühsam sein, wenn ihr euch ein YouTube-Video beispielsweise nehmt und dann immer wieder nach jedem Satz Pause drücken müsst, um nachzusprechen und dann wieder zwei Sekunden zurückgehen, um wieder zu hören und nachzusprechen. Das ist echt mühsam und man verliert schnell die Lust. Daher habe ich in meiner Online-Akademie jede Menge Audiomaterial für euch zusammengetragen und füge auch immer mehr Audios hinzu, die ihr für diese Übung nutzen könnt. Diese Methode hilft euch übrigens nicht nur dabei, auf Deutsch zu denken und aufs Übersetzen zu verzichten, sondern auch flüssiger und natürlicher Deutsch zu sprechen. Ich zeige euch diese Methode mal in einem gesonderten Video.

Das soll es für heute erstmal gewesen sein. Wenn diese Tipps nützlich für euch waren, gebt dem Video doch bitte einen Daumen nach oben und schreibt mir doch bitte mal in die Kommentare, was ihr noch empfehlen könnt, was euch hilft, aber gerne auch, was euch schwerfällt, dann gehe ich darauf gern in zukünftigen Videos ein. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: Das soll es für heute gewesen sein! | Deutsch mit Benjamin

Das soll es für heute gewesen sein. Eine gebräuchliche Formulierung, mit der man im Deutschen eine Präsentation, einen Vortrag, eine Unterrichtsstunde o.Ä. beenden kann.

Transkript:

Hallo und willkommen bei 30 Sekunden deutsch bei Deutsch mit Benjamin. Eine sehr gebräuchliche Art eine Präsentation, einen Vortrag oder auch als Lehrer beispielsweise eine Unterrichtsstunde zu beenden, ist: das soll es für heute gewesen sein. Das soll es für heute gewesen sein. Betonung auf gewesen. Das soll es für heute gewesen sein heißt ganz einfach: wir sind fertig, der Vortrag ist zu Ende, die Unterrichtsstunde was auch immer ist zu Ende.

VonBenjamin

Deutsch lernen durch Hören mit Transkriptionen | Wortschatz C1 C2 | Deutsch lernen mit Nachrichten

Das Schreiben von Transkriptionen ist eine intensive und effektive Methode für alle, die gerne Deutsch lernen durch Hören. Mit dieser Methode könnt ihr euer Hörverstehen verbessern und euren aktiven Wortschatz erweitern. Sie hilft euch also auch, wenn ihr richtig Deutsch sprechen möchtet – wie ein Muttersprachler. Zudem könnt ihr damit das Schreiben auf Deutsch trainieren. In diesem Video korrigiere ich eine Transkription, die eine meiner Schülerinnen geschrieben hat. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einem Radiobeitrag aus der Sendung „mediasres“ vom Deutschlandfunk.

Es hat zwar gerade angefangen zu nieseln, aber das hält mich noch lange nicht davon ab, euch zu erklären, was wir heute eigentlich machen wollen. Also, hallo erstmal, liebe YouTube-Deutschlerner. Willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner unter euch, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen.

Ja, in meinem Video vergangenen Freitag hatte ich euch ja die Methode der Transkription vorgestellt. Ich habe euch ganz genau erklärt, was Transkriptionen eigentlich sind, wie sie funktionieren und warum ihr sie unbedingt anwenden solltet als Lernmethode gerade eben auf fortgeschrittenem Niveau. Also sagen wir so ab B2. Man kann Transkription natürlich auch schon vorher schreiben, aber dann sollte man eventuell nicht authentische Beiträge nehmen. Dann wäre es vielleicht besser, man nimmt sich Lernmaterial, also wirklich Material, was explizit für Deutschlernende erstellt wurde. Zum Beispiel von der Deutschen Welle, oder aus verschiedenen Lehrbüchern. Aber so effektiv ist die Methode eben eigentlich dann wirklich erst ab ungefähr B2, wenn man sich eben authentische Beiträge nimmt. Wie beispielsweise Podcasts, Videos, die eben nicht für Deutschlerner gemacht wurden, sondern für Deutschsprachige allgemein.

Wenn ihr dieses Video von letzter Woche noch nicht gesehen habt, dann schaut euch das auf jeden Fall an, bevor ihr euch das heutige Video zu Gemüte führt, da ich euch dort eben diese Methode erstmal ganz genau erkläre. Ihr gelangt zu diesem Video, wenn ihr jetzt oben rechts auf das Feld klickt. Und im heutigen Video möchte ich euch, wie versprochen, zeigen, wie ich eine Transkription, die eine meine Schülerin geschrieben hat, korrigiere und wie man dann damit weiterarbeiten kann und weiterlernen kann.

Ja, meine Schülerin ist Chinesin und sie hat sich einen Beitrag, einen ganz aktuellen Radio-Beitrag vom Deutschlandfunk ausgewählt, einen Ausschnitt rausgenommen, gleich den Anfang, diesen Ausschnitt transkribiert. Ich zeige euch jetzt ihre Transkription, dann werde ich sie vor euren Augen korrigieren und euch zeigen, was man damit noch tun kann, wie man damit weiterlernen kann. Dabei werdet ihr also euer Hörverstehen verbessern, denn wir hören uns natürlich erstmal den Beitrag zusammen an, ja. Und dann werden wir also ganz genau schauen, wir werden das korrigieren. Ihr werdet also eure Grammatikkenntnisse entsprechend auch vertiefen, euren Wortschatz erweitern. Also, wenn ihr fortgeschrittene Deutschlerner seid und das was für euch ist, dann bleibt auf jeden Fall dabei. Und ich würde mich natürlich auch freuen, wenn ihr meinen Kanal abonnieren würdet, am besten mit Benachrichtigungen, indem ihr auf die kleine Glocke drückt und auch dem Video einen Daum nach oben gebt, wenn es euch gefällt, wenn es nützlich für euch ist. Das würde mich sehr sehr freuen und würde mir auch sehr sehr helfen. So, wir hören uns jetzt gemeinsam den Beitrag an, bzw. ihr hört ihn euch an und in der Zwischenzeit gehe ich nach Hause und wir treffen uns wieder an meinem Computer.

Wenn man Transkriptionen korrigiert, muss man immer bedenken, dass die Fehler nicht unbedingt sprachlicher Natur sein müssen. Wenn ich etwas korrigiere, muss es also nicht immer automatisch heißen, dass es sich um einen sprachlichen Fehler handelt, sondern es kann auch einfach nur sein, dass es eben in dem Beitrag anders zu hören war. hier zum Beispiel hat die Schülerin einfach das Wort „auch“ nicht gehört oder vergessen. Der Satz wäre aber natürlich auch ohne dieses Wort korrekt. Allerdings gibt es hier einen sprachlichen Fehler – statt Konjunktiv 1 ist nämlich hier Konjunktiv 2 zu verwenden. Also: „Die Welt sähe anders aus.“ (Konjunktiv 2) Man könnte auch sagen: „Die Welt würde anders aussehen.“ Diese Form ist auch die häufiger benutzte Form. Konjunktiv 1 wäre:
„Die Welt sehe anders aus.“ Diese Form benutzt man zur Wiedergabe einer Behauptung oder Äußerung einer anderen Person. Das passt also in diesem Kontext nicht, d.h. hier erkennt man aus dem Kontext heraus, ob es sich um Konjunktiv 1 oder 2 handeln muss. Die Aussprache dieser beiden Formen unterscheidet sich nämlich in den meisten Regionen Deutschlands nicht. Zu diesem Phänomen habe ich bereits ein Video veröffentlicht – ich verlinke es euch unten in der Infobox und ihr könnt auch gerne jetzt oben rechts auf das Feld klicken, um zu diesem Video zu gelangen.

Hier sollten es Neuinfektionen sein – also ein Wort, ein Kompositum. Das ist so ein Wort, das man früher kaum benutzt hat und erst durch die Corona-Pandemie aktuell wurde. Das gilt auch für die 7-Tage-Inzidenz – das kann man jetzt immer wieder hören und lesen. 0 sollte man hier großschreiben, da es sich um ein Nomen handelt. Das sehen wir ja auch an der Präposition „bei“, die davor steht.

Traumhaft ist ein schönes Adjektiv – es bedeutet: sehr schön, wunderschön. Hier wurde im Beitrag der Plural benutzt. Also: Stimmen diese Zahlen? Hört mal genau hin, der Unterschied ist nur ganz leicht zu hören: Singular: Stimmt diese Zahl? Plural: Stimmen diese Zahlen? Ja, ganz leicht, aber doch.
„Was für eine Botschaft“, na, und dementsprechend auch: „was für ein Image“. Was für eine Botschaft vermittelt uns China durch diese Zahlen? Also wie sollen wir diese Zahlen interpretieren? Was bedeuten diese Zahlen? Was sollen wir von diesen Zahlen halten? Kann das wirklich stimmen? Ja, also eine Botschaft ist in diesem Kontext die Bedeutung, die wir verstehen sollen oder wie wir das interpretieren sollen, was jemand gesagt oder getan hat. Der Plural wäre hier: die Botschaften.

Und dann auch die Frage, was für ein Image hier vermittelt wird. Das Image – die Images. Das ist ein Anglizismus, also hier auf die Aussprache achten: Image – Images. Wegen der Auslautverhärtung nicht wie im Englischen [ˈɪmɪd͡ʒ], sondern mit dem stimmlosen Laut am Ende [t͡ʃ] – [ˈɪmɪt͡ʃ]. Und darunter versteht man das Bild bzw. die Vorstellung, die durch eine Handlung oder Äußerung entsteht. Also wie stellt sich China dar? Wie präsentiert sich das Land? Was für ein Image vermittelt es? Ja, ein Image vermitteln. Oder eben auch: eine Botschaft vermitteln.

