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VonBenjamin

Diesen Aussprachefehler gilt es zu vermeiden! | Stimmhaftes vs. Stimmloses S | Deutsch mit Benjamin

Dieses Video ist ein Muss für jeden Deutschlerner! 😃 In diesem Video demonstriere ich euch nämlich die Aussprache der Wörter SECHS und SEX in der deutschen Sprache. Anhand dieses Minimalpaares erkläre ich auch ganz genau die Aussprache des stimmhaften und stimmlosen S.

Transkript:

Hallo liebe You Tube Deutschlerner! Im heutigen relativ kurzen Video möchte ich euch gerne die korrekte deutsche Aussprache von den beiden Wörtern SECHS und SEX beibringen. Ich bin sicher, dass sich über die Bedeutung nichts sagen muss. Die Bedeutung werdet ihr sicherlich alle kennen. Einmal haben wir das Zahlwort und einmal haben wir den internationalen Begriff sozusagen, den es in vielen Sprachen gibt, auch in der deutschen Sprache, für den Geschlechtsverkehr. Und da vor allem dieses Wort nicht in jeder Situation angebracht ist, man sollte also diese beiden Wörter nicht verwechseln, solltet ihr sicherstellen, dass ihr beide Wörter richtig aussprecht, damit ihr nicht aus Versehen das zweite Wort an Stelle des ersten Wortes verwendet. Bleibt also dran, abonniert auch bitte meinen Kanal, aktiviert auch Benachrichtigungen dazu und gebt dem Video bitte einen Daumen nach oben.

So, die erste Information, die ich euch heute gäbe, das ist die wichtigste, die essentielle Information für dieses Video. Diese beiden Wörter sind ein sogenanntes Minimalpaar. Das heißt, sie unterscheiden sich nur in einem einzigen Laut. Beide Wörter haben vier Laute und nur der erste Laut ist unterschiedlich. Die anderen drei Laute sind in beiden Wörtern gleich. Also im ersten Wort Sechs haben wir am Anfang ein stimmhaftes S.

Im zweiten Wort haben wir am Anfang ein stimmloses S. Alle anderen Laute sind gleich in beiden Wörtern. Der Unterschied ist also wirklich nur im ersten Laut.

Um diese S-Laute zu erzeugen, gehen die Lippen zur Seite. Die Zähne sind locker geschlossen und die Zunge kann zwei Positionen im Mund einnehmen. Entweder geht die Zunge nach oben und berührt dabei den Gaumen. Sie ist dann hinter den oberen Schneidezähnen. Oder die Zunge geht im Mund nach unten und ist dann hinter den unteren Schneidezähnen. In jedem Fall ist die Zunge bei den S-Lauten in der deutschen Sprache vollständig im Mund. Also hinter den Zähnen. Man kann die Zunge nicht sehen. Die Luft strömt bei beiden Lauten über die Mitte der Zunge aus dem Mund heraus. So der einzige Unterschied zwischen beiden Lauten ist also, dass wir bei dem stimmhaften S, das war der zweite Laut, den wir auch in dem Zahlwort hören, dass wir dort die Stimmbänder benutzen müssen. Also wir müssen diesen Laut mit unserer Stimme aussprechen. Und den stimmlosen S-Laut bilden wir ganz genauso, aber einfach ohne Stimme. Ohne Stimmbänder, ganz einfach.

So und wie gesagt, der Rest der beiden Wörter ist in beiden Fällen gleich. Der zweite Laut von beiden Wörtern ist ein kurzes Ä. Das ist eigentlich ein A-Umlaut, auch wenn wir in beiden Fällen das E schreiben. Sowohl in dem Wort sechs als auch in dem Wort Sex schreiben wir hier ein E, aber die Aussprache ist ein kurzer A-Umlaut.

Und als nächstes kommt einfach ein [k] und ein [s]. Das ist am Ende wieder ein stimmloses S und in dem einen Wort schreiben wir das als CHS, in dem Zahlwort und in dem anderen Wort schreiben wir das als X. Die Aussprache ist in beiden Fällen [ks].

So, und das war schon. Ich hoffe, ihr konntet auch heute wieder etwas lernen, auch wenn das Video ziemlich kurz war. Aber ich denke, ich habe euch dabei geholfen, diese beiden Wörter in Zukunft nicht mehr zu verwechseln, sofern ihr sie in der Vergangenheit verwechselt habt. Ich hoffe, dass euch das einige peinliche Situation vielleicht ersparen wird. Wenn ihr Fragen habt zum Video, wenn ihr Kommentare habt, oder gerne andere Wörter, beziehungsweise Laute üben wollt, vor allem was die Aussprache angeht, dann schreibt sie mir bitte in die Kommentare. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

RICHTIG aussprechen wie ein Deutscher | Wortschatz & Aussprache A2 B1 B2 C1 | Deutsch mit Benjamin

In meinen Aussprachevideos bringe ich euch die reale Aussprache von Wörtern bei, die wir üblicherweise in der gesprochenen Sprache verwenden – und zwar sowohl in informellen als auch in formelleren Situationen. Dies unterscheidet sich möglicherweise von dem, was ihr in Lehrbüchern oder im Deutschunterricht gelernt habt.

Transkript:

Hallo liebe You Tube Deutschlerner! Es gibt ja viele Wörter im Deutschen, die in unterschiedlichen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen haben. Viele davon benutzen wir tagtäglich. Und zwar nicht nur in der Umgangssprache, sondern auch in formelleren Situationen. Es ist wichtig für euch, die Bedeutung dieser Wörter zu lernen, denn sie lassen euch natürlicher klingen und Ihr werdet damit halt auch euer Hörverständnis verbessern.

Eines dieser Wörter ist „richtig“, um das es heute geht. Dieses Wort hat halt mehrere Bedeutungen. Die werden wir uns heute ansehen. Vorher abonniert doch bitte meinen Kanal mit Benachrichtigungen und klickt auf den Daumen nach oben. Das würde mich sehr sehr freuen. Zuerst gucken wir uns die richtige Aussprache an. Für dieses Wort gibt es eigentlich zwei Aussprachevarianten. Die obere ist die in Deutschland gebräuchlichere. Wir haben hier 6 Laute, 2 Silben. Die Betonung liegt auf der ersten Silbe. Diese erste Silbe beginnt mit dem R-Laut „​ʁ​“und endet mit dem Laut „​ç​“. Mit dem ich-Laut. Eigentlich ist es wie das „ʁ​“ und das Wort ICH zusammen. Die zweite Silbe ist so ähnlich. Der einzige Unterschied liegt im ersten Laut und das ist hier der Laut „​t​“. Und obwohl wir normalerweise bei der Aussprache vom T die Luft aus dem Mund ausstoßen, gibt man sich bei diesem Wort sozusagen nicht so viel Mühe mit diesem T-Laut, weil die Silbe eben unbetont ist. Es ist also quasi so was wie ein stimmloses D. Und dann halt wieder ICH hinzufügen. Also quasi stimmloses D. „​t​“ und dann ICH. TICH. Und nicht vergessen! Diese Silbe ist die unbetonte Silbe. TICH. RICHTICH. Betont, unbetont. RICHTICH.

In der zweiten Aussprachevariante, die wie schon gesagt in Deutschland eigentlich nicht so häufig vorkommt, aber man findet sie halt auch im Wörterbuch, deswegen habe ich sie jetzt hier mit reingenommen. Da ist der letzte Laut anders. Und zwar ist das hier ein K-Laut. „​k​“ RICHTIK. Und wie gesagt, das ist in Deutschland nicht so üblich. Eventuell in Bayern in Süden von Deutschland allgemein. Was jetzt für Österreich und die Schweiz gilt, dafür bin ich kein Experte, weil ich deutscher Muttersprachler aus Deutschland bin. Und dieses Phänomen, dass wir hier am Ende eigentlich „IG“ schreiben und in der Regel „ICH“ sprechen und nicht „IG“ gilt für alle Adjektive, die auf -ig enden. Diese „ICH-Aussprache“ ist zumindest in Deutschland eben gebräuchlicher als diese „IK-Aussprache“.

Was ihr auch beachten solltet, ist, dass beim Hinzufügen einer Endung das G in der Regel tatsächlich als G ausgesprochen wird. Also „​ɡ​“ Mein Freund ist ein richtiges Kind. In diesem Beispiel: richtiges, nicht richtiches, nicht richtikes, sondern richtiges. So, jetzt schauen wir uns ein paar Beispiele mit diesem Wort an um die verschiedenen Bedeutungen zu sehen. Diese Beispiele habe ich übrigens in der Zeitschrift Deutsch perfekt gefunden.

Ich habe heute richtig ausgeschlafen. Das bedeutet: ich habe heute schön ausgeschlafen. Ich habe heute schön ausgeschlafen, wie es sein soll.

Dein Wecker geht nicht richtig. Das bedeutet: dein Wecker geht nicht exakt.

Ja, richtig! Ich erinnere mich. Das bedeutet: ja, genau! Ja, du hast Recht!

Er ist der richtige Mann. Das bedeutet: er ist der passende Mann. Er ist am besten geeignet.

Das Café ist richtig gemütlich. Das bedeutet: es ist wirklich gemütlich. Es ist sehr gemütlich.

Sie ist ein richtiger Feigling. Das bedeutet: Sie ist ein Feigling, wie es die Definition des Wortes sagt. Wir haben dafür auch 2 gute Redewendungen, die man in diesem Fall oft benutzt. Man konnte sagen: sie ist ein Feigling, im wahrsten Sinne des Wortes. Oder: sie ist ein Feigling, wie er im Buche steht. Ein Feigling ist übrigens jemand, der viel Angst hat.

