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VonBenjamin

Paraphrasieren unbekannter Wörter | Fließend Deutsch sprechen | Wortschatz B2 C1 C2

Paraphrasieren (Umschreiben) ist eine wichtige Fähigkeit, wenn es darum geht, selbstbewusst Fremdsprachen zu sprechen. In diesem Video zeige ich euch, wie ihr diese Fähigkeit trainieren könnt.

VonBenjamin

SCHNELLES Deutsch verstehen & Fließender sprechen

Warum sprechen Deutsche so schnell? Wie kann ich fließend Deutsch sprechen? Heißt akzentfrei Deutsch sprechen, dass ich schnell sprechen muss? Wenn wir deutschen Muttersprachler sprechen, verbinden und verkürzen wir unsere Wörter – Stichwort sprachliche Reduktion oder Reduzierung. Darum geht es im heutigen Video.

Transkript:

Habt ihr euch schon mal gedacht: „Meine Güte. Die Deutschen sprechen immer so schnell. Sprecht doch bitte einfach mal langsamer.“ Und vor allem: „wie soll ich jemals so sprechen können? In meiner Muttersprache sprechen wir doch auch nicht so schnell.“ Dazu sage ich euch gleich was. Bleibt also dran, wenn euch das interessiert.

 

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin. Vereinzelt kann das tatsächlich an der Geschwindigkeit liegen. Ja, es gibt nun mal Leute, die wirklich richtig schnell sprechen. Aber normalerweise sprechen wir als deutsche Muttersprachler gar nicht so schnell, wie ihr vielleicht denkt oder schneller als die Sprecher anderer Sprachen. Es kommt euch nur so schnell vor, weil wir verbinden die Wörter einfach oft miteinander, statt jedes einzelne Wort getrennt vom nächsten Wort zu sagen. Das führt dazu, dass ein Satz manchmal so klingt, als wäre das ein einziges ellenlanges Wort, ja, weil oft lassen wir Laute weg, manchmal lassen wir sogar ganze Silben oder sogar ganze Wörter weg, manchmal sprechen wir einen ganz anderen Laut aus, und genau deshalb habt ihr es als Deutschlerner schwer, uns Muttersprachler zu verstehen, weil unsere Sprache dann für euch so schnell klingt und sich wahrscheinlich von dem unterscheidet, was ihr so in der Schule gelernt habt. Und das gilt übrigens nicht nur für Deutsch, sondern auch für Englisch, Französisch, Russisch und viele andere Sprachen auch. Aber ich habe gute Nachrichten für euch, denn im heutigen Video verrate ich euch ein paar nützliche Tipps, wie wir deutschen Muttersprachler das machen, damit auch ihr „schnell“ und flüssig Deutsch sprechen könnt und vor allem aber eben auch euer Hörverstehen verbessern könnt. Wenn euch das Video gefällt, dann unterstützt mich doch bitte durch einen Daumen nach oben und abonniert auch gerne meinen Kanal mit Benachrichtigungen, damit ihr auch weiter mit mir lernen könnt. Am Ende des Videos gebe ich euch dann auch noch eine ganz wichtige abschließende Information dazu, was bei all dem unbedingt beachten werden muss.

So, hören wir uns jetzt mal den folgenden Satz an.

Herr Stromberg hat mir ein paar Mails geschickt, das wäre okay, wenn ich sie mitbringe.

Okay, was war jetzt hier schwierig dran?

Na ja, sie sagt eben nicht:

Herr | Stromberg | hat | mir | ein | paar | Mails | geschickt, | das | wäre | okay, | wenn | ich | sie | mitbringe.

Sondern sie sagt:

Herr Stromberg hat mir ein paar Mails geschickt, das wäre okay, wenn ich sie mitbringe.

Die Wörter in diesem Satz sind alle miteinander verbunden, man hört also keine Pausen dazwischen. Als Muttersprachler versteht man den Satz trotzdem, weil das Gehirn dran gewöhnt ist und diese Segmentierung selbst hinbekommt. Wenn man jetzt aber Deutsch als Fremdsprache lernt, wie ihr, dann orientiert sich das Gehirn ja oft eher an der Schriftsprache, wo man die Wortgrenzen ja immer sehen kann und wenn jetzt alles so verwurschtelt ist, ja, dann hat man es natürlich schwer, diese Wortgrenzen zu erkennen.

Es sind also keine Pausen zwischen den Wörtern zu hören, besonders interessant sind diese Stellen:

hat mir [hatʔmiɐ̯] – nicht „hat mir“, sondern „ha(t)‿mir“ – das T wird hier gar nicht [t] ausgesprochen, sondern nur so angedeutet, ja: [hatʔmiɐ̯]

hat mir ein paar [hatʔmiɐ̯mpaɐ̯] – nicht „hat mir ein paar“, sondern „ha(t)mir’m‘par“, also der Artikel „ein“ ist hier nur „m“ und das A ist hier kurz: [paɐ̯]

geschickt, das [gəˈʃɪkʔd̥əs] – nicht „geschickt, das“, sondern [gəˈʃɪkʔd̥əs]

Was hier genau passiert, haben wir schon mal in einem anderen Video hier auf meinem Kanal behandelt; ich blende euch das jetzt oben rechts ein.

das wäre okay [dəsv̥eɐ̯ɔ̯kheː] – nicht „das wäre okay“, sondern [dəsv̥eɐ̯ɔ̯kheː]. „wäre“ wird zu „wer“, und das „okay“ kommt gleich hinten dran, ohne Pause, ohne Vokalneueinsatz.

Dann sagt sie nicht „wenn ich sie“, sondern

wenn ich sie [ˈvɛnɪçz̥i] – wie ein Wort, also auch ohne Vokalneueinsatz und ohne Pause zwischen „ich“ und „sie“, einfach [ˈvɛnɪçz̥i]

mitbringe [ˈmɪtʔˌb̥ʁ̥ɪŋə] – nicht „mit-bringe“, sondern wieder ohne das klassische T, wie ihr es kennt, also [ˈmɪtʔˌb̥ʁ̥ɪŋə]

Wir können uns also merken: wir verbinden die Wörter. Wir sprechen also keine Pause dazwischen und auch kein „e“ oder so was, sondern wir sprechen das so aus, als wäre das ein Wort, sodass die Wortgrenzen nicht zu hören sind. Und das hat eben auch zur Folge, dass, wenn ein Wort mit einem T endet und das nächste Wort mit einem B, P, D, T, G oder K beginnt, das T am Ende des ersten Wortes nicht als [t] ausgesprochen wird, sondern nur so angedeutet wird. Es gibt eine Ausnahme, und zwar wenn eine betonte Silbe mit Vokal beginnt, dann müssen wir eine Pause, also einen Vokalneueinsatz sprechen, z.B. können wir nicht sagen „be‿achten“ oder „am‿Anfang“, sondern „be|achten“, „am | Anfang“. Aber das ist ein Thema für ein anderes Video.

Was auch ganz typisch ist, ist die sogenannte nasale bzw. glottale Sprengung von Plosiven. Schaut euch dazu gerne auch mein Video an, wo wir uns im Detail damit befassen, jetzt auch oben rechts eingeblendet, hier gebe ich euch nur kurz fü nf Beispiele:

Wir sagen nicht „ha-ben“, sondern „haben“ [ˈhaːbʔm̩]

Nicht „wer-den“, sondern „werden“ [ˈveːɐ̯dʔn̩]

Und meistens nicht „sa-gen“, sondern sehr oft „sagen“ [zaːgʔŋ̩]

Okay, schauen wir uns mal ein paar andere Wörter und Wortgruppen an:

Nicht „Aus-Sprache“ oder „Ausesprache“, sondern Aussprache.

Deutsch sprechen

Er kommt aus Sachsen.

Wie geht’s? – Ja, niemand sagt „Wie geht es?“ Ja, wir reduzieren das Wort „es“.

Stimmt’s?

Wie läuft’s?

Heute ist es heiß. – Nicht […], sondern […]

Weißt du, wie es morgen wird?

Morgen wird es schön.

So, was wir in dem Clip auch gehört haben: Artikel werden oft sehr stark reduziert, dazu gebe ich euch auch noch ein paar andere Beispiele, achtet mal genau auf die Aussprache der Artikel.

Wir fahren mit dem Bus.

Ich brauche einen Schal, mir ist kalt.

Sie hat eine neue Handtasche.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Wenn ihr ganz genau hingehört habt, habt ihr sicherlich auch bemerkt, dass ich die Endung -en reduziert habe, was auch sehr üblich ist.

Und dann haben wir gemerkt, dass „wäre“ eigentlich „wer“ ausgesprochen wurde, daraus können wir zwei Dinge ableiten:

Erstens, dass wir das lange Ä oft wie ein E aussprechen, ja, wir sagen z.B. auch „Mädchen“ und nicht „Mädchen“. Und zweitens, dass wir Wörter mit der Kombination „Vokal – R + Endung E(N)“ nicht mit dem konsonantischen [ʁ], sondern mit dem a-Schwa gesprochen werden. Andere Beispiele:

Statt „studie-ren“ sagen wir „studieren“ oder

fahren

wir waren

hören

Usw.

Es gibt übrigens hier auf meinem YouTube-Kanal jede Menge Videos mit vielen anderen Beispielen, auch thematisch geordnet, auch einige Analysen von Film- und Serienausschnitten. Schaut euch gerne mal ein bisschen auf meinem Kanal um, ja, hier in diesem Video möchte ich euch einfach einen groben Abriss geben.

Und dann kann ich euch natürlich auch meine Online-Akademie ans Herz legen – eine umfassende Lernplattform, wo ihr jede Menge solcher Sachen systematisch erlernen könnt. Der Link ist unter dem Video. Bei Anmeldung bis nächsten Freitag, den 25. März 2022, bekommt ihr 25% Rabatt – nächsten Freitag habe ich nämlich Geburtstag und das habe ich einfach mal zum Anlass genommen, euch diesen 25%-igen Rabatt zu geben. Um den Rabatt zu bekommen, wie gesagt auf den Link unter dem Video klicken, anmelden und dann könnt ihr auch schon mit dem Lernen loslegen.

So, jetzt zeige ich euch noch ein paar sehr häufig benutzte Wörter und Wortgruppen, die sehr oft reduziert ausgesprochen werden, und zwar so, dass sie dann ganz anders klingen, als man es in den meisten Kursen lernt.

Er sagt nicht „ei-gent-lich“ [ˈaɪ̯ɡn̩tlɪç] – das steht so zwar im Wörterbuch, sagt aber niemand so, sondern: [ˈaɪ̯ŋklɪç]

eigentlich nicht

Manchmal sagt man auch: [aɪ̯ŋç] – das hat dann nur eine Silbe

Es gibt verschiedene Stufen der Reduzierung dieses Wortes. Wenn man also bedächtiger und klarer sprechen will, sollte man [ˈaɪ̯ɡʔŋ̩tllɪç] sagen, wenn man aber eher spontan spricht, dann spricht man ja immer mit verminderter Artikulationspräzision und dementsprechend würde man dann halt eher [ˈaɪ̯ŋklɪç] oder [aɪ̯ŋç] sagen. Außerdem gibt es eine Faustregel, nicht nur bei diesem Wort, sondern generell: Je weniger ein Wort in einem Satz betont wird, desto weniger klar und deutlich wird das Wort artikuliert. Wenn ich also zum Beispiel so was sage wie „Eigentlich esse ich kein Fleisch, aber heute mache ich mal eine Ausnahme“, dann ist das Wort „eigentlich“ betont, also würde man diese extrem reduzierte Form hier eben nicht sagen. Aber in Sätzen wie in den beiden, die wir gerade in den Clips gesehen haben, wo das Wort überhaupt nicht betont ist, sind diese reduzierten Formen viel üblicher und natürlicher.

Dann haben wir die Fragewörter „was“ und „warum“.

Was machen wir eigentlich am Wochenende?

Aus „was“ wird hier [s].

Warum hast du denn die letzte Spalte in der Tabelle gelöscht?

Ein unbetontes „Warum“ kann [vɐm] ausgesprochen werden.

Hier sehen wir auch noch was anderes Spannendes, und zwar sage ich ja in der Frage „Warum hast’n du …?“, also eigentlich „Warum hast denn du …?“

Schreiben würde man aber „Warum hast du denn …?“, nur dass man das dann irgendwie nicht so gut passt, also nicht so leicht zu sagen ist. Deswegen dreht man das um.