Und wie wird dieses Image gepflegt? Also was tut China, damit es auch weiterhin dieses Image hat. Das Image pflegen = das Image aufrechterhalten. Hier sagt er nicht „mit“, sondern „in“. In Mediasres.

Mediasres ist ganz einfach der Name der Radiosendung. Dann hier, etwas sehr Schönes. Statt „auf dem“ sollte es „oft im“ sein. Oft im Zusammenhang. Diese Stelle hier ist ein tolles Beispiel, wo man gut sehen kann, wie man jetzt mit den Korrekturen weiterarbeiten kann, wenn man also eine Transkription geschrieben und dann korrigiert hat bzw. hat korrigieren lassen. Denn die Schülerin sollte sich jetzt z.B. überlegen: okay, wieso habe ich denn hier „auf dem“ verstanden? Ja, es klingt ja beides sehr ähnlich, aber ich will das ja in Zukunft richtig verstehen. Ja, und warum bin ich z.B. nicht von alleine drauf gekommen, dass der Satz irgendwie nicht richtig sein kann, so wie ich ihn transkribiert habe. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich ihn nicht richtig verstanden habe, also auch vom Sinn her. Und das wiederum liegt vielleicht daran, dass mir die Wörter oder die Grammatik in diesem Satz unbekannt ist. So, hier diese beiden, das ist nämlich eigentlich alles ein und derselbe Satz. Wir haben hier einen Relativsatz. Ja, das ist ein Stichwort, das oft im Zusammenhang mit Russland fällt. Ja, ein Stichwort ist ein Wort, das das Thema beschreibt, um das es geht oder ein Wort, das zum eigentlichen Thema überleitet. Wenn ich jetzt also sage: „Dieses Stichwort fällt oft im Zusammenhang mit Russland.“ – Dann bedeutet das, dass dieses Wort oft irgendwie in Verbindung mit Russland steht. Also das ist eine Kollokation: ein Stichwort fällt / ein Begriff fällt.

Das Stichwort „Desinformation“. Ja, das fällt oft im Zusammenhang mit Russland, d.h. wenn in den Medien eben über Desinformation berichtet wird, dann hat das oft was mit Russland zu tun. Kapazitäten – Plural. Der Unterschied ist auch sehr subtil. Hört ihr ihn? Offenbar baut China da seine Kapazitäten massiv aus. Offenbar baut China da seine Kapazität massiv aus. Zuerst habe ich den Satz mit dem Wort im Plural, dann im Singular gesagt. Ich sage es nochmal, zuerst Plural, dann Singular: Offenbar baut China da seine Kapazitäten massiv aus. Offenbar baut China da seine Kapazität massiv aus. Diese Pluralendung wird so ein bisschen verschluckt, ja, und das T ist in beiden Fällen, also im Singular wie im Plural in diesem Satz glottal, wird also nicht wie [t] ausgesprochen, sondern mit den Stimmlippen, hinten, ja, deshalb ist es schwer, diesen Unterschied rauszuhören.

Hier ist kein Artikel zu hören und es wäre hier auch falsch, einen Artikel zu benutzen. Es sei denn, es gäbe nur einen einzigen Korrespondenten in China. Desinformationskampagnen – auch Plural. „Derzeit“ ist ein Wort, ein Adverb. Das bedeutet: momentan. Auch etwas Interessantes. Er sagt nicht „zudem“, sondern „zunehmend“. Das heißt: „immer mehr“. „Zudem“ würde bedeuten „außerdem“ oder „auch“. Also er sagt: Das Problem beschäftigt uns zunehmend. Heißt: es beschäftigt uns immer mehr. Es wird immer relevanter für uns. Und dann könnte man sagen: Zudem beschäftigt uns die Frage, ob – bla, bla, bla. Hieße: Außerdem beschäftigt uns die Frage, ob – bla, bla, bla.

Hier haben wir wieder einen Fehler, wo meine Schülerin die Endung nicht richtig gehört hat, weil die auch wieder verschluckt wurde und eventuell eben auch weil sie nicht wusste, dass da überhaupt eine Endung sein müsste. Sonst hätte sie das ja stutzig machen müssen und dann hätte sie es wahrscheinlich selbst korrigiert. Also er sagt: mit etwas Grundsätzlichem. Und hier das gehört auch wieder zu ein und demselben Satz. Mit der Tatsache, dass es … Ja, „das ist“ und „dass es“ klingen oft gleich: [dəzəs]. Also dieses S in der Mitte kann stimmhaft sein und stimmlos. Das ist egal. Aber in beiden Fällen kann es… Beide Aussprachevarianten können diese unterschiedlichen Phrasen bedeuten. Ja, wenn ich also sage: [dəzəs] kann es „das ist“, oder „dass es“ bedeuten. Hier muss ich also auch wieder aus dem Kontext verstehen, was von beidem richtig ist. Hier also ein Nebensatz mit der Konjunktion „dass“, also: dass es in China ja seit Jahren keinerlei freie Presse mehr gibt. Keinerlei.

So, nun zuerst mal, wieso „mit etwas Grundsätzlichem“, also wieso großgeschrieben und wieso diese Endung? Im Nominativ wäre das: „etwas Grundsätzliches“. Ja, auch so: etwas Gutes, etwas Schönes. Und im Dativ ist das dann eben, z.B. „mit etwas Grundsätzlichem, mit etwas Gutem, mit etwas Schönem“. Im Akkusativ wäre es dann wieder wie im Nominativ und im Genitiv benutzt man das nicht, stattdessen würde man hier die Präposition „von“ mit Dativ benutzen. Also von etwas Grundsätzlichem, von etwas Gutem, von etwas Schönem.

Und „keinerlei“ – was ist das jetzt für ein komisches Wort? Das bedeutet, absolut kein oder überhaupt kein, überhaupt keine, ja? Dieses Wort wird nicht dekliniert, besteht also nur in dieser Form. Es gibt in China seit Jahren keinerlei freie Presse mehr. Also überhaupt keine freie Presse. Man könnte beispielsweise auch sagen: Darauf haben wir keinerlei Einfluss. Also überhaupt keinen Einfluss.

Dieser ellenlange Satz ist nahezu  einwandfrei transkribiert worden, also wirklich Spitzenleistung. Jetzt bin ich mal ein kleiner Krümelkacker, also sehr pingelig, übertrieben genau, ja, weil hier ein paar Kommas fehlen. Hier dieses „ja“ ist keine Modalpartikel, sondern so etwas wie „ähm“, also so ein Füllwort, das man im Deutschen oft benutzt, wenn man überlegt, während man spricht. Na ja, und dann schreibe ich das hier mal ein bisschen getrennt, denn wir haben ja hier eigentlich so was wie einen Versprecher. Er beginnt ja hier mit diesem Nebensatz mit der Konjunktion „dass“, dann überlegt er, wie er den Satz fortführen soll, deswegen sagt er halt auch dieses Füllwort, dieses „ja“ und dann ist der Satz zu lang, er korrigiert sich quasi, oder besser gesagt, er bricht einfach diesen Satz ab und beginnt dann neu. Hier sieht man also auch sehr schön, wie deutsche Muttersprachler sich selbst korrigieren, wenn sie sich versprochen haben.

Vielleicht noch hierzu: medial bedeutet über die Medien. Ja, also alles, was in China medial verbreitet wird, also über die Medien verbreitet wird. Und nach außen heißt ins Ausland. Also Nachrichten, die von China nach außen verbreitet werden, also ins Ausland verbreitet werden.
Was auch interessant ist, ist hier dieses „eben“ – eine sehr häufig benutzte Modalpartikel. Und ich lege euch sehr ans Herz, sie auch zu benutzen. Sie kann viele Bedeutungen haben. In diesem Fall drückt man damit aus, dass eine genauere Erklärung, Zusammenfassung oder Schlussfolgerung folgt. Wenn ihr also jemandem was erklärt oder erzählt und dann wollt ihr das nochmal so kurz und knapp zusammenfassen, was ihr gesagt habt, oder eine Schlussfolgerung oder die Konsequenz davon sagen, dann könntet ihr sagen: Das bedeutet eben, dass … Oder ja, das alles, was ich jetzt gesagt habe, das gilt eben auch für …

Jetzt habe ich euch z.B. die Bedeutung dieser Modalpartikel erklärt und jetzt könnte ich auch nochmal zusammenfassen: Das bedeutet eben, dass das Wort oft benutzt wird. Deswegen empfehle ich euch eben, das auch zu benutzen. Auch hier haben wir eine partikelhafte Phrase, nämlich „gerade noch so“ oder auch „gerade so“. Und das bedeutet: „fast nicht mehr“. Zum Beispiel: Wir haben den Zug gerade noch so geschafft. Also beinahe hätten wir ihn verpasst. Oder in Bezug auf unseren Beitrag hier: Dieser Bericht wurde von der Regierung gerade noch so toleriert. Also er wäre fast nicht mehr toleriert worden, bzw. zugelassen worden. Er war für die chinesische Regierung eben an der Grenze dessen, was sie noch tolerieren.

Hier bin ich wieder ein Krümelkacker, ja, man hört das „und“ nicht als [ʊnt], also hier sieht man auch sehr schön, dass dieses Wort oft [ʔn] ausgesprochen wird. Hört mal genau hin. Und auch hier wieder die Modalpartikel „eben“. Er benutzt sie hier wieder, um das zuvor Gesagte zusammenzufassen, ja, weil ja vor einer Weile schon auch Russland beispielsweise erwähnt wurde.