Was die Intonation, also die Betonung anbelangt, wird das Wort RICHTIG meistens betont. Es ist also selten unbetont. Es ist meistens betont. Wenn wir es im Sinne von SEHR oder WIRKLICH verwenden – als Adjektiv oder auch als Adverb ist es oft sehr stark betont. Ich habe richtig ausgeschlafen. Dieses Wort RICHTIG, das hat hier wirklich eine richtige starke Betonung. Wir sagen nicht: ich habe richtig ausgeschlafen. Sondern: ich habe richtig ausgeschlafen! Und man kann ruhig dieses „​ʁ​“ am Anfang ein bisschen lang ziehen. Und richtig schön laut aussprechen. Ich habe richtig ausgeschlafen! Oh ist das herrlich! Ich habe heute endlich mal wieder richtig ausgeschlafen! Das Café ist richtig gemütlich. Nicht: Das Café ist richtig gemütlich. Sondern sehr stark betont. Das Café ist richtig gemütlich. Sie ist ein richtiger Feigling! Nicht: Sie ist ein richtiger Feigling. Sondern: sie ist ein richtiger Feigling! Versucht das mal zu sagen. Sie ist ein richtiger Feigling! Ich habe richtig ausgeschlafen! Das Café ist richtig gemütlich. Natürlich kann sich die Betonung auch ändern, wenn wir andere Informationen im Satz hervorheben wollen. Das ist immer so in der deutschen Sprache. Hier ist jetzt die Rede von der neutralenen Betonungen in einem Satz.

Ein weiteres Phänomen bei diesem Wort ist, dass wir Muttersprachler oft dazu tendieren, wenn es eine Endung hat, diese Endung zu reduzieren. Und dazu zeige ich euch mal ein Beispiel, das ich auf Youglish gefunden habe. Youglish ist eine Seite, wo ihr Wörter eingeben könnt in ein Suchfeld und dann werden euch You Tube Videos angezeigt, in deren Untertitteln dieses Wort vorkommt. Ihr könnt dann also die authentische Aussprache euch anhören, nicht die einzelne Aussprache des Wortes, die ihr in einem Wörterbuch finden würdet, sondern die authentische echte Ausprache des Wortes innerhalb von einem Satz. Aus der ganz exakten deutlichen Aussprache RICHTIGER wird hier RICHTJA Das ist interessant, ich erkläre euch auch wie das zusammenhängt. Angela Merkel spricht so eine Art Berliner Dialekt. Sie kommt allerdings ursprünglich aus Meck-Pomm. Also Mecklenburg-Vorpommern, sodass ihre Sprechweise ein bisschen von den Dialekten aus diesen beiden Regionen geprägt ist. Und eben viele Berliner auch Brandenburger und eben auch Leute aus Meck-Pomm sprechen das manchmal so aus. Das ist ein Phänomen, was man immer wieder mal hören kann. RICHTJA Hier ist noch ein Beispiel dazu: Sehr sehr schnell wird das hier auch ausgesprochen. Die zweite Silbe ist natürlich wieder unbetont und wird so ausgesprochen: Am Ende dieser zweiten Silbe hätten wir eigentlich einen Schwa-Laut, aber der wird getilgt. Das passiert ganz ganz oft am Ende eines Wortes, wenn das Wort auf EN endet. Dann eigentlich haben wir hier nur „​t​“,“j“ und „​n​“​ sofort. Also man braucht eigentlich diesen Schwa-Laut gar nicht auszusprechen. Ich betone hier nochmal, dass das typisch ist, für die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und vielleicht Teile von Sachsen-Anhalt. Aber es gehört eben zur deutschen Sprache dazu und ihr werdet immer mal wieder Leute hören, die das so aussprechen. Die korrekte Aussprache ist eigentlich: Die wird auch so am häufigsten benutzt. In meinen Videos versuche ich euch immer die Aussprache beizubringen, die am gebräuchlichsten ist. Also die, die meisten Menschen in Deutschland so benutzen würden.

So, das war’s für heute. Ich hoffe, das war nützlich für euch. Wenn ja, dann gebt dem Video bitte einen Daumen hoch und hinterlasst einen Kommentar mit euren eigenen Beispielsätzen mit diesem Wort. Mit dem Wort:RICHTIG. Ich danke euch fürs Zuschauen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Fließend & akzentfrei Deutsch sprechen | Redemittel: es geht um | Wortschatz & Aussprache B1 B2 C1

In meinen Aussprachevideos bringe ich euch die reale Aussprache von Wörtern bei, die wir üblicherweise in der gesprochenen Sprache verwenden – und zwar sowohl in informellen als auch in formelleren Situationen. Dies unterscheidet sich möglicherweise von dem, was ihr in Lehrbüchern oder im Deutschunterricht gelernt habt.

Transkript:

Hallo liebe YouTube Deutschlerner! In diesem Video beschäftigen wir uns mit der realen Aussprache der Phrase: ES GEHT UM. Zuerst möchte ich, dass ihr wisst, was wir hier eigentlich machen und warum. Immer wieder höre ich: „Oh, Deutsche sprechen so schnell“. Aber stimmt das wirklich? Mitunter spricht man als Muttersprachler natürlich wirklich ein bisschen schneller als jemand, der Deutsch als Fremdsprache lernt. Ganz oft liegt es aber auch daran, dass wir die Wörter und Phrasen stark verkürzen. Im Deutschunterricht übt man dann normalerweise die korrekte oder lehrbuchmäßige Aussprache von Wörtern, aber wenn man dann in die reale Welt hinausgeht, stellt man halt fest, dass die Wörter irgendwie anders klingen und das liegt eben daran, dass wir Wörter verkürzen und miteinander verbinden. Und was man dabei auch verstehen muss, ist, dass das nicht nur in informellen Situationen, sondern auch formellen Situationen passiert.

Heute wollen wir uns mit einem sehr gebräuchlichen Ausdruck befassen, der im Alltag, im Geschäftsleben und auch in Prüfungen häufig vorkommt. Es ist ein Redemittel, das ihr sicherlich alle schon kennt. ES GEHT UM. Wir wollen also lernen, wie wir Deutschen diesen Ausdruck wirklich aussprechen, damit ihr selbst natürlicher klingt und auch uns Deutsche besser verstehen könnt. Bitte gebt dem Video einen Like, wenn es euch gefällt, abonniert meinen Kanal und klickt auf die Glocke, das wäre wirklich sehr hilfreich für mich.

Also, der Ausdruck, den wir uns anschauen wollen, lautet: ES GEHT UM. Er besteht aus drei Wörtern. Im wirklichen Leben wird dieser Ausdruck jedoch so gut wie nie so ausgesprochen, wie die drei Wörter im Einzelnen. Es geht um. Das liegt daran, dass es nur ein einziges sogenanntes Inhaltswort gibt – nämlich: GEHT. Die Wörter ES und UM sind sogenannte Funktionswörter. Funktionswörter sind normalerweise unbetont und werden oft reduziert. Üben wir zuerst mal das Wort GEHT. Es ist das einzige Inhaltswort, deshalb wird es in diesem Ausdruck auch am lautesten ausgesprochen. Es wird betont. GEHT. Es beginnt mit dem G-Laut ​ [ɡ].​ Das ist ein Plosiv, also ein Verschlusslaut. Das heißt, er besteht aus zwei Teilen. Zuerst wird der Luftstrom angehalten und als zweites wird die Luft ausgestoßen. Um den Luftstrom anzuhalten, wird der hintere Teil der Zunge nach oben geführt und berührt das Gaumensegel, was sozusagen den Weg für die Luft versperrt. Das ist der erste Teil dieses Lautes, also der Verschluss. Beim zweiten Teil wird die Zunge wieder weggezogen also wieder runtergezogen und dadurch wird die angestaute Luft schlagartig mit einem Explosionsgeräusch freigesetzt [ɡ]. Die Lippen haben, wenn wir das [ɡ] aussprechen, schon die Position des nächsten Lautes, also in unserem Fall, des E-Lautes. [e], [ɡe] Es sieht ein bisschen so aus, als würde ich lächeln. Zuletzt kommt [t], auch wieder ein Plosiv, also ein Verschlusslaut. Dabei bildet der vorderste Teil der Zunge an den oberen Schneidezähnen bzw. kurz dahinter den Verschluss, die Zunge kann die Zähne berühren, muss sie aber nicht. Dieser Verschluss wird auch wieder schlagartig gelöst, sodass die Luft halt auch wieder mit einem Explosionsgeräusch aus dem Mund entweicht. [t] Die Zähne sind entweder zusammengedrückt oder ganz leicht geöffnet. Bei mir sind sie meistens leicht geöffnet.

Jetzt das erste Wort des Ausdrucks. ES. Das ist eines meiner Lieblingswörter im Deutschen, weil es fast nie wirklich wie „es“ ausgesprochen wird. Dieses Wort ist kein Inhaltswort, es ist ein Funktionswort. Es ist also unbetont, sehr tief und wird sehr schnell ausgesprochen. Es gibt zwei Arten, auf die es in der Regel ausgesprochen wird. Erstens, mit dem e-schwa. Zusammen mit dem zweiten Wort würde das lauten: Es geht. Hört ihr, dass ich nicht sage: Es geht, sondern es geht. Die zweite Möglichkeit ist eigentlich nur das [s] auszusprechen. Nur ein Laut. Ein stimmloses S. Also, ES GEHT noch mehr reduziert auf „SGEHT“. Es ist ganz normal, das so auszusprechen, auch in formelleren Situationen. Nur wenn ihr wirklich ganz deutlich sprechen wollt oder müsst, oder wenn es darauf ankommt, besonders schön zu sprechen, z.B. wenn ihr eine Präsentation haltet, oder bei einer Deutschprüfung seid. Dann würde ich euch eher empfehlen, das Wort mit dem e-Schwa auszusprechen. Es ist dann besser als: [s].

Zuletzt die Präposition UM. Auch diese ist ein Funktionswort. Das heißt: dieses Wort ist auch wieder unbetont, tief und wird relativ schnell ausgesprochen. Um. Abgesehen davon wird dieses Wort normalerweise aber nicht wirklich reduziert. Die Aussprache unterscheidet sich in diesem Fall also nicht von dem, was ihr gelernt habt. Es wird halt einfach nur unbetont, tief und schnell ausgesprochen. Meistens verbindet man es jedoch mit dem Wort davor. Anstatt also zu sagen: „Es geht um“, könnt ihr einfach diesen Knacklaut am Anfang von „um“ weglassen und den gesamten Ausdruck einfach so sagen, als wäre das alles nur ein Wort. Also nicht: es geht um, sondern: „esgehtum“. Oder, ganz verkürzt: „sgehtum“.