„Wann musst du denn los?“ – „Wann musst’n du los?“

„Wo hast du das denn her?“ – „Wo hast’n du das her?“ – oder noch kürzer: „Wo hast’n das her?“

„Hast du mal ein Taschentuch?“ – „Hastema’n Taschentuch?“ – „Hastma’n Taschentuch?“

„Rückst du mal bitte ein Stück?“ – „Rückstema bitte ‘n Stück rüber?“

„Gibst du mir mal das Salz?“ – „Gibst mir ma ‘s Salz?“

An der Stelle fällt mir auch ein Video ein, das ich letztes Jahr auf Instagram gepostet habe und das zeigt einen kurzen Ausschnitt aus einer öffentlichen Äußerung von Jens Spahn, dem damaligen Bundesgesundheitsminister, und da seht ihr nochmal zwei sehr typische Aussprachephänomene.

Man muss ja nicht mit seiner Politik einverstanden sein, darum geht es hier nicht, ja, aber Jens Spahn spricht im Gegensatz zu vielen anderen Politikern keinen Dialekt und artikuliert sehr schön und deutlich.

Also, mein abschließender Tipp für euch: all das, was wir uns heute angeschaut haben, ist für euch nicht nur dann wichtig, wenn ihr ganz schnell sprechen wollt, mit euren Kumpels abends beim Bier an der Bar, sondern generell. Ja, es gibt Dinge, die wir heute besprochen haben, die sind einfach unerlässlich, d.h. wenn ihr die nicht anwendet, klingt das einfach nicht richtig bzw. das stört irgendwie. Dazu gehört die Tatsache, dass wir die Wörter eben miteinander verbinden. Oder beispielsweise auch die Aussprache von „haben“ und nicht „ha-ben“ oder „reden“, ja, und eben nicht „reden“. Auf der anderen Seite gibt es auch Sachen, die ihr selbst nicht unbedingt anwenden müsst, z.B. die Fragen und Sätze, die wir jetzt in den letzten Minuten gesehen haben, ja, ihr könnt durchaus auch sagen: „Hast du mal ein Taschentuch?“ – das wäre kein Fehler. Aber ihr müsst eben damit rechnen, dass der Großteil der Muttersprachler das so nicht ausspricht. Was ihr jetzt mit dieser Information macht, ist eure Sache. Ja, wenn ihr euch weiter mit so was beschäftigt, wird euch das nicht nur helfen, selbst natürlicher oder authentischer zu klingen – ja, da könntet ihr ja sagen: „Ach, das will ich gar nicht, das ist mir gar nicht wichtig“ – aber nein, das wird euch eben auch dabei helfen, dass ihr uns Muttersprachler besser versteht. Und wenn ihr das selbst für euch anwendet, verschafft ihr euch dadurch automatisch auch mehr Anerkennung. Das ist wissenschaftlich erwiesen, dass Muttersprachler – oft natürlich unbewusst – glauben, dass man gebildet, selbstbewusst, gut in der Sprache und kompetent ist, alleine schon dann, wenn man eine gute und authentische Aussprache hat.

Damit verabschiede ich mich für heute, ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch sprechen & Hörverstehen verbessern | Häufigste Wörter

Die heutige Deutschstunde ist genau das Richtige für euch, wenn ihr eure deutsche Aussprache verbessern, flüssiger bzw. akzentfrei sprechen lernen wollt sowie euer Hörverstehen der authentischen Umgangssprache verbessern wollt.

 

 

Transkript: 

Was sind die am häufigsten verwendeten Wörter im Deutschen? Und was, wenn ich euch sage, dass sie ganz anders ausgesprochen, als das in den meisten Deutschkursen unterrichtet wird? Wenn euch das interessiert, dann bleibt auf jeden Fall dran.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin. Heute habt ihr wieder die Möglichkeit, jede Menge über die deutsche Aussprache zu lernen, wovon ihr natürlich profitiert, wenn ihr eure Aussprache verbessern wollt, aber auch wenn ihr fließend Deutsch sprechen wollt und euer Hörverstehen verbessern wollt. Denn wir Deutschen sprechen ja im Alltag oft sehr schnell. Wenn ihr in Deutschland lebt, studiert, arbeitet, dann habt ihr das mit Sicherheit schon oft gemerkt, ja, dass die tatsächlich benutzte Sprache ganz anders ist, als das, was man so in der Schule lernt. Bevor wir gleich loslegen, zunächst ein paar grundlegende Überlegungen. In jeder Sprache gibt es Wörter, die eine Bedeutung haben, z. B. Nomen, Verben und Adjektive. Das sind die sogenannten Inhaltswörter. Auf der anderen Seite gibt es so genannte Funktionswörter, wie Artikel, Präpositionen oder Partikeln. Ja, also das sind Wörter, die selbst keine Bedeutung tragen. Das sieht man ganz gut an diesem Satz: Wir sehen uns jetzt die häufigsten Wörter der deutschen Sprache an. Wenn wir jetzt mal alle Inhaltswörter herausnehmen und nur die Funktionswörter übrig lassen, dann haben wir keine Chance, diesen Satz zu verstehen. Funktionswörter haben eben keine Bedeutung, sondern eine Funktion, und zwar sind sie dazu da, einen grammatikalisch korrekten Satz zu bilden. Wenn wir jetzt allerdings mal alle Funktionswörter rausnehmen und nur die Inhaltswörter übrig lassen, dann ist der Satz zwar völlig falsch, aber wir haben immer noch eine grobe Vorstellung davon, was das bedeuten könnte. Okay, zurück zu unserer Frage nach den häufigsten Wörtern.

Wenn ihr mal genauer drüber nachdenkt, dann werdet ihr feststellen, dass die Wörter, die wir am meisten benutzen, Funktionswörter sind. Und was typisch für das Deutsche ist, ist, dass unsere Sprache eine so genannte akzentzählende Sprache ist, das heißt, dass – ganz kurz gesagt – der Abstand zwischen betonten Wörtern ungefähr gleich ist. Außerdem werden betonte Wörter länger, deutlicher und lauter ausgesprochen, während unbetonte Wörter im Satz oft reduziert werden. Das liegt daran, dass wir eben nicht so viel Zeit zwischen den betonten Wörtern haben. Betonte Wörter sind in der Regel Inhaltswörter, während unbetonte Wörter in der Regel Funktionswörter sind. Die 10 häufigsten deutschen Wörter, die wir uns jetzt ansehen, sind allesamt Funktionswörter, alle sind also meistens unbetont, werden tief ausgesprochen und viele davon werden im Satz reduziert gesprochen. Deshalb lernen wir einerseits die Wörterbuchaussprache, die ihr mit Sicherheit kennt, und andererseits eben die Aussprache in einem Satz.

Das häufigste Wort ist: die. Ihr habt es bestimmt mit einem langen I gelernt, so ist es auch richtig, aber im Satz wird dieser Vokal in diesem Wort fast immer reduziert. Fast immer, weil natürlich, wenn ich etwas besonders betonen möchte, z.B. „die Kamera ist teurer als die“, ja, dann ist das Wort betont, aber wenn ich nicht so einen Kontrast darstellen möchte oder was speziell hervorheben möchte, dann ist das Wort eben unbetont. Ja, das gilt für alle Funktionswörter, also eben auch alle Wörter, die wir heute hier behandeln. Also die Aussprache im Satz ist: [di] oder [dɪ]. Also der Vokal ist auf jeden Fall kurz, man kann ihn gespannt lassen – [di] – oder man kann den ungespannten i-Vokal sprechen – [dɪ].

Hier kommt ein Beispiel, und bei allen Beispielen, die ich euch in diesem Video gebe, sollt ihr euch bitte immer genau darauf konzentrieren, wie das entsprechende Wort klingt:

Mir gefällt die deutsche Sprache.

Besteht die Möglichkeit, die Unterlagen online einzureichen?

Hier sind die Fragen, die du für die Prüfung lernen musst.

Beachtet bitte auch, dass das Standarddeutsch ist. Das ist kein Dialekt. Das ist die Aussprache, die man in allen Situationen – formell und informell – benutzt.

Ich gehe jetzt mal davon aus, ihr habt jetzt verstanden, worum es geht und warum wir hier überhaupt über so was reden. Ich werde jetzt also bei den Wörtern 2 bis 20 nichts mehr zu den Hintergründen sagen, sondern ich gebe euch die Wörterbuchaussprache, die Satzaussprache, eventuell den einen oder anderen Hinweis dazu und Beispielsätze. Wenn euch das Video übrigens gefällt, dann gebt doch gerne einen Daumen nach oben und ermöglicht so auch anderen Menschen, die sich dafür interessieren, dass ihnen das Video hier auf YouTube angezeigt wird.

Wort Nr. 2: und

Im Satz klingt es oft so: [ʊn] – also ohne den T-Laut am Ende. Das gilt auch für Präsentationen und Vorträge beispielsweise.

Gib mir mal die Butter und ein bisschen Salz.

Manchmal wird auch nur ein Knacklaut und ein N gesprochen, so: [ʔn]. Das würde man aber in Präsentationen und Vorträgen eher nicht so sagen.

Und am Mittwoch sehen wir uns ja eh.

Oder einfach nur ein N – natürlich auch eher nicht in Präsentationen und Vorträgen.

Bei mir ist alles gut. Und wie geht’s dir so?

Und ihr kennt doch bestimmt EasyGerman.

Ja, und wer mich schon längere Zeit kennt, der weiß sicher auch, dass ich nicht viel Werbung mache, obwohl ich ganz oft irgendwelche Anfragen bekomme. Aber Werbung für irgendwas zu machen, von dem ich nicht überzeugt bin, nur des Geldes wegen – da habe ich einfach keine Lust drauf. Also wenn ihr von mir irgendwo mal Werbung seht, dann sind das immer Dinge, die ich euch auch wirklich empfehle und eins davon ist Seedlang. Das ist eine App, die in Kooperation mit EasyGerman entwickelt wurde und auch ständig weiterentwickelt wird. Im Grunde ist Seedlang eine Flashcard-App zum Deutschlernen mit interaktiven Videos. Die App ist kostenlos und hat echt viele tolle Funktionen, ja, also es gibt zum Beispiel einen Vokabeltrainer, der die 10000 wichtigsten deutschen Wörter enthält. Was mir besonders gefällt, ist, dass man im Gegensatz zu anderen Vokabeltrainer-Apps mit Seedlang auch auf verschiedene Aspekte oder Kategorien fokussieren kann. Ja, also es gibt z.B. einen Gender-Trainer und einen Plural-Trainer, ja, das kennt ihr ja alle, ich habe noch keinen einzigen Deutschlerner getroffen, der keine Schwierigkeiten mit Artikeln und Pluralformen im Deutschen hatte, ja, auch fortgeschrittene Lerner haben immer wieder Zweifel, ja, ist das jetzt der oder das, ja, und in Seedlang habt ihr eben sowohl einen Gender-Trainer als auch einen Plural-Trainer. Dann gibt es einen Konjugationstrainer, mit dem ihr euch auf die Konjugation von deutschen Verben konzentrieren könnt. Dabei könnt ihr selbst wählen, auf welches Level oder welche Zeiten ihr euch konzentrieren möchtet. Und auch was ganz Besonderes bei Seedlang ist, dass man auch die wichtigsten Regeln der deutschen Grammatik mit Hilfe von interaktiven Geschichten mit deutschen Muttersprachlern lernen kann. Ja, wie gesagt, die App ist kostenlos, verfügbar für iOS und auch für Android, also einfach mal runterladen und ausprobieren – ich kann es euch nur empfehlen. Den Link findet ihr direkt unter dem Video.

Wort Nr. 3: der

der – Wörterbuchaussprache: [deːɐ̯] – das ist eben auch die Aussprache in betonter Position.

Unbetont sagt man das aber niemals so. Auch wenn man deutlich und etwas langsamer spricht, also z.B. in öffentlicher Rede oder eben auch wieder Präsentationen und Vorträgen, reduziert man es zu: [deɐ̯] – also das [e] ist einfach kürzer, oder [dɛɐ̯] – also mit ungespanntem e-Laut. Man hört kaum einen Unterschied zwischen den beiden Varianten.

Ich bin der gleichen Meinung.

Der Kaffee ist kalt.

Das ist also ganz neutral für alle Situationen, in denen ihr die deutsche Sprache benutzt. In Situationen, in denen man spontan spricht und nicht öffentlich, reduziert man es oft auch noch ein bisschen mehr und dann sagt man: [dɐ] – dann ist also das E komplett weg:

Mein Büro ist in der Stadt.

So was habe ich in der Schule nicht gelernt.

Wort Nr. 4: in

Das ist das erste Wort auf unserer Liste, das man oft auch in der vollen Form sagt und hört, also ohne Reduzierung des Vokals, z.B.

In Deutschland hat sonntags alles zu.