Dort gibt es ja nach wie vor eine kleine, aber eben sehr wohl vorhandene Zivilgesellschaft, die es dann eben doch schafft, sich eine Stimme zu verschaffen. Hier könnte man den Satz auch schon beenden und dann einen neuen Satz beginnen. Das ist aber hier auch so okay.

Was haben wir jetzt hier? Vielleicht erstmal „nach wie vor“, ja, das bedeutet nichts anderes als „immer noch“, „bis heute“, „weiterhin“, ja? Jetzt wird es schon spannender: „sehr wohl“ und „vorhanden“. „sehr wohl“ heißt „definitiv“. Damit kann man die Richtigkeit einer Äußerung betonen. Wenn euch beispielsweise jemand fragen würde: „Hey, du möchtest doch nicht etwa mit dem lernen aufhören?!“ Dann könntet ihr reagieren und sagen: „Nein! Wie kommst du denn darauf? Ich möchte sehr wohl weiterlernen!“ Man könnte dieses „sehr wohl“ auch einfach weglassen, aber wenn man das eben so sagt, dann betont man eben, dass man wirklich weiter lernen möchte.

Ja, und „vorhanden“ heißt „existent“. Also wenn etwas vorhanden ist, dann heißt es, dass es das gibt. In Russland gibt es eine kleine, aber sehr wohl vorhandene Zivilgesellschaft, die … Also diese Zivilgesellschaft, von der da die Rede ist, ist zwar klein, aber es gibt sie. Und obwohl sie so klein ist, schafft sie es doch, sich eine Stimme zu verschaffen. Die Modalpartikeldoch“ bedeutet hier „entgegen der Erwartung“. Wenn ihr also beispielsweise eine Party feiert und euer bester Freund hat abgesagt und am Ende kommt er doch zu euch, er hat es sich anders überlegt, er hat es doch geschafft, dann könnt ihr eben auch sagen: „Toll, du bist ja doch noch gekommen!“

Und zurück zu dieser Zivilgesellschaft: sie ist zwar sehr klein, aber sie schafft es doch, sich eine Stimme zu verschaffen. „Doch“ ist hier auch so ein bisschen so ein Synonym für „trotzdem“, ja, sie schafft es doch, sich eine Stimme zu verschaffen, mit Dativ, ja, also sie schafft es, eine Stimme zu bekommen, gehört zu werden, sich durchzusetzen. Eine ähnliche Bedeutung hat auch die Kollokation „sich Gehör verschaffen“.

Wie ihr sehen könnt, kann man durch das Schreiben von Transkriptionen wahnsinnig viel lernen. Es ist eine zeitintensive, aber umso effektivere und daher empfehlenswerte Methode, wenn ihr eurem Deutsch einen ordentlichen Schub verpassen wollt. Falls euch dieses Video weitergebracht hat, gebt doch bitte einen Daumen nach oben. Weitere Videos wie dieses seht ihr, wenn ihr meinen Kanal abonniert. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Deutsch verbessern mit Transkriptionen | Deutsch lernen durch Hören | Deutsch für Fortgeschrittene

Wie kann ich schnell große Fortschritte beim Deutschlernen erzielen? Diese Frage erreicht mich beinahe täglich. Im heutigen Video möchte ich euch eine intensive, aber auch sehr effektive Methode vorstellen, mit der ihr euer Deutsch verbessern bzw. vielmehr eure Deutschkenntnisse perfektionieren könnt und die auch erheblich dazu beigetragen hat, dass ich mein Englisch und mein Tschechisch perfektionieren konnte. Eine Methode, mit der ihr gleichzeitig an drei Kompetenzen arbeitet. Mithilfe von Transkriptionen könnt ihr nämlich nicht nur besser auf Deutsch schreiben lernen, sondern auch euer Hörverstehen verbessern, euren aktiven Wortschatz erweitern und somit letztendlich auch besser Deutsch sprechen.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Eine Frage, die mich beinahe täglich erreicht, ist: Wie kann ich schnell große Fortschritte beim Deutschlernen erzielen? Keine Angst: das hier soll nicht das 1000. Video werden, in dem euch jemand 10 Minuten lang erklärt, dass man die Sprache sprechen, also aktiv benutzen muss, um besser zu sprechen. Oder dass man regelmäßig lernen, also am Ball bleiben soll. Ich gehe mal davon aus, dass das offensichtlich ist und dass ihr das auch schon mehrfach gehört habt. Nein, ich möchte euch heute eine intensive, aber auch sehr effektive Methode vorstellen, mit der ihr eure Deutschkenntnisse perfektionieren könnt und die auch erheblich dazu beigetragen hat, dass ich mein Englisch und mein Tschechisch perfektionieren konnte. Eine Methode, mit der ihr gleichzeitig an drei Kompetenzen arbeitet, nämlich Hören, Schreiben und auch Sprechen. Wenn das was für euch ist, dann bleibt dran. Außerdem, wenn euch meine Videos gefallen, abonniert doch bitte meinen Kanal, klickt auch auf die kleine Glocke neben dem Abonnieren-Button und gebt dem Video einen Daumen nach oben. Das würde mich wirklich sehr sehr freuen und würde mir auch wirklich sehr sehr helfen.

So, was ist denn das jetzt also für eine so wahnsinnig effektive Methode, die einem bei der Verbesserung seines Hörverstehens, seines mündlichen Sprachvermögens und seiner Schreibfertigkeiten hilft? Ja, und zwar geht es um Transkriptionen. Ich möchte euch erklären, was das eigentlich ist bzw. wie das eben funktioniert und auch wie es mir also mit meinen Fremdsprachen geholfen hat. Transkriptionen zu schreiben, das ist wirklich eine Methode, eine Übung, die ich immer wieder angewendet habe, sowohl in Englisch als auch in Tschechisch, die mich eben unglaublich weitergebracht hat. Im Prinzip ist die Übung ganz einfach und ich gehe jetzt auch einfach mal davon aus, dass ihr wisst, was eine Transkription ist. Also ganz kurz gesagt: man hört sich was an und schreibt einfach alles auf, was man hört. Man transkribiert gesprochene Worte. Man nimmt sich einfach ein Video oder Audio und schreibt dann eben alles auf, was man hört. So, das kann einem ja offensichtlich helfen, besser zu schreiben. Aber eben wie schon gesagt nicht nur das, sondern man erhöht damit eben auch ganz erheblich sein Hörverstehen. Ja, weil, um alles, was man da im Video oder Audio hört – und damit meine ich buchstäblich alles – aufzuschreiben, muss man ja wirklich ganz genau zuhören. Und das ist eben gleichzeitig auch der Grund, warum man dadurch auch übt, sich mündlich besser auszudrücken, flüssiger zu sprechen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht: „Moment, ich sitze da. Ich höre mir irgendetwas an.“ Ja, das kann übrigens alles mögliche sein, das kann ein Audio-Podcast sein, irgendein Video von YouTube, eine Nachrichtensendung, eine Szene aus irgendeinem Film – ja, das ist ganz egal, was das ist. Eine Sprachnachricht von einem Freund, alles mögliche. Und wenn ihr euch jetzt fragt: „So, und ich schreibe das einfach auf. Wie soll ich denn dabei besser sprechen lernen?“ Ganz einfach: wenn ihr die Transkriptionen macht, dann müsst ihr ja wie schon gesagt ganz genau darauf achten, dass ihr das alles ganz exakt Wort für Wort zu Papier bringt. Also ihr müsst wirklich das ganze Gesprochene, was ihr da hört, wirklich transkribieren. Das heißt nicht nur zusammenfassen, sondern wirklich Wort für Wort alles aufschreiben. Und dazu ist es wiederum nötig, dass ihr euch dieses Video – oder Audio, je nachdem – mehrfach anhört, ihr müsst mehrfach hinhören, damit ihr wirklich jedes kleine Wörtchen, auch die kleinen Modalpartikeln wie z.B. „ja“, „eben“, „doch“, „mal“ usw. ja, und solche kleinen, ja, auch jede kleine Endung… Damit ihr das wirklich richtig gut versteht, ist es einfach nötig, mehrfach hinzuhören und durch dieses mehrfache Hören, was ihr ja automatisch dann tun müsst, damit es eben richtig alles aufgeschrieben ist, automatisiert sich das. Es prägt sich in eure, ja, in euer Gehirn ein, genauso wie es das bei Kindern tut. Kleine Kinder, die ihre Muttersprache lernen, ja bloß, dass die dafür natürlich viel länger brauchen. Die brauchen dafür 5-6 Jahre, bis sie ihre Muttersprache richtig beherrschen. Und mit 6 Jahren hat man in der Regel auch noch nicht das Sprachniveau C1 in seiner eigenen Muttersprache erreicht. Das heißt, wenn ihr also jetzt in Richtung C1 unterwegs seid oder sogar C2, dann habt ihr ja eigentlich zum Ziel, besser zu sprechen, euch besser auszudrücken als ein sechsjähriges Kind. Und mit Transkriptionen könnt ihr diesen Prozess eben schneller ablaufen lassen.