Jetzt gehen wir mal zusammen auf Youglish und hören uns ein paar Beispielsätze an, damit ihr seht, dass die meisten deutschen Muttersprachler das wirklich so aussprechen, wie ich es euch gerade beschrieben habe. Wenn der Satz mit einem Adverbial beginnt, muss man ja die Wortfolge ändern. Zum Beispiel in diesem Satz: In der Serie geht es um Zeitreisen. Das Verb muss ja an der zweiten Stelle stehen, deshalb haben wir jetzt GEHT ES, nicht mehr ES GEHT. In diesem Fall verbinden wir diese beiden Wörter oft zu: „GEHTS“. Das kennt ihr mit Sicherheit schon von der Frage: wie geht es? Und die Präposition UM wird auch hier wieder direkt hinten drangehängt, also ohne Knacklaut, sodass alles wieder so gesagt wird, als ob es nur ein einziges Wort wäre: „GEHTSUM“. Und auch hier ist es wieder so: wenn man besonders deutlich oder schön sprechen will, dann ist es mit dem Schwa-Laut angemessener: „GEHTES“. Aber trotzdem eben miteinander verbunden und ohne Knacklaut. Wie als wäre das ein Wort. „GEHTESUM“ Noch eine Sache: Das gilt jetzt nur für die Umgangssprache, also z.B. im Gespräch mit Freunden.

Schauen wir uns mal diesen Satz hier an. Hier geht es um einen wichtigen Schritt. Die Formen EIN bzw. EINEN des unbestimmten Artikels werden oft auf [n] reduziert. So, und UM endet ja auf [m]. [m] und [n] liegen sehr nahe beieinander. Also lassen wir im informellen Rahmen diesen unbestimmten Artikel manchmal ganz weg. Man verbindet den Artikel mit der Präposition UM davor so stark, dass der Artikel gar nicht mehr zu hören ist. Also sagt man dann: „HIER GEHT ES UM WICHTIGEN SCHRITT“. Beim Schreiben kann man den Artikel auf keinen Fall weglassen! Der muss da sein! Aber in informellen Gesprächen ist es eben üblich, diesen unbestimmten Artikel sehr sehr stark zu reduzieren und mit den Wörtern davor und dahinter zu verbinden. Der Ausdruck „es geht um“ wird übrigens immer zusammen mit dem Akkusativ verwendet. Sodass also danach die Artikel DEN, DIE, DAS, EINEN, EINE, EIN folgen können. DEN, EINEN und EIN reduzieren sich bei informellen Gesprächen so stark, dass man sie weglassen kann, und viele deutsche Muttersprachler tun das auch. Die anderen Artikel können auch reduziert werden, aber die sind immer noch zu hören. Aber: DEN, EINEN und EIN kann man bei informellen Gesprächen hinter dem Ausdruck „ES GEHT UM“ halt einfach weglassen.

So, das war’s für heute. Ich hoffe, dass das ein nützlicher Input für euch war. Schreibt bitte unten in die Kommentare weitere Ausdrücke oder Wörter, deren Aussprache wir gemeinsam in einem anderen Video behandeln sollen. Und noch eine kleine Anmerkung in eigener Sache: Ich habe gerade mein erstes E-Book fertiggestellt, in dem ich euch 7 Tipps verrate, um sicher und selbstbewusst Deutsch zu sprechen. Es ist völlig kostenlos, ladet es euch gerne runter, lest es. Ich bin mir sicher, dass jeder von euch mindestens 3-4 Tipps da findet, die ihm wirklich helfen, sicherer und selbstbewusster zu sprechen. Der Link zu diesem E-Book zu diesen 7 Tipps befindet sich unter dem Video. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

 

VonBenjamin

Deutsche Vokale lernen | SCHWA – Häufigster Vokal – e-Schwa | Deutsche Aussprache verbessern

Dieses Video über das e-Schwa ist Teil meiner Serie über deutsche Vokale. Achtung! Schwa ist nicht gleich Schwa. Das e-Schwa, das wir hier behandeln, ist nicht zu verwechseln mit dem a-Schwa. Das wiederum behandeln wir in einem anderen Video.

Transkript:

Hallo liebe You-Tube Deutschlerner! Das ist das erste Video meiner neuen Serie über deutsche Vokallaute. Vielleicht habt ihr gelernt, dass es im Deutschen 5 Vokale gibt. A, E, I, O, U. Allerdings möchte ich gleich mal mit diesem Irrglauben aufräumen. Es ist nämlich ganz ganz wichtig, zwischen Lauten und Buchstaben zu unterscheiden. Buchstaben sind das, was wir schreiben und dagegen sind Laute das, was wir hören. Tatsächlich gibt es im Deutschen über 30 verschiedene Vokallaute. Die genaue Anzahl variiert je nach Definition. Zum Beispiel werden in einigen Büchern manchmal zwei Laute als ein Laut betrachtet, wenn sie sehr ähnlich klingen, und in manchen Büchern werden z.B. Laute, die nur in Fremdwörtern vorkommen, gar nicht berücksichtigt. In dieser Serie beschäftigen wir uns also mit der Aussprache aller deutschen Vokallaute. Für jeden Laut wird es ein Video geben. Heute beginnen wir mit dem Vokal, der am häufigsten vorkommt, dem sogenannten e-Schwa, [ə].

Wenn ihr in letzter Zeit meine Videos geschaut habt, dann habt ihr von dem e-Schwa bestimmt schon mal gehört. Es ist ein sogenannter Zentralvokal, d.h. der höchste Punkt des Zungenrückens befindet sich in der Mitte im Mund. So wird das ausgesprochen: [ə]. Die Zunge ist dabei ganz entspannt. Und die Lippen sind auch ganz locker, also nicht aktiv beteiligt [ə]. Dieser Laut hat übrigens keinen eigenen Buchstaben. Deswegen benutzen wir, wenn wir uns mit der Aussprache beschäftigen, dieses Zeichen hier. Das ist das offizielle Lautsymbol für das e-Schwa aus dem IPA, dem Internationalen Phonetischen Alphabet. Übrigens gibt es das e-Schwa nicht nur im Deutschen, sondern auch in vielen anderen Sprachen. Zum Beispiel ist es auch im Englischen der häufigste Vokallaut. Er kommt da z.B. in den Wörtern ABOUT oder BANANA vor. [ə], ABOUT, [bə] BANANA, [nə] Im Tschechischen hört man diesen Laut, wenn man buchstabiert. Zum Beispiel OSVČ. Wir sagen dann nicht: O S V Č, sondern: OSVČ [ə]. Und im Russischen findet man ihn zum Beispiel am Ende von diesem Wort hier: собака. Das ich lieber nicht auspreche, da ich kein Russisch kann. In der deutschen Sprache wird dieser Laut durch die Buchstaben E und A verschriftlicht, wobei man den Buchstaben A eigentlich nur am Anfang von Fremdwörtern aus dem Englischen als e-Schwa ausspricht. Das gilt z.B. für die Wörter ACCOUNT oder APARTMENT. Meistens wird dieser Laut aber eben durch den Buchstaben E verschriftlicht. Und zwar wird der Buchstabe E in unbetonten Silben in der Regel als e-Schwa ausgesprochen. Zum Beispiel in diesen Wörtern: REDE, [‚ʁe:] ist betont, da haben wir kein e-Schwa. Aber in der zweiten Silbe, die unbetont ist. [də], [ə], [‚ʁe:də]. Nicht RE-DE! Sondern: [‚ʁe:də] BESCHREIBUNG, [bə]. Nicht BE! Sondern: [bə’ʃʁaɪ̯bʊŋ]. GEWARTET, zweimal sogar. Am Anfang und am Ende. Ganz oft kommt dieser Laut am Ende von Wörtern vor, nämlich wenn das Wort mit einem E endet: FLASCHE, [ə]. SONNE, ICH STUDIERE HEUTE.

Ganz ganz oft passiert das ja auch, wenn wir konjugieren oder deklinieren. Das ist übrigens auch genau der Grund, warum dieser Laut der häufigste Vokallaut im Deutschen ist. Viele Wörter enden ja ohnehin schon mit einem E, wie wir gesehen haben und wenn man dann noch konjugiert, oder halt dekliniert, dann wird ja oft auch ein E ergänzt. Das sehen wir z.B. hier: EIN (ohne Schwa) EINE (mit Schwa). VIEL – VIELE. TISCH – TISCHE, ICH MUSS, ICH MUSSTE, ICH MÜSSTE.

Ein ganz wichtiger Punkt, wenn es um die Aussprache im Deutschen geht, sind Reduzierungen. In der deutschen Standardsprache reduzieren wir viele Wörter und Laute. Vielleicht habt ihr das schon mal gemerkt. Wenn ihr in einem Deutschkurs oder auch mit einem Lehrbuch gelernt habt, oder mit Duolingo oder anderen Apps. Als ihr dann zum ersten Mal sozusagen in die deutschsprachige Welt rausgegangen seid, dann habt ihr vielleicht gedacht: Hä? Warum sprechen die so anders? Irgendwie verstehe ich total wenig. Und das liegt eben genau an den ganzen Reduzierungen. Ich zeige euch das an einem Beispiel: DEM – bestimmter Artikel, Dativ: wird ganz oft zu [dəm]. Zum Beispiel: Nach dem Unterricht muss ich noch zur Post. Hier haben wir also auch das e-Schwa. In der normalen Sprache würde fast niemand sagen: nach DEM Unterricht. Nur wenn ich das betonen will. Nach dem Unterricht. Aber das würde man eigentlich nicht tun. Deswegen, im Normalfall, würde man sagen: nach dem Unterricht. Oder: DU wird oft zu [də] – Was machst du morgen? e-Schwa. Und ein anderer Punkt. Das e-Schwa wird manchmal so stark reduziert, dass es selbst getilgt wird. Zum Beispiel: HATTEN wird zu [ˈhatn̩]. Das e-Schwa in diesem Fall fällt dann komplett weg. Das passiert sehr häufig in spontan gesprochener Sprache, und zwar sowohl in der informellen als auch in der formellen Sprache. Das gilt für die deutsche Standardsprache genau so wie für Dialekte. Wobei in Dialekten oft auch noch andere Regeln gelten.