Das passiert vor allem, wenn das Wort „in“ am Satzanfang steht. In der Satzmitte reduzieren wir es öfter. Der Vokal ist dann kein i-Laut mehr, sondern entweder ein e-Schwa oder er fällt einfach ganz weg und man spricht nur das [n]. Also mit e-Schwa:

Er hat in Heidelberg studiert.

Ohne e-Schwa, also nur als [n] spricht man es vor allem nach einem Vokal, z.B.

Er wohnt schon lange nicht mehr in Russland.

Haben Sie in letzter Zeit mehr Sport gemacht?

Wort Nr. 5: das

Das kurze A reduzieren wir oft zum e-Schwa: [dəs]

Das habe ich ja noch gar nicht gewusst.

Beginnt das nächste Wort mit einem [z̥] oder [ʃ], bleibt von dem Wort „das“ nur noch [də]:

Das sollte ich mir lieber aufschreiben.

Das Spiel war echt spannend.

In spontan gesprochener Sprache – beruflich wie privat – spricht man auch oft nur ein [s]. Das geht aber nur bei dem Artikelwort „das“, also nicht bei dem Relativpronomen:

Das muss ich mir noch überlegen.

Und vor einem [z̥] oder [ʃ] spricht man einfach nur ein etwas längeres [s] oder [ʃ]:

Gib mir mal bitte das Salz.

Will noch jemand das Stück Kuchen hier?

So sind übrigens auch im Laufe der Zeit die Verbindungen „ins“, „fürs“, „ans“ usw. entstanden, nur dass es noch nicht alle diese Verbindungen in die formelle Schriftsprache geschafft haben. Aber in der gesprochenen Sprache passiert das ständig und das steht sogar im Duden, z.B. „vors“:

Stell den Tisch einfach vors Bett.

Wort Nr. 6: den

Das lange E wird im Satz in unbetonter Position immer reduziert, entweder einfach nur kürzer gesprochen: [den]

Kennst du den Film?

Oder zum e-Schwa reduziert:

Magst du den Film?

In festen Verbindungen kann man auch nur ein [n] sprechen, etwa in der Kollokation: „in den Park“:

Ich gehe eine Runde in den Park.

Ja, es ist hier nicht wichtig, welcher Park das ist. In dem Beispiel mit dem Film würde das nicht gehen, weil Film ist nicht gleich Film, da ist es schon wichtig, um welchen Film es geht. Aber wenn ich sage, ich gehe in den Park, dann ist es quasi eine Aktivität an sich, das gehört zusammen: „in den Park gehen“, da spielt es keine Rolle, welcher Park ist. Anderes Beispiel:

Warst du schon mal in den USA?

Es gibt ja nur einmal die USA, ja, deswegen geht das hier auch. Das geht aber eben wirklich nur in solchen festen Verbindungen und es geht nicht, wenn das Wort „den“ ein Relativpronomen ist. Also in diesem Satz zum Beispiel würde das nicht gehen. Da müsste man sagen:

Das ist der Laden, über den wir neulich geredet haben.

Ja, das ist wie bei „ins“, „ans“ usw. Man kann ja auch sagen:

Wir gehen ins Kino.

Aber man kann nicht sagen:

*Das ist das Kino, ins wir gehen. Sondern: Das ist das Kino, in das wir gehen.

Aber auf keinen Fall sagt man eben in unbetonter Position bei sachlich-neutraler Rede: [deːn].

Okay, weiter geht’s mit Wort Nr. 7: mit

Den Vokal reduziert man hier nicht. Wichtig ist hier zu beachten, mit welchem Laut das nächste Wort beginnt.

Beginnt das nächste Wort nämlich mit einem Vokal, wird das Wort „mit“ fast gar nicht reduziert. Nur das T am Ende ist nicht so stark, also kaum aspiriert, d.h. nicht [mɪth], sondern [mɪt]:

Ich würde gerne kurz mit Ihnen sprechen.

Beginnt das nächste Wort mit einem T oder D, klingt es so wie z.B. in diesem Satz:

Ich habe immer noch Schwierigkeiten mit den Artikeln.

Hier wird der t-Laut von „mit“ nicht als solcher ausgesprochen. Die Zunge geht in die Position für das [t], bildet also hinter den oberen Schneidezähnen den Verschluss, dieser wird aber erst bei dem stimmlosen d-Laut gelöst. Diese Reduzierung bzw. Assimilation ist also nicht typisch explizit für die Präposition „mit“, sondern passiert generell beim Aufeinandertreffen von Plosiven. Schaut euch dazu gerne das jetzt oben rechts eingeblendete Video an.

Beginnt das nächste Wort mit einem nasalen Konsonanten, also M oder N, kann das [t] glottal bzw. nasal gesprengt werden. Das klingt dann so wie in dieser Phrase:

interaktive Geschichten mit Muttersprachlern

Dazu habe ich auch schon ein Video hier auf dem Kanal, das jetzt oben rechts eingeblendet ist.

Es ist auch möglich, das T hier normal auszusprechen, also „mit Muttersprachlern“, aber die eben gezeigte nasale bzw. glottale Sprengung ist halt sehr verbreitet und erleichtert einfach das flüssige Sprechen.

Beginnt das nächste Wort mit einem anderen Konsonanten, werden das T und dieser zweite Konsonant miteinander verbunden:

Mit Sicherheit!

Einen Döner, bitte, mit viel Zwiebeln.

Wort Nr. 8: zu

Hier müssen wir aufpassen. Wenn „zu“ als Präfix fungiert, ist es immer betont und der Vokal wird dann nicht reduziert. Man sagt dann also wirklich: [t͡suː] mit einem langen, gespannten U.

Ich mache mal das Fenster zu.

Der Bahnhof ist barrierefrei zugänglich.Wenn „zu“ aber als Präposition fungiert oder innerhalb einer Infinitivphrase steht, wird es normalerweise nicht betont. Der u-Vokal wird dann reduziert, und zwar zu einem ungespannten, kurzen [ʊ], das man z.B. auch in dem Wort „Bus“ spricht, ja, man sagt ja nicht [buːs], sondern [bʊs].

Wir gehen zu Fuß.

Die beiden u-Vokale in den Wörtern „zu“ und „Fuß“ unterscheiden sich hier also nicht nur in der Länge, sondern eben auch in der Qualität, in der Gespanntheit. Der Vokal in dem Wort „zu“ ist hier eben nicht einfach nur kürzer, sondern auch ungespannt. Außerdem ist es wichtig, die für das U notwendige Lippenrundung schon bei dem [t͡s] zu realisieren und wenn nach dem Wort ein Konsonant folgt, auch bis dahin auszuhalten. Nochmal der Satz:

Wir gehen zu Fuß.

[t͡sʊf] – die Lippen sind währenddessen gerundet

Komm mal zu mir!

[t͡sʊm] – auch hier sind die Lippen schon beim [t͡s] und bis hin zum [m] gerundet

Genauso sind im nächsten Satz die Lippen bis zum [n] gerundet:

Ich glaube, es ist zu einem Missverständnis gekommen.

Diese Vokalreduzierung gilt auch für die Form „zur“. Im Satz sagen wir niemals [t͡suːɐ̯], sondern mit kurzem, ungespannten u-Vokal [t͡sʊɐ̯], z.B.

Gehst du heute nicht zur Arbeit?

Und genauso wie die Formen „zum“ und „zur“ aus „zu dem“ und „zu der“ entstanden sind, werden auch die Wörter „zu den“ im Plural oft reduziert zu [t͡sʊn], etwa wenn man sagt:

Am Wochenende gehen wir rüber zu den Nachbarn grillen.

Wort Nr. 9: von

Hier wird der Vokal nicht reduziert. Denkt aber auch hier dran, die Lippen nicht nur bei dem o-Laut selbst, sondern auch bei dem [f] und dem [n] zu runden.

Die Pluralformen von vielen deutschen Nomen kannst du auch mit Seedlang üben.

Ich bin von der App begeistert.

Das Gleiche gilt für die abgeleitete Form „vom“, dann sind die Lippen entsprechend bis zum [m] gerundet:

Hast du schon mal vom Vokabeltrainer von Seedlang gehört?

Wort Nr. 10 – mein Lieblingswort in dieser Liste: ist

Warum mein Lieblingswort? Weil es fast immer reduziert wird. Manchmal wird es komplett wegreduziert, also so, dass man es überhaupt nicht mehr hören kann, dass es quasi gar nicht mehr da ist – und das alles auch in sehr formellen Situationen, auch in nicht spontaner Rede, also das ist auch in Präsentationen, Vorträgen usw. fast immer so zu hören, das finde ich einfach wahnsinnig spannend, ja, also kaum jemand sagt „ist“ mit dem T am Ende, ja, man sagt: „is“. Und da ist es völlig egal, welcher Laut davor oder danach kommt, diese Reduzierung ist nicht abhängig von den Nachbarlauten.

Nach einem Vokal, also z.B. nach „der“ oder „die“ spricht man oft nur den s-Laut:

Der ist aber schön.

Die App Seedlang – die ist wirklich zu empfehlen.

Nach einem Konsonanten spricht man noch ein e-Schwa:

Meine Heimatstadt ist Dresden.

Dresden ist wunderschön.

Das ist ja lieb von dir, danke schön.

Das ist Paula, meine Kollegin.

In Verbindung mit dem Wort „das“ fällt das Wort „ist“ aber oft auch komplett weg:

Das ist ja lieb von dir, danke schön.

Das ist Paula, meine Kollegin.

Allerdings geht das nicht am Satzende.

Weißt du, was für eine Regel das ist?

Hier ist das Wort „ist“ betont, hier muss man also auf jeden Fall „is“ sagen.

Wie hat euch das Video gefallen? Wünscht ihr euch einen zweiten Teil mit den Wörtern 11 bis 20? Schreibt mir das gerne in die Kommentare und dann mache ich das gerne für euch.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Aussprache von SPRECHEN | Akzent reduzieren | Deutsch mit Benjamin

Lernt in diesem Video die richtige deutsche Aussprache des Verbs SPRECHEN. Gleichzeitig werdet ihr euren Wortschatz erweitern, da wir uns typische Phrasen mit dem Verb im Kontext ansehen.

Transkript:

Das Verb „sprechen“ kennen wir ja alle. Es ist eins der häufigsten Verben, ja, generell eins der häufigsten Wörter im Deutschen. Ganz zu schweigen von den ganzen Präfixen, mit denen es ja noch kombiniert werden kann. Und dennoch weiß ich, dass viele von euch, die Deutsch lernen, zum Teil auch schon sehr lange Deutsch lernen, Schwierigkeiten haben, mit der Aussprache dieses Wortes und auch bei vielen Mitgliedern meiner Online-Akademie stelle ich das immer wieder fest. Deswegen wollen wir heute mal die Aussprache üben, von diesem Wort und wie immer schauen wir uns auch viele Kontextbeispiele an, damit ihr das Wort nicht nur einzeln, sondern auch gut im Satz aussprechen könnt.

Wir beginnen also mit der Aussprache des Infinitivs und der einzelnen Verbformen, dazu gebe ich euch auch ein paar Tipps – und dann schauen wir uns mal ein paar sehr typische Wortkombinationen an, in denen das Wort „sprechen“ vorkommt, ja, weil oft ist es ja auch so, dass man ein bestimmtes Wort eigentlich ganz gut aussprechen kann, wenn dann aber ein bestimmtes anderes Wort davor oder vielleicht auch danach kommt, verhaspelt man sich, so wie ich gerade, weil dann eine für euch vielleicht unnatürliche oder ungewohnte Lautkombination entsteht und dann passiert es, dass man ins Stocken gerät und nicht mehr fließend spricht. Also es geht heute nicht nur um die Aussprache des einzelnen Wortes, sondern auch um das fließende Sprechen.

Fangen wir also an, mit dem Infinitiv: Das Wort beginnt mit einem sch-Laut, wie bei der Schule. Dabei sind die Lippen gerundet und die Zungenspitze ist unten, aber nicht direkt hinter den unteren Schneidezähnen, sondern ein bisschen weiter hinten. So ungefähr. [ʃ]. Dann schließen sich die Lippen und bleiben dabei gerundet: [ʃp]. In diesem Moment hört man das P noch nicht. Der Verschluss der Lippen wird erst danach schlagartig gelöst, also die Lippen werden schlagartig geöffnet und die Luft wird nach draußen gestoßen, gleichzeitig geht die Zungenspitze hinter die unteren Schneidezähne, dabei wird das Reibe-R gesprochen und auch gleichzeitig senkt sich der Unterkiefer ab und die Lippen werden etwas breiter. Also zuerst: [ʃpʁ̥]. Das Reibe-R ist in diesem Wort und in allen anderen Formen dieses Wortes generell übrigens stimmlos, weil die ersten beiden Laute auch stimmlos sind. Und jetzt können wir auch den kurzen, ungespannten e-Laut mitsprechen: [ʃpʁ̥ɛ]. Ja, und da haben wir schon die erste Silbe. Wiederholt diese Übung ruhig so lange, bis ihr euch wohl mit dieser Silbe fühlt.