Ihr könnt 3 wichtige Fertigkeiten trainieren und üben und das Ganze in weitaus kürzerer Zeit, als Muttersprachler das tun, da man eben, wenn man Transkriptionen schreibt, diesen Prozess, der sich normalerweise über mehrere Jahre erstreckt, sozusagen künstlich beschleunigen kann. Ja, je öfter man diese Übung macht, desto besser. Ich muss auch dazu sagen, dass das in den wenigsten Sprachkursen oder auch YouTube-Videos so empfohlen bzw. unterrichtet wird, also von dieser Methode hört man da eigentlich kaum was und ich kann das nicht nachvollziehen, da diese Methode wirklich wahnsinnig effektiv ist und als ich noch selbst an Sprachschulen unterrichtet habe, habe ich das auch schon immer mit meinen Schülern angewandt. Der Trick oder, Trick – es ist ja eigentlich kein Trick, nichts Magisches – das Wesen oder das Prinzip, auf dem diese Übung beruht, ist ganz einfach: dadurch, dass man alles aufschreiben will, muss man mehrmals zuhören, ja, es kann durchaus sein, dass ihr bei einem einzigen, vielleicht auch ganz kurzen Satz, 8 mal zuhören müsst, weil er einfach unheimlich schnell gesagt wird oder die Laute reduziert werden, ja, und dadurch, durch dieses mehrfache Hören, zu dem ihr ja dann eben gezwungen seid, ja, desto mehr verarbeitet das Gehirn, was man hört. So taucht man in die Sprache ein, merkt sich neue Strukturen viel besser und benutzt sie schlussendlich dann eben auch selbst beim Sprechen. Das heißt, das hilft einem z.B. auch unheimlich dabei, komplexere grammatikalische Strukturen zu verinnerlichen.

Wenn man sich z.B. 10 mal einen Satz anhören muss im, sagen wir mal, Konjunktiv 2 Vergangenheit Passiv mit Modalverb oder so was, ja, also man hört sich das wirklich 10 mal an, weil man immer wieder, ja, das einfach wiederholen muss, um wirklich alles zu Papier zu bringen, dann verarbeitet das Gehirn diese Struktur und es fällt einem später wesentlich leichter, das selbst auch zu benutzen, wenn man spricht. Es hilft auch erheblich dabei, die Modalpartikeln besser zu verstehen bzw. deren Bedeutung wirklich in vollem Umfang zu erfassen, zu begreifen, ja, und die dann eben auch selbst beim Sprechen zu benutzen. Weil diese Modalpartikeln sind ja auch ganz wichtig, da sie zur deutschen Sprache dazu gehören und ja nicht einfach nur überflüssige Füllwörter sind, sondern wirklich auch eine Bedeutung haben.

Intonation spielt da eine ganz wichtige Rolle. Ja, kurzum: das alles kann man, wenn man Transkriptionen schreibt, eigentlich üben. Bei Transkriptionen macht man dementsprechend übrigens oft auch die gleichen Fehler wie beim Sprechen. Wenn man es also schafft, bestimmte Fehler in Transkriptionen zu vermeiden, wird man sie auch beim Sprechen nicht mehr machen. So, jetzt habe ich euch umfassend erläutert, wie die Methode funktioniert, worauf sie beruht. Aber natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt: es gibt auch einen Nachteil: die Übung ist nämlich ganz schön zeitintensiv. Ja, das könnt ihr sehen, wenn ihr euch z.B. das Transkript zu diesem Video hier anguckt, dann wäre das mehrere Seiten lang und das Video hier ist ja aber relativ kurz, ja, also ich rede ja hier nicht eine Stunde oder so. Ja, d.h. so eine Transkription zu schreiben, kann bei einem Video von 20 Minuten Länge schon mal 3-4 Stunden dauern. Und das ist ja nicht so attraktiv, ne? Deswegen sollte man sich – und das ist ein Tipp, den ich euch hier gebe – immer nur ein kurzes Video oder Audio nehmen oder – wenn es länger ist – dann nur einen Ausschnitt. Und da reichen oftmals wirklich schon Videos oder Audios oder eben Ausschnitte daraus von 1-2 Minuten Länge. Das klingt jetzt erstmal wenig, aber de facto braucht ihr für die Transkription dann bestimmt eine halbe Stunde. Und eine halbe Stunde, um an seinen Deutschkenntnissen zu arbeiten und – wie schon gesagt – an drei Fähigkeiten, ja, also Hören, Sprechen, Schreiben – ja, mit einer halben Stunde ist man da, glaube ich, schon ganz gut dabei und kann da wirklich was erreichen, wenn man das regelmäßig tut, versteht sich.

Also entweder nehmt ihr kurze Beiträge, empfehle ich euch zumindest, oder bei längeren Beiträgen wählt ihr euch eben nur einen kleinen Ausschnitt aus, vielleicht etwas, wo ihr vielleicht nicht so gut verstanden habt, wo ihr wirklich Probleme hattet. Wählt euch natürlich bevorzugt nicht was aus, wo ihr schon alles und jedes einzelne Wort verstanden habt. Sondern nehmt euch lieber was, was ihr nicht so gut verstanden habt oder wo schwierige Wörter drin vorkamen oder komplexe grammatikalische Strukturen, wo ihr gehört habt und gedacht habt: „Oh Gott, das würde ich so niemals sagen.“ Ja, dann setzt euch hin und transkribiert das. Und dann hilft es euch wirklich, diese Strukturen, diese Wörter zu automatisieren. Das prägt sich wie gesagt so besser ein, als wenn ihr das einfach nur lest und fertig. Ja, dann auch ganz wichtig: ihr solltet immer nur Beiträge transkribieren, die für euch interessant und relevant sind. Also warum sollte man z.B. einen politischen Nachrichtenbeitrag transkribieren, wenn man es eigentlich hasst, über Politik zu reden, und man das auch gar nicht braucht? Ja, also relevante und interessante Beiträge. Das ist bei jedem natürlich anders, also das kann man nicht pauschalisieren. Manche von euch, die in Deutschland leben, haben vielleicht Schwierigkeiten, Leute zu verstehen, die einen Dialekt sprechen, also vielleicht lebt ihr in einer Region, wo ein Dialekt mit einer sehr markanten und vom Hochdeutschen stark abweichenden Aussprache gesprochen wird, ja, dann könnte es nützlich sein, irgendwas in dem jeweiligen Dialekt zu transkribieren, z.B. von einem Politiker, also die Politiker in den Landtagen, also den Parlamenten der Bundesländer, sprechen auch im Dialekt, ja, aber wie gesagt, relevant und interessant muss es sein, für euch, also das ist eben bei jedem anders. Achtet auch drauf, dass ihr was transkribiert, was euch auch herausfordert. Ich meine, es wäre einfach unsinnig und Zeitverschwendung, z.B. Hörtexte aus einem A1-Lernbuch zu transkribieren oder irgendeinen medizinischen Podcast auf, D1-Niveau, sage ich jetzt mal, es sei denn, ihr seid Ärzte, ja, aber wählt euch Beiträge, bei denen ihr schon den Großteil versteht, wo es aber trotzdem noch Teile gibt, die ihr nicht so gut versteht. Oder vielleicht sind euch in einem Teil komplexe Satzstrukturen oder neue Wörter und Redewendungen aufgefallen, oder es wird sehr schnell gesprochen, ja, das wäre eine gute Grundlage, um eine Transkription zu schreiben. Dann empfehle ich euch auch immer, authentische Beiträge wie Sprachnachrichten von Freunden, Fernsehsendungen, Radionachrichten, Filmszenen, Interviews, Vorträge usw., ja, alles mögliche, aber eben authentische Beiträge zu transkribieren. Lehrbuchtexte versteht man meistens besser und die sind meistens nicht so gut geeignet, weil wie ein Lehrbuchsprecher möchte ja keiner reden. Also Videos oder Audios aus dem echten Leben – das ist auch ganz wichtig.

Und der letzte Tipp, den ich euch hier mit auf den Weg geben will, ist: Lasst eure Transkriptionen von einem Lehrer oder Muttersprachler korrigieren. Die Zeit, in der ihr alles alleine schafft, ist vorbei, ja, ihr habt jetzt ein Niveau erreicht, wo es einfach … Also wenn ihr wirklich besser werden wollt, dann braucht ihr einfach jemanden, der euch unterstützt. Gerade bei Transkriptionen werdet ihr immer wieder viele Fehler machen, es sei denn, ihr transkribiert A1-Lehrbuchdialoge, aber das wäre ja dann wie gesagt Quatsch. Ja, ihr werdet Fehler machen und diese Fehler sind ja auch total wichtig, weil man ja nur so überhaupt was Neues lernen kann! Aber um die Fehler zu nutzen, braucht ihr halt jemanden, der euch darauf aufmerksam macht. Also man kann das durchaus auch selber korrigieren. Wenn ihr z.B. einen Podcast transkribiert und das Transkript online verfügbar ist, ist das schon ein Vorteil. Aber das Ding ist: es ist oft so, dass in solchen Transkripten dann nicht alle Wörter stehen, weil sie ja nicht für Deutschlerner gemacht wurden, sondern für alle Leute, die einfach Deutsch sprechen und dann geht es ja in diesen Transkriptionen nicht darum, alles wortwörtlich aufzuschreiben, d.h. es werden dann ganz oft z.B. Sätze verkürzt oder teilweise wird auch der ein oder andere Satz oder z.B. Versprecher, ja, wenn sich jemand versprochen hat oder so, dann wird das weggelassen, einfach damit sich der Text dann besser lesen lässt. Das Gleiche gilt übrigens für Untertitel bei Filmen oder auch vielen Videos auf YouTube, dass die nicht wortgetreu sind, sondern dass die sich dann eben oft von dem, was da tatsächlich wortwörtlich gesagt wurde, unterscheiden. Wenn ihr authentische Beiträge transkribieren wollt, dann lege ich euch meine Online-Akademie ans Herz. Dort arbeiten wir nämlich ausschließlich mit authentischem Material und es gibt zu allen Beiträgen auch immer ein wortgetreues Transkript, mit dem ihr kontrollieren könnt und natürlich habt ihr dort auch die Option, euch einen persönlichen Lehrer noch zu buchen, wenn ihr möchtet. Infos zu meiner Akademie findet ihr auf meiner Webseite – der Link ist unter dem Video.