Auf solche Reduzierungen im Einzelnen gehen wir aber in anderen Videos genauer ein, denn hier soll es ja jetzt um den Laut an sich gehen. Wichtig für euch ist, dass ihr wisst, dass es das e-Schwa im Deutschen gibt und dass dieser Vokal am häufigsten vorkommt, von allen Vokalen. Sowohl in der Wörterbuch-Aussprache als auch in reduzierten Formen. Und ihr solltet auch nicht vergessen, dass diese Reduzierungen ganz typisch sind. Nur wenn man ganz langsam und besonders deutlich sprechen will, verzichtet man auf Reduzierungen. Aber sonst benutzt man sie in der gesprochenen Sprache formell und auch informell. Fun Fact: das e-Schwa ist auch genau der Laut, den man von sich gibt, wenn man überlegt. Zum Beispiel, wenn man überlegt, wie man weiterreden soll, wenn man nicht auf das richtige Wort kommt. Man sollte das zwar nicht allzu oft machen, aber wenn ihr mal in der Situation seid, dass euch ein Wort nicht einfällt oder ihr halt einfach beim Sprechen überlegen müsst, dann könnt ihr das ruhig so machen. So machen wir Muttersprachler das nämlich. Und wenn man das dann aufschreibt, z.B. in einer WhatsApp-Nachricht, dann sieht das so aus. Äh, keine Ahnung!

Um sicherer und selbstbewusster Deutsch zu sprechen, wie ein Muttersprachler, empfehle ich euch übrigens mein kostenloses E-Book mit 7 Tipps dazu. Unter dem Video hier ist der Link, wo ihr euch völlig gratis dafür eintragen könnt. Im nächsten Video dieser Serie über deutsche Vokale behandeln wir den kurzen I-Laut. Den spricht man übrigens nicht wie I aus. Das wäre dann nämlich der lange I-Laut. Wenn ihr dieses Video sehen wollt, dann abonniert am besten einfach meinen Kanal und drückt auf die Glocke. Dann kriegt ihr nämlich eine Benachrichtigung, sobald das Video online ist. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You-Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video dieser Serie.

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Ist R ein Vokal? | Aussprachetraining: a-Schwa [ɐ] | Aussprache R

Das heutige Sprechtraining ist ein Muss für jeden, der richtig Deutsch sprechen und seine deutsche Aussprache verbessern will. Wir lernen und üben hier das a-Schwa (auch vokalisches R oder vokalisiertes R genannt). In der standarddeutschen Umgangssprache wird der Buchstabe R nämlich meistens als a-Schwa gesprochen. Ausschlaggebend ist hierbei, dass dieser Laut nichts mit dem konsonantischen R zu tun hat. Diese Lektion stammt aus dem Kurs über deutsche Vokale und Diphthonge meiner Online-Akademie.

 

Transkript:

Heißt es eigentlich [hiːʁ] oder [hiːɐ̯], [ʃaʁf] oder [ʃaɐ̯f]? Dieser Frage wollen wir in diesem Video auf den Grund gehen.

Heute möchte ich euch ein Video aus meiner Online-Akademie zeigen. Also ihr habt ja wahrscheinlich mitbekommen, dass ich eine Online-Akademie habe jetzt mittlerweile schon seit knapp einem halben Jahr. Im November 2020 habe ich sie eröffnet und im Grossen und Ganzen handelt es sich dabei um eine Online-Lernplattform für fortgeschrittene Deutschlerner mit den Schwerpunkten Aussprache, Akzentreduzierung und Hörverstehen. So und innerhalb dieser Online -Akademie gibt es verschiedene Online-Kurse zu dem man automatisch Zugang bekommt.

Also zu all diesen Kursen der Online-Akademie, wenn man sich in der Akademie anmeldet, wenn man also die Mitgliedschaft abschließt. Und einer dieser Online-Kurse handelt von deutschen Vokallauten. Da geht es also um die deutschen Vokale und auch Diphthonge. Das heißt, alle diese Vokallaute, die wir in der deutschen Sprache haben, all diesen Lauten widmen wir uns in den einzelnen Kapiteln dieses Kurses und heute möchte ich euch eben hier auf YouTube eins dieser Videos zeigen aus diesem Vokalkurs und zwar das Video zum a-Schwa. Das a-Schwa das wird auch vokalisches r genannt. Ihr werdet das später in dem Video auch noch mal hören und ganz ganz wichtig ist mir dass aber gleich am Anfang auch noch einmal zu betonen. Das ist wahrscheinlich die allerwichtigste Informationen des gesamten Videos der gesamten Lektion heute. Nämlich, dass wir im Deutschen unterscheiden zwischen einem konsonantischen r und einem vokalischen r. Und das ist ganz wichtig, deswegen schreibt euch das sozusagen hinter die Ohren. Eine Redewendung bedeutet: merkt euch das ja, das ist ganz ganz wichtig, eine sehr sehr wichtige Information. Schreibt euch das hinter die Ohren. So ich zeige euch jetzt das Video. Alles, was ihr zu meiner Online-Akademie wissen müsst, beziehungsweise wenn ihr überhaupt etwas dazu wissen wollt, dann findet ihr den Link unter dem Video. Ich teile den Link direkt in dieser Videobeschreibung und auch unten in den Kommentaren. So und jetzt viel Spaß beim Video!

Für den Buchstaben R gibt es im Deutschen vier Aussprachevarianten, also 4 mögliche Laute. Da gibt es zum einen das konsonantische R – davon gibt es 3 Varianten, die alle richtig und nicht bedeutungsunterscheidend sind. Darum geht es in diesem Video nicht. Und zum anderen gibt es das vokalische R, das auch a-Schwa genannt wird. Und darüber sprechen wir heute in diesem Video. Ihr lernt die richtige Aussprache dieses Lautes, der mit dem Konsonanten [ʁ] oder [r] nichts zu tun hat.

Es ist nämlich tatsächlich so, dass der Buchstabe R zwar ein Konsonantenbuchstabe ist, in den meisten Fällen in der deutschen Sprache aber tatsächlich als Vokal ausgesprochen wird. Und es ist ganz wichtig, dass wir uns das mal kurz bewusst machen. In sehr vielen Sprachen, vielleicht auch in eurer Muttersprache gibt es einfach nur den Konsonanten [ʁ] oder [r]. Und im Deutschen gibt es dazu noch eben noch einen Vokal für den Buchstaben R. Wir sagen nämlich auf keinen Fall [hiːʁ], sondern [hiːɐ̯]. Ich spreche das Wort jetzt mal in Zeitlupe aus. Und dann werde ich zusätzlich zu der Zeitlupe… Ich spreche es einfach langsam aus und zusätzlich werde ich es dann mit dem Computer noch um 50% reduzieren. Und dann werdet ihr feststellen, wie das klingt.

So, am Ende des Wortes haben wir den Laut [ɐ]. Und das ist ganz genau das a-Schwa oder auch das vokalische R. Ich bevorzuge allerdings den Begriff „a-Schwa“, den ich auch immer benutze, weil der Begriff klar macht, dass es ein Vokal ist und nichts mit dem [ʁ] zu tun hat. Es ist kein Konsonant, sondern ein Vokal. Und er ist dem langen [a:], das wir z.B. in dem Wort „ja“ aussprechen, ziemlich ähnlich. Deswegen benutze ich eben lieber diesen Begriff: a-Schwa.

Die Zungenspitze berührt wie beim langen [a:] die unteren Schneidezähne. Die Zunge befindet sich mittig im Mund. Allerdings ist im Gegensatz zum [a:] der Mund hier bei dem a-Schwa nur ganz ganz leicht geöffnet, der Unterkiefer senkt sich also kaum und damit ist auch der hintere Zungenrücken ein klein wenig angehoben. Außerdem ist das a-Schwa viel tiefer und viel leiser. Tiefer – [ˈthiːfɐ]. Leiser – [ˈlaɪ̯zɐ].

Weitere Beispiele mit dem a-Schwa:

Ganz ganz wichtig ist hier wirklich, dass ihr drauf achtet, in diesen Wörtern eben nicht [ʁ] oder [r] auszusprechen. Denn genau das würde einen typischen fremdsprachlichen Akzent ausmachen. Es gibt zwar tatsächlich ein paar Regionen vor allem in Westdeutschland, Nordrhein-Westfalen z.B., wo die Leute in diesen Wörtern den Laut [ʁ] aussprechen würden, das Problem ist aber: dadurch, dass ihr wahrscheinlich nicht all die anderen Ausspracheregeln und -gewohnheiten, die in diesen Regionen, in diesen Dialekten üblich sind, berücksichtigt, hört sich das dann unnatürlich an. Ja, und im Standarddeutschen sprechen wir hier auf jeden Fall das a-Schwa aus und nicht [ʁ], oder [r].

Ihr könnt ja z.B. mal euer Handy nehmen und euch einfach mal selbst aufnehmen, während ihr diese Wörter aussprecht, euch das dann nochmal anhören, um festzustellen, ob ihr da nicht doch noch ein [ʁ] oder [r] oder so was hört. Und wenn ja, dann sagt das Wort nochmal und stellt euch dort eher ein ganz kurzes A mit tiefer Stimme vor, aber auf keinen Fall ein konsonantisches [ʁ] oder [r].

Und wann wird der Buchstabe R nun als a-Schwa ausgesprochen?

Grundsätzlich könnt ihr euch merken: wenn der Buchstabe R innerhalb einer Silbe nach einem Vokal kommt, dann wird dort ein a-Schwa ausgesprochen. Oder anders gesagt: ein a-Schwa wird nicht ausgesprochen, wenn der Buchstabe R am Wort- oder Silbenanfang oder nach einem Konsonanten steht.

Also, z.B.: er war erst vorgestern in der Oper. Siebenmal der Buchstabe R, aber nirgendwo sage ich [ʁ] oder [r], sondern jedes Mal das a-Schwa, weil der Buchstabe in all diesen Fällen nach einem Vokal steht.

Ganz typisch ist, wie ihr seht, die Endung bzw. Buchstabenkombination <er>. Nehmen wir noch einen Satz: wir feiern am ersten September. Wieder mehrmals der Buchstabe R und überall a-Schwa.

Am Wort- und Silbenanfang und nach einem Konsonanten sprechen wir wie gesagt kein a-Schwa, z.B. in den Wörtern „rot“ oder „frisch“. Manchmal kommt es auch zur Verschiebung von Silbengrenzen und dann kann es sein, dass der Buchstabe R in verschiedenen deklinierten oder konjugierten Formen unterschiedlich ausgesprochen wird.