Die zweite Silbe besteht nur aus zwei Lauten. Das e-Schwa in der Endung sprechen wir ja nicht mit. Es gibt also hier nur einen Ich-Laut und ein N: [çn̩]. Von der ersten zur zweiten Silbe kommen wir also, indem wir den Mund einfach wieder ein bisschen schließen, natürlich dürfen die Lippen nicht geschlossen werden, aber der Unterkiefer geht eben wieder hoch. Mit unserer Zunge machen wir dabei nichts. Die geht automatisch mit dem Unterkiefer hoch, sodass dann zwischen dem Zungenrücken und dem Gaumen die Luft entweichen kann, für den Ich-Laut. Die Zungenspitze bleibt dabei hinter den unteren Schneidezähnen. Für das N muss die Zunge dann nur noch ein bisschen angehoben werden, dass sie direkt hinter den oberen Schneidezähnen den vorderen Gaumen berührt, aber die Zungenspitze bleibt hinter den unteren Schneidezähnen. Die Lippenposition ändert sich in dem gesamten Wort nur einmal. Ja, beim [ʃp] sind sie noch gerundet, aber dann geht diese Rundung weg, die Lippen werden so ein bisschen breiter und bleiben auch bis zum Ende des Wortes so. Also nicht: [ˈʃpʁ̥ɛhən] oder [ˈʃpʁ̥ɛxən], sondern [ˈʃpʁ̥ɛçn̩]. Das ist ja der Infinitiv und auch die Form für „wir“ und „sie“ im Präsens Plural.

Die ihr- und ich-Form können wir ganz schnell ableiten: ihr sprecht. Hier müssen wir nur am Ende statt dem N ein T aussprechen, also: ihr sprecht. Und: ich spreche. Dazu üben wir: [çə], wobei sich auch hier wieder die Lippenposition nicht ändert, nur der Zungenrücken, der ja beim Ich-Laut sehr nah am Gaumen ist, entfernt sich jetzt ein bisschen von dem Gaumen: [çə] – [ˈʃpʁ̥ɛçə].

Die 2. und 3. Person Singular haben statt dem E ein I, d.h. hier müssen wir den Unterkiefer nicht mehr senken, also nach dem [ʃp] werden nur die Lippen breiter, ansonsten gibt es eigentlich keinen Unterschied zu den vorherigen Formen: er spricht. Bei der du-Form ist es wichtig, dass am Ende sowohl der Ich-Laut, als auch der s-Laut, als auch der t-Laut zu hören sind. Das wird nicht reduziert: du sprichst. Beim Ich-Laut liegen die Zähne nicht aufeinander, aber beim s-Laut liegen sie aufeinander. Darauf also bitte achten.

Beim Partizip 2 „gesprochen“ achten wir nun darauf, dass wir hier keinen Ich-Laut mehr, sondern stattdessen einen Ach-Laut haben. Der Ach-Laut entsteht am Gaumensegel, also hinten im Mund, wo auch das Reibe-R gebildet wird. Und deswegen wird auch das N in dem Partizip 2 „gesprochen“ oftmals als Ang-Laut realisiert, weil dieser Laut eben näher an dem Ach-Laut ist. Man kann also sagen: [gəˈʃpʁ̥ɔxŋ] – mit einem ang-Laut, ja, so wie das viele deutsche Muttersprachler auch tun, aber man kann auch sagen natürlich: [gəˈʃpʁ̥ɔxn]. Also beides ist richtig. Die Lippen bleiben aber in beiden Fällen bis zum Wortende in der Position des o-Vokals: [gəˈʃpʁ̥ɔxn̩] oder eben [gəˈʃpʁ̥ɔxŋ̩].

Das Präteritum wird ja generell nicht so oft benutzt, wichtig ist hier vor allem, dass wir wieder einen Ach-Laut haben, also keinen ich-Laut und dass das A in den Formen des Präteritums bei diesem Verb lang gesprochen wird. Im Präsens und Partizip 2, also Perfekt und Passiv usw. haben wir ja bis jetzt gesehen, dass der Vokal immer kurz war. Das A im Präteritum ist hier aber eben lang, also beispielsweise: er sprach.

Jetzt werfen wir einen Blick auf ein paar sehr häufige Wortkombinationen mit Formen des Verbs „sprechen“. Und da ich weiß, dass die meisten von euch vor allem Schwierigkeiten mit der Aussprache der Präsensformen (also der Formen mit dem Ich-Laut) haben, beschränken wir uns dabei da drauf. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Wort oder der Laut, der vor einem bestimmten Wort steht, die Aussprache des Wortes – in unserem Fall des Verbs „sprechen“ – am stärksten beeinträchtigt. Deshalb sehen wir uns an, welche Wörter sehr oft vor dem Verb „sprechen“ gesagt werden.

Die häufigste derartige Wortkombination ist „zu sprechen“. Für den kurzen, ungespannten u-Laut müssen unsere Lippen ja gerundet sein und für den sch-Laut ja auch, d.h. wir runden unsere Lippen hier schon von Anfang an, also schon bei dem z-Laut, um diesen Satz einfach und flüssig sagen zu können: zu sprechen. Betont wird hier natürlich nur das Wort „sprechen“, also konkret die erste Silbe, und das Wort „zu“ wird nicht betont und somit sehr schnell ausgesprochen: zu sprechen. Vergesst bitte nicht, immer schön nachzusprechen.

Hier sind ein paar Beispiele mit dieser Phrase.

  • Sie fingen an zu sprechen. 
  • Es fällt mir schwer, darüber zu sprechen. 
  • Alkohol macht es erwiesenermaßen leichter, eine Fremdsprache zu sprechen. 
  • Ich weiß ja nicht, wie sie auf dich zu sprechen sind. 

Was wir jetzt mit besprochen haben, können wir auch auf die nächste Phrase anwenden, die häufig benutzt wird, nämlich: du sprichst.

  • Du sprichst mir aus der Seele. 
  • Ich weiß genau, wovon du sprichst. 
  • Du sprichst ja völlig akzentfrei. 

Auch eine sehr häufige Kombination: und sprichst. Und hier sollten die Wörter miteinander verbunden werden, also wie ein einziges Wort ausgesprochen werden. [tʃ] – und sprichst.

  • Am besten, du rufst da an und sprichst mit denen. 
  • Du hörst dir den Satz an und sprichst ihn dann nach. 

Diese Lautkombination [tʃ] haben wir auch in diesem sehr häufigen Wort: entsprechen – und natürlich allen Formen dieses Wortes, ja, also auch entsprechend, entspricht usw. Beispiele:

  • Es geht mir den Umständen entsprechend gut. 
  • Das entspricht meinen Erwartungen. 

Nächste Phrase: Deutsch sprechen. Bitte verbindet auch hier diese beiden Wörter schön miteinander, ja, im Deutschen verbinden wir die Wörter miteinander, wenn das eine auf einen Konsonanten endet und das nächste mit einem Konsonanten beginnt, also bitte macht da nicht diese Pause dazwischen, sagt nicht *Deutsche sprechen, sondern Deutsch sprechen, ja, als ob das nur ein einziges Wort wäre.

  • Wie kommt es, dass Sie so gut Deutsch sprechen?
  • Ich würde gerne besser Deutsch sprechen.

Dafür habe ich übrigens was ganz Tolles für euch, und zwar eine 6-Wochen-Challenge. Das ist ein Online-Gruppenkonversationskurs in meiner Online-Akademie, alle 2 Monate startet eine neue Runde und jetzt gerade ist es auch wieder so weit. Ihr könnt euch noch bis Dienstag dafür anmelden. Also meldet euch gerne an – die Plätze sind allerdings begrenzt, damit auch jeder wirklich genug Zeit zum Sprechen hat. Der Link ist unter diesem Video, da könnt ihr also einfach draufklicken, um mehr Infos zu bekommen.

Dann haben wir: ich spreche. Der Rhythmus ist derselbe wie bei der vorherigen Phrase: da-DA-da. Ich spreche. Da das Personalpronomen hier wie in den meisten Fällen unbetont ist, reduzieren wir das sehr oft und in Verbindung mit dem Verb „sprechen“ wird hier der Ich-Laut reduziert, manchmal ist er noch ein bisschen zu hören, aber er wird fast vollständig von dem [ʃ] verschluckt.

  • Er wusste nicht, worüber ich spreche. 
  • Ich weiß genau, wovon ich spreche. 

Auch hier verbinden wir wieder und dadurch kommt es eben dazu, dass dieser sch-Laut den ich-Laut so ein bisschen verschluckt. Wenn die ich-Form eines Verbs in der Satzmitte steht, wird ja sehr oft das e-Schwa der Endung nicht mitgesprochen, sodass wir dann eben auch sehr oft sagen: ich sprech‘. Auch andersrum sagt man das oft: spreche ich oder sprech ich. Auch hier sollte man die Wörter verbinden: sprech ich – Also nicht spreche ich, sondern sprech ich.

  • Spreche ich deutlich genug? 
  • Das Wort spreche ich falsch aus, oder?  

Dann haben wir noch das Verb „besprechen“, das wird auch ziemlich oft benutzt. Es beginnt mit dem [b] und von da aus bewegen sich die Lippen direkt in die Position des [ʃ]. Dazwischen ist ein e-Schwa, für das ihr euch aber gar keine Mühe geben müsst, weil das automatisch bei dieser Lippenbewegung entsteht. Man muss nur seine Stimme ein bisschen einsetzen.

  • Lass uns das morgen in Ruhe besprechen. 

Wenn es Wörter gibt, die ich mit euch in einem anderen Video auf eine ähnliche Art und Weise behandeln soll, dann schreibt mir doch diese Wörter gerne in die Kommentare unten. Und wenn ihr zukünftige Videos nicht verpassen wollt, dann abonniert doch gerne meinen Kanal, am besten mit Benachrichtigungen.

Ihr lernt Deutsch mit Benjamin und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Wortschatz B2 C1 C2 | Fließend & Akzentfrei Deutsch lernen mit Olaf Scholz

Heute lernen wir mit der ersten Rede von Olaf Scholz. Das ist authentisches Material, mit dem ihr euren Wortschatz erweitern, eure deutsche Aussprache verbessern, jede Menge über die Prosodie (Sprachmelodie und Sprechrhythmus) und die Umgangssprache lernen und euer Hörverstehen verbessern könnt. Deutsch lernen mit Nachrichten, Filmen und Serien könnt ihr in vielen anderen Videos auf meinem Kanal.

 

Transkript:

Angela Merkel –16 Jahre lang war sie Bundeskanzlerin und hat das Ansehen und den Einfluss Deutschlands gestärkt, vorletzte Woche Mittwoch dann, am 8. November 2021 hat sie ihr Amt an ihren Nachfolger Olaf Scholz übergeben, und wir schauen uns heute gemeinsam die allererste Rede von Olaf Scholz in seiner Funktion als neuer Bundeskanzler an, ihr werdet euren aktiven Wortschatz erweitern, euer Hörverstehen verbessern und auch eure Aussprache verbessern, um akzentfrei Deutsch sprechen zu lernen. Und es gibt auch noch eine Überraschung, was ganz Besonderes, was wir hier in meinen bisherigen YouTube-Videos noch nie hatten. Wir haben nämlich heute einen Gast hier. Deshalb auf jeden Fall dranbleiben.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin. Lasst uns zuerst einmal die Rede komplett anschauen, Olaf Scholz spricht relativ langsam und deutlich, benutzt aber auch viele spannende Wörter und auch zur Aussprache gibt es jede Menge interessanter Beobachtungen zu machen. Das schauen wir uns dann sukzessive danach an. Und außerdem werden wir ein paar Sätze aus der Rede rausnehmen, die ihr dann mit einer innovativen bilingualen Methode mit Hilfe der englischen und russischen Übersetzung euch aneignen könnt. Jetzt aber erstmal die Rede, bewusst ohne Untertitel, ja, den Text sehen wir uns dann ja auf jeden Fall noch an.