Nächsten Freitag werde ich hier auf meinem YouTube-Kanal dann ein Video veröffentlichen, in dem ich eine Transkription von einer unserer Schülerinnen korrigiere und euch zeige, wie man dann konkret auch damit lernt. Um dieses Video nicht zu verpassen, aktiviert am besten Benachrichtigungen, indem ihr auf das Glöckchen hier unten klickt. Und wenn ihr das heutige Video nützlich und interessant fandet, dann gebt doch bitte einen Daumen nach oben. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch mit Serien: Dark (Netflix) | Aussprache, Sprachmelodie & Hörverstehen verbessern

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Willkommen bei Deutsch mit Benjamin! Heute analysieren wir eine Szene aus der beliebten deutschsprachigen Netflix-Serie Dark. Dabei untersuchen wir Veränderungen, Reduzierungen und Verbindungen von Lauten, um richtig Deutsch sprechen zu lernen. Solche Analysen sind goldwert, wenn ihr eure Aussprache, Intonation und Sprachmelodie verbessern wollt sowie schnelles Deutsch besser verstehen wollt. Die Szene (aus Staffel 1, Folge 5): Jonas sitzt am Grab seines Vaters und trifft erstmals auf sein älteres Ich. Mein Kanal richtet sich an alle, die Deutsch als Fremdsprache lernen und akzentfrei Deutsch sprechen bzw. ihre Aussprache verbessern möchten, um im Berufs- und Privatleben ernster genommen zu werden.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Weil ich ja weiß, wie sehr euch das gefällt und wie nützlich ihr das findet, werde ich auch heute wieder einen kurzen Serienausschnitt analysieren, und zwar hinsichtlich Aussprache, Intonation und Sprechmelodie. Auf meiner Instagram-Seite habe ich vor einer Weile eine Umfrage gemacht, welche Serie euch am besten gefällt und es hat sich rausgestellt, dass die mit Abstand beliebteste deutschsprachige Serie unter Deutschlernern die Netflix-Serie Dark ist. Aus diesem Grund habe ich heute auch eine Szene aus dieser Serie, und zwar aus der 5. Folge der 1. Staffel, wo Jonas am Grab seines Vaters zum ersten Mal auf sein älteres Ich, also auf den älteren Jonas trifft. Wenn ihr also gerne mit Serien Deutsch lernt, eure deutsche Aussprache verbessern wollt und nicht nur das, sondern auch fließend Deutsch sprechen wollt bzw. flüssig Deutsch sprechen wollt, akzentfrei Deutsch sprechen wollt, dann bleibt dabei.

Einige von euch haben mir übrigens mitgeteilt, dass sie meine Videos auf der Startseite von YouTube nicht mehr angezeigt bekommen. Ich weiß nicht, warum, aber was ihr tun könnt, am besten einfach auf die Glocke neben dem Abonnieren-Button drücken, dann bekommt ihr nämlich immer eine kurze Benachrichtigung angezeigt, sobald ein neues Video von mir online ist. Also einmal auf „Abonnieren“ klicken und dann daneben noch auf dieses kleine Glöckchen.

Bevor wir nun gleich anfangen, möchte ich euch noch kurz daran erinnern, dass ihr, wenn ihr an persönlichem Deutschunterricht interessiert seid, euch bei italki anmelden könnt, und zwar für nur 1€. Falls ihr italki noch nicht kennt: es ist eine wirklich coole Plattform, auf der ihr 1:1 von qualifizierten muttersprachlichen Lehrern lernen könnt, maßgeschneiderten Unterricht erhaltet und zudem über die App von italki auch andere Muttersprachler kennenlernen könnt. Auch ich selbst habe, als ich Tschechisch gelernt habe, meinen persönlichen Unterricht über italki gebucht. Bei italki bezahlt man nur pro Stunde und zu einem Preis, der dem eigenen Budget entspricht, man kann sich also seinen Preis selber wählen bzw. eben seinen Lehrer und jeder Lehrer legt eben seinen eigenen Preis fest.

Besonders, wenn ihr eure Karriere vorantreiben wollt, erweisen sich gute Deutschkenntnisse als echtes Sprungbrett, ja, wer mit guten Deutschkenntnissen glänzen kann, dem eröffnen sich jede Menge neuer beruflicher Möglichkeiten, und gerade jetzt suchen wirklich viele Unternehmen nach Mitarbeitern mit sehr guten Deutschkenntnissen. Das heißt, eure Deutschkenntnisse auszubauen und sich nicht auf dem B1-Niveau oder B2-Niveau auszuruhen, kann euch definitiv dazu verhelfen, einen besseren Job zu bekommen, ein höheres Gehalt zu beziehen bzw. eben auch international Karriere zu machen. Auf italki könnt ihr einen spezialisierten Lehrer mit Branchenerfahrung finden, nur das lernen, was euch interessiert, ja, beispielsweise Prüfungsvorbereitung, alles, was mit Beruf und Business zu tun hat, Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche – und so weiter.

Also, um es kurz zu machen: wenn ihr euch bei eurer Jobsuche von all den anderen Bewerbern abheben wollt, letztendlich mehr verdienen wollt, eventuell auch eine internationale Karriere anstrebt, dann bucht euch euren persönlichen 1-zu-1-Unterricht auf italki. Den Lehrer, die Unterrichtszeit UND sogar den Preis pro Unterrichtsstunde könnt ihr selbst bestimmen. Meldet euch also noch heute an – eine Probestunde bekommt ihr schon für 1 €. Klickt dazu einfach auf den Link unter diesem Video.

Und jetzt legen wir los mit der Analyse. Schauen wir uns zuerst die Szene an und danach analysieren wir das Ganze. Im ersten Satz höre ich das Wort „ähnlich“ am lautesten und am deutlichsten, eine Nebenbetonung höre ich auf der Verbform „siehst“. Betonte Wörter sind ja in der Regel von den anderen Wörtern im Satz klar abgetrennt, d.h. da das Wort „ähnlich“ ja mit einem Vokal beginnt, ist hier auch der Knacklaut klar zu hören. Vor betonten Wörtern kann man also gut Sprechpausen einbauen. Das könnt ihr euch also auch merken, wenn ihr sprecht. Dieser Vokal ist lang, das wird auch durch den Buchstaben H in der Schreibung deutlich, der dann natürlich an sich nicht mitgesprochen wird. Ich höre hier ein ungespanntes, langes [ɛː], was vor allem im süddeutschen Sprachraum verbreitet ist. Der Schauspieler, Andreas Pietschmann, kommt auch aus Bayern, was also wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist. In den meisten Regionen des deutschen Sprachraums wäre hier nämlich ein gespanntes, langes [eː] üblicher. Auch dieses [iː] ist lang, was auch wieder an der Schreibung hier zu sehen ist. Interessanter wird es bei den beiden Pronomen, die ja Funktionswörter und somit unbetont sind. Sowohl das U in „du“ als auch das I in „ihm“ werden hier zu kurzen Vokalen reduziert. Also nicht [duː], sondern [du] und nicht [iːm], sondern [ɪm], so wie auch die Präposition klingen würde. Dieser i-Vokal ist also hier auch eher ungespannt. Und obwohl dieses Wort ja eben mit einem Vokal beginnt, höre ich hier keinen Knacklaut, also diese beiden Wörter verbinden sich. Versucht nun mal nachzusprechen. Machen wir also Shadowing. Ich spiele euch den Satz dreimal hintereinander ab, danach kommt eine Pause für euch zum Nachsprechen.

Wie zu erwarten war, wird hier natürlich das Nomen „Vater“ betont, hier schön mit a-Schwa am Ende, ja, Vater. Hier fällt dieses E weg, ja, also das wäre ja eigentlich eh ein e-Schwa – „deinem“, ja, aber das wird hier getilgt und das hat auch zur Folge, dass das N hier wegfällt. Das ist eine sogenannte regressive Assimilation. Das M hier brauchen wir weiterhin, das kann nicht getilgt werden, denn das ist ja das Kasus-Signal für den Dativ hier, deswegen ist das noch zu hören. [ˈdaɪ̯nəm] wird also zu [daɪm]. Achtung, Shadowing, also bitte wieder schön nachsprechen.

Was hier sehr schön zu hören ist, ist diese steigende Intonation, ja, die Stimme geht hier deutlich nach oben, was auch immer dazu führt, dass das dann lauter ist. Der eigentliche Satzakzent liegt aber hier auf dem Verb „kennen“. Das N wird logischerweise als solches nur einmal ausgesprochen und auch hier haben wir wieder eine ganz typische e-Schwa-Tilgung in der Endung und da der Verbstamm hier auf N endet, hört man die Endung gar nicht mehr. Der Vokal ist natürlich kurz, ja, das sieht man auch an der Schreibung von Doppel-N. Nun haben wir hier zwei Funktionswörter, also unser Signal für Lautveränderungen und Reduzierungen. Ja, grammatikalische Endungen und Funktionswörter sind immer das Signal, dass Laute anders oder gar nicht ausgesprochen werden. Also zwei Funktionswörter, die man eigentlich gut verbinden könnte, allerdings höre ich hier doch noch so ein ganz schwachen Knacklaut dazwischen, was an der steigenden Intonation auch liegen kann, ja, weil eben dadurch, dass die Stimme nach oben geht, an dieser Stelle eben auch lauter gesprochen wird und damit eben auch ein bisschen deutlicher. Diesen Vokal hier höre ich als kurzes, ungespanntes [ɪ], das ist also eine Veränderung, normalerweise wäre hier ja ein langes, gespanntes [iː], ja, und insgesamt lässt sich sagen, dass diese beiden Vokale, also das kurze [ɪ] und das a-Schwa bzw. aber auch das [ʊ] in „uns“ sehr schnell ausgesprochen werden. Machen wir auch mit dieser Frage Shadowing.