Zum Beispiel bei dem Wort „Fahrer“ mit a-Schwa am Ende, der Fahrer – aber: die Fahrerin – -rin. Oder:
das Haus ist schöner als das erste. – schö-ner. A-Schwa am Ende.

Aber: Das ist das schönere Haus von beiden. – schö-ne-re. Hier haben wir den Konsonanten.

Oder hier das Verb „studieren“:
ich studiere – drei Silben: stu-die-re – kein a-Schwa, weil der Buchstabe R am Anfang der letzten Silbe ist

Aber:
du studierst – zwei Silben: stu-dierst – hier haben wir ein a-Schwa, weil der Buchstabe R ja hier nach einem Vokal steht.

Besonders in der ich-Form von Verben gibt es dann deshalb auch zwei richtige Aussprachevarianten. Nehmen wir mal ein anderes Verb: hören. Wenn ich sehr deutlich sprechen will, in einer Prüfung oder in einem großen Saal, dann sage ich: ich höre Sie leider nicht. – höre – 2 Silben – ohne a-Schwa. Aber wie ihr sicher schon wisst, wird das E am Ende der ich-Form von Verben meistens weggelassen. Dann würde ich also z.B. in einem Skype-Call sagen: ich hör Sie leider nicht. – hör – 1 Silbe: hör – mit a-Schwa am Ende. Weil der Buchstabe R hier nach einem Vokal steht.

Nochmal der Kontrast: ich höre – ich hör.

Oder auch: ich wäre – ich wär.
Wir fahren (ganz formell, ganz übertrieben deutlich) – ja, aber normalerweise würden wir sagen: wir fahren.

Auch Wörter mit den unbetonten Präfixen er-, ver-, zer-, her- und vor- mit dem a-Schwa.

erkennen – sehr deutlich gesprochen: [ɛɐ̯ˈkɛnən]. – Normal gesprochen ist das Präfix sehr schnell und sehr tief: [ɛɐ̯ˈkɛn]

verstehen – sehr deutlich gesprochen: [fɛɐ̯ˈʃteːn] – normal gesprochen nur mit a-Schwa: [fɐˈʃteːn]

zerstört – sehr deutlich gesprochen:  [t͡sɛɐ̯ˈʃtøːɐ̯th] – normal gesprochen nur mit a-Schwa: [t͡sɐˈʃtøːɐ̯th]

herbeiführen – [hɛɐ̯ˈbaɪ̯ˌfyːʁən]

Oder: vorbei – [fɔɐ̯ˈbaɪ̯]. Oder Wörter mit den betonten Präfixen her- und vor-: herkommen – [ˈheːɐ̯ˌkɔm], der Vorname – [ˈfoːɐ̯ˌnaːmə]

In Berlin und Brandenburg spricht man statt des a-Schwas übrigens oft ein noch offeneres [a], also so wie das ganz normale A. Beispielsweise könnte jemand sagen: er meinte, dass er zu seiner Mutter fahren will. So würde man in Berlin sprechen. Also statt des a-Schwas ein noch offeneres A.

Und damit sind wir am Ende des Videos zum a-Schwa aus meiner Online-Akademie aus dem Online-Kurs über deutsche Vokale angekommen. Alle Informationen zu meiner Online-Akademie findet ihr unter dem Video, einmal in der Info-Box und auch nochmal in den Kommentaren.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf You-Tube und ich freue mich auf euch im nächsten Video!

VonBenjamin

REDUZIERUNGEN sind das A und O | Akzentfrei Deutsch sprechen

Der Grund Nr. 1, warum wir Deutsche so schnell sprechen, sind sogenannte Reduzierungen bzw. Reduktionen. Das heißt, wir verkürzen Laute und verbinden sie miteinander. Ohne den Gebrauch von Reduzierungen werdet ihr niemals Deutsch sprechen wie ein Muttersprachler. Fangt also am besten sofort damit an, Reduzierungen zu benutzen und ihr werdet merken, dass ihr automatisch schneller Deutsch sprecht! In diesem Video lernt ihr die 5 wichtigsten Reduzierungen im Deutschen, die ihr anwenden solltet, wenn ihr wie ein deutscher Muttersprachler klingen wollt.

Lifehacks: Akzentfrei Deutsch sprechen

  • Tipp 1: Sprecht das Pronomen „es“ einfach nur als [s] aus.
  • Tipp 2: Sagt „nich“ statt „nicht“.
  • Tipp 3: Lasst das e-Schwa am Ende der ich-Form von Verben weg.
  • Tipp 4: Sprecht das Wort „ich“ verkürzt aus.
  • Tipp 5: Verschluckt die Endung -en.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Willkommen bei Deutsch mit Benjamin – der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen und für alle, die ihre deutsche Aussprache verbessern, akzentfrei Deutsch sprechen oder zumindest ihren Akzent reduzieren wollen und die ihr Hörverstehen verbessern, also Deutsche besser verstehen wollen. Heute möchte ich euch 5 Tipps, 5 Lifehacks mit auf den Weg geben, mit denen euer Akzent gleich viel natürlicher und viel typischer deutsch klingen wird. Diese Tipps sind nicht nur wahnsinnig praktisch und effektiv, sondern auch ganz leicht umzusetzen, d.h. ihr könnt noch heute damit anfangen und falls ihr bisher noch nie darauf geachtet habt, dann gebe ich Brief und Siegel darauf, dass ihr nach diesem Video immer wieder daran denken werdet und euch wundern werdet, dass euch das vorher nie aufgefallen ist.

Abonniert übrigens gern meinen Kanal und klickt auch auf die Glocke, um kein neues Video mehr zu verpassen. Außerdem wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr dem Video einen Daumen nach oben geben würdet, das würde mir wirklich sehr helfen.

Legen wir gleich los mit dem Lifehack Nr. 1: Sprecht das Pronomen „es“ einfach nur als [s] aus. Ihr kennt das sicher schon aus der Frage „Wie geht’s?“ oder „Wie geht’s dir?“, ja, was ja eigentlich eine Kurzform für „Wie geht es dir?“ ist, aber dieses Pronomen „es“ wird zu dem einzelnen Laut [s] reduziert. Und so machen wir das nicht nur in dieser einen Frage, sondern ständig. Probiert es doch auch gleich mal aus, z.B. ja, jetzt gerade habe ich z.B. gesagt: Probiert es doch auch gleich mal aus!

Ja, oder:

Es geht mir gut.
Es regnet schon wieder!
Schick es mir bitte noch heute.
Ist es okay, wenn ich es dir doch erst morgen schicke?
Ich kann es nicht glauben.

Man kann das im Prinzip immer machen, ja, nur wenn man bewusst langsam spricht oder vielleicht einen Vortrag in einem großen Saal hält, dann spricht man das vereinzelt noch mit einem e-Schwa aus, also [əs], aber viel öfter eben einfach nur [s]. Manchmal schreibt man das dann auch so, also entweder mit Apostroph oder ohne. Ich persönlich mache das nicht, also natürlich spreche ich auch so, aber schreiben würde ich persönlich halt immer die volle Form. Das finde ich persönlich einfach schöner. Ihr könnt es aber auch so verkürzt schreiben, allerdings wirklich nur unter Freunden, also noch nicht mal unter Arbeitskollegen.

Gehen wir nochmal zurück zum letzten Satz. Ich kann es nicht glauben. Fällt euch da noch was anderes auf? Ich kann es nicht glauben. Hier sage ich „nich“ statt „nicht“, also ich lasse einfach das T weg.

Und da sind wir schon beim Lifehack Nr. 2: Sagt „nich“ statt „nicht“. Auch hier gilt wieder, wenn man bewusst langsam oder deutlich spricht, dann kann man das T mitsprechen, aber wirklich oft spricht man es einfach nicht mit.

Hört nochmal hin:
Wirklich oft spricht man es einfach nicht mit.
Oder:
Kommt Paul etwa nicht?
Er fühlt sich nicht gut.
Das habe ich nicht gewusst.

Und was ist euch jetzt bei diesem Satz noch aufgefallen? „Das habe ich nicht gewusst.“ Sage ich „habe“? „Das habe ich nicht gewusst.“ Nee, ich sage „hab“.

Und das ist der Lifehack Nr. 3: Lasst einfach das e-Schwa am Ende der ich-Form von Verben weg. Das ist auch so was von typisch deutsch und lässt euch gleich viel natürlicher klingen. Und all diese Tipps, also nicht nur dieser, sondern alle in diesem Video, helfen euch auch dabei, schnell Deutsch zu sprechen bzw. flüssig Deutsch zu sprechen. Denn oftmals ist tatsächlich gar nicht wirklich die Sprechgeschwindigkeit von uns so hoch, sondern es liegt eben einfach an diesen Reduzierungen. Also, sagt z.B.

Ich lerne schon seit 5 Jahren Deutsch.
Ich hatte echt noch so viel zu tun, deshalb konnte ich leider nicht kommen.
Das mache ich gern.

Man kann das unter Freunden auch dann so schreiben, also einfach ohne den Buchstaben E. Das mache ich auch manchmal. Aber wie schon gesagt, benutze ich persönlich beim Schreiben eigentlich generell lieber die volle Form, weil mir diese reduzierten Formen beim Schreiben nicht gefallen.

Es gibt hier übrigens eine Ausnahme, und zwar wenn das Verb am Ende ist, also in Nebensätzen. Dann spricht man doch die volle Form. Also beispielsweise würde man nicht sagen: Ich bin froh, dass ich hier „arbeit“. Sondern: Ich bin froh, dass ich hier arbeite. Nur bei „haben“ kann auch am Satzende die Kurzform „hab“ benutzt werden, also z.B. „Guck mal, was ich dir mitgebracht habe.“ Aber sonst am Satzende die volle Form. Und wenn ihr jetzt nochmal genauer hinhört und vor allem auf die beiden Ichs achtet, also in diesem Satz ist ja zweimal das Wort „ich“, ja, was fällt euch denn da noch auf? Also ich sag den Satz nochmal: Ich bin froh, dass ich hier arbeite.

In keinem der beiden Fälle sage ich wirklich „ich“ mit diesem klaren Vokal, ja, und das ist der vierte Lifehack: Sprecht das Wort „ich“ verkürzt aus. Und zwar einmal: Wenn der Satz mit dem Wort „ich“ beginnt, dann sprecht einfach nur den Laut [ç].