Wie gut habt ihr das verstanden? Übrigens könnt ihr, wenn ihr mögt, dieses Video auch gerne dafür nutzen, um die Rede komplett oder teilweise zu transkribieren. Falls ihr die Transkriptionsmethode noch nicht kennt, könnt ihr euch auch gerne das Video ansehen, das jetzt oben rechts und auch unten in der Infobox verlinkt ist, wo ich euch die Transkriptionsmethode vorstelle. Wenn ihr also die Rede oder Teile davon transkribieren wollt, dann könnt ihr dieses Video jetzt gerne kurz pausieren, wieder zurückspulen, transkribieren und dann könnt ihr das mit dem Text vergleichen, den ich euch ja jetzt gleich zeige. Und ich habe euch ja auch eine Überraschung versprochen. Den allerersten Satz, den schauen wir uns jetzt mal gemeinsam mit David an. David und ich sind Freunde, er ist mehrfacher Polyglot, Übersetzer, Dolmetscher sowie Englisch- und Deutschlehrer und außerdem der Entwickler der innovativen bilingualen Sprachlernmethode TranslationCubed (zu Deutsch Übersetzung hoch Drei) und er ist Mitgründer von LinguaThor, einem Unternehmen zur Förderung von effektiverem und gehirngerechtem Sprachenlernen.

Präzise ist ein Adjektiv, man kann sagen „präzise“, wie Olaf Scholz, oder auch „präzis“. Und das bedeutet: sehr genau, exakt, eindeutig. Kollokationen mit diesem Wort sind: Also etwas eindeutig und klar sagen. Also sehr gewissenhaft und sorgfältig arbeiten. Darauf achten, dass auch wirklich alles korrekt und genau ist. Und davon leitet sich das Verb „präzisieren“ ab. Präzisieren, das bedeutet so viel wie „konkretisieren“. Hier verschiebt sich auch der Wortakzent: präzis – zweite Silbe betont, präzisieren – dritte Silbe betont und somit wird auch das I nun kurz, also nicht [pʁ̥ɛˈt͡siːziːɐ̯n], sondern [pʁ̥ɛt͡siˈziːɐ̯n]. Falls ihr dieses Verb nicht so gut versteht, präzisiere ich meine Erklärung gerne: wenn man etwas konkretisiert oder präzisiert, dann formuliert man es eindeutiger, klarer und verständlicher. Wenn euch jemand einen Vorschlag macht, den ihr aber nicht hundertprozentig verstanden habt, dann könntet ihr z.B. nachfragen: „Könntest du das präzisieren?“ Das klingt allerdings sehr gehoben, bildungssprachlich, könnte man an der Uni z.B. sagen, im Alltag würde man stattdessen eher sagen: „Wie meinst du das genau?“ oder „Wie genau stellst du dir das vor?“ Meistens sagen wir „präzisieren“ und nicht so häufig „präzisie-ren“. Es fällt also eine ganze Silbe weg und statt des Reibe-R [ʁ] wird das a-Schwa gesprochen. Das gilt für alle Wörter dieser Art, also z.B. sagen wir normalerweise auch statt „Jah-ren“ im Dativ eher „Jahren“ und statt „wa-ren“ eher „waren“. Hier ist noch ein Beispiel mit dem Wort „präzisieren“.

Ich weiß ja, dass viele von euch Schwierigkeiten mit der Aussprache des Wortes „erinnern“ haben. Wenn wir besonders deutlich sprechen wollen, dann haben wir hier drei Silben, wobei die zweite betont wird: erinnern [ɛɐ̯ˈʔɪnɐn] und weil die betonte Silbe mit einem Vokal beginnt, wird diese Silbe mit Vokalneueinsatz gesprochen: also mit Knacklaut. Das gilt natürlich dann auch für die ganzen Formen, z.B. ich erinnere mich daran. Erinnere. Hört euch aber mal an, wie das Wort ganz oft im Satz klingen kann: Was fällt uns hier auf? Na ja, erstens mal hat er die Endung der ich-Form, also das e-Schwa, nicht mitgesprochen und dadurch hat er auch hier statt dem Reibe-R [ʁ] ein a-Schwa gesprochen, denn am Ende eines Wortes sprechen wir ja niemals ein Reibe-R. Zweitens: er hat keinen Knacklaut gesprochen, also keinen Vokalneueinsatz. Und drittens: er hat die allererste Silbe nur als a-Schwa gesprochen. Das sind also 3 Reduzierungen und 1 Assimilation, die wir hier haben und diese Aussprache von dem Verb „erinnern“, das in diesem Satz übrigens nur eine leichte Nebenbetonung hat, ist schon um einiges leichter, würde ich sagen, und lässt auch den ganzen Satz einfach flüssiger und auch vom Rhythmus her natürlicher klingen. Diese Aussprache ist sehr verbreitet, also könnt ihr sie ruhig auch benutzen. Das klingt fast wie das Artikelwort „einer“, stellt euch also einfach vor, das zu sagen: einer, einer, ich einer nur an die, ich einer nur an die, ich erinnere nur an die Finanzkrise 2008/2009. Vielleicht habt ihr euch ja jetzt gefragt, warum die Singular- und Pluralform von dem Wort „Herausforderung“ genau gleich geklungen haben. Das ist auch eine sehr häufige Reduzierung im Deutschen, die ich bereits in einem anderen Video aufgegriffen habe, zu dem ihr über den Button in der oberen rechten Ecke dieses Videos und auch in der Beschreibung unten gelangen könnt.

Schweißen bedeutet eigentlich, zwei Metallteile miteinander zu verbinden, indem man sie an den Stellen, wo sie sich berühren sollen, schmilzt, also durch große Hitze verflüssigt. Schweißer sind Handwerker, die genau das in ihrem Beruf tun. Man schweißt zwei Metallteile zusammen. Im übertragenen Sinne sagt man, wenn die Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen durch ein Ereignis oder eine gemeinsame Erfahrung gestärkt wird, eben auch, dass dieses Ereignis die Menschen zusammenschweißt. Das Verb ist trennbar, somit betonen wir „zusammen“ und wir sagen „zusamm“, „zusamm-schweißen“. Also die Flüchtlingskrise und die Finanzkrise haben die Parteien zusammengeschweißt. Diese Krisen haben die Beziehung zwischen ihnen gestärkt. Hier ist ein anderes Beispiel: Die beiden Brüder mussten sich als Kinder immer Sorgen um ihr Auskommen machen, d.h. die Familie war arm, es war nie klar, ob sie auskommen würden, ob das Geld also reicht, und diese Erfahrung hat die Familie bzw. insbesondere eben die Kinder, die beiden Brüder zusammengeschweißt, also ihre Beziehung gestärkt.

Olaf Scholz sagt „es zeigt“. Diese Aussprache ist eine dialektale Variante, d.h. die Standardaussprache ist „es zeigt“ oder „es zeigt“ – den Laut [k] kann man ganz klassisch mitsprechen, man kann ihn aber auch glottal lösen. Schaut euch dazu gern auch mein Video zum Aufeinandertreffen zweier Plosive an, das ich euch auch oben rechts sowie unter dem Video einblende. Zuerst mal auch hier wieder eine Reduzierung der Endung, sodass der Plural der weiblichen Form „Demokratinnen“ genau wie der Singular klingt.

Und dann haben wir hier das Nomen „der Konsens“. Das S in der Mitte ist stimmhaft, also nicht [kɔnˈsɛns], sondern [kɔnˈzɛns]. Ihr merkt schon, dass ich die zweite Silbe betone, ja, Konsens, aber manche Leute betonen auch die erste Silbe: Konsens. Beides geht. Ein Konsens ist eine Einigung. Also, die verantwortlichen Politiker sind sich einig. Es gibt einen großen Konsens zwischen ihnen. Oder eine Kollokation wäre auch: Wenn verschiedene Parteien oder auch Personen miteinander diskutieren, ist es ja oft so, dass erstmal kein Konsens herrscht, aber dass man sich dann im Laufe des Gesprächs doch einigt, dass man also zu einem Konsens kommt. Wir sind zu einem Konsens gekommen. Das ist auch ein typischer Satz. Heißt: Wir haben uns geeinigt. Wenn man gute Texte schreiben möchte oder auch geschäftliche E-Mails, dann würde man „etwas Besonderes“ bevorzugen. Achtung, man schreibt dann das Adjektiv auch groß, da es substantiviert ist. Im gesprochenen Deutsch ist aber die reduzierte Form „was“ statt „etwas“ weiter verbreitet.

Olaf Scholz sagt außerdem, dass Angela Merkel Deutschland geprägt hat. Das bedeutet, sie hat seiner Ansicht nach den Charakter von Deutschland, das, was Deutschland ausmacht, sehr stark beeinflusst. Als ich Kind war, sind wir z.B. sehr selten in den Urlaub gefahren, weil wir, also wir waren keine arme Familie in dem Sinne, aber wir waren eben auch nicht reich und ich habe auch noch Geschwister und meine Mutter war alleinerziehend, d.h. es war kein Vater mit im Haushalt, ja, und das hatte eben zur Folge, dass wir eben nicht so oft im Urlaub waren und wenn doch mal, dann ja, eigentlich meistens in Deutschland oder auch oft in Tschechien, weil ich ja in Dresden aufgewachsen bin, was nicht weit von Tschechien entfernt ist. Ja, und ich kann sagen: dass wir so selten im Urlaub waren, das hat mich schon in gewisser Weise auch geprägt: bis heute fahre ich nämlich im Vergleich zu anderen, relativ selten in den Urlaub und wenn ich in den Urlaub fahre, dann eben oft auch innerhalb Deutschlands oder innerhalb Tschechiens, oder innerhalb Europas, ich war z.B. in meinem ganzen Leben noch nie außerhalb von Europa gewesen. Also, die Familie prägt einen, Kindheitserlebnisse prägen einen, ja, sie beeinflussen unseren Charakter, Erfahrungen prägen einen. Man sagt also: Das hat mich geprägt. Diese Erfahrung hat ihn geprägt, usw. Im Magazin „Stern“ vom 28. März 2018 habe ich diesen Satz gefunden: Die Kirche prägt unsere Gesellschaft, hat also Einfluss auf gesellschaftliche Normen. Unsere Gesellschaft orientiert sich an der Kirche. Man liest das auch oft in Reiseführern, wie z.B. hier von AK Touristik: Diese Gebäude sind also charakteristisch für Dresden.

Lasst uns hier mal ein bisschen mit dem Sprechrhythmus und der Sprechmelodie arbeiten. Dazu teile ich euch die nächsten 3 Sätze in rhythmische Gruppen, in jeder Gruppe gibt es genau eine Silbe, die die Hauptbetonung, also den Akzent trägt, und ihr sollt mal versuchen, diese Silbe, diesen Akzent in jeder Gruppe zu finden. Nehmt euch am besten Zettel und Stift und notiert euch die entsprechenden Silben. Manchmal gibt es auch noch eine oder zwei Nebenbetonungen, also einen oder zwei sekundäre Akzente. Ihr hört jede Gruppe dreimal. Danach zeige ich euch die Lösung. Hier habe ich für euch alle Hauptbetonungen und Nebenbetonungen markiert. Jetzt könnt ihr das mal mit euren Notizen vergleichen, dazu könnt ihr gerne auch das Video kurz anhalten.

So, jetzt machen wir Shadowing, d.h. ihr hört nun nochmal jede rhythmische Gruppe dreimal hintereinander und danach kommt immer eine Pause für euch zum Nachsprechen, wobei ihr eben besonders auf die Betonungen achten solltet, also auf diesen Sprechrhythmus, ja um euch den richtigen Sprechrhythmus eben anzueignen. Genau und das PDF, das David dazu für euch erstellt hat, könnt ihr euch kostenlos runterladen. Es gibt ein PDF mit der englischen Version sowie auch eins mit der russischen Version – klickt dazu einfach auf den Link gleich hier unten in der Infobox und wählt euch dann das gewünschte PDF aus.