Dieses „Nein“ hier wirkt auf mich sehr resignierend, ja, er spricht das Wort sehr leise und sehr tief aus.
Dann haben wir hier den Satzakzent auf dem Nomen „Vater“, praktisch wie am Anfang schon im zweiten Satz. Eine Nebenbetonung höre ich hier auf dem Verb „kannte“, ja, ihr seht jetzt auch diese Parallele, ja, Verben sind in der Regel betont, aber tragen nicht immer die Hauptbetonung. Die liegt dann eben auf dem Objekt, in diesem Fall eben „Vater“ oder einer Ergänzung, wie oben im allerersten Satz „ähnlich“. Zurück zu diesem Satz hier. Sehr auffällig finde ich, dass die Konjunktion „aber“, also deren erste Silbe, was ja eigentlich ein langes A ist, hier ausbleibt, also man hört schon noch was vor diesem B hier, ja, aber es ist auf keinen Fall ein klarer a-Vokal. Es ist eher wie so ein leichter Stimmansatz, also praktisch ein Knacklaut, ja, er setzt mit seiner Stimme an, er beginnt zu sprechen und die erste Silbe wird auch nicht komplett einfach ausgelassen, aber andererseits eben auch nicht so richtig ausgesprochen. Statt des Vokals also eben nur ein Knacklaut. Und das geht dann auch so weiter. Die beiden Wörter „aber“ und „ich“ klingen wie ein Wort und auch hier in „ich“ hört man gar kein I mehr, sondern nur noch das [ç]. Insgesamt werden diese beiden Wörter also echt schnell ausgesprochen und miteinander verbunden, sodass es eben wie ein einziges Wort klingt. Aus „aber ich“ wird dann also: …

Zu dem Verb kann man eigentlich nicht viel sagen. Natürlich wird auch hier nur ein N gesprochen, die Schreibung von Doppel-N zeigt uns, dass der Vokal kurz ist. Interessanter wird es wieder bei dem Pronomen und wie wir das auch am Anfang schon hatten, kommt es hier zur e-Schwa-Tilgung und deshalb auch zur Tilgung, also zum Wegfall des N. In diesem Fall bleibt also einfach „dein“ übrig. Ja, hier ist das so möglich, weil wir ja hier im Akkusativ eh am Ende ein N haben, d.h. dieses Kasus-Signal hören wir auch weiterhin.

So, hier haben wir mal einen längeren Satz. Im ersten Teilsatz höre ich das Wort „her“ am lautesten, im zweiten Teilsatz das Wort „gut“ und ebenso ziemlich deutlich das Wort „erinnern“. Was hier am Satzanfang passiert, finde ich total interessant. Diese beiden Wörter höre ich nämlich überhaupt nicht. Und das ist auch was ganz Typisches, was wirklich oft Tag für Tag so passiert, und zwar dass wir eben in der spontan gesprochenen Sprache dieses „es ist“ einfach nicht mitsprechen. Ich werde zu dieser Reduzierung mal ein extra Video aufnehmen. Dann, hier der o-Vokal ist sehr kurz und ungespannt: „schon“. Das Wort „her“ wie gesagt laut und deutlich, achtet hier auch auf dieses klare, gespannte, lange [eː] und das a-Schwa: „her“.

Im zweiten Teilsatz passiert nun wieder dasselbe wie vorhin. Wir haben ja hier wieder „aber ich“ – und auch diesmal wird das A nicht mitgesprochen, und hier haben wir ja davor eben noch das a-Schwa von dem Wort „her“, sodass sich diese beiden Wörter hier sehr schön verbinden. Und dann eben auch wieder wie vorhin, kein I, nur [ç], sodass sich die beiden Wörter hier eben auch wieder verbinden. Eine weitere Verbindung passiert auch hier zwischen „kann“ und „mich“, sodass es auch zu einer regressiven Assimilation kommt, dadurch, dass M und N lautlich sehr nah beieinander liegen, wird dieser N-Laut nicht mitgesprochen: [kamɪç]. Was mir außerdem deutlich auffällt, ist, dass all diese Wörter auch miteinander verbunden werden, also gar kein Knacklaut hier zu hören ist, obwohl wir am Anfang immer Vokale haben. Und auch hier innerhalb dieses Wortes hätten wir ja einen Knacklaut zwischen dem Präfix und dem Stamm, aber auch der bleibt aus. „an ihn“ – das sind zwei Funktionswörter, hier kommt also zur Reduzierung, und zwar ist das I hier kurz, so wie wir das ja auch im allerersten Satz heute bereits gesehen haben. Vielleicht nochmal kurz zu dem Verb „erinnern“. Das trägt ja eben nicht die Hauptbetonung und somit kommt es auch hier zu Veränderungen. Das Präfix wird hier lediglich mit dem a-Schwa gesprochen, verbindet sich wie gesagt mit dem Verbstamm, also ohne Knacklaut, sodass am Ende noch das hier so übrig bleibt: … Machen wir auch damit Shadowing.

Ich danke euch, dass ihr heute wieder dabei wart. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

e-Laute | Aussprache E & Ä | Deutsche Aussprache verbessern – Richtig Deutsch sprechen

Dieses Video stammt aus dem Kurs über deutsche Vokale in meiner Online-Akademie. Wir behandeln hier die Aussprache der e-Laute im Deutschen. Beachtet den Unterschied zwischen dem gespannten E und dem ungespannten E (auch als A-Umlaut oder Ä bekannt) sowie zwischen langem und kurzem Vokal. Eine korrekte Aussprache ist wichtig, um fließend Deutsch zu sprechen und sich verständlich auszudrücken. In meiner Online-Akademie findet ihr zwei vollständige Kurse zu allen Lauten der deutschen Sprache. Wir gehen ebenso darauf ein, welche Aussprache Umlaute erfordern.

Transkript:

In diesem Video lernt ihr die Aussprache der e-Laute [e:] und [ɛ:].

Wir haben hier einen gespannten Laut, nämlich [e:] und einen ungespannten Laut, nämlich [ɛ:]. Beide Laute können sowohl lang als auch kurz sein. Insgesamt ergeben sich also 4 unterschiedliche Laute.

Wir beginnen mit dem [e:]. Das ist das typische lange E im Deutschen. Wenn wir buchstabieren, dann sprechen wir den Buchstaben E mit diesem Laut aus – [e:] – ja, beim Buchstabieren sprechen wir die Vokale immer lang – und auch beim Buchstabieren von einigen Konsonantenbuchstaben sprechen wir diesen Laut mit, z.B. B [be:], C [t͡se:], D [de:] usw. Wie gesagt handelt es sich hier um einen gespannten Vokal. Wenn wir diesen Vokal einzeln üben, können wir also die Lippen schön breit machen, wie wenn wir lächeln: [e:]. Lang: [e:]. Kurz: [e]. Allerdings, wenn wir in normaler Sprechgeschwindigkeit sprechen und nicht gerade buchstabieren, dann sprechen wir ja nicht nur einzelne Laute aus, sondern die Laute sind dann in Wörtern und Sätzen. Und dann haben wir auch nicht jedes Mal, wenn wir diesen Laut aussprechen, einen extrem breiten Mund. Ganz wichtig ist also die Position der Zunge. Bei der Aussprache dieses Lautes befindet sich die Zungenspitze vorn im Mund, hinter den unteren Schneidezähnen. Der vordere Zungenrücken ist nicht so weit oben wie bei den i-Lauten, aber trotzdem noch ziemlich weit oben, also in Richtung des Gaumens. Das bedeutet also, der Mund ist etwas mehr geöffnet, als bei den i-Lauten. Die Übung mit den breiten Lippen kann euch dabei helfen, eure Zunge in die richtige Position zu bringen. Beim normalen Sprechen übernimmt aber eben die Zunge die meiste Arbeit, um die Laute richtig zu produzieren. Also wenn man die Lippen dann zu breit macht, dann würde das unnatürlich aussehen. Beispielwörter mit dem langen, gespannten [e:]:

Um das erste Wort auszusprechen, müssen wir den Mund eben ein kleines bisschen weiter öffnen, wodurch die Zunge dann eben auch nicht mehr ganz so weit oben ist. Nochmal beide Wörter hintereinander. Und nochmal andersrum. Weitere Wörter mit dem langen, gespannten [e:]. Und vergesst nicht nachzusprechen!

Wenn euch die Aussprache von dem [eː] schwerfällt, dann macht ruhig wirklich mal diese Lächelübung, also die Lippen schön breit, und zwar nicht nur beim [eː] an sich, sondern auch bei den Konsonanten davor bzw. danach. Also auch [v] und [k] müssen bei dieser Übung lächelnd ausgesprochen werden. Wenn ihr das oft genug geübt habt, diese Lächelübung gemacht habt, dann versucht den Laut aber unbedingt auch nochmal ohne zu lächeln richtig hinzubekommen, da man die Lippen beim normalen Reden eben nicht so übertrieben breit zieht. Die Buchstabenkombinationen <ee> und <eh> werden in deutschen Wörtern, die keine Fremdwörter sind, mit diesem Laut ausgesprochen. Und in einigen Fremdwörtern auch. Zum Beispiel:

Die kurze Form ist: [e]. Derselbe Klang, In dem Namen der Stadt Venedig haben wir zweimal das gespannte E, wobei das erste kurz und das zweite lang ist: [veˈneːdɪç]. Und in vielen Funktionswörtern mit einem langen, gespannten E, reduziert sich dieser Vokal bei der Aussprache im Satz zu dem kurzen, gespannten [e], z.B. dem – aus [de:m] wird im Satz [dem]. Das wäre falsch. Das [e:], das gespannte [e:] in dem Wort [de:m], ist viel kürzer als in dem Wort Weg. Aus [de:n] wird [den]. Sie lebt in den USA. Das E in „lebt“ ist lang, das E in „den“ ist kurz. Eben – wenn wir das als Modalpartikel verwenden, dann sagen wir [ˈebʔm̩] oder [em]. Der Laut kommt eben oft in reduzierten Formen vor.