Ich bin froh.
Ich muss leider los.
Ich melde mich später bei dir.

Und dann, wenn der Satz nicht mit dem Wort „ich“ beginnt, dann spricht man doch noch einen ganz ganz leichtes, kurzes, ungespanntes [ɪ], aber der Vokal ist wirklich ganz ganz kurz und verbindet sich mit dem Wort davor. Also z.B.

Er ist sauer, weil ich ihn kritisiert habe.
Heute bin ich echt müde.
Jetzt habe ich vergessen, was ich sagen wollte.

Bonus-Tipp: Manchmal macht man ja Pausen beim Sprechen, gerade weil Deutsch ja eben auch nicht eure Muttersprache ist, müsst ihr vielleicht hier und da noch überlegen und macht dann eben eine Sprechpause. Macht diese Sprechpause aber in solchen Sätzen erst nach dem Wort „ich“. Ja, weil wir das ja eben mit dem Wort davor verbinden und wenn ihr dann genau dazwischen die Pause machen würdet, dann wären die beiden Wörter ja nicht mehr verbunden, was dann unnatürlich klingen würde und auch das Verständnis eventuell beeinträchtigen würde. Wenn ihr die Pause erst nach dem Wort „ich“ macht, dann merkt euer Gegenüber das vielleicht gar nicht. Da ist die Pause also völlig normal und stört auch nicht. Also beispielsweise: Er ist sauer, weil ich ihn kritisiert habe.

Bei Sätzen, die mit dem Wort „ich“ beginnen, könntet ihr, falls nötig, die Pause am besten nach dem Verb machen, z.B.
Ich muss leider los.

Wenn ihr auf der Suche nach mehr Regeln und Tipps wie diesen hier seid, dann empfehle ich euch, mal meine Online-Akademie zu besuchen. Das ist eine umfassende Lernplattform, wo ihr gezielt an eurem Akzent arbeiten könnt und jede Menge Audio- und Videomaterial findet, um eure Aussprache, Intonation, Sprechmelodie zu verbessern. Den Link zu meiner Online-Akademie packe ich euch unten in die Beschreibung in die Infobox.

Kommen wir zum Lifehack Nr. 5: Verschluckt die Endung -en.

Das gilt für Nomen, Verben, Adjektive und es gilt eigentlich nicht nur für Endungen, sondern generell für -en- als unbetonte Silbe. Guckt mal, z.B. hier dieser Satz:

Wir wollen uns einen spannenden Film angucken. Also ihr seht bzw. hört, dass jedes Mal diese Silbe -en- verschluckt wird. Noch ein Beispiel: Können wir Ihnen denn noch einen anderen Gefallen tun? Ja, das könnte beispielsweise eine Verkaufsperson zum Kunden sagen. Oder: Letzten Freitag war ich mit meinen Freunden aus München zu Besuch in Dresden.

Hier ist ein weiterer Bonus-Tipp:

Insbesondere die Artikel „ein“ und „einen“ klingen im Prinzip völlig gleich. Entweder sagt man „ein“, also das kann man eigentlich immer so tun, egal, in welcher Situation, ja, z.B.

Ich habe neulich einen Brief bekommen.
Ich habe neulich ein Schreiben erhalten.

Kein Unterschied zu hören.

Oder wenn man noch schneller spricht, dann aber nur in lockeren, informellen Situationen, dann sagt man oft einfach nur [n]:

Ich habe neulich einen Brief bekommen.
Ich habe neulich ein Schreiben erhalten.

Welcher dieser Tipps war euch neu? Habt ihr vielleicht weitere Wünsche, worauf ich in zukünftigen Videos mal eingehen soll? Dann schreibt sie mir gern in die Kommentare. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: REDUZIERUNG von Jahreszahlen | Akzentfrei Deutsch B1 B2 C1 C2

Jahreszahlen gelten als typischer Fall, wo es sich richtig anbietet, stark zu reduzieren. Wir reduzieren Laute und verbinden sie miteinander ja meist in Wörtern, die nicht zur Bedeutung eines Satzes beitragen, sondern eine grammatikalische Funktion erfüllen (sogenannte Funktionswörter) oder eben in Wortteilen mit dieser Eigenschaft. ⁠ Vor allem der erste Teil in Jahreszahlen („19…“) ist ja per se „unwichtiger“ als der zweite Teil, sodass wir eben den ersten Teil oft reduzieren. ⁠ 📌 Standardaussprache „neunzehnhundert…“: [ˈnɔɪ̯nt͡seːn ˌhʊndɐt] ⁠ 📌 Übliche Aussprache mit Reduzierung (wie im Video): [ˈnɔɪ̯nt͡sɐt] ⁠ 📌 Auch üblich (etwas weniger reduziert): [ˈnɔɪ̯nt͡sn̩hɐt] ⁠ 📌 Beispielsätze: ⁠ 1. Wann ist die Berliner Mauer nochmal gefallen? – 1989. ⁠ 2. Zwischen 1997 und 2014 haben Bund, Länder und Kommunen über eine Million Wohnungen an Konzerne verscherbelt. ⁠

Etwas verscherbeln = etwas zu einem sehr günstigen Preis verkaufen.

Transkript:

Wann ist die berliner Mauer noch mal gefallen? 1989. Was war das? 1989. Das ist eine typische Reduzierung im Deutschen.

Zwischen 1997 und 2014 haben Bund, Länder und Kommunen über eine Million Wohnungen an Konzerne verscherbelt.

 

VonBenjamin

30 Sekunden Deutsch: Hörverstehen verbessern | Sätze für euren nächsten Skype-Call

Lernt, wie man schnell und authentisch sagt: „Ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden.“

Transkript:

Wenn also das nächste Mal auf Zoom oder auf Skype die Internetverbindung wieder nicht mitspielt, dann könnt ihr sagen: ich höre dich nicht. Das habe ich nicht verstanden. Ich hoffe das hilft.

VonBenjamin

Auf DEUTSCH DENKEN, statt zu übersetzen | Fließend Deutsch sprechen

„Ich möchte Deutsch sprechen wie ein Muttersprachler. Wie kann ich auf Deutsch denken und nicht mehr ständig im Kopf aus meiner Muttersprache übersetzen?“ Dieser Frage gehen wir heute auf den Grund. Dabei gebe ich euch praktische Tipps an die Hand, wie ihr lernen könnt, auf Deutsch zu denken, sodass ihr eurem Ziel, fließend Deutsch sprechen zu können, wieder ein Stück näher kommt.

  • Stellt euer Handy, Tablet und euren PC auf Deutsch ein!
  • Benutzt einsprachige Wörterbücher!
  • Führt Selbstgespräche auf Deutsch!
  • Schreibt eure Einkaufslisten auf Deutsch!
  • Lernt etwas Neues nur auf Deutsch!
  • Macht Shadowing!

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Kennt ihr das Gefühl, dass ihr beim Deutschsprechen immer wieder aus eurer Muttersprache übersetzt? Wie man es schaffen kann, das zu vermeiden und dafür sorgen kann, auf Deutsch zu denken, darüber sprechen wir heute.

Und damit willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die ihre Deutschkenntnisse perfektionieren wollen. Na ja, heute geht es uns also um die Frage, was man tun kann, um nicht mehr ständig im Kopf zu übersetzen, wenn man Deutsch spricht. Diese Frage ist mir im Laufe der Jahre immer wieder von Deutschlernern gestellt worden und ich bin fest davon überzeugt, dass uns das alle in irgendeiner Weise betrifft, ja, also mich persönlich eingeschlossen, natürlich nicht, wenn ich Deutsch spreche, aber wenn ich eben Englisch oder Tschechisch spreche. Die meiste Zeit übersetze ich dann nicht aus meiner Muttersprache, also aus dem Deutschen, aber hin und wieder ertappe ich mich dann doch dabei. Also, das kommt einfach vor und meiner Meinung nach ist das ganz normal, nichts, worüber man sich ärgern sollte oder weswegen man deprimiert sein sollte und das ist mir an dieser Stelle ganz wichtig zu betonen, nämlich, dass auch ihr euch da nicht unnötig stressen solltet. Wenn ihr also das Gefühl habt, dass ihr nicht gut genug seid oder wenn euch das deprimiert, dass ihr eben oft noch im Kopf aus eurer Muttersprache übersetzt, wenn ihr Deutsch sprecht, dann entspannt euch erstmal, macht euch damit nicht fertig, weil es eben, wie ich ja eingangs schon sagte, einfach ganz normal ist. Das gehört dazu. Jeder von uns – und wenn er noch so gut und fließend Deutsch spricht – hat auch mal einen Gedanken in seiner Muttersprache, den er dann ins Deutsche übersetzt. Ja, man ist einfach auch mal müde, gerade wenn man einen schweren Tag hatte, oder gerade Stress auf Arbeit und so weiter und so fort, ja, dann schafft man es einfach nicht immer, sein Gehirn komplett auf Deutsch einzustellen und auf Deutsch zu denken. Das war mir an dieser Stelle wirklich ganz wichtig euch mitzugeben, weil es einfach nicht zum gewünschten Erfolg führt, ja, wenn man an eine Sache so negativ rangeht und das als etwas Schlechtes, Negatives betrachtet, dann macht man sich damit zu sehr fertig, das demotiviert einen dann und man gelangt in so einen Teufelskreis.