Okay, achtet nun mal darauf, wie Olaf Scholz die Wörter „Bundestag“, „Auftrag“ und „gekriegt“ ausspricht. Dreimal der Buchstabe G – wegen der Auslautverhärtung müsste hier ja eigentlich ein k-Laut gesprochen werden, aber: Olaf Scholz sagt „Bundestag“ und „Auftrag“ jeweils mit Ach-Laut und kurzem A sowie „gekriegt“ mit Ich-Laut und kurzem I. Diese drei Wörter werden normalerweise, also im Standarddeutschen, nicht so ausgesprochen. Olaf Scholz kommt aus NRW, dort ist diese Aussprache verbreitet, aber nicht nur dort, sondern auch in einigen anderen Regionen, durchaus auch in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, beispielsweise, d.h. ihr werdet immer wieder auch Deutsche hören, die das so aussprechen. Wenn ihr also in Deutschland lebt und merkt, dass die Leute um euch rum solche Wörter auch so aussprechen, z.B. auch Bundestag, Auftrag, gekriegt usw. dann könnt ihr das getrost auch so machen, aber ihr müsst das nicht machen, ja, ihr könnt auch ganz einfach hier k-Laute aussprechen, also: „Ich bin sehr dankbar, dass ich nun von den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes und vom Deutschen Bundestag den Auftrag gekriegt habe, das zu machen.“ Schauen wir uns noch genauer an, was ein Auftrag ist. Olaf Scholz sagt, dass er vom deutschen Volk und vom Bundestag den Auftrag bekommen hat, Bundeskanzler zu sein. Das bedeutet, das Volk und das Parlament haben ihm die Anweisung geben, diese Aufgabe zu erfüllen. Ein Auftrag ist also im Prinzip so was wie eine Aufgabe, das Wort „Auftrag“ benutzt man allerdings sehr oft in formelleren Kontexten, z.B. eben ein Regierungsauftrag, aber auch ein Kundenauftrag z.B. ja, wenn ein Kunde bei einer Firma eine Dienstleistung in Auftrag gibt, also bucht, dann bezeichnet man den Kunden auch als Auftraggeber und die Firma als Auftragnehmer. Die Firma bekommt also den Auftrag und muss den Auftrag ausführen, sie muss den Auftrag erfüllen, sie muss den Auftrag erledigen. Wenn die Firma dem Auftrag nicht sorgfältig und gewissenhaft nachkommt, dann kann der Auftraggeber, also der Kunde, der Firma den Auftrag auch entziehen. Er baut darauf, dass die nicht anwesenden Mitarbeiter weiterhin gute Arbeit leisten werden. Er setzt darauf, dass sie weiterhin gute Arbeit leisten werden. Das bedeutet, er verlässt sich drauf, er glaubt fest da dran, er vertraut da drauf. Kontinuität. Ein fünfsilbiges Wort. Die letzte Silbe trägt die Hauptbetonung, also den Wortakzent. Und wir sprechen keinen Vokalneueinsatz, also keinen Knacklaut zwischen dem U und dem I. Das bedeutet, Arbeit ohne Unterbrechung, Durchhaltevermögen, Ausdauer.

Das Adjektiv dazu ist kontinuierlich. Das benutzt man öfter als das Nomen. Und hier verschiebt sich der Wortakzent auf die Silbe „ier“: kontinuierlich. Deswegen kann hier in dem Adjektiv auch der Vokalneueinsatz, also Knacklaut gesprochen werden. Wir sagen also Kontinuität, aber kontinuierlich. [ɪzəs] – das ist die am weitesten verbreitete Aussprache von „ist es“. Man sagt fast nie „ist es“, sondern fast immer [ɪzəs]. [sɪs] – auch eine übliche Aussprache für „das ist“ oder „es ist“, vor allem am Satzanfang. Es soll ein guter Aufbruch werden, also ein guter Neuanfang. Als Aufbruch bezeichnet man den Anfang einer neuen Epoche. Man sagt auch oft, wenn sich in einem Land oder einer Stadt oder einer Region viel verändert gerade, dass dieses Land oder diese Region im Aufbruch ist. Und kennt ihr das Gefühl, irgendwo zu Besuch zu sein und dann seid ihr so unruhig, weil ihr eigentlich nach Hause wollt? Dann könnt ihr sagen: Ich bin schon in Aufbruchsstimmung. Manchmal hat man auch andersrum das Gefühl, man kommt z.B. gerade erst an, zu einer Feier oder so was. Man denkt eigentlich, es geht jetzt los, aber die ersten, die schon da sind, die wollen schon gehen. Und dann könnte man auch sagen: Schönen Dank! Ja, statt „schönen Dank“ sagt wirklich lieber „schönen Dank“, macht einfach nur zwei Silben da draus, das klingt so viel natürlicher und flüssiger. Schönen Dank! Schönen Tag noch! Schönen Urlaub! Usw., ja.

So, vergesst nicht, euch das entsprechende PDF runterzuladen, die Links sind hier unten in der Infobox. Und schreibt mir bitte in die Kommentare, was ihr in der heutigen Deutschstunde hier Neues gelernt habt, ob euch die Methodik gefällt, bzw. die zwei Methodiken und gerne auch eure Fragen oder Wünsche für zukünftige Videos. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Reduzierungen in der Umgangssprache | Akzentfrei Deutsch | Neue Nachbarin

In dieser Analyse seht ihr zur Aneignung der deutschen Sprachmelodie Beispiele aus einem authentischen Dialog. Außerdem lernt ihr zahlreiche Beispiele der progressiven Assimilation und wichtigen Reduzierungen, verbessert somit generell auch eure deutsche Aussprache und entwickelt die Fähigkeit, fließend Deutsch zu sprechen. Lasst uns also gemeinsam für eine bessere, authentische Aussprache Übungen machen, die auf der Analyse der authentischen gesprochenen Sprache sowie der Shadowing-Methode beruhen.

Transkript:

Warum ist es häufig so schwer, Deutsch zu verstehen? Wie kann man fließend Deutsch sprechen bzw. flüssig Deutsch sprechen? Und wie schafft man es, authentisch zu klingen, sich also auch die deutsche Sprechmelodie anzueignen? Wenn ihr euch diese Fragen stellt, dann bleibt auf jeden Fall heute dabei.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin, der ersten Adresse für alle, die akzentfrei Deutsch sprechen und ihr Hörverstehen verbessern wollen. Heute schauen wir uns eine kurze Szene aus einer Reportage vom ZDF an, wo wir authentisches Alltagsdeutsch, authentische Umgangssprache hören, die wir eben nicht nur in informellen, sondern auch in formellen Situationen Tag für Tag benutzen. Und dann analysieren wir ganz genau, was wir hören. Welche Wörter sind betont? Welche sind unbetont? Wo geht die Stimme nach oben, wo geht sie nach unten? Welche Laute werden verkürzt, nicht mitgesprochen oder verändert? All das hilft euch dabei, besser zu verstehen, aber eben auch flüssiger zu sprechen und authentischer zu klingen. Denn wir Muttersprachler sprechen eben nicht so, wie man das oft in Lehrbuchtexten vorfindet. Ihr werdet erstaunt sein, was man aus einem ganz kurzen Gespräch alles lernen kann. So viele Dinge, aber das seht ihr gleich. Fangen wir an, hier kommt die Szene.

So, das war die Szene, jetzt analysieren wir, was wir gehört haben.

Hier haben wir eine ganz typische Aussprache dieses Wortes, bei der nämlich die beiden ersten Laute einfach nicht mitgesprochen werden. Es beginnt also mit dem [t͡ʃ], also einer Verschmelzung der beiden Laute [t] und [ʃ] eben zu dem neuen Laut [t͡ʃ]. Betont wird die erste Silbe, also [t͡ʃʊl], die beiden anderen sind unbetont. Mir fällt hier auch auf, dass das L nicht so deutlich gesprochen wird, sondern sozusagen nur angedeutet wird, was sehr oft passiert, wenn dieser Laut nach einem Vokal und vor einem Konsonanten auftritt. Ja, der Melodieverlauf ist hier sehr regelmäßig, also ein ganz typisches Muster, das wir immer wieder antreffen. Machen wir damit Shadowing: ihr hört den Satz dreimal in 50%-iger Geschwindigkeit, dann kommt eine Pause für euch zum Wiederholen, und dann dreimal in Originalgeschwindigkeit und wieder eine Pause zum Wiederholen.

Ganz typische Art, hallo zu sagen. Das A wird hier so ein bisschen langgezogen. Das O ist kurz, aber gespannt.

Dieses „Hallo“ ist sehr hoch: Hallo. Interessant ist auch, dass das A hier kurz ist und das O lang, also genau umgekehrt. Beide Varianten sind verbreitet. Hallo. Ich kann es nicht so gut imitieren, um ehrlich zu sein, da ich halt keine Frau bin, das ist wirklich sehr hoch hier, also ich als Mann würde es in diesem Fall so sagen: Hallo. Auch ziemlich hoch. Das ist ein Zeichen, dass die Frau hier erstaunt oder überrascht ist. Also sie hat wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass jemand Neues ins Haus einzieht. Machen wir damit auch Shadowing, zuerst mit dem ersten Hallo.

Jetzt noch mit dem zweiten Hallo.

Hier höre ich zwei Akzente, also zwei Betonungen, eine leichtere auf „ziehen“ und eine stärkere auf „ein“, wobei hier am Ende die Stimme auch deutlich nach oben geht. Das liegt daran, dass es eine Ja-Nein-Frage ist und natürlich auch daran, dass hier auch besonderes Interesse gezeigt wird bzw. wie schon gesagt die Frau ja überrascht zu sein scheint, dass jetzt jemand Neues ins Haus einzieht. Ja, der Satzakzent, also die Hauptbetonung liegt eben auf „ein“, was in der Regel so ist, wenn wir einen Satz mit einem trennbaren Verb haben, dann liegt der Satzakzent in der Regel auf dem Präfix. Das beginnt ja mit einem Vokal bzw. genauer gesagt mit einem Diphthong, der hier also ganz klar mit Vokalneueinsatz, also mit einer klar erkennbaren Pause gesprochen wird. Das muss so sein. Im Gegensatz dazu werden die drei Wörter davor miteinander verbunden, also wie ein einziges Wort ausgesprochen, da „Sie“ und „hier“ ja Funktionswörter und unbetont sind. Bei dem Wort „ziehen“, auf dem ein kleinerer Akzent, also eine Nebenbetonung liegt, fällt mir hier besonders auf, dass das als einsilbiges Wort gesprochen wird, was auch die am weitesten verbreitete Aussprache von solchen Wörtern ist, ja, also dieses e-Schwa wird hier nicht mitgesprochen, sodass dann eben hier nur eine Silbe übrig bleibt. Bitte auch schön auf das [t͡s] am Anfang achten. Die beiden anderen Wörter sind wie gesagt Funktionswörter und sie sind eben unbetont, d.h. besonders anfällig für Reduzierungen. So wird hier z.B. der Vokal verkürzt, bleibt aber gespannt: „Sie“, ja, einfach nicht so lang aussprechen, und dieses H ist hier nur ganz schwach zu hören und wird eigentlich fast von dem „Sie“ verschluckt. Auch der Vokal in diesem Wort wird reduziert und selbstverständlich haben wir hier kein klassisches R, sondern ein a-Schwa (vokalisches R). Ja, das ist keine Reduzierung, da wollte ich euch einfach nur nochmal dran erinnern, dass das natürlich so sein muss.

Ja. Hier geht die Stimme leicht nach oben, was für dieses Wort ebenfalls ein sehr typischer Melodieverlauf ist.

Hauptbetonung auf „Dach“, Nebenbetonung auf „Wohnung“ und hier natürlich auf der 1. Silbe. Am Ende ist sehr auffällig, dass die Stimme nach unten geht. Damit wird das Ende der Äußerung angezeigt. „in“ und „die“ sind ja auch Funktionswörter, bei dem Artikel „die“ habe ich wieder eine Reduzierung des Vokals gehört, also das [i] bleibt gespannt, wird aber eben viel kürzer ausgesprochen. Dachgeschosswohnung. Dieses CH ist natürlich als Ach-Laut zu sprechen. Das ist ja ein stimmloser Laut und der macht auch das darauffolgende G stimmlos. Also nicht Dachgeschoss, sondern Dachgeschoss. Das ist also eine progressive Assimilation. Das bedeutet, ein Laut beeinflusst den darauffolgenden Laut. Eine weitere progressive Assimilation haben wir hier: das stimmlose S hier macht auch den w-Laut stimmlos. Also nicht Dachgeschosswohnung, sondern Dachgeschosswohnung.

Dazu gibt es ein ganzes Kapitel in meiner Online-Akademie, wo wir uns genau damit beschäftigen, also mit den Lauten [f] und [v] und [v̥] und eben auch mit der progressiven Assimilation, darüber hinaus jede Menge weiterer umfassender Kapitel, mit denen ihr eure Aussprache verbessern könnt, euch die natürliche Sprechmelodie aneignet, euer Hörverstehen steigern könnt, und jetzt ganz aktuell noch bis diesen Sonntag, den 28. November 2021 19 Uhr deutscher Zeit bekommt ihr bis zu 70% Rabatt, wenn ihr meiner Online-Akademie beitretet, was es so noch nie gegeben hat, also so hohe Rabatte hatten wir bisher noch nie, ja, heute ist ja Black Friday und die Rabattaktion gilt also noch bis Sonntagabend. Meldet euch also am besten direkt an, um euch diesen Black-Friday-Rabatt zu sichern, den Link zur Anmeldeseite mit allen Infos und Preisen packe ich euch unter das Video in die Infobox.