Kommen wir zum ungespannten e-Vokal. Der kann ebenfalls sowohl lang als auch kurz sein. Lang: [ɛ:], kurz: [ɛ]. Die Lippen sind hier nicht so breit wie bei den gespannten e-Lauten, die wir gerade eben behandelt haben. Die Zunge ist immer noch vorne im Mund, hinter den unteren Schneidezähnen. Der Zungenrücken ist aber jetzt deutlich tiefer und damit ist auch der Mund weiter geöffnet und der Unterkiefer weiter gesenkt. Wenn wir also mal vom [iː] über das [eː] zum [ɛː] gehen, dann öffnet sich der Mund immer weiter, der Unterkiefer senkt sich immer mehr und die Zunge senkt sich, also geht immer weiter nach unten. [iː] – [eː] – [ɛː]. Nochmal die beiden e-Laute – gespannt und ungespannt – im Kontrast: [eː] – [ɛː]. Das ungespannte, kurze [ɛ] brauchen wir für Wörter mit Ä, wie z.B.

Was das ungespannte, lange [ɛː] angeht, da gibt es eine Besonderheit. Wenn wir buchstabieren, dann sprechen wir auch hier den langen Vokal, wie immer beim Buchstabieren. Also für den Ä – [ɛː]. Wenn wir den A-Umlaut, also den Buchstaben Ä, aber in einem Wort haben, dann sprechen wir dort im modernen Deutsch in den meisten Regionen Deutschlands nicht mehr [ɛː], sondern [eː], den gespannten Vokal. Beispiel: das Mädchen – es ist weitaus üblicher, [ˈmeːtçn̩] zu sagen, als [ˈmɛːtçn̩]. Beide Varianten sind zwar richtig, aber die erste ist üblicher. Nur im südlichen deutschen Sprachraum ist die zweite Variante weiter verbreitet. Auch so. Ein anderes Beispiel: es gebe / es gäbe – Konjunktiv 1 und Konjunktiv 2; im größten Teil Deutschlands klingen diese beiden Formen gleich. In beiden Fällen ist der Vokal ja ohnehin lang und im zweiten Fall eben das Ä sprechen wir auch wie das E als gespannten Vokal. Auch diese Wortpaare klingen in weiten Teilen Deutschlands identisch.

Das heißt also, dass wir den langen Laut [ɛː] (den ungespannten langen Laut) im größten Teil Deutschlands nur noch aussprechen, wenn wir explizit den Buchstaben Ä meinen, also z.B. eben beim Buchstabieren oder in Abkürzungen. Und beim Buchstabieren ist es ganz wichtig, das E vom Ä zu unterscheiden. Schreibt man das mit E oder mit Ä? Nur um Missverständnisse zu vermeiden. Besonders wichtig ist aber wie bei allen Vokalen im Deutschen der Unterschied in der Länge. Nochmal andersrum.

Danke fürs Zuschauen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit!

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch sprechen & Deutsch besser verstehen | Deutsch lernen mit Serien

Hier analysieren wir einen Serienausschnitt im Hinblick auf Aussprache, Intonation und Sprechmelodie. Das ist eine effektive Übung, mit der ihr euer Hörverstehen verbessern sowie akzentfrei Deutsch sprechen lernen könnt. Der Ausschnitt stammt aus der 1. Folge der ZDF-Miniserie „Deutscher“. Wir analysieren ein kurzes Gespräch. Ulrike schlägt Eva vor, am Wochenende zusammen zu grillen, doch Eva ist bereits verabredet.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner. Heute analysieren wir, wie Deutsche wirklich sprechen. Wir schauen uns dazu eine kleine Szene aus der deutschsprachigen Mini-Serie „Deutscher“ an und gucken dann ganz genau auf die Intonation, d.h. die Sprechmelodie und Betonung sowie auf Reduzierungen, d.h. welche Wörter und Laute nicht mitgesprochen oder verändert werden. Das ist eine sehr sehr effektive Übung, die euch helfen wird, euer Hörverstehen zu steigern und auch selbst schneller zu sprechen, flüssiger zu sprechen, also locker und leicht auf natürliche Weise Deutsch zu sprechen.

So, was haben wir hier genau gehört? Ich schaue immer als erstes gerne auf die Intonation, weil das meiner Meinung nach ganz wichtig ist. Intonation, ja, also damit meine ich die Satzmelodie und die Betonung von Silben und Wörtern. Und da fällt mir hier als erstes auf, dass die Stimme am Ende weit nach oben geht. Auf dem Verb „grillen“ liegt also auch ganz klar eine der Hauptbetonungen. Außerdem höre ich hier noch eine weitere Betonung, hier, und noch lauter hier, auf dem Nomen „Wochenende“. So, zwei Hauptbetonungen. Wochenende und grillen. In vielen Lehrbüchern kann man lesen, dass es im Deutschen nur einen Satzakzent gibt, also nur eine Hauptbetonung, was aber einfach falsch ist. Das sehen wir ja eben hier. Sowohl „grillen“ als auch „Wochenende“ tragen hier jeweils eine der Hauptbetonungen. Sie sind beide gleich laut. So, wir haben hier übrigens ein schönes Redemittel: „Sag mal“ – eignet sich sehr gut, wenn man jemandem eine Frage stellen will, so um die Aufmerksamkeiten der Person zu kriegen. Hier höre ich tatsächlich ein [g], also den stimmhaften Laut, also kein [k], keine Auslautverhärtung, sondern wirklich [g] und das liegt wohl daran, dass diese Phrase zusammengehört, dieses Redemittel „Sag mal“. Außerdem haben wir hier zwei Reduzierungen. Das A ist nämlich kurz und das L spricht sie nicht mit. Auch hier wird natürlich das zweite L nicht mitgesprochen. Dann fällt hier dieses e-Schwa weg: „wollen“.

Und das Wort „wir“ wird hier auch reduziert. Das eigentlich lange, gespannte [i:] wird zu einem kurzen, ungespannten [ɪ] und das a-Schwa fällt weg. Und auch das nächste Wort wird reduziert. Das lange I hört man hier überhaupt nicht, ja, statt „vielleicht“ sagt sie „fleicht“. Das V sprechen wir hier ja in jedem Fall als [f], ja? So und aus „vielleicht“ wird eben „fleicht“. Und dann kommt es noch hier zur Verbindung dieser beiden Wörter, sodass man also dazwischen keine Pause hört und auch das T hier nicht aspiriert ist, sondern so ganz subtil: also nicht [th], sondern [t]. Okay, alles bis hierher dauert noch nicht einmal eine Sekunde. Und das ist normales muttersprachliches Sprechtempo. Und in all diesen Wörtern haben wir Reduzierungen bzw. Lautveränderungen oder -verbindungen. Aus „sag mal, wollen wir vielleicht“ wird „sag mal, wollen wir vielleicht“. Das liegt daran, dass all diese Wörter bis hierher Funktionswörter sind und unbetont sind bzw. nur eine Nebenbetonung tragen, ja, wir haben eine leichte Betonung auf „sag“ und auf „wollen“, weil das ja Verben sind, aber „sag“ gehört ja zu diesem Redemittel „sag mal“, hat also nicht die übliche Bedeutung, ja, man könnte das auch einfach weglassen. Und „wollen“ ist ein Modalverb, also ein Funktionswort. Dieser Teil bis hierhin zeigt meiner Meinung nach sehr sehr schön, dass wir im Deutschen nicht so sprechen, wie wir schreiben und daran seht ihr auch, wie wichtig es ist, solche Analysen zu machen.

Außerdem ist das ein sehr praktischer Satz, wie ich finde, um einen Vorschlag zu machen, also „sag mal, wollen wir vielleicht“ – ein praktisches Redemittel. Wir hören uns das nochmal an, dreimal hintereinander und dann mache ich eine Pause und in dieser Pause macht ihr bitte Shadowing, d.h. ihr sprecht das bitte dann direkt nach.