So, jetzt zu meinen Tipps, die ihr natürlich generell befolgen könnt, um eben möglichst nicht mehr bzw. nicht mehr so oft aus eurer Muttersprache zu übersetzen und stattdessen eben so oft es geht auf Deutsch zu denken. Was ich euch zu allererst empfehle, um euer Gehirn, euren Kopf dahingehend zu trainieren, ist, euch mit der deutschen Sprache zu umgeben. Der Begriff der Immersion spielt hier eine ganz wesentliche Rolle. Umgebt euch mit der deutschen Sprache, es muss nicht zwangsläufig den ganzen Tag sein, dann läuft man nämlich auch wieder Gefahr, dass man schnell aufgibt, weil es einen müde macht, wenn man sich zwingt, den ganzen Tag alles auf Deutsch zu machen. Viel effektiver ist es, wenn ihr z.B. jeden Tag nur eine bestimmte Zeit lang vollständig in die Sprache eintaucht. Wenn ihr es nicht jeden Tag schafft, dann legt euch 3-4 feste Zeiten pro Woche fest, ja, sagen wir beispielsweise jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 16 bis 18 Uhr, macht ihr alles auf Deutsch. Das heißt, deutsches Radio hören, einen deutschsprachigen Film schauen, ihr könnt auch was lesen, aber etwas zu hören, ist immer effektiver. Eine Kleinigkeit, die ich euch auch empfehle, ist, euer Handy, Tablet, euren Computer auf Deutsch einzustellen. Das dann natürlich nicht nur zu den festen Zeiten, sondern dauerhaft und wenn euch das zu viel ist, alle Geräte auf Deutsch einzustellen, dann entscheidet ihr euch eben nur für eins, ja, z.B. ich persönlich hatte sehr lange Zeit mein iPhone auf Tschechisch eingestellt, mein Computer war aber weiterhin auf Deutsch. Und es gab nie die Situation, dass da etwas auf meinem Handy angezeigt wurde, womit ich völlig überfordert gewesen wäre, weil man ja in der Regel eh alles intuitiv macht, an seinem Handy, von daher, ja, liest man das ja gar nicht alles aktiv, aber man nimmt das so passiv auf.

Das nächste, was ihr tun könnt, ist, einsprachige Wörterbücher zu benutzen. Also wenn ihr neue Wörter und Redewendungen antrefft, dann schlagt sie in einem einsprachigen Wörterbuch nach und eben nicht in einem zweisprachigen Wörterbuch. Dafür eignen sich natürlich die zahlreichen Online-Wörterbücher wie Duden oder DWDS, manchmal kann es aber vorkommen, dass die Erklärungen und Definitionen dort zu kompliziert sind. Deshalb empfehle ich euch tatsächlich das gute alte Wörterbuch in Papierform, und zwar genauer gesagt dieses hier: Langenscheidts Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Wie der Name schon sagt, ist das ein Wörterbuch, das extra für Deutschlerner wie euch zusammengestellt wurde, heißt, die Definitionen sind verständlicher als in den anderen Wörterbüchern und es wird auch auf Besonderheiten eingegangen, die eben für euch Deutschlerner relevant sind, spezielle Kollokationen, wichtige Hinweise zur Verwendung der Wörter usw. Wenn man das Wörterbuch kauft, bekommt man übrigens kostenlosen Zugang zur Online-Version dieses Wörterbuchs. Ich packe euch den Link zu diesem Wörterbuch unten in die Infobox.

Mein nächster Tipp ist: Führt Selbstgespräche auf Deutsch. Klingt merkwürdig, hilft aber ungemein. Also versucht einfach regelmäßig, wenn ihr über irgendwas nachdenkt, das kann ruhig was ganz Banales sein, z.B. was ihr einkaufen müsst oder was ihr noch zu erledigen habt, also versucht das einfach mal auf Deutsch zu machen und dabei eben laut zu denken, also mit euch selbst zu reden. So zeigt ihr eurem Gehirn, dass die deutsche Sprache in euren Alltag gehört und wenn ihr das häufiger macht, also beispielsweise über euren Einkauf immer wieder auf Deutsch nachdenkt, idealerweise dann damit verbunden auch die Einkaufsliste jedes Mal auf Deutsch schreibt, ja, dann gewöhnt ihr euch daran und euer Kopf stellt sich irgendwann automatisch auf Deutsch ein, wenn ihr das nächste Mal wieder über euren Einkauf nachdenkt.

Damit verbunden ist auch mein nächster Tipp: Lernt etwas Neues auf Deutsch und zwar nur auf Deutsch. Und damit meine ich nicht unbedingt was, was mit der deutschen Sprache unmittelbar zu tun hat, sondern einfach irgendwas, was euch interessiert. Ich gebe euch ein Beispiel: alle Kenntnisse, die mit Social-Media-Marketing zu tun haben und mit der Arbeit als Lehrperson auf YouTube und Instagram, habe ich mir auf Englisch angeeignet. Das heißt, jedes Mal, wenn ich darüber was Neues erfahren will oder einfach darüber nachdenke, fällt mir das alles auf Englisch ein. Es fällt mir tatsächlich sogar schwer, darüber auf Deutsch zu reden oder nachzudenken, weil dieses Thema in meinem Kopf einfach auf Englisch gespeichert ist. Also versucht es doch auch mal.

Der nächste Tipp: Macht Shadowing. Shadowing ist eine Methode, über die ich auf Instagram schon häufig gesprochen habe und in meinen Videos hier auf YouTube, in denen ich authentische gesprochene Sprache analysiere, wenden wir diese Methode auch regelmäßig gemeinsam an. Diese Videos blende ich euch jetzt oben rechts ein und verlinke sie euch auch unten in der Infobox. Shadowing ist kurz gesagt: Hören und Nachsprechen. Ihr nehmt euch ein kurzes Audio oder Video und sprecht einfach immer wieder denselben Satz 10-20 mal nach. Also: anhören, nachsprechen, anhören, nachsprechen. Immer wieder. So gewöhnt ihr euch an bestimmte grammatikalische Strukturen, Wörter, Redewendungen und beim nächsten Mal, wenn ihr Deutsch sprecht, fällt euch das direkt ein und ihr müsst nicht erst übersetzen. Das kann allerdings sehr mühsam sein, wenn ihr euch ein YouTube-Video beispielsweise nehmt und dann immer wieder nach jedem Satz Pause drücken müsst, um nachzusprechen und dann wieder zwei Sekunden zurückgehen, um wieder zu hören und nachzusprechen. Das ist echt mühsam und man verliert schnell die Lust. Daher habe ich in meiner Online-Akademie jede Menge Audiomaterial für euch zusammengetragen und füge auch immer mehr Audios hinzu, die ihr für diese Übung nutzen könnt. Diese Methode hilft euch übrigens nicht nur dabei, auf Deutsch zu denken und aufs Übersetzen zu verzichten, sondern auch flüssiger und natürlicher Deutsch zu sprechen. Ich zeige euch diese Methode mal in einem gesonderten Video.

Das soll es für heute erstmal gewesen sein. Wenn diese Tipps nützlich für euch waren, gebt dem Video doch bitte einen Daumen nach oben und schreibt mir doch bitte mal in die Kommentare, was ihr noch empfehlen könnt, was euch hilft, aber gerne auch, was euch schwerfällt, dann gehe ich darauf gern in zukünftigen Videos ein. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch mit Serien: Dark (Netflix) | Aussprache, Sprachmelodie & Hörverstehen verbessern

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Willkommen bei Deutsch mit Benjamin! Heute analysieren wir eine Szene aus der beliebten deutschsprachigen Netflix-Serie Dark. Dabei untersuchen wir Veränderungen, Reduzierungen und Verbindungen von Lauten, um richtig Deutsch sprechen zu lernen. Solche Analysen sind goldwert, wenn ihr eure Aussprache, Intonation und Sprachmelodie verbessern wollt sowie schnelles Deutsch besser verstehen wollt. Die Szene (aus Staffel 1, Folge 5): Jonas sitzt am Grab seines Vaters und trifft erstmals auf sein älteres Ich. Mein Kanal richtet sich an alle, die Deutsch als Fremdsprache lernen und akzentfrei Deutsch sprechen bzw. ihre Aussprache verbessern möchten, um im Berufs- und Privatleben ernster genommen zu werden.

Transkript:

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner! Weil ich ja weiß, wie sehr euch das gefällt und wie nützlich ihr das findet, werde ich auch heute wieder einen kurzen Serienausschnitt analysieren, und zwar hinsichtlich Aussprache, Intonation und Sprechmelodie. Auf meiner Instagram-Seite habe ich vor einer Weile eine Umfrage gemacht, welche Serie euch am besten gefällt und es hat sich rausgestellt, dass die mit Abstand beliebteste deutschsprachige Serie unter Deutschlernern die Netflix-Serie Dark ist. Aus diesem Grund habe ich heute auch eine Szene aus dieser Serie, und zwar aus der 5. Folge der 1. Staffel, wo Jonas am Grab seines Vaters zum ersten Mal auf sein älteres Ich, also auf den älteren Jonas trifft. Wenn ihr also gerne mit Serien Deutsch lernt, eure deutsche Aussprache verbessern wollt und nicht nur das, sondern auch fließend Deutsch sprechen wollt bzw. flüssig Deutsch sprechen wollt, akzentfrei Deutsch sprechen wollt, dann bleibt dabei.

Einige von euch haben mir übrigens mitgeteilt, dass sie meine Videos auf der Startseite von YouTube nicht mehr angezeigt bekommen. Ich weiß nicht, warum, aber was ihr tun könnt, am besten einfach auf die Glocke neben dem Abonnieren-Button drücken, dann bekommt ihr nämlich immer eine kurze Benachrichtigung angezeigt, sobald ein neues Video von mir online ist. Also einmal auf „Abonnieren“ klicken und dann daneben noch auf dieses kleine Glöckchen.

Bevor wir nun gleich anfangen, möchte ich euch noch kurz daran erinnern, dass ihr, wenn ihr an persönlichem Deutschunterricht interessiert seid, euch bei italki anmelden könnt, und zwar für nur 1€. Falls ihr italki noch nicht kennt: es ist eine wirklich coole Plattform, auf der ihr 1:1 von qualifizierten muttersprachlichen Lehrern lernen könnt, maßgeschneiderten Unterricht erhaltet und zudem über die App von italki auch andere Muttersprachler kennenlernen könnt. Auch ich selbst habe, als ich Tschechisch gelernt habe, meinen persönlichen Unterricht über italki gebucht. Bei italki bezahlt man nur pro Stunde und zu einem Preis, der dem eigenen Budget entspricht, man kann sich also seinen Preis selber wählen bzw. eben seinen Lehrer und jeder Lehrer legt eben seinen eigenen Preis fest.

Besonders, wenn ihr eure Karriere vorantreiben wollt, erweisen sich gute Deutschkenntnisse als echtes Sprungbrett, ja, wer mit guten Deutschkenntnissen glänzen kann, dem eröffnen sich jede Menge neuer beruflicher Möglichkeiten, und gerade jetzt suchen wirklich viele Unternehmen nach Mitarbeitern mit sehr guten Deutschkenntnissen. Das heißt, eure Deutschkenntnisse auszubauen und sich nicht auf dem B1-Niveau oder B2-Niveau auszuruhen, kann euch definitiv dazu verhelfen, einen besseren Job zu bekommen, ein höheres Gehalt zu beziehen bzw. eben auch international Karriere zu machen. Auf italki könnt ihr einen spezialisierten Lehrer mit Branchenerfahrung finden, nur das lernen, was euch interessiert, ja, beispielsweise Prüfungsvorbereitung, alles, was mit Beruf und Business zu tun hat, Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche – und so weiter.