Hier liegt der Satzakzent natürlich auf dem Namen, denn das ist ja zum einen das einzige Inhaltswort in diesem Satz und zum anderen die wichtigste Information. Alle anderen Wörter hier sind Funktionswörter. Das Wort „ich“ wird reduziert, und zwar höre ich persönlich gar kein richtiges I hier, sondern viel mehr einfach nur den Stimmeinsatz, also den Knacklaut und direkt danach den Ich-Laut. Der Ich-Laut ist auch stimmlos, d.h. auch hier liegt wieder eine progressive Assimilation vor: das B wird nämlich dadurch auch stimmlos. Also nicht „ich bin“, sondern „ich bin“. „ich bin die“, also auch dieser Vokal hier wird wieder reduziert, wie wir das heute hier schon zweimal hatten, ja, bei „Sie“ – „Ziehen Sie hier ein?“ – und „die“ – „in die Dachgeschosswohnung“. Genauso ist das eben auch hier.

Sabine. Die Melodie könnt ihr euch vielleicht auch ganz gut aneignen, wenn ihr die einzelnen Töne so ein bisschen in die Länge zieht, vielleicht die Höhen und Tiefen ein bisschen übertreibt. Also jetzt nicht nur bei diesem Namen hier, sondern ganz als allgemeiner Tipp, ja.

Sabine. Jetzt die Höhen und Tiefen ein bisschen übertreiben. Hier betont man im Deutschen die zweite Silbe übrigens und spricht hier auch ein langes, gespanntes [i:]. Derselbe Melodieverlauf.

Sabine, ich wohne gleich hier unten. Hauptbetonung auf „wohne“, Nebenbetonung auf „unten“. Das Personalpronomen „ich“ wurde hier noch stärker verkürzt. Ja, Lissy hat gesagt: [ʔç]. Da war noch dieser Stimmeinsatz zu hören. Bei Sabine ist das noch stärker reduziert, sie spricht nämlich nur den Ich-Laut: [ç]. Beide Aussprachevarianten sind sehr verbreitet, wenn das Personalpronomen ICH im Satz nicht betont ist, ja, dann wird der Vokal in der Regel nicht wirklich als i-Laut gesprochen, sondern eben entweder nur mit dem Stimmeinsatz oder einfach überhaupt nicht. Da auf den Ich-Laut hier auch wieder ein stimmhafter Laut folgt, kommt es wieder zu einer progressiven Assimilation, sodass also dieser w-Laut auch stimmlos wird, also nicht „ich wohne“, sondern „ich wohne“. Sabine spricht hier auch das e-Schwa in der Ich-Form des Verbs nicht mit, was auch sehr verbreitet ist und dadurch kommt es hier zu einer regressiven Assimilation, d.h. jetzt beeinflusst der Laut [g] den Laut davor. [g] wird ja am hinteren Gaumen gebildet und dadurch wird eben auch statt des n-Lautes, den man ja vorn im Mund hinter den oberen Schneidezähnen bilden würde, lieber der Ang-Laut gesprochen: [ŋ]. Also genau wie man ja auch sagt „Bank“ oder „Zeitung“, sagt man dann eben auch: „ich wohne gleich“, ja, d.h. diese beiden Wörter verbinden sich sozusagen. „gleich“ und „hier“ sind Funktionswörter, unbetont, deswegen sind hier Reduzierungen zu erwarten. Ich höre hier z.B. gar kein H, was an diesem Ich-Laut liegt, ja, wir haben ja vorhin schon in der Frage festgestellt, dass das H in unbetonten Funktionswörtern nur sehr schwach zu hören ist, und durch den Ich-Laut, bei dem ja die Luft auf eine ähnliche Weise wie beim H aus dem Mund herausströmt, wird das H hier gänzlich verschluckt. Also haben wir wieder eine progressive Assimilation bzw. Reduzierung. Und wie auch vorhin ist der Vokal wieder verkürzt und natürlich kein Reibe-R, sondern das a-Schwa zu hören. Auf dem Adverb „unten“ liegt eine Nebenbetonung. Das Wort beginnt mit Vokal, der also deshalb mit Vokalneueinsatz, also mit Knacklaut dazwischen gesprochen werden muss, ja, einfach wegen diesem zweiten Akzent im Satz. In der unbetonten Silbe -en wird bei normaler Sprechweise immer das e-Schwa getilgt und dadurch wird in diesem Fall auch kein richtiges T gesprochen, sondern ein glottal-nasal gelöstes T. Das ist eine der wichtigsten Reduzierungen und Assimilationen im Deutschen, weil sie sehr markant ist, sehr auffällig. Dazu gibt es auch bereits ein Video auf meinem Kanal, das ich euch jetzt oben rechts bzw. auch unten in der Infobox verlinke. Machen wir nun noch mit diesem Satz Shadowing.

Immer wieder faszinierend, wie viel man wirklich aus so einem kurzen Gespräch lernen kann, oder? Wenn euch das Video bei eurer Arbeit an eurem Akzent geholfen hat, dann gebt gerne einen Daumen nach oben und aktiviert meinen Kanal mit Benachrichtigungen, um auch meine zukünftigen Videos nicht zu verpassen. Außerdem denkt dran: nur noch bis diesen Sonntag, den 28. November 2021 habt ihr die Möglichkeit, von bis zu 70% Rabatt auf eure Mitgliedschaft in meiner Online-Akademie zu profitieren, um intensiv an eurem Akzent und eurem Hörverstehen zu arbeiten. Schön, dass ihr heute dabei wart, ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.

VonBenjamin

Öffentlicher Verkehr: Straßenbahn Bus S-Bahn | WORTSCHATZ DEUTSCH A2 B1 B2 | Deutsch mit Benjamin

Thema heute: Öffentlicher Verkehr in Deutschland. Straßenbahn, Bus, S-Bahn auf dem Weg zu Expolingua.

Transkript:

Guten Morgen zusammen! Also für mich ist es zumindest Morgen. Ich weiß nicht, wie spät es ist, wenn ihr euch das Video anschaut, aber bei mir ist es Morgen und zwar richtig früh am Morgen und ich hasse es normalerweise, so früh aufzustehen. Normalerweise würde ich niemals so früh aufstehen. Es ist kurz vor fünf und ich bin schon draußen, weil ich auf dem Weg zum Hauptbahnhof bin. Ich fahre gleich mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof – ich bin hier in Dresden – und dann fahre ich nach Berlin. Dort findet nämlich heute die Expolingua statt. Das ist Deutschlands größtes Sprachevent und ich bin auch mit dabei.

Nächste Haltestelle: Hauptbahnhof / main station. Übergang zum Fern- und Regionalverkehr. So, jetzt bin ich am Hauptbahnhof. Um diese Zeit ist es hier noch total leer, also eigentlich kaum jemand unterwegs. Es ist kurz vor halb sechs. Also mein Bus fährt halb sechs. Ich habe, glaube ich, noch zehn Minuten Zeit oder so und ja, Um diese Zeit ist in Deutschland meistens noch nicht so viel los auf den Straßen und an den Bahnhöfen, weil das Leben eigentlich meistens erst so um sechs beginnt. Hier ist die große Abfahrtstafel. Da sieht man, wann die ganzen Züge abfahren. Aber, ja, ich fahre heute wie gesagt nicht mit dem Zug, sondern mit dem Bus. So, jetzt habe ich mir gerade etwas Kleines zu essen für den Bus gekauft. Jetzt gehe ich zur Bushaltestelle. Ich habe eigentlich nur noch fünf Minuten Zeit, bis er abfährt. Also er soll eigentlich 5:25 Uhr abfahren und jetzt ist es 5:20 Uhr. Ich habe aber gerade eine SMS bekommen von der Busgesellschaft, dass der Bus zehn Minuten Verspätung hat. Also muss ich noch eine Viertelstunde warten.

Ich bin jetzt im Bus und wir fahren gerade aus Dresden raus. Ich melde mich dann in Berlin nochmal. Jetzt bin ich in Berlin! Ich bin jetzt aus dem Bus ausgestiegen, am Südkreuz. Der Bus fährt noch eine Haltestelle weiter bis zum ZOB. Das ist der Zentrale Omnibusbahnhof. Fast jede deutsche Großstadt hat einen ZOB und der ZOB in Berlin ist aber zu weit im Westen, also die Veranstaltung, wo ich heute hingehe, die Expolingua, die findet im Zentrum von Berlin statt. Deswegen bin ich lieber am Südkreuz ausgestiegen. Jetzt kaufe ich mir eine Fahrkarte und fahre mit der S-Bahn zur Friedrichstraße. Man kann sich seine Fahrkarte natürlich hier im Reisezentrum kaufen. Ich kaufe sie mir aber in der BVG-App. Die BVG ist die Berliner Verkehrsbetriebe, also das ist das Unternehmen, was für den öffentlichen Nahverkehr – das heißt die U-Bahnen und die Straßenbahnen und die Busse in Berlin verantwortlich ist. Und die haben eine App und dort kann man sich ganz einfach die Fahrkarte übers Handy kaufen. Das ist meiner Meinung nach bequemer. Hier steht auch schon eine S-Bahn. Das ist die Ringbahn. Mit der fahre ich aber nicht. Ich muss hier runter zu diesem Bahnsteig, denn ich fahre – wie ich schon gesagt habe – ins Zentrum. Eingefahrener Zug auf Gleis 6: S7 nach Lichtenberg über Zoologischer Garten, Berlin Hauptbahnhof, Friedrichstraße. S7 – Zurückbleiben bitte! Nächste Station: Friedrichstraße. Übergang zu den S-Bahn-Linien 1, 2, 25, 26, zur U-Bahn-Linie 6 und zum Regionalverkehr.

So, ich bin an der Friedrichstraße angekommen und jetzt kaufe ich mir erst mal einen Kaffee. Ja, den Kaffee brauchte ich jetzt. Der hat jetzt richtig gut getan. Er macht mich nicht wirklich munter, also das hilft mir persönlich nicht. Aber es war einfach ein schönes Gefühl, kurz da im Café zu sitzen und diesen heißen Kaffee zu trinken. Hier ist schon alles aufgebaut – das ist ganz witzig – für den Weihnachtsmarkt. Der startet nämlich nächste Woche. Na und jetzt mache ich mich auf den Weg zur Expolingua. Es ist jetzt 9:45 Uhr. In einer Viertelstunde beginnt das Ganze. Und ich freue mich schon total. Ich bin heute hier bei der Expolingua, weil ich nach tollen Programmen suche im Erwachsenenbildungsbereich. Meine Freundin ist Französin. Ich mag das Land, die Kultur. Dementsprechend ist es eine Bereicherung für mich, mich mit den Menschen auf Französisch zu unterhalten. Ich bin hier mit meiner Klasse und wir wollen einfach nur ein paar Workshops machen wie das hier. Ich war jetzt bei der Veranstaltung. Das hat fünf Stunden ungefähr gedauert. Es ist mittlerweile Nachmittag und ich bin ziemlich müde. Ich treffe mich jetzt mit einem Freund. Wir gehen ins Café. Wir haben uns lange nicht gesehen. Und danach fahre ich zu meinen Eltern. Die wohnen hier in Berlin und ich denke, die freuen sich schon auf mich. So, das war es erstmal von mir heute. Wenn euch das Video gefallen hat, dann gebt bitte einen Daumen hoch. Ich würde mich sehr freuen. Und wenn ihr in Zukunft keines meiner Videos mehr verpassen möchtet, dann abonniert doch einfach meinen Kanal! Übrigens: wenn ihr Schwierigkeiten habt mit Verben mit Präpositionen und endlich damit klarkommen wollt und endlich lernen wollt, wie man diese Präpositionsverben richtig benutzt, dann ist vielleicht mein Online-Kurs etwas für euch: meine „30-Tage-Challenge – endlich fertig werden mit Verben mit Präpositionen“. Es gibt eine Lite-Version und eine Premium-Version. Schaut doch einfach mal vorbei, wenn es euch interessiert. Ich freue mich auf euch und wir sehen uns im nächsten Video. Nächste Station: Westkreuz. Übergang zu den S-Bahn-Linien 3, 5, 7 und 9.

VonBenjamin

AUSSPRACHE von Anglizismen im Deutschen | einloggen – chatten – downloaden | Deutsch mit Benjamin

In meinen Aussprachevideos bringe ich euch die reale Aussprache von Wörtern bei, die wir üblicherweise in der gesprochenen Sprache verwenden – und zwar sowohl in informellen als auch in formelleren Situationen. Dies unterscheidet sich möglicherweise von dem, was ihr in Lehrbüchern oder im Deutschunterricht gelernt habt.

Transkript:

Hallo liebe You-Tube Deutschlerner! Heute gibt es drei englische Werben in der deutschen Sprache.

Nummer eins: sich einloggen. Betonung auf der ersten Silbe: einloggen. Wenn wir das im Perfekt oder im Passiv verwenden, dann sprechen wir diese beiden G wie K aus. Natürlich nur einmal, nicht doppelt aussprechen. Ich habe mich schon eingeloggt.

Nummer zwei: chatten. Nicht chatten! Wir schreiben zwar A, aber wir sprechen einen kurzen A-Umlaut. Ä, kurzes ä. Gestern abend haben wir eine halbe Stunde gechattet.

Nummer drei: downloaden. Betonung auch auf der ersten Silbe. In der ersten Silbe haben wir AU down, im zweiten Teil ein normales O in der Aussprache. Wir schreiben OA, aber wir sprechen nur O. Downloaden. Hast du dir das Dokument schon gedownloadet?

VonBenjamin

Fließend & Akzentfrei Deutsch sprechen | Shadowing | Plosive verbinden

Wollt ihr akzentfrei sprechen lernen, dann ist das heutige Aussprachetraining perfekt für euch: ihr lernt darin nämlich, wann und wie wir im Deutschen zwei Wörter miteinander verbinden, um fließend zu sprechen. Wendet auch alleine zur Verbesserung eurer Aussprache Übungen wie im Video an, um dauerhaft Fortschritte zu machen und schon bald nahezu akzentfrei Deutsch sprechen zu können.

Transkript:

Was haben alle diese Wörter gemeinsam? Schauen wir uns das doch mal an.

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin – der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die akzentfrei Deutsch sprechen wollen bzw. ihre deutsche Aussprache verbessern, ihren Akzent reduzieren wollen.

Die Wörter Wettkampf, mitteilen, Hauptbahnhof, weggehen und Marktplatz sehen zwar auf den ersten Blick gar nicht so aus, als hätten sie irgendeine Gemeinsamkeit, aber wie so oft täuscht auch hier der erste Eindruck. Bei all diesen Wörtern treffen nämlich an Silbengrenzen Plosive aufeinander. Zur Erinnerung: Plosive sind Laute, bei denen wir im Mund einen Verschluss bilden, den wir dann schlagartig lösen oder man sagt auch, sprengen, also [p], [t], [k] sowie die stimmhaften Partner [b], [d], [g]. Und bei diesen Wörtern hier treffen Plosive an Silbengrenzen aufeinander. Zum Beispiel: der Wettkampf, da haben wir am Ende der ersten Silbe den Laut [t] und direkt danach am Anfang der zweiten Silbe den Laut [k]. Beides Plosive. Beide Silben einzeln gesprochen, würden so klingen: Wett – Kampf. Das Kompositum klingt aber nicht so: Wettkampf, sondern Wettkampf. Das [t], also der erste von den beiden Plosiven, ist nicht mehr zu hören. Wettkampf. Nur der zweite Plosiv [k] wird wirklich klar ausgesprochen, also nur dieser Verschluss wird wirklich gelöst. Für den ersten Plosiv [t] ist im Mund zwar alles vorbereitet, d.h. meine Zunge ist genau in der Position, wie ich sie brauche, wenn ich das [t] klar und deutlich als solches aussprechen wollen würde, also hinter den oberen Schneidezähnen, ja, aber ich löse diesen Verschluss nicht. Ich löse nur den Verschluss des zweiten Plosivs. Also man sagt: Wettkampf statt Wettkampf. Man könnte auch sagen, dass hier diese beiden Plosive eben nicht getrennt ausgesprochen werden, sondern miteinander verbunden werden. Die getrennte Aussprache „Wettkampf“ würde seltsam klingen, weil dadurch eine unübliche Pause entstehen würde, die den Redefluss stören könnte. Und das wollen wir ja nicht, ja, wir wollen ja flüssig oder fließend Deutsch sprechen. Also sprecht mir bitte auch nach: der Wettkampf.

Auch so: mitteilen. Also nicht: mit-teilen, sondern mitteilen. Hier ist das noch logischer und vielleicht auch einfacher für euch, direkt zu realisieren, weil ja hier zweimal der gleiche Plosiv ist. Also sprecht mir bitte wieder nach: mitteilen.

Also treffen zwei Plosive an einer Silbengrenze aufeinander, dann lösen wir nur den Verschluss des zweiten. Also nur den zweiten sprechen wir klar als solchen aus. Hauptbahnhof – hier haben wir sogar 3 Plosive, die aufeinandertreffen, und wir sagen nicht Haupt-bahn-hof. Das wäre die sehr deutliche Aussprache, die man eventuell in der S-Bahn hören könnte. Aber wenn wir sprechen, dann sagen wir Hauptbahnhof. Hier wird nur der Verschluss des letzten Plosivs gelöst. Das heißt, der Mund ist für den ersten Plosiv [p] vorbereitet, ja, die Lippen liegen aufeinander, der zweite Plosiv [t] wird gänzlich ausgelassen, also gar nicht mitgesprochen, weil er ganz anders gebildet werden müsste und der letzte wird ja auch wieder mit aufeinanderliegenden Lippen gebildet und nur der Verschluss des letzten wird gelöst, und bitte nachsprechen: Hauptbahnhof.

Weggehen – dasselbe Prinzip. Also nicht:  weg-gehen, sondern weggehen. Also bitte wieder nachsprechen: weggehen.

Marktplatz – wieder mit 3 Plosiven, wo also auch nur der Verschluss des letzten gelöst wird. Also für das [k] wird der Mund nur vorbereitet, aber der Verschluss wird eben nicht gelöst, der zweite, also [t], wird wieder nicht mitgesprochen und nur der letzte wird gelöst, bitte nachsprechen: Marktplatz.

Das Ganze gilt übrigens auch über Wortgrenzen hinaus, also nicht nur für Silbengrenzen innerhalb eines Wortes. Ich denke, das Prinzip dürfte euch jetzt klar sein, deswegen erzähle ich jetzt einfach mal ein bisschen was und werde euch dann die entsprechenden Stellen markieren. Merkt euch einfach, wenn zwei oder mehr Plosive aufeinandertreffen, dann wird bei dem ersten der Mund vorbereitet, aber der Verschluss nicht gelöst und nur bei dem letzten wird der Verschluss dann gelöst. Das ist ganz wichtig für euren Redefluss, denn flüssig zu sprechen, heißt ja nicht, dass man unbedingt schnell sprechen muss – ne, es gibt ja auch Muttersprachler, die nicht so schnell sprechen – sondern flüssig zu sprechen, heißt einfach, dass man halt, ja, nicht stottert sozusagen. Okay, ihr hört jetzt jeden Satz dreimal, danach kommt eine Pause für euch zum Nachsprechen. Diese Übung nennt sich Shadowing, wir praktizieren sie auch in meiner Online-Akademie und sie ist wahnsinnig effektiv.

Bald feiert die Akademie von Deutsch mit Benjamin ihr 1-jähriges Bestehen. Ihr könnt die Akademie 10 Tage kostenlos nutzen. Es gibt dann dort täglich Online-Workshops und diverse Livestreams. Marija von Deutsch mit Marija macht da auch mit. Sie organisiert am 2. November einen Workshop und gibt euch konkrete Tipps an die Hand, mit denen ihr euer Lernen optimieren könnt.

Mit Katja aus dem Lehrerteam meiner Akademie könnt ihr Sprechhemmungen abbauen, euch nützlichen und anspruchsvollen Wortschatz erarbeiten und dabei eine Menge darüber lernen, inwiefern emotionale Intelligenz im privaten Alltag genauso ausschlaggebend wie im Berufsleben ist. Ihr könnt diese Online-Veranstaltungen alle kostenlos besuchen. Und darüber hinaus habt ihr 10 volle Tage kostenlosen Zugang zu allen Inhalten meiner Akademie, sodass ihr euren deutschen Akzent trainieren und perfektionieren könnt. Wenn ihr teilnehmen wollt, dann schaut doch mal auf meiner Webseite vorbei. Ihr findet den Link unter dem Video.

Ich würde mich wahnsinnig freuen, euch da zu sehen und danke euch, dass ihr heute zugeschaut und Deutsch mit Benjamin gelernt habt.

VonBenjamin

Akzentfrei Deutsch sprechen | Aussprachetraining – Shadowing | Glottale/Nasale Plosive

Im heutigen Aussprachetraining widmen wir uns wieder einer weit verbreiteten Reduzierung. Ihr bekommt zur Verbesserung eurer Aussprache Übungen von mir, in denen wir die Shadowing-Methode anwenden. So könnt ihr durch Imitation eure deutsche Aussprache und Sprachmelodie verbessern.

Transkript:

Was, wenn ich euch sage, dass man das T in all diesen Wörtern nicht mitspricht? Glaubt ihr mir nicht? Dann lasst uns das klären!

Hallo liebe YouTube-Deutschlerner und willkommen bei Deutsch mit Benjamin – der ersten Adresse für alle fortgeschrittenen Deutschlerner, die flüssig oder fließend Deutsch sprechen wollen bzw. ihre deutsche Aussprache verbessern, ihren Akzent reduzieren wollen.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt: Was redet der da? Warum um Himmels Willen soll man denn das T in den Wörtern nicht mitsprechen? Okay, ich gebe zu, dass man das T nicht einfach kompletten weglassen darf, das geht nicht, aber hört einfach mal genau hin, wie ich die Wörter ausspreche und dann fällt euch bestimmt was auf.

Habt ihr da [t] gehört? Sicher nicht, denn ich habe es da auch nicht ausgesprochen. Warum? Ich versuche es kurz zu machen: wir haben hier eine Reduzierung der Endung vorliegen, ja, die Endung -en, da sprechen wir das e-Schwa nicht mit. Ja, das wisst ihr schon, dass wir zum Beispiel auch nicht „essen“ sagen, sondern „essen“. Und dadurch treffen jetzt in diesen Wörtern hier [t] und [n] direkt aufeinander, wodurch noch eine Assimilation passiert und man also nicht „warten“, sondern „warten“ sagt. Man spricht den t-Laut also glottal aus, wobei die Luft durch die Nase entweicht. Das ist also ein glottales T oder auch nasales T. Sprecht mir mal nach: Warten – Wir müssen abwarten. Ersten – am ersten November zweiten – am zweiten November mitten – mitten in Deutschland.

Das gilt übrigens nicht nur für den t-Laut, sondern für alle Plosive, also auch für die p-, k-, d-, b- und g-Laute. Hier habe ich noch ein paar Beispiele für euch und bitte sprecht wieder schön nach: Reden, Dresden, der Lappen, die Verben.

Hier habt ihr bestimmt auch gemerkt, dass dadurch nun noch eine Assimilation passiert, dass nämlich am Ende [m] gesprochen wird. Dazu gibt es auch schon ein Video auf meinem Kanal, dass ich euch oben rechts sowie natürlich auch unten in der Infobox verlinke.

Also nochmal: Der Lappen, die Verben, gucken, in den Bergen.

Hier tritt auch wieder eine weitere Assimilation ein, dass nämlich am Ende der Ang-Laut [ŋ] gesprochen wird. Das gilt also, wenn wir Plosive haben und danach Nasale, also [m] oder [n]. Die Endung -en wird dann also zu [n], [m] oder [ŋ] reduziert und assimiliert. Und auch über Wortgrenzen hinaus passiert das. Hört mir jetzt einfach mal gut zu, sprecht mir dann immer nach und achtet auf die markierten Stellen, wo es auch zu dieser Glottalisierung kommt:

Gestern hat Nora mir den letzten Nerv geraubt. Sie ist ja erst neun Monate alt, ne? Also, sie weint nicht so viel, zum Glück. Na ja, zumindest nicht am Tag. Sie schreit nachts manchmal und hält mich auf Trab. Aber sie braucht natürlich tagsüber die ganze Zeit meine Aufmerksamkeit. Morgens ist sie manchmal bei der Oma. Die lebt mit hier im Haus. Das gibt mir dann die Möglichkeit, mich mal auszuruhen. Oh, schon halb neun! Ab nach Hause!

Wenn das heutige Aussprachetraining für euch nützlich war, dann würde ich mich wirklich sehr freuen, wenn ihr dem Video einen Daumen nach oben gebt und meinen Kanal mit Benachrichtigungen abonniert, um keine weiteren Videos zu verpassen. Ihr lernt Deutsch mit Benjamin auf YouTube und ich freue mich auf euch im nächsten Video.