Jetzt haben wir hier das erste Wort, in dem es fast keine Reduzierungen gibt, da es eine der Hauptbetonungen hat: „Wochenende“. Achtet auf die Pause, also den Knacklaut hier zwischen den beiden Teilen, typisch deutsch, ja, das verbinden wir nicht. Das ist ja ein Kompositum, ein zusammengesetztes Nomen, ein Inhaltswort, stark betont, also beide Teile werden klar getrennt voneinander ausgesprochen, mit Knacklaut dazwischen. Ja, und auch in Inhaltswörtern kann es Reduzierungen geben, deswegen habe ich auch gesagt, fast keine. Hier wird nämlich auch wieder das e-Schwa getilgt. Am Ende dieses e-Schwa bleibt, ja, das können wir nicht tilgen, und natürlich, dieses CH hier sprechen wir mit dem Ach-Laut aus, das ist ganz klar, ja, also „Wochenende“. In dem Wort „zusammen“ haben wir wieder eine e-Schwa-Tilgung. Ihr habt schon gehört, jetzt auch von mir. Hier wird natürlich auch nur ein M gesprochen, so und dadurch kommt es zu einer progressiven Assimilation, ein schweres Wort. D.h. das M, das zuerst kommt, löscht sozusagen das N, das danach kommt. Ja, deswegen progressive Assimilation. Assimilation heißt Beeinflussung und progressiv heißt in die Richtung nach vorne, also vorwärts. Somit fällt also eine komplette Silbe weg. Statt „sammen“ hören wir nur „samm“. Diese Silbe „samm“ ist die betonte Silbe in dem Wort. Die letzte Silbe fällt wie gesagt weg und die erste ist unbetont. Das ganze Wort ist auch unbetont im Satz. Deshalb wird diese erste Silbe auch reduziert hier, aus dem Vokal [ʊ] zusammen, ja aus diesem Vokal [ʊ] wird ein e-Schwa und das ist auch nur ganz schwach zu hören: „zusammen“. Das Wort „grillen“ ist ja, wie wir am Anfang schon festgestellt haben, sehr deutlich zu hören, die Stimme geht weit nach oben, aber wie bei Verben im Infinitiv so üblich wird auch hier das e-Schwa getilgt und natürlich auch wieder nur ein L mitgesprochen, das ist ganz klar. Ansonsten kommt es aber hier zu keinen weiteren Reduzierungen. Machen wir jetzt also Shadowing mit der ganzen Frage.

In dieser Äußerung haben wir auch wieder zwei Betonungen. „Ich gehe jetzt gleich einkaufen. Deswegen.“ „Geh, einkaufen.“ Am Ende das Wort „deswegen“ – hier bleibt die Stimme so auf gleicher Höhe, d.h. weder steigende noch fallende Intonation. Das drückt so ein bisschen Verlegenheit oder Unsicherheit aus, weil sie hat ja gefragt, ob sie zusammen grillen wollen, aber irgendwie noch keine Antwort bekommen, also sie wartet quasi auf die Antwort. Bei dem Wort „ich“ am Anfang von Sätzen passiert hier etwas ganz Typisches, das könnt ihr euch merken für Sätze, die mit „ich“ beginnen. Nicht nur in diesem Fall, sondern generell. „Ich“ beginnt ja mit einem Vokal, nämlich mit einem kurzen, ungespannten [ɪ], also vor dem Vokal müssen wir einen Knacklaut artikulieren. Und hier haben wir eine regressive Assimilation, d.h. der ich-Laut, der ja hier nach dem Vokal kommt beeinflusst den Vokal, und zwar macht er aus dem ungespannten [ɪ] ein gespanntes [i]. Beim ich-Laut ist die Zunge ja ziemlich weit oben, der Mund ist nur ganz leicht geöffnet und bei dem gespannten [i] ist die Zunge in derselben Position. Beim ungespannten [ɪ] ist die Zunge nicht ganz so weit oben. Deshalb ist es einfacher mit dem gespannten [i], diese beiden Laute auszusprechen. Dieses Wort. Das ist allerdings nur ganz leicht zu hören dieses [i], wirklich ganz ganz kurz. Ja, also man könnte fast sagen, es ist quasi nur der Knacklaut, dann ein ganz ganz leichtes [i] und dann schon der ich-Laut. Danach kommt das Verb, das hat eine Betonung und dann kann man das auch nochmal besser hören, was ich erklärt habe, mit dem Verb zusammen. „Ich gehe“. Ja, hier sprechen wir natürlich das H nicht mit und ganz typischerweise wird hier auch das e-Schwa getilgt. Das machen wir fast immer bei Verben in der ich-Form. So, nun haben wir wieder Funktionswörter, also Reduzierungen. Aus dem Vokal Ä wird ein e-Schwa und das T am Ende fällt weg. Hier bleibt noch das [t͡s], also: „jetzt“. Das Wort „einkaufen“ betonen wir hier und da es mit einem Diphthong beginnt, haben wir hier auch diese Pause, diesen Knacklaut. Und natürlich wieder eine e-Schwa-Tilgung in der Infinitivendung. Außerdem haben wir wieder eine regressive Assimilation: dieses [k] ist ja ein velarer Laut, wird also am hinteren Gaumen gebildet und das [n] ist ja ein alveolarer Laut, wird also am vorderen Gaumen gebildet. Das passt also nicht zusammen. Deshalb wird hier nicht [n], sondern [ŋ] gesprochen, weil dieses [ŋ] auch wie das [k] velar, also am hinteren Gaumen gebildet wird. Ja, deswegen sagen wir auch „Bank“ und nicht „Ban-k“. Und dasselbe passiert auch am Ende von „deswegen“, nur dass es hier eine progressive Assimilation ist. Das velare [g] verursacht, dass das [n] auch zu dem velaren [ŋ] wird. Ja, damit sich unsere Zunge nicht bewegen muss, damit das alles am selben Ort ausgesprochen werden kann, in diesen beiden Fällen eben am hinteren Gaumen. Achtung, Shadowing.

Hier höre ich auch wieder zwei Betonungen, und zwar auf „sind“ und „ab“. Das Wort „wir“ ist hier zwar unbetont und dadurch natürlich sehr leise, aber nicht wirklich reduziert. Hier höre ich, dass die beiden Wörter verbunden werden, also kein [th], ja, keine Auslautverhärtung. Ich höre hier stattdessen ein sogenanntes lateral gelöstes D. Das erkläre ich euch mal gesondert in einem anderen Video. Ja, hier dieses D und das L, das verbindet sich miteinander und so entsteht eben so ein [dl]: „sind leider“. Also nicht „sind leider“, sondern „sind leider“, „sind leider schon“. Hier schön mit dem kurzen, ungespannten [ɔ]: „schon“. Sehr typisch. Merkt euch das also bitte, ja, so und dann haben wir ein Inhaltswort, das ist betont, genauer gesagt der Verbstamm, denn dieses Verb ist ja nicht trennbar, also betonen wir nicht das Präfix. Das Präfix ist unbetont und wird damit auch verkürzt. Hier ist nur ein a-Schwa. „ver-“. Dann hier eine leichte Pause, ein leichter Knacklaut, ja, ganz leicht, und dann die lauteste Silbe in dem Wort: „ab“, mit Auslautverhärtung, nicht reduziert, also kein [b], sondern ein stimmloses [p]. Und dieses stimmlose [p] macht tatsächlich auch das R, also den Laut [ʁ] stimmlos, wir haben also hier tatsächlich den ach-Laut [x]. Das ist auch ganz typisch. Nach stimmlosen Plosiven, wie z.B. [p] wird aus dem [ʁ] ein [x]. Okay, auch dieser Satz ist ja sehr praktisch, also machen wir auch damit Shadowing.

Ah! Ganz typische Melodie hier. Die Grundmelodie von jeder Äußerung im Deutschen. Machen wir mal ganz langsam. Aaaaaaaaah! Fallende Intonation. Und auch so: Wann denn? Ja, hier merkt man auch schön, dass wir auch in Fragen eine fallende Intonation haben. Nur in Entscheidungsfragen, also Ja-Nein-Fragen haben wir eine steigende Intonation, das haben wir ganz am Anfang gesehen: Wollen wir vielleicht am Wochenende zusammen grillen? Die möglichen Antworten sind Ja oder Nein. Und in Nachfragen, wenn wir etwas nicht verstanden haben, haben wir auch steigende Intonation. Was hast du gesagt? Wie heißt das nochmal? Aber sonst in der Regel fallende Intonation. Auch hier wieder: Samstag? Steigend, das ist nur eine Option und man könnte wieder antworten Ja oder Nein. Aber dann: Samstag oder Sonntag? Da geht die Stimme wieder runter, ja, durch das „oder“ ist es ja dann keine Ja-Nein-Frage mehr. Die Antwort muss dann entweder Samstag oder Sonntag sein. Also diese Melodie hier ist auch ganz ganz typisch für solche Auswahlfragen mit „oder“. Hoch oder runter? Ja oder nein? Du oder ich?

So, hier haben wir eine unbetonte Modalpartikel, der Vokal reduziert sich zum e-Schwa und natürlich wird jeweils nur ein N hier ausgesprochen. „Wann denn?“ Das T hier aspiriert sie nicht und sie spricht hier auch kein langes, sondern ein kurzes [a]. Und natürlich ein [k] wegen der Auslautverhärtung. „Samstag?“ „Samstag oder“ – mit ganz kurzem a-Schwa hier. Das Wort ist nicht betont, deshalb kurz und schnell. Deshalb ist auch dieses [d] hier sehr undeutlich sozusagen. Manche von euch hören hier vielleicht sogar ein gerolltes [r]. Ja so aber nicht mehrmals gerollt, sondern nur einmal. Man nennt das einen Flap. In der zweiten Option hier „Sonntag“ höre ich das T klar aspiriert und auch ein langes [a:]. Außerdem natürlich wieder ein [k] hier am Ende und nur ein N. „Sonntag“. Machen wir auch noch mit dieser Frage Shadowing.

Hier in der Antwort hört sich das Wort genauso an wie in der Frage. Hören wir uns jetzt das ganze Gespräch nochmal an und ich hoffe, dass sich das für euch jetzt gleich auch viel natürlicher anhört.

Wow, ich glaube, ihr gebt mir recht, wenn ich sage, dass man aus so einem kurzen Gespräch einfach wirklich eine Menge über die gesprochene deutsche Sprache lernen kann. Solche Analysen findet ihr übrigens auch in meiner Online-Akademie, der einzigen Lernplattform weltweit, die auf dieser Methode aufbaut. Um mehr darüber zu erfahren, klickt bitte auf den Link gleich hier unter dem Video.

Danke fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.