Also, um es kurz zu machen: wenn ihr euch bei eurer Jobsuche von all den anderen Bewerbern abheben wollt, letztendlich mehr verdienen wollt, eventuell auch eine internationale Karriere anstrebt, dann bucht euch euren persönlichen 1-zu-1-Unterricht auf italki. Den Lehrer, die Unterrichtszeit UND sogar den Preis pro Unterrichtsstunde könnt ihr selbst bestimmen. Meldet euch also noch heute an – eine Probestunde bekommt ihr schon für 1 €. Klickt dazu einfach auf den Link unter diesem Video.

Und jetzt legen wir los mit der Analyse. Schauen wir uns zuerst die Szene an und danach analysieren wir das Ganze. Im ersten Satz höre ich das Wort „ähnlich“ am lautesten und am deutlichsten, eine Nebenbetonung höre ich auf der Verbform „siehst“. Betonte Wörter sind ja in der Regel von den anderen Wörtern im Satz klar abgetrennt, d.h. da das Wort „ähnlich“ ja mit einem Vokal beginnt, ist hier auch der Knacklaut klar zu hören. Vor betonten Wörtern kann man also gut Sprechpausen einbauen. Das könnt ihr euch also auch merken, wenn ihr sprecht. Dieser Vokal ist lang, das wird auch durch den Buchstaben H in der Schreibung deutlich, der dann natürlich an sich nicht mitgesprochen wird. Ich höre hier ein ungespanntes, langes [ɛː], was vor allem im süddeutschen Sprachraum verbreitet ist. Der Schauspieler, Andreas Pietschmann, kommt auch aus Bayern, was also wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist. In den meisten Regionen des deutschen Sprachraums wäre hier nämlich ein gespanntes, langes [eː] üblicher. Auch dieses [iː] ist lang, was auch wieder an der Schreibung hier zu sehen ist. Interessanter wird es bei den beiden Pronomen, die ja Funktionswörter und somit unbetont sind. Sowohl das U in „du“ als auch das I in „ihm“ werden hier zu kurzen Vokalen reduziert. Also nicht [duː], sondern [du] und nicht [iːm], sondern [ɪm], so wie auch die Präposition klingen würde. Dieser i-Vokal ist also hier auch eher ungespannt. Und obwohl dieses Wort ja eben mit einem Vokal beginnt, höre ich hier keinen Knacklaut, also diese beiden Wörter verbinden sich. Versucht nun mal nachzusprechen. Machen wir also Shadowing. Ich spiele euch den Satz dreimal hintereinander ab, danach kommt eine Pause für euch zum Nachsprechen.

Wie zu erwarten war, wird hier natürlich das Nomen „Vater“ betont, hier schön mit a-Schwa am Ende, ja, Vater. Hier fällt dieses E weg, ja, also das wäre ja eigentlich eh ein e-Schwa – „deinem“, ja, aber das wird hier getilgt und das hat auch zur Folge, dass das N hier wegfällt. Das ist eine sogenannte regressive Assimilation. Das M hier brauchen wir weiterhin, das kann nicht getilgt werden, denn das ist ja das Kasus-Signal für den Dativ hier, deswegen ist das noch zu hören. [ˈdaɪ̯nəm] wird also zu [daɪm]. Achtung, Shadowing, also bitte wieder schön nachsprechen.

Was hier sehr schön zu hören ist, ist diese steigende Intonation, ja, die Stimme geht hier deutlich nach oben, was auch immer dazu führt, dass das dann lauter ist. Der eigentliche Satzakzent liegt aber hier auf dem Verb „kennen“. Das N wird logischerweise als solches nur einmal ausgesprochen und auch hier haben wir wieder eine ganz typische e-Schwa-Tilgung in der Endung und da der Verbstamm hier auf N endet, hört man die Endung gar nicht mehr. Der Vokal ist natürlich kurz, ja, das sieht man auch an der Schreibung von Doppel-N. Nun haben wir hier zwei Funktionswörter, also unser Signal für Lautveränderungen und Reduzierungen. Ja, grammatikalische Endungen und Funktionswörter sind immer das Signal, dass Laute anders oder gar nicht ausgesprochen werden. Also zwei Funktionswörter, die man eigentlich gut verbinden könnte, allerdings höre ich hier doch noch so ein ganz schwachen Knacklaut dazwischen, was an der steigenden Intonation auch liegen kann, ja, weil eben dadurch, dass die Stimme nach oben geht, an dieser Stelle eben auch lauter gesprochen wird und damit eben auch ein bisschen deutlicher. Diesen Vokal hier höre ich als kurzes, ungespanntes [ɪ], das ist also eine Veränderung, normalerweise wäre hier ja ein langes, gespanntes [iː], ja, und insgesamt lässt sich sagen, dass diese beiden Vokale, also das kurze [ɪ] und das a-Schwa bzw. aber auch das [ʊ] in „uns“ sehr schnell ausgesprochen werden. Machen wir auch mit dieser Frage Shadowing.

Dieses „Nein“ hier wirkt auf mich sehr resignierend, ja, er spricht das Wort sehr leise und sehr tief aus.
Dann haben wir hier den Satzakzent auf dem Nomen „Vater“, praktisch wie am Anfang schon im zweiten Satz. Eine Nebenbetonung höre ich hier auf dem Verb „kannte“, ja, ihr seht jetzt auch diese Parallele, ja, Verben sind in der Regel betont, aber tragen nicht immer die Hauptbetonung. Die liegt dann eben auf dem Objekt, in diesem Fall eben „Vater“ oder einer Ergänzung, wie oben im allerersten Satz „ähnlich“. Zurück zu diesem Satz hier. Sehr auffällig finde ich, dass die Konjunktion „aber“, also deren erste Silbe, was ja eigentlich ein langes A ist, hier ausbleibt, also man hört schon noch was vor diesem B hier, ja, aber es ist auf keinen Fall ein klarer a-Vokal. Es ist eher wie so ein leichter Stimmansatz, also praktisch ein Knacklaut, ja, er setzt mit seiner Stimme an, er beginnt zu sprechen und die erste Silbe wird auch nicht komplett einfach ausgelassen, aber andererseits eben auch nicht so richtig ausgesprochen. Statt des Vokals also eben nur ein Knacklaut. Und das geht dann auch so weiter. Die beiden Wörter „aber“ und „ich“ klingen wie ein Wort und auch hier in „ich“ hört man gar kein I mehr, sondern nur noch das [ç]. Insgesamt werden diese beiden Wörter also echt schnell ausgesprochen und miteinander verbunden, sodass es eben wie ein einziges Wort klingt. Aus „aber ich“ wird dann also: …

Zu dem Verb kann man eigentlich nicht viel sagen. Natürlich wird auch hier nur ein N gesprochen, die Schreibung von Doppel-N zeigt uns, dass der Vokal kurz ist. Interessanter wird es wieder bei dem Pronomen und wie wir das auch am Anfang schon hatten, kommt es hier zur e-Schwa-Tilgung und deshalb auch zur Tilgung, also zum Wegfall des N. In diesem Fall bleibt also einfach „dein“ übrig. Ja, hier ist das so möglich, weil wir ja hier im Akkusativ eh am Ende ein N haben, d.h. dieses Kasus-Signal hören wir auch weiterhin.

So, hier haben wir mal einen längeren Satz. Im ersten Teilsatz höre ich das Wort „her“ am lautesten, im zweiten Teilsatz das Wort „gut“ und ebenso ziemlich deutlich das Wort „erinnern“. Was hier am Satzanfang passiert, finde ich total interessant. Diese beiden Wörter höre ich nämlich überhaupt nicht. Und das ist auch was ganz Typisches, was wirklich oft Tag für Tag so passiert, und zwar dass wir eben in der spontan gesprochenen Sprache dieses „es ist“ einfach nicht mitsprechen. Ich werde zu dieser Reduzierung mal ein extra Video aufnehmen. Dann, hier der o-Vokal ist sehr kurz und ungespannt: „schon“. Das Wort „her“ wie gesagt laut und deutlich, achtet hier auch auf dieses klare, gespannte, lange [eː] und das a-Schwa: „her“.

Im zweiten Teilsatz passiert nun wieder dasselbe wie vorhin. Wir haben ja hier wieder „aber ich“ – und auch diesmal wird das A nicht mitgesprochen, und hier haben wir ja davor eben noch das a-Schwa von dem Wort „her“, sodass sich diese beiden Wörter hier sehr schön verbinden. Und dann eben auch wieder wie vorhin, kein I, nur [ç], sodass sich die beiden Wörter hier eben auch wieder verbinden. Eine weitere Verbindung passiert auch hier zwischen „kann“ und „mich“, sodass es auch zu einer regressiven Assimilation kommt, dadurch, dass M und N lautlich sehr nah beieinander liegen, wird dieser N-Laut nicht mitgesprochen: [kamɪç]. Was mir außerdem deutlich auffällt, ist, dass all diese Wörter auch miteinander verbunden werden, also gar kein Knacklaut hier zu hören ist, obwohl wir am Anfang immer Vokale haben. Und auch hier innerhalb dieses Wortes hätten wir ja einen Knacklaut zwischen dem Präfix und dem Stamm, aber auch der bleibt aus. „an ihn“ – das sind zwei Funktionswörter, hier kommt also zur Reduzierung, und zwar ist das I hier kurz, so wie wir das ja auch im allerersten Satz heute bereits gesehen haben. Vielleicht nochmal kurz zu dem Verb „erinnern“. Das trägt ja eben nicht die Hauptbetonung und somit kommt es auch hier zu Veränderungen. Das Präfix wird hier lediglich mit dem a-Schwa gesprochen, verbindet sich wie gesagt mit dem Verbstamm, also ohne Knacklaut, sodass am Ende noch das hier so übrig bleibt: … Machen wir auch damit Shadowing.

Ich danke euch, dass ihr heute wieder dabei wart. